Evakuierung der Terrortaschen in Ost-Ghouta zieht sich

Auch am heutigen Donnerstag wurden wieder zahlreiche Personen aus der südlichen Ost-Ghouta-Tasche mit Bussen von Arbin in Richtung Idlib gefahren.

Am Nachmittag hieß es dazu, 23 Busse mit 1341 Personen einschließlich 646 Terroristen seien unterwegs. Das sind weniger Personen als in den letzten Tagen, aber immer noch nicht wenig. Am dicken Rauch sah man heute, dass die Terroristen versuchen, Beweismittel durch Verbrennen ihrer Zentralen aus der Welt zu schaffen, was normalerweise ein Zeichen für den baldigen Abschluss der Evakuierung ist. Schwierigkeiten machen bei der Evakuierung indes nach wie vor Terroristen, die mit Explosivstoffen an Bord der Busse gehen wollen. Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu hat dazu heute erklärt, bislang seien knapp 50 Sprengstoffgürtel beschlagnahmt worden, durch deren Zündung Terroristen vorgehabt hätten, die Evakuierung zu stören.

Aus der nördlichen Ost-Ghouta-Tasche Douma sind, wie auf der Livecam des russischen Verteidigungsministeriums vom humanitären Korridor aus Douma raus zu sehen war, auch heute wieder einige Hundert Zivilisten in die angrenzenden Regierungsgebiete geflüchtet. Was die Verhandlungen mit den Terroristenführern in Douma angeht, so gibt es nach wie vor Gerüchte, dass die Verhandlungen gut oder schlecht liefen, aber keine bestätigte Nachrichten. Die Stimmung scheint aber selbst bei notorischen Unterstützern der Terroristen in Douma inzwischen so zu sein, dass sie einsehen, militärisch verloren zu haben, und sie nun bloß noch auf das Ergebnis der Verhandlungen über die Kapitulationsbedingungen warten. Westliche Medien berichten dazu unter Berufung auf Informationen aus dem syrischen Staatsfernsehen, dass die syrische Regierung den Terroristen in Douma ein Ultimatum gestellt hat, bis Samstag Abend 24:00 Uhr die Bedinungen der Regierung zu Kapitulation und Evakuierung anzunehmen. Das ist insofern plausibel, als bis dahin die Evakuierung der Terroristen aus der südlichen Ost-Ghouta-Tasche abgeschlossen sein dürfte, und dann zum Wochenbeginn am Sonntag Morgen die Säuberung von Ost-Ghouta vom Terrorismus in Douma je nach Verhandlungsergebnis durch Kapitulation und Evakuierung oder durch militärische Maßnahmen fortgesetzt werden könnte.

In den in den letzten Wochen bereits vom Terrorismus befreiten Gebieten Ost-Ghoutas bemüht die syrische Regierung sich gegenwärtig, Schulunterricht für 15.000 Kinder zu organisieren. SANA meldet dazu, in einem Flüchtlingszentrum in Harjala seien 15 vorproduzierte Klassenzimmer in Betrieb genommen worden und in den erst vor wenigen Tagen befreiten Orten Saqba und Kafr Batna hätten bereits vier Schulen den Betrieb aufgenommen.

Gleichzeitig laufen nach wie vor Operationen, um in den gerade befreiten Gebieten die Infrastruktur der Terroristen aufzuspüren und zu sichern. In Harasta wurden dabei größere Lager mit Nahrungsmitteln und medizinischen Gütern gefunden. In Saqba wurde ein großes unterirdisches Feldlazarett der Terroristen sowie eines ihrer Hauptquartiere entdeckt und zwischen Saqba und Hazeh eine große Werkstatt zur Herstellung von Sprengstoffen und Granaten gesichert.

Gekämpft hat die syrische Armee heute in der östlichen Provinz Deir Ezzor. Nachdem sie dort im Raum Al Mayadin einen größeren Angriff von aus der Wüste kommenden ISIS-Terroristen abgewehrt hat, ist die Armee heute gemeinsam mit der Quds-Brigade zum Gegenangriff in der Wüste übergegangen.

Im Südwesten Syriens kämpfen unterdessen unter FSA-Label operierende Terroristen heftig mit unter dem international geächteten ISIS-Label operierenden Terroristen. Heute wurde gemeldet, dass FSA-Terroristen dabei einen gefangen genommenen Kommandeur der ISIS-Terroristen geköpft haben. Aus der nicht allzuweit davon in der Provinz Daraa liegenden Ortschaft Inkhel wurde berichtet, dass Einwohner dort heute den zweiten Tag in Folge gegen die Herrschaft des von der Terrorgruppe Al Kaida geführten Bündnisses HTS in ihrem Ort demonstriert haben.

Aus der Idlib-Tasche wurde heute derweil gemeldet, dass die von der Türkei unterstützte Jihadi-Allianz JTS und die von der Terrorgruppe Al Kaida geführte Jihadi-Allianz HTS da auch heute wieder westlich von Aleppo gegeneinander gekämpft haben.

Und schließlich kam heute von der Ebene der Weltpolitik die Meldung, dass Russland auf die Schließung des russischen Konsulats in Seattle und der Ausweisung von 60 russischen Diplomaten durch die USA dadurch reagiert hat, 60 US-Diplomaten aus Russland rauszuwerfen und die Schließung des US-Konsulats in Sankt-Petersburg anzuordnen.

Nachtrag Freitag 10:50h: Das syrische TV meldet, dass am gestrigen Donnerstag russischen Angaben zufolge 7.000 Personen aus Arbil nach Idlib verbracht wurden. Das wären sogar noch mehr als in den Tagen zuvor, und insgesamt müsste die Zahl nun schon bei rund 32.000 liegen. Und weiter geht es heute. In der Livecam sind momentan weitere Busse am Übergangspunkt Arbin zu sehen.

15 Gedanken zu “Evakuierung der Terrortaschen in Ost-Ghouta zieht sich

  1. Ich weiss nicht was Trumps Taktik ist. Was wollen er und die die hinter ihm stehen damit erreichen? Er hat Putin gratuliert aber wirft 60 Diplomaten raus. Wie will man da Kontakt aufnehmen für eine Verbesserung der Beziehungen? Corbyn scheint mit seiner Labourpartei der einzige Intelligente Mann in Grossbritaniens Politik zu sein, er glaubt die Version nicht, er weiss natürlich das sie falsch ist. Leider wird gegen ihn gehetzt. May und ihr Kabinett ist inkompetent und das seit Machtübernahme, man die Tories haben viele Stimmen verloren und Corbyns Labourpartei schliesst auf. Ich denke bei den nächsten Wahlen könnte May verlieren da sie absolut nichts geleistet hat.

    1. Macho

      Ich glaube, Trumps Taktik ist für jeden regelmäßigen Zuschauer von The Apprentice leicht nachzuvollziehen.

      Trump sendet gezielt widersprüchliche Botschaften, bzw er lässt sie senden. Die Leute, die er probeweise angeheuert hat, sollten ihre durchaus widersprüchlichen Ideen einbringen und umsetzen, aber am Ende entschied da die Beliebtheit bei den TV-Zuschauern, wer „hired“ und wer „fired“ ist und wohin die Reise ging.

      Gänz ähnlich führt Trump nun seine Präsidentschaft. Gesichter, die seine Zuschauer, bzw Wähler, insbesondere denen in den wichtigen Swing-Staaten im Rostgürtel, gut finden, werden geheuert, Gesichter, die ihnen nicht oder nicht mehr passen, werden gefeuert. Bei seiner Politik ist es ähnlich. Trump und seine Leute propagieren da gleichzeitig sich völlig einander widersprechende Konzepte.

      Man denke etwa an Syrien. Sollen die US-Truppen dableiben oder nicht? Soll die USA da gemeinsame Sache mit der Türkei oder mit der YPG machen? Und international ist es genauso. Klimapakt, ja oder nein? Strafzölle, ja oder nein? Russland-Sanktionen, ja oder nein? Trump und seine Leute haben dazu im letzten Jahr gleichzeitig und parallel sich einander ausschließende Positionen vertreten.

      Am Ende wird eher das gemacht, was den Zuschauern, bzw Swing-Staat-Wählern, gefällt. Den hochgebildeten Strategen passt das nicht. Wie kann man so Politik machen und eine wohldurchdachte und langfristig erfolgreiche Strategie verfolgen? Trump zuckt da nicht mit der Wimper. Wenn die TV-Zuschauer das wollen, dann bekommen sie es eben. Schließlich ist das das wichtigste Erfolgsrezept, um im Showgeschäft populär zu sein. Und wenn die Leute ihre Meinung dazu ändern, was ihnen gefällt, dann bekommen sie eben das, was sie dann wollen.

      1. Charles Hugh Smith hat einen Artikel geschrieben, der sich mit der Ernennung von John Bolton befasst. Unter anderem erklärt er auch die wechselhafte Politik Trumps.
        „Diese Art von nicht-linearer, nicht-ideologisch reiner „Politik“ (oder deren Fehlen) verwirrt den Tiefen Staat, der daran gewöhnt ist, dass Präsidenten ihre Agenda genehmigen und ihre Erzählung unterstützen.
        Sie haben es schwer, Trump zu kontrollieren, denn es ist schwer zu lesen, wie man ihn am besten einsetzt: …“
        Der komplette Artikel findet sich hier: https://www.oftwominds.com/blogmar18/decrypting-Bolton3-18.html (englisch) oder von mir übersetzt hier: https://bjoernstipp.wordpress.com/2018/03/29/entschluesselung-der-ernennung-von-john-bolton/

      2. Macho

        Ich glaube, in den USA nennen manche Leute das Demokratie, wenn Politiker einfach machen, was das Volk will.

      3. PB
        Ich glaube, in den USA nennen manche Leute das Demokratie, wenn Politiker einfach machen, was das Volk will.

        Ich eigentlich auch, doch dann nicht über Fernsehquoten, sondern über direkte Demokratie, wie die Schweiz dazu Ansätze hat. Nur braucht man dazu politische Bildung, die ich den Amis abspreche.

      4. Schweiz und „politische Bildung“:

        Amerika21, 30. März .2018 Schweiz: Schweiz verhängt Sanktionen gegen Venezuela

        https://amerika21.de/2018/03/197997/schweiz-sanktionen-venezuela

        Weil Venezuela durch Stärkung der Strukturen direkter Demokratie vor der ausländischen Einflussnahme rechtsextremistisch-imperialistischer Kräfte geschützt werden soll, nach Kolumbien, Honduras oder Brasilien, auch dieses Land auf der schiefen Bahn des sozial-kulturellen Rückschritts wieder einer auf demokratisch geschminkten neoliberal-faschistischen Terrordiktatur[1] zum Opfer fallen zu lassen, übt die Schweiz „Kritik am Wahlsystem“ und verhängt Sanktionen. Auch kein EU-Mitglied zu sein, kann offensichtlich bedeuten, noch einen langen Weg vor sich zu haben zu dem Grundsatz politischer Bildung internationaler Solidarität, dass es die Demokratie betreffend kein Messen mit zweierlei Maß geben kann.

        [1] Venezuela: Prominente und Aktivisten aus USA und Kanada fordern Ende der Sanktionen

        „Es ist kein Geheimnis, dass Venezuela ‒ im Gegensatz zu Mexiko, Honduras, Kolumbien, Ägypten oder Saudi-Arabien ‒ für einen Regimewechsel durch die USA ins Visier genommen wird, gerade wegen Venezuelas Führungsrolle im Widerstand gegen die Hegemonie der USA und die Auferlegung des neoliberalen Modells in Lateinamerika“, schreiben die Unterzeichner.

        https://amerika21.de/2018/03/197005/venezuela-prominente-gegen-sanktionen

        Rio de Janeiro: „Die Armee verhält sich wie in einer Diktatur“

        https://amerika21.de/blog/2018/03/197503/brasilien-rio-de-janeiro-militaer

        Die Linke in Lateinamerika – angegriffen von der Rechten und ihren eigenen Fehlern?

        https://amerika21.de/analyse/196340/herausforderung-linke-lateinamerika

        Die Causa Lula und der Kampf um Rückkehr zur Demokratie in Brasilien

        https://amerika21.de/analyse/195718/causa-lula-demokratie-brasilien

    2. suedlaendischermacho
      und das seit Machtübernahme, man die Tories haben viele Stimmen verloren und Corbyns Labourpartei schliesst auf.

      Und genau das ist es, warum jetzt die Russlandkarte gezogen wird.
      In den Brexitverhandlungen steht man derzeit da, das erst einmal alles bleibt, nur das UK in der EU nichts zu sagen hat (Übergangsregelung), genau das wollte man in UK gerade nicht und da muss man schon mal außenpolitisch auf den Schlamm hauen.
      Schauen wir mal, wie die Untersuchungen laufen, ob man es schafft, wie damals beim Flugzeugabschuss über der Ukraine die Untersuchungen in einen westlich genehmen Zustand zu bringen oder ob doch etwas Wahrheit heraus kommt.
      Übrigens ein Geistloser und deshalb gescheiterte Politiker ist ein gefährlicher Politiker. Und die Engländer sind nicht zimperlich: Falklandkrieg

  2. Meinte das Trump,es solle sich jemand anderes um Syrien kümmern?

    Französische Truppen „very soon“ in Manbidsch, berichtet ein französisches Magazin,nach Treffen Macrons mit Kurden.

  3. Wär schön, wenn Donald Trump das hier ernst meinen würde:
    „Wir kommen/gehen sehr bald aus Syrien raus. Lasst andere sich drum kümmern“
    https://www.rt.com/usa/422728-trump-syria-leave-troops/

    Begründung: das „Kaliphat“ ist besiegt und das Geld wird für die US-amerikanische Infrastruktur gebraucht.
    Sollte er das ernst meinen wird es ihm viele Wählerstimmen gewinnen/sichern und die Globalistenfraktion wird toben.

  4. …..Manbij ist nur ein Verkehrsknotenpunkt, was ist mit dem viel weiter südlich liegenden größten Wasserkraftwerk Syriens und den Öl-und Gasfeldern im Südosten ?

    ….sollten die USA das etwa auch Frankreich „übergeben“ ?….das wäre ziemlich ungewöhnlich !
    ….seit wann wackelt der Schwanz mit dem Schwein ?.

  5. Es schein, es gibt doch noch eine Einigung mit Jaisch al Islam in Douma:

    Wael
    ‏ @WaelAlRussi
    14 Std.vor 14 Stunden

    Unconfirmed
    Duma’s terrorists in #EastGhouta will withdraw to two destinations:
    1- East Qalamun
    2- #Jordan
    While the #US will withdraw from #AlTnaf base
    Al Rukban refugees camp will be managed by Russia and the ICRC

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