Evakuierung von Terroristen aus südlicher Ost-Ghouta-Tasche läuft nun zügig

Nachdem gestern lediglich 17 Busse mit 981 Personen an Bord die Reise von Irbin in Richtung Idlib angetreten haben, waren es am heutigen Sonntag, auch wenn bislang noch unterschiedliche Zahlen kursieren, wesentlich mehr.

Am Abfahrtspunkt für die Evakuierung in Irbin herrschte heute geschäftiges Treiben. Russische Soldaten und der syrische rote Halbmond verteilten warmes Essen und Proviant für die Wartezeit und die Reise.

Syrische TV-Sender meldeten am Mittag, dass 15 Busse mit 889 Personen an Bord Irbin in Richtung Idlib verlassen haben. Danny Makki meldete am frühen Abend, dass „gerade“ 33 Busse mit 2301 Personen an Bord Irbin Richtung Idlib verlassen haben. Und Hussein Mortada meldete vor einigen Minuten, dass noch 52 Busse mit 3708 Personen zur Abfahrt bereitstehen, während Breaking News mitteilte, dass am heutigen Sonntag insgesamt mehr als 75 Busse von Irbin in Richtung Idlib aufbrechen würden.

Natürlich muss sich niemand nach Idlib evakuieren lassen. Im Ort Hazeh zum Beispiel feierten nicht wenige Leute lieber die Ankunft der Armee als sich nach Idlib evakuieren zu lassen. Bei anderen Leuten wurde praktisch bis zur letzten Minute versucht, sie zu überzeugen, doch lieber zu kapitulieren und sich versöhnen zu lassen, als nach Idlib zu reisen.

Wenn solche Überzeugungsarbeit ab und an Erfolg gehabt hat, wäre das womöglich auch ein Grund für unterschiedliche Zahlen. Wie viele es am Ende auch sein mögen, so dürfte davon auszugehen sein, dass noch in der heutigen Nacht jeder, der es will, aus der südlichen Ost-Ghouta-Tasche in Richtung Idlib gebracht wird, und die südliche Ost-Ghouta-Tasche damit für terroristenfrei erklärt werden wird.

Die einzige Stadt, die dann morgen in Ost-Ghouta noch in Terroristenhand sein dürfte, ist Douma. Zur Evakuierung der nichtversöhnungswilligen Terroristen aus Douma gibt es offenbar trotz markiger Worte von der da herrschenden Bande „Islam-Armee“ Verhandlungen, doch die Verhandlungen gestalten sich unter anderem deshalb schwierig, weil die von Saudi Arabien unterstützten Terroristen der Islam-Armee wirklich nirgendwo, nicht mal in Idlib, willkommen sind. Letzte Gerüchte besagen, dass nun darüber diskutiert werde, evakuierungswillige Terroristend er Islam-Armee in die Ost-Qalamoun-Tasche zu verfrachten, aber ob das klappt ist keineswegs sicher. Russischen Angaben zufolge hat die Islam-Armee heute aber immerhin 1092 Zivilisten aus Douma rausgelassen, die zwar praktisch durch die Bank Kranke und sie begleitende Frauen und Kinder gewesen zu sein scheinen, aber immerhin ist mit der anhaltenden Freilassung von menschlichen Schutzschilden und Geiseln nach wie vor ein Anlass für einen Waffenstillstand gegeben.

Vom türkischen Präsidenten Erdogan war heute unterdessen zu vernehmen, dass die türkische Armee mit seinen Jihadi-Hilfstruppen als nächstes die Ortschaft Tel Rifaat nördlich der syrischen Stadt Aleppo sowie Sinjar im Nordirak erobern soll. Um überhaupt nach Sinjar zu kommen, müsste die türkische Armee allerdings den über den inoffiziellen Grenzübergang Semalka/Faysh Khabur laufende einzige Nachschubroute der USA nach Nordostsyrien kreuzen. Eine Reaktion der USA darauf steht zur Stunde noch aus.

Im nordwestsyrischen Afrin sollen sich die Jihadi-Söldner der Türkei derweil gegenwärtig bekämpfen.

Nachtrag 22:40h: Breaking News meldet, dass heute 81 Busse mit 5440 Personen an Bord, davon 2107 Männer, 1289 Frauen und 2039 Kinder, Erbin Richtung Idlib verlassen haben.

Nachtrag Montag 00:35h: Die Saudis erklären gerade, dass die Einwohner von Riad heute Nacht ein ungeplantes Feuerwerk bestaunen durften.

Aufgrund des Feuerwerks soll der Luftraum über Riad gesperrt worden sein. Außer die Kommandozentrale der saudischen Aggressoren auf dem Flughafen in Riad will der Jemen auch die Flughäfen von Asir, Jizan und Najran sowie weitere Ziele wie Militärbasen beschossen haben. Aufgefallen ist bei dem Feuerwerk heute Nacht, dass die US-Patriotraketen der Saudis scheinen noch leicht verbesserungsbedürftig zu sein scheinen.

Damit, dass die Saudis deswegen nun endlich mal damit aufhören würden, den Jemen zu bombardieren, ist allerdings trotzdem nicht zu rechnen.

Nachtrag Montag 01:25h: Die Saudis sagen AP zufolge, dass es bei dem Feuerwerk in Riad einen Toten und zwei Verletzte gegeben hat.

Nachtrag Montag 07:00h: Der Tote und die beiden Verletzten in Riad sollen saudischen Angaben zufolge Ägypter gewesen sein, die in Riad von Trümmerteilen einer abgeschossenen Rakete erschlagen wurden. Auf dem oben gezeigten Video sieht es allerdings eher danach aus, dass eine defekte saudische Luftabwehrrakete in einem Wohngebiet in Riad eingeschlagen ist.

Nachtrag Montag 10:00h: Mit der vollständigen Evakuierung von Terroristen aus der südlichen Ost-Ghouta-Tasche ist das gestern nichts mehr geworden. Gerade sind noch mal 25 Busse rein nach Irbin.

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14 Gedanken zu “Evakuierung von Terroristen aus südlicher Ost-Ghouta-Tasche läuft nun zügig

  1. ***
    SURA @AlSuraEnglish 8 Min.Vor 8 Minuten

    #BREAKING – Large #Iraqi Army reinforcements arrive in North #Sinjar to take positions left by #Kurdish #PKK fighters. Local #Ezidi #PMU brigades are coordinating with the #YBS to transfer all areas to Iraqi Army quickly. #Turkey has halted all military movements in #Iraq.
    ***

    Das ging schnell,irakische Einheiten in Sinjar, Erdogan gestoppt.

    Und was heißt das für Tel Rifat?
    Reicht es,wenn die dort stationierten Kräfte Flagge zeigen.

    1. Karten: angeblich alles von NDF übernommen.
      https://twitter.com/search?f=tweets&vertical=default&q=afrin%20ndf%20ypg&src=typd

      Viel NDF vor Ort, checkt Verteidigung. Vor Türken geflüchtete Kurden-Milizen sind Zivilisten (tiefer kann man nicht mehr sinken). Aber schätze, wird Türken nicht aufhalten, solange nicht offiziell SAA alles übernimmt.

      Diplo-Status: Russen würden Tal Rifaat eher übergeben, Iran sagt nein. Verhandlungen laufen

  2. In Afrin kann man in einer Art Freiluftgelände hervorragend die Interaktionen unzivilisierter Idioten und Deppen verfolgen:
    http://breakingnews.sy/ar/article/100224.html

    Terroristen der Ahrar Asharqiyi und andere der Fraktion Furqat Al Hamza, alle der Gruppe „Olivenzweig“ zugehörig, lieferten sich einen Streit um Nahrungsmittel-Lagerbestände.
    Es sollen dutzende Tote auf beiden Seiten gegeben haben. Im Video ist zu erkennen, dass das Team Ahrar, welches in diesem Viertel in der Überzahl war, den Rest der Mannschaft Hamza als Gefangene festgesetzt hat.
    Auch aus Idlib gibt es interessante Neuigkeiten:
    In einschlägigen „Rebellen“-Seiten wird zunehmend beklagt, dass die „Brüder und Schwesten“ in Idlib, die alle Touristen der greenline – Busgesellschaft „offiziell herzlich willkommen“ heißen, die Mieten der Wohnungen und Wohnflächen in den letzten 12 Monaten um bis zum 10-fachen des vorher bestandenen Mietpreises erhöht hätten…

    Beide Fälle zeugen von enormer Solidarität und Zusammenhalt, vor allem im Namen Allahs, dem Barmherzigen, unter dessen Flagge ja alle Jihadis kämpfen und den Weg zu den 70 Jungfrauen suchen.
    Ich kenne Hyänen, die ein reiferes soziales Verhalten an den Tag gelegt haben.

  3. ….ähnliches gab es vor fast hundert Jahren auch schon mal !

    als die von den Roten geschlagenen Don Kosaken versuchten, bei den Kuban Kosaken unter zu kriechen, wurde ihnen dort der Stinke Finger gezeigt !

  4. das Eröffnungsvideo dieses Artikels passt so wohl nicht richtig zu der Hauptüberschrift,
    so viele Frauen und Kinder können keine Terroristen sein. Oder?

    1. Elmar

      Die Frauen und Kinder in den Terroristengebieten sind regelmäßig Familienangehörige von Terroristen, die alles tun, was der Herr des Hauses ihnen befiehlt.

  5. Läßt euch da nicht täuschen, die schlagen sich und vertragen sich auch wieder.
    Es ist schon eine besondere Fähigkeit von Erdogan und der türkischen Armee,
    mit diesen Leuten überhaupt einen erfolgreichen Feldzug hinzubekommen.

    Die Amerikaner können so etwas nicht.
    Sie werden sich noch wundern,
    wenn sie auf solche Gruppen verlassen wollen.
    Es gab hier mal einen Bericht, dass eine größere FSA
    Einheit mit schwerem Gerät aus Nordwestsyrien zur Unterstützung
    der YPG nach Afrin gegangen ist, so dass amerikanische FSA
    gegen türkische FSA kämpfen sollte.
    Seitdem hat man von denen nichts mehr gehört.
    Es würde mich nicht wundern, wenn sie mitsamt ihren schweren
    Waffen zu den Türken übergelaufen sind.

  6. „Breaking News meldet, dass heute 81 Busse mit 5440 Personen an Bord, davon 2107 Männer, 1289 Frauen und 2039 Kinder, Erbin Richtung Idlib verlassen haben.“
    Das ist also das „syrische Volk“, das der „Diktator“ Bashar al’Assad bombardieren ließ und um das die herrschende Wertegemeinschaft wie getroffene Hunde jaulte. Was sagte einst Berthold Brecht bezüglich Faschisten: „der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem es kroch.“
    Lang leben solche „Diktatoren“ wie Bashar, und Stalin!

  7. ….bezüglich der Panne in Al-Qadam wird das Bild wohl klarer .Palestinensisch-syrischer Kommandeur, der dort vom IS gefangen wurde, anschließend von den Hals-Abschneidern enthauptet !…meldet Al-Masdar.News grade .

    Aus Palestinensern bestehende Regierungsnahe Milizen in dieses frühere Palestinenser Camp zuerst reinschicken….erscheint wegen der zu unterstellenden Ortskenntnis und der besseren Möglichkeit sich mit immer noch ortsansässigen Palestinensern zu arrangieren, logisch .

    Die Ausreise der nicht direkt zum IS gehörigen Terrortruppe war bezüglich der Geländeübergabe an die Seite der Regierung eine Mogelpackung .

    Zuerst haben diese abgereisten Banditen den Bereich verdeckt dem IS übergeben, der seine Leute vorab in dem Gelände versteckte und anschließend den zahlenmäßig denn doch zu schwachen „Regierungstreuen“ die Verbindungslinien mit Hilfe von Hinterhalten kappte !

    Doppelter Erfolg für den IS ,
    1.propagandistisch eine Überlegenheit dargestellt, die man im Gesamtkontext gar nicht hat.Zum kurzzeitigen Wieder aufmöbeln der Kampfmoral immerhin tauglich .

    2. Jeder daran Beteiligte Extremist wird nach des Landes Bräuchen nicht mehr mit der Gnade der Gegenseite rechnen …..dürfen . Das treibt den Preis leider in die Höhe, eine Rettung für die IS Leute im Yarmouk-Camp ist es ganz gewiss nicht !

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