FSA-Offensive gegen ISIS in Südwest-Syrien bleibt in Minenfeld stecken

Wie Al Masdar News berichtet, haben unter dem Label FSA operierende Terroristen am heutigen Pfingstsonntag einen Großangriff auf die zur Terrorgruppe ISIS gehörende Khalid Ibn al-Waleed-Armee im Ort Adwan in Südwest-Syrien unterneommen.

Al Masda News berichtete dazu weiter, dass die Sturmtruppen der FSA dabei in ein Minenfeld geraten sind, sie dabei mindestens zehn Tote zu beklagen hatten, und der Angriff dann abgebrochen wurde. Auf einer Karte von @EmmanuelGMay sieht die Lage in der Gegend gegenwärtig wie folgt aus:

Wael zufolge geht es nun auch für syrische Regierungskräfte in den Südwesten des Landes.

Aus dem Süden von Damaskus berichtete die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA heute, dass die syrische Armee dem Ziel näher kommt, mit den Terroristen in Hajar Aswad fertig zu werden. Wie schon gestern meldete SANA dazu weiter, dass zirkulierende Informationen über die Evakuierung von ISIS-Terroristen aus Hajar Aswad falsch seien. Al Masdar News veröffentlichte demgegenüber am Nachmittag ein zur Nachtzeit aufgenommenes Video, dass Busse bei der Einfahrt in die noch rund eineinhalb Quadratkilometer große Terroristentasche südlich von Damaskus zeigen soll. Syrian Digital Media veröffentlichte passend dazu ein Bild von Feuern, wie sie in der Vergangenheit typisch waren, wenn Terroristen vor einer Evakuierung ihre Basen zur Spurenbeseitigung in Brand gesteckt haben.

Wie diese erstmal unterschiedlich klingenden Nachrichten zusammengehen, wird sich sicher bald zeigen. Allgemein scheint das Gefühl jedenfalls bereits dahin zu gehen, dass die Terrortasche von ISIS im Süden von Damaskus so gut wie erledigt ist.

Advertisements

20 Gedanken zu “FSA-Offensive gegen ISIS in Südwest-Syrien bleibt in Minenfeld stecken

  1. „Wie schon gestern meldete SANA dazu weiter, dass zirkulierende Informationen über die Evakuierung von ISIS-Terroristen aus Hajar Aswad falsch seien.“

    .

    Das Dementie kann auch dafür sein um den Deal zu schützen und Einmischung „Ausserirdischer“ Art zu verhindern.

    1. Almanar schreibt:
      10:24 Temporary Ceasefire in Al-Hajar Al-Aswad started on Sunday night and to end on Monday afternoon: Syrian military source
      10:23 Elders, women and children evacuated from Damascus’ Al-Hajar Al-Aswad as part of temporary ceasefire in the area: Syrian military source

      1. Almanar und syr. Fernsehen:
        14:14 Syrian army completely controls al-Hajar Al-Aswad in southern Damascus after defeating ISIL terrorists: State TV

  2. Es mehren sich die Hinweise, dass das nächste Ziel der SAA Daraa sein wird.

    Weiß das Parteibuch mehr darüber, warum die Front dort nordöstlich der Stadt so einen eigenartigen „Schlauch“ bildet? Vom Schreibtisch aus sieht das doch sehr ungünstig bzw. leicht zu kappen aus – handelt es sich etwa um ein Tal oder eine leicht zu verteidigende Anhöhe?

    1. Noch ein Gast

      Der Schlauch nordöstlich von Daraa hat sich einfach so ergeben, dadurch dass die syrische Armee zumindest einen Teil der Stadt Daraa und der Straße dorthin unbedingt halten wollte, auch als die Lage in der Gegend schwierig war und viele der dortigen Bevölkerungsteile den Terrorismus unterstützt haben. Östlich des Schlauches waren hingegen eher Bevölkerungsteile dominant, die positiv zum syrischen Staat standen. Welchen Teil der Gebiete, den engen syrischen Korridor nach Daraa oder die schmalen Terroristengebiete drumherum, man dabei als dominant ansieht, liegt im Auge des Betrachters.

      Angesichts der gegenwärtigen Stärke der syrischen Armee halte ich allerdings die Armee zumindest östlich des Korridors nach Daraa gegenwärtig für dominant.

  3. Hallo nocheinParteibuch

    ich bitte dich um die Einschätzung bei folgenden Fragen.

    Eine übliche Praxis, wenn die SAA und Verbündete versuchen ein Gebiet vom Terrorismus zu befreien ist ein Angebot an dem Terrorismus weiter anhängenden Gotteskriegern und dessen familiären Anhang zur Deportation. Welches über die Jahre vermutlich über hunderttausend Personen angenommen haben.

    Auf Telepolis war vor Jahren mal ein Artikel über Terroristenanführer. Einige von denen waren zuvor schon vom syrischen Staat verhaftet worden und wurden dann im Zuge einer Massenamnestie freigelassen.

    Wie schätzt nocheinParteibuch die Deportation von Terroristen mit leichten Waffen in andere Gebiete welche noch von den Terroristen beherrscht werden ein? Hast du Informationen ob die unversöhnlichen Terroristen erkennungsdienstlich erfasst werden oder ob der syrische Staat andere Maßnahmen ergreift um die Gefahr welche von den deportierten Terroristen ausgeht zu verringern?

    Für eine Beantwortung wäre ich dankbar.

    1. dirk

      Soweit mir bekannt, wird bei jeder aus den Terroristengebieten evakuierten Person von den syrischen Behörden oder dem russischen Militär die Identität festgestellt und überprüft. Die offizielle Begründung für die UNverhandelbarkeit dieser Evakuierungsbedingung ist, dass damit verhindert werden soll, dass die Terroristen Geiseln, die sie freizulassen verpflichtet sind, bei der Evakuierung mit rausschmuggeln. Welche Prozeduren zur Identitätsfeststellung im Detail eingesetzt werden, und wie die dabei gewonnenen Daten später verwertet werden, weiß ich nicht. Ich würde mich jedoch wundern, wenn die syrischen Behörden es versäumen würden, die so erhobenen Daten nachrichtendienstlich systematisch zu verwerten.

      Insgesamt halte ich solche Evakuierungsvereinbarungen grundsätzlich für eine sinnvolle Sache, und zwar unabhängig davon, zu welchen Gruppen evakuierte Terroristen gehören. Bei der Evakuierung von Terroristen aus militärisch schwierigem Gebiet, wie etwa der dicht bebauten Süd-Damaskus-Tasche, in leicht zu dominierende Wüsten- oder Berggebiete, spricht schon die militärische Logik dafür. In solchen weitgehend unbewohnten oder dünn besiedelten Gebieten wie der Wüste von Deir Ezzor oder den dörflichen Gegenden von Idlib sind Terroristen für die Armee viel verlustärmer zu bekämpfen als in dichten Innenstadtgebieten. Doch weitere Vorteile für die Armee sind auch gewaltig: durch Evakuierung in andere Gebiete verfrachtete Terroristen zersteuben sich und neigen später oft zur Kapitulation, und wenn nicht, erhöhen sie wenigstens die Chance, dass viele Terroristen sich an ihren Ankunftsorten gegenseitig eliminieren.

  4. Gute Nachrichten soweit was den Süden von Damaskus anbetrifft.
    Jetzt kommt ein ziemlich dicker Brocken; wärend sich wahrscheinlich östlich von Daraa noch halbwegs gut aufräumen lässt, wird es westlich ziemlich haarig.
    Isis und Al Kaida-Terroristen gut ausgestattet durch „Israel“ und den Routen via jordanien, richtig interessant wird es wie die Zionisten sich verhalten werden wenn SAA sich dem Golan nähert.
    Hizbollah-Einheiten werden sich vielleicht zurückhalten um die Gefühle der „auserwählten Rasse“ nicht zu verletzen.
    Im Amerikanisch-jüdischen Kongress sollen ja gerade Vorschläge eingebracht werden den Golan als „Israelisches“ Staatsgebiet anzuerkennen.
    Da hat wohl jemand die Hosen voll…

  5. Hallo Parteibuch.
    Hätte eine etwas von Thema abweichende Frage.
    Ja, ich lese hier, dass die SAA überall (?) die Terroristen vertreibt und besiegt.
    Das ist auch gut so. Und ich weiss, dass es natürlich wichtig ist, jede noch so kleine Enklave zu säubern.
    Trotzdem stellt sich bei mir nie richtige Freude ein, da ich weiss, dass die wirklich wichtigen Gebiete von Amis/Franzosen/Kurden okkupiert sind und wohl dauerhaft nicht zurückgegeben werden.
    Ich würde gerne Deine Einschätzung dazu hören. Für mich scheint es so, dass Syrien dauerhaft zerstückelt bleibt und sich wohl auch die Russen damit zufrieden geben. Wenn ich sehe, dass nichtmal ansatzweise von RF gefordert wird die von Israel besetzten Golanhöhen endlich zurückzugeben, dann wird mir schlecht und ich sehe den Krieg in Syrien als verloren an. Denn nun hat der Westen/Saudi/Israel-Block alles in der Hand was er braucht: die meisten Ölfelder, die optimale Basis zu einem Angriff auf Iran bzw Zerschneiden des iran. Zugangs zu Damskus – Libanon – Mittelmeer usw.
    Also. Wäre schön eine Einschätzung zu hören.

    1. Kropotkin

      Syrien hat im Herbst 2012, als der Terrorkrieg gegen Syrien in seinem ganzen Ausmaß deutlich sichtbar geworden war, beschlossen, dass die syrische Armee nicht jedes Dorf mit einer handvoll Soldaten sichern kann, sondern Prioritäten setzen muss, das Wertvollste von Syrien vor dem Terror zu beschützen. Syrien hat da die Entscheidung getroffen, dass das Wertvollste was es in Syrien gibt, die syrische Bevölkerung ist, nicht die syrische Wüste, nicht das syrische Agrarland und auch nicht die syrischen Öl- und Gasquellen. Einen vorrübergehenden Verlust von etwas Agrarland und ohnehin nicht so ergiebigen Öl- und Gasquellen können befreundete Staaten wie Russland und Iran kurzfristig mit Hilfslieferungen ausgleichen, aber die Bevölkerung Syriens ist unersetzlich. 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung leben und lebten schon immer im Westen von Syrien, die meisten davon in den Ballungszentren Damaskus, Aleppo, Homs und Latakia. Das war eine goldrichtige, wenn auch meiner Meinung nach zu spät getroffene Entscheidung, wobei ich im Nachhinein natürlich leicht reden habe.

      Die Befreiung dieser Ballungszentren im Westen des Landes ist zwischenzeitlich weitgehend geglückt und gegenwärtig befreit die syrische Armee da die letzten Reste vom Terror. Dass die syrische Armee diese Reihenfolge zur Befreiung des ganzen Landes wählt, heißt mitnichten, dass sie den Osten nicht befreien will und wird. Der syrische Präsident Bashar Al Assad hat gesagt, dass jeder Zoll syrischen Bodens befreit werden wird, und ich habe keinen Zweifel daran, dass genau das das Ziel ist.

      Und ich halte das Ziel auch für realistisch.

      Zur Taktik dazu vermute ich, dass die syrische Armee derzeit auf eine türkische Militäroperation gegen die Achse USA/YPG wartet, mit der nach den Wahlen in der Türkei Ende Juni zu rechnen ist. Solange, wie sie auf die Operation, und ihren Großeinsatz zur Rückgewinnung von Gelände dabei, wartet, beschäftigt sich die Armee mit der eliminierung der letzten unproblematischen Taschen in Westsyrien.

      Der seit über fünfzig Jahren von IDF-Terroristen besetzte Golan ist dann noch eine besonderes Problem. Da lauern im Hintergrund sowohl die recht starken IDF-Terroristen als auch Sicherheitsratsresolutionen, die einen Waffenstillstand vorschreiben. Ich glaube deshalb, dsas die Befreiung des Golan erst ganz zum Schluss auf der Agenda steht, wenn alle syrischen Kräfte für diese schwierige Aufgabe zur Verfügung stehen. Weiter nehme ich an, dass Russland sich für diese schwierige Schlacht zur Befreiung der letzten Zölle syrischen Bodens in eine Position als Vermittler zu bringen versucht, wozu gegenwärtig scharfe Erklärungen kontraproduktiv wären. Die Verbindung Teheran-Bagdad wurde bereits vor einigen Monaten via Deir Ezzor und Bukamal wiederhergestellt, auch wenn die Passage bislang noch nicht ganz sicher ist.

  6. Stefan hat die Meldung von Parstoday ja schon erwähnt.
    „Laut dem israelischen Sender „Kanal 7″ hatte der Kongress-Abgeordnete, Ron DeSantis, einen Plan über die Anerkennung der Golanhöhen als Teil des israelischen Territoriums vorgelegt.“
    Ein Plan der zur heutigen Zeit ja durchaus als umsetzbar erscheint.
    Was ist denn noch übrig vom Syrischen Einfluss nach über 50 Jahren. Wer lebt denn eigentlich auf den Golanhöhen und welche Verbindungen gibt es noch nach Damaskus

    1. Tom

      Im besetzten Golan leben, vereinfacht gesagt, angestammte syrische Drusen und inzwischen eine ähnliche Anzahl dorthin nach 1967 transferierter jüdisch-zionistischer Besatzer. Die syrischen Drusen im Golan dürfen nach Damaskus zum Studieren, und viele von ihnen tun oder taten das auch. Ansonsten verbietet das zionistische Regime ihnen den Grenzübertritt ins nicht besetzte Syrien. Gegen die zionistische Unterstützung von Al Kaida und Co gab es auf dem Golan Proteste und Widerstand.

      http://www.thisismoney.co.uk/wires/afp/article-5625347/Golan-Druze-rally-support-Syrias-Assad.html

  7. Damaskus ist sicher. Es geht richtung Süden laut vielen Meldungen aus Syrien. Meine Meinung nach, hatten Syrer jetzt genug Kräfte auf 2 Fronte gleichzeitig anzugreifen. Diese Nordost Tasche in Daraa und gleichzeitig südliche Teil von Idlib. Aber Armee weiss es sicher besser.
    Paar meine Gedanke betreffend Daraa. Daraa Islamisten sind eigentlich einzige Revolutiönere. Sie haben sich von IS abgespaltet. Auch mit Rest von Syrien hatten sie wenig zu tun. Auf Twitter verbreiten sie Meldungen, dass in Daraa auf SAA richtige Armee wartet und nicht paar Banditen. Ich nehme an, dass sie von USA und Jordanien geschult würden und genug Zeit hatten sich vorbereitet.
    In Daraa gibt kaum verschiedene Milizen und sie werden entschlossen SAA gegenüber tretten. Auch Kapitulation viele Milizen in ganze Syrien hat auf Moral Daraa Kämpfer nicht gewirkt. Dank Nachschub aus Jordanien haben Daraa Jihadisten gute unterstüzung von Einwohner. Es gab kein Hunger und keine Interne Kämpfe.
    Nachteil ist Konfiguration von Boden und ihre Teritorium. Mit annahmen von nur paar Dörfer könnte Nordost Daraa Tasch in mehrere kleine Kessel brechen. Ich hoffe, dass westliche Presse sich nicht jetzt auf SAA Ofensive stürzt und USA grund findet armen und hilflosen Jihadisten u helfen.
    Was noch ein Nachteil fèr SAA ist, dass russische Luftbase relativ weit weg sind und eine schnelle Reaktion wird nicht möglich. Gleichzeitig kann SAA jetzt aus Damaskus starten und landen.
    Ich glaube dass diese Nord Ost Tasche in Daraa liegt in Möglichkeiten von SAA. Aber alles nacher wird nur durch Verhandlungen gelöst.

    1. „Daraa Islamisten sind eigentlich einzige Revolutiönere.“

      Wenn es „Islamisten“ oder wohl zutreffender USlamisten sind, wegen der seit dem 18. Jahrhundert zu Herrschaftszwecken angloamerikanisch geförderten Wahhabi-Sektenirrlehre, dann wollen die doch erklärtermaßen gar keinen sozialen Fortschritt, sondern rückwärts zu einer steinzeitlichen Königsdiktatur wie bei Washingtons scheinreligiösen „Tankstellenverwaltern“ im saudisch besetzten Arabien. Also wie könnten die Revolutionäre sein, wenn sie in Wirklichkeit Reaktionäre sind?

      Wie auch immer – wenn die Bevölkerung in Daraa aus Syrerinnen und Syrern besteht, die nicht vergessen haben, wie Anfang 2011, nach der aus Venezuela oder der Ukraine bekannten CIA-Methode, von umliegenden Gebäuden gleichermaßen auf Sicherheitskräfte und Demonstranten schießen zu lassen, ihre Demo von bezahlten Mörderbanden übernommen und ihre Kundgebung der Unzufriedenheit, zur Forderung nach Regierungssturz umgemünzt wurde, dann sollte es die Armee des syrischen Volkes dort mit der Befreiung nicht so schwer haben wie vielleicht gefürchtet.

  8. Weiß das PB ob der Iran sämtliche in den USA eingefrorenen Gelder zurückbekommen hat?

    1. Pawel

      Soweit mir bekannt ist die Nachrichtenlage so, dass Iran einen Teil der Gelder bekommen hat. Ob das ein kleiner oder großer Teil war, scheint mir umstritten zu sein. Das im Detail nachzuprüfen, scheint mir bislang schwierig zu sein, weil Iran zwar zum Beispiel ziemlich viel Vermögen in den USA belassen haben könnte, aber möglicherweise das in den USA verbliebene Vermögen oder Teile davon irgendwo als Sicherheit eingesetzt haben könnte, um Kredite oder Dinge zu bekommen, die Iran nun auch wirklich schon bekommen hat. Man wird zur Rückführung der eingefrorenen Gelder sicherlich in den nächsten Wochen und Monaten mehr erfahren.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.