Schwierigkeiten bei der Evakuierung von Terroristen aus Douma

Wie die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA am heutigen Donnerstag berichtete, wurde die Evakuierung von Terroristen aus Douma heute aufgrund von Streitigkeiten der Terroristen untereinander ausgesetzt und die bereits nach Douma eingefahrenen Busse wurden aus dem Ort zur weiteren Bereitschaft in der Nähe abgezogen.

Wael zufolge wurde die Evakuierung von Terroristen und ihren Angehörigen hingegen im Stillen trotzdem fortgesetzt, und dabei jedoch auf die Bedingungen der Terroristen eingegangen, dass die Evakuierung nicht gefilmt werden darf, die Busse nicht grün sein dürfen und die Busse mit Vorhängen ausgestattet sein müssen. Was da nun stimmt, ist schwer zu sagen. Auf der Livecam des russischen Verteidigungsministeriums am Douma-Checkpoint waren heute zwar einige Busse zu sehen, die aus Douma herauskamen und anscheinend kontrolliert wurden, doch war nicht zu erkennen, ob die Busse besetzt oder unbesetzt waren.

Rapide Fortschritte gibt es hingegen unzweifelhaft bei der Wiederherstellung von Normalität in bereits befreiten Gebieten von Ost-Ghouta. So wird beispielsweise die Autobahn nach Homs zügig repariert und soll nach fast sechs Jahren Unterbrechung bereits in wenigen Tagen wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Aus Europa wurde unterdessen gemeldet, dass nach der deutschen Regierung trotz anhaltender US-Kritik daran heute auch die finnische Regierung eine wesentliche Genehmigung für den Bau der von Russland nach Deutschland verlaufenden Erdgaspipeline Nord Stream 2 durch die finnische Exklusive Ökonomische Zone erteilt hat, und die Verfahren für noch fehlende Genehmigungen aus Schweden und Dänemark wie geplant vorankommen.

18 Gedanken zu “Schwierigkeiten bei der Evakuierung von Terroristen aus Douma

  1. Ist die pipeline erstmal da, dürfte sich der Druck auf Polen und andere seitens der EU erhöhen, oder nicht? Kommt es dann bald auch zur zwei-klassen EU wie z.b. Analitik prophezeit?

    1. pizza

      Vor allem die Budget-Schwierigkeiten der Ukraine dürften sich erhöhen, wenn deren Einnahmen aus dem Gastransit wegfallen.

      Langfristig gesehen bedeutet die Pipeline vermutlich, dass die US-Strategie, einen aus Polen und der Ukraine gebildeten Keil zwischen Deutschland und Russland zu treieben, gescheitert ist, Polen und die Ukraine damit ihren strategischen Wert für die USA verlieren und sie damit in geopolitisch ruhigere Fahrwasser kommen können.

      1. Ich denke Polen wird noch eine Weile ein Keil bleiben.
        Die russophobe Einstellung ist schon seid hunderten Jahren so und wird sich nicht so schnell ändern.
        Solange die Polen nicht begreifen , das sie bei der ersten Gelegenheit wieder verraten und im Stich gelassen werden, klammern die sich an den angloamerikanischen Rockzipfel.

        Zu Julia noch was.
        Wenn die wirklich demnächst nach Russland zurückkehrt , wird die sicherlich ordentlich untersucht werden. Meines Wissens kann man mittels der Haare und Finger/Fußnägel noch lange Zeit später herausfinden, was denn nun das Gift war.
        Ich vermute ja das das einfach nur gepanschter Wodka mit Namen Novitschok war.
        Im Gegensatz zu Briten , können Russen solch ein Gift vertragen.
        Deshalb wundern sich alle das die noch leben.
        Das ist doch für die Russen wie Frostschutzmittel.
        Muhaha.

    2. pizza
      dürfte sich der Druck auf Polen

      Mit Polen hat das wohl wenig zu tun. Das ist historisch bedingt. Die Erdölleitung in die DDR hat man ja über Polen nach Schwedt gebaut. Da es aber immer wieder Probleme beim Transit durch Polen gab, was ja im Fährhafen in Mukran gipfelte, wurde die Gastrasse durch die CSSR gelegt. Das heißt, wenn dann würde es sich gegen die Nachfolgestaaten der CSSR richten und davon habe ich bisher nichts gehört. Die dürften jetzt sich am Reexport in die Ukraine eine goldene Nase verdienen.
      Politisch verärgert dürften vor allem die Bulgaren sein. Den Bau von Southstream hat die EU verhindert, da entgehen den Bulgaren jetzt riesige Einnahmen..

  2. „…Polen und die Ukraine damit ihren strategischen Wert für die USA verlieren und sie damit in geopolitisch ruhigere Fahrwasser kommen können…“

    Hübsch ausgedrückt, PB. „geopolitisch ruhigere Fahrwasser“.

    Beim morgendlichen Kurz-Überblick fand ich auch bemerkenswert, daß das Haupt-Kriegstreiberblatt ZON inzwischen vorsichtigen Abstand von den Briten nimmt:
    http://www.zeit.de/politik/ausland/2018-04/diplomatie-grossbritannien-russland-sergei-skripal-kommunikation

    Die Zeiten ändern sich, sogar bei der Zeit.

    1. Die Mafia ändert sich nicht, sondern sie richtet ihr Fähnchen nach dem Wind, denn auch bei ZON/WELT…findet man dutzendfach kritische Kommentare, wenn sie die Zensur überstehen und eine schallende Ohrfeige haben sie aktuell mit ihrer eigenen Umfrage kassiert, ob die Diplomatenausweisung gegen Russland richtig war. Ergebnis rd. 80% sagen nein! bei rd. 35.000 Votern und das bei diesen Blättern.
      Die Mafia ist und bleibt noch stark, aber ihre Medienhoheit wie damals vor den Internetzeiten haben sie deutlich verloren, Tendenz weiter fallend.

    2. manche meinen, dass es eher daran liegt, dass die EU den briten eine falle gestellt hat, bzw. die briten haben sie sich selbst gestellt, die EU musste nur noch zunicken (siehe analitik)
      das würde auch erklären warum die meldungen, dass russland wohl doch nicht eindeutig der täter ist recht schnell in den mainstream kamen.

  3. Als Anfang der 80’er Jahre Pipelines nach Westdeutschland gebaut wurden gab es auch schon den Druck aus der USA. Auch damals war schon der Vorwurf: Deutschland würde sich abhängig machen. Auch damals sollten Konzerne, welche an der Pipeline mit bauen in der USA mit Sanktionen belegt werden.
    Die Ukraine hat es mit ihrem Raubrittertum einfach übertrieben. Eigentlich hätte die Ukraine voll das Interesse haben müssen, dass es zu mehr West-Ost Handel kommt und sie als Transitland jeweils etwas mit verdienen. Nun, die Einsicht wird mit der Zeit auch kommen. Auf die nächsten freien Wahlen kann man dort gespannt sein.
    Wenn UK nicht mehr in der EU ist wird die USA versuchen über andere Regierungen in die EU ihre Interessen gelten zu machen. Hier wird weiterhin Polen auch eine Rolle spielen.

    1. könnte mir vorstellen das der Oppositionsblock noch mehr Stimmen holen wird als die Poroschenkopartei, Julia Timoschenko wird ihn vorraussichtlich auch überholen. Natürlich fehlen Millionen Stimmen von der Krim und Donbass, aber es dürfte auch einige Westukrainer überzeugen die übrigens historisch gesehen immer die Verursacher von Krisen in der Ukraine waren. Der Ukraine geht es historisch gesehen besser wenn es von Russland geführt wird. Dazu sind Westukrainer Nazis ohne besondere Kultur. Man muss sich anschauen wer bei denen die Helden darstellen. Dann weiss man was das für Menschen sind.

  4. Sputnik mit einem zweite-Hand Zitat vom israelischen Ex-Geheimdienstchef.

    ***
    „In Syrien ist es schon vorbei. Die letzte Enklave (Ost-Ghuta) ist gefallen. Es ist nur das kleine Gebiet Daraa geblieben, wohin die (syrischen – Anm. d. Red.) Truppen verlegt werden. Wenn sie schlau sind und weder Schiiten noch die Hisbollah dorthin schicken, werden wir (Israel – Anm. d. Red.) nicht intervenieren“, wird Kedmi vom Nachrichtenportal „Ekonomika Segodnja“ zitiert.
    ***

    Laufen da vielleicht schon Gespräche?

    Es muss Israel klar sein, dass Daraa das nächste Ziel ist; und was es bedeuten würde, wenn sie etwas dagegen unternehmen wollen, offiziell; etwas Hilfe für die Dschihadisten wird es nicht retten).

    Womöglich ein Deal mit Russland, ihr sorgt dafür, dass keine Hizbollah näher an den Golan rückt, dann können wir da als Erfolg verkaufen.

    Für Russland sicher ok, für Damaskus letztlich erst mal egal, und was später geschieht steht auf einem anderen Blatt.

    1. @Andreas

      Wir sehen ein kluges, strategisch langfristiges ‚Spiel über Bande‘ der Astaniastaaten und ein Unterlaufen der alten Vasallenauflagen bezüglich Nordstream II. Der offene Verweis auf Trumps Wollen aber nicht Können durch Sputnik wäre im Winter noch nicht an der Zeit/ vorstellbar, gewesen. Das Propagandatrommelfeuer ist die sich selbst auslöschende Begleitmusik dazu. Bin gespannt für welchen Zeitpunkt Putin die Gefangennahme der 200 Natotruppen samt Offizieren und Biowaffenlaboren maximal (!) nutzen wird. Es bleibt spannend und für die Kriegsbetroffenen weiterhin katastrophal – insgesamt eine empörende WestWerte Agenda. Zeit, dass die Mehrheiten überall aufwachen und in die Speichen der korrupten Kriegsgewinnler greifen. Viele große Linien in der Geschichtsbewertung können/ müssen, heute neu bewertet werden. Falsche Kriegsgründe gab es auch vor 1945 reichlich.

  5. Nach dem Infight innerhalb der Islamarmee kamen Geschosse auf eine Vorstadt und auf den Sicherheitskorridor; Antwort der Russen mit Luftschlägen, konsequent.

    Nun sollen militärische Offensiven laufen; man muss die Verhandlungsbereitschaft wohl wieder schlagkräftig befördern.

    Es sind ja immer noch etliche Tausend Kämpfer in Douma; selbst bei einer „guten Quote“ wären da viele Tote und Verwundete für die SAA, und je enger das Stadtgebiet um so schwieriger, die Überzahl auszuspielen.

    wenn die nicht zur Vernunft kommen, wird man wohl zeigen, wie es weitergeht, in dem man einzelne Terrorhochburgen komplett plättet.

  6. ***
    wael @WaelAlRussi 2 Std.Vor 2 Stunden

    #SAA breached The first line of defense around Duma
    Heavy clashes/bombardments are going.
    ***

    bisher noch keine konkreten Meldungen, kann ja noch kommen

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