Entspannungszeichen im US-chinesischen Handelsstreit

Wie RT am heutigen Samstag Abend berichtet, haben hochrangige Delegationen aus den USA und China sich in zweitägigen Beratungen auf eine gemeinsame Erklärung zu ihren Gesprächen zur Beendigung des US-chinesischen Handelsstreites geeinigt.

Den US-chinesischen Handelsstreit hatte US-Präsident Trump mit der Verhängung von Strafzöllen gegen China angezettelt, um so das über 300 Milliarden Dollar große Handelsbilanzdefizit mit China kleiner zu bekommen, etwa bis 2020 zu halbieren, und damit für mehr Jobs in den USA zu sorgen. China hatte auf die US-Strafzölle gegen China mit ebenso umfangreichen Gegenstrafzöllen gegen die USA reagiert. Damit steuerten die größten Volkswirtschaften der Erde auf einen Handelskrieg zu, bei dem klar war, dass sie beide daraus als Verlierer hervorgehen würden. Die gemeinsame Erklärung sieht nun vor, dass China mehr Produkte aus der Agrarwirtschaft, Energie, Industrieprodukte und Dienstleistungen in den USA kauft, und damit das US-Handelsbilanzdefizit gegenüber China reduziert wird. Bezüglich dessen, was die USA dafür tun wollen, um das Problem auszuräumen, findet sich in dem Papier nur sehr vage formuliert, dass beide Seiten Investments in beide Richtungen ermutigen wollen, was man bei gutem Willen als Absicht der USA interpretieren könnte, zukünftig chinesischen Investitionen in den USA nicht mehr so feindselig wie bisher gegenüberzustehen. Wenn chinesische Unternehmen in den USA Fabriken kaufen oder bauen, und dann den US-Markt vermehrt von dort aus beliefern, würde das schließlich das Handelsbilanzdefizit der USA auch verringern, nur eben dabei nicht den chinesischen Einfluss schmälern. Die genauen Details der Vereinbarung sollen nun von Expertengruppen ausgearbeitet werden, aber US-Medien zufolge dürfte das auf vermehrte US-Exporte von Soja, Flüssiggas und Flugzeugen nach China hinauslaufen.

Das sieht zunächst mal danach aus, dass Trump sich mit seiner Methode der einseitigen Verhängung von Strafzöllen durchgsetzt hat, und Chinas weitere Handelspartner, beispielsweise der europäische Flugzeugbauer Airbus, der dann entsprechend weniger Flugzeuge nach China verkaufen kann, dabei das Nachsehen haben werden. Die EU ist nun also gefordert, China ein besseres Angebot als die USA zu machen, wenn sie nicht das Nachsehen haben will. Als Vasall der USA wird die EU natürlich nicht in der Lage sein, China ein besseres Angebot als die USA zu machen. Dazu müsste die EU sich schon in Richtung Unabhängigkeit von den USA bewegen. Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua weist unterdessen darauf hin, dass die deutsche Kanzlerin nächste Woche auf Einladung des chinesischen Regierungschefs Li China besucht, um dort, wie sie es ausdrückte, den Multilateralismus mit China zu stärken. Das kann man durchaus als deutsche Kampfansage an die USA um den chinesischen Markt verstehen. Der gegenwärtige transatlantische Graben dürfte sich durch diese Entwicklung also weiter vertiefen, was möglicherweise auch ein Grund dafür ist, dass China sich auf das sehr einseitig klingende gemeinsame Papier mit den USA überhaupt eingelassen hat.

Was den Krieg in Syrien angeht, gab es heute mehrfach Gerüchte, die Terrorgruppe ISIS habe im Süden von Damaskus kapituliert und die Terroristen würden in das noch von ISIS beherrschte Wüstengebiet westlich des Euhprat evakuiert werden. Die syrische Armee dementierte diese Gerüchte zwar in einer Mitteilung am Vormittag, doch am Abend gab es erneut Behauptungen, dass ISIS im Süden von Damaskus kapituliert habe und morgen die Evakuierung der Terroristen in Richtung Euphrat beginnen soll. Es ist unklar, ob das nun stimmt, doch die Kämpfe im Süden von Damaskus schienen heute weit weniger intensiv als in den letzten Tagen oder sogar ausgesetzt gewesen zu sein, was auf Verhandlungen hindeuten dürfte.

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25 Gedanken zu “Entspannungszeichen im US-chinesischen Handelsstreit

  1. @1PB

    Vielen Dank für die/ Ihre, detailreiche Darstellung.

    Was entscheidender ist, als etwa eine Gewinnwarnung von Airbus, ist doch, dass die zunehmende Verzahnung der Weltinteressen gar nichts anderes, als eben eine multipolare Verständigung, zulässt. Alles andere ist Selbstbestrafung, weil die Produktionskräfte weltweit eben in diesem Ausmaß bereits entfaltet sind und sehr viel nachholende Modernisierung, jenseits der künstlichen Marktvergrößerungen, durch Werbung und Konsumentenverschuldung, Netzverblödung und Datenausspähung, anstehen. Brücken, Kraftwerke, Siedlungen, realer Umweltschutz (Luft und Wasserreinhaltetechnik), Umbau der Städte durch besseren Nahverkehr, …., die Liste ist lang, einschließlich von Renaturierungsmaßnahmen, Städtebegrünung und gesteuerte Durchlüftung von Großmetropolen, Wohnungsbauprogramme gegen den Vermieterkapitalismus, konzernunabhängige Forschung.

    Einige der wichtigen, vernachlässigten Investitionen, werden noch eine Zeit lang durch die beharrenden Kräfte zurückgehalten. Aber schließlich können die alten *Knappheitsfüchse*, ihre Wasser- und Wohnraumpfründe, Patenabzocke,…, nicht dauerhaft gegen diese Entwicklung verteidigen. Das schließt auch den Überwachungswahn ein. Denn Kosten und Nutzen stehen hier in keinem Verhältnis. Die Überwachungsindustrie schafft keine Sicherheit in den Innenstädten.

    Wenn wir den Atomkrieg verhindern können, dann finden wir auch die Kraft, die Zivilisation von der falschen Knappheits- und Opferreligion (ausgelebt in der Wirtschaft > Hörmann und viele andere) zu befreien, schrittweise. Die ‚Maslowsche Bedürfnispyramide‘ aller Menschen sorgt dafür, im Verein mit der Entflechtung von politischer Superdominanz, drunter geht beides nicht. –

  2. „Die genauen Details der Vereinbarung sollen nun von Expertengruppen ausgearbeitet werden, aber US-Medien zufolge dürfte das auf vermehrte US-Exporte von Soja, Flüssiggas und Flugzeugen nach China hinauslaufen. “

    Eigentlich klingt das erstmal nach Ärger für die EU und Russland und einem 1:0 für unseren Überseehelden. Wenn nicht gar nach einem Kantersieg des „Greatest Man of this Galaxy“

    Wenn man aber hier liest ( mein englisch ist nicht so sattelfest )

    http://www.globaltimes.cn/content/1103142.shtml

    „US products must meet the expectations of the Chinese market to stimulate China’s purchasing activities. This is the key point behind the trade dispute between China and the US.“

    „US products must …“the expectations of the Chinese “
    Produkte müssen die Chinessen befriedigen und nicht die Amis ?
    Wenn „not reach expectations“ dann wird auf diesen Vertrag gesch***en ?

    Wenn ich richtig liege, mit meinem Englisch, dann wars das für „Make America great again“. Glyphosat + hohe Kosten für Fraking werden sicherlich keine Erwartungen halten können.

    Die Chinesen haben die armseligen Übersee-Gestalten am ausgestreckten Arm und treiben sie außerdem auch noch vor sich her. Donald siehst du die Mohrrübe? Streng dich an, damit du sie bekommst … lauf Donald lauf „This is the key point behind the trade … “

    Wenn das alles stimmt und ich es richtig verstanden habe, dann ging alles schneller wie gedacht habe. Das game over wäre jetzt schon durch und wir befinden uns schon in einer neuen Weltordnung

    1. grs

      Wie du richtig schreibst, lehnt China es ab mit einem Fünf-Jahres-Plan in sozialistischer Manier das Handelsdefizit auszugleichen, sondern fordert stattdessen, dass die USA den Chinesen auch Produkte anbieten, die diese dann gern kaufen, weil sie ihre Bedürfnisse befriedigen. Du siehst das meiner Meinung nach ganz richtig, China sagt zu den USA: Strengt euch mehr an, und bietet uns bessere Produkte zu guten Preisen, dann kaufen wir vielleicht auch mehr von euch.

      Ich sehe da aber noch einen Schlüsselsatz in dem Artikel der Global Times:

      „China believes that in order to reduce the US trade deficit, the US should further open its domestic market to Chinese buyers.“

      Aus chinesischer Sicht basiert die Einigung zum Handelsdefizit eben auch darauf, dass die USA Exportrestriktionen gegen China abschaffen, sprich, die USA müssen sich da bewegen, nicht China. Und dann lese man da weiter:

      „The US has promised to break its control of energy exports to China, which will diversify China’s energy import channels. The US will sell more agricultural products to China, which is the equivalent to „exporting“ agricultural nature and technologies to China.“

      Was China von den USA neben preiswerter Energie und Agrarprodukten, die chinesischen Anforderungen entsprechen, gern hätte, sind eben auch Technologien, für die in den USA bislang Exportrestriktionen gelten, um den USA einen Wettbewerbsvorteil zu sichern. Die Umsetzung dessen dürfte im Detail noch zu einer Menge Streit zwischen den USA und China führen, denn China durch den Export von bislang export-beschränkten US-Technologien noch wettbewerbsfähiger zu machen, dürfte so ziemlich das letzte sein, was die globalistischen US-Machthaber wollen. Ich würde die gemeinsame Erklärung, die natürlich kein Vertrag, sondern nur eine unverbondliche und unscharfe Absichtserklärung ist, deshalb bloß als einen entspannenden Schritt in einem weiterhin scharfen Handelsdisput zwischen den USA und China sehen, der sich jederzeit wieder verschärfen kann.

      Und wenn Kanzlerin Merkel nächste Woche in China ist, wird China ihr sicherlich gut zuhören, um zu erfahren, was sie China bieten will, um die USA auf dem chinesischen Markt trotz der gemeinsamen US-chinesischen Erklärung doch noch auszustechen. Man beachte den Unterschied zu früheren Zeiten: da haben zuerst die USA und die EU ihre Positionen und Konditionen abgestimmt, und dann China gemeinsam unter Druck gesetzt, diesen Positionen und Konditionen zuzustimmen, oder weder mit den USA noch mit der EU ins Geschäft kommen zu können, bzw die Geschäfte ausweiten zu können. Chinas Verhandlungsposition war angesichts der Übermacht des Westblocks nicht sonderlich stark. Nun hingegen werden die USA und die EU um den chinesischen Markt konkurrieren, was die Verhandlungsposition Chinas sehr stark werden lassen könnte. Damit wäre dann die Vorherrschaft des Westblocks über die Welt zu Ende, auch deshalb, weil der Westen dann kein Block mehr ist, sondern die transatlantische Achse gespalten und zerstritten untereinander ist.

      1. „China believes that in order to reduce the US trade deficit, the US should further open its domestic market to Chinese buyers.“

        In der Summe meine ich das ja auch. Alles Schranken sollen fallen und die Helden aus Übersee müssen sich erstmal etablieren, in einem freien Markt also ohne Wettbewerbsvorteile. Die Chinesen habe sich ja seit Jahren in einem nicht so freien Markt schon etabliert. Den Pistoleros muss das erstmal in China gelingen.

        Wenn man sich überlegt wo wir vor 2 Jahren standen. TTIP , CETA, TPP und was weiß ich wie all die Obama Visionen zur Eindämmung Chinas genannt wurden und jetzt das hier. Der Spieß hat sich einfach um 180° gedreht und geschmort werden die Pistoleros und die Chinesen legen Regeln jetzt fest.

        Sicherlich ist das noch nix handfestes, aber ich sehe einen Trend wer jetzt Regeln festlegen wird

      2. grs

        So scheint mir das auch. Wir schreiten mit der Erklärung zum US-chinesischen Handelsstreit ein Stückchen weiter in ein multipolares Zeitalter, wo China die Welt zwar nicht dominiert, aber stärkste Macht der Welt wird. Und mit voller Wucht kommt dabei auch die Frage hoch, ob die Staaten der EU in diesem multipolaren Zeitalter einen eigenen Pol bilden, oder ob sie weiter Vasallen der USA bleiben wollen.

      3. „…ob die Staaten der EU in diesem multipolaren Zeitalter einen eigenen Pol bilden…“

        Wie sollten sie ?

        Die rüsten auf mit aber zich Mrd obwohl sie keiner bedroht. Einfach weil es ihnen befohlen wurde. Die ziehen den Schwanz ein ( Iran ) und die Verluste der Firmen werden auch noch aus der eigenen EU Tasche ausgeglichen ( Airbus + Total ). Nein nicht durch Gegensanktionen ausgeglichen. Sie sanktionieren andere Länder mit massiven Verlusten, weil dritte es so wollen. Obwohl Arbeitsplätze verloren gehen und ihre Firmen drunter leiden. All ihre Regierungen + die ganze Parteienlandschaft ist mit Atlantikern zu 100% durchsetzt (die AFD sowieso ). Alles das ändert man nicht von heute auf morgen.

        Die Zeit für die EU ist im Prinzip schon abgelaufen. Die Zündschnur ist schon gelegt und eigentlich schon angezündet. Siehe Dieselskandal, Sanktionen, Flüchtlingswellen, Vetos gegen Übernahmen durch China usw

        Die EU und all ihre Länder werden sich mit einem großen Knall in einen Dritte-Welt-Status verabschieden und keiner außerhalb der EU wird sich drum kümmern. Danach kommt ganz schnell der Niedergang der ehemaligen Strippenzieher

      4. grs

        Mir sehen die Probleme Europas eher mehr nach Luxusproblemen aus. Einen Fall von Europa auf Dritte-Welt-Niveau kann ich nicht erkennen. Man vergleiche nur mal die EU-Staaten mit den Staaten der Afrikanischen Union. So einen starken Staat wie Deutschland etwa gibt es in ganz Afrika nicht. Und das wird sich wohl auch nicht so schnell ändern, obwohl die Staaten der Afrikanischen Union über deutlich mehr Rohstoffe als die EU-Staaten verfügen, und obendrein auch noch viel mehr arbeitsfähige Menschen haben. Auch wenn man die armen Staaten vergleicht, dann steht selbst der vergleichsweise arme EU-Staat Bulgarien noch um Größenordnungen besser da als Äthiopien, Kongo und die meisten anderen Staaten der AU. Sachen wie „Dieselskandal, Sanktionen, Flüchtlingswellen, Vetos gegen Übernahmen durch China“ sind da in Relation zu den tatsächlichen Unterschieden in den Gegebenheiten Kleinigkeiten.

        Aber in einem Punkt gebe ich dir Recht: die fehlende europäische Einigkeit halte ich tatsächlich auch für ein Problem bezüglich dessen, dass Europa ein Pol in einer multipolaren Weltordnung wird. Zu den Details meiner Ansicht dazu, habe ich hier gerade was geschrieben.

      5. „Einen Fall von Europa auf Dritte-Welt-Niveau kann ich nicht erkennen.“

        Als erstes ich will wirklich keinen Disput. Ehrlich nicht

        Deswegen stelle ich mal einige Fragen zu einem Thema, die Ich mir zumindest schon beantwortet habe mit dem bekannten Ergebnis.

        Frage
        Warum haben die Amis und die Zionisten eine Partei wie die AfD hier in Deutschland geschaffen? (Nach der Jerusalemfrage ist klar wer hinter dieser Partei steht und auch zu 100% kontrolliert ) Diese und ähnliche Parteien gibt es eigentlich in jeden europäischen Land.

        Was haben sich die Gestalter dabei gedacht? Wann könnte man genau so eine Partei gebrauchen? Eine Partei die Russland freundlich und schwer Ausländerfeindlich ist. Was für eine Situation ( Ereignis ) in der Zukunft bedingt diese 2 Faktoren? Denn momentan ist Russland, für diese 2 Strippenzieher, die Reinkanation von allem Übel. Der Antichrist, der mit Drogen voll gepumpte Okkupant. Und es herrscht hier angeblich Fachkräftemangel, Vollbeschäftigung. Keiner findet noch angeblich Lehrlinge.

        Warum gründen die 2 oben genannten Strippenzieher so eine Partei? die komplett gegen die Bedürfnisse ist. Alle Ausländer raus? Paar Mil Arbeitskräfte raus aus Deutschland. Das würde bedeuten die Firmenbosse müssten massiv höhere Löhne zahlen! Oder gibt es vieleicht irgendwan paar Mil Arbeitsplätze weniger?

        Was bezweckt die Amis und die Zionisten mit so einer Partei?

        Das kann sich jeder selber beantworten, ich will da keine Diskussion anzetteln und vor allem nicht einen Disput. Bringt nix darüber zu streiten, denn ändern können wir das sowieso nicht mehr.

        Meine Meinung nach ist diese Partei genau für „Das danach zuständig“. Das danach nach dem Knall. Der außerdem relativ schnell Zustande kommt, einfach wenn 1 bis 2 Staaten ( zB Great America ) ihre Schulden nicht bediehnen oder gar Staaten aus der EU austretten. Dann kommt es zu grossen Abschreibungen riesigen Verlusten und ganz schnell zur Kettenreaktion

        Nochmal ich will keinen Disput.

      6. grs

        Vorab: Wenn wir hier keine Meinungsverschiedenheiten, Streitgespräche und Dispute wollen würden, würden wir uns den Aufwand mit dem Kommentarbereich hier sparen. Wir begrüßen, dass hier unterschiedliche Meinungen vertreten werden. Und wir würden uns freuen, wenn das zu einem besseren Verständnis unterschiedlich denkender Menschen führt, sei es von Nationalisten und Kommunisten oder Muslimen, Christen und Juden, wie auch immer. Damit das so einigermaßen klappen kann, legen wir großen Wert auf die Form, auf Höflichkeit und das Argumentieren nicht gegen die Person, sondern in der Sache. Über deinen freundlich disputierenden Kommentar freuen wir uns also, auch wenn wir anderer Meinung sind.

        Zur Sache: Meiner Meinung nach verhält es sich mit der Gründungsgeschichte der AfD anders als von dir dargestellt. Ich meine, die AfD ist entstanden, weil einige geopolitisch einflussreiche Kreise wütend auf Westerwelle und die FDP waren, weil Deutschland sich beim Krieg gegen Libyen enthalten hat, anstatt bei diesem Verbrechen aus ganzem Herzen in Vasallentreue mitzumachen. Die Bestrafung der FDP für diese Aufmüpfigkeit gegenüber den geliebten Herren aus Übersee und Israel hat auch insoweit ganz gut geklappt, als dass die FDP bei der Wahl 2013 aus dem Bundestag geflogen ist, weil die ihr damals, und vielleicht nicht nur damals, recht ähnliche Partei AfD, einen ähnlichen Stimmenanteil von knapp unter fünf Prozent bekommen hat. Anschließend sah es dann eine Weile so aus, als wäre das Manöver erfolgreich gewesen, also als würde die FDP wieder zurück ins zioatlantische Nest kommen, und die AfD in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.

        Das änderte sich drastisch etwa zur Zeit der Immigrationswelle 2015. Da änderte sich – unter anderem zu sehen im Abgang von Lucke und einigen seiner Konsorten – der Charakter der AfD, und anstatt primär der FDP Stimmen abzunehmen, punktet die AfD seitdem sehr erfolgreich vor allem am rechten Rand der Union. Ich glaube nicht, dass das von den Herren hinter der AfD-Gründung so gelpant war, sondern ich glaube, das kommt einer politischen Katastrophe für die Herren gleich, die die AfD einst zur vorübergehenden Bestrafung der FDP erschaffen hatten. Anstatt die FDP für ihre Insubordinanz gegenüber den USA und Israel zu bestrafen, spaltet die AfD nun das zioatlantische Lager auf dem Feld, was bislang der rechte Flügel der Unionsparteien war. Der Stachel in dieser Spaltung ist, dass die AfD ein besseres Verhältnis zu Russland will. Dass die AfD auf den am rechten Rand schwieriger zu vermittelnden Themen wie Solidarität mit Palästina oder Partnerschaft mit Iran auf der Linie der Zioatlantiker bleibt, ist angesichts der von ihr bewirkten historischen Spaltung des bislang von Zioatlantikern dominierten rechten Lagers erstmal nicht so tragisch, denn letztlich sind die Fragen der Beziehungen zu Russland und der Beziehungen zur Achse des Widerstandes untrennbar miteinander verknüpft.

      7. PB:

        Ob die AFD russland-freundlich ist oder nicht. Oder ob die AFD zionistisch ist oder nicht, usw. Spielt hier keine Rolle.

        Die elementarste Frage die lauten muss, ist, „Was für ein Weltbild hat eine Partei oder ein Politiker?“ Eine Partei, dass durch Hetze gegen Minderheiten seine Stimmen gewinnt, ist keine Partei. Dies ist so was von ewig gestrig. Ich habe paar AFD Politiker kennen gelernt. Und glaube mir eines. Ich dachte,“Ich bin zurück in die Zukunft“. Es verschlägt einem einfach die Sprache, was diese AFD-Leute von sich geben.

        Freundliche Grüße

      8. „AfD ist entstanden, weil einige geopolitisch einflussreiche Kreise wütend auf Westerwelle und die FDP waren“

        Stimmt. Die Partei mit der Professoren Kompetenz
        ( insbesondere in der Griechenlandkrise. Sagte ja schon, wenn 1 – 2 Schuldner adiu sagen, gehen hier die Lampen aus und alles geht den Bach runter – momentan ist die Ukraine der heißeste Kandidat )

        Aber das macht es doch noch viel schlimmer.
        Warum wurde diese Partei von — freundlichen — ausländischen Kräften geschaffen, die sich so darstellt
        I) wirt.Kompetenz
        II) Russophilie
        III) Ausländerhass

        Wenn alle Ausländer dieses Land verlassen würden, müssten die Firmenbosse extrem tief in ihre Tasche greifen und massiv höhere Löhne zahlen. Nicht das ich dagegen wäre – aber ob das so gut für Deutschländ ist wage ich erstaml zu bezweifeln. Ausserdem siehe Punkt I)

        Oder gibt es diesen mit wirtsch. Kompetenz gepaarten Ausländerhass, weil man für die Zeit „Nach dem Knall“ plant. Massiv weniger Arbeitskräfte in Deutschland und diese Russophilie, weil dann klar ist, Russland / China haben sich als neuer Hegomon durchgesetzt.

      9. und das schlimmste habe ich vergessen. Da diese Partei von — freundlichen — ausländischen Kräften geschaffen wurde zeigt das selbst danach diese Kräfte immernoch Herr und Meister innerhalb von diesen europäischen Ländern sein wird. Wie schon gesagt diese nationalen AfD Parteien gibt es in fast allen westl. Ländern Europas

        Und Ee der alte Glanz zurück kommen wird, werden Jahrzehnte vergehen. Ich tippe auf niemals mehr.

        Aber es stimmt wir müssen erstmal abwarten wie sich die eu / de Wirtschaft ( Merkel ) in China darstellen wird. Ich bezweifle aber hoffe das PB behält recht

        „…. Nun hingegen werden die USA und die EU um den chinesischen Markt konkurrieren …..“

      10. “ …. einige geopolitisch einflussreiche Kreise wütend auf Westerwelle und die FDP … “

        Das sich hier Bürger zusammen gefunden haben, denen schlicht an der Erhaltung ihrer Heimat liegt, ist wahrscheinlich dermassen abseits von Verschwörungstheorien, das es völlig ausserhalb jeder Möglichkeit liegt?
        Was in die AfD hinein interpretiert wird, ist schon sagenhaft. Petry, Lukce und Pretzell waren z.B. solche Under-Cover-Agenten, die die AfD in Eurem Sinn steuern sollten.
        Die wurden rausgeworfen bzw. sind aufgrund Erfolglosigkeit selbst gegangen.
        Es ist manchmal bis oft einfacher, als man denkt.
        Das die AfD „ausländerfeindlich“ wäre, ist allein in der Vorstellung ihrer Gegner begründet. Man ist nicht „ausländerfeindlich“, wenn man nicht will, das die arme Welt in die Sozialsysteme einwandert.
        Wer an seiner Wohnung eine Haustür hat und diese verschließt, nicht jeden an seinem Tisch, auf seinem Sofa Platz nehmen lässt und gleichzeitig von „ausländerfeindlich“ usw. redet, ist m.E. ein Heuchler. Was ich nicht als Beleidigung verstanden wissen will!
        Ein Saat ist nichts weiter als eine größere Familie. Deswegen bezeichnet man die Familie auch als Keimzelle. Die Haustür ist in dem Fall die Grenze.

  3. PB:

    Darf ich ein Kritik ausüben?

    In Deinem Blog geht es überwiegend um Syrien oder Krieg im allgemeinen. Das ist mir zu wenig. Wenn ich das so sehe. Geht es hier eigentlich um eher Militär-Strategie. Manchmal lese ich gar nicht durch, wenn hier und dort die SAA eine Stadt eingenommen hat. Das ist zwar auch wichtig, aber es kommen kaum andere Themen, wie z.B. über Wirtschaft. Wie in diesem Artikel. Kennst du Dich über Wirtschaft aus? Könntest mal öfters darüber schreiben.

    Freundliche Grüße

    1. Patriot

      Ja, ich glaube schon, dass man sagen kann, dass ich mich mit Wirtschaft auskenne, und gern würden wir auch das Themenspektrum des Parteibuch-Blogs erweitern, allein, es fehlt an Zeit und Ressourcen dazu.

      Über die harten Themen der Lage im Krieg in Syrien zu berichten, scheint mir im Moment noch am Wichtigsten zu sein.

  4. Die ersten Busse rollen schon in die (Ex-)IS-Gebiete in Süd-Damaskus ein.

    Ich bin gespannt, wie lange man der Badiya-Tasche eine Atempause lässt, bevor man dort weitermacht.

    Alles in Allem ein super Deal: Syrien und Russland können den Sieg gegen den IS in Damakus verkünden, die restlichen IS-Terroristen bleiben (vorerst) am Leben und wenn sie denn einmal in der Badiya-Tasche sind – da können Sie sich dort, falls sie denn wollen, sicherlich dem einem oder anderen Stamm anschließen. Wer sich dann am Ende wirklich versöhnlich gegenüber der syrischen Regierung zeigen will, kann sicherlich langfristig auch den Weg in die Zivilgesellschaft zurückfinden; alles inoffiziell versteht sich.

    Die, die sich weiterhin unversöhnlich zeigen können entweder bis zum (baldigen) Ende kämpfen oder die ein oder andere Schmuggelroute nehmen und aus der Badiya-Wüste sich versuchen ins Ausland durchzuschlagen.

  5. Ich denke die Chinesen geben in der Tat den USA eine Mohrrübe, und Trump glaubt, er kann sie bekommen.
    Und zur selben Zeit, wo der um die Mohrrübe kämpft, trickst der Chinese den Ami hintenrum aus.
    Diese ganze Erpressung wird den Amis nochmal richtig dicke auf die Füsse fallen.
    Man muss nur richtig jammern und diesen ,,für Trump richtig genialen Deal“ verfluchen , als unter Zwang abgeschlossener für China schlechten Deal bezeichnen und schon fühlt sich der Ami überlegen.
    Und bevor der Ami begreift , das er schon wieder über den Tisch gezogen wurde ist der Pleite und hat sein letztes Hemd verloren.
    Okay. Ist Wunschdenken von mir.
    Aber die Chinesen halte ich für schlauer als den fetten dummen Amerikaner.
    Amerika und Israel halte ich für Sodom und Gomorra.
    Zwangsläufig dem Untergang geweiht.

    1. Die Möhre geben die Chinesen Trump, weil der anfängt, sich für die Interessen seines Landes und seiner Bürger einzusetzen. Ganz im Gegensatz zur BRD und seiner eigenen Bewohner. Die denken immer noch der StatusQuo wäre von Natur aus festgeschrieben. Es dauert ewig, den jahrzehntelangen, weltweiten Ausverkauf (Globalisierung als Meilenstein zur NWO) rückgängig zu machen.
      Aber Trump befindet sich da, im Gegensatz zur westlichen Wertegemeinschaft auf einem guten Weg.
      Versöhnung der beiden Koreas, Beendigung des Syrien-Krieges sind nur zwei Beispiele seiner Handlungen.

  6. EPB
    “ Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass Trump, und vor allem die Generäle hinter ihm, eine weitergehende Neupositionierung Deutschlands hin zu Russland und der multipolaren Welt wollen, und sie Deutschland mit neuen Aktionen weiter in die Arme Russlands treiben werden, als die deutsche zioatlantische Machtelite sich das gerade vorstellen kann. Wenn es dazu kommt, dann hätten die Generäle einen Riesenschritt in Richtung eines möglichst friedlichen Überganges in eine multipolare Welt hinbekommen.“

    Ist es wirklich ein Ziel nennenswerter amerikanischer Kräfte, eine multipolare Weltordnung zu erschaffen?

    Oder gibt es mit „America first“ ein Ziel, welches einige Überschneidungen beinhaltet, aber keineswegs identisch ist? Zumindest als Ziel.

    Warum einen willigen Vasallen absichtlich jemand anderem zutreiben?

    Wenn das passiert, als Kollateralschaden durch die Bewegung auf übergeordnete Ziele, ok.

    Ein Beispiel, der Druck wegen Nordstream II.
    Geeignet, um Deutschland von den USA zu entfernen, aber ist das die Absicht?

    Oder doch die Hoffnung, man kann die Pipeline noch kippen, und so US-Gas verticken?
    Bzw. durch den Druck Deutschland und EU dazu zu bringen, neue Zugeständnisse zu machen; jetzt hieß es ja schon, dass die EU mehr US-Gas kauft (oder so ähnlich, kenn die genaue Formulierung nicht mehr).

    Die Hegemonie neigt sich dem Ende, das muss jedem realistischen Beobachter klar sein.
    Das gilt für den Dollar, Weltbank, IWF, Swift (wie absurd, eine europäische Institution, voll in US-Hand), etc.pp.

    Man muss sich ja auch verdeutlichen, was Dividende eine Weltleitwährung ist: man braucht weniger produzieren, die anderen schicken mir Güter gegen Schuldscheine.

    Dauerhaft funktioniert das nicht, irgendwann fehlt der glaube in die Schuldscheine.
    Amerca first ist eine Strategie da raus; dabei wird Militpolarität herauskommen, aber nicht als eigentliches Ziel.

    1. andreas

      Ich stimme dir zu insofern, dass ich auch nicht glaube, dass eine multipolare Welt das originäre Ziel des US-Militärs, ihrem Präsidenten Trump und der wichtigsten der sich dahinter aufreihenden politischen Kräfte ist. Mir scheint vielmehr, dass es das primäre Ziel des US-Militärs und ihres Präsidenten Trump ist, die USA von der israelischen Fremdherrschaft zu befreien, und alle anderen ihrer Ziele dem nachgeordnet sind. America First würde ich insofern als einen Gegensatz zum bisher in den USA vorherrschenden Israel First lesen.

      Ich glaube, die Auflösung des US-Empires und die Erschaffung einer multipoalren Welt erscheint diesen Kräften in diesem von ihnen als schwierig zu gewinnenden, aber existenziell bedeutsam betrachteten Kampf gegen die israelische Kolonialisation der USA als hilfreich, und deshalb unterstützen diese mächtigen politisch-militärischen Kräfte der USA das als Nebenziele.

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