Aleppiner Bezirk 1070 wieder unter Kontrolle der syrischen Armee

Am gestrigen Dienstag ist der der syrischen Armee und ihren Partnern gelungen, in und um Aleppo zahlreiche Terroristen nebest ihrer Ausrüstung und Depots zu eliminieren sowie den kurzzeitig von Terroristen unter Führung von Al Kaida okkupierten Bezirk 1070 im Südwesten von Aleppo wieder – fastvollständig unter die Kontrolle der syrischen Armee zu bringen.

Von besonderer Signifikanz war dabei am Dienstag der Einsatz strategischer Bomber der russischen Luftwaffe, die vom Iran aus gestartet waren, den Überflug über Ostsyrien mit den dort operierenden US-Streitkräften koordiniert haben und Basen und Depots von ISIS- und Al-Kaida-Terroristen nahe Aleppo, al-Bab, Saraqeb und Deir Ezzor zerstört haben.

Bemerkenswert ist dabei zunächst einmal die Zielwauswahl, besonders Al Bab. In und um Aleppo kämpft die syrische Armee unterstützt von Russland und Iran gegen Al Kaida, Saraqeb in der Provinz Idlib dient den ISIS und Al Kaida nahestehenden Terroristen von Jund Al Aqsa als Logistikzentrum für den Terror gegen Aleppo, in Deir Ezzor kämpft die syrische Armee gegen ISIS und Al Bab östlich von Aleppo ist gerade das Ziel eines neuen Feldzuges der von den USA unterstützten kurdischen Kräfte der YPG und ihrer Partner gegen ISIS.

Weiterhin ist bemerkenswert daran, dass die strategischen russischen Bomber vom Iran aus gestartet sind, denn seit der iranischen Revolution 1979 sind noch nie ausländische Flugzeuge vom Iran zu Kampfmissionen aus gestartet. Dass Iran das nun Russland gestattet hat, zeugt einerseits von der enger werdenden militärischen Kooperation zwischen Russland und Iran, und andererseits vom unbedingten Willen des Iran, ISIS, Al Kaida und andere Takfiris in Syrien zu besiegen. Außerdem wirkt die Präsenz von russischen Bombern im Iran natürlich abschreckend auf potentielle Aggressoren gegen den Iran, etwa Israel, Saudi Arabien und die USA. Für potentielle Aggressoren gegen den Iran bedeutet die Präsenz russischer Bomber im Iran natürlich implizit, dass sie es bei einem Angriff auf den Iran möglicherweise auch mit der Nuklearmacht Russland zu tun bekommen könnten, und sie sich damit mehr Schwierigkeiten einhandeln als beabsichtigt.

Des weiteren dient der Einsatz vom Iran aus startender strategischer Bomber Russland dazu, Terroristen in Syrien und Aleppo effektiver zu bekämpfen. Die strategischen Bomber können aufgrund des Startorts Iran größere Bombenlasten tragen und besser befestigte Bunker und Depots von Terroristen eliminieren, als es von Syrien oder Russland aus startende Flugzeuge können, und gleichzeitig werden von Osten kommende Flugzeuge vom Beobachtungssystem der Terroristen in und um Aleppo schlecht erfasst, so dass der Überraschungseffekt für die Terroristen größer ist und ihre Verluste höher sind.

Und schließlich dient der Einsatz der strategischen Bomber natürlich dazu, den staatlichen Unterstützern der Terroristen in Syrien klarzumachen, dass sie keine Chance auf den Sieg in der Schlacht um Aleppo und im Krieg um Syrien haben. Mit dem Einsatz der selbstverständlich auch nuklear bestückbaren Bomber sendet Russland ein Signal der Stärke. Russland macht damit Staatssponsoren des Terrors klar, dass auch eine weitere Eskalation des Krieges gegen Syrien, etwa durch den Einsatz regulärer Streitkräfte, sie nicht zum Sieg im Krieg gegen Syrien führen wird. Verstärkt wurde Russlands Botschaft der Stärke noch dadurch, dass Irak Russland am Dienstag demonstrativ Überflugsrechte für Kalibr-Raketen gewährt hat, und obendrein China am Dienstag ebenso demonstrativ erklärt hat, Syrien mit Hilfe und Militärtraining unterstützen zu wollen. Die Botschaft dahinter ist, dass nicht nur die Militärmacht Russland Syrien unterstützt, sondern Russland dabei auch noch starke Partner wie Iran, Irak und China an seiner Seite weiß.

Am späten Dienstag Abend gab es dann Meldungen, denen zufolge auch Daret Ezzat im Weste der provinz Aleppo von russischen Kräften attackiert wurde. Diese Meldungen, die wahlweise vom Einsatz von Kalibr-Raketen oder von Bombern gegen Terroristen in Daret Ezza sprechen, sind allerdings bislang nicht offiziel bestätigt und könnten sich auch noch als Enten herausstellen.

Advertisements

14 Gedanken zu “Aleppiner Bezirk 1070 wieder unter Kontrolle der syrischen Armee

  1. Was des weiteren bemerkenswert erscheint, ist die Tatsache, dass nun auch China mit Syrien eine Vereinbarung getroffen hat, den Chinesen in Syrien ermöglicht sich militärisch nützlich zu machen, indem Chinesen im Kriegsgebiet ihr militärisches Training abwickeln.
    So erscheint es durchaus, dass eine Klimaänderung zu einem heißen Herbst eintritt.

  2. Es gilt zu bemerken, dass dieser Flugzeugtyp als praktisch unangreifbar gelten kann, denn dessen Dienstgipfelhöhe von über 17.000 Metern und dabei überschall, jedem Kampfflugzeug einfach davon fliegen würde

    1. biersauer

      Solche strategischen Bomber mit Boden-Luft- oder Luft-Luft-Raketen abzuschießen dürfte für moderne und gutausgerüstete Streitkräfte, z.B. mit dem Patriot-Flugabwehrsystem der NATO-Staaten, kein allzu großes Problem sein. Aber wenn die Bomber das Zeichen der russischen Luftwaffe tragen, dann könnte es für so manche Staaten schwierig werden, das Echo zu vertragen.

      1. > mit dem Patriot-Flugabwehrsystem der NATO-Staaten, kein allzu großes Problem sein.

        das muß aber nicht so sein. Das Patriot-System hat in den bisherigen Einsätzen sehr deutlich gezeigt das es völlig überschätzt wird. Dazu haben Flugzeuge auch verschiedenste Gegenmaßnahmen gegen Flugabwehrraketen. (bisher die beste Seite welche ich zum Thema „Flugabwehrraketensysteme“ gefunden habe => http://peters-ada.de/index.htm)

  3. China hat mit Syrien vereinbart,das China militärisch Hilfe für Syrien bereitstellen wird.

    China sieht das als militärisches Training

  4. Die Bomber haben in den letzten Tagen pro Abwurf 9 oder 10 „dumme“ Bomben, das waren ungelenkte Bomben FAB 750 auf einmal abgeworfen. Die Zielgenauigkeit lag bei 50-100 m.

    Hier bringt es bloß die Masse.

    Es gäbe auch noch die FAB 1000, aber das Problem war die Abflugmasse.
    Schwerere Bomben bedeutet auch weniger an Bord zu nehmen und die Dinger sind immer noch umgelenkt!

    Ich glaube eher, dass der Iran preiswerter ist, weniger Treibstoff und kürzerer Anflug.
    Schwerere und wirksamer Bomben werden vermutlich nicht in dem erwarteten Maße zum Einsatz kommen.

    1. Ähm, mein bescheidener Senf mal hierzu:

      Dank einer Software, die im Moment des Abwurfs die Flugsteuerung für einige Sekunden übernimmt, konnte Russland mit alten 70er Jahre Bomben fast genauso treffsicher Ziele ausschalten (+/- 7 Meter) wie gelenkte „intelligente“ Bomben. Und das mit uraltem Sowjetzeug, dass man sonst hätte teuer entsorgen müssen.

      Ich zitiere mal einen Auszug aus dem Blog von Analitik:

      „Was gibt es über den russischen Einsatz noch interessantes zu berichten? Durchaus einiges. Zum Beispiel die Tatsache, dass Russland die Gelegenheit selbstverständlich nutzt, um verschiedene Waffensysteme im realen Krieg zu testen und zu vergleichen. Das passiert systematisch. Die eingesetzten Flugzeuge setzen sich beispielsweise aus neueren Su-30 und Su-34 und den alten Su-24 und Su-25 zusammen. Spannend: die neuen Flugzeuge tragen selbstnavigierende Raketen. Die Treffen ihr Ziel genau, sind aber extrem teuer. 100.000 $ pro Rakete sind keine Besonderheit. Die alten Flugzeuge bestückt man mit einfachen, günstigen Bomben. Die können nichts anderes als passiv zu fallen. Problem: Ob und welches Ziel getroffen wird, ist schwer vom Zufall abhängig. Russische Problemlösung: Man modernisiert die Flugzeuge mit einer speziellen Software, die unter Berücksichtigung der aktuellen Witterungsverhältnisse und gestützt auf GLONASS-Koordination (russisches GPS) das Flugzeug so positioniert, dass die abgeworfene Bombe unter der Einwirkung der Schwerkraft eine punktgenaue Landung vollführt. Das System ist seit einigen Jahren im Einsatz und findet den besten Zuspruch bei den Luftstreitkräften. Vorteil: billige Bomben können mit der Genauigkeit von selbstnavigierenden Raketen abgeworfen werden. Nachteil: Das Flugzeug kann nicht von überall her feuern, sondern nur aus bestimmter Position. Das bedeutet, dass das Flugzeug verwundbar ist, weil es unter Umständen in eine Zone reinfliegen mus, die der Feind mit Luftabwehrsystemen kontrolliert. In Syrien stellt sich dieses Problem (noch) nicht, weil die Rebellen mit ihren portablen Luftabwehrsystemen nicht so hoch schießen können, wie die russichen Flugzeuge fliegen.“ – Zitat Ende.

      Ganzer Artikel: http://analitik.de/2015/10/13/russlands-militaereinsatz-in-syrien/

      Ich helfe gern.
      Gruß

  5. >>>
    SDF have captured 2 villages north of ‚Arimah west of Manbij, Aleppo
    >>>

    Es scheint loszugehen.

  6. Dass der Iran jetzt noch enger mit Russland kooperiert und Militärbasen zur Verfügung stellt ist ein außerordentlich wichtiges Ereignis. Russland scheint jetzt eine neue, intensivere Phase einzuleiten. Zudem ist auch China ein Partner des Irans und kooperiert die Jahre wo der Iran isoliert wurde, eng mit dem Land, als die Russen noch gute Miene zum westlichen Spiel machten. Gegen chinesische und russische Interessen, wird sich der Westen zusehends schwerer tun. Mitunter wollen europäische Unternehmen an den iranischen Markt. Auch der Türkei wird dann nicht mehr viel übrig bleiben, als sich mehr nach Osten auszurichten. Da es eine neue Qualität hat, wenn Russland quasi im Iran stationiert ist. Entscheidend wird das Verhalten der Saudis sein. Aber diese lassen bereits durchschimmern mit sich über Reduzierungen der Ölfördermenge nachzudenken. Die saudischen Rücklagen schwinden, bei dem Lebensstil, dass sie dem Kampf gegen Russland und wohl auch dem US-Fracking nicht standhalten können. Vom Irak aus gibt’s auch immer wieder positive Zeichen Richtung Russland. In den USA wird das sicher nicht gern gesehen. Für die Türkei wird es ein Schlingerkurs. Aber wenn die Vernunft in der Türkei siegt, könnte sie von der Konstellation auf Dauer sicher profitieren. Und Russland wäre wieder ein Fels in der Brandung an dem man nicht vorbei kommt.

    Momentan läuft es gut für Syrien, wenn es auch nach all den Jahren schwer fällt, das zu sagen. Das gibt Hoffnung. Hoffen wir das Beste.

  7. Wenn es mir auch schwer fällt, aber in der Türkei darf jetzt kein Putsch gelingen. Solche „versehentlichen“ Veröffentlichungen wie zuletzt, die Türkei habe sich schrittweise „zur zentralen Aktionsplattform für islamistische Gruppierungen“ entwickelt, sind natürlich wahr. Aber das wissen wir doch seit Jahren und seit Jahren druckste die Bundesregierung herum, wenn es um das Thema ging. Da war Erdogan eben noch guter Partner und bot mit der Türkei die Aktionsplattform.

    Ich mein, Steinmeier talked ja sonst auch in Qatar, dass es ein Problem sei, dass die eigenen Terroristen (natürlich moderat) von den Terroristen die Qatar unterstützt getötet werden. Das muss man doch besser koordinieren, wenn man schon zusammen im Terrorfördernetzwerk „Friends of Syria“ sitzt: „Support for Islamists in Syria
    The skyline of Doha

    The skyline of Doha, which is set to host the World Cup in 2022

    Doha is more or less openly supplying militant Islamist groups in Syria with money and weapons. In some regions, these groups – such as the Ahfad al-Rasul Brigade – are fighting directly against the Free Syrian Army, which is the opposition force supported by the Friends of Syria collective. The Friends of Syria group, which most recently met in London for talks, includes Germany as well as the United Arab Emirates – but also Qatar.“
    http://m.dw.com/en/steinmeier-talks-syria-labor-abuse-in-qatar/a-17675743

    Ist es nicht vielmehr so, dass der Westen jammert, dass die Aktionsplattform Türkei möglicherweise wegbrechen könnte?

    Die Opposition in der Türkei ist leider noch nicht so weit. Vielleicht bei den nächsten Wahlen. Ein Putsch dient nur dem Westen und dessen Terroraktionsplattform Türkei.

  8. Ich habe mich von Forum verabschiedet, aber muss ich trotzdem hinweisen, auf eine Thema welche in Balkan Forum stark diskutiert wird und könnte Ende des Krieges bedeuten. Parteibuch hat auch berichtet über ein Selbstmordanschlag an Türkische Grenze mit 35 Toten Islamisten. Leider keine Deutschsprachige Medium hat in Betracht gezogen, dass es sich nicht um Selbstmordanschlag handelte sonder um Sprengung eines Buses durch türkische Armee. Das war Erdogan Rache an Amis und Saudis für Putsch. Es könnte diese Konflikt in ganz andere Richtung ziehen.
    Meistenz gestelten Frage sind, wieso starben alle Insassen? Wieso hat keine überlebt? Bei ähnlichen Anschlägen in Israel waren Meistenz zwischen 8-12 Todesopfer. Sitze bieten ein gute Schutz von Bombe Splittern, gesprengte Glasscheiben hätten Wirkung von Bomben gemildert….
    Wäre interessant darüber nachzudenken.
    Schöne Grüss an alle

    1. Zgvaca

      Ich würde es anders ausdrücken:

      Die „Islamisten“ sind Lakaien des zionistischen Apartheidregimes – obwohl die allermeisten Wahhabi-Jihadis zu doof sind, um es zu merken – und deshalb vom Pech verfolgt.

      Aber klar kann Erdogan den Bus voller „Islamisten“ gesprengt haben, um der russischen Luftwaffe in Aleppo Arbeit zu sparen und damit Russland zu zeigen, dass er es ernst meint mit Versöhnung.

      Da können die Islamisten Syrien in Zukunft nur noch direkt von „Israel“ aus angreifen und nicht mehr von der Türkei aus.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.