Weiterer ISIS-Angriff südwestlich der Stadt Deir Ezzor abgewehrt

Wie Al Masdar News mitteilte, haben die syrische Armee und ihre Partner südwestlich der Stadt Deir Ezzor, nachdem es in den letzten Tagen in der Gegend häufiger Angriffe von ISIS-Terroristen gab, am heutigen Sonntag einen weiteren schweren Angriff der Terrorgruppe ISIS abgewehrt.

Die staatliche syrische Nachrichtenagentur teilte dazu mit, mindestens 43 der Terroristen seien bei der Abwehr des Angriffs getötet und sechs ihrer Fahrzeuge zerstört worden, doch auch vier russische Soldaten seien dabei ums Leben gekommen und zwei weitere verletzt worden. Arabiana Intel hat eine Karte dazu:

Hintergrund der ständigen Terrorangriffe in der Wüste südwestlich der Stadt Deir Ezzor könnte sein, dass die Terroristen eine Verbindung von Jordanien über Tanf bis in den Osten der Provinz Deir Ezzor schaffen und damit gleichzeitig die Transportlinie Bagdad-Damaskus kappen wollen, so wie sich das unter anderem „Israel“ und Saudi Arabien wünschen. Solch eine Verbindung bekäme essentielle Bedeutung für die zionistisch-wahhabitische Terrorachse, wenn die Türkei und der Irak den US-Besatzungstruppen im Norden und Osten Syriens nach der am 24. Juni stattfindenden Türkeiwahl den Nachschub sperren sollten.

Die syrische Armee scheint sich, möglicherweise in Anbetracht eines durch die Türkeiwahl bestimmten Zeitplanes für das weitere Vorgehen in Ostsyrien, zunächst einmal um den Terror im Südwesten Syriens, nämlich Daraa und Quneitra, kümmern zu wollen. Aus Daraa selbst meldete Al Masdar News heute unterdessen von einem Angriff von FSA-Terroristen auf einen syrischen Armeeposten, durch den drei syrische Soldaten getötet oder verletzt wurden. Bislang sieht es jedoch trotzdem noch nicht so aus, dass die syrische Offensive zur Befreieung von Daraa und Quneitra unmittelbar bevorsteht.

Nachtrag 22:30h: In Italien hat Giuseppe Conte den Auftrag zur Regierungsbildung zurückgegeben, nachdem Staatspräsident Sergio Mattarella sich geweigert hat, den von ihm und den hinter ihm stehenden Koalitionsparteien Lega und M5S gewünschten Paolo Savona als Finanzminister zu akzeptieren. Sollte es zu Neuwahlen in Italien kommen, könnte das Motto dafür lauten: das Volk gegen den Palast. In Umfragen sieht die Lage in Italien gerade so aus, dass das Ergebnis etwa so sein wird wie bei den letzten Wahlen, und bloß die Lega ihren Vorsprung auf ihren Wahlbündnispartner Berlusconi etwas ausbauen wird.

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5 Gedanken zu “Weiterer ISIS-Angriff südwestlich der Stadt Deir Ezzor abgewehrt

  1. Etwas unverständlich warum man sich nun offenbar auf Daraa konzentriert, obwohl dort die Front relativ ruhig ist, während aus der Daesh Tasche südwestlich von DeirEzzor die Terrorproxys verstärkt provozieren und offenbar immer noch stark genug sind um größere Angriffe zu starten.
    Dieser Unruheherd sollte schnellstmöglich final geräumt werden.
    Das verbliebene Daesh Gebiet ist fast nur flache Wüste, daher auch die Frage wie sich dort noch nennenswerte Kräfte verstecken und sammeln können, unter den Augen der syrischen und russichen Luftaufklärung und Luftwaffe?
    Je nach Schätzung sollen es dort noch 500-1000 Daesh Kämpfer geben.
    Da sich diese aus dem reinen Wüstengebiet nicht selbst mit Nahrung, Wasser, Waffen und Munition versorgen können, auch die Frage woher dorthin immer noch der Nachschub kommt, da das Gebiet seit Monaten komplett von SAA umschlossen ist?
    Oder lassen wieder einmal „unbekannte“ Transportflugzeuge dort wieder „versehentlich“ was fallen?
    Das Argument es ginge nicht so leicht da es noch mehrere hundert Quadratkilometer seien ist nicht stichhaltig, denn Tausende SAA Soldaten sind nach den Ausräumungen der Terrortaschen um Damaskus nun frei für neue Aufgaben und das weite, flache und offene Gelände ist optimal für die schwere Artillerie, Luftwaffe und Panzerkräfte der SAA und Verbündeter.
    Falls es doch in Daara in Kürze losgeht, dann werden auch dort nach der Frontbegradigung und der Ausräumung von mind. der südöstlichen Daara Terrorzone weitere Tausende SAA Soldaten frei um die verbliebenen Terrornester auszuräumen, bevor es final Richtung Idlib geht.
    Stark vernachlässigt wird aber auch das Thema Kurdengebiete-SDF, denn es ist nicht länger hinnehmbar das 1/3 Syriens und 3/4 der Ölfelder von diesen weiterhin besetzt gehalten werden.
    Mindestens auf Höhe DeirEzzor müsste alles östlich und südöstlich davon an die SAA gehen.
    Das bleibt hoch problematisch da die den Kurden zwar weit überlegenen Bodentruppen der SAA und Verbündeter dann wieder ins Fadenkreuz der USAF geraten.

    1. ElCommandante

      Die Wüste ist ein durchaus schwieriges Gelände, das viele Verstecke bietet.

      In der Wüste gibt es in den Sand gegrabene kleine und große Erdlöcher, wohin ISIS-Terroristen reichlich Vorräte an Nahrung, Waffen und Munition geschafft haben. Bei Menschen in der Wüste lässt sich aus der Ferne nicht erkennen, ob das bloß Reisende sind, etwa Händler oder Klein-Schmuggler, oder Terroristen. Selbst wenn die Armee da in Ketten mit Meterabstand zu Fuß durchlaufen würde, würde sie vermutlich nicht alles finden.

  2. Hallo Einparteibuch & ElCommandante.

    Zu den verstärkten Provokationen aus den Wüstengebiet Deir Ezzor durch Daesh eine Frage. Haben die Angriffe der Terroristen im Zuge der Befreiung von Damaskus und Umland zugenommen oder waren sie „nur“ weniger relevant?
    Sollten sie im Zuge der Befreiung und dem Blick nach Dara zugenommen haben, würde das eher dafür sprechen, dass man sie syrischen Streitkräfte von Dara fern halten und in die Wüste locken will. Die Befreiung von Dara wäre erst einmal vom Tisch und würde möglicherweise durch einen verlustreichen Kampf in der Wüste noch lange hinaus gezögert werden.

    Viele Grüße

    1. Matthias

      Scharmützel, auch größere, gab es in der Wüstengegend Badia Al Sham seit der Befreiung von Bukamal ständig. Ich würde den Zusammenhang mit Westsyrien tendenziell eher andersherum als Opportunismus von ISIS sehen: solange wesentliche Einheiten der syrischen Armee in Damaskus, Homs und Daraa beschäftigt sind, ergibt sich daraus für ISIS-Terroristen in der Wüste Badia Al Sham ein Zeitfenster, wo sie noch probieren können, was zu erobern. Fokussiert sich die syrische Armee auf Badia Al Sham, wird das Kräfteverhältnis für ISIS da viel ungünstiger und das Zeitfenster wäre dann erstmal zu.

      1. Wenn die Angriffe in ihrem leider üblichen Rahmen durchgeführt wurden und werden, ist die von mir aufgestellte These natürlich hinfällig.
        Danke für Ihre Antwort.

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