Andrey Pavlenko – ein humorvoller Mensch

Nachdem es hier im Parteibuch vor ein paar Tagen mal „blanke Wut“ gegeben hat, möchten wir heute bezüglich des gleichen Themas auf die Podcasts von Andrey Pavlenko aufmerksam machen.

Andrey Pavlenko ist ein 39-jähriger Leitender Chirurg der Onkologie in Sankt Petersburg mit einem aggressiven Magenkrebs und Metastasen im Bauchfell.

Via RT.

PS: Und auch hier gilt aus gegebenem Anlass: wer hier zu diesem Artikel in den Kommentaren Unfug von Wunderheilern und so fort verbreitet, muss mit einer sofortigen roten Karte rechnen.

37 Gedanken zu “Andrey Pavlenko – ein humorvoller Mensch

  1. Mit Blutkrebs konfrontiert, bin ich nicht zum Scherzen aufgelegt, Monozyklonale Antikörper nach einem Lymphkarzinom. Mein Mitgefühl gilt jedem Betroffenen! Getriggert von einem Enteignungs-
    Verfahren durch die Rote Gemeinde-Mafia in WIen von meiner Fahrrad-Gartenwerkstatt, Motorrad, Rasenmäher, Kettemsäge im Garagembereich zu „Gefährlicher Abfall“ erklärt und enteignet und für dessen Besitz eine Strafe von 6.400€ verhängt hatten, quälen mich nun anyphilaktische Attacken. Fieber, Geschwüre, usw.
    Eine Chemo möchte ich vermeiden!

    1. „Eine Chemo möchte ich vermeiden!“
      Mein Vater hat auch seit ca einem halben Jahr Leukemie. Auf Anraten der Ärzte hat er sich dann dazu entschlossen, eine Chemo-Therapie durchführen zu lassen. Heute ist er bereits komplett von von diesem Blutkrebs befreit. Die Therapie wird noch bis September zu Ende geführt.
      Viele Leute haben ja Angst wegen der bösen Nebenwirkungen der Chemo. Aber mittlerweile gibt es so gute „Gegenmittel“, dass sich das alles in Grenzen hält. Er ist 1 Woche im Krankenhaus, 2 zu Hause. Den ersten Tag nach so einer Therapie ist er dann zwar etwas geschwächt – das wars dann aber auch.
      Also: Nur Mut!

  2. Auf der Website «Такие дела» („Solche Dinge“) https://cancer.takiedela.ru/ steht:

    „Andrej Pawlenko ist einer der besten Onkologie-Chirurgen Rußlands. Im März 2018 stellte er fest, daß er Magenkrebs im dritten Stadium mit positiver Peritoneallavage (Bauchfellspülung) hat. In diesem Fall betragen die Chancen auf eine Genesung etwa fünf Prozent.

    Ein Mensch, der in Rußland an Krebs erkrankt, weiß nicht, wohin er sich wenden kann und was er tun soll. Er versinkt in einem Meer widersprüchlicher Informationen. Andrej Pawlenko und «Solche Dinge» sind der Ansicht, daß man das ändern muß.

    Wir starten ein Projekt, in dem Andrej Tag für Tag über sein Leben und das System der Krebsfürsorge in Rußland berichten wird. Schließen Sie sich ihm an — und leben Sie zusammen mit ihm noch einen weiteren Tag.“

    Der Inhalt seiner Seite besteht aus einem manifest, Fragen und Anworten, Podcast, Kalender und Kontakt-Mail (allerdings alles auf Russisch.

    Eine Interview mit Andrej findet sich hier (auch russisch):
    https://meduza.io/feature/2018/04/24/samokopanie-lozhnyy-put-ono-tolko-kradet-krupitsy-vremeni

    1. Progress

      Das ist hier nicht erlaubt, weil das Propagieren von Quacksalberei und anderen auf Aberglauben basierenden Methoden als Ersatz für „Schulmedizin“ – auch bekannt als nachprüfbar wirksame Medizin – im Fall von tödlichen Krankheiten mörderische Folgen hat. Quacksalberei als Ersatz wirksamer Behandlungen verringert die Überlebenschancen z.B. bei einer Krebserkrankung drastisch.

      1. Jedwede Falschanwendung von entweder falscher Medizin, als auch falscher Methode kann schwerwiegende Folgen haben, so wie das beimir der Fall war, dass bei Ödemen, Salizilate+ Benzoate
        als Salbe zur Behandlung verschrieben worden waren, als Folge von schwer abheilenden Ekzemen,
        welche nur auf Cortison mehr ansprechen. A´llergologen wissen mehr darüber.
        Ekzeme brechen unmittelbar durch die Histaminausschüttung der vermehrten Monoklonalen Mastzellen auf und die Haut bläht sich dabei auf. Mastzellen sind offenbar triggerbar durch Stress , aber auch durch Allergene, wie Salizilate / Bezoate.
        Dank für den Zuspruch! Ich werde mich dazu noch schlau machen.

  3. Quacksalberei ist gut.
    Knallhart und konsequent bist du ja.

    Ich hab gerade AMN dieses Foto gesehen.

    Hab mich gefragt was diese runden Dinger an Bord sein können.
    S300???
    Würde mich freuen.
    Vor allem so schön deutlich auf Deck damit alle Satelliten es sehen können.

    1. @Pawel
      „Hab mich gefragt was diese runden Dinger an Bord sein können.
      S300???
      Würde mich freuen.
      Vor allem so schön deutlich auf Deck damit alle Satelliten es sehen können.“

      .

      Könnte sein ist aber nicht wirklich zu verifizieren. Warten wir einfach ab was hier in diesem Punkt die Zukunft bringt.

  4. Solange es für Wunderheiler, Astrologen und Wahrsager einen Markt gibt, wird sich Quacksalberei auch nicht unterbinden lassen. Doch es wäre engstirnig, keine Alternativen zur sog. „Schulmedizin“ zuzulassen. (Ganz abgesehen davon, daß die Bezeichnung „humorvoll“ – wie die Überschrift lautet – hier unangebracht ist.) Das entspricht weder den Auffassungen von Dr. Pawlenko noch denen anderer Onkologen. Prof. Orlowa z.B., die Inhaberin des Lehrstuhls der Petersburger Staatl.Med.Universität gesteht ein, daß selbst die modernsten Methoden der Krebstherapie nichts daran ändern konnten, daß die Mehrheit der Patienten bereits kurze Zeit nach dem Auftreten von Metastasen sterben.

    Gerade in der Sowjetunion hatte man sich schon vor Jahrzehnten intensiv Gedanken über alternative Krebstherapien gemacht. Die Frage war natürlich schon damals in den 1950er Jahren eine brisante politische Frage – besser gesagt eine ökonomische, denn der Einfluß der Pharmaindustrie auf die Forschung hatte vor allem in den USA enorm zugenommen. Gleichzeitig darf man aber auch nicht außer Acht lassen, daß Umweltschädigungen durch Verseuchung der Luft und des Grundwassers, der Meere und der Lebensmittel durch die industrielle Produktion, durch Radioaktivität und Chemikalien jede noch so ausgeklügelte Therapie zunichte machen können.

    Erst wenn das ökonomische Interesse am Profit verschwunden ist, wird man sich mit Erfolg den Lebensfragen der Menschheit zuwenden können.

    1. Sascha

      Wenn man Andrey Pavlenko zuhört, kann man merken, dass er ein humorvoller Mensch ist. Das Thema ist natürlich todernst.

  5. Vor allem sind es Stoffe, welche bedenkenlos in unseren Konsum eingebaut wird, es sind viel Gifte, Chemikalien, welche künstlichin Nahrungsmittel und Pflegemittel eingebracht, Immunveröndernd wirken. Was hat zB. potassium benzoatum in Hautchreme verloren, ein Allergen!

  6. a) Meine Tochter: Diagnose Blutkrebs mit 1,5 Jahren-als geheilt entlassen-Rückfall-erneute Chemo-Wasser in der Lunge, Tod mit 3 Jahren Grund: Überdosis
    b) Laß ich mal weg, würde jetzt zu weit führen ….

  7. Ein Beispiel.
    Eine ganz liebe Bekannte ist mit 53 Jahren gestorben. Sie hatte Brustkrebs und hat sich für eine alternative Behandlung entschieden. Es sah auch ca. 1,5 Jahre alles gut aus, dann hieß es noch 3 Wochen eine Intensivkur in Deutschland (lebe nicht mehr dort) und sie wäre wieder geheilt. Eine Freundin dort hat sie dann bald zwangsweise (sie wollte das nicht)ins Krankenhaus gebracht. Der Arzt dort meinte sie stand kurz vor dem Nierenversagen.
    Viel genutzt hat das dann aber nicht, die Metastasen waren schon in der Wirbelsäule und die Leber war auch schon betroffen, sie ist dann am Versagen der Leber gestorben.
    Es ist furchtbar was so Quacksalber reden, versprechen, viel Geld verlangen – und sie können nichts!!

    1. Ursula

      Deine Bekannte ist beileibe kein Einzelfall. Das tragische an der Situation ist, dass je nach Zeitpunkt der Entdeckung und Art des Brustkrebs die Überlebenschancen bei medizinischer Behandlung vergleichsweise gut sind. Die 10-Jahre-Überlebensrate beträgt bei Brustkrebs laut Netdoktor immerhin 82%. Unbehandelt, oder behandelt mit Quacksalberei, liegt die 10-Jahre-Überlebensrate nach Streuung bei kaum 10%. Anders ausgedrückt: Quacksalberei tötet im Fall von Brustkrebs innerhalb von zehn Jahren beinahe sieben von zehn Patientinnen, die sich deswegen nicht tatsächlich medizinisch behandeln lassen.

      Genau deswegen, weil Quacksalberei anstelle von Medizin im Fall von Krebs ausgesprochen tödlich für diejenigen ist, die da drauf reinfallen, toleriere ich hier keine Quacksalberei. Da bin ich für absolut null Toleranz.

      1. Zellveränderung ist mühsam und bedingt Vorwissen, so meinen halt die Emotionalen, es erübrigt sich,
        weil Quacksalber so schön zu Lügen verstehen. Gelegenheit macht Diebe, so verdienen solch Scharlatane viel an den Leidenden, welche sich was vorschwärmen lassen.
        Bei eingebildeten Krankheiten ist es egal, aber bei Krebs ist es tödlich.
        Im Wilden Westen wurden solche Betrüger einfach gelyncht oder geteert und gefedert.
        Sehr nützlich ist googel, weil da wissenschaftliche Arbeiten zum Thema lesbar sind.
        Das war mir nützlich, als ich nach Minipenizillin, meine clostridien rebellisierte auf clostridium diffizile und ich das selber diagnostizieren konnte und mittels anaerobex den Keim wieder los werden, dauerte auch ein halbes Jahr! Seither gibt es nur mehr Minimum 7 Tage Penizillin!

      2. Das verstehe ich.
        Zuerst dachte ich auch, vielleicht war es die richtige Entscheidung, obwohl ich doch immer am zweifeln war.
        Ganz schlimm die Aussage, sie würde in 3 Wochen wieder geheilt sein.

  8. Es gibt jetzt seit kurzem diese Meldung und dieses schöne Video welches in einer kürzlich befreiten Ortschaft in Ostkalamon zeigt wie zahlreiche Männer regelrecht in Warteschlangen sich für die Syrische Armee einschreiben wollen. Das ist natürlich erfreulich aber ist das normal ? Hat es vorher auch schon so eine derart große Bereitschaft gegeben an anderen Orten ? Das ist ja wirklich eine große Anzahl .Kaum zu zählen.

  9. Werte Gemeinde,

    ich finde es gut, dass auch über solche Themen hier einmal gesprochen wird. Auch haben sich aktuell hier einige offenbart mit Schicksalen bei sich selbst und im familiären Umfeld.

    Das Leben ist manchmal grausam und verläuft keineswegs geradlinig. Auch ich hatte vor mittlerweile 20 Jahren einen schweren Schicksalsschlag zu verkraften als meine Frau und mein ältester Sohn bei einem Brandunglück ums Leben kamen. Meinem jüngsten Sohn mit 2 Jahren und mir wurde ein zweites Leben geschenkt.

    Ich habe dank Familie, Freunden und Kollegen ins Leben zurückgefunden und meine jetzige Frau und ich leben friedlich und froh mit gesunden Kindern zusammen.
    Was will ich sagen: gerade bei mir haben sich damals viele offenbart die ebenfalls Schicksalsschläge zu verkraften hatten und diese sind gar nicht selten. Solche Dinge werden normalerweise auch nicht gross hinausposaunt.
    Und aufgrund meiner eigenen Biographie bin ich sensibel hinsichtlich dem Leid anderer insbesondere dann, wenn es aufgrund von niedrigen Beweggründen (Macht, Geld, Einfluss…) anderer entstanden ist und billigend in Kauf genommen wird.

    Und da ist der angezettelte und bis heute von außen befeuerte Bürgerkrieg in Syrien mit hunderttausenden ähnlichen Schicksalen nur ein sehr prominentes Beispiel.

    Besonderer Dank gilt hier einmal dem Parteibuch als fester Kompass und zur Einordnung im täglichen Medienwahnsinn und dessen Manipulationen, Weglassungen und Verkürzungen und ich bin froh, dass es das Parteibuch gibt, auch dass die Diskussion hier zivilisiert und auf hohem Niveau verläuft.

    Aufgrund der aktuellen Themensetzung bin ich aber trotzdem in Sorge.

  10. https://deutsch.rt.com/nordamerika/69051-goldman-sachs-krankheiten-schnell-zu/
    „Krankheiten schnell zu heilen ist schlecht für das Geschäft “

    Das bedeutet ( grob gesagt ) :
    die Krankheit kann bzw sollte man hier im Werte Westen erstmal stoppen. Aber erst danach bzw wären dessen, sollte man sich für eine Heilung wo anders umschauen.

    nur noch in diesem Sektor, stagnieren bzw bekämpfen einer Krankheit (Medizin) , hat der Werte Westen noch Marktvorteile. In allen anderen Sektoren ist der Werte Westen mittlerweilen ein „Entwicklungsland“.

    Syrer/Russen/iraner und und und beklagen insbesondere Sanktionen in diesem Bereich.

    Aber ich hoffe in wenigen Jahren klagen sie nicht mehr, denn auch dort geht die Entwicklung weiter

    übrigens Marco Glowatzki spricht das Problem mit den Sanktionen von Krebs / Aids Medikamenten in Syrien hier an

    http://www.youtube.com/channel/UCErMI6gpmiX685RHFg2Dmsw/videos?view=0&sort=dd&flow=grid

    Wie kann man einem todkranken seine Medizin verwehren / sanktionieren ? Aus was für einen Grund lässt man ihn ohne seine Medizin sterben?

    Weil er was machen könnte wenn es ihm wieder besser gehen würde ?
    Warum sanktioniert man Krebsmedizin in Syrien / Russland / Iran ?

  11. Auch wenn ich mich hier unbeliebt mache, möchte ich doch anmerken, dass Quacksalberei zu unterscheiden ist von alternativen Heilmethoden, die teilweise gar nicht alternativ, sondern uralt und aus diversen Gründen in Vergessenheit geraten sind.

    In meiner Familie habe ich inzwischen zwei Menschen durch Krebs verloren und habe die konventionelle Behandlung (Chemo, Bestrahlung) quasi live miterleben dürfen. Dabei sind beide Menschen geradezu jämmerlich zugrunde gegangen. Das sitzt bis heute als Trauma in mir.

    ***

    Herzliche Grüße an alle, ped43z

    1. ped43z

      Mein herzliches Beileid zum Verlust zweier Menschen durch Krebs. Das Trauma kann ich nachvollziehen. Anders als Andrei Pawlenko, der von der deutschen Krebsbehandlung im Vergleich zur üblichen russischen geradezu begeistert zu sein scheint, sind mir die Mängel der deutschen Krebsbehandlung vermutlich bewusster. Einer der in Fachkeisen unter Schlagworten wie „Chemo bis zum Tod“ viel diskutierten Mängel scheint zu sein, dass Onkologen in Deutschland Patienten nicht selten Behandlungen wie Chemotherapie und Bestrahlung verordnen, obwohl das Krankheitsbild des Patienten bereits so weit fortgeschritten ist, dass der zu erwartende Nutzen im Verhältnis zu den erwarteten Nebenwirkungen aus Patientensicht nicht mehr positiv wäre, wenn die Patienten über die zu erwartenden Nebenwirkungen der Behandlung besser informiert würden. Die bittere Wahrheit, dass es bei manchen fortgeschrittenen Krebsstadien jenseits der Schmerzerleichterung keine sinnvollen Behandlungen mehr gibt, wo eine durchschnittlich um ein paar Tage verlängerte Lebenserwartung die durch schwerste Nebenwirkungen eingebüßte Lebensqualität rechtfertigen würde, ist natürlich auch schwer zu vermitteln, und manchmal mögen da natürlich auch unbelegte Krankenhausbetten und ähnliche Umstände eine Rolle spielen.

      Was die „alternativen Heilmethoden,“ die eigentlich besser „Heilmethoden ohne nachgewiesene Wirksamkeit“ heißen müssten, denn sobald für eine „alternative“ Heilmethode eine Wirksamkeit nachgewiesen wird, ist sie ja nicht mehr „alternativ,“ sondern klassische Medizin, angeht, möchte ich aus dem oben bereits verlinkten Artikel von Andrej Pavlenko eben noch ein paar sehr vernünftige Sätze übersetzen:

      Man darf den Patienten nicht seines Glaubens berauben. Wenn ein Mensch an nicht-traditionelle Medizin glaubt und die Behandlung mit nachgewiesener Wirksamkeit ablehnt, ist das schlecht, und man muss alles tun, um seine Meinung zu ändern. Aber wenn ein Mensch, der das grundlegende Schema der Therapie erhält, sagt: „Andrei Nikolaevich, wie sehen Sie es, wenn ich, zum Beispiel, anfangen werde, Leinsamen zu nehmen?“ – dann antworte ich, dass er es versuchen könne. Wenn ein Mensch an eine solche zusätzliche Behandlung glaubt und es ihm nicht schadet, muss man nicht absagen, den Placebo-Effekt hat bislang noch niemand aufgehoben, und die Psychosomatik auch nicht. Der Glaube muss unbedingt unterstützt werden.

      Anstelle von „Leinsamen“ im Beispiel oben könnte natürlich auch Handauflegen, Homöopathie, Gebete, Akkupunktur, Grüntee oder was auch immer stehen. Dem möchte ich noch hinzufügen, dass der Glaube an eine Heilwirkung von Grüntee oder anderem Tee gerade im Fall von Chemotherapien ausgesprochen hilfreich sein kann, denn manche Chemotherapien belasten die Nieren sehr stark, und sie können die Nieren auch zerstören, weshalb Patienten möglichst sehr viel Flüssigkeit zu sich nehmen sollten, um die Nieren zu spülen und damit zu entlasten. Wenn Patienten dann reichlich Tee trinken, weil sie an eine Heilwirkung von Grüntee glauben, hilft das natürlich genauso dabei, den Werdegang zum Dialysepatienten zu vermeiden, wie wenn Patienten viel Tee trinken, um einfach nur ihre Nieren zu spülen, so wie Ärzte das empfehlen.

      1. Weil Sie hier Grünen Tee erwähnen. Es wurde über 9 Jahre eine Studie mit 41.761 Japanern durchgeführt. Ergebnis:

        „Compared with participants who consumed less than 1 cup/day of green tea, those who consumed 5 cups/day or more had a 42% lower risk of hematologic malignancies and a 48% lower risk of lymphoid neoplasms.“
        https://www.researchgate.net/profile/Naoki_Nakaya/publication/26703681_Green_Tea_Consumption_and_Hematologic_Malignancies_in_Japan_The_Ohsaki_Study/links/09e4150284dcd1b4b4000000/Green-Tea-Consumption-and-Hematologic-Malignancies-in-Japan-The-Ohsaki-Study.pdf?origin=publication_detail

        Verglichen mit Teilnehmern, die weniger als 1 Tasse / Tag Grüntee konsumierten, hatten diejenigen, die 5 Tassen / Tag oder mehr konsumierten, ein 42% geringeres Risiko für hämatologische Malignome und ein 48% geringeres Risiko für Lymphoid Neoplasmen.

        Dauer und Umfang sprechen nicht für eine Schrottstudien. Ergebnis ist signifikant.

      2. Matthias

        Diese und andere asiatische erfolgversprechende Studien zu Grüntee und Krebs haben dazu geführt, dass auch in Deutschland und anderen westlichen Ländern reihenweise Studien zu Grüntee und Krebs durchgeführt wurden. Auch wird Patienten in vielen deutschen Krebskliniken Grüntee angeboten. Allerdings kamen die Studien dann reihenweise zu dem Ergebnis, dass es da kein signifikanter positiver Unterschied zu beobachten war. Man kann es, freundlich formuliert, so ausdrücken, dass die Ergebnisse der asiatischen „Grünteeforschung“ offenbar nicht auf Europa übertragbar sind.

        Aber wie ich oben bereits gesagt habe, Grüntee scheint jedenfalls auch nicht zu schaden, und eine großzügige Flüssigkeitszufuhr ist für Krebspatienten definitiv in vielen Situationen wichtig. Für die Flüssigkeitszufuhr spielt es keine Rolle, ob Patienten dem Tee eine Heilwirkung zuschreiben oder nicht. Hauptsache es wird reichlich getrunken.

    1. Matthias

      Da war die Zensur vermutlich etwas zu rabiat. Das tut mir Leid.

      Was „Vitamin C“ und Krebs betrifft, so finde ich, dass es auf der Seite der Carstens-Stiftung einen interessanten Artikel gibt, der sich auch auf die „Studie“ von Sascha Venturelli et al bezieht. Als Schlüsselsatz sehe ich da:

      So zeigte sich in einem in-vitro-Versuch, dass Ascorbinsäure (Vitamin C), in einer Dosis von 5 Millimolar (mM) kurz vor der Bestrahlung appliziert, die Vernichtung von Tumorzellen durch die Strahlentherapie wesentlich unterstützen konnte.

      Die Dosierungsempfehlung von 5 Millimolar erscheint mir da wichtig, fast so wichtig wie die Aussage, dass das „die Vernichtung von Tumorzellen durch die Strahlentherapie wesentlich unterstützen“ könnte. Ich glaube, Ärzte verstehen die Angabe der Dosierung als „fünf Millimolar“ gut. Wer mag, kann das ja mal in Gramm oder Milligramm umrechnen. Und wenn 5 Millimolar Vitamin C „die Vernichtung von Tumorzellen durch die Strahlentherapie wesentlich unterstützen“ können, etwa bei der Entscheidungsfindung, ob eine Strahlentherapie die richtige Behandlung ist, ist das sicher nicht unbedingt schlecht.

      Was aber total falsch wäre, ist, wenn bei Patienten der Eindruck hängen bliebe, dass Vitamin C nicht nur eine Ergänzung, sondern eine Alternative zu einer nachprüfbar wirksamen Therapie wie Strahlen- oder Chemotherapie wäre. Die Carstens-Stiftung und Prüfarzt Sascha Venturelli versuchen erkennbar, diesen falschen Eindruck zu vermeiden, und man kann nur hoffen, dass ihnen das auch wirklich gelingt.

      1. Kein Problem.

        Zur Umrechnung:
        – 1 mM = 1 mmol/l
        – 1 mmol/l = 18,0182 mg/dl
        – 1 mg/dl = 180,128 mg/l
        Blutmenge im menschlichen Körper ungefähr 5 – 6 l (ca. 7 – 8 % vom Körpergewicht)
        (https://www.grossesblutbild.de/wie-viel-blut-hat-ein-mensch.html)

        Bsp: 80 kg x 7 % = 5,6 l / x 8 % =6,4 l

        5 mM entspricht 900,64 mg/l x 5,6 l = 5043,584 mg / x 6,4 l = 5764,16 mg

        Es müssten bei einer 80 kg schweren Person 5 – 5,8 g Vitamin C zugeführt werden, um diese 5 mM zu erreichen.

        Empfehlung der DGE hinsichtlich Tagesbedarf an Vitamin C
        (https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/vitamin-c/)

        95 mg bei Frauen, 110 mg bei Männern = 0,095 g / 0,11 g
        D.h., dass für die Wirksamkeit von Vitamin C das 500fache der empfohlenen Tagesdosis zugeführt werden muss!

        Dr. Dr. Venturelli (Uniklinik Tübingen) hat in seiner Studie bis zu 8 mM verwendet.
        (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4142417/)

      2. Matthias

        Eine Wirksamkeit von Vitamin C bezüglich der Krebsbehandlung belegt Sascha Venturelli gerade nicht, und das schreibt er auch:

        „This obvious discrepancy between impressive anticancer efficacy in various pre-clinical models and lack of a reproducible anticancer activity in cancer patients clearly demonstrates that crucial (co-)factors executing the anticancer efficacy and an appropriate clinical treatment regimen remain to be deciphered.“

        Das, worum es dabei wirklich geht, schreibt die Carstens Stiftung so:

        „die Vernichtung von Tumorzellen durch die Strahlentherapie wesentlich unterstützen konnte… Zur festen Etablierung in der Standardbehandlung von Krebs reiche es jedoch nicht, dazu seien auf diesem Gebiet mehr qualitativ hochwertige Studien erforderlich.“

        Kurz gefasst: das ist ein Versuch, Menschen, die sich einer wirksamen Behandlung wie Strahlentherapie aufgrund von Gerüchten von Wunderheilern verweigern, die Skepsis zu nehmen, in dem zusätzlich – den Gerüchten von Wunderheilern folgend – Vitamin C gegeben wird. Dass das Vitamin C keine Wirkung hat, ist dabei vom psychoonkologischen Standpunkt aus egal, solange es dazu führt, dass damit mehr Menschen gleichzeitig in wirksame Behandlungen einwilligen. Die Wirkung ist also ähnlich wie die vom Grüntee.

        Nur so erklärt es sich, dass ein Prüfarzt so einen hanebüchenen Quark wie in der mit einem „kostenlosen Online-Tool“ durchgeführten „Studie“ zu Vitamin C publizieren kann, ohne dass das negative Konsequenzen hat.

      3. Ihr Zitat habe ich im Artikel gefunden. Zwei Absätze weiter unten wird geschrieben:
        „In the present study, we provide novel evidence that in human metastatic melanoma cells only pharmacological doses of ascorbate induce substantial epigenetic changes.“
        Ich verstehe das so, dass es weiter oben im Artikel gar nicht um die vorliegende Studie ging. Es ist eben eine Einleitung, die andere Studien thematisiert.

        Zum kostenlosen Onlinetool MIRUMIR.
        Die Nutzung diese Tools war Bestandteil der Untersuchung. Mit diesem wurden Messergebnisse mit der Datenbank abgeglichen. Schauen Sie, wer hinter dem Tool steht. Aufgrund Ihrer Russischkenntnisse werden Sie es vermutlich wesentlich einfacher haben als ich, Informationen zu den Personen zu erhalten.
        Die Autoren verweisen hier hin: http://www.bioprofiling.de/MIRUMIR
        Die Tools Nutzung der Tools von bioprofiling.de werden hier nachgewiesen:
        https://scholar.google.co.uk/scholar?start=0&q=bioprofiling.de&hl=en&as_sdt=0,5
        Wie Sie sehen werden, sind Veröffentlichungen, die dieses Tool nutzen, nicht selten und werden ebenfalls nicht selten vom National Institut of Health (NIH) publiziert. Insbesondere Publikationen des NIH als hanebüchenen Quark zu bezeichnen, erachte ich in diesem Sinnen nicht zielführend.

      4. Matthias

        Mir ist schon klar, dass der Glaube ebenso Berge versetzen wie blind machen kann. Was den hanebüchenen Quark angeht, der in der „Studie“ von Sascha Venturelli et al zu lesen ist, soll es mir recht sein, solange der Glaube an „Vitamin C“ hilft, Leute davon zu überzeugen, sich einer wirksamen Krebsbehandlung wie Strahlen- oder Chemotherapie zu unterziehen. Die fatale Gefahr von solchem Unfug liegt natürlich darin, dass die seit Jahrzehnten durch die Welt ziehenden Quacksalber ihn dazu nutzen, um Menschen von einer wirksamen Behandlung abzuhalten.

        Lassen wir es hier an dieser Stelle dabei. Ich habe keine Lust, meine Zeit hier mit der stets ausufernden Rabulistik der Quacksalberei zu verschwenden.

      5. Das ist in Ordnung.
        Vielen Dank, dass Sie trotzdem so viel meiner Kommentare durchgehen lassen haben. Ich hatte eher mit der roten Karte gerechnet.
        Jetzt freue ich mich auf Ihre weiteren Beiträge und werde im Sachbezug Gesundheit auf Ihrem Blog ruhig bleiben.

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