Trump schaltet einen Scheinwerfer auf „Israel“ ein

Vor einer Woche verkündete US-Präsident Trump, dass er natürlich an der Allianz mit der saudischen Despotie festhält, und erklärte dazu beiläufig, dass „Israel“ ohne Saudi Arabien in großen Schwierigkeiten sein würde.

Das stimmt natürlich. Saudi Arabien bringt als Teil der zionistisch-wahhabitischen Achse seit Jahrzehnten die Regierungen der Region mit finanziellen Hilfen oder plumper Bestechung dazu, strategisch eine pro-israelische Position einzunehmen, wie das etwa in Jordanien und Ägypten zu besichtigen ist. Und wenn das hier und da nicht klappt, dann überziehen die Saudis unbeugsame Staaten gern mit Terror und Krieg, wie das beispielsweise in Libyen, Syrien, Irak und Jemen zu sehen war oder ist. Dass Trump für die Bemerkung nicht viel Aufmerksamkeit bekommen hat, liegt nicht daran, dass sich da alle Meinungen einig sind, sondern wohl vielmehr erstens daran, dass Trump damit dem populären Mythos der Unverwundbarkeit des zionistischen Apartheidregimes widersprochen hat, zweitens daran, dass Trump ein plausibles Motiv hat, sich für die fortgesetzte enge Kooperation mit der gut betuchten Petro-Dollar-Despotie politische Unterstützung von rechtsdenkenden christlichen Zionisten zu sichern und drittens daran, dass Trump ohnehin zu vielen Gelegenheiten viel dummes Zeug schwatzt, so wie es ihm gerade nützlich erscheint.

Damit hätte diese Geschichte eigentlich zu Ende sein können. Doch in einem am Dienstag von der führenden Hasbara-Schleuder WaPo veröffentlichten Interview hat Trump dazu nachgelegt und nochmal draufgesattelt:

… Without them, Israel would be in a lot more trouble. We need to have a counterbalance to Iran. … I just feel that it’s very, very important to maintain that relationship. It’s very important to have Saudi Arabia as an ally, if we’re going to stay in that part of the world. Now, are we going to stay in that part of the world? One reason to is Israel. Oil is becoming less and less of a reason because we’re producing more oil now than we’ve ever produced. So, you know, all of a sudden it gets to a point where you don’t have to stay there.

Da erklärt Trump nun also, dass er nicht nur die Beziehungen zu den Saudis hält, um so Israels Interessen zu dienen, sondern dass Israel „ein Grund“ dafür ist, dass die USA und ihre Truppen in der Region bleiben. Damit hat Trump ein langstehendes Tabu gebrochen, denn die schlichte Information, dass israelische Interessen Grund dafür sind, dass die USA und ihre Truppen in der Region sind, hat die zionistische Lobby bisher mit aller Macht und ziemlich erfolgreich zu unterdrücken versucht. Die nackte Wahrheit hört sich für das zionistische Regime und seine Handlanger schließlich auch nich gut an: reihenweise zerbombte und zerstörte Länder, Tausende tote US-Soldaten und noch viel mehr Krüppel, Billionen Dollar an Kosten, und wofür das alles: Israel. Dass es daneben noch ein paar andere Motive für die „Präsenz“ der USA in Westasien gab und gibt, fällt da kaum noch ins Gewicht. Von der Hasbara wurde dann auch prompt mitgeteilt, dass sich Trumps Großzügigkeit, „wegen Israel“ Truppen in Westasien zu lassen, zukünftig heftig gegen das zionistische Regime wenden kann:

Even those who are not pessimistic by nature should reasonably expect the possibility of American soldiers being harmed or, heaven forbid, killed in Syria or Iraq, or by a Yemeni missile in Saudi Arabia. In this case, and in view of Trump’s repeated claim that the American military presence is necessary mainly because of Israel, it is clear that many in the United States will blame Israel for the deaths of American soldiers sacrificed for Israel’s security. In the United States, such claims are not forgotten, and even Trump, who invented the false „Israel argument,“ is likely to turn on us if he gets into trouble in our region.

Es bleibt nun abzuwarten, ob Trump bei seiner richtigen Behauptung bleibt, dass Israel ein Grund dafür ist, dass die USA in der Region bleiben. Die Möglichkeiten der Israel-Lobby scheinen da begrenzt. Mit der Drohung, zum Abstellen des Ungehorsams eine Schmierenkampagne zu fahren und zur Bestrafung wie üblich CNN und Co einzusetzen, braucht die zionistische Lobby Trump erst gar nicht kommen. Und die Spenden von Saban, Soros, und anderen Größen der Lobby sind sowieso durch die Bank an Hillary Clinton und Trumps innerparteiliche Gegner gegangen, sodass bei Trump auch die üblichen Drohungen der Lobby mit dem Entzug der Wahlkampffinanzierung ins Leere gehen. Als weitere Option bliebe öffentliches bestreiten, dass Israel „ein Grund“ dafür ist, dass die USA „in der Region“ bleiben, was zu einer Debatte führen könnte, ob das wirklich so ist. Doch das könnte sich erst als richtig vertrackt erweisen. Abgesehen davon, dass es gut bekannt ist, dass Netanjahu noch vor wenigen Monaten Trump „eindringlich darum ersucht“ hat, US-Truppen in Syrien zu lassen, kann Trump in so einer Debatte einfach das zionistische Regime zur Stellungnahme auffordern, und wenn „Israel“ dann behauptet, es brauche keine US-Truppen in der Region, kann Trump wesentliche Truppen einfach abziehen. Und seinen Israel-fanatischen Anhängern könnte Trump dazu dann erklären, dass er ja alles für „Israel“ mache, aber wo „Israel“ keine US-Truppen braucht, gäbe es keinen Grund mehr, dazubleiben. Sagt Israel hingegen, dass es US-Truppen in der Region braucht, würde offiziell, dass US-Soldaten in der Region Israel dienen, womit in den USA wohl unvermeidlich Druck entstehen würde, auch da bald von „Israel first“ auf „America first“ umzustellen. Trump ist also mit seinen Bemerkungen gerade dabei, Israel und die Lobby in eine Situation zu bringen, wo sie nur verlieren können.

Und dazu gibt es nun auch noch ungewöhnlich lautstarken Unmut über „Israel“ im Kongress, wo es bei den Demokraten drei neue palästina-freundliche Mitglieder gibt, und Rand Paul Widerstand gegen die allfällige nächste Tributzahlung der USA an das zionistische Regime angekündigt hat. Und als Kirsche auf der Torte winkt dann noch die Möglichkeit, dass der von Trump-Hassern dominierte US-Kongress, im Vertrauen darauf, dass Trump lügt und die falschen israelischen Beteuerungen, die Saudis nicht zu brauchen, richtig sind, ernsthafte Sanktionen gegen das saudische Regime beschließt, eben um Trump damit ein Ding zu verpassen.

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25 Gedanken zu “Trump schaltet einen Scheinwerfer auf „Israel“ ein

  1. Liebes PB, DAnke!
    Die Überlegungen finde ich richtig und sehr wahrscheinlich. Alles bleibt spannend und irgendwie versöhnlich, denn die gestrige Absage an das Treffen mit Putin hat doch gelinde gesagt, verunsichert. Hatt schon befürchtet, Trump schwenkt nun doch auf „Linie“, weil, diesem ukrainischen Affentheater kann er doch nicht allen Ernstes auf dem Leim gehen. Wir werden sehen, was auf dem G20 passiert.

    1. Michel

      Dass die USA wegen Öl in Westasien sind, ist ein weitverbreiteter Irrtum. Trump geht in seinem Interview sogar auf ihn ein. Die Chefs von in der Region tätigen US-Ölmultis hätten lieber eine ganz andere und weniger aggressive US-Politik gehabt, weil sie da mit mehr Partnern besser Geld verdienen könnten. Die US-geführten Kriege und sie begleitende Sanktionen verhageln ihnen das Geschäft.

      1. PB

        Zum Artikel: Messerscharf und exzellent aus dem Sumpf von Information und Desinformation die relevante Essenz herausextrahiert und analysiert, vielen Dank dafür.

        Was die Absichten der USA im Nahen Osten angeht, lass und mal auf dem Teppich bleiben. Natürlich geht es da auch um Öl und das wird wohl auch in Zukunft so bleiben. Die aktuell von den USA und den Westlichen Medien massiv verbreitete Nachricht, die USA wären jetzt Netto-Ölexporteur, ist eine Lüge.

        Die offiziellen Zahlen sehen laut ‚US Energy Information Administration‘ aktuell wie folgt aus…
        (weil die Exporte pro Tag und die Importe pro Monat angegeben werden, habe ich die Exportwerte mit 30 multipliziert)

        U.S. Exports of Crude Oil (Thousand Barrels (per day * 30))
        Jan Feb Mar Apr May Jun Jul Aug
        2018 40,260 48,150 50,130 52,680 60,150 66,000 64,170 52,470

        U.S. Imports of Crude Oil (Thousand Barrels)
        Jan Feb Mar Apr May Jun Jul Aug
        2018 248,384 209,799 236,086 247,330 242,560 254,407 245,626 248,002

        source export: https://www.eia.gov/dnav/pet/hist/LeafHandler.ashx?n=pet&s=mcrexus2&f=m
        source import: https://www.eia.gov/dnav/pet/hist/LeafHandler.ashx?n=PET&s=MCRIMUS1&f=M

        Allerdings passt diese Tatsache jetzt gerade nicht zu Trumps Plänen, den Israelis das Wasser abzugraben, weshalb er die Bedeutung des Öls der Golfstaaten für die USA herunterspielt.

        Trumps Strategie scheint clever zu sein, und wenn es nach mir geht, hoffentlich von Erfolg gekrönt. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass die Israel-Fraktion fantasiebegabt genug ist, weitere Gründe zu inszenieren, um die Präsenz des US-Militärs in der Golfregion weiter zu rechtfertigen und damit Trumps Pläne zu sabotieren.

      2. @Thommy

        „So sieht’s aus. Ganser lernt das nie.“

        Ich pers. denke ja nicht unbedingt das Ganser so „dumm“ oder naiv ist, dass er das nicht auch wüsste. Vermutlich will er sich einfach nur den Antisemitismus-Vorwurf vom Halse halten. Es ist ja immer noch ein kleiner Unterschied, ob man nun nur ein Verschwörungstheoretiker ist oder eben ein antisemitischer Verschwörungstheoretiker (hehe). Man sieht das auch an seinen Veröffentlichungen. Die Schandtaten der USA beginnen für ihn eigentlich immer erst ab ´ 45.

  2. Der symbolische Charakter eines Treffens zwischen Putin und Trump ist nach wie vor nicht zu unterschätzen. Sonst hätte der Tiefe Staat die bürgerkriegsimulierten Zustände bei G20 in Hamburg 2016 mit Hilfe ausländischer Söldnertruppen nicht inszeniert, um das erste Treffen der beiden möglichst in Feuer und Rauch aufgehen zu lassen.

    Die leichenblasse Miene des durch die Drahtzieher nicht eingeweihten Exbürgermeisters von Hamburg sprach doch Bände. Der völlig überrumpelte Kerl musste dann zügig nach Berlin entsorgt werden, sonst hätte der sich noch zum Unsicherheitsfaktor entwickelt-.

    Die symbolische Kraft dieser Treffen hat ja insbesondere auf die Propaganda des neuen Kalten Krieges eine verheerende Wirkung und konterkariert auch das Bild des „bösen Russen“ in Deutschland. Denn wo kämen wir hin, wenn sich niemand auf der Welt mehr vor Putin und den Russen fürchtet. Das wäre für die Tiefstaatler der Untergang -für Israel auch?

  3. Vielen Dank für diese wichtigen und guten Beobachtungen!
    Auch wenn Trump für mich ein machtgeiler Ar*** ist (t‘ rump), er reißt mutig eine Theater-Kulisse nach der anderen nieder, dieser westlichen heilen oder gar als heilig verkauften Welt und die finsteren Strippenzieher stehen plötzlich ungewollt im Rampenlicht.

    1. fionafalso

      …er reißt mutig eine Theater-Kulisse nach der anderen nieder, dieser westlichen heilen oder gar als heilig verkauften Welt und die finsteren Strippenzieher stehen plötzlich ungewollt im Rampenlicht.

      Deswegen wird er wohl so gehasst.

      Joe Rogan – Why Donald Trump is Untouchable

      http://www.youtube.com/watch?v=8koZfVq0CkE

  4. Und bei dem G20 „Familienfoto“ sehen wir von 37 Personen nur zwei Frauen: Lagarde, May (ist das nicht sehr Frauenfeindlich?).

    Alle Teilnehmer heben freundlich die rechte Hand (winke winke) nur der Junker nicht, der hat wahrscheinlich vorher was anderes gehoben (Ischias)?

    Erdogan ist möglichst weit von bin Salman positioniert und Macrone darf mit May zur rechten Trumps stehen, während der Japaner Abe links steht.

    Den Putin haben sie gut in die Nähe zu bin Salman gerückt. Und wo ist eigentlich der Netanjahu; der darf doch sonst überall mitspielen?

    Aber prächtig im Zentrum steht der Herr Xi.

      1. Heimreisender

        Aus Wikipedia:

        Die G20 (Abkürzung für Gruppe der 20 oder Gruppe der Zwanzig) ist ein seit 1999 bestehender informeller Zusammenschluss aus 19 Staaten und der Europäischen Union…

        An den Gipfeltreffen nehmen die Staats- und Regierungschefs sowie die Finanzminister und Zentralbankchefs der 19 Mitgliedsstaaten teil, ferner der Präsident des Europäischen Rates (wenn die EU-Präsidentschaft zu diesem Zeitpunkt nicht von einem G7-Staat geführt wird), der Präsident der Europäischen Zentralbank, der Geschäftsführende Direktor (Managing Director) des Internationalen Währungsfonds, der Vorsitzende des Internationalen Währungs- und Finanzausschusses (IMFC), der Präsident der Weltbank und der Vorsitzende des Development Committees der OECD….

        https://de.wikipedia.org/wiki/Gruppe_der_zwanzig_wichtigsten_Industrie-_und_Schwellenl%C3%A4nder

    1. @heimreisender
      „Und bei dem G20 „Familienfoto“ sehen wir von 37 Personen nur zwei Frauen: Lagarde, May (ist das nicht sehr Frauenfeindlich?).“

      .

      Es gibt nun mal leider gesellschaftliche Entwicklungen die wir nicht beschleunigen können. Nur mal als Gedankenstütze. Bis 1975 brauchten Frauen in der Bundesrepublik Deutschland die Genehmigung des Ehemannes arbeiten zu dürfen. Wenn der Mann nein gesagt hat dann war es „Essig“ damit. Das war in der DDR anders.

      1. Stimmt, da war es anders.

        In der Zone galt Arbeitspflicht für alle, auch für Frauen, egal mit wie vielen Kindern. Naja, ohne Arbeit hätten die die Kinder da sowieso nicht durchgebracht, bei 10 Ostmark Kindergelt und einem Scheidungsrecht ohne jeglichen Unterhalts.- oder Versorgungsanspruch.

        Selbst massloser Kinderreichtum hätte die Frauen dort nicht von der Arbeit abhalten können, da Alimente immer an das wollen und können des Vaters gebunden waren, und bei Zahlungsausfällen oder -.unfähigkeit in der Regel nicht vom Staat verauslagt wurden.

      2. Da erlaubt man sich ein, zwei kleine ironische Einlassungen und wird auch noch bierernst genommen. Einen schönen Ersten Advent; Musikempfehlung: Mozart, Klavierkonzert Nr. 21. Wundervolle Leichtigkeit.

  5. Erneuter Anlauf der USA, die Türkei aus der NATO zu drängen.

    Der neuen Chef des US Senats-Ausschusses für die Streitkräfte und Nachfolger des verstorbenen John McCain, James Inhofe, hat sich sinngemäß wie folgt geäußert…

    „Die Türkei sei ein sehr wichtiger Partner der USA in der Nato und sollte daher entsprechend diesem Status handeln. Die Türkei muss zwischen Russland und dem Westen wählen. Sollte sie den Prozess des Kaufs von S-400 fortsetzen, wird sie mit Konsequenzen rechnen müssen.“

    https://de.sputniknews.com/politik/20181202323152527-us-senat-tuerkei-waffenkaeufe-russland-westen-s-400/

    Sehr vorsichtig ausgedrückt könnte man sagen, dass dieser Vorstoß etwas undiplomatisch vorgetragen wurde, denn üblicherweise wird so etwas hinter verschlossenen Türen und unter Ausschluss der Öffentlichkeit geregelt. In der Wahrnehmung der Türkei dürfte das rüberkommen wie „bück dich Erdogan, damit ich dir in den Ar*** fi**** kann“. So wie ich das sehe, ist Erdogan nicht der Typ, der sich für solch ein Anliegen „bückt“ Es braucht also nicht viel Fantasie, sich vorzustellen, wie Erdogans Antwort aussehen wird.

  6. zu dem Beitrag von Kommentator 401: ….“In der Zone galt Arbeitspflicht für alle, auch für Frauen, ……“
    und so weiter und so fort;

    Ich weiß nicht woher Sie Ihre Weisheiten haben, schon dieses arrogante „Zonen“- Gefasel können Sie sich sparen. Ich bin in der DDR aufgewachsen und kann nur sagen, was Sie hier verbreiten ist absoluter Unsinn; hier mal ein kurzer Abriss über das Thema, kann ganz hilfreich sein:

    http://ddr-kabinett-bochum.blogspot.com/2011/11/gab-es-in-der-ddr-erwerbslosigkeit-oder.html

    1. … genaugenommen scheint 401 gar nichts zu wissen, sondern nur sinnloses rumge****e scheint seine Kompetenz zu sein, auch ich bin in der DDR als Kind aufgewachsen, meine Eltern ließen sich scheiden, es gab wenn der eine Elternteil nicht zahlen wollte oder konnte, die “ staatliche Vorauszahlung“, auch mussten je nach Trennungsgrund Alimente und Lebensunterhalt gezahlt werden, hab die Urkunden des Gerichts und das Urteil “ Im Namen des Volkes“ noch im Original… Manchmal gibt es Überlebende der DDR die irgendwie eine andere Wahrnehmung haben *** …

  7. Tut mir leid, ich wollte die festliche Andacht nicht stören.

    Sehen Sie es mir einfach nach, aber ich bin, im Gegensatz zu Ihnen und anderen, in der Zone nicht nur geboren und/oder aufgewachsen, sondern musste meine dortige Lebens.- und Familienplanung auch einer langjährigen und täglichen Prüfung am Fels des real existierenden Sozialismus unterziehen.

    Sowas schlaucht, und letzlich bleibt ein Scheitern, – da fällt einem verklärung des Erlebten selbst zur Weihnachtszeit nicht leicht.

    Dank daher für den heiteren und folkloristischen Zonen-Revisionisten-Link, da selbst der mir u.a. stolz und passend mitteil, dass “Mütter, die im Schichtsystem arbeiteten, einen Anspruch auf 20 Tage Grundurlaub hatten“, und damit nur schlappe 10 Tage weniger als im damaligen, auch selbst erlebten, Westen unter Tarif-Normalschichtbedingungen, da man als Mutter mit Kindern unter 12 Jahren eh keine Schichten schieben brauchte. Aber ich lasse mich schon wieder vom Faktischen ablenken…

    PS: den ‚Zonen-Begriff‘ schlagen Sie mal bei den Strugatzkis nach, ersatzweise schauen Sie Tarkovskis ‚Stalker‘, und überzeugen sich von deren allumfasssenden Richtigkeit.

    1. Tja, werter 401, da sind sie ja nun in ihrer persönlichen Freiheit angelangt und? Nun alles gut im gelobten Land?
      Es gab auch in der DDR sehr wohl Frauen, die nicht arbeiteten, weil sie es so wollten und die Männer das Haushaltseinkommen abdeckten. ABER, die meisten Frauen wollten arbeiten, an finanziellen Ausgleich bei Scheidung haben die Allerwenigsten gedacht.
      Klar waren dann alleinstehende Frauen deutlich schwerer „gebürdet“ als verheiratete, aber Ki-gas waren kostenlos, Schulspeisung gabs für ein Appel und ein Ei, Haushaltstage, jeden Monat einen, bezahlt….Studium absolut kostenlos, med.Versorgung sowieso…….
      Nichts desto trotz können wir uns heute-meine Familie zumindest-deutlich mehr leisten, finanziell geht es uns gut. ABER, menschlich gesehen, neeeee, neeee und gerade mit diesem ganzen „Kaufrausch“ werden wir ja alle bei der Stange gehalten.
      Übrigens heute schert es den Arbeitgeben einen Dreck, ob du Kinder unter 12 Jahre hast, bist du fürs 3Schichsystem eingestellt, dann musst du es erbringen (Ausnahmen bestätigen die Regel)

      1. Ihre Antwort ist eine falsche Projektion eines nicht gelebten Märchens, eines in das Ihnen niemand mehr folgen möchte, der es einst leben musste.

        Wenn Sie sich heute, so wie es anklingt, nach Gemeinsamkeit und Nähe der Menschen damals sehnen, müssen sie sich eben auch die Ursächlichkeiten herbeiwünschen, die solches stets zustande bringt: Not, Armut, Mangel, Einschränkung, Entrechtung – auch, und besonders, die mentale!

        Machen Sie nicht den Fehler, Leben, hier als gelebtes, der Verachtung preiszugeben, denn das tut jeder mit Revisionen dieser Art, und den Mächtigen damit willig in die Hände zu spielen. Schauen Sie lieber genauer hin, auf das damals und das heute, dann entdecken Sie vielleicht, bei all dem oberflächlichen Gegensatz, die grundsätzliche Gemeinsammkeit von zu tiefst menschenverachtender Herrschaft.

        Es sind eben selten lange die Selben, aber stets immer die Gleichen, welche Menschen für die eigenen Interessen missbrauchen und ins Unglück führen. Damals wie heute!

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