„US-Truppenpräsenz in Irak kommt Besatzung gleich“

Wie der iranische TV-Sender Press TV am heutigen Mittwoch berichtete, hat Dia al-Asadi, ein hochrangiger Berater des irakischen Geistlichen Muqtada Al Sadr, erklärt, dass die US-Truppenpräsenz im Irak einer Besatzung gleichkommt.

Die von Muqtada al Sadr gemeinsam mit der kommunistischen Partei des Irak gebildete Bewegung Sairoon hatte bei den Wahlen im Irak vor ein paar Wochen die meisten Sitze errungen. Muqtada al Sadr ist gegenwärtig dabei, Gespräche mit Vertretern führender politischer Bewegungen im Irak zu führen, darunter auch Hadi Al Ameri, dessen Fatah-Liste bei den Wahlen die zweitmeisten Sitze errungen hat.

Ebenfalls getroffen hat sich Muqtada Al Sadr mit dem amtierenden irakischen Regierungschef Haider al-Abadi, und zahlreichen führenden Vertretern weiterer politischer Bewegungen im Irak.

In Italien wurde unterdessen der Jurist Giuseppe Conte mit der Bildung der nächsten italienischen Regierung beauftragt, die vornehmlich von der M5S und der Lega getragen werden soll.

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16 Gedanken zu “„US-Truppenpräsenz in Irak kommt Besatzung gleich“

  1. Manchmal lohnt es doch die FakeNews-Macher an zu sehen. Herr Kleber hatte Herrn Maas im ZDF-Heute-Journal im Interview. Nun gut, was Herr Maas gesagt hat, konnte man vergessen, aber das drum und dran war interessant.
    Herr Maas war bei den Hardliner der US-Außenpolitik, um Ihnen noch mal den Standpunkt der Europäer darlegen, während Merkel in Peking am großen Rad dreht. Das nennt man wohl Außenminister kalt gestellt, Außenpolitik Chefsache.
    Auch die fragen von Kleber hatten es in sich, die schienen ein Professorenkolleg ausgearbeitet haben, Maas hatte sichtlich Probleme und kam mit allgemeinen Floskeln. Zum Schluss dann noch die Nachfrage: Ich wollte nicht wissen, was sie gesagt hat, sondern was der Berater geantwortet hat…
    Also dafür, das die 100 Tage Schonfrist laufen, sagte das Bild eines verstörten Maas schon einiges.
    Es spricht einiges dafür, das wir in Zeiten, wo die diplomatischen Kanäle heiß laufen (Iranabkommen, US-Handelssanktionen, drohender Handelskrieg China-USA) in D keinen aktiven Außenminister haben… Das ist wohl jetzt Chef(in)sache.

    1. Das ZDF wollte da wohl eher den Aussenminister in Not bringen damit dieser sich rechtfertigen muss warum er nicht einfach den USA sagt deren Sanktionen werden eingehalten. Kleber hätte auch fragen können ob er den USA deutlich machte aus einem UN Resulotion nicht ohne weiteres Auszusteigen und das solche Sanktionen doch ein klarer schwerer Verstoß gegen die UN Charta wäre. Aber egal.

      China hat deutlich gemacht, wenn die USA deutsche Autobauer sanktioniert das China dann erst einmal den Staubsauger spielt. Im Klartext heißt das: Deutsche Autobauer werden dann von China exklusiv abgefangen.

      Das ist Geopolitik. Maas war nur der Diplomat welcher den USA sagen musste: Stört uns nicht.

  2. Bezüglich der Beziehungen zwischen Irak und den USA ist wohl die wirtschaftliche und militärische Abhängigkeit des Iraks von der USA das Ausschlaggebende….

    Ich wage da keine Beurteilung abzugeben, da es darüber im Netz kaum etwas Substanzhaltiges zu lesen gibt…

    1. Die Iraker können auch von China und Russland alles bekommen was sie von den USA bekommen.
      Leider war man im Irak auch so dumm um für rd. 100 Mrd. USD amerikanische Waffen zu kaufen und vorzubestellen, somit hat man hier ledier eine große und massive Abhängigkeit auf Jahrzehnte hin.

    2. kaeptngarfield

      Die drei größten Handelspartner Iraks waren 2016: 1. Türkei, 2. China, 3. Iran.

      https://financialtribune.com/articles/economy-business-and-markets/81287/iran-third-biggest-trading-partner-of-iraq-with-16-share

      Daran dürfte sich seit 2016 nicht viel geändert haben, und wenn, dann vermute ich eher in die Richtung, dass der iranische Anteil noch größer geworden ist. Die Türkei dürfte vor allem viel Handel mit der kurdischen Autonomieregion haben, so dass im Rest des Irak China und Iran die Top-Handelspartner sein dürften.

      Die irakische Armee hat zwar viele US-Waffen, aber die USA machen wegen ihrer Waffen im Irak immer wieder politische Probleme. Mal liefern sie aufgrund von Bedenken im US-Kongress erst mit Jahren Verzögerung wie es bei den US-Kampfjets war, und mal stellen sie die Wartung für gelieferte US-Panzer ein:

      http://www.middleeasteye.net/news/abrams-iraq-1042703768

      Der Volksmobilisierungsteil der irakischen Streitkräfte kämpft hingegen insbesondere auch mit iranischen Waffen. Der Volksmobilisierungsteil der irakischen Streitkräfte, der unabhängig von der Armee gegründet wurde, war es, der die große ISIS-Offensive auf Bagdad 2014 zurückgeschlagen hat, nicht die Armee war es und auch nicht die USA. Die USA sind erst Monate später in den Kampf gegen ISIS eingestiegen, als die Volksmobilisierungseinheiten ISIS schon entscheidend zurückgedrängt hatten.

      Kurzum: militärisch sind die USA für den Irak nicht sonderlich wichtig, sondern eher ein problematischer Partner, auf den kein Verlass ist, wenn Not am Mann ist. Dass der Irak den USA die militärische Zusammenarbeit noch nicht ganz aufgekündigt hat, geschieht aus geopolitischen und diplomatischen Erwägungen. Das dahinterstehende Kalkül der Achse des Widerstandes dürfte sein, dass es möglicherweise besser ist, die USA beim Kampf gegen den Terror wenigstens symbolisch mit im Boot zu haben, als wie wenn die USA außen sitzen und Sabotage auf allen Ebenen betreiben. Diplomatisch liefen über Bagdad eine ganze Weile auch wesentliche Militärkommunikationskanäle zwischen den USA, Russland und der Achse des Widerstandes, und das trotz des Versuches des US-Kongresses, möglichst alle politischen Kontakte zwischen den USA, Russland und der Achse des Widerstandes und vor allem die Entwicklung gemeinsamer politischer Strategien zu verhindern.

      1. Außerdem sind die US-Soldaten im Ernstfall ein Pfand bzw. als Geiseln zu gebrauchen.

    1. Pollewetzer

      Die Meldungen über Dutzende in Syrien verhaftete französische Soldaten sind hier wohlbekannt, allein am Beweis dafür, dass die Meldungen auch zutreffend sind, fehlt es noch.

  3. „Sadly, I was forced to cancel the summit meeting in Singapore with KimJong Un.“

    Sagt der PotUS.
    Wer hat ihn denn geforced?

  4. Bevor England militärisch aus Indien verschwinden musste, hat es noch Pakistan abgespalten, um eine für England kontrollierbare Feindschaft zwischen beiden Staaten zu schaffen. Diese bewährte Prinzip (BRD/DDR, Nord-, Südkorea, Nord- Südvietnam usw.) soll auch für den Irak und Syrien etabliert werden: teile und herrsche.

    -Trump sagt Gipfel mit Nordkorea ab, läßt einen in Passagen ausgewählt höflichen Brief an Kim schreiben; und Nordkorea sprengt zeitgleich sein Atomtestgelände.

    Ja Kinder, wie soll man diese Serie an Widersprüchlichkeiten noch einordnen?-

    1. Kofferkind

      Interessant finde ich die Frage, was Trumps Absage an Kim für Südkorea bedeutet. Südkoreas Präsident Moon Jae-In sagte gerade, dass Trumps Absage „sehr bedauerlich und beunruhigend“ sei.

      https://www.cnbc.com/2018/05/24/south-korea-doesnt-understand-trumps-intention-in-canceling-summit.html

      Möglicherweise läuft die Entwicklung da nun in die Richtung, dass Südkorea sich aus dem US-Empire verabschiedet und einen Friedensdeal mit Nordkorea ohne die USA macht.

      1. Das wäre die genialste Lösung!: völlige Ablösung von den USA. Und es täte in Trumps Strategie passen, die USA aus alten Verbindlichkeiten zu lösen. Aber das ist vielleicht zu weit geträumt-.

    1. Henry

      Bezüglich der Bewertung des Wahlergebnisses im Irak scheint der indische Ex-Diplomat Melkulangara Bhadrakumar also unsere Ansicht im Parteibuch dazu weitgehend zu teilen. Sehr interessant, und ein prima Artikel von Melkulangara Bhadrakumar dazu.

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