Terroristen in Nordwestsyrien beklagen sich über ausbleibenden CIA-Sold

Gegen die syrische Regierung kämpfende „moderate Terroristen“ in Nordwestsyrien beklagen sich gerade bei Reuters darüber, dass sie schon seit einem Monat keinen Sold mehr von der CIA bekommen, und auch an Waffen und Munition sei aus dem MOM-Operationsraum in der Türkei nichts mehr gekommen.

Besonders unangenehm ist den CIA-Terrorsöldnern das, weil sie sich in den Provinzen Idlib und Hama gerade an der Seite der von Al Kaida mitgegründeten Terrorgruppe Ahrar Al Sham in einem sehr blutigen Kampf gegen die von Al Kaida mitgegründeten Terrorgruppen Nusra Front und Jund Al Aqsa befinden. Während anonyme US-Offizielle Reuters angeblich mitteilten, die ausbleibende Bezahlung und Waffenlieferungen für die CIA-Terrorsöldner in Nordwestsyrien hätten nichts mit der Amtsübernahme von Trump zu tun, sondern seien temporärer Ausdruck der Sorge, dass an moderate Terroristen gelieferte Waffen und Munition ihren Weg zu Al Kaida und ISIS finden würden, glauben Anführer der CIA-Terrorsöldner, sie würden noch gebraucht, um einer weiteren Ausbreitung des Einflusses von „sunnitischen Jihadisten“ zu blockieren und gegen die wachsende Rolle von Iran zu kämpfen.

Ob das nun auf Trump zurückgeht oder nicht, angesichts dessen, dass am Donnerstag die nächste Runde der Genfer Friedensgespräche beginnen soll, kommt der Waffen- und Soldentzug durch die CIA jedenfalls zu einem passenden Zeitpunkt. Die dortigen Verhandler auf Seiten der Terroristen dürften verzweifelt versuchen, wieder an Waffen und Geld zu kommen, was die Chance erhöht, dass sie diese Gespräche im Unterschied zu den letzten Genfer Gesprächen diesmal nicht sabotieren, wenn sie von den USA dazu angehalten werden. Sollten die Unterhändler der Trump-Administration und Vertreter der neuerdings wieder über gute Beziehungen zu Russland verfügenden türkischen Regierung den Anführern der CIA-Söldner in Genf mitteilen, dass sie ihren Kampf gegen die Kräfte der syrischen Regierung einstellen und all ihre Kraft auf die Eliminierung von Al Kaida und andere radikalislamische Terrorgruppeb verwenden müssen, stünden die CIA-Söldner vor der Wahl, entweder den Kampf gegen die syrische Regierung aufzugeben und einem diesbezüglichen Kompromiss in Genf zuzustimmen oder über kurz oder lang aufgrund fehlenden Waffennachschubs unweigerlioch eliminiert zu werden.

Auf dem Boden in Syrien hat die syrische Armee am heutigen Dienstag ISIS-Terroristen die Kontrolle über zwei weitere Dörfer östlich der Metropole Aleppo abgenommen.

Es geht also weiter voran für die syrische Armee, und das übrigens nicht nur östlich der Stadt Aleppo, sondern auch in der Gegend von Palmyra vermeldete die syrische Armee heute, wie beinahe täglich in den letzten Wochen, sichtbare Fortschritte im Kampf gegen die dortigen ISIS-Terroristen.

PS: Übrigens, auch an der Propaganda-Front tut sich vielleicht gerade was. Das staatliche TV des NATO-Staates Niederlande lässt gerade einen ihrer Journalisten aus Ost-Aleppo berichten, dass das sogenannte Al-Quds-Krankenhaus das Haus im besten Zustand in der Straße ist und offenbar nicht ein einziges Mal bombardiert wurde. Soviel zum Wahrheitsgehalt der ewigen Propaganda der Freunde von Al Kaida, „Putin und Assad“ würden gezielt Krankenhäuser bombardieren. Nichts als „Fake News“ waren das, bestätigt nun ein niederländischer Reporter, der vor Ort ist und im Quds-Krankenhaus keine Bombeneinschläge finden konnte.

PPS: In Deir Ezzor scheint die syrische Armee am Dienstag auch ein Stück vorangekommen zu sein:

Und ebenso ist die syrische Armee in Ost-Ghouta ein Stück vorwärts gekommen, während von den USA unterstützte SDF-Einheiten von der Provinz Raqqa aus via Abu Wahi von Norden zum Euphrat und von Nordwesten in die Provinz Deir Ezzor vorgedrungen sein sollen.

Dass das im Moment so glatt läuft, legt die Vermutung nahe, dass die internationale Koordination im Kampf gegen den Terror in Syrien und Irak nun recht gut funktioniert.

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28 Gedanken zu “Terroristen in Nordwestsyrien beklagen sich über ausbleibenden CIA-Sold

    1. Karsten

      Dazu sollte man diese Nachricht von vor vier Tagen kennen:

      Tillerson Lays Out Condition For Syria Military Cooperation With Russia

      … U.S. Secretary of State Rex Tillerson has said the United States will not agree to cooperate with Russia’s military in Syria until Moscow recognizes that not all Syrian opposition groups are terrorists, European allies say. …

      http://www.rferl.org/a/secretary-state-tillerson-lays-out-condition-military-cooperation-russia-syria-opposition-terrorists/28316865.html

      Also: der neue US-Außenminister Tillerson sagt, dass die USA mit dem russischen Militär in Syrien kooperiert, wenn Moskau anerkennt, dass nicht alle syrischen Oppositionsgruppen Terroristen sind.

      Wer nun weiß, dass Moskau schon immer gesagt hat, dass nicht alle syrischen Oppositionsgruppen Terroristen sind und Moskau sie auch schon lange in Moskau und anderswo zu Gesprächen trifft, der kann darin erkennen, dass einer militärischen Kooperation zwischen den USA und Russland in Syrien kaum noch etwas im Wege stehen dürfte.

      1. Vielen Dank an 1PB für die aktuelle Nachführung an Informationen und Lagebewertung zu Syrien.

        Nun kommt da ein Milliardär ans US-Staatsruder und beginnt eine neue ‚Checkbuchdiplomatie‘.

        Ja warum denn nicht? Genau das ist Trumps Stärke, dafür zu sorgen, das die richtigen Projekte auch finanziert werden, weiter so, das ganze sieht nach Realpolitik aus, die Gesinnungs-Polit-Zombis dürfen sich noch weiter austoben und alles kommt zu einer friedlichen Lösung, spätestens wenn in der Kasse Ebbe herrscht. Das ist die negative Kriegs- oder auch positive Friedensdividende. Ohne Moos nix los.

        Frage ist jetzt noch, was ist mit den jüngsten Angriffen der Apartheitsstaatskrieger in göttlicher Mission und Unterstützung von Wilders und Co, auf Stellungen der Syrischen Armee bei Damaskus?

        Wartet Russland noch ein Weilchen, bis den Israelis auch der Geldhahn zugedreht wird? Müssten diese Krieger Ihren Krieg zukünftig nicht auch stärker oder gerne auch ausschließlich, selber finanzieren? Schließlich muß die marode Infrastruktur der USA dringend verbessert werden, plant Trump bald Umschulung von US-Soldaten zu Straßen- und Bauarbeitern?

      2. Conrath

        Ich gehe nach wie vor davon aus, dass Trump und Netanjahu in nicht allzuferner Zukunft heftig darüber in Streit geraten, dass Israel den USA wie gewohnt die US-Außenpolitik in der Region israelischen Interessen folgend vorschreiben will, und Trump das mit der Bemerkung, es gelte nun America First, ablehnt.

        Im Zuge dieses erwarteten Streites, bei dem Trump unbedingt die Mehrheit der republikanischen Wähler hinter sich braucht, um ihn gewinnen zu können, dürften dann auch zahlreiche weitere Vorzugsbehandlungen Israels durch die USA auf den Tisch kommen.

      3. Conrath
        Nun kommt da ein Milliardär ans US-Staatsruder und beginnt eine neue ‚Checkbuchdiplomatie‘.

        Das Trump mit Checkbuchdiplomatie Probleme lösen will, glaube ich eher nicht, das würde ja bedeuten alles mit Geld zu lösen. TRump weiß sicher, das das die US-Finanzlage nicht zu läst. Als Unternehmer wird er sich fragen, was kostet der Einsatz und was bringt es. Der Krieg in Syrien hatte wohl von Anfang an nicht das Ziel Rohstoffquellen zu besetzen, sondern eher das politische Ziel, das der Syrische Weg von anderen Staaten nicht übernommen wird, der Weg unabhängig und ohne Staatsverschuldung – welche zum Beispiel in Südamerika ein wichtiges Druckmittel ist.

        Da es eigentlich in Syrien keine finanzielle Erfolge geben kann, dürfte der Syrien-Krieg für Trump wenig Interesse haben. Ich erwarte deshalb, das es eher ein NATO-Krieg werden soll und die USA sich zurück zieht. Vor allem weil ja das Flüchtlingsproblem am ehesten ein europäisches Problem ist.

        Damit würde wohl die Türkei die NATO-Führungsrolle übernehmen und deren Hauptziel dürfte die Schwächung der Kurden sein und sich so eher auf die Nordöstlichen Gebiete konzentrieren.
        Und da es mit Euphrates Shield eher suboptimal läuft, dürfte sich auch für die Türkei konzentrieren müssen.

        Damit verliert die Tasche um Idlib an Bedeutung. Hinzu kommen die inneren Streitigkeiten zwischen den Gruppen, die finanzielle und militärische Mittel binden. Damit wird Idlib ein Fass ohne Boden, was das Interesse der NATO weiter verringern sollte.
        Das man dann die Mittel verringert, ist damit die logische Konsequenz.

      4. @1PB

        Könnte es sein, dass auch hier aktuell der ausbleibende Sold und Nachschub zu einer Art von panischem Ausfallmanöver geführt hat?

        https://deutsch.rt.com/der-nahe-osten/46793-is-offensive-golanhohen-jordanien-israel/

        Andererseits gibt es die ganz besondere ‚S-400-Golan-Option‘ und zur Strategie der RF gehört es, die Optionen so lange wie möglich aufzubewahren, militärisch wäre ein entsprechender Schlag wohl möglich, wenn ich dazu Äußerungen von Russophilus nehme, bin selber nur Zivilingenieur, kein Militärexperte.

        Aber das wäre, zur Zeit, kein gutes Signal für die Tauwetterperiode zwischen Trump und Putin, was meinen Sie zum offenen Golanproblem, denn es ist ja auch eines der Wasserversorgung?

      5. Conrath

        ich glaube nicht, dass diese Dinge direkt miteinander verbunden sind.

        Aber wenn ich die Lage richtig einschätze, dann lockt Trump Israel gerade in eine strategische Falle von historischem Ausmaß. Wenn sich Israel in einiger Zeit, vielleicht in zwei, oder auch erst in vier oder sechs, Jahren, so richtig in dem ausgeworfenen Netz der rechten Liebe verfangen hat und richtig von Trump abhängig ist, dann wäre der Zeitpunkt für Trump und Putin gekommen, gemeinsam gegen Israel vorzugehen. Das dürfte dann auch den geraubten syrischen Golan betreffen, aber bei weitem nicht nur den, sondern da dürfte es dann gehen, die Israel-Lobby zu zerschlagen und die Existenz von Israel als jüdisch-zionistischem Staat ein für allemal zu beenden.

  1. Der IS hat wohl sein Hauptquartier von Raqqa nach Al Qa’im verlegt. Fake News? Ist die Verteidigungskraft in Raqqa nicht mehr ausreichend? Oder ist dies dann die neue Schutzzone Saudi-Arabiens in Syrien?

    1. Kurt

      Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wo die ISIS-Terroristen ihr Hauptquartier haben. Ich vermute, dass es in Riyad oder Tel Aviv ist, aber ich weiß es nicht. Was die ISIS-Aktivitäten in Syrien und Irak angeht, vermute ich, dass die schon seit längerem in vielerlei Hinsicht notgedrungen recht dezentral organisiert sind, weil die Kommunikationswege unter Druck sind, und es gegenwärtig schwer sein dürfte, Befehlen im ISIS-Gebiet über Hunderte von Kilometer Entfernung Geltung zu verschaffen.

      Al Qaim wird ganz sicher nicht die neue saudische Schutzzone in Syrien, schon deshalb nicht, weil Al Qaim im Irak liegt:

      http://wikimapia.org/#lang=en&lat=34.377446&lon=41.053162&z=8&m=h&show=/6942207/Al-Qa-im

  2. “ „moderate Terroristen“ beklagen sich gerade bei Reuters darüber, dass sie schon seit einem Monat keinen Sold mehr von der CIA

    Die sollten wohl zur FSA umflagen, aber das wollen die nicht? Dreht man ihnen deswegen das Geld ab?
    Was wollen die Türken auch mit einem gebirgigen Gelände, jetzt schielen sie auf Gebiete am fruchbaren Euphrat.

    Egal was ist, wenn die aus der Idlib Region vertrieben werden, setzen sie sich in die neuen türkischen Gebiete fest.

    1. sg

      Wenn ich das recht interpretiere, dürften die USA wollen, dass die von ihnen unterstützten „moderaten Terroristen“ die Kooperation mit Ahrar Al Sham ebenso einstellen wie mit der Nusra Front, und außerdem sollen sie wohl diese bekämpfen anstatt die syrische Armee.

  3. Hallo,

    darf ich fragen, was dieser Darstellung zugrunde liegt?

    _PS: Übrigens, auch an der Propaganda-Front tut sich vielleicht gerade was. Das staatliche TV des NATO-Staates Niederlande lässt gerade einen ihrer Journalisten aus Ost-Aleppo berichten, dass das sogenannte Al-Quds-Krankenhaus das Haus im besten Zustand in der Straße ist und offenbar nicht ein einziges Mal bombardiert wurde. Soviel zum Wahrheitsgehalt der ewigen Propaganda der Freunde von Al Kaida, „Putin und Assad“ würden gezielt Krankenhäuser bombardieren. Nichts als „Fake News“ waren das, sagt nun ein niederländischer Reporter, der vor Ort ist und im Quds-Krankenhaus keine Bombeneinschläge finden konnte._

    Ich spreche zwar kein Holländisch, aber es wird unter Mithilfe des Google-Translators deutlich, dass der holländische Journalist lediglich das al-Quds-Krankenhaus thematisiert, welches seiner Meinung nach nicht direkt bombardiert worden ist. Das entlarvt einerseits sämtliche (ohnehin verlogenen) MSM-Berichte als blanke Propaganda, die alberner Weise immer wieder auf die Bombardierung des vermeintlich „letzten Krankenhauses von Aleppo“ abgestellt haben. Es entlarvt aber nicht generell und insgesamt die gezielte Bombardierung von Krankenhäusern. Die dürfte es teilweise durchaus gegeben haben, aber eben aus dem schlichten Grund, dass sie zuvor von den Dschihadisten zu militärischen Zwecken in Beschlag genommen worden waren. Darauf deuten auch diverse Zeugenberichte.

    Aber was auch immer dort Tatsache war, das Problem ist hier schlicht auch: der holländische Journalist sagt nicht, dass das alles „nichts als Fake News“ waren. Geht auch schlecht, wenn er nur das al-Quds in Augenschein nimmt. Was wiederum diese Darstellung in dieser Form selbst zur „Fake News“ macht, so wie ich das sehe. Was sehr schade ist, und der Glaubwürdigkeit nicht hilft. Überlassen wir das Monopol auf Fake-News doch ruhig den MSM…

    Beste Grüße

    1. M

      Ja, da hast du recht, das war etwas schlampig formuliert. Ich tausche ein „sagt“ gegen ein „bestätigt.“ … Nichts als „Fake News“ waren das, bestätigt nun ein niederländischer Reporter …

      Der Journalist des niederländischem Staatsfernsehens hat vor Ort das Qods-Krankenhaus in Ost-Aleppo in Augenschein genommen und da zwar Gefechtsspuren, aber keine Spuren eines Bombeneinschlages gefunden. Im Gegenteil, der Journalist bestätigt, dass der Zustand des Qods-Krankenhauses besser ist als der Zustand der meisten anderen Häuser in der Nachbarschaft.

      Das bedeutet, dass die russische und syrische Luftwaffe aufgepasst haben, das Krankenhaus als besonders geschütztes Ziel nicht zu bombardieren, und sie sich damit sehr genau an das huminitäre Kriegsvölkerrecht gehalten haben.

      Die westliche Propaganda behauptete aber über Monate, dass die syrische und russische Luftwaffe gezielt alle Krankenhäuser in Aleppo bombardiert hätten, und insbesondere das dortige Quds-Krankenhaus, um der Bevölkerung in Ost-Aleppo medizinische Versorgung unmöglich zu machen und sie dadurch zu Kapitulation und Flucht zu zwingen, was eine Politik gezielt begangener Kriegsverbrechen gewesen wäre. Diese ständigen Behauptungen syrisch-russischer Kriegsverbrechen waren, wie die Aussage des Reporters des niederländischen Staats-TV nun bestätigt, nichts als „Fake News“ – denn hätte es eine solche syrisch-russische Politik der gezielten Bombardierung von Krankenhäusern zur Verhinderung der medizinischen Versorgung der Bevölkerung gegeben, wäre das Qods-Krankenhaus sicherlich ähnlich wie andere Häuser in der Straße von Bomben getroffen worden.

      Das heißt natürlich nicht, dass die syrisch-russische Luftwaffe nicht anderswo doch Feldlazarette oder Krankenhäuser bombardiert hat, was auch gerechtfertigt und erlaubt ist, wenn das Feldlazarette oder Krankenhaus in Wirklichkeit eine militärische Einrichtung, etwa eine Kommandozentrale des Kriegsgegners, ist, und den einen oder anderen Fehltreffer gibt es auch in jedem Krieg. Aber die Aussage des Journalisten des niederländischem Staatsfernsehens beweist klar, dass Russland und Syrien in Aleppo darum bemüht waren, sich aller gegenteiligen westlichen Lügenpropaganda zum Trotz peinlich genau an das humanitäre Kriegsvölkerrecht zu halten, zumindest was die Bombardierung von Krankenhäusern angeht. Darin liegt der eigentliche Wert der Aussage des Journalisten.

    2. “ Es entlarvt aber nicht generell und insgesamt die gezielte Bombardierung von Krankenhäusern.“

      Wer beständig behauptet, dass „das letzte Krankenhaus“ bombardiert wurde,und zwar absichtlich, obwohl da ein unversehrtes herumsteht, hat offenbar jede Glaubwürdigkeit verloren.

      Ich bin gespannt, ob und wie das in den deutschen Medien aufgenommen wird (danke ans PB, dies zu bringen).

  4. Liebes PB,
    wie ihr wisst gilt meine Sorge in letzter Zeit eher den Truppen in Deir-Ezor. Natürlich freue ich mich über jeden kleinen Fortschritt, zum Beispiel gestern die Eroberung eines Hügels. Ich frage mich aber, wie vor allem die auf dem ehemaligen Flughafen eingekesselten Einheiten sich halten können? Woher kommt der Nachschub? Was wird aus den Verwundeten? Wie können Sie noch die Kraft haben offensive Operationen Richtung Nordosten vorzunehmen? Fragen über Fragen. Ich weiß der Kuweires Airport war viel länger belagert und die beiden schiitischen Enklaven sind es noch – aber das ist mir ehrlich gesagt auch ein Rätsel wie das funktioniert. Der Raum des Kessels ist zu klein um sich zumindest teilweise selbst zu versorgen. Kurz: Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr oder andere Leser Eure Informationen mit mir teilt. Die restlichen Entwicklungen sehe ich ganz entspannt. Seitdem die Türkei einen anderen Kurs eingenommen hat ist meine Zuversicht gewachsen. Ohne Russland, Iran und die Türkei kann niemand gegen Syrien einen Krieg erfolgreich sein.

    1. Mi8/17/24 fliegen aktuell vor allem Nachts rein, bringen Waffen, Munition, neue Kämpfer, Nachschub und fliegen die Schwerverwundeten wieder raus.
      Momentan sind größere Lieferungen aber leider nicht möglich da wg. der Zweiteilung des Kessels sowie des Heranrücken der Terroristen an die Flugbahn und die Hangars auf bis ca. nur noch 1 Km, keine Taglandungen und auch keine von größeren Maschinen möglich sind.
      Die gute Nachricht ist aber das damit die Stelungen stabilisiert wurden und Daesh kaum weiter vordringen wird können, geschweige denn das sie Deir Ezzor einnehmen können, da sie alleine in den letzten ca. 2-3 Wochen (je nach Quelle) ca. 1.500 Tote und 3.000 Verwundete zu beklagen hatten, sowie dutzende Fahrzeuge, Panzer, SPz u.a. verloren haben, wg. massiver Bombardements der Russen und SAA, sowie der massiven Gegenwehr der Kräfte im Kessel.
      Aktuell kommen täglich ca. 50 frische SAA Soldaten eingeflogen, gemunkelt wird auch das darunter einige Spetznatz der Russen sind, mit dem Ziel in Kürze die Zweiteilung wieder aufzuheben sowie Daesh weiter vom Flughafen wegzudrücken, damit danach wieder größere Mengen Nachschub reinkommen können.

    2. Reinhard

      In die zwei von ISIS umzingelten Gebiete in Deir Ezzor kommt nachschub per Luftabwurf, und gelegentlich landen auch mal Hubschrauber. Darüber dürften im Notfall auch Medevacs gehen.

      Mein Eindruck ist zunehmend, dass die syrischen Truppen in Deir Ezzor viel stärker waren als ISIS das gedacht hat, und sie im Grunde ISIS da genauso in die Falle gelockt haben wie die Al-Kaida-Terroristen letzten Sommer im Südwesten von Aleppo, als sie Ramouseh „überrannt“ haben.

      Und ein ähnliches Schauspiel scheint sich gerade in Daraa abzuspielen, auch da greifen die Terroristen mit viel Tam-Tam an, kommen aus ihren Löchern und sind damit zur Eliminierung fällig.

  5. „und die beiden schiitischen Enklaven sind es noch “

    Da gibt es ein Abkommen, Kafarya und Foua und gegen Madya und Zabadani.
    Generell dürfte es duch jede Belagerung Wege geben; letztlich eine Preisfrage.

    So lange Nachschub aus der Luft abgeworfen werden kann, geht es mit der Versorgung. Schön ist natürlich anders.

    Aber es dürfte sich mit den aktuellen Offensiven die Lage verändern.
    Die SDF sind auch östlich von Raqqa fast bis zum Euphrat vorgestoßen, der jetzt gebildete Kessel dürfte bald geräumt sein, ein riesiges neues Gebiet damit „gelb“ eingefärbt.

    Diese Phase der Offensive war angekündigt, nicht mit dem Ziel Raqqa, sondern Verbindungslinien zu unterbrechen.
    Das haben sie noch nicht getan, dazu müssten sie ja die Straßen nach Tabqa und oder nach Ma’adan einnehmen; da dieses auch südlich des Euphrat verlaufen, ist das nicht mal so eben zu erreichen.

    Aber es beschäftigt ISIS in dem Gebiet doch deutlich.
    Und der nächste logische Schritt für die SDF ist eine Offensive in Richtung Deir Ezzur und As Suwar; bisher haben sie sich, mit Ausnahme von Manbic was als kurdische Stadt betrachtet wurde, von den Städten ferngehalten.
    Aber wenn ISIS dort das Hinterland wegbricht, wird es logistisch natürlich schwieriger.

    Dazu noch die Offensiven auf Mossul, Al bab, Deir Hafer, Palmyra, es könnte auch relativ schnell zu einem Zusammenbruch der überdehnten Fronten kommen, und eine Konzentration auf ein Kerngebiet, wo es besonders starken Rückhalt der ortsansässigen Stämme gibt.

  6. Wenn man sich die kleine Flughafentasche ansieht, kann ich mir kaum vorstellen, wie dort ein Hubschrauber „sicher“ landen kann. Jedes Maschinengewehr hat eine entsprechende Reichweite. Ich hoffe aber auch, dass der Druck auf den IS dazu führt Deir-Ezor zu entlasten. Die Truppen werden woanders dringender gebraucht. Es gilt also durchzuhalten! Danke für Eure Kommentare und PB für Eure Syrienberichterstattung!

    1. @Reinhard
      “ Wenn man sich die kleine Flughafentasche ansieht, kann ich mir kaum vorstellen, wie dort ein Hubschrauber „sicher“ landen kann. Jedes Maschinengewehr hat eine entsprechende Reichweite. Ich hoffe aber auch, dass der Druck auf den IS dazu führt Deir-Ezor zu entlasten. Die Truppen werden woanders dringender gebraucht. Es gilt also durchzuhalten! Danke für Eure Kommentare und PB für Eure Syrienberichterstattung!“

      .

      „Sicher“ ist immer relativ im militärischen Bereich. Hubschrauber können relativ sicher nachts landen, trotz Maschinengewehre auf der anderen Seite. Denn Nachts brauchen diese zum Zielen eine „Beleuchtung“ zum Sehen. Solange Restlichtverstärker
      https://de.wikipedia.org/wiki/Bildverst%C3%A4rker
      https://de.wikipedia.org/wiki/Nachtsichtger%C3%A4t
      nicht in sehr großen Mengen auf der Seite vom IS vorhanden sind, solange ist eine Landung eines Hubschraubers in der Nacht zwar kein „Spaziergang“ aber denoch möglich.

  7. Gut dass Deir Ezor endlich mal zum Thema wird.
    Ich meine immer noch , dass die Stärke des IS unterschätzt wird und dass dies vor allem für die SAA gefährlich ist. Angesichts der vielen Angriffe von mehreren Seiten hält sich der IS erstaunlich gut . Dank großzügiger Spenden verfügt er über genug wüstentaugliche Geländewagen, er braucht keine großen Straßen
    und kann schnell mit starken Kampfverbänden überraschend irgendwo auftauchen und angreifen. Dies ist in Palmyra und Deir Ezor geschehen
    Ich vermute, dass der IS seine neue dritte und letzte Hauptstadt ausgerechnet nach Deir Ezor verlegen wird, und in Raqqa und Mossul nur noch die Selbstmordeinheiten zurückläßt, während sich die gutausgebildeten beweglichen Kampfeinheiten in die Wüste um Deir Ezor zurückziehen und auf die Gelegenheit zum Angriff warten. Die Stadt liegt für den IS strategisch ideal, und der IS verfügt über gut ausgebildete Militärstrategen und er wird weiterhin von der Terrorachse logistisch und finanziell unterstützt.

    1. „Ich vermute, dass der IS seine neue dritte und letzte Hauptstadt ausgerechnet nach Deir Ezor verlegen wird“

      Das liegt nahe. Und sie versuchen es ja, mit erheblichen Opfern.

      Daraus folgt nicht zwingend, dass sie es schaffen werden. Und die ausgebildeten Militärstrategen werden auch eine Abwägung vornehmen, wie viele Opfer man für eine Eroberung im Kauf nehmen will.
      Insofern Stellung halten, und die Kosten hochtreiben, dann könnte Deir ez Zur halten. Gerade wenn die SDF demnächst vom Norden das Hinterland einnehmen wird.

  8. @ Karsten Laurisch

    Vielen Dank für Deine Zustimmung, ich dachte schon, ich stehe alleine mit meinen Befürchtungen.

  9. Nachdem SAA nur noch 30km bis Euphrat-Stausee hat, hat wohl auch IS begriffen, das es besser ist Al Bab auf zu geben und die Abschneidung zu verhindern. Damit dürfte die Übernahme von AlBab durch die Türken klar sein.
    Das war zu erwarten. Das vielleicht die SAA jetzt Tadef sich holt, wäre auch keine Überraschung, nur was macht jetzt die Türkei?
    Geht man weiter nach Süden. Geht man gegen die Kurden vor und wenn ja gegen welche die eher der SAA näher stehen oder die US Gesponsorten.
    Will man wirklich nach Raqqa und wenn ja auf welchen Weg. Will man sich mit der Hungertruppe wirklich gegen die SAA vorgehen?
    Da sage noch einer in Ostaleppo ist es langweilig: jeden Tag 2 Dörfer befreien….

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