Syrische Armee wehrt ISIS-Angriffe westlich von Al Mayadin ab

Wie Al Masdar News mitteilte, haben die syrische Armee und ihre Partner am heutigen Freitag das zweite Mal in zwei Tagen größere Angriffe der Terrorgruppe ISIS in der Wüste westlich der am Euphrat gelegenen Stadt Al Mayadin abgewehrt.

Nicht wenige der Terroristen kosteten ihre Angriffe auf die Armee und ihre Partner inoffiziellen Meldungen zufolge das Leben. Die Lage in der Gegend sieht auf einer Karte von @GlobalEventMap gegenwärtig wie folgt aus:

Die irakische Luftwaffe hat unterdessen Bilder von ihrem Luftangriff gestern auf eine ISIS-Zentrale im östlich des Euphrat in der syrischen Provinz Deir Ezzor gelegenen Ort Hajjin veröffentlicht.

Aus dem Irak selbst berichtete Press TV derweil, dass Polizeieinheiten von Hawija gemeinsam mit Volksmobilisierungseinheiten südlich der Stadt Kirkuk einen größeren Angriff von ISIS-Terroristen abgewehrt haben, wobei beinahe ein Dutzend ISIS-Terroristen getötet worden seien.

Die anstehende Eliminierung des Terrorismus in Südwestsyrien befindet sich unterdessen immer noch in der Vorbereitungsphase. Berichtet wurde von dort heute, dass syrische Soldaten und russische Vermittler Bewaffneten in den Orten Mahajjah, Ibta und Dael die ihnen von der syrischen Armee angebotenen Optionen Evakuierung, Versöhnung und Eliminierung überbracht haben. Außerdem hat die syrische Luftwaffe über zahlreichen zumeist westlich der Autobahn von Damaskus über Daraa nach Jordanien gelegenen Orten, darunter Al-Harah, Inkhil, Jassim, Nawa und der Süden der Stadt Daraa, Flugblätter abgeworfen hat, mit denen die dortigen Bewaffneten zur Kapitulation aufgefordert wurden.

Im Jihadi-Paradies im Nordwesten Syriens setzten Terroristen unterdessen ihre fortlaufenden Bemühungen zu ihrer gegenseitigen Eliminierung fort, wobei die syrische Armee dabei unterstützend tätig ist. Die Türkei, Russland und der Iran haben derweil ein dichtes Netz von Beobachtungsposten an den Rändern dieses Jihadi-Paradieses geschaffen, von denen aus sie die in diesem Kessel ablaufenden Prozesse aufmerksam verfolgen.

Sergej Rudskoj vom russischen Generalstab teilte derweil mit, dass einige der dorthin geflüchteten Zivilisten das dortige Jihadi-Paradies nun doch nicht so toll findet, und bereits 9000 Zivilisten aus dem Westen der Provinz Idlib durch einen humanitären Korridor in die unter Regierungskontrolle stehenden Gebiete von Aleppo zurückgekehrt sind.

Auf der internationalen Ebene bemerkenswert war heute der betont freundliche, geradezu herzliche Besuch des französischen Präsidenten beim diesjährigen Internationalen Petersburger Wirtschaftsforum in Russland. Die deutsche Kanzlerin Merkel beendete unterdessen ihren freundschaftlichen Besuch in China nach einem Abstecher zu chinesischen Technologieunternehmen in Shenzhen mit einem Aufruf zu besserer Kooperation im Bereich der Datensicherheit. Diese betont freundlichen Besuche riechen ein bisschen danach, als würden Deutschland und Frankreich nun tatsächlich daran arbeiten, gemeinsam mit Russland, China und Iran eine Front gegen die sich im US-Ausstieg aus dem JCPoA zeigende aggressive Politik der Achse USA/Saudi-Arabien/Israel zu bilden. Die saudische Diktatur sieht das anscheinend auch so und hat zur Bestrafung Deustchlands nun westlichen Medienberichten zufolge inoffizielle, aber weitreichende und umfassende Wirtschaftssanktionen gegen Deutschland verhängt. Die saudisch-wahhabitische Diktatur mag sich in der Stärke ihrer Petrodollar sonnen, aber man darf trotzdem bezweifeln, dass die Saudis mit ihren Sanktionen gegen Deutschland etwas anderes erreichen werden, als dass sie selbst zunehmend als unzuverlässige Geschäftspartner gesehen werden.

Weiterer Ärger in den Beziehungen zu den USA kündigt sich auch für die Türkei an: der US-Senat hat gerade beschlossen, dass die von der Türkei bestellten und teilweise sogar mitentwickelten F-35-Kampfflugzeuge nicht ausgeliefert werden sollen. Damit die im Verteidigungshaushalt enthaltene Bestimmung so in Kraft tritt, muss dem Gesetz zwar auch noch das US-Repräsentantenhaus zustimmen, aber dieses Waffenembargo könnte sich schnell zu einer weiteren Belastung für die Beziehungen der NATO-Verbündeten USA und Türkei mit weitreichenden Konsequenzen ausweiten. Weiterhin hat die Türkei heute deutlich gemacht, dass sie darum kämpfen will, türkische Unternehmen vor Bestrafungen durch die USA wegen des US-Ausstiegs aus dem JCPoA zu schützen, womit es da einen weiteren neuen Streitpunkt zwischen den USA und der Türkei gibt. Auch hier sind also Anzeichen für eine anstehende umfassende Umgestaltung geopolitischer Allianzen zu erkennen.

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14 Gedanken zu “Syrische Armee wehrt ISIS-Angriffe westlich von Al Mayadin ab

  1. @1PB

    Vielen Dank für den wieder präzisen, aktualisierten Überblick zur derzeitigen geopolitischen Transformation. Ich kenne kein informativeres Privatportal, Sie vielleicht? Ja die Russen, klar, aber sonst?

      1. Die Seite ist richtig genial.
        China hat 5000 Jahre Zivilisation.
        Manche fragen sich, warum die Chinesen sich nicht in Kriege einmischen (z.B. Syrien)
        Sie sind emotionslose Rechner.
        Vor ein paar hunderten oder tausend Jahren , gab es mal einen drohenden Krieg im Norden.
        Die chinesischen Beamten haben gerechnet.
        Ein Heer mit Waffen aufstellen kostet so und so viel.
        Den Feinden Geld und Waren für Frieden anbieten kostet so und so viel.
        Ergebnis :
        Frieden kaufen war billiger als Krieg führen.
        Sehen die Amerikaner anders.
        Und diese Linie ziehen die Chinesen durch.
        Ich denke . Wir werden noch staunen und aus dem Kopfschütteln nicht mehr herauskommen.
        Und warum halten die Russen verhältnismäßig still?
        Die wissen was in 5 Jahren passieren wird und brauchen nur ein bisschen die Füsse still halten , Ressourcen schonen und sich an China anlehnen. Deshalb haben die den F UK US Angriff nicht verhindert. Cool bleiben und beobachten wie Trump den Rest ruiniert.
        Alles wird gut.

  2. Statement aus dem state departement.

    Da wird jetzt so getan, als ob die südliche Deeskalationszone unter Zustimmung vom PotUS steht; als ob der da etwas zuzustimmen hatte, da ging es wohl höchstens um Inkenntnisnahme.

    Direkter Aufruf an Ibta und Dael, in den Orten gibt es auf jeden Fall Regierungsunterstützer (bewiesen durch wehende Fahnen Anfang 2016 und Gerüchte über Übergabe).

    Ob es wirklich zu Übergaben kommt, ist vielleicht fraglich; man muss schon sehr stark sein, sich gegen Al Kaida und Freunde durchsetzen zu können, ob das lokal geht, wird sich zeigen.

    Aber wenn die Verhandlungen gut voran gekommen sind, kann man ja auch noch während laufender Kämpfe Abkommen treffen, wie in einigen Orten der östlichen Ghouta.

    Ein paar gute Koordinaten können auch sehr hilfreich sein, die örtlichen Terroristen, ähm, schneller zum Rückzug zu bewegen.

  3. Noch ein Statement aus dem State departement.

    ***
    Department of State@StateDept 13 Std.Vor 13 Stunden

    .@SecPompeo on @VOAIran: We’re not asking a lot from #Iran’s leadership, just behave like normal leaders. Don’t loot your people, don’t waste your people’s money on adventures in #Syria & #Yemen & #Lebanon & #Iraq.
    ***

    Der Iran soll also nicht das Geld seiner Menschen verschwenden, durch militärische Abenteuer in Ländern im Nahen Osten.

    Hmm, gute Aussage, nur fallen mir da andere Länder als der Iran als Adressaten ein.

    1. Das wäre sicherlich ein gutes Meme, das sich unter Republikanern in den USA schnell verbreiten würde. Man muss tatsächlich nur #Iran’s mit #our austauschen.

    1. Güntha

      Für mich sieht das danach aus, dass der Hasbarist Benjamin Konietzny gefangen ist in zionistischem Wunschdenken,und deshalb nicht erkennt, dass Russland, Iran und die Türkei in Syrien an einem Strang ziehen und es deshalb die vom zionistischen Regime gewünschte Aufspaltung Syriens nicht geben wird.

  4. Diese unsäglichen Ausserungen bzgl. Nordkorea werde wie Libyen enden, wenn…….,stammen ja von Bolton und Pence, nicht von Trump. Mir scheint es, der Tiefe Staat will diese Zusammenkunft mit allen Mitteln verhindern???? Warum??? Gestern Nacht beim Kleber kam dazu eine durchaus interessante Aussage einer Korrespondentin (Name?)……Trump könnte im Übereifer einen Abzug des Militärs, evtl. nur Teilabzug, von der koreanischen H-Insel versprechen, was ein verheerendes Signal an die „Verbündeten“ senden würde……Für mich ordnen sich die Puzzleteile langsam. Was meint das PB? Danke!

    1. Analena

      Die Treffen von Kim mit Moon sind die entscheidenden. Bei einem koreanisch-koreanischen Deal stören die USA bloß. Trump könnte bei so einem Deal kaum mit weniger nach Hause kommen als einer sofortigen und totalen Kapitulation der DVR Korea, womit jeder denkbare Friedensdeal für Korea praktisch unmöglich wäre. Moon kann hingegen mit einem ausgewogenen und in Schritten zu vollziehenden Deal mit der DVR Korea nach Hause kommen, und seine Wähler werden ihn dafür feiern. Die koreanisch-koreanische Einigung könnte etwa in Richtung schrittweiser militärischer Entspannung durch die DVR Korea gegen schrittweisen US-Truppenabzug aus Südkorea laufen, und dann im Grunde weitergehen bis ein geeintes, neutrales und – möglicherweise auch – atomwaffenfreies Korea entsteht, das mit China eng verpartnert oder befreundet ist.

      Für Trump wäre das auch nicht ganz schlecht, denn er kann einen US-Truppenrückzug aus Korea seinen Wählern als Umsetzung des Wahlversprechens verkaufen, viele US-Truppen aus fernen Ländern nach Hause zu holen, damit die USA sich demnächst mal mehr um die USA als um den Rest der Welt kümmern können. Natürlich würde eine solche Entwicklung den Kriegstreibern in Washington überhaupt nicht passen, aber ich sehe nicht, dass sie sie blockieren können, solange die Gefühlslage in Südkorea weiter in Richtung Entspannung mit Nordkorea geht. Letztlich sind die US-Truppen auf Einladung der südkoreanischen Regierung in Korea, und wenn die ihre Einladung zurückzieht, werden die US-Truppen weichen müssen.

      1. Danke! Ja, dass die Koreaner sich weitestgehend mit China geeinigt haben, scheint außer Frage zu stehen……läuft alles in die richtige Richtung.

  5. „Überraschendes Treffen zwischen Kim und Moon“ -irgendwie läuft trotz der scheinbar chaotischen Absage Trumps alles Richtung Frieden. Das ist doch irgendwie sehr seltsam und sehr schön; beinahe so schön wie das Maiwetter in Deutschland 2018.

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