Großangriff der saudisch-emiratischen Koalition auf Hodeida

Die von zahlreichen westlichen Staaten wie den USA und Britannien unterstützte saudisch-emiratische Kriegskoalition zur Eroberung des Jemen hat am heutigen Mittwoch zu Land, von See und aus der Luft einen Großangriff zur Eroberung der westjemenitsichen Hafenstadt Hodeida begonnen.

Bereits vor zwei Wochen hatten die Streitkräfte der VAE klargemacht, dass sie und ihre Söldner beabsichtigen, die Hafenstadt Hodeida zu erobern, deren Hafen die einzige größere Verbindung der unter der Herrschaft der jemenitischen Regierung in Sanaa lebenden nordjemenitischen Bevölkerung zum Rest der Welt ist.

Während den jemenitischen Streitkräften Anfang letzter Woche zunächst ein Konterangriff südlich von Hodeida gelang, durch den sie die Angriffsformationen der Emiratis und ihrer Söldner einstweilen zerteilten, warnte die US-amerikanische humanitäre Koordinatorin der UNO für den Jemen, Lise Grande einige Tage später, ein Angriff der saudisch-emiratischen Koalition auf Hodeida könne 250.000 Menschen im Jemen um alles bringen, einschließlich um ihr Leben.

Diese Warnung beeindruckte weder die saudisch-emiratische Kriegskoalition noch ihre westlichen Unterstützer. Vorgestern machte die saudisch-emiratische Koalition noch mal klar, dass sie überhaupt nicht beabsichtigt, Leid unter der Zivilbevölkerung zu vermeiden, sondern die Verursachung von Leid zu ihrer Kriegsstratigie gehört, indem sie in Abs ein von der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen frisch eingerichtetes Zentrum zur Behandlung von Cholera bombardierte, nachdem Ärzte ohne Grenzen der Koalition die Koordinaten des Zentrums mitgeteilt hatte. Ärzte ohne Grenzen stellte die Arbeit in Abs daraufhin einstweilen ein.

Den Großangriff auf Hodeida begann die saudisch-emiratische Koalition heute mit Dutzenden Luftangriffen im Süden und Osten von Hodeida.

Von der See her versuchten die Emiratis mit mehreren Schiffen Besatzungstruppen bei Hodeida anzulanden, was die jemenitischen Streitkräfte jedoch unterbinden konnten, indem sie das erste der Landungsschiffe mit zwei Raketen in Brand schossen und zerstörten, woraufhin die anderen Schiffe abdrehten und einer Rettungsoperation für die Soldaten auf dem getroffenen Kriegsschiff Platz machten.

Den Bodentruppen der saudisch-emiratischen Koalition gelang es jedoch trotzdem, sich von Süden her bis auf etwa vier Kilometer an den Flughafen von Hodeida heranzukämpfen, wo die jemenitischen Streitkräfte ihre erste größere Linie zur Verteidigung von Hodeida aufgebaut haben dürften.

Die Regierung in Sanaa hat zwar angekündigt, Hodeida mit Zähnen und Klauen verteidigen zu wollen, und die Streitkräfte des Jemen einschließlich der Freiwilligenverbände von Ansarullah kämpfen wie die Löwen, doch angesichts der totalen Luftüberlegenheit der saudisch-emiratischen Koalition scheinen ihre Chancen trotzdem nicht sonderlich gut zu stehen, Hodeida dauerhaft gegen die Angriffe der Terrorkoalition verteidigen zu können.

Nachtrag Donnerstag 03:30h: Press TV meldet, dass jemenitische Truppen den saudischen Angriff auf Hodeida zurückgeschlagen haben. Das stimmt wohl für den gestrigen Mittwoch, aber der Angriff der Achse des Terrors auf Hodeida dürfte auf Wochen oder Monate angelegt sein, sodass damit zu rechnen ist, dass da demnächst noch mehr kommt.

Nachtrag Donnerstag 04:00h: Nikki Haley und das zionistische Regime haben am Mittwoch eine symbolische Schlappe in der UNO-Generalversammlung erlitten, die mit 120 Ja- gegen 8 Nein-Stimmen bei 45 Enthaltungen Israel wegen des Todes von zahlreichen Palästinensern im Gazastreifen verurteilte. In der Israel Times ist zu erfahren, dass die sechs Staaten, die außer Israel und den USA gegen die Verurteilung gestimmt haben, Australien, die Marshall-Inseln, Micronesien, Nauru, Togo und die Solomon-Inseln waren. Weiterhin ist da zu erfahren, dass die Botschafterin der USA, Nikki Haley, angefeuert vom zionistischen Regime versucht hat, in die Resolution, die sie natürlich nicht aufhalten konnte, auch eine Verurteilung der Hamas reinzubringen und damit am Mitgliedervotum der UNO-Generalversammlung gescheitert ist. Falls jemand rausbekommt, wer in dieser Serie von Abstimmungen wie genau gestimmt hat, wäre ein biesbezüglicher Kommentar nett.

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16 Gedanken zu “Großangriff der saudisch-emiratischen Koalition auf Hodeida

      1. Preisfrage? Wenn die Versorgung von größeren Truppenverbänden über Land und aus der Luft, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr möglich ist? Was macht ein Befehlshaber wenn er 20 km vor einem Hafen steht?

    1. Da stimme ich Dir zu!
      Nachdem ich die Jemeniten als aufrechte und stolze Menschen kennengelernt habe, bin ich davon ueberzeugt, dass es der Koalition im Jemen nicht sehr viel anders ergehen wird als der in Afganistan. Noch nie hat sich im Jemen eine Macht auf Dauer behaupten koennen. Trotz ihrer eigenen Leiden sind die Jemeniten am Qudstag in Sanaa zu Hunderttausenden auf die Strassen gegangen und haben ihre Solidaritaet mit den Palaestinensern bekraeftigt und dazu auch gleich mit den Syrern, deren Flagge sie an vorderster Front getragen haben. Sie haben sich lange zurueckgehalten und viel eingesteckt, aber ich glaube, die menschenverachtende Koalition wird noch so manche Ueberraschung erleben.

      1. Barbara

        Ja, die jemenitische Armee und Ansarullah verteidigen den Jemen sehr tapfer gegen die nunmehr über drei Jahre andauernde Attacke der Achse des Terrors und sie werden am Ende auch gewinnen. Ihre Kapazitäten scheinen auch eher besser als schlechter zu werden, wie etwa die Raketen auf das Kommandozentrum der Achse bei Riad und das zerstörte Kampfschiff zeigen.

        Trotzdem klafft in ihrer dringend benötigten Ausrüstung immer noch eine gewaltige Lücke, nämlich bei der Luftverteidigung. Diese Lücke ist auch der wesentliche Grund dafür, dass die jemenitische Armee und Ansarullah in den vergangenen drei Jahren immer weiter zurückgedrängt wurden. Der Jemen scheint sich da auch ein klein wenig verbessert zu haben, aber das reicht noch lange nicht hin, um den Krieg zu einer Wende zu bringen. Die saudisch-emiratische Koalition bombardiert weiter den Jemen, und das mal eins ihrer Fluggeräte runterfällt ist sehr selten.

        Wenn im Bereich der Luftverteidigung nicht bald gewaltig was passiert, wird der Krieg noch sehr lange gehen, und der Krieg könnte auch eine lange Phase enthalten, wo nicht nur Hodeida, sondern auch Sanaa besetzt wird, denn letztlich bomben die saudisch-emiratischen Flieger ihren Truppen den Weg frei, wenn sie nicht öfter mal runterfallen. Ich verstehe, dass einigen Strategen das wohl durchaus recht wäre, denn eine saudisch-emiratische Besatzung des Jemen würde die Saudis und Emiratis vermutlich lange und stark schwächen, wenn nicht zum Regime Change in den Aggressorstaaten führen, aber für die Bevölkerung des Jemen wäre so ein – vermutlich jahrzehntelanger – Krieg eine totale Katastrophe. Um das zu verhindern brauchen die Bevölkerung des Jemen und die jemenitische Armee und Ansarullah möglichst bald massive Hilfe, dabei militärisch vor allem im Bereich der Luftverteidigung.

  1. Eine gigantische Tragödie bahnt sich dort an und die Tagesschau berichtet über den ***perten Seppelt, der sich nicht mehr nach Russland traut, die arme ***.

    1. fionafalso

      Der Seppelt ist zwar auf Tagesschau.de Top-Thema, wurde es aber bei Tagesschau und Tagesthemen nicht. Da wurden jeweils deutsche und europäische Migrationsprobleme auf die Top-Position gesetzt, der Seppelt kam unter ferner liefen, aber Jemen kam gar nicht. Siehe:

      http://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/ts-26051.html

      http://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/tt-6055.html

      Dabei hätte der saudisch-emiratische Angriff auf Hodeida natürlich gut zur Migrationsthematik gepasst, denn so entsteht massenhafte Migration. Erst werden unzähligen Leuten, geradezu ganzen Ländern, von der „westlichen Wertegemeinschaft“ und ihren Komplizen die Lebensgrundlagen weggebombt und zerstört, und dann wundert sich die EU, dass solche Leute von zu Hause fliehen und massenhaft in die EU flüchten. Ohne dass das eine Ende hat, wird kein „Flüchtlingsgipfel“ in Deutschland oder der EU die Probleme mit der Migration lösen können. Und Tagesschau.de hat den Angriff auf Hodeida ja auch durchaus mitbekommen, und da sogar pflichtschuldig dazugeschrieben, dass Hilfsorganisationen vor einer Katastrophe warnen.

      http://www.tagesschau.de/ausland/jemen-615.html

      Aber Tagesschau und Tagesthemen schweigen zum Krieg im Jemen, vermutlich aufgrund von politischer Korruption durch die Aggressoren. Das wird dann vermutlich erst wieder ein Thema, wenn Millionen Jemeniten als Kriegsflüchtlinge in der EU aufschlagen sollten. Bisher setzt die EU anscheinend darauf, dass die Jemeniten schlicht zu arm dafür sind, um sich massenhaft in die EU schleusen lassen zu können. Aber dieses Kalkül kann leicht nach hinten los gehen, nämlich wenn die gewollt Armen einen Weg finden, dann werden sie auch massenhaft in die EU kommen, gerade weil sie kriegsbedingt so arm sind, dass das Leben unerträglich ist.

  2. „Die von zahlreichen westlichen Staaten wie den USA und Britannien unterstützte saudisch-emiratische Kriegskoalition zur Eroberung des Jemen…“

    „… warnte die US-amerikanische humanitäre Koordinatorin der UNO für den Jemen, Lise Grande einige Tage später, ein Angriff der saudisch-emiratischen Koalition auf Hodeida könne 250.000 Menschen im Jemen um alles bringen, einschließlich um ihr Leben.“

    Mit anderen Worten, als inoffizieller Oberbefehlshaber der Kriegskoalition, lässt US-Präsident Trump vor sich selbst warnen – „droht damit, 250.000 Menschen im Jemen um alles bringen, einschließlich um ihr Leben“, wäre demnach wohl zutreffend.

  3. Hihi. Die „internationale Koalition“ bröckelt weiter. In der Frage zu Status von Jerusalem gab es noch 9 Stimmen. Neben der USA und Israel waren das: Guatemala, Honduras, Marshall-Inseln, Mikronesien, Nauru, Palau und Togo.

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