Syrische Armee nimmt Saqba und Kafr Batna ein

Nachdem am Morgen noch einmal einige Tausend Zivilisten aus der südlichen Ost-Ghouta-Tasche geflüchtet waren, hat die syrische Armee am heutigen Sonntag anschließend die im Südosten der Tasche gelegenen Ortschaften Saqba und Kafr Batna eingenommen.

Auf einer aktuellen Karte von PetoLucem sieht die Lage in Ost-Ghouta damit wie folgt aus:

Die Stimmung bei der Armee in Ost-Ghouta ist von Siegeszuversucht geprägt und ein Überraschungsbesuch des syrischen Präsidenten Bashar Al Assad bei den Truppen in Ost-Ghouta hat für weitere Motivation gesorgt.

Als Nächstes scheint die Befreiung von Harasta anzustehen. Die dort herrschenden Banden hatten auf ein heute um 15:00h ablaufendes Ultimatum zur kampflosen Übergabe des vollständig umzingelten Ortes nicht positiv reagiert. Wo das Ende der Terroristenpräsenz in Ghouta damit allmählioch absehbar wird, bewarben sich bewaffnete Banden durch Angriffe auf Armeepositionen in Qadam im Süden von Damaskus, im Nordosten der Ost-Qalamoun-Tasche und in der Wüste von Deir Ezzor westlich des Euphrats in den letzten 24 Stunden bereits darum, im Anschluss an die Befreiung von Ost-Ghouta durch eine Militäroperation eliminiert zu werden.

Aus dem nordwestsyrischen Bezirk Afrin wurde berichtet, dass die dort bislang herrschenden kurdischen Separatistenmilizen der YPG die Stadt Afrin am Samstag Abend in aussichtsloser Lage evakuiert haben, woraufhin die türkische Armee und ihre auf FSA geflaggten Jihadi-Söldner am heutigen Sonntag Morgen ohne weiteren Kampf in die Stadt eingerückt waren. Dort angekommen, machten sich die Invasoren, sofern sie gerade nicht mit Plünderungen oder Kämpfen untereinander beschäftigt waren, umgehend an die Zerstörung von ihnen missliebigen syrischen Kulturgütern. Auf einer kurdischen Karte sieht die Lage in Nordwestsyrien mit dem Einrücken der Türkei und ihrer Lakaien nun wie folgt aus:

Die auf der Karte weiß und gelb markierten Gebiete dürften aller Voraussicht nach in nächster Zukunft ihre Farbe wechseln. Dazu, ob das auch für das lila markierte Gebiet, dass auf der Karte mit einer türkisch-russichen Vereinbarung gekennzeichnet ist, der Fall sein wird, gibt es bislang keine belastbaren Informationen.

55 Gedanken zu “Syrische Armee nimmt Saqba und Kafr Batna ein

  1. Das sind ja Hammer Neuigkeiten! Danke Parteibuch! Auch hab ich das Video mit großem Interesse gesehen!
    Afrin evakuiert und ohne weiteres Blutvergießen und totale Zerstörung der Stadt von den Türken und ihren Jihadi-Söldnern eingenommen – hmm ja, das war eine Möglichkeit, die hier glaube ich noch gar nicht so diskutiert wurde…Den dämlichen Kurden möge das eine Lehre sein (was nicht passieren wird, nehme ich mal an) und nun ist gelb praktisch raus aus der Karte (zumindest in der Idlib Ecke). Das ist doch eine insgesamt positive Entwicklung! Dann kann Erdogan sich letzt ja um Manbisch kümmern…das wird wegen der US Basen um einiges spannender.

  2. Wenn man Southfront glauben mag – und ich mag auf jeden Fall, ist der Drops in Ost-Ghouta gelutscht:

    Earlier, several Syrian pro-government and opposition sources reported that the Damascus government and militants in East Ghouta had been about to reach an evacuation deal. The Ministry of Defense of Russia also revealed that more than 68,000 civilians had been evacuated from the militant-held areas. These developments suggest that the battle in the East Ghouta region is about to end.

    Damit fallen auch Giftgas-Provokationen in diesem Gebiet aus. Wir können uns wahrscheinlich kaum vorstellen, was in den letzten Wochen an der diplomatischen Front abgegangen ist, damit dieser wichtige militärische Erfolg für die SAA nicht gefährdet wurde.
    Syrien ist weiter auf einem guten Weg.

    Herzliche Grüße an alle, ped43z

    1. Ped43z

      Ich bin da pessimistischer. Zwar wird aus allen drei Ost-Ghouta-Taschen immer mal wieder von Verhandlungen und Einigungen berichtet, doch bis jetzt scheint mir keine tragfähige Vereinbarung vorzuliegen. Die beste Chance würde ich noch im Süden in der von Rahman Corps und Al Kaida gemeinsam beherrschten Tasche, weil da nun immerhin scon mal massig Zivilisten rausgekommen sind.

      Bezüglich Douma, wo die Islam-Armee herrscht, und Harasta, wo eine sich zu Ahrar Al Sham zugehörig bezeichnende Gruppe herrscht, hört man zwar immer mal wieder Gerüchte von Vereinbarungen, aber Geiseln und Zivilisten lassen sie nach wie vor nicht raus. Wenn ich die Situation richtig einschätze, sind die dort herrschenden Gruppen auch sonst sogar noch extremer als Al Kaida.

      1. Zehnfache Übermacht, noch weit größere technische Überlegenheit, zerstückelte Restgebiete abgeschnitten voneinander und von den Versorgungstunneln.

        Dagegen die Aussicht, von den Türken als lokale Mörder und Räuberbande, äh, Befreier von Kurdengebieten eingesetzt zu werden.

        Und womöglich haben die Türken nur ein begrenztes Stellenangebot, also vielleicht gilt es sogar, schnell zu sein.

        Auch für sehr Extreme, die ja deshalb nicht völlig verblödet sein müssen, kann da die Wahl auf letzteres fallen.

      2. andreas

        Ja, natürlich, irgendwann werden die in Ost-Ghouta anwesenden Terroristen die grünen Busse mangels Alternative schon akzeptieren, aber ich glaube, bis dahin wird es leider noch etwas dauern. Was die Terroristen in Ost-Ghouta und ihre UNterstützer zusätzlich hart macht, ist, dass sie im Fall einer Kapitulation nicht nur Ost-Ghouta aufgeben, sondern auch jegliche Aussicht auf Regime Change in Damaskus.

  3. Sehr gute Entwicklung, prima Nachrichten.
    Habe mir das Video angeschaut, sehr interessant in Fragen der Absicherung Assads aber wichtiger meiner Ansicht nach, die Würdigung der Kämpfer und das vor Ort. Das spricht sich rum und ist eine unwahrscheinliche Motivation für die kämpfende Truppe.
    Putin hat die Wahl in überzeugender Manier gewonnen. Meinen herzlichen Dank an das russische Volk, ist es doch ein wichtiger Meilenstein in eine friedliche multipolare Welt.

  4. ….über den erfolgreichen Vormarsch der Regierungstruppen in Ost – Ghuta hinaus ist vor allem das massenhafte rüber rennen der Zivilbevölkerung auf die Regierungsseite ein enormer moralischer Erfolg für die Regierungsseite !

    …unter den hinüber Gerannten durchaus auch junge Frauen in der Burka und grade durch dieses Kleidungsstück erkennbar, auch wirklich gut gewachsene junge Damen ,das geht nur bei höher wertiger Nahrung , sonst gehen ja grade Orientalinnen sehr schnell „in die Breite“…..

    ….. die Burka nicht grade aus Sackleinen , also zumindest denen kann es nicht schlecht gegangen sein in der Einschließung und wenn dann sogar die rüber gemacht sind und nicht abgewartet haben, dann ist es ein klares Indiz für einen Stimmungswandel in der Ecke !

    Afrin hingegen ist gar nicht gut, das ist eine bittere Niederlage für ganz Syrien !

    Ob ein wirklich freies Syrien diese Region mal wieder kriegt ?….ich zweifle….und selbst wenn doch, zum Nulltarif auf keinen Fall !

    …..und selbst die dort mindestens 200 000 fach ins Regierungsgebiet geflohenen Zivilisten, die müssen ja jetzt ganz kurzfristig irgend wie untergebracht und versorgt werden, für ein so ausgeblutetes Land
    und seine staatlichen Einrichtungen unter immer noch Kriegs-Bedingungen eine enorme zusätzliche Belastung, die man vorher eben nicht hatte !

    Natürlich wiegt ein großer Erfolg im Zentrum einen vergleichbaren Verlust an der Perepherie eigentlich mehr als auf, nur, noch ist der Erfolg nicht vollständig erreicht !

    Die Al Masdar-Story von gleich zwölf zerstörten Regierungs- Panzern halte ich zwar für übertrieben, für mich sah das so aus als ob da zwei bis drei Kisten nur von unterschiedlichen Standpunkten aus aufgenommen wurden….. auch den Rest von Ost-Ghuta gibt s für die Regierungstruppen nicht zum Nulltarif !

    Dann ist da noch West-Ghuta alias Yarmuk-Camp, ein sehr dicht und massiv bebautes großes Gebiet, dann das Qualamun-Gebirge und dann ein immer noch recht großes Halsabschneider-Gebiet genau nördlich von Homs……..

    und erst danach kann sich die Regierungsseite um „die Probleme am Rande“ kümmern….hoffentlich bleiben dafür genug „Tiger“ übrig , oder wachsen wenigstens nach !

    Mir tut es um jeden Tapferen leid, der den Sieg nicht mehr erleben kann und außerdem würden diese
    Recken dann ja erst recht gebraucht !

    erfolgreiches Kriegsende schon 2018 ?….wohl doch zu schön, um wahr zu sein !

    1. @ NVA-Major a.D.
      Schliesse mich den Betrachtungen grösstenteils an. Wenn in Afrin die Türkenflagge auf einem Verwaltungsgebäude gehisst wurde und dort die schei** FSA-„Rebellen“flaggen zu sehen waren, dann kann das doch niemals irgendwie positiv sein, auch als temporäre Erscheinung nicht.
      „Welt online“ titelt bereits, die Türken würden „auf unabsehbare Zeit in Afrin bleiben“, angeblich bestünden Pläne, in dem jetzt menschenentleerten Gebiet „500 000“ von „3,5 Mio“ syrischen Flüchtlingen in der Türkei neu anzusiedeln.

      Ein Loch wird geschlossen (die Ost-Ghouta), und das neue ist schon aufgerissen (Afrin). Auf diese Weise kann der Krieg noch viele Jahre weitergehen, mit einem ganz ungewissen Ausgang.

      Danke, Major, auch für Deine abschliessenden Ausführungen. Rufen sie uns doch in Erinnerung, welches gute Menschenmaterial im Krieg für immer untergeht. Diese Tapferen und ihre Nachkommen, die sie nimmer mehr zeugen können, werden dem zukünftigen Syrien fehlen!

      Hinzuzufügen wäre vielleicht noch die militärische Lage in Provinz Dar’a, die mir auch ziemlich bedrückend auszusehen scheint.

  5. Ahrar al Sham soll akzeptiert haben, innerhalb von zwei Tagen soll die Armee nach Harasta dürfen und in den nächsten Tagen wer will nach Idlib, andere zur Versöhnung.

    Reuters zitiert einen in Istanbul sitzenden „Sprecher von Failaq al-Rahman“, sie seien in Verhandlungen mit der UNO.
    ***
    “We are engaged in arranging serious negotiations to guarantee the safety and protection of civilians,” said Wael Alwan, Failaq al-Rahman’s Istanbul-based spokesman.

    “The most important points under negotiation are a ceasefire, ensuring aid for civilians and the exit of medical cases and injured people needing treatment outside Ghouta.”

    But a general evacuation of civilians and rebels was not on the table, he said.***

    Als ob die UNO da noch eine Rolle spielt, aber irgendeine Selbstberechtigung braucht ja so ein „Sprecher“.

    Andere berichten von laufenden Verhandlungen auch von Failaq al Rahman und Jaish al Islam, selbst als „Rebellenführer“ kann man ja sehen, wie aussichtslos das ganze jetzt ist;

    und welche wundersamen neuen Berufsaussichten sich aus Idlib ergeben können, Besetzer Rojaves, satte Plünderungserfolge winken.

  6. Ja, Putin hat die Wahl gewonnen und sogar ein 12% besseres Ergebnis als 2012!!!

    Hurra, Hurra, Hurra!!!

    Was für ne Klatsche für den Werte-Westen!!! Man man man!!! Das ist echt ein wahnsinnig gutes Ergebnis…Putin der Feind und Widersacher des Westens fährt ein Bombenergebnis ein!!! Ha!!! Und das kommt zur guten Nachricht über Afrin (bin da nicht Deiner Meinung NVA-Major a.d.) noch dazu!!!

    1. Danke, Johanniskraut, bezüglich NVA Major schließe ich mich deiner Meinung an. Seine hat so einen komischen Nachgeschmack.

  7. Trump möchte 4 Mrd USD von Saudi-Arabien um Syrien zu stabilisieren.
    https://www.zerohedge.com/news/2018-03-17/trump-asked-saudi-king-4-billion-so-us-troops-can-leave-syria
    In a December phone call with Saudi Arabia’s King Salman, President Trump had an idea he thought could hasten a U.S. exit from Syria: Ask the king for $4 billion. By the end of the call, according to U.S. officials, the president believed he had a deal.

    The White House wants money from the kingdom and other nations to help rebuild and stabilize the parts of Syria that the U.S. military and its local allies have liberated from the Islamic State. The postwar goal is to prevent Syrian President Bashar al-Assad and his Russian and Iranian partners from claiming the areas, or the Islamic State from regrouping, while U.S. forces finish mopping up the militants.

    Das wird wohl nichts.

  8. Türkei im Irak, sieht so aus, als ob es schon losgeht.

    ***
    Haidar Sumeri @IraqiSecurity 24 Min.Vor 24 Minuten

    #Turkey’s armed forces have penetrated at least 15km over the last 48hrs into #Iraq’s Erbil province, as part of operations against PKK fighters in the area.

    Conflicting reports about the presence of an agreement with #Iraq to allow the Turks to combat the PKK on Iraqi soil.
    ***

    1. Habe ich schon vor einigen Tagen/Wochen berichtet das sowas kommen wird. Irak aber auch Iran sind mit der Türkei gegen die PKK verbündet. Sie werden militärisch gegen sie vorgehen mal sehen was die Regierung der Autonomen Region Kurdistan dazu sagt, denn in Kandil ist das Hauptquartier der PKK. Die KRG hat nie was dagegen getan. Trotz engen Wirtschaftsbeziehungen zur Türkei. Die Zentralregierung Baghdad hat mehr Befugnisse daher ist der türkische Einmarsch wenn abgesprochen legal. Mir scheint das die KRG nie gross was gegen die PKK gemacht hat trotz Konkurrenz innerhalb der Kurden. Dieses Jahr werden die kurdischen Träume von Separatismus begraben.

      1. Ich glaube nicht, dass der türkische Einmarsch in den Irak mit der Regierung in Bagdad abgesprochen ist.

        Als die Türken, vor circa einem Jahr, dort waren hatte die irakische Regierung auch etwas dagegen.

        Für ich hört sich das eher nach nostalgischen Weltmachtphantasieen von Erdogan und Co an.

      2. dirk

        Die Türkei und der Irak haben vor einem halben Jahr umfangreiche gemeinsame Militärmanöver an der türkischen Grenze zum Irak abgehalten:

        http://www.presstv.com/Detail/2017/09/25/536458/Iraq-Turkey-army-military-drills-referendum-independence-KRG-Kurdish-region

        Das war ganz wesentlich dabei, dass die irakische Armee durch von Peshmerga okkupiertes irakisches Gebiet bis fast an die Grenze zur Türkei vorwärts gekommen ist, und dass irakische Sicherheitskräfte Kirkuk und sein extrem ölreiches Umland von der Besatzung durch Peshmerga befreien konnten. Ohne die Unterstützung durch die Türkei wäre das nur sehr schwer möglich gewesen. Die Türkei hat dafür ihren über Erbil laufenden privilegierten Zugang zum Öl von Kirkuk aufgegeben. Die De-facto Herrschaft über Barzanis Öl-Reich, das fast so etwas wie ein türkisches Protektorat war, hat die Türkei dabei im Bestreben nach besseren Beziehungen mit Bagdad, Teheran und Moskau aufgegeben.

        Es ist sehr gut vorstellbar, dass der Irak und die Türkei dabei, oder darauf aufbauend, weiter gehende Absprachen getroffen, die etwa den Inhalt gehabt haben könnten, dass die Türkei dem Irak hilft, mit dem kurdischen Separatismus im Irak fertig zu werden, und der Irak im Gegenzeug der Türkei hilft, mit dem kurdischen Separatismus in der Türkei fertig zu werden. Ich glaube, es erschiene diplomatisch geradezu unlogisch, wenn es begleitend zu den gemeinsamen Militärmanövern nicht auch so eine irakisch-türkische Absprache auf Gegenseitigkeit gegeben haben sollte.

      3. macho

        So sieht das aus. Und wenn mir der Türkei und dem Iran ohnehin schon die sich oft diametral gegenüberstehenden Astana-Mächte an Bord sind, dürfte die dritte Astana-Macht, Russland, natürlich auch an Bord sein.

        Und wenn die Absprache etwas weiter gefasst sein sollte, sie etwa die Bekämpfung von jeglichem Terrorismus, Extremismus und Separatismus und die Wahrung oder Wiederherstellung von Souveränität und territorialer Intergrität der Staaten der Region zum Ziel haben sollte, was diplomatisch und praktisch nur logisch wäre, dann kommt das auch Syrien sehr entgegen, und würde obendrein noch genau die Definition des Daseinszwecks der SCO reflektieren, womit etwa China auch finanzielle Mittel zur Unterstützung dieser Abmachungen locker machen könnte, wenn das nötig sein sollte.

        Praktisch auf einer regionalen Karte betrachtet, wäre das Ziel der Vereinbarung dann ganz einfach zu formulieren – alle an der Vereinbarung beteiligten Länder verpflichten sich, dabei mitzuhelfen, dass auf dieser Karte alles rot wird:

        Dagegen stehen die PKK/YPG, Israel und die USA, die faktisch eine Zerschlagung Syriens, und im Fall von Israel, auch des Irak, anstreben. Die besondere Bedeutung des Irak ergibt sich dabei nicht zuletzt daraus, dass es im Dreiländereck Türkei-Irak-Syrien noch einen letzten schmalen gelb-gelben Grenzstreifen zwischen Irak und Syrien gibt. Rücken die Türkei und der Irak da gemeinsam 20 Kilometer vor und machen diesen gelb-gelben Grenzstreifen bei Semalka/Faysh Khabur auf irakischer Seite rot, sind die YPG/PKK und die USA in Ost-Syrien von jeglichem Nachschub zu Land abgeschnitten, und ein Lufttransport als Ersatz funktioniert auch nur, wenn die Türkei, der Irak oder Syrein das erlauben sollten.

      4. Wahnsinn! Danke Parteibuch für diese Karte und die Info! Dann kann man Erdogan und dem Irak nur viel Glück wünschen bei dem nächsten Abschnitt dieses Feldzuges.

        Ich dachte mir schon, das der irre Türke dann doch letztendlich zur Vernunft kommen würde, denn die Achse des Widerstands hat einfach glasklare Argumente, die für eine Zusammenarbeit stehen….Und die gleichen Interessen….Und mannigfaltige Hilfsmöglichkeiten (z.B. Kredite).

        Und dem kann man sich nur widersetzen, wenn man ideologisch so vernagelt ist, wie der Westen. Und für sooo irre hab ich den irren Türken dann doch nie gehalten

  9. Vermutung : Die Verstärkung der Kurdenmilizen aus der US-besetzten Zone hat die Übergabe an die Türkei abgesichert. Die Türkei wird von allen umworben, das könnte zum Problem werden. Iran und Iraq arbeiten mit der Türkei zusammen um der Kurden Herr zu werden. Russland braucht die Bosporuspassage, Gaspassage, beachtet die Militärmacht, nimmt Erdogan lieber als Verbündeten denn als Feind.

  10. „alles rot“

    Allerdings braucht jedes Land ein sinnvolles Vorgehen bzgl. eigener Minderheiten, vor allem großer Minderheiten.

    Die Türkei stünde mit einer fairen Lösung des Kurdenproblems sicher erheblich besser da, moralisch, ökonomisch, sozial.

    Insofern sind kurdische Autonomiegebiete, natürlich unter Anerkennung der Zentralgewalt und zweckmäßiger Aufteilung von Ressourcen, nicht generell ein Problem.

    Die Grenzen gehören natürlich in die Hand der Zentrale (die diese Aufgabe wiederum lokalen Kräften übertragen kann), im Irak, und in Syrien gehrt dazu dass keine ausländischen Kräfte stationiert sind, gar den Ton angeben.

    Also Syrien und Irak sollten nicht den Fehler der Türken wiederholen.
    Dafür muss den Kurden natürlich klar gemacht werden, was geht und was nicht.

    Andererseits könnten Irak, Syrien und die Türkei auch mit einem Kurdenstaat leben, in verschiedenen Bereichen sogar besser als mit dauernden Separatismusbewegungen und Kämpfen im Land.

    1. andreas

      Ja, natürlich braucht es intelligente Lösungen und Entgegenkommen für die Probleme separatistischer Tendenzen. Mit „alles rot“ meine ich eigentlich nur, dass letztlich die unter dem Befehl der Regierung des jeweiligen Staates stehenden Sicherheitsorgane die Macht im ganzen Staatsgebiet ausüben, natürlich einschließlich der Grenzsicherung, und das nicht nur theoretisch, sondern auch faktisch. Selbstverständlich können sie sich dabei lokaler Kräfte bedienen, die diese Aufgabe vor Ort erfüllen, aber wenn die Regierung des Staates in Teilen des Staatsgebietes keine Gewalt hat, ist der Staat faktisch geteilt.

      In den kurdisch beherrschten Gebieten von Irak und Syrien ist das gerade sehr deutlich zu sehen. Da existieren bereits faktisch separate Staaten, mit eigener Außen-, Grenz- und Sicherheitsbündnispolitik, eigener Visapolitik, de-facto-Grenzen mit Grenzkontrollen zu den von der Regierung kontrollierten Gebieten. Den wesentlichen Grund dafür, warum ein eigener Kurdenstaat in der Region keine Verbesserung der Problemlage bringen würde, ist die ungelöste Grenzfrage. Darüber würde nach einer faktischen Staatsgründung praktisch ewig Krieg geführt werden. Das Problem beinhaltete dann auch Staatsgründungen von Nicht-Kurden ein, deren Heimat von kurdischen Separatisten zum kurdischen Staat erklärt worden ist. Man denke da in Bezug auf Syrien etwa an Raqqa, die gegenwärtig von der syrischen Armee beherrschten Gebiete in Qamishli und Hasakah, Deir Ezzor, Tel Abyad und so weiter und so fort. Wenn da jeder nach dem Motto „Hoch lebe der Separatismus“ seinen eigenen Staat ausrufen kann, entsteht am Ende ein Flickenteppich von Dutzenden Staaten, worüber sich bloß die Feinde von Syrien freuen, zuallererst Israel, weil Syrien damit in den Bemühungen, den geraubten syrischen Golan zurückzubekommen, natürlich stark geschwächt würde.

      Für den Irak, die Türkei und den Iran gilt die Überlegung aber natürlich analog. Auch da sind die jeweiligen „Kurdengebiete“ keineswegs homogen kurdisch.

      1. Immer wieder vergessen: Die KRG ist keineswegs ein von der Barzani-Gruppe allein regiertes Kurdenreich. Da gibt es noch die etwa gleich große Talabani-Gruppe mit guten Beziehungen zum Iran, die tendenziell an einer Erhaltung des Gesamt-Irak interessiert ist und in der Politik des Irak-Zentralstaats engagiert ist.
        Die Politik der kurdischen Organisationen in Syrien ist genauso zersplittert. Die Schwesterorganisation der PKK ist nicht die YPG – das sind eigentlich lokale Selbstverteidigungsorganisationen aller dort vertretener Kurdenparteien – sondern die PYD (die aber in allen YPGs die stärkste Partei darstellt).
        Die SDF erweitert das Spektrum noch um Vertretungen von (vorher „FSA“ oder anderweitige) sunnitischen Araber-„Rebellen“ und christliche Minderheiten. Wer da das Sagen hat ist schwer durchschaubar, aber das Ergebnis ist das derzeitige Bild eines totalen Chaos.
        Bei einer Beendigung der Kampfhandlungen ist dann eine politische Lösung interessant. Wem wird die Bevölkerung folgen? Der syrische (und der irakische) Zentralstaat erscheint da plötzlich attraktiv. Besonders, wenn die Staaten einen Formelkompromiss finden, der wesentliche Teile der kurdischen Bevölkerung in ein normales Leben bringen würde – ohne Nachteile durch politische Grenzen und unter Schutz aller ethnischen Gruppen.
        Der türkische Staat hat gerade gezeigt, dass er solche Bedingungen auch in einer syrischen Einflusszone nicht schaffen will. Das wird zu entsprechenden Gegenreaktionen führen, in Syrien, in Irak und auch in der Türkei selbst.

  11. Ausführlicher Faden zu Spekulationen über eine großangelegte amerikanische Aktion in Syrien, Grenze Jordanien und Irak einnehmen, Luftverteidigung ausschalten, Russen treffen.

    Er sagt vier verschiedene Quellen.

    Aber was können die Quellen wissen, wenn sie nicht aus dem amerikanischen Hauptquartier kommen?

    Die Fakten:

    1) Einige Scharmützel um T2, keine genauen Berichte, wahrscheinlich nicht sehr groß

    2) ein Hubschrauberabsturz der Amis an der syrisch-irakischen Grenze; die fliegen da rum, und es gibt Unfälle

    3) Truppenmassierungen bei At Tanf, sowohl neu ausgebildete „Rebellen“ als auch westliche „Unterstützer“

    4) Aufrüstung und Umgestaltung der SDF durch die Amis, Inklusion von IS-Kämpfern

    5) Äußerungen von längerfristiger Planung in Syrien zu bleiben, Assad zu schwächen, Iran einzudämmen

    6) Massiver Beschuss syrischer Truppen mit einigen Toten russischen Bürgern, ohne Antwort der Russen an dieser Front.

    7) Ankündigungen russischer Militärs, im Falle eines Angriffs sehr ernsthaft zurückzuschlagen, und Mitteilung der Beobachtung von Schiffen in Angriffsformation

    8) Plausibilitätsüberlegungen; die Amis wollen ihre Assets retten, brauchen eine Antwort auf den Verlust der Ghouta, Trump braucht einen Militärschlag zur Entlastung bei der Innenpolitik, etc.

    Betrachtet man die Punkte, dann ist da nicht viel Konkretes, Scharmützel und Militärbewegungen gibt es dauernd, die strategischen Ziele von großen Teilen der Wertegemeinschaft sind dauerhaft und bekannt, auch um At Tanf findet seit Jahren eine andauernde Diskussion statt.

    Neu ist die doch sehr drastische Äußerung des russischen Militärs, eine öffentlich zugängliche Quelle.

    Und der Beschuss östlich des Euphrats kann als deutliche Eskalation gewertet werden.

    Nun war die russische Nichtantwort dort wohl zu erheblichem Teil der nahen Wahl geschuldet; das Thema, Russen als private Kämpfer die in Syrien durch Ami-Angriffe sterben, wollte man nicht an eine große Glocke hängen, verständlich.

    Insofern könnte man die Klarstellung des russischen Militärs einfach als deutliche Warnung sehen, nicht weiter hochzudrehen.

    Was von der angeblich beobachteten „Angriffsformation“ zu halten ist, weiß ich nicht; m.E. muss das Schiff doch höchstens in eine bestimmte Richtung gelenkt werden, das ist keine Frage von Tagen.
    Mein Russisch ist zu schlecht, da Nuancen wahrnehmen zu können, vielleicht war es auch eher allgemein gehalten, dass Schiffe mit vielen CM an Bord unterwegs sind.

    Am ernstesten wäre die Spekulation: die Amis haben schon konkret angekündigt, bombardieren zu wollen, damit es keine russischen und keine großen syrischen Verluste gibt.
    Aber das ist unplausibel, so eine Ankündigung sollte erst nach der unbedingt vorher stattfinden müssenden False-Flag-Aktion kommen.

    Also ich denke, der Weltuntergang ist noch nicht in Sicht.
    Aber das Szenario, auch mit starker Eskalation, hängt im Raum, so lange Assad nicht wieder endgültig anerkannt wird von der „Wertegemeinschaft“, die Russophobie bzw. die behauptete Russophobie aus Machtinteressen eingedämmt ist.

    1. andreas

      Die Quellen von „Within Syria“ in allen Ehren, aber ich sehe keinen Aufbau für so eine große Attacke wie im Irak 2003. Damals haben die USA 250.000 Truppen aufgefahren. Um heute Syrein erfolgversprechend im Sinne von Regime Change zu attackieren, müssten sie eher deutlich mehr auffahren. Die sind aber nicht da, in der ganzen Region nicht, und auch im US-Militär ist keine massive Mobilmachung zu erkennen. Was zu sehen ist, sind lediglich ein paar Tausend Truppen der USA und befreundeter NATO-Staaten, die nicht genug sind, um viel am Kriegsverlauf in Syrien zu ändern.

      Hinzu kommt, dass ich meine, das Zeitfenster, wo die USA hätten erfolgversprechend attackieren können, ist vorbei. Vor ein paar Wochen hat eine syrische Militärquelle gemeldet, dass die USA vorhaben, Damaskus von Tanf über eine Nachschublinie durch die Ost-Qalamoun-Tasche nach Ost-Ghouta kommend anzugreifen. Heute sieht die Lage so aus, dass die Ost-Ghouta-Tasche schon fast eliminiert ist. Dieser wichtige Trittstein ist so gut wie weg. Längst schon weg sind auch die Trittsteine Aleppo und Quneitra.

      Das Einzige, was die USA realistischerweise noch versuchen können, ist den Osten von Syrien besetzt zu halten. Dazu müssen sie entweder die Türkei mit in ihr Boot holen oder eine Nachschublinie von Tanf aus zu den SDF-Gebieten in Ostsyrien erobern. Auch da sehe ich bislang nicht, dass die dazu vom US-Militär bereitgestellten Mittel mit dem großen Mundwerk zionistischer Kriegstreiber übereinstimmen.

      1. Ich versetze mich mal in das kranke Gehirn eines US-Neocons-Strategen.

        Das Imperium ist gottgewollt, und volle Dominanz das logische Ziel.

        Große Truppenaufmärsche kriegen wir nicht mehr hin, um auf Lügen beruhende Regimewechsel zu starten; da haben wir die Farbenrevolutionen und Proxykriege aufgepeppt und ausgeweitet.

        Das hat teilweise gut geklappt; in Syrien pfuschen uns die Russen dazwischen. Die werden ohnehin immer störender beim Ziel, beim gottgegeben Ziel, volle Dominanz.
        Und die Iraner und die Hisbollah und wie sie alle heißen die Schiiten.

        Den Assad kriegen wir nicht mehr weg in Syrien, ok.
        Wir haben Syrien geschwächt, die Ölfelder gesichert, viele neue Stützpunkte eingerichtet, immerhin.

        Was geht noch?
        Die Achse Iran-Irak-Syrien-Hisbollah stören.

        Und perfekt wäre es die Russen richtig zu ärgern, dass sie das nächste mal ihre Finger davon lassen.
        Hat ja in Afghanistan schon mal gut funktioniert.

        Wir konnten sehr leicht große Teile Syriens besetzen, ohne Gegenwehr, und es hat auch „die Welt“ nicht interessiert.

        wenn wir also von At Tanf eine Verbindung zu den „Kurdengebieten“ also über Abu Kamal, hinkriegen, dann sind damit Fakten geschaffen, die bleiben erst mal bestehen.

        Plan: wir rüsten diverse „FSA“-Abteilungen aus, die von At tanf und Osteuphrat aus angreifen können.
        wir treffen Absprachen mit ein paar ISIS-Führern, gibt da noch gute Kontakte.

        Die greifen im Südosten massiv an.

        Dazu gibt es mehrere große False-Flag-Aktionen, die uns ermöglichen, Luftschläge durchzuführen.
        Das schwächt die SAA und ihre Verbündeten.

        ISIS nimmt die Gebiete ein, in echt oder auch nur behauptet, und unsere gelben und grünen „befreien“ das dann.

        Wenn Syrer und Russen dagegen halten, werden sie mit massiven Luftschlägen bekämpft.

        Wenn es ganz optimal läuft kriege ich sogar die Genehmigung, auch die neuesten Systeme der Russen durch Überlastung lahmzulegen und auszuschalten.

        Der Russe wird es nicht wagen, die wichtigen Stützpunkte im Nahen Osten lahmzulegen.

        _________________________________

        Derzeit sieht es so aus, als ob der Oberbefehlshaber das anders sieht; aber das dürfte in diversen Denkpanzern und auch Generälen durchaus als wünschenswertes und realistisches Szenario kursieren.

  12. Seit dem 01.01.2018 bis zum 15.03.2018 sind bei der Befreiung Ost-Gouthas 545 syrische Soldaten
    bei Kämpfen umgekommen, incl. 33 russischen Soldaten.
    Ich bin überrascht, 1. hatte ich mit mehr syrischen Soldaten gerechnet, obwohl natürlich 512 Soldaten auch nicht wenig ist. Aber das Kriegsgebiet ist gut verteidigt gewesen und die Terroristen sind gut ausgestattet.
    2. Überraschung: die 33 russischen Soldaten. Die müssen ja – so denke ich – an Kampfhandlungen
    beteiligt gewesen sein, und nicht nur als Berater oder Beobachter.
    Ich hoffe nur, dass das bald überstanden ist.

    Auch aufschlußreich: eine Fahrt mit dem Präsidenten Assad in seinem Privatwagen (Honda) durch den damaszener Verkehr nach Ost-Goutha. Ohne besondere Begleitung, ohne besondere Sicherheitsmaßnahmen. Das hat übrigens damals die Russen immer beängstigt, wenn der Präsident da ohne Sicherheitsmaßnahmen seine Besuche bei den Menschen absolvierte.
    Aber das macht ihn auch sympatisch.

    1. Gab es nicht einen Flugzeugabsturz einer Transportmaschine? Dabei sind doch die Mehrzahl der russischen Soldaten gestorben?!

      1. aber der Flugzeugabsturz hatte nichts mit der Befreiung Ost-Gouthas zu tun gehabt – denke ich.

  13. Wenn Kurden aus den von Türken und Islamisten besetzten syrischen Gebieten vertrieben werden bzw. flüchten, ist es doch so, dass die in SDF- Gebieten östlich des Euphrats sicher Zufluchtsorte finden. Dann werden diese demografisch eigentlich arabischen Gebiete, immer kurdischer. Könnte eine Absicht dahinter stecken, so die SDF-Gebiete südlich der von den Türken als „Pufferzone“ beanspruchten SDF-Gebiete, vom damaszener Syrien auf ethnische Argumente beruhend, langfristig zu separieren oder gar abzuspalten bzw. Syrisch-Kurdistan gen Süden zu verschieben um so einen kurdischen Keil zwischen Iraq und Syrien zu erschaffen?

    1. Von Afrin nach Deir-Ezzor ist es allerdings ein weiter Weg, nicht nur nach Kilometern.

      Klar, die Strategie werden manche verfolgen.

    2. Progress

      Die Idee klingt plausibel, hat aber einen praktischen Haken: die meisten Leute flüchten aus Afrin bislang nicht in Gebiete östlich des Euphrat, sondern entweder in die Stadt Aleppo oder in ihr Umland. Die Leute von Afrin fühlen sich offenbar ihrer Heimatregion Aleppo viel mehr verbunden als sie sich anderen Kurden oder der YPG verbunden fühlen.

      Praktische Gründe gibt es natürlich auch: viele Familien aus Afrin hatten auch schon vor dem Krieg in der Stadt Aleppo eine Wohnung, sei es für Studium, Arbeit oder Geschäft, einfach, um sich tägliche Wegzeiten nach Aleppo zu ersparen.

      1. Einparteibuch und andreas,

        danke für eure Antworten, objektive Perspektiven, die ich nicht mitgedacht hatte.
        In Aleppo hat man als jemand aus Afrin durchaus einen sicheren Zufluchtsort.
        Außerdem flüchtet man nicht nach Raqqa oder Deirr-Ezzor, solange man auch
        in der EU willkommen ist.

  14. ***
    „-GEROMAN 🇸🇾 -@GeromanAT 5 Min.Vor 5 Minuten

    #Syria North 🇸🇾 – Battle for #Afrin –
    #Aleppo NW CS – #Idlib #Manbij #Azaz –
    Latest Advances: #TFSA #TSK // #YPG #YPS #SDF // #NDF
    Morning Situation:
    #TSK #TFSA took HIRBAT DUVEYR – west of Al Bab !
    ***

    Das sollte ja eigentlich zu der „gelb-roten“ Zone gehöre, extra eingerichtet, um die Türken damals bei „Euphrat Shield“ zu stoppen.

    Mal sehen, ob sie jetzt doch alles einnehmen wollen und dürfen.

  15. ….die PKK und „der Kurdenstaat“ ?….das hatten die tatsächlich mal im Programm, allerdings nur als territoriale Ausgründung aus der damaligen Türkei !

    Das Ziel eines Gemeinschaftsstaates für alle Kurden im nahen und mittleren Osten war in ihrem Programm so nicht definiert, aus zwei Gründen :

    -selbst eine relative Dominanz mehr oder weniger linker Kräfte gab es nur unter den in der Türkei in einem theoretisch denkbaren kurdischen Gesamtstaat wäre an eine linke Mehrheit nicht mal im Traum zu denken gewesen, also „lieber der 1. im Dorf als der 2. in Rom „….die Bedeutung der Klassenfrage war zumindest im Ansatz schon klar !

    – Für den Fall, das dieses Ziel erreichbar gewesen wäre, wäre die Beziehung zu den näheren und ferneren Nachbarstaaten existenziell wichtig geworden,(die traditionellen Siedlungsgebiete der Kurden in der Türkei haben keinen Zugang zum Meer )
    z.B. zu den wirtschaftlich damals besonders starken Staaten Iran und Irak und auch zum nächsten Nachbarn Syrien, nur in Syrien hatten „Linke“ damals einen halbwegs legalen Status. Dennoch hatten diese drei Staaten alle irgendwo ein Problem mit der NATO-Türkei !
    Letzteres hätte eine Chance werden können, warum sollte man sich diese Regierungen zum Feind machen !

    -Das Ziel eines eigenen Staates auf bis dato türkischem Boden hat selbst die PKK schon vor längerer Zeit aus dem Programm gestrichen (nach 1990 !)
    Mit dem Zerfall des Realsozialismus wurde klar, das weltpolitische Kräfteverhältnis hatte sich schwer zu Ungunsten der PKK entwickelt, es war keine außenpolitische Kraft mehr da, auf die man sich stützen könnte !

    -Aus rein wirtschaftlichen Gründen hatten viele jüngere Kurden sich in den verschiedensten Landesteilen angesiedelt und das war klar nicht mehr rückgängig zu machen !
    -Außerdem ist auch die Türkei ein Vielvölkerstaat mit über 40 verschiedenen Nationalitäten unter denen die klassischen „Großtürken“ nur eine relative Mehrheit sind.Warum sollte auf die Chance verzichtet werden, auch „andere“ ebenfalls unter „groß-türkischem“ Druck stehende potentielle Bündnispartner zu verzichten !

    -Als Resultat dieses Sinneswandels ist die PKK ganz klar auch schon vor längerer Zeit bereit gewesen, zugunsten eines legalen politischen Kampfes auf den bewaffneten Kampf zu verzichten , nur werden sie immer wieder von Erdogan & in einen bewaffneten Überlebenskampf hinein geprügelt, weil es für diesen neuen Sultan nichts gefährlicheres gibt als eine ebenso konsequente, wie legale politische Opposition !

    Also, „die Kurden“ gibt es genauso wenig , wie „die Deutschen“ !

    1. Es ist nicht gut, jetzt auf einmal alle Kurden in einen Topf zu werfen.
      Für die völlig idiotischenn entscheidungen der YPG Führung in Afrin mußten ca 200.000
      Bewohner ihre Heimat verlassen und können jetzt im Fernsehen zuschauen, wie ihre Häuser
      geplündert werden.
      Ich gehe schon davon aus, dass auch die kurdische Bevölkerung lernfähig ist.
      In der Türkei hatte sich das gezeigt, da es bis 2015 vielversprechende Friedensverhandlungen
      gab, und sogar die PKK das Ziel eines unabhängigen kurdischen Staates aufgegeben hatte.

      Ausgerechnet in Syrien, wo nur vergeichsweise wenige Kurden leben,
      tauchte dieses Gespenst dann in Gestalt eines Fantasielandes wieder auf und wurde vorallem von den Amerikanern kräftig gefördert. Es gab ja sogar einen zehnjährigen Freundschaftsvertrag,
      der von Kurden gefeiert wurde. Das gelbe sogenannte SDF Gebiet hat sich zwischenzeitlich
      weit über das kurdische Siedlungsgebiet ausgedehnt und von dort wird sehr agggressiv gegen
      die syrische Regierung vorgegegangen, vor allem im Euphrat Tal von Deir Ezz Zour bis Al Bukamel.
      Die syrischen YPG Verbände haben sich dabei zu Handlangern der Amerikaner gemacht und sind
      es offenbar immmer noch.
      wird daher Zeit, dass dieser unmäßig ausgedehnte gelbe Fleck geschrumpft wird.
      In der Türkei und auch im Irak sieht es aber anders aus.
      Dort ist die kurdische Bevölkerung sehr viel größer als in Afrin und kann nicht einfach so vertrieben werden. Beide Länder müssen daher einen Plan entwickeln, wie sie mit dieser
      großen kurdischen Minderheit umgehen können.
      Die Türkei war dafür bis 2015 ein gutes Beispiel. Der Krieg war beendet, es gab kurdische Bürgermeister in vielen Orten und beide Volksgruppen lebten freidlich zusammen.
      Die kurdische Autonomieregion im Irak hat schon eine lange Tradition und wurde von der irakischen Armee wieder auf seine richtige Größe gestutzt.
      Die Kurden im Irak machen im Moment auch keine Probleme.
      Angesichts der vielfältigen und starken Bedrohngen, die zur Zeit wieder gegen Syrien
      im Raum stehen, wäre es dringend nötig, das aufgeblähte gelbe Gebiet in Syrien zu verkleinern,
      anstatt in den Irak zu gehen und die Kurden dort zu bekämpfen.

      Wenn aber die Türkei jetzt, anstatt wie angekündigt nach Manbisch lieber in den Irak geht
      und dann auch noch ihre Proxies in das Gebiet westlich von AL Bab vorgehen,
      dann stimmt da was nicht mit den Absprachen.
      Dieses Gebiet sollte eigentlich längst an die Russen oder die SAA übergeben worden sein.
      Stattdessen wartet die YPG lieber ab, bis die türkischen Proxies kommen.

      Das Ganze sieht doch immer mehr nach Abspachen zwischen Türkei und USA aus,
      und die gekaufte YPG Führung spielt dabei die ihr zugedachte Rolle mit, alles nur mit dem
      Ziel Syrien zu schaden und zu verhindern, dass die gelben Gebiete wieder an das
      Syrische Staatsgebiet angeschlossen werden.
      Das Ganze Verhalten der YPG in den letzten Wochen war dann nur eine große Show.

      1. ulrich

        Deine Meinung zu den russisch-türkischen Absprachen, von denen du glaubst, dass sie nicht funktionieren, lasse ich hier mal unkommentiert. Ich glaube, inzwischen weiß hier ohnehin jeder, dass ich der Meinung bin, dass die Absprachen ziemlich gut funktionieren.

        Worauf ich hier erwidern möchte, ist hingegen deine Meinung, dass „die Kurden im Irak im Moment auch keine Probleme machen.“ Dass sehe ich anders, und damit meine ich nicht nur, dass es da „die Kurden“ nicht gibt. Nach wie vor halten kurdische „Peshmerga“ im Nordirak jede Menge Gebiet besetzt, auf das sie keinerlei Anrecht haben, nach wie vor macht das Barzani-Regime Ärger, was die Finanzen angeht – gerade heute hat das Barzani-Regime nicht mal einen Teil seiner illegalen Öleinnahmen dazu verwendet, um seine Hälfte des Gehalts der kurdischen Regionalbediensteten zu bezahlen – und das Problem, dass die kurdische Regionalregierung auf „ihrem“ Territorium von Israel unterstützte „kurdische“ Kampfgruppen beherbergt, die sich mit offenen Terrorakten in Iran und der Türkei hervortun, ist trotz jüngster Fortschritte noch längst nicht gelöst.

  16. Die Russen warnen die Amis, die Amis warnen die Syrer.

    ***
    Within Syria @WithinSyriaBlog 23 Min.Vor 23 Minuten

    12 hours ago, the US-led coalition podcasted a new warning to all the SAA troops on the western bank of the Euphrates through radio saying in Arabic „you are an easy target for the coalition“
    ***

    Nervosität, Nervenspielchen?

  17. Uiii wie süß ist denn der Syrische Staat geworden Die verlangen den sofortigen abzug der Türkischen truppen aus Afrin.. haben die verschlafen oder so

    Oder andersrum gefragt, nimmt die irgendwer noch für ernst. Russland entscheidet doch alles ! Wie in der BRD die Amis die Musik spielen, spielt dort der Russe die Musik..

    Der Gerillakampf in Afrin fängt ab heute an und wird hoffentlich auf die ganze Türkei ausgeweitet…

    1. Meint ihr, das dort auch der Russe zur hilfe eilt ? Dem „Türken“ Erdogan mein ich.. Wenns hoffentlich zu nem Bürgerkrieg kommt und die Kurden endlich und mit ganzer Power zuschlagen..

      Ich habe die vermutun, das die Russen und Amis vllt sogar gemeinsame sache gegen die Türkei machen würden… weil der Erdogan eine Gefahr für beide ist/wird/werden kann ..

      naja theorien über theorien..

    2. Tyln, der syrische Staat verhält sich völkerrechtlich korrekt und natürlich muss Syrien solche Forderungen stellen. Oder soll Syrien nichts dazu sagen? Syrien verurteilt auch die Präsenz amerikanischer Truppen in Syrien, die sich ohne Einladung der syrischen Regierung im Land aufhalten. Und vieles mehr. Guck Dir mal an, was der syrische UN Botschafter für Arbeit geleistet hat in den letzten 7 Jahren. Da mag alles unwichtig aussehen, aber alles muss dokumentiert und öffentlich gemacht werden.

      Auch wenn es eine Abmachung zwischen Russland, Iran und Türkei zu Afrin geben sollte und die Türkei nach Beendigung der Aktion hoffentlich Syrien wieder verlässt, muss die syrische Regierung dagegen protestieren.

      Die syrische Regierung wird sehr wohl ernst genommen. Schliesslich hat Dank ihrer Entscheidung die syrische Armee Syrien gegen einen Angriff ungeheuren Ausmasses verteidigt und nicht klein beigegeben, sondern sich auch noch klug mit den richtigen Partnern verbündet. Das war eine der Entscheidungen, die die gesamte Welt auf immer verändern wird und die Zukunft der gesamten Menschheit ganz entscheidend bestimmen wird.

      Russland entscheidet sicherlich viel, aber nicht alles.

  18. Parteibuch

    Es wäre schön, hier mal einen Artikel zu lesen, der sich mit den in den letzten Tagen sprunghaft angestiegenen Meldungen über einen bevorstehenden Einmarsch von amerikanischen und/oder französischen und/oder britischen Truppen in Syrien zu lesen.

    Sind Meldungen wie diese hier ernst zu nehmen?

    Macron soll ja auch schon offiziell Journalisten angewiesen haben, Syrien zu verlassen.
    Dazu die vermehrten Meldungen von RussianMoD über geplante „Fake“-Angriffe und die beachtlich scharfen Aussagen wie „Sollte Damaskus angegriffen werden, wird es das Letzte sein, was sie tun“.

    Alles nur Spekulation bzw. diplomatische Rangeleien oder tatsächlich die Vorboten von etwas Großem?

    1. Pragmatisch

      Das Gerede „über einen bevorstehenden Einmarsch von amerikanischen und/oder französischen und/oder britischen Truppen in Syrien“ ist meiner Meinung nach heiße Luft. Hier habe ich gerade zum wiederholten Mal erklärt, warum:

      Die Quellen von „Within Syria“ in allen Ehren, aber ich sehe keinen Aufbau für so eine große Attacke wie im Irak 2003. Damals haben die USA 250.000 Truppen aufgefahren. Um heute Syrein erfolgversprechend im Sinne von Regime Change zu attackieren, müssten sie eher deutlich mehr auffahren. Die sind aber nicht da, in der ganzen Region nicht, und auch im US-Militär ist keine massive Mobilmachung zu erkennen. Was zu sehen ist, sind lediglich ein paar Tausend Truppen der USA und befreundeter NATO-Staaten, die nicht genug sind, um viel am Kriegsverlauf in Syrien zu ändern.

      https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2018/03/18/syrische-armee-nimmt-saqba-und-kafr-batna-ein/#comment-42921

  19. https://meta.tagesschau.de/id/132540/bundespraesident-steinmeier-sieht-demokratie-in-gefahr#comment-3375725

    Neu
    Am 19. März 2018 um 22:32 von laurisch._karsten
    „Steinmeier sieht Demokratie in Gefahr“
    .
    Dann sollte er als Bundespräsident anfangen die „Groko“ aufzufordern anzufangen aufzuhören mit der „alternativlosen“ Politik gegen die Menschen in der Bundesrepublik Deutschland die sie bisher abgeliefert hat. So Lange die Groko eine Politik liefert wie hier
    http://tinyurl.com/y73e2b8a
    solange ist die Demokratie hier in Gefahr.

  20. ….Gehen wir mal an die Frage Erfolg oder Misserfolg in Afrin aus einer rein deutschen Interessenlage heran und zwar aus der wirklichen Interessenlage des deutschen Volkes und nicht den Verkaufsinteressen deutscher Konzerne !

    Erdogan ist 1. ganz klar ein Diktator , der sich für das, was es an positiven deutschen moralischen Werten, die es durchaus gibt, ein kaltes Ar***runzeln interessiert !
    Und er hatte in Afrin , egal auf welchem Wege , ganz klar Erfolg und sowas macht jeden Diktator noch größenwahnsinniger, unberechenbarer und allgemein gefährlicher !

    Kann es sein, das er auch auf deutschem Boden fanatische Anhänger oder Mitläufer hat ?

    Wenn ja, werden die nun weniger und zahmer und damit für uns im Alltag hier leichter zu integrieren ?

    ….oder wird man mit einer gegenteiligen Entwicklung rechnen müssen ?

    1. „Erdogan ist 1. ganz klar ein Diktator , der sich für das, was es an positiven deutschen moralischen Werten, die es durchaus gibt, ein kaltes Ar***runzeln interessiert !
      Und er hatte in Afrin , egal auf welchem Wege , ganz klar Erfolg und sowas macht jeden Diktator noch größenwahnsinniger, unberechenbarer und allgemein gefährlicher !“

      .

      Nun Juristisch gesehen ist ein Diktator durch einen Putsch an die Macht gekommen. Ist das der Fall?
      https://de.wikipedia.org/wiki/Diktatur

      1. Wieso muss das ein Putsch sein?
        Brockhaus Enzyklopädie stand heute.

        Diktator [lateinisch, von dictare »befehlen«] der, -s/…ˈtoren, in der Neuzeit der Inhaber unumschränkter Macht im Staat (Diktatur).

        Diktatur [lateinisch] die, -/-en, eine auf unbegrenzte oder unbestimmte Dauer angelegte, besonders als Gegensatz zur Demokratie begriffene Herrschaftsform. Sie steht, je nach dem Grad des Autoritarismus, in enger Verwandtschaft zum autoritären Staat beziehungsweise zum totalitären Staat.

        Die konkreten Erscheinungsformen der Diktatur sind sehr vielfältig, besitzen jedoch heute mehrere gemeinsame Strukturmerkmale: 1) die Monopolisierung der Staatsgewalt bei einer Person (»Diktator«) oder Gruppe (Partei, Militär, Klasse); 2) die Unterdrückung der Opposition; 3) die Aufhebung der Gewaltenteilung; 4) die Gleichschaltung beziehungsweise Kontrolle von autonomen Teilgewalten zugunsten der Zentralgewalt; 5) die Unterdrückung beziehungsweise Begrenzung des politischen und gesellschaftlichen Pluralismus; 6) die gänzliche oder weitgehende Einschränkung der Menschen- und Bürgerrechte; 7) die Ausschaltung oder weitgehende Behinderung der Öffentlichkeit bei der Kontrolle politischer Macht; 8) die Ersetzung des Rechtsstaates durch den Polizeistaat; 9) die Instrumentalisierung der Bürokratie zur Kontrolle des Einzelnen und der Gesellschaft im Ganzen. Über diese Strukturelemente hinaus sucht die totalitäre Diktatur (Totalitarismus) den einzelnen Menschen wie die gesamte Gesellschaft auf der Grundlage einer bestimmten, für alle verpflichtenden Ideologie zu »erfassen« und zu »manipulieren«. Dabei bedroht sie permanent jeden im Falle einer ideologischen Abweichung oder Opposition mit der Anwendung psychischer oder physischer Gewalt (Terror).

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