Syrische Armee rückt in Ost-Qalamoun-Tasche vor

Wie inoffizielle Quellen mitteilten, rückten Tigerkräfte der syrischen Armee am heutigen Mittwoch südöstlich der Stadt Ruhaybah ein Stück in die Ost-Qalamoun-Tasche vor.

@Suriyakmaps hat dazu eine Karte:

Ziel des Vorrückens der Armee scheint es zu sein, um den nötigen Druck zu machen, um mit den Terroristen in Ruhaybah und anderen Orten im Westen der Ost-Qalamoun-Tasche zu einer Vereinbarung über ihre Entwaffnung oder Evakuierung zu kommen. Sollte das nicht möglich sein, so ist damit zu rechnen, dass die syrische Armee in den nächsten Tagen und Wochen die größeren Orte im Westen der Tasche zunächst vom schwer zugänglichen Bergland im Osten der Tasche trennt, und dann die Gebiete nacheinander erstürmt.

Aus Dumair, direkt südlich der Ost-Qalamoun-Tasche, meldete die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA, dass die dort herrschenden Terroristen der sogenannten Islam-Armee heute damit fortgefahren haben, ihre Waffen abzugeben. Am morgigen Donnerstag soll dann mit der Evakuierung der versöhnungsunwilligen Terroristen aus Dumair Richtung Jarabulus in Nordsyrien begonnen werden.

Aus der nicht weit davon entfernten Stadt Douma in Ost-Ghouta wurde heute berichtet, dass syrische Regierungskräfte dort nun bis zum notorischen Tawbah-Foltergefängnis der Terroristen der Islam-Armee vorgedrungen sind. Jewgenij Poddubnyj, Militärkorrespondent von Rossija 24, hat in Douma außerdem einen elfjährigen Jungen ausfindig gemacht, der ihm erzählt hat, wie es zu seiner Mitwirkung an der Giftgasinszenierung der Weißhelm-Terroristen gekommen ist. Die OPCW teilte unterdessen mit, sie wüsste noch nicht, wann ihre Fact-Finding-Mission nach Douma reisen könne, da ein Team der United Nations Department of Safety and Security (UNDSS) bei einer Erkundungsfahrt nach Douma an einer Stelle in eine große Menschenmenge geraten und an einer anderen Stelle aus kleinen Waffen beschossen worden sei, deshalb noch keine Sicherheitsfreigabe für die Fact-Finding-Mission erteilt werden konnte, die UNDSS sich jedoch vor Ort weiterhin gemeinsam mit der syrischen Regierung, den lokalen Räten in Douma und der russischen Militärpolizei darum bemüht, die Situation zu bewerten und die Sicherheitsprobleme zu überwinden.

Aus der Rastan-Tasche wurde heute gemeldet, dass die Terroristen dort nach dem Vorrücken der Armee in den vergangenen Tagen nun doch Verhandlungen über ihre Entwaffnung oder Evakuierung aufnehmen wollen und zu diesem Zweck ein neuer Waffenstillstand vereinbart worden sei.

Nachtrag Donnerstag 05:45h: Damit es nicht vergessen wird, Terroristen und ihre Unterstützer promoten gerade die Fake News, dass es in Ost-Qalamoun gerade einen Giftwaffenangriff der syrischen oder russischen Luftwaffe gegeben haben soll. Anders als in Douma tragen die westlichen Massenverblödungswaffen diese Fake News aber bisher nicht weiter. Vermutlich warten sie bislang noch auf sorgsam inszenierte Bilder zu den Fake News der Terroristen.

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32 Gedanken zu “Syrische Armee rückt in Ost-Qalamoun-Tasche vor

  1. @Parteibuch

    Aus welchem Grund bemühen sich eigentlich die russischen Akteure noch um eine vermeintlich „offizielle“ Bestätigung, dass sowohl die „Skripal“-Story als auch der „Chemiewaffen-Angriff“ von Ghouta False-Flag-Operationen, initiiert von westlichen Geheimdiensten, waren / sein mussten?

    Alle Vertreter westlicher Regierungen werden jegliches Argument, das gegen ihr Narrativ spricht, als Lüge, False-Flag des russischen Geheimdienstes oder auf der Grundlage sonstiger erfundener Gründe zurückweisen. Im Zweifel kann von den westlichen Regierungen auch einfach behauptet werden, dass sie eindeutige Beweise haben, aufgrund derer die Schuld von Assad / Russland / Iran feststeht, diese aber aufgrund der nationalen Sicherheit geheim bleiben müssen.

    Selbst ein eindeutiger Verstoss gegen das Völkerrecht kann von der Institiution, die das Völkerrecht wahrt, nicht geahndet werden, weil der Verletzer des Völkerrechts ein Veto-Recht hat.

    Das ist ein absurdes Theater, welches doch nur verdeutlicht, dass es auf internationaler Ebene eben kein Recht gibt, auf welches man sich berufen kann.

    Welche von der russischen Seite angedrohten „Konsequenzen“ für den völkerrechtswidrigen Angriff auf Syrien drohen denn nun den Aggressoren? Militärische zumindest nicht. Und nicht-militärische? Keine Berücksichtigung im Rahmen der Astana-Gespräche? Ist denen doch egal, da sie an Frieden gar nicht interessiert sind und den Krieg dauerhaft am laufen halten wollen. Der nächste Giftgas-False-Flag in Idlib wartet schon….

    Wozu also die Bemühungen von Syrien / Russland / Iran auf internationalem, diplomatischen Parkett?

    1. Joaquin

      Das Ziel dieser russischen, und nicht nur russischen, Bemühungen zur immer deutlichen Entlarvung der Kriegstreiber ist die internationale Öffentlichkeit. Das betrifft die Öffentlichkeit in den mit Russland verbündeten Staaten, die Öffentlichkeit in den westlichen und GCC-Staaten, wo die Kriegstreiber an der Macht sind, und die Öffentlichkeit in eher unbeteiligten Staaten, etwa in Ostasien oder Afrika.

      Ihre beinah globale Mediendominanz ist ein zentrales Machtmittel der Kriegstreiber, doch ein schlechter „Fall“ kann die Macht ihre Medien und damit ihre globale Macht tief herabstürzen lassen. Man erinnere sich da bloß etwa daran, wie tief das Ansehen der USA bei großen Teilen der Weltbevölkerung gefallen war, nachdem die USA einen Krieg gegen den Irak wegen dessen angeblicher Massenvernichtungswaffen gemacht hatten, aber dann im Irak keine Massenvernichtungswaffen gefunden wurden. Solch ein großer Ansehensverlust steht den Kriegstreibern im Fall Syrien möglicherweise auch bevor, und in so mancher Hinsicht hat er ja vermutlich schon begonnen, wie einige Wahlergebnisse der jüngeren Zeit zeigen, und das trotz der zionistischen Medienmacht der Kriegstreiber in der sogenannten „Westlichen Wertegmeinschaft.“

      Dieser globale Ansehensverlust steht Russland international, weil dadurch sich mit Russland und Partnern gut verstehende Politiker mehr Handlungsspielraum bekommen, die nach Weltherrschaft strebende Aggressionspolitik der Kriegstreiber, auch innerhalb der Supermacht USA, zu sabotieren. Auch ein Zeitgewinn wäre bereits ausgesprochen hiflreich, denn mit jedem Jahr, wo die militärische und wirtschaftliche Aggressionspolitik erfolgreich sabotiert wird, wird der russische Partner China wirtschaftlich stärker, sodass die Chance größer wird, dass China den USA die führende Machtposition in der Welt demnächst abnehmen kann, ohne dass es zu einem großen direkten Krieg zwischen den Großmachtsblöcken NATO und SCO kommt. Die zionistischen Kriegstreiber verstehen diese Zusammenhänge im Grunde übrigens ähnlich, weshalb sie eine große Kampagne gegen einen angeblichen „Informationskrieg Russlands“ führen, die selbst nichts anderes als offener Informationskrieg ist.

      Erstaunlich finde ich, dass zionistische Kriegstreiber Russland mit ihren „schlechten Fällen“ von der offenen Zusammenarbeit mit „Al-Kaida-Rebellen“ über Greueltaten im Jemen durch enge Partner bis zu den schlecht gemachten Giftgaslügen von Salisbury und Ghouta immer wieder in diesem sogenannten Informationskrieg liefern. Ich vermute, dass diese „schlechten Fälle“ primär auf die Arroganz und Ignoranz der Kriegstreiber zurückgehen, aber Saboteure, wie oben angesprochen, bei diesen „Missgeschicken“ und PR-Desastern der globalen Kriegstreiber auch mehr als eine Hand im Spiel haben.

      1. Super zusammen gefasst, die Analyse des Parteibuchs. „Denen“ schwimmen die Fälle davon, so das sie in selbst schädigenden Aktionismus verfallen.
        Lustig, das diese russlandfeindliche NATO auf die Antonows genau dieser Russen angewiesen ist und sie diese zukünftig entbehren müssen. So lächerlich und dumm, das Ganze…..

    2. Joaquin
      Welche von der russischen Seite angedrohten „Konsequenzen“ für den völkerrechtswidrigen Angriff auf Syrien drohen denn nun den Aggressoren?

      Keine aber das ist sicher nicht der Grund der Aufdeckung, es gibt da andere Gründe:
      – zeigen das die meisten als neutral angesehene Institutionen doch eher westlich gesteuert sind (Das Winden der OPCW um Skripal)
      – es werden sicher neue Sachen konstruiert, um neue Vorwände zum bombardieren zu haben. Verhindern kann man das nicht, aber erschweren.
      – Stärkung der Macht im nicht westlichen Gebiet, denn in vielen Gegenden der Welt freut man sich, wenn es mal jemand den Amis zeigt
      – Es deutet sich an, das der Westen jetzt über Verhandlungen in Genf/Brüssel den Krieg doch noch gewinnen will und da sind stichhaltige Argumente, das diese Verhandler mit gezinkten Karten spielen doch schon wichtig
      – natürlich gibt es einen Propagandakrieg und auch da muss man Punkte sammeln.
      Hoffen, das die Schuldigen bestraft werden brauchen wir wohl nicht, aber es gibt viele kleine Sachen für die eine Aufklärung wichtig ist, sei es auch wenn man die syrische Bevölkerung darauf vorbereiten muss, das der Westen jetzt zwar mit Aufbaumitteln winkt, es aber für Syrien besser ist, seiner eigenen Kraft zu vertrauen, ob die Mittel je fließen ist fraglich, aber die Vorabforderungen kann man dann nie zurück schrauben.

  2. Ist eigentlich bekannt wie hoch die Verluste beider Seiten im Kampf um Afrin waren. Die Türken scheinen ja noch keine weitere Operation gestartet zu haben. Warten sie auf Kämpfer, die aktuell aus diversen Enklaven „evakuiert“ werden? Gibt es Schätzungen über wie viele Kämpfer die Türken-Proxies verfügen?

    1. Bohnennase

      Ich glaube, dass es keine vernünftigen Zahlen zu Opfern in Afrin gibt. Opfer hat es da sicher gegeben, und ich habe auch keine Zweifel daran, dass Anna Campbell da gestorben ist.

      Ansonsten: Erdogan hat es gerade vorgezogen, seine Macht durch Neuwahlen zu festigen. Ich denke. er meint, er gewinnt das, und ich glaube, er hat recht damit.

  3. Sehr wahrscheinlich wird die „mutmaßliche Giftgasattacke“ in Douma zu einer totalen Katastrophe für die Weißhelme, die „Aktivisten“ aber auch die westlcihen Medien und Politiker, die deren Behauptungen einfach als Wahrheit genommen haben.

    Es sieht so aus, dass der aktuelle Fake vor Ort nur in dem Krankenhausvideo besteht, sowie ein paar Fotos von einer „Giftgasgranate“ auf einem Bett.
    Da gibt es keinerlei Beweise für Giftgas, weil keines verwendet wurde. (wenn sie wirklich Chlor versprüht hätten, wäre es schwieriger).

    Sie brauchen Spuren echten Giftes, für „Glaubwürdigkeit“.
    So steht zu vermuten, dass die Bilder mit den „Sarin-Toten“ zumindest teilweise echt sind.
    Wahrscheinlich haben sie sogar schon Proben zu ihren Geheimdienstkontakten in den Westen geschickt.

    Allerdings sind die nicht zu verwerten; die Toten sind nämlich nicht in Douma, sonst hätten wir sie schon gesehen.
    Die werden in Idlib sein, aber das nutzt gar nichts; es wurden ja keine Toten mit in die Busse verfrachtet.

    Hier besteht also die große Chance, die Weisshelme für jeden sichtbar zu enttarnen.

    Und das ist wichtig.
    Jeder Politiker, jeder „Journalist“, der deren Propaganda übernommen hat, steht sehr blöd da.
    Und vielleicht überlegt mancher beim nächsten Mal, ob er einfach Propaganda verbreitet.

    Jedenfalls ist Blair immer mit der WMD-Lüge verbunden, hat seine Glaubwürdigkeit sehr weitgehend verloren.
    Genau das droht nun sehr vielen.

    1. Ich hoffe, dass du recht hast, glaube es aber nicht. Der Irak-Krieg war in sofern ein Sonderfall, als W. Busch die Propagandalügen doch tatsächlich geglaubt hat. Deshalb hat er ganz intensiv nach ABC-Waffen suchen lassen. Das der Haupttäter sich ehrlich um die Aufklärung der eigenen Tat bemüht, das wird sich nicht wiederholen.

    2. „besteht also die große Chance, die Weisshelme für jeden
      sichtbar zu enttarnen“
      Ich fürchte, da bist Du zu optimistisch. Die Weisshelme
      sollen ja von den „Ärzte ohne Grenzen“ geführt werden,
      und die sind bei „uns“ über jeden Verdacht erhaben.
      Es ist auch kein Problem Menschen mit Chlorgas-Schäden
      zu präsentieren, weil man ein paar Hanseln in einen kleinen
      Raum sperren kann, dann öffnet man einen kl. Chlorgas-
      Zylinder, wie er z.B. zur Entkeimung von Wasser verwendet
      wird, und es gibt reichlich organisch-chlorierte Proben.
      Auch widerlegte Behauptungen zählen nicht, wie man
      an den Vorfällen von August 2013 in Ost-Guta erkennen
      kann. Es wird einfach behauptet, die Schuld Assads sei bewiesen.

      Frage : werden die zu evakuierenden Jihadisten vorher ab-
      fotografiert, bzw. Fingerabdrücke zur Identifizierung
      genommen, dann könnte man sie wenigsten mit ihren
      früheren selbst-geposteten Gräuel-Aufnahmen überführen?

      1. k49mich

        Es fand bei den Evakuierungen eine gründliche Identitätsprüfung statt, schon um auszuschließen, dass die Terroristen Geiseln mitnehmen. Was das konkret bedeutet, vermag ich nicht zu sagen.

  4. @1PB

    Schließe mich dem Dank für die gute(n) Zusammenfassungen der Lage in Syrien an.

    Zum Merksatz: ‚Die Sonne/ (Zeit) bringt es an den Tag‘, noch diese schöne Abrundung. Die Eheleute May sind einfache nur raffiniert gerissene Waffenschieber und Spekulanten in der Obhut der Krone. Das korrupte System kann sich informell nicht mehr abschotten:
    https://deutsch.rt.com/international/68594-familiengeschaft-aktien-firma-von-mays-ehemann-syrien/

    Die Politik der Krone, auf Piraten und Seeräuber, heute BlackRock und Militär-Massenmedien-Akteure zu setzen ist nicht neu. Die große Elisabet, Tochter Heinrichs der 8. Hat damit begonnen und es wird Zeit, dass dem ‚Perfiden Albion‘ die(se) Giftzähne – gerne auch einzeln und ohne Betäubung – gezogen werden!

  5. Korrekturbitte ab Tochter

    Heinrichs des 8., hat damit begonnen und es wird Zeit, dass dem ‚Perfiden Albion‘ die(se) Giftzähne – gerne auch einzeln und ohne Betäubung – gezogen werden!

  6. Bei der Befreiung von Douma sollen ja im Besitz leider noch immer manchmal fälschlich „Rebellen“ genannter, gegen das syrische Volk eingesetzter bezahlter Mörderbanden befindliche Anlagen zur Herstellung von Chemiewaffen gefunden worden sein. Herkunft Großbritannien und Frankreich. Vielleicht sind die im Ergebnis rechten Kriegshetzer daher so sicher, dass in Syrien Chemiewaffen sind, weil sie noch die Lieferquittungen haben.

  7. Was auch mal ein Artikel Wert wäre sind die ganzen Gebiete und Taschen die geräumt würden und wie da der Zustand heute ist. Wer hat da wie die Verwaltungsmacht. Wer sichert, wer liefert was, wer hat das Sagen usw.

    Ich finde dazu einiges aber es ist sehr erfreulich das dort keine Terroristen zurück kommen und erneut ihr Unheil durchziehen. Zum das ja auch einiges Aussagt über den Beginn dieses Krieges usw.

  8. „Wozu also die Bemühungen von Syrien / Russland / Iran auf internationalem, diplomatischen Parkett?“

    Und dann gibt es auch noch die Möglichgkeit offen zu legen, wer den Terroristen über 90 Tonnen Chemikalien geliefert hat, wer die Terroristen in der Verwendung dieser geächteten Chemiewaffen ausgebildet hat und noch so einige andere Hintergründe und Lieferanten.

    Die aktuelle Behinderung der Untersuchungskommission in Douma ist von Rußland bereits den „oppositionellen Kräften“ zugeschrieben worden.

    Hier geht es um schwerste Kriegsverbrechen, die Assad in die Schuhe geschoben werden sollten, und die Drahtzieher sitzen in den westlichen Kriegstreiberländern.

    Die kleineren EU-Staaten wissen das jetzt und machen bei Verhängung neuer Sanktionen nicht mehr mit.
    Unsere Kanzlerin bettelt bei Putin um einen Termin und muß zuerstmal auf die Wartebank, weil sie hat ja die „oppositionellen Kräfte“ aufs beste Unterstützt und hat sich als Papagei von Theresa May geoutet.

  9. Hier eine Zusammenfassung eines Artikels erschienen in „German Foreign Policy“. Die Bundesregierung scharrt mit den Hufen. Es locken so viele lukrative Geschäfte mit Russland und in Syrien.

    „Die Bundesregierung fordert Beteiligung an der Neuordnung Syriens nach dem Krieg. Merkel hat baldiges Treffen mit Putin zum Thema Syrien, Ukraine und Nord Stream2 angekündigt. Druckmittel sollen die hohen Wiederaufbau Kosten sein, die Moskau kaum alleine stemmen könne. Berlin könne auch zwischen Russland und USA vermitteln. Am 27. April trifft sich Merkel mit Trump. Thema: Iran, Nord Stream 2. Die Amerikaner wollen Nord Stream verhindern.

    Dies wird als Einflussoffensive Deutschlands gesehen. Gleichzeitig zeichnet sich in der EU eine aussenpolitische Spaltung ab und es gibt Zweifel an der Legitimation der völkerrechtswidrigen Bombardierung (siehe Bericht Robert Fisk, der persönlich in Douma war und mit dem Direktor des Krankenhauses sprach).

    Rückschlag für Berlin auf EU Ebene. Merkel hatte ursprünglich den Angriff als „erforderlich und angemessen“ eingestuft. Die EU Aussenminister weigerten sich, sich dieser Erklärung anzuschliessen und erklärten, man „verstehe“, dass es sich bei der Attacke „um spezielle Maßnahmen“ gehandelt habe, mit dem Ziel, „den weiteren Gebrauch chemischer Waffen“ durch die syrische Regierung zu verhindern.

    Von einer „Unterstützung“ des Überfalls ist nicht die Rede.

    Damit zeigt sich zum wiederholten Male eine ernsthafte Spaltung der Union in einer zentralen außenpolitischen Frage.

    Bereits an der Ausweisung russischer Diplomaten in der Skripal Affäre, hatte sich etwa ein Drittel der EU-Mitglieder nicht beteiligt – trotz intensivster Bemühungen Berlins um EU-weite Geschlossenheit.

    Was den Einfluss auf den Wiederaufbau Syriens betrifft, sind die Aussichten für die Bundesregierung beschränkt; schließlich hat, wie es am Montag Volker Perthes, Direktor der vom Kanzleramt finanzierten Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), formulierte, Russland „den Krieg in Syrien gewissermaßen gewonnen“. Entsprechend der Einfluss Russlands.

    „Die Europäer und die Amerikaner spielen in Syrien keine Rolle mehr“, urteilt auch Guido Steinberg, Nah- und Mittelostexperte der SWP.

    Deutsche Wirtschaftskreise hatten im August 2017 anlässlich der Messe „Damascus International Fair“,(zum ersten Mal seit dem Beginn des Krieges) von einer „Reihe von ersten vorsichtigen Anfragen“ im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Wiederaufbau Syriens“ berichtet.

    Man sei sich aber vollkommen im Klaren darüber, dass vor allem Unternehmen aus Russland, Iran und China Aussicht auf die profitabelsten Aufträge hätten. Berlins offizielle Unterstützung für den Überfall vom Samstag dürfte die Bereitschaft syrischer Stellen, deutschen Unternehmen Geschäfte zu verschaffen, kaum gesteigert haben. Ähnliches gilt für etwaige politische Begleitmaßnahmen.

    Die Bundesregierung setzt bei ihren neuen Einflussbemühungen entsprechend nicht auf Damaskus, sondern auf Moskau.

    Außenminister Heiko Maas hatte eine diplomatische Initiative angekündigt, um „den politischen Prozess“ zur Beendigung des Krieges zu forcieren. Dabei gelte es mit der russischen Regierung ins Gespräch zu kommen, erklärte Maas: „Ohne Russland wird man diesen Konflikt nicht lösen können“.

    Hochrangige deutsche Außenpolitiker stellen scheinbare Zugeständnisse in Aussicht. So erklärt etwa der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jürgen Hardt, der syrische Präsident Bashar al Assad sei „auf absehbare Zeit ein Faktor, der nicht wegzudiskutieren ist“; man müsse also überlegen, „wie das Assad-Regime an einer Friedenslösung beteiligt werden kann“.Es gehe dabei darum, „an einer Übergangslösung zu arbeiten, die Assads Rolle auf den kürzest möglichen Zeitraum reduziert und gleichzeitig den Anforderungen Russlands gerecht wird, den Diktator einzubinden“: „Ein Übergang mit Assad, aber eine Zukunft ohne Assad – daran sollte die Diplomatie nun arbeiten.“ Ähnlich lässt sich der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, zitieren: Er sei bereit, mit Assad zu „reden, wenn es zu solchen Gesprächen kommt“, teilte Kauder am Montag mit.“

    https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/7580/

  10. ….na ja, die „abgefahrenen Weiß Helme“ zu enttarnen, wird doch nicht so einfach sein, es hatte sicherlich seine Gründe , das in den letzten aus Douma abfahrenden Bussen grundsätzlich die Innen Vorhänge an den Fenstern heruntergelassen waren und das die Jihadis ihre „Abreise“ sofort unterbrachen, als vor Ort von der Regierungsseite versucht wurde, die „Abreisenden“ zu filmen….

    ….es können natürlich auch „Nicht-Ortsansässige“ mit in den Bussen gesessen haben….

    ….die syrische Regierung muss da Kompromisse machen, denn sie steht auch unter Zeitdruck, so schnell wie möglich so viel wie möglich Tatsachen zu schaffen, bevor die Gegenseite sich neu sortiert hat !

    Da gilt dann auch für Assad das Prinzip, :“das Wichtigste zuerst !“

  11. Neuigkeit zum „mutmaßlichen Giftgasangriff“, DWN:

    „Ganz anders die Weißhelme: Sie bedrängen die OPCW-Inspekteure offenbar und haben ihnen angeblich ihre Informationen über den mutmaßlichen Angriff inzwischen an die OPCW übergeben. „Dazu gehört die genaue Lage der Gräber“, erklärte der Chef der Gruppe, Raed Saleh, in einer Textbotschaft an die Nachrichtenagentur Reuters. Diese sei geheimgehalten worden, um eine etwaige Manipulation der Beweise zu verhindern. Die Leichen hätten angesichts des schweren Bombardements schnell begraben werden müssen. Auch für eine gründliche Identifizierung der Opfer sei keine Zeit gewesen. „Die Priorität bestand darin, die Toten so schnell wie möglich zu begraben“, erklärte Saleh weiter.“

    Wenn sie es doch geschafft haben, im Chaos kurz vor dem Ende noch die von ihnen mit Sarin o.ä. vergifteten Toten in Douma zu begraben, wird es schwieriger, die false flag zu beweisen.

    Es fehlen dann zwar die Verletzten und die Kenntnis der Krankenhausmitarbeiter, aber mit den Toten könnten die ganz verbohrten womöglich bei ihren Narrativen bleiben.

    Wird darauf ankommen, ob im Großjournalismus die Bereitschaft flächendeckend ist, offenkundigen Unsinn zu verbreiten.

  12. Nach vielen Jahren stillen mitlesens habe ich mir ein Herz gefaßt…
    Danke für die geleistete Arbeit und die vielen Informationen welche hier veröffentlicht werden.
    Wohltuend empfinde ich auch die Diskussionskultur und ihre Moderation durch den Betreiber.
    Früher konnte man das auch mal vom Saker sagen…

    Zum Thema Chlorgas.
    Erschließt sich mir überhaupt nicht das diese „Schlafzimmergranate“für einen Angriff reichen und Wirkung verursachen soll?
    Bei über 20 Grad soll Chlor doch zügig verdampfen?
    Im 1.Weltkrieg benötigte man für eine Gaswolke von 6km ×900m rund 150 Tonnen.
    Auf Gasgranaten wurde verzichtet weil die Wirkung zu gering war.
    Dekontaminieren geht wohl auch nicht.
    Gerade im Krankenhaus müsste es in „Unmengen“nachgewiesen werden können da es mit vielen Stoffen reagiert und dadurch nachweisbar bleibt.
    Sollen sie doch dort anfangen?

    Man „verzweifelt“förmlich an diesen überall Gebetsmühlenartigen wiederholten Lügen und Verdrehungen,obwohl ein wenig im Internet surfen,oder in Büchern blättern diese offensichtlichkeiten entlarvt.

    1. @Uncas

      Alle die vorsätzlich falschbehaupten gehen ein immer größerwerdendes Risiko ein. Die Fallhöhe nimmt zu. Je mehr Zeit/ Licht zusammen kommt, desto deutlicher die Aufklärung.

      Und der neue Saker hat Probleme damit auch mal Fehlurteile zurück zu nehmen. Da ist es dann (scheinbar) leichter (Flacherde-)Kritiker einfach für 3 Monate zu sperren. Nur bringen tut das nichts, was an den vielen Kommentaren auch deutlich wird. Taktische Expertise ja, strategische leider nicht immer (Putins angeblich falsche Ansage). Tatsächlich war die RF-Generalität wieder genial, hat nicht nur das Kriegsrisiko minimiert, sondern noch wichtige Zusatzziele erreicht (U-Bootvorfall und erbeutete neuste US-Waffen).

      Nun wird auch die Spaltung des Hegemons immer sichtbarer, was der neue Saker dankenswerterweise als einer der Ersten prognostiziert hat, parallel mit Analitik.

    2. „Früher konnte man das auch mal vom Saker sagen…“

      Das stimmt, ist aber auch schon lange her. Mittlerweile wird dort nur noch agitiert.

  13. Lauter gute Nachrichten.

    Die Tiger klopfen mal kurz in Qalamoun an– und schon gibt es den endgültigen Deal, wird vermeldet.

    Dazu Meldungen über eine Einigung in Yarmouk, ISIS „irgendein Ort in der Wüste“.
    Mal sehen, ob die Amis wieder ihren Beschuss aufnehmen, wenn die Busse unterwegs sind.
    Mit Al Kaida nebenan gab es ja schon eine Einigung,nach Idlib.

    Damit wäre die ganze Provinz Damaskus befreit.

    Die Al Rastan-Tasche hat sicher mehr Substanz an Kämpfern; aber wenn dort die Tiger und co etwas heftiger anklopfen, dürfte ein deal auch sehr schnell für viele als beste Lösung erscheinen.

    Dann wäre kein Grün mehr auf der Karte zwischen Damaskus, Homs, Hama, Tartus,Latakia, viel Platz und Ruhe für Wiederaufbau; auch Aleppo ist angeschlossen, Daara nur halb, vorerst.

    Und: irakische Kampfflugzeuge bombardieren ISIS in Syrien.
    Das gibt Raum für einen Ausbau der Zusammenarbeit.
    Letztlich muss die SAA nur über den Euphrat in Kontakt zu ISIS kommen, dann kann sie die in einem „Wanderkessel“ vor sich hertreiben, und die Amis würden extrem blöd aussehen, wenn sie in diesem Kampf auf die syrische Armee statt auf die Terroristen schießen.
    Das Problem dabei ist: ISIS wurde bei den Ölquellen extrem schnell auf gelb umgeflaggt, man darf den Amis keine Vorwarnzeit geben.
    Deshalb wäre eine Zusammenarbeit mit dem Irak sehr vorteilhaft.

  14. Letztens habe ich noch spekuliert , warum Russland nicht zurückgeschossen hat.
    Darauf folgte dann die nachricht ,das die NATO Raketen eventuell mit Spionagetechnik ausgestattet war um die russischen Reaktionen zu testen und ihre Raketen zu analysieren.
    So wie es aussieht haben die Raketen der Amis einen längeren Weg bis nach Russland genommen.
    http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2018/04/syrien-zwei-unbeschadigte.html

    Sowas läuft dann bei mir unter der Rubrik ,,Hosen runtergelassen und eigene Dummheit präsentiert.“
    Die Amis wollten die Russentechnik ausspionieren und jetzt werden sie selbst ausspioniert und haben gleich das Objekt selbst geliefert.
    Das ist sooo genial.

    1. Das erste Bild von AS&R zeigt eine Totschka. Sieht man an den „grid fins“. Eine Tomahawk aht so etwas nicht.

    1. In WIen befleißigt sich Standard dieser noblen Rechtfertigung für Verbrecher „Rebellen“

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