März 8 triumphiert

Und wer Allah und Seinen Gesandten und die Gläubigen zu Beschützern nimmt, der wisse, daß Allahs Schar ist es, die siegreich sein wird.

Innenminister Mashnouq hat sich mit der für morgens angekündigten Bekanntgabe eines vorläufigen Ergebnisses lange Zeit gelassen. Den darauf basierenden Berechnungen des Parteibuches zufolge sieht das Ergebnis der vorgestrigen Wahl im Libanon damit etwa wie folgt aus:

Sitze M8: 74
FPM: 19 (SI 2, NIII 2, NI 1, MLIV 3, MLIII 2, MLII 3, MLI 2, BKI 1, BRII 1, BRI 2)
Amal: 16 (SIII 7, SII 5, MLIII 1, BKIII 1, BKII 1, BRII 1)
Hezbollah: 12 (SIII 3, SII 2, MLIII 1, BKIII 4, BKI 1, BRII 1)
Azm: 4 (NII 4)
Tashnaq: 3 (BRI 2, MLII 1)
SSNP: 3 (SIII 1, NIII 1, BKIII 1)
Marada: 3 (NIII 3)
PNO: 1 (SI 1)
LDP: 1 (MLIV 1)
Union: 1 (BKII 1)
Ahbash: 1 (BRII 1)
Independents (M8): 10 (SI 1, NII 2, MLII 1, MLI 3, BKIII 2, BKII 1)

Sitze M14: 44
Future: 20 (SI 1, NII 5, NI 5, MLIV 1, BKIII 1, BKII 1, BKI 1, BRII 5)
LF: 14 (NIII 3, NI 1, MLIV 2, MLIII 1, MLII 1, MLI 2, BKIII 1, BKI 1, BRI 2)
Phalange: 3 (MLII 2, BRI 1)
CS: 1 (BRI 1)
IndM: 1 (NIII 1)
NDP: 1 (BRII 1)
Independents (M14): 4 (MLI 1, BKII 1, BKI 2)

Sonstige Sitze: 10
PSP: 9 (MLIV 6, MLIII 1, BKII 1, BRII 1)
Michel Daher: 1 (BKI 1)

Sitzverteilung in den Stimmbezirken:
Beirut I (8): CS (M14) 1, LF 2, FPM 2, Tashnaq (M8) 2, Phalange 1.
Beirut II (11): Future 5, PSP 1, Hezb 1, Amal 1, FPM 1, Ahbash (M8) 1, National Dialogue Party (M14) 1.

Bekaa I (7): Ind (M14) 2, LF 1, Michel Daher 1, Hezb 1, FPM 1, Future 1.
Bekaa II (6): Future 1, PSP 1, Ind (M14) 1, Amal 1, Union (M8) 1, Ind (M8) 1.
Bekaa III (10): Hezb 4, Amal 1, SSNP (M8) 1, Ind (M8) 2, LF 1, Future 1.

Mount Lebanon I (8): FPM 2, LF 2, Ind (M8) 3, Ind (M14) 1.
Mount Lebanon II (8): FPM 3, Phalange 2, LF 1, Tashnaq (M8) 1, Ind (M8) 1.
Mount Lebanon III (6): FPM 2, Amal 1, Hezb 1, LF 1, PSP 1.
Mount Lebanon IV (Aley) (5): PSP 2, LF 1, FPM 1, LDP (M8) 1.
Mount Lebanon IV (Chouf) (8): PSP 4, LF 1, Future 1, FPM 2.

North I (7): Future 5, LF 1, FPM 1.
North II (11): Future 5, Azm (M8) 4, Ind (M8) 2.
North III: LF 3, Marada (M8) 3, FPM 2, SSNP (M8) 1, IndM (M14?) 1.

South I (5): FPM 2, Future 1, PNO (M8) 1, Ind (M8) 1.
South II (7): Amal 5, Hezb 2.
South III (11): Amal 7, Hezb 3, SSNP (M8) 1.

Die M14-Handlanger der zio-wahhabitischen Achse des Terrors halten mit 44 Sitzen gerade noch hauchdünn eine Sperrminorität von einem Eindrittel der Abgeordneten, und das auch nur dann, wenn ihnen angesichts der gewaltigen Klatsche an der Wahlurne ihre „Unabhängigen“ nicht stiften gehen.

Hassan Nasrallah teilte am Montag dazu mit, dass der Widerstand weitergehen wird, weil er das Vertrauen und die Unterstützung der Bevölkerung genießt.

Die Wahl beinhaltet eine wichtige Lektion, die sich Netanjahu, MbS und die anderen Führer der westlichen Terrorgemeinschaft hinter die Ohren schreiben dürfen: die Menschen mögen keine Terroristen und auch keine Paten von Terroristen und ihre Handlanger. Nirgendwo. Und die False-Flag-Masche der Terroristen und ihrer sauberen Sponsoren zieht auch nicht mehr: man kann nicht die ganze Welt die ganze Zeit belügen.

In Syrien ist die Armee am Montag in Hajar Aswad weiter gegen die Terrorgruppe ISIS ein gutes Stück weiter vorangekommen und in der Rastan-Tasche hat die Evakuierung von Terroristen nun auch begonnen.

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34 Gedanken zu “März 8 triumphiert

  1. Kleiner Wermutstropfen: Innerhalb des März 14 Lagers haben die Hardliner der Libanesischen Kräfte ihre Position von 8 auf 14 Sitze ausbauen können.

    1. Menschmaschine

      Ja, die während bei März 14 Future und die Phalange Sitze verloren haben, haben die LF nun mehr Sitze als vorher. Aber die Zugewinne der LF können die Sitzeinbußen von Future und Phalange bei Weitem nicht ausgleichen. Dazu, woran es liegt, dass die LF nun mehr Sitze als vorher haben, müsste ich zwar erstmal genauer recherchieren, aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass das vornehmlich mit dem Neuzuschnitt der Wahlkreise und des Verhältniswahlrechtes darin zu tun haben könnte, ohne den vermutlich auch Future noch mehr verloren hätte.

      Es gäbe aber auch einige andere Erklärungsansätze dafür, dass die LF Sitze dazugewonnen haben, etwa den, dass die LF, die ihre Kandidaten nicht ganz zufällig am 14. März bekannt gegeben haben, es geschafft haben, Future den März 14-Mantel abzunehmen.

  2. @1PB

    Besten Dank für den hervorragenden Überblick und die deutliche Wertung im Libanon:

    „[D]ie Menschen mögen keine Terroristen und auch keine Paten von Terroristen und ihre Handlanger. Nirgendwo. Und die False-Flag-Masche der Terroristen und ihrer sauberen Sponsoren zieht auch nicht mehr: man kann nicht die ganze Welt die ganze Zeit belügen.“

    Ja, überall & Nirgendwo und es dauert, bis eine große Gruppe, ein ethnisch vielfältiges Staatsvolk und seinen vielen Flüchtlingen, dies realisiert. Nur, wenn es dann endlich deutlich ist, gibt es kein Halten mehr für die Terrorintriganten.

    Die Sonne bringt es an den Tag, hier der über den Zedern des Libanons strahlende Tagesstern.

    Und wer etwas Zeit hat schaue sich einmal diese Bilder zu Melania & Donald Trump, mit Bildunterschriften der BaZ, an. Interessant im Zusammenhang, auf einen Blick sozusagen,… … …

    https://bazonline.ch/ausland/amerika/trump-greift-exfbichef-comey-erneut-an/story/15638183

    1. „Und wer etwas Zeit hat schaue sich einmal diese Bilder zu Melania & Donald Trump, mit Bildunterschriften der BaZ, an.“

      Besonders diese:

      „Für den Präsidenten, der wegen der Russland-Affäre bereist unter massivem Druck steht, …“

      „Qualitätsmedien“, immer was zu lachen.

  3. A propos Terrorismus mit staatlichem Hintergrund:
    Dafür, einen führenden Politiker zu töten, und den Mord der gegnerischen politischen Seite in die Schuhe zu schieben, gibt es ein aufsehenerregendes Beispiel aus dem Nahen Osten, dem Libanon:
    2004 legte Rafik Hariri sein Amt als Ministerpräsident des Libanon nieder. Aus Protest gegen die politische Einflussnahme des Nachbarlandes Syrien (wie in Wikipedia zu lesen ist), wenige Monate später kam er bei einem Bombenattentat auf seinen Fahrzeugkonvoi ums Leben (14. Februar 2005). Nun denkt jeder Naive, Syrien würde hinter dem Mord stehen. Allerdings wäre es für Syrien, das damals Ordnungsmacht im Libanon war, besser gewesen, das Attentat wäre nicht passiert, denn die Folgen davon waren klar abzusehen: die westlichen Medien stürzen sich mit Beschuldigungen auf Syrien, und der Widerstand im Libanon selber erfährt eine Verstärkung.
    Die andere Version der Hintergründe des Attentats ist darum, dass Israel und die USA hinter dem Mord an Hariri stehen, denn sie profitierten davon: 2005 musste Syrien unter starkem internationalem Druck Syrien verlassen. Syrien befand sich im Libanon seit 1976, als dieser während des libanesischen Bürgerkriegs Syrien um Hilfe ersuchte im Sinne einer arabischen Friedenstruppe. Die Arabische Liga kam überein, eine Friedenstruppe zu senden, die hauptsächlich aus syrischen Truppen zusammengesetzt war.
    Dass Israel/USA hinter dem Attentat auf Hariri stehen, und sogar Deutschland damit zu tun hatte, kann man hier nachlesen:
    http://www.voltairenet.org/article181885.html
    und auch hier finden sich höchst interessante Zusammenhänge:
    http://www.schattenblick.ch/infopool/buch/sachbuch/busar346.html

    1. Paul

      Dass die Mordserie 2005, zu der auch die Ermordung von Rafiq Hariri gehörte, ein offenbar sorgsam geplanter Auftakt zu dem als „Zedernrevolution“ bekannten „bunten“ Regime Change im Libanon war, dürfte sich inzwischen rumgesprochen haben.

      Dazu, wer die Morde verbrochen hat, hat Hassan Nasrallah vor nunmehr schon fast sieben Jahren Beweise in Form gehackter israelischer Drohnenaufnahmen dafür vorgelegt, dass das zionistische Regime vor der Ermordung von Rafiq Hariri durch einen Bombenanschlag den Tatort ausspioniert hat. Das Parteibuch hat da seinerzeit drüber berichtet:

      https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2011/07/05/hassan-nasrallah-speaks-on-stl-at-july-2nd-2011/

      Nasrallah hat damals auch erklärt, dass die israelisch/saudisch/US-amerikanischen Puppenspieler außerdem ein spezielles Mordmotiv gegen Rafiq Hariri hatten, weil sie unzufrieden mit ihm als ihrer Marionette waren, weil Rafiq Hariri heimlich Kontakte zu Syrien unterhielt. Damals klang das für seine Anhänger weit hergeholt, doch letztes Jahr mussten sie beim in Riad erzwungenen plötzlichen Rücktritt erkennen, dass auch sein Sohn Saad Hariri ernste Probleme mit seinen saudischen Puppenspielern hatte, weil er die geforderte Margininalisierung der Achse des Widerstandes politisch nicht liefern konnte und wollte.

      Es ist wie es hier im Artikel steht. Die False-Flag-Masche der Terroristen und ihrer sauberen Sponsoren zieht nicht mehr. Immer mehr Leute durchschauen, wer wirklich Terrorist ist und wer nicht. Jamil Sayyed, der aufgrund von von Deutschland gezielt gefälschten Beweisen fast vier Jahre lang zu Unrecht für die Ermordung von Rafiq Hariri inhaftiert war, wurde am Sonntag als „unabhängiger Kandidat“ in Bekaa III (Baalbek-Hermel) ins libanesische Parlament gewählt.

      1. Wessen BIP zu über 70 Prozent aus Kriegswirtschaft besteht, muss Krieg führen; wer Krieg führen will, braucht Feinde und wer keine Feinde hat, der macht sich welche. Dachte bisher, die wertewestliche IS/AlQaida-Terrorpropaganda würde generell durch den Filter der Wahhabi-Regime „arabisiert“, wesentliche Teile davon kommen jedoch offensichtlich direkt aus den USA. Ok, die Quelle ist angeblich irgendwie“Fox News“, entscheidend ist an der Stelle aber, ob das stimmt und was es bedeutet, wenn das stimmt:

        http://www.youtube.com/watch?v=u5Vjtlv35KM

  4. Ein nicht sehr leicht zugängliches Wahlsystem.

    Die Sitze für die Konfessionen sind fix.
    Wenn eine Konfession ihre Sitzzahl erreicht hat, fallen die anderen Stimmen weg.

    Wie werden denn die Sitze ermittelt, in welcher Reihenfolge?

    Zuerst die Wahlbezirke mit sehr hohem Anteil, und dann so weiter?

    Und wie geht dann noch das neue Verhältnisteilsystem ein?

    Sehr schwierig.

    Im Ergebnis werden immer die Blöcke genannt, also „prowest“ hat verloren, „Hisbollah +“ hat gewonnen.

    Hairi hat Sitze verloren, also müssen andere Sunniten entsprechend gewonnen haben.

    Hisbollah und Amal sind gleich geblieben, auch Aoun, wer aus dieser Allianz hat dann gewonnen, Sunniten, andere Christen?

    Und noch eine Frage; im Irak sind manche Milizen einfach in die Sicherheitsorgane eingegliedert worden, ginge das im Libanon auch, will die Hisbollah das überhaupt, welche Mehrheiten braucht es für so eine Regelung?

    1. andreas

      Ja, das Wahlsystem im Libanon ist komplex. Viele Fragen zum Wahlsystem kann ich auch nicht beantworten. Anstatt west-üblichen Frauenproporz gibt es da einen festen religiös-sektierischen Proporz, der im saudischen Tanf-Vertrag festgeschrieben wurde, mit dem der Krieg im Libanon beendet wurde.

      So wie ich das verstehe, sind der zio-wahhabitischen Achse der Sektenproporz wichtig, weil sie glauben oder glaubten, Hisbollah und die Achse des Widerstandes damit kleinhalten zu können. Der grundlegende Gedanke dahinter scheint mir zu sein, dass Schiiten damit 29 von 128 Sitzen bekommen, und keinen einzigen mehr. Das Problem der Sektierer ist, dass die Rechnung nicht aufgeht. Gerade weil Hisbollah nicht sektierisch ist, oder jedenfalls deutlich weniger als Future, LF und Phalange es sind, gelingt es Hisbollah mit ihren Partnern die sektierischen Hindernisse zu überwinden, während Future, LF und Phalange durch ihre Sektiererei wie festgenagelt in ihren Hochburgen sind. Das neue proportionale Wahlrecht gilt nur innerhalb der Wahlbezirke. Es erlaubt es in einigen Wahlbezirken in einigen Konfessionen, dass auch zweit- oder drittplatzierte Kräfte Abgeordnete für den Wahlkreis stellen. Diese Neuregelung hilft im Vergleich zur alten Winner-takes-all-Regel kleineren Parteien und tendenziell auch unabhängigen Kandidaten ab und an einen Kandidaten, der keine Chance gegen den Platzhirsch hat, ins Parlament durchzubringen. Aber dazu, wie dabei genau gerechnet wird, weiß ich wenig.

      Dazu, wo die Parteien gewonnen und verloren haben, kann ich mangels Daten für 2009 auch nichts sagen. Ich habe aber in Wikipedia Wahlergebnisdaten für die Allianzen März 14 und März 8 aus 2009 gefunden. Auf der Basis kann ich einen Vergleich zwischen März 8 und März 14 von dem, was in Wikipedia diesbezüglich zu 2009 steht, und zu dem, was ich heute für 2018 ermittelt habe, ziehen. PSP und Michel Daher rechne ich dabei der Einfachheit halber zu März 14, so wie die PSP 2009 zu März 14 gerechnet wurde.

      Nun also der Vergleich:

      Beirut 2009: M14 – 17 Sitze, M8 – 2 Sitze. Beirut 2018: M14 – 11 Sitze, M8 – 8 Sitze.
      Bekaa 2009: M14 – 13 Sitze, M8 – 10 Sitze. Bekaa 2018: M14 – 10 Sitze, M8 – 13 Sitze.
      Mount Lebanon 2009: M14 – 14 Sitze, M8 – 21 Sitze. Mount Lebanon 2018: M14 – 17 Sitze, M8 – 18 Sitze.
      Nord 2009: M14 – 25 Sitze, M8 – 3 Sitze. Nord 2018: M14 – 15 Sitze, M8 – 13 Sitze.
      Süd 2009: M14 – 2 Sitze, M8 – 21 Sitze. Süd 2018: M14 – 1 Sitz, M8 – 22 Sitze.

      Zusammenfassen würde ich das so, dass, während die ohnehin eher kleinen Verschiebungen in die eine oder andere Richtung in Bekaa und Mount Lebanon sich ausgleichen, die M14-Allianz im Norden und in Beirut zwar noch knapp gewonnen hat, sie ihre Dominanz da aber verloren hat, und M8 ihre Dominanz im Süden jedoch behalten hat.

      Dabei sollte ich noch anmerken, dass nicht alle Zugewinne von M8 auf ein geändertes Wahlverhalten oder den Sieg anderer Kandiaten zurückgehen. Auch Überläufer von M14 zu M8, die ihre Wähler mitgenommen haben, oder Fehleinschätzungen bezüglich der Zugehörigkeit von Abgeordneten zu einer Allianz, spielen eine Rolle. Man schaue bloß, wie M14 in Wikipedia nach ihrem „großen Wahlsieg“ 2009 mit 71 zu57 Sitzen, 2011 „plötzlich“ ohne weitere Wahlen auf eine Minderheit von 60 zu 68 zusammengeschrumpft war.

      1. Die konfessionelle Bindung von Staatsämtern ist Erbe der französischen Kolonialherrschaft. Unzufriedenheit besteht hauptsächlich wegen der infolge des Bürgerkriegs verschobenen Bevölkerungszusammensetzung, weil mehrheitlich christliche Libanesen geflüchtet sind. Dennoch scheint überwiegend die Überzeugung zu herrschen, dass diese konfessionelle Bindung richtig ist. Die christlichen Bürger hätten eine relative Mehrheit, wenn sie nicht gespalten wären. Auch die schiitischen Kräfte Amal und Hisbollah haben einen Bruderkrieg geführt.

      2. Nobilitatis

        Ich sehe keine christliche Bevölkerungsmehrheit im Libanon, ganz egal wie man es wendet. Zitat aus Wikipedia: „Nach den neuesten Angaben müssten inzwischen Muslime einen Anteil von bis zu 59,7 % ausmachen.“

        Was die Lakaien Israels im Libanon angeht, so waren das traditionell die dortigen Christen, die ebenso wie Israel besonders eng mit dem Westen verbandelt waren. Inzwischen stellen meiner Meinung nach jedoch längst von Saudi Arabien beeinflusste sunnitische Muslime die meisten Lakaien Israels im Libanon. Die meisten Christen sind unter der Führung von Aoun und seiner FPM inzwischen längst entschiedene Gegner von Israel, und der zio-wahhabitische Terrorkrieg gegen Syrien, der nur dank Hisbollah nicht auf den Libanon übergreifen konnte, mit allen desaströsen Folgen, die das für die libanesischen Christen bedeutet hätte, hat diese Tendenz unter den libanesischen Christen nochmal deutlich gestärkt.

      3. Nein, Christen haben im Libanon keine Mehrheit, bilden aber nach Konfession die größte Gruppe. „Muslime“ fasst ja alle zusammen, so haben die Franzosen nicht gerechnet. Sunniten, Schiiten, Drusen und Christen, das waren die relevanten Gruppen. Es gibt noch weitere und die Christen zerfallen in eine Reihe von verschiedenen Kirchen, worunter die Maroniten die größte Gruppe bilden. Die Kompliziertheit hat System.

      4. Nobilitatis

        Wenn ich dich recht verstehe, meinst du, dass die Christen im Libanon eine größere Gruppe als die verschiedenen Fraktionen der Muslime bilden würden, wenn die Christen nicht genauso zersplittert wären wie die Muslime? Wenn dem so sei, ja, natürlich, dann wäre das so, nur verstehe ich nicht, warum das relevant sein sollte. Die vergleichsweise wenigen Christen im Libanon sind in der Realität schließlich genauso, oder noch viel mehr, zersplittert wie die zahlreicheren Muslime. Man schaue bloß auf die vielen christlichen Sekten, die der libanesischen Verfassung zufolge jeweils Sitze im Parlament bekommen, etwa maronitisch-katholische, griechisch-orthodoxe, griechisch-katholische und armenische protestantische. Die französische Unterstellung einer christlichen Einheit im Libanon ist eine – vermutlich aus kolonial-rassistischen Denkstrukturen von „wir zivilisierte Christen gegen die wilden Horden Eingeborener“ gebildete – Fiktion, die es in der Realität jedenfalls gegenwärtig keineswegs gibt.

        Was relevant ist, ist die geopolitische Ausrichtung der verschienden Kräfte im Libanon. Die Scheidelinie ist da, ob die jeweiligen politischen Kräfte letztlich Marionetten der zio-wahhabitischen Terrorstrukturen sind oder nicht. Anhand dieses Kriteriums bilden sich im Libanon die real existierenden Blöcke März 8 und März 14 heraus. Man kann es auch so sehen, dass die Frage freundlicher Beziehungen zur Achse Syrien-Iran das wesentliche Kriterium von März 8 und März 14 ist, aber das läuft personell auf die gleichen Blöcke hinaus. Und da sind die Christen, was die Sitze angeht, ziemlich genau in der MItte geteilt, während bei den Muslimen die schiitisch geprägten iran-freundlichen Bewegungen Hisbollah und Amal nun deutlich vor der sunnitisch geprägten anti-iranischen Zukunftsbewegung Hariris liegt.

        Kurzum: das ganze sektierische Argument ist heutzutage Quark. Die tatsächlichen Bruchlinien in der libanesischen Politik verlaufen nicht zwischen den Konfessionen, sondern entlang der geopolitischen Ausrichtung der jeweiligen Kräfte.

      5. Ich stimme Dir eigentlich vollkommen zu. Ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass das politische System des Libanon ein Erbe der französischen Kolonialisten ist, dass deren damalige Überlegungen dahin gingen, postkolonialen Einfluss auszuüben, indem sie konfessionelle Gruppen gegeneinander ausspielen und dass sich seitdem daran auch noch viel geändert hat. Trotzdem möchten die relevanten politischen Gruppierungen dieses System nicht grundlegend ändern. Statt dessen wird das System benutzt, indem sich die politischen Gruppierungen von den konfessionellen Grenzen wegbewegen. Ich weiß aber nicht, wo die Nützlichkeit des konfessionellen Bindungsrasters liegt. Möglicherweise ist es für das Wahlverhalten der Bevölkerung nach wie vor bedeutend. Wäre toll, wenn das ein Nutzer mit Verbindungen in diesen Kulturkreis aufklären könnte.

  5. In Ostsyrien wird wieder einmal al Baghdadi gejagt, es gibt Spekulationen über seinen Aufenthaltsort in Haji.

    Die SAA bzw. Verbündete nehmen einen Wüstenort in dem verbliebenen „schwarzen“ Gebiet ein; sicher richtig, dort aktiv zu sein, um sich nicht überraschen zu lassen, durch eine konzertierte IS-US-SDF-Aktion.

  6. Der alte Terroristenfreund Markito twittert, dass die türkische Armee den Konvoi aus Homs nicht nach Al Bab lässt.

    Nun sind in der Stadt aktuell genug Spannungen, die Frage ist, ob sie sie erst gar nicht aus dem Regierungsgebiet herauslassen; das ergäbe eine komplizierte Situation, wohin mit denen.

    Aber wahrscheinlich wird es nur eine Zeitverzögerung sein, die Türken dürften sich im Rahmen von Astana bereit erklärt haben, alle Abziehenden aufzusaugen (und wollen die ja auch wiederverwerten).

  7. Ist es eigentlich extrem hinderlich das die Wahlen nach Konfessionen gegliedert sind und das es garantierte Sitze aufgrund von Konfessionen gibt? Auch das gewisse Ämter nur Personen von bestimmter Konfession sie ausüben können ist doch hinderlich. Gibt es überhaupt eine Bewegung dort die dies abschaffen möchte? Scheint mir die allerbeste Lösung zu sein. Sehe keinen Sinn aufsowas eine Demokratie aufzubauen. Das hindert und stört den Betrieb.

    1. Wenn man wählt dann durch Inhalte und Kompetenz. Nicht durch Rasse, Konfession oder was auch immer. Das fragmentiert das Land nur.

    2. Macho

      Die dem Libanon vom Westen aufgezwungene Sektiererei bringt im Grunde vor allem mehr Komplexität und damit mehr Intransparenz ins politische System. Praktisch sah das etwa in den Wahlbezirken Süd II und Süd III bei dieser Wahl so aus, dass schiitisch geprägte Hisbollah und ihre schiitisch geprägte Schwesterorganisation Amal für den sunnitischen, den griechisch-orthoxen, den griechischen-katholischen und den drusischen Sitz einfach Kandidaten ihrer Organisationen aufgestellt haben, die das entsprechende Religionsmerkmal haben. Und diese Kandidaten sind dann auch allesamt gewählt worden. Und wenn die schiitisch geprägten Organisationen Amal und Hisbollah den Regierungschef stellen wollen, der laut Verfassung ein Sunnit sein muss, dann stellen sie eben jemand wie Najib Mikati auf.

      Eine Bewegung, die sich auf die Fahne geschrieben hätte, diese Sektiererei in der Verfassung zu beenden, sehe ich im Moment nicht. Nach 15 Jahren Krieg, in dessen ideologischem Zentrum der Religionsproporz stand, hat auch kaum jemand aus der Bevölkerung Lust, das Waffenstillstandspaket nun wieder aufzumachen. Andere Probleme sind viel dringender, etwa Frieden zu bewahren und jihadistische Terrorbanden im Zaum zu halten, oder die wirtschaftliche und soziale Situation im Libanon voranzubringen.

  8. Ich sag euch jetzt mal was, alle die, die glauben, der Libanon hätte den Zions eine ausgewischt.

    Die Zions wollten genau dies als Kriegsgrund.
    Somit können sie den ganzen Libanon zum feind erklären und müssen keine rücksicht auf ihre „unterstützer“ nehmen.

    Die Saudis haben Harriri genau aus diesem Grund öffentlich unterstützt..

    Wer seine Gegner für Dumm hält, zeigt eigentlich nur, wie Dumm er selber ist.

    1. Tyln

      Dass Israel den Libanon als Feind betrachtet, ist nicht neu. Das war schon so, als Israel den Libanon 1982 besetzt hat, und hat sich auch nicht dadurch geändert, dass Hisbollah die israelischen Besatzer im Libanon besiegt hat. Israel hat auch 2006 Beirut bombardiert, um da durch die Ermordung von möglichst vielen Zivilisten den Libanon insgesamt für den Widerstand von Hisbollah zu bestrafen. Die Einzigen, die Israel im Libanon akzeptiert, sind seine mörderischen Handlanger wie LF-Führer Geagea, die jubeln, wenn Israel im Libanon Leute umbringt, die nicht sie selbst sind.

      Frieden im Libanon gibt es nicht dadurch, dass der Libanon schwach und Israel untertänigst zu Diensten ist. Das würde Israel nur anspornen, noch einen Angriffskrieg zum Raub libanesischen Landes zu führen. Was dem Libanon Frieden bringt, ist die Stärke der Hisbollah, die Israel seit nunmehr über zehn Jahren wirksam von solchen Aggressionen großen Maßstabs gegen den Libanon abschreckt. Wenn Israel sich stark genug fühlen würde, um den Libanon erneut anzugreifen, hätte Israel das schon längst getan. Durch den Wahlsieg von März 8 wird Hisbollah noch stärker, mithin wird Israel besser abgeschreckt, wodurch die Kriegsgefahr für den Libanon sinkt.

      1. Israel ist mal davon ausgegangen, dass der Libanon im arabischen Raum ein natürlicher Verbündeter wäre – vorausgesetzt man könne aus ihm einen christlich dominierten Staat machen. Die dortigen Drusen hat man überzeugen können. Ansonsten ist die Idee krachend gescheitert. Aber im Prinzip ist das Projekt dem Kurdenstaat-Projekt, welches Israel jetzt gerade verfolgt, ganz ähnlich. Es wäre also zu stark vereinfacht, dass Israel den Libanon als Feind betrachtet.

  9. Hier noch ein weiterer interessanter Aspekt zum Verhältnis Israel – Libanon:
    „Seit seiner Gründung hat Israel das Wasser des Südlibanons begehrt – den Litani-Fluss und die Shabaa-Farmen. Historische Aufzeichnungen aus den 1950er Jahren deuten darauf hin, dass Moshe Dayan, damals Stabschef der israelischen Streitkräfte und andere die Annexion des Südlibanon bis zum Fluss Litani favorisierten.
    Um den Litani-Fluss zu kontrollieren, fiel Israel 1978 (Operation Litani) und erneut 1982 in den Südlibanon ein. Israel zog sich schließlich im Jahr 2000 unter dem Druck von Hisbollah zurück. Israels Entschlossenheit, den Litani zu erobern und die Kontrolle über die Shebaa-Farmen im Südlibanon zu behalten, entzündet weiterhin Unruhen mit dem Libanon.“
    http://antikrieg.com/aktuell/2018_05_01_wasser.htm

    1. Paul

      Ja, natürlich, das war mit dem Libanon genau das gleiche wie mit dem syrischen Golan. Israel weigert sich nicht ohne Grund bis heute, seine Grenzen zu definieren. Das zionistische Denken ist einfach: hat ein Nachbar etwa, was Israel will, Land, Wasser, Energie oder was auch immer, dann sorgt Israel für einen Vorwand und führt dann einen „Präventionskrieg“ zur Eroberung der gewünschten Sache des Nachbarn durch. Das Einzige, wie Israel davon abgehalten werden kann, ist, wenn der Nachbar stark genug ist, einem israelischen Angriff zu widerstehen und Israel dabei empfindliche Verluste zuzufügen. Das ist genau der Grund, warum Israel Hisbollah, und alle, die Hisbollah unterstützen, so hasst: weil Hisbollah Israel mit tapferem Widerstand schon zwei mal eine empfindliche Niederlage im Sinn von fehlgeschlagener Besatzung und fehlgeschlagenem Angriff beigebracht hat, nämlich 2000 und 2006. In Syrien passiert gerade genau das gleiche: Israel bombardiert Syrien zur Demonstration israelischer Dominanz, mit anderen Worten anlasslos, solange, bis Syrien stark genug ist, sich effektiv dagegen zu wehren. Und genau deshalb ist Israel auch so wütend über die verbesserte syrische Luftabwehr.

      Darum drehen sich seit Jahrzehnten beinahe alle Kriege im nahen Osten: um Israels – aus seinem von den USA garantierten QME – abgeleitetes „Recht,“ fremde Gebiete und andere Staaten nach Belieben mit Angriffskriegen zu überziehen, sie unter Begehung beliebiger Verbrechen zu besetzen und ethnisch zu säubern und sich nach Lust und Laune eroberte Gebiete auf dem Weg zu Großisrael, oder Eretz Israel, einzuverleiben. Und um diese permanenten israelischen Verbrechen zu übertünchen, versprüht der brachial hochgerüstete und total aggressive israelische Täterstaat dabei pausenlos Hasbara-Gedöns vom schutzlosen kleinen Israel, von Holocaust und Antisemitismus, womit sich Israel westliche Unterstützung sichert.

  10. Trump hat es getan; Deal aufgekündigt, und Sanktionsandrohung gegen alle, die „Iran helfen“; darunter fällt letztlich jeder Handelspartner, wenn es nicht schriftlich exakt anders geregelt wird.

    1. Eigentlich „prima“, weil nun die Europäer mal richtig
      Farbe bekennen müssen : stehen „wir“(EU) zu unseren
      Überzeugungen oder verbiegen wir uns je nach Druck
      aus Washington, Tel Aviv oder der Wallstreet ?
      Aber auch was die Haltung Russlands anbetrifft wird
      es nun interessant – dann nämlich, wenn daraus nun
      der angekündigte Angriff auf Iran erfolgt. Ich bin mir
      nicht sicher, ob Voltairenet hierbei richtig liegt, aber
      es könnte die Erklärung sein für Russlands Zurückhaltung.
      Möchte Russland den steigenden Einfluss Irans in Syrien
      verhindern ? Wir Iran dann auch noch von China alleingelassen ?
      http://www.voltairenet.org/article201038.html
      Zerwürfnis zwischen Iran und Russland ? Vielleicht ist
      Russland nicht nur vorsichtig sondern ist sich mit den
      USA teilweise einig, und Tyln liegt gar nicht so falsch ?

      1. k49mich

        Die Vorstellung, dass Russland und Iran sich in Bezug auf Syrien nicht einig seien, ist Propaganda-Quark.

      2. @Pb

        Nicht alles, was gegen die Freundschaft des Iran mit der RF berichtet, ist Propaganda Quark..

        Und dann noch, wenn es von einem Thierry Meyysan/Voltairenet kommt..

        Ich verfolge ihn seit 8Jahren, er hat meisten Pro Iran berichte, weil er ja genau diese Achse des Widerstandes Unterstützt.. das eben gerade von dieser Site so ein bericht ist keine Propaganda.. aber wie vorher schon beschrieben..

        Die RF hat mehr interesse am Westen.. hat man ja heute wieder gesehen, Putin und Netanjahu haben sich prächtig verstanden.

        Meine Vermutung ist, das Erdogan sich mit dem Iran anlegt, zumal er die Wahlen verhindern muss, es sieht nicht bis gar nicht gut aus für ihn.. doch wenn er den Iran konfrontiert, ist er wieder liebling der USA und müsste die Wahlen verschieben, was auch Wirtschaftlich seinem Land zur hilfe kommen würde..

        Seien wir gespannt.. es wird zunehmenst interessant.. und schon wieder hat die USA neue tatsachen erschaffen..

  11. Die Amerikaner scheinen Freund und Feind zu verwechseln.
    Der wahre Feind ist Saudi Arabien, der in Zusammenarbeit mit den Amerikanern 9/11 Anschläge durchführte. Das war auch der eigentliche Grund, weshalb G.W. Bush beim 9/11 Bericht genau die Stellen schwärzen ließ, wo Saudi Arabien verdächtigt wurde. Und es gibt sogar eindeutige Hinweise für die Verantwortung von Saudi Arabien für diese Anschläge.

    Die 9/11 Lüge kurz erklärt und alle Fakten aufgelistet.
    9/11 war ein Inside Job, angefangen Bush bis Trump alle verschweigen wollen.
    http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2008/08/zuflle-gibts-die-gibts-gar-nicht.html

    Es ist Zufall, dass der ganze WTC-Komplex zum ersten Mal in seiner Geschichte den Besitzer bzw. Pächter gewechselt hat, genau 6 Wochen vor dem 11. September, und Larry Silverstein sofort eine Versicherung extra gegen Terrorangriffe abschloss, und genau so ein Terrorangriff passiert dann auch, bei dem er dann 4.7 Milliarden Dollar Entschädigung kassiert.

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