Syrische Armee überquert den Euphrat

Einer Erklärung des russischen Militärs und einem Sputnik-Korrespondenten zufolge haben Einheiten der syrischen Armee im Kampf gegen die Terrorgruppe ISIS in der Nähe der Stadt Deir Ezzor den Fluss Euphrat überquert.

Inoffiziellen Quellen zufolge hat die syrische Armee in diesem Zusammenhang die stromabwärts der Stadt östlich des Euphrat liegenden Orte Marrat und Mazium eingenommen und ist auch auf die Flussinsel Saker vorgestoßen.

Dieser Vorstoß der syrischen Armee ist strategisch bedeutend, weil die syrische Armee sich damit den Zugriff auf die östlich des Euphrat liegenden wichtigen Ölfelder, die der Israel-Lobby als Schlüssel zur Beherrschung der Region gelten, vor US-gestützten SDF-Kräften sichern kann.

Das syrische Verteidigungsministerium teilte unterdessen mit, dass heute zum ersten Mal seit mehr als zwei Jahren wieder Flugzeuge auf dem Flughafen Deir Ezzor gelandet sind.

Nachtrag 18:20h: Die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA meldet in ihrem heutigen Bericht lediglich ein „Überqueren des Euphrat“ in die Richtung der „Insel Saker“ – was Raum für Spekulationen lässt, ob die Armee den Euphrat wirklich schon überschritten hat, oder nur auf einer Insel im Euphrat angelandet ist.

Nachtrag 18:40h: Military Maps sieht die Euphrat-Überquerung als südlich des Ortes Sabhah vonstatten gegangen:

Entscheidend bei der Zuordnung der Videoaufnahmen zu diesem konkreten Gebiet dürfte gewesen sein, dass auf den Bildern von der Euphrat-Überquerung Strommasten zu sehen waren – und da, wo Military Maps die Euphrat-Überquerung verortet, sind auf Satelittenbildern Strommasten zu erkennen. Und die von Military Maps markierte Stelle eignet sich wohl auch sonst vom Gelände her sehr gut zur Euphrat-Überquerung. Damit scheint das Rätsel gelöst zu sein, ob, und wenn ja wo, wirklich eine Euphrat-Überquerung durch die Armee stattgefunden hat.

Nachtrag 23:20h: Im Nordwesten von Deir Ezzor hat die syrische Armee heute auch ordentliche Fortschritte gemacht:

Nachtrag Dienstag 00:10h: Chris Tomson sagte gerade, es sei inzwischen bestätigt, dass die Armee östlich des Euphrat die Orte Marrat, Sbahah und Mazlum eingenommen habe. @Suriyak meint das auch, und weiterhin, das die syrische Armee gerade dabei sei, den Ort Hatlah einzunehmen.

In Hatlah hatten von der sogenannten westlichen Wertegemeinschaft unterstützte Terroristen im Jahr 2013 ein durch gezielt angestachelten Religionshass motiviertes Massaker an Schiiten verbrochen, woraufhin Überlebende geflohen sind – viele davon vrmutlich in die gerade befreite Stadt Deir Ezzor. Und es wird da sicherlich einige Leute geben, die sich auf die Befreiung von Hatlah freuen, um dann endlich wieder nach Hause zu können.

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25 Gedanken zu “Syrische Armee überquert den Euphrat

  1. Ich habe noch kein Beweis gesehen, dass SAA Euphrat überquert hat. Alle Videos und Bilder sind von Desant auf Insel aber noch keine von andere Ufer. Ich hoffe dass ich mich irre.

  2. Sehr gut.
    Der Brückenkopf ist aber noch viel zu klein und muss vor allem südlich und nördlich um einige Km verbreitert werden.
    Das Tabijeh Ölfeld ist strategisch und ökonomisch wichtig und sollte schnellstens erobert und gesichert werden.
    Danach nach Süden abdrehen zu den anderen größeren Ölfeldern.
    Man sollte danach vorerst dann nicht weiter nach Westen, da dort nur flache Wüste kommt, die man von hier mit gut eingegrabenen Panzern und Artillerie sehr gut im Auge und kilometerweit unter Feuerkontrolle halten kann.

  3. Die Argumente werden kräftiger.

    Syrian Civil War Map‏ @CivilWarMap 19 Min.Vor 19 Minuten

    Reports that turkish jets hit YPG in Afrin Canton and Russia jets hit turkish-backed rebels in return.

    Sollte dies stimmen, also Russland den Kurden in Afrin den Hintern vor den Türken rettet, sollten die Kurden innerhalb der SDF mal überlegen, wer ihre Freunde sind, und wie sie zu den Epansionsplänenr ihrer stark grüngelben neuen Alliierten stehen.

  4. Wie auf Southfront gemeldet wird:
    Die Armee der Republik Syrien befreit einen weiteren Teil ihres Landes, rückt vor und Washingtons Truppen ziehen sich zurück.

    Washington hält Vereinbarungen ein und auch noch militärische? Das ist ja ganz was Neues.

    Southfront, 18. September 2017: „Qasioun’s report says that the move is a part of the wider US-Russian agreement over the deconfliction in the Syrian desert. If confirmed, US forces are now deployed only in At Tanf on the Damascus-Baghdad highway.“

    https://southfront.org/us-forces-withdraw-from-az-zaqf-garrison-as-syrian-army-and-pmu-push-along-syrian-iraqi-border-opposition-media/

  5. Es wird gefährlich, auf der Ostseite.

    24 Resistance Axis‏ @Syria_Hezb_Iran 27 Min.Vor 27 Minuten
    Mehr
    Antwort an @Syria_Hezb_Iran
    #BREAKING: #ISIS claims 2 SVBIED attacks on #SAA in Maratah & Mazloum, as heavy clashes take place in the villages.

    Hoffentlich haben sie alles im Griff.
    Sind die Hubschrauber vor Ort, oder müssen die erst aus Kuweir oder von T4 anfliegen?

  6. Ein kurzer Blick in die Kristallkugel.

    Die SAA & Alliierten können die Euphrat-Überquerung ohne zu hasten, auf Sicherheit bedacht, logistisch abgesichert und generalstabsmässig angehen, denn…

    … auf der östlichen Uferseite ist niemand wirklich anzutreffen. Die ISIS, die das Gebiet angeblich halten soll, hat kaum Kämpfer vor Ort und die SDF, die gemäss allen aktuellen Karten schockierend schnell aus den kurdischen Bergen bis in die Industriezone von Deir Ezzor vorgedrungen sein soll, etwa gleich viele.

    Die spärlichen gegnerischen Truppenbewegungen werden von der russischen Aufklärung minutiös beobachtet und falls Bedarf besteht schickt man ein ISIS Hunter Kommando oder Spetznats aus um für Ruhe zu sorgen oder fliegt ein paar Warnangriffe.

    Kurz: ISIS ist komplett am Auseinanderfallen und die Kurden haben aktuell besserer zu tun, als sich rudelweise vor syrische und russische Kampfjets zu werfen.

    Auch auf die immer autistischeren und wahnwitzigeren Statements aus den USA ist wenig zu geben. In der dort herrschenden ’jeder für sich und alle gegen alle’ Stimmung können sich nun mal nur die schrillsten Stimmen Gehör verschaffen. Realitätsbezug ist da längst nicht mehr gefragt.

    1. @smr
      „Kurz: ISIS ist komplett am Auseinanderfallen und die Kurden haben aktuell besserer zu tun, als sich rudelweise vor syrische und russische Kampfjets zu werfen.“

      Allerdings sind es dort keine Kurden, unter gelber Flagge.
      Diese Truppenteile haben im Prinzip keine andere Option, als sich unter dem SDF-Mäntelchen arabische Gebiete einzuverleiben, denn in den angestammten Kurdengebieten will die nun sicher auch niemand haben.

    2. @_smr,

      etwas ähnliches meldeten vor ein paar Tagen schon die Libanesen und DEBKA.

      Das ist die Meldung in der es hieß das Benzin für die Fahrzeuge mit dem Heli heran transportiert werden musste.
      Gruß
      PAule

  7. Wenn man Euphrat überquert hat, wieso hat man Tiger Einheiten nicht geschickt? So ein Desant braucht tausende Soldaten welche mit Flugzeuge und Hubschrauber gedeckt sind. Vielleicht sogar ein Luftdesant 4-5 km in inneren von Land. Und alles das nur 10 km von einen grösse Stadt? Ich glaube, dass in diesen Fall wir tausende Videos schon hatten.
    Ich weiss es nicht, aber vielleicht ist jetzt nut Vorhut geschickt worden und Rest kommt in nächsten Tagen.

    1. zgvaca

      Es könnte aber auch sein, dass es östlich vom Euphrat keine IS-Armee gibt(gab) sondern nur leicht bewaffnete kleinere kriegsunerfahrene Einheiten…..

      Auch der schnelle Vormarsch der SDF Richtung Deir Ezor deutet darauf hin.

      Schach Matt für den IS….

      1. kaeptngarfield

        Die letzten Berichte aus Syrien scheinen meiner Meinung nach darauf hinauszulaufen, dass ISIS alles verfügbare an Mensch und Material gegen den Brückenkopf der SAA östlich des Euphrat einsetzt, das jedoch nicht genug ist, um die SAA da zu bezwingen.

        Z.B. Ivan Sidorenko hat diesbezüglich gerade einen interessanten Tweet abgesetzt:

    2. Warum nicht die Tiger?

      Weil es eine Katastrophe wäre, wenn der Tiger-Stoßtrupp eingekesselt und vernichtet oder gefangen genommen wird.

  8. ***
    TheMoroccanBaathist‏ @MorocanArab 8 Min.Vor 8 Minuten
    #BREAKING: Source just now:

    Islamic State recaptured the following:

    Al-Jafrah village
    Al-Mariiyah + the farms
    Al-Tayim oilfields
    ***

    Al Jafrah, das wäre dann direkt am wahrscheinlichen Brückenstartpunkt (egal ob Ponton oder Boote) auf der Westseite, sehr gefährlich.

    Aber bisher sind sie selten als Hasardeure unterwegs gewesen.

    1. andreas

      Der „Saddam-Baathist aus Marokko“ ist ein Witzbold.

      Der Unfug war sicher nicht ernst gemeint.

  9. Salaar Ali‏ @Elly_Ammar 2 Std.Vor 2 Stunden

    My prayers are with SAA who are repelling waves of ISIS attack, with their backs against the river they are true manifestation of resilience

    Bin zwar nicht religiös, aber da schließe ich mich mal an.
    Jetzt müsste gerade die Sonne aufgehen.

  10. dito.
    Die Wirksamkeit positiver Gedanken sollte m. E. nie unterschätzt wwerden. Vor allem in Fällen, in denen die Adressaten gegen Leute kämpfen müssen, die nichts mehr zu verlieren haben.

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