Syrische Armee nimmt Hamouriyah ein

Wie die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA berichtet, hat die syrische Armee am heutigen Donnerstag den zentral in Ost-Ghouta gelegenen Ort Hamouriyah eingenommen.

Hamouriyah war einer der von bewaffneten Regierungsgegnern beherrschten Orte in Ost-Ghouta, wo Einwohner in den letzten Tagen mit Flaggen des syrischen Staates und Parolen zur Unterstützung der syrischen Armee Kundgebungen gegen die Ost-Ghouta beherrschenden Terrorbanden abgehalten hatten. Schon als in der letzten Nacht die Nachricht die Runde machte, dass die Armee trotz massiver Gegenwehr von Terroristen nach Hamouriyah rein geht, haben sich Tausende von Einwohnern von Ost-Ghouta in der Hoffnung auf eine Gelgeneheit zur Flucht auf den Weg nach Hamouriyah gemacht. Am Morgen sind die letzten Terroristen angesichts der überlgenen Armee und der ihnen feindlich gesonnenen Menschenmengen aus Hamouriyah geflüchtet. Die Armee hat sodann einen Fluchtkorridor in die von der Regierung kontrollierten Gebiete östlich von Hamouriya aufgemacht. Die russische Agentur Ruptly hatte dazu einen Livevideofeed geschaltet, durch den jeder mitverfolgen konnte, dass der Weg raus aus den Terroristengebieten endlich offen war:

Und die Menschen kamen zu Tausenden. Durch den Korridor in Hamouriyah sind praktisch den ganzen Tag über Menschen aus unterschiedlichen Orten der südlichen Ost-Ghouta-Tasche in die von der Regierung beherrschten Gebiete geflüchtet.

Am Ende soll eine fünfstellige Zahl von Menschen geflüchtet sein, Tausende, 10.000, 12.000, 20.000 oder wieviel auch immer, jedenfalls waren es viele Menschen, und vielen waren sowohl ihr Leid als auch ihre Erleichterung im Gesicht abzulesen.

Es gab einige Berichte, dass Terroristen noch versucht haben, die Leute mit Einschüchterungen, Mord und Totschlag an der Flucht über Hamouriyah zu hindern, doch letztlich waren sie gegen die Menschenmassen machtlos. Das Terrorregime von Failaq Al Rahmen und Al Kaida in der südlichen Ost-Ghouta-Tasche dürfte sich damit praktisch erledigt haben. Was im Rest der Tasche nun noch übrig ist, dürften kaum mehr als Steine und Terroristen sein, mit denen die syrische Armee es nicht mehr sonderlich schwer haben wird. Aus der nordöstlichen Tasche in Ost-Ghouta wurde unterdessen gemeldet, dass die Armee den Ort Rayhan eingenommen hat, und die dortigen Terroristen damit mitsamt ihrer Geiseln in Douma isoliert sind.

Und da laufen auch schon Verhandlungen über eine geregelte Kapitulation der bewaffneten Banden.

Aus der nordwestsyrischen Stadt Afrin wurde heute unterdessen gemeldet, dass dort in den letzten zwei Tagen rund 100.000 Zivilisten vor der Invasion der türkischen Armee und ihrer auf FSA geflaggten Jihadi-Söldner geflüchtet sind.

https://twitter.com/Syria_Hezb_Iran/status/974394788106600448

Die türkische Armee und ihre Jihadi-Söldner eroberten unterdessen weitere Dörfer im Afrin-Bezirk aus der Hand der kurdischen Separatistenmiliz YPG. Den Fluchtkorridor lassen sie jedoch bislang offen.

Bezüglich der von YPG-Milizen und US-Truppen besetzten Stadt Manbij weiter östlich im Norden der Provinz Aleppo haben die USA am heutigen Donnerstag erklärt, dass sie nicht vorhaben, sich an die vom gerade gefeuerten US-Außenminister mit dem türkischen Präsidenten Erdogan getroffene Vereinbarung zum Abzug der YPG-Milizen aus der Stadt und dem Einzug der türkischen Armee dort zu halten. Es gebe keine Vereinbarung mit der Türkei zu Manbij, erklärte die Sprecherin des US-Außenministeriums dazu heute einfach.

Nachtrag Freitag 06:20h: Mossads, Verzeihung Herzliyas, Seth Frantzman betrauert Verluste unter seinen Kameraden in den Reihen der YPG in Syrien. Nachdem die anti-iranischen „kurdischen“ Terroristen mit denen er letztes Jahr im Nordirak unterwegs war, auf die Nase bekommen haben, hängt Frantzmans Herz nun an kurdischen Separatisten und ihnen zu Hilfe geeilten internationalen Freischärlern in Syrien. Na sowas.

29 Gedanken zu “Syrische Armee nimmt Hamouriyah ein

  1. Eine gute Entwicklung.

    Festzustellen aktuell ist:

    – Es sind und waren keine verbliebenden 400.000 Zivilisten in Ghouta. Die Zahl war grundlegend übertrieben, um drastischere Nachrichten zu schaffen. Soweit logisch, aber falsch und moralisch maximal fragwürdig. Die Masse floh vor Jahren, die Verbliebenden wurden dazu genötigt zu bleiben, kaserniert/ eingekerkert, bzw. sind viele Zivilisten teil der Familien der Terroristen vor Ort (Man betrachte momentan die „aufgeklärten“ Menschen, die die Taschen verlassen – Verschleierung als kurzes Beispiel, die gerade im Kindesalter im sekularen Syrien eine absolute Seltenheit ist).

    – Gäbe es ein humanitäres Gewissen unter den „Rebellen“ (Che haut mit der Faust den Tisch vor ihm in einem Schlag kaputt) – hätte es eine Kapitulation ohne große Einschränkungen für Leib und Leben, selbst für die miesesten Halsabschneider geben können. Passierte nicht, und das lag beileibe nicht am (im Westen so dargestellten) pferdefüssigen Anichrist Assad.

    – Die westlichen Medien schwenken um. Wenn auch nur ganz ganz behutsam in der Wortwahl. Man muß sich wohl „leider“ damit abklimatisieren, dass ein Sieg der SAA, Assads unabwendbar ist. Man streut hier und da noch Falschmeldungen und verwendet beschönigende Bezeichnungen für Mörder und Terroristen, es wird aber weniger mit Schrot geschossen. Afrin wird langsam interessanter. Jemen nicht.

    Sagte es gestern, der Sieg ist nahe – in Ghouta.

    1. M_D_S

      400.000 Menschen entspricht in etwa der Anzahl der Vorkriegsbevölkerung in den fraglichen Gebieten in Ost-Ghouta.

      Die Zahl wird jedoch nicht so, sondern auf die Weise errechnet, dass die Verwaltungen in den betroffenen Orten, also die jeweilig herrschenden bewaffneten Gruppen, von der UNO oder dem roten Kreuz gefragt werden, wie viele Personen anwesend sind und für wie viele Personen Hilfsleistungen benötigt werden. Bezüglich der anwesenden Personen wird weiter gefragt, wie viele Personen davon ursprüngliche Einwohner und wie viele Flüchtlinge aus anderen Gegenden sind. Dabei ist natürlich jedem klar, dass internationale Hilfslieferungen immer direkt an die jeweils herrschenden bewaffneten Gruppen gehen, weil diese bestimmen, wer zu den konkreten und aus Sicherheitsgründen vorab vereinbarten Orten, wo Hilfsgüter verteilt werden, Zugang hat und wer nicht. Die MItarbeiter, die vor Ort Hilfsgüter verteilen, haben keine Möglichkeit, zu prüfen, ob die Zivilisten, die vor Ort erscheinen, um Hilfsgüter in Empfang zu nehmen, Angehörige der bewaffneten Banden oder andere Personen sind. Hilfsgüter, für deren Empfang keine Zivilisten gekommen sind, werden direkt an die jeweilige lokale Verwaltung, sprich die herrschende bewaffnete Bande, zur späteren „Verteilung an Bedürftige“ gegeben. Jedem Experten ist dabei klar, dass Hilfsgüter Waren sind, die sich nicht nur kostenlos verteilen, sondern auch verkaufen lassen, und dass das auch, in unterschiedlichem Maße, gemacht wird. Hilfsgüter an bewaffnete Banden zu liefern ist also ähnlich, wie als wenn man ihnen Bargeld zustecken würde. Trotzdem sind sich in Syrien alle Seiten einig, dass es richtig ist, Hilfsgüter an bewaffnete Banden zu liefern, weil die Chance, dass am Ende doch irgendwie jeder oder fast jeder Zivilist was zu essen bekommt, größer ist, wenn die Lager der bewaffneten Banden voll sind, als wenn sie knapp bestückt sind. Jedem ist dabei auch klar, dass die jeweiligen herrschenden bewaffneten Banden ein Interesse daran haben, die Zahl der in ihrem Gebiet anwesenden Menschen und die Zahl der Bedürftigen möglichst hoch anzugeben, weil sie so mehr Hilfsgüter bekommen, die sie verkaufen oder verteilen können. Bezüglich Ost-Ghouta sieht es so aus, dass die in den jeweiligen Orten herrschenden bewaffneten Banden in der Regel Zahlen angegeben haben, dass fünf bis zehn Prozent der Einwohner ihre Orte verlassen haben, etwa weil sie Mittäter des „kriminellen Regimes“ waren und Angst hatten, von ihren Nachbarn nun, wo Gerechtigkeit herrscht, zur Rechenschaft gezogen zu werden, dafür jedoch fünf bis zehn Prozent Flüchtlinge, die aus von dem „bösen Regime“ beherrschten Gebieten geflohen sind, in ihren Gemeinden Zuflucht gesucht haben. Und weil das „böse Regime“ eine Blockade verhängt hat, sind natürlich praktisch alle bedürftig und brauchen Hilfsgüter. Die Hilfsorganisationen sehen ihre Aufgabe nicht darin, diese Zahlen zu hinterfragen, sondern sie als gegeben hinzunehmen und freundlich Hilfe zu leisten, so dass es möglichst wenig Streit mit den bewaffneten Gruppen gibt und möglichst viel Hilfe ankommt, was auch nicht verkehrt ist. Folge dessen ist natürlich, dass, wenn die syrische Regierung weniger an Hilfslieferungen durchlässt, als für die angegebene Zahl an Bedürftigen notwendig ist, etwa, weil sie meint, zu viele Hilfsgüter werden bloß wieder rausgeschmuggelt und stärken die Finanzkraft der bewaffneten Banden unnötig, sie dann von der Propaganda der bewaffneten Banden und ihrer Unterstützer den schwarzen Peter „böses Regime hungert Menschen mit anderer Meinung aus“ zugeschoben bekommt.

      Andere Organitionen von UNO und so fort, beschäftigen sich hingegen mit der Aufarbeitung der in Syrien begangenen Verbrechen. Dazu fragen sie die die lokalen Verwaltungen, also im Fall Ost-Ghouta die jeweiligen herrschenden Banden beispielsweise, ob die Kriegshandlungen so schlimm gewesen seien, dass wesentliche Teile der Bevölkerung aus ihrer Heimat geflüchtet seien, was ein Indiz für das Verbrechen der ethnischen, religiösen oder politischen Säuberung ist, weswegen man etwa den Kriegsgegner internatonal juristisch verfolgen könnte. Diesbezügliche Fragen haben die bewaffneten Banden in Ost-Ghouta so beantwortet, dass es in Ost-Ghouta einen ganz besonders schweren Fall der religiösen und politischen Verfolgung durch das „böse Regime“ gegeben habe, was man daran sehen könne, dass aus den meisten Orten zwischen 75% und 99% der ursprünglichen Bevölkerung geflohen seien. Da kann die Welt mal sehen, wie „böse“ das „Assad-Regime“ ist: fast alle Leute in Ost-Ghoutas mussten flüchten. Wenn das kein Fall von „ethnischer Säuberung“ ist, was dann? Diese Angaben der bewaffneten Banden unterscheiden sich dummerweise bloß grundlegend von den Angaben zur Anzahl der bedürftigen Menschen in den von ihnen beherrschten Gebieten. Der Grund dafür liegt auf der Hand: hier ist die Interessenlage der bewaffneten Banden anders und sie erfinden ihre Zahlen je nach Interessenlage stets neu.

      Ich habe kürzlich eine tabellarische Gegenüberstellung dieser von den bewaffneten Banden in Ost-Ghouta selbst offiziell erklärten völlig widersprüchlichen Zahlen gesehen, kann mich aber gerade leider nicht erinnern, wo. Aber jedem halbwegs informierten Experten müsste dieser Widerspruch bewusst sein. Aus dem PR-Dilemma kommen bewaffnete Banden auch kaum raus, in Ost-Ghouta nicht, und anderswo auch nicht. Wenn sie ihre Zahlen zur Erlangung von mehr Hilfslieferungen so frisieren, dass praktisch niemand aus den von ihnen beherrschten Gebieten geflohen ist, können sie nicht gleichzeitig glaubwürdig erklären, dass es eine große religiös-politisch motivierte Verfolgung gibt, aufgrund derer große Teile der Bevölkerung aus ihren Gebieten geflohen sind. Da müssten sie sich schon entscheiden: sind die militärischen Handlungen der politisch-religiösen Verfolgung durch die Regierung so schlimm, dass große Teile der von ihnen beherrschten Bevölkerung geflüchtet sind, oder sind sie so unbedeutend und die Lebensumstände so gut, dass praktisch niemand flieht.

      Die Terroristen und ihre Unterstützer versuchen in unterschiedlichen Darstellungen über diesen fundamentalen Widerspruch hinwegzugehen, aber wer aufpasst, kann ihn trotzdem erkennen, allein aus ihrer eigenen Propaganda. Würden die Medien wirklich an die Angaben der bewaffneten Gruppen glauben und sie ernsthaft an das Publikum weitertragen wollen, müssten sie ehrlicherweise Sätze wie diesen schreiben: Nach Angaben der bewaffneten Gruppen halten sich in den von ihnen kontrollierten Gebieten in Ost-Ghouta noch etwa zwischen 4.000 und 400.000 Menschen auf, je nachdem zu welchem Zweck die bewaffneten Gruppen diesbezüglich befragt wurden. Aber natürlich schreiben die mit den Terroristen sypathisierenden Medien sowas nicht, denn so könnte jeder Konsument leicht erkennen, dass die Zahlen grob manipuliert und instrumentalisiert werden.

  2. Es gibt ein Aufruf in Balkan Forum bei nächste Terror Anschlag in Europa sich in mehr wie möglich Diskussione einzuloggen und versuchen Redaktionen Wort Terrorist zu verbitten. Statt Wort Terroristen sollte man Befreiungs Kämpfer oder Moderate Rebellen benutzen. Auch jede Art von Gegenmassnahmen sollte Wiederstand geleistet sein. Wenn jemand mit einen Laster 30 Menschen töten sollten wir Hinweisen, dass es sich um Freiheits Kämpfer handelt. Auch wenn dann Macron droht mit Luftschlägen, dann müssen wir Hinweisen an humanitäre Situation. Es ist Ziel westliche Presse Spiegel vor Augen zu halten. Ich werde mitmachen.

  3. Übrigens, herzlich, die Märchenschau macht mal wieder die russischen Wahlen nieder.

    http://www.tagesschau.de/ausland/russland-wahl-111.html

    Dazu nehmen sie diesen herzlichen russischen Wahlkampfspot zum Anlass:

    Bloß, in der Version, die die Tagesschau verlinkt, wurde dem Spot die Pointe hinten weggeschnitten. Peinlich. Die Tagesschau traut sich offenbar nicht mal, den kompletten Wahlkampfspot zu verlinken, den sie kritisiert, vermutlich weil der einfach zuviel Zustimmung generiert.

    Nach so einem Clip, wo dem Wahlkampfspot die Pointe weggeschnitten wurde, dürfte die Tagesschau lange gesucht haben. Dass im russischen Text vor dem Wahlkampfspot ohne Pointe wenigstens ein lieicht überlesbarer Link auf den kompletten Spot angegeben ist, ändert daran nichts, sondern zeigt nur, dass die Tagesschau den kritisierten Spot in voller Absicht ohne Pointe verlinkt hat. So erklärt es sich vermutlich auch, dass die Tagesschau eine Kommentarfunktion unter dem Artikel gar nicht erst anbietet. Die bei der Tagesschau wissen genau, dass ihr schäbiges Stück Propaganda da schnell auseinandergenommen würde.

    1. Wer zu feige ist, anzuprangern, dass im eigenen Land demokratische Wahlen zum Staatsoberhaupt nicht erlaubt sind, muss sie eben woanders niedermachen.

    2. Die Propaganda-Medien machen sich immer lächerlicher. Damit die Privaten unter ihnen nicht wegen rapide sinkender Klick- und Absatzzahlen pleite gehen, plant die EU jetzt die staatliche Subventionierung von „Qualitäts“medien. Das wird deren Glaubwürdigkeit (auch hinsichtlich der britischen „Nervengift-Affaire“) nur noch weiter verringern.

      Lustig ist auch das hier:http://www.der-postillon.com/2018/03/putin-russland.html

      Weniger lustig, Zgvaca, finde ich Ihre Aussage „Ich werde mitmachen“, die nichts anderes bedeutet als Terrorunterstützung. Bisher fand ich Sie, mitsamt der permanenten Unkerei, recht sympathisch. Diese Sympathie haben Sie grade verspielt: Terror ist durch nichts zu rechtfertigen und wer sich seiner meint bedienen zu müssen, verliert (nicht nur Sympathien).

      Schön zu sehen, daß so viele Menschen jetzt endlich aus Ghouta flüchten können. Etwas Sorge macht mir dabei, wie die potentiellen Terroristen darunter enttarnt und verhaftet werden können, was ja einige Logistik erfordert.
      In einigen MSM gab´s dazu eine kurz abgehandelte Mitteilung, die sinngemäß lautete „Inzwischen scheint es einigen Einwohnern gelungen zu sein zu flüchten“, ansonsten ist das Thema Ost Ghouta mehr oder weniger „durch“, so wie vorher Aleppo.

  4. Die gerüchteten Verhandlungen zu Douma liegen im Rahmen diverser Vereinbarungen, die schon getroffen wurden.

    Lokale Kämpfer dürfen moderat werden und da bleiben und sogar noch eine gewisse Rolle spielen, die anderen müssen raus , dürfen aber mit ihren persönlichen Waffen in Idlib noch weiter Söldner sein bzw. ihren persönlichen Dschihad kämpfen.

    Womöglich wollen sie auch in den Süden; da würde ich als Regierung allerdings nicht zustimmen.

    —————————

    Derweil gerüchtet Reuters von direkten Gesprchen zwischen Houthis und Saudis, ohne die Marionette.

    Das könnte darauf hin deuten, dass es eine Lösung geben soll, die Marionette spielt ja im Machtgefüge kaum eine Rolle.

    https://www.reuters.com/article/us-yemen-security-saudi-talks/yemens-houthis-and-saudi-arabia-in-secret-talks-to-end-war-sources-idUSKCN1GR27W

    Schwer zu sagen, wie noch ein Kompromiss, der MbS einen Hauch Gesicht lässt, aussehen könnte.
    Den Süden hat sich ja schon die VAE gekrallt.

  5. Ersteinmal ist das eine ausgezeichnete Argumentation vom Parteibuch bezüglich der manipulierten Zahlen in Ghouta.

    Der Auszug der Menschen aus Ghouta ist ein trauriges Bild. Ich habe mir das Video angesehen. Im Hintergrund hört man vereinzelt Einschläge donnern. Selbst wenn viele von ihnen Anhänger der Terroristen waren, empfinde ich nur Mitleid. Die meisten werden durch eigenes Leiden zur Vernunft gekommen sein und hoffentlich dauerhaft geheilt sein. Aber Spuren werden diese 7 Jahre auf jeden Fall hinterlassen. Wo bringt man diese Leute jetzt unter?

    Zur Türkei finde ich interessant, dass gleich nach dem Rausschmiss von Tillerson die Türkei ankündigte, dass sich an der Vereinbarung bezüglich Manbij auch unter dem neuen Aussenminister nichts ändern würde. Also hat Tillerson hier nicht im Sinne des Weissen Hauses verhandelt? Wie geht es jetzt mit Manbij weiter?

    Ansonsten noch ein paar Schnipsel zum unsäglichen Giftmordversuch:

    der britische Labour Abgeordnete Chris Leslie: „Russland sieht immer mehr wie ein Schurkenstaat aus. Die Rechte Russlands im UN Sicherheitsrat sollten beschränkt werden.“

    Weitere Vorschläge: den russischen Botschafter ausweisen. Den BBC World Service ausweiten um russischer Desinformation und Propaganda entgegenzuwirken und alte Fälle toter Spione neu aufzurollen.

    Der britische Verteidigungsminister Gavin Williamson: „Russland soll den Mund halten und verschwinden.“

    Irgendein Sicherheitsminister des Königlichen Reiches: Russland schiesst Flugzeuge ab, Krim, und am Besten: Wenn Russland Teil der „Ersten Welt“ sein möchte, dann muss es……….

    Corbyn wurde übelst beschimpft, weil er Beweise möchte, bevor man Russland beschuldigt. Was für eine Unverschämtheit von ihm. Wozu Beweise? Stand doch in der Zeitung.

    Die Engländer leben zu gerne in ihrer ach so „glorreichen“ Vergangenheit, als sie noch wer waren. Als sie die Konzentrationslager erfanden und mit ihrer brutalen Kolonialherrschaft die Welt beherrschten.

    Heute sind sie eine Operetteninsel, auf der sich das Who is Who der Oligarchen, Ölprinzen, Hollywoodaltstars und ausgemusterten Spione tummelt und jeder sich über Titelchen der Königin freut für besondere Verdienste für das Königliche Reich. Allerdings, wenn der Brexit wirklich so teuer für das königliche Reich wird, dann wird man womöglich die königliche Familie um finanzielle Unterstützung bitten müssen.

    Mit Pauken und Trompeten wird das Reich untergehen, so wie viele Reiche vorher und wieder zu einem hübschen, aber politisch bedeutungslosen Inselchen ganz nah bei Europa. Dann können sie sich weiter seidene Adelstitel ans Revers heften und sich selbst feiern.

    1. Nette Unterhaltung, würde darauf nichts mehr geben. Politiker / Journalisten leben seit Jahren in einer eigener Welt, ärgern sich über AlJazeera, RT News, Sputnik, während Leser längst quer lesen, Facebook/Twitter und special interest Blogs konsumieren.

      2014 – Anlass Ukraine-Thema Russland – fragten sich Journalisten (war Artikel in Die Zeit):
      Warum folgen 2/3 der Leute NICHT der Meinung von 4/5 der Politiker / Medien?.
      2016: Die Zeit beklagte wieder mal: nur 1/3 der Leute glaubt noch den Medien.
      https://tinyurl.com/jelflle

      Das wird sich bis heute eher weiter verschlechtert haben.

  6. Ich habe in diesen letzten Tagen der Ghouta vermehrt persönlichen (beruflich) und digitalen Kontakt zu „Oppositionellen“ gehabt. Hier in Deutschland lebend. Diese aber repräsentieren sehr genau die Denke und die Motivation der syrischen kämpfenden Rebellenklasse.
    Was augenscheinlich und offensichtlich ist: Die Zahl der „Revolutionäre“ hat seit Aleppo spürbar abgenommen. Sei es, weil sie endlich die Augen öffneten, oder weil sich Resignation mit kognitiver Dissonanz vermischte.
    Von den wenig verbliebenen „Lautsprechern“ kommt indes seit Tagen interessantes:
    Unisono wird das Vorgehen der Türkei und ihrer Proxies als „Befreiung Syriens“ gedeutet. Ist das zu fassen? Wenn ich um Erklärung bitte, kommen Passagen wie „die Türken sind unsere sunnitischen Brüder“ oder “ Unsere FSA-Männer führen das Kommando und die Türken unterstützen uns nur“.
    Es wird tatsächlich so gedeutet, dass die Befreiung Syriens von den Assad-Schergen nun in und um Afrin begonnen hätte…

    Es war so, ist so und wird so sein, dass ein gewisser Anteil syrischer Biomasse (klein, sehr klein sogar, aber existent) seinen Glauben über seine Liebe und seine Verantwortung zum Heimatland gestellt hat, stellt oder stellen wird. Ich empfinde es als selbsterklärend und erleichternd, dieses verstanden zu haben, denn jegliche Prosa und Revolutionsromantik a la Freiheit, Gleichheit und Würde wird durch solch bestätigter und bestätigender Fakten entlarvt und demaskiert. Wer gemeinsam mit „sunnitischen türkischen Brüdern“ seine Waffen gegen die eigene Nationalarmee aus Wehrpflichtigen erhebt, hat in einem säkularen Syrien nichts verloren und hat, was Freiheit, Gleichheit und Würde angeht, Nullkommanull Aktien.

    1. Zitat Kaumi
      „Von den wenig verbliebenen „Lautsprechern“ kommt indes seit Tagen interessantes:
      Unisono wird das Vorgehen der Türkei und ihrer Proxies als „Befreiung Syriens“ gedeutet. Ist das zu fassen?“

      Was dich überrascht empfinde ich als Selbstverständlichkeit. Den mit „Befreiung Syriens“ ist nicht die Befreiung des Nationalstaates Syriens gemeint (einen Staat kann man ja auch gar nicht befreien). Sondern die Befreiung der Bevölkerung. Und mit Bevölkerung meinen diese Leute die Muslembruderschaft (welche laut Leukefeld übrigens auch die Regierung der Türkei stellt) und die Freunde der Muslimbruderschaft, also Befürworter einer bestimmten Ideologe (welche auf eine bestimmte religiöse Auslegung beruht).

    2. „..das Vorgehen der Türkei und ihrer Proxies als „Befreiung Syriens“ gedeutet…“

      Wenn diese moderaten Rebellen bzw diese moderaten Oppositionellen den Einmarsch, als Befreiung feiern, auf was „reduzieren“ diese Typen ihre Tätigkeit? Genau auf das was sie wirklich ist und war. Hilfstruppen einer fremden Macht und auf keinen Fall eine Opposition. Verhandeln / Politik war ja glaube zu keinem Zeitpunkt ein Thema

    3. @ Kaumi
      Ich habe deine Beiträge hier immer mit viel Interesse und Symphatie gelesen.

      Diese Lautsprecher, wie du sie nennst, kann man nur als Anti Syrer bezeichnen in
      Anlehnung an den Begriff der Antideutschen.
      So etwas sind typische kranke Gedanken von Intellektuellen im Exil, die jeden Bezug zur Heimat
      woher sie stammen und auch zur Realtität verloren haben. Irgendwann werden diese Leute im Selbsthaß enden, so wie sie ihr eigenes Volk hassen. Für Syrien ist es sicher besser, wenn
      solche Leute gar nicht zurückkehren. Sie würden dort nur Schaden anrichten.

      Es kann aber auch in Einzelfall eine persönliche Betroffenheit durch den Tod naher
      Angehöriger dahinterstehen, die dann das politische Denken bestimmt und vernebelt.
      Das ist nach 7 Jahren Krieg immer eine traurige Folge.
      Solchen Leuten ist aber noch zu helfen.

  7. Die Nachrichten aus Ost Gouta sind sehr gut. Dieses live Video von dem Auszug der Tausende war sehr beindruckend. Man konnte den Gesichtern ansehen,
    dass sie einfach froh waren der Hölle entkommen zu sein.
    Zu Afrin fällt mir gar nichts mehr ein. Hier ist von dem Parteibuch und den Kommentatoren so viel geschrieben worden, um da irgendeine Sinnhaftigkeit
    herauszufinden, aber das funktioniert nicht und das liegt nicht an den Kommentatoren sondern an dem Geschehen, was immer mehr völlig irrationale Züge trägt.
    Man kann nur hoffen, das wenigstens Tel Afar für Syrien erhalten bleibt.

    England zeigt sich als das, was es seit fast 1000 Jahren immer schon war,
    als perfider Kriegstreiber und in den USA ist die herrschende Oberschicht
    immer noch britisch. Es gibt kein Land auf der Welt, was eine derart
    kriegerische Geschichte hat, sowohl nach innen und als auch nach außen.
    Und, jedenfalls in Europa, ist nirgendwo der Unterschied zwischen arm und reich so groß. Und die Lebenserwartung in Glasgow ist die niedrigste in der EU.!

  8. „…Mit Pauken und Trompeten wird das Reich untergehen, so wie viele Reiche vorher und wieder zu einem hübschen, aber politisch bedeutungslosen Inselchen ganz nah bei Europa. Dann können sie sich weiter seidene Adelstitel ans Revers heften und sich selbst feiern…“

    Schön gesagt, Demeter.

    1. netmod

      Klasse. In dem n-tv Interview mit Günter Meyer ist endlich mal wieder ein Bruch in der Matrix zu sehen. Dass Israel oder „Israels Sicherheit“ als wesentlicher Grund für den westlichen Krieg in, und vor allem auch, Terrorkrieg gegen Syrien offen benannt wird, ist nämlich tatsächlich eine Seltenheit. Aber es kommt vor.

      Vor knapp fünf Jahren beispielsweise haben wir im Parteibuch darauf hingewiesen, dass die aus Israel berichtende Spiegel-Korrespondentin Susanne Koelbl die Israel-Motivation des westlichen Terrorkrieges gegen Syrien offen angesprochen hat:

      Was wollen der Westen und seine Verbündeten? Den Einfluss des Syrien-Alliierten Iran eindämmen und die Hisbollah schwächen, das soll vor allem Israel schützen.

      Damals hat Susanne Koelbl für diese Aussage richtig Zorn auf sich gezogen, weil sie damit den sorgsam hinter angeblichen Menschenrechtsmotivationen kaschierten zionistischen Hintergrund mitgeteilt hat. Das Problem ist, dass viele Leute es für so unvorstellbar und so konträr zu dem ihnen bislang erzählten Narrativ halten, dass der Westen gemeinsam mit Al Kaida einen verheerenden Terrorkrieg gegen Syrien führt, um Israel zu gefallen oder „Israels Sicherheit“ zu dienen, dass sie es nicht glauben und ignorieren, selbst wenn das sogar im Mainstream kommt.

    1. Der Wertewesten schraubt seine Ziele runter. Günter Meyer beschreibt nur den aktuellen Istzustand. Denn mehr ist nicht mehr drin. Aber mal ehrlich, wer glaubt noch das dieser Istzustand der Endzustand sein wird. Ghouta und Nord Homs ist nicht das Ende dieses Krieges.

      Die Offenbarung des Istzustandes in öffentlichen Medien sind nur Rückzugsgefechte, mehr nicht. Die haben Angst das der Golan auch noch dran kommt

      1. und vor allem AL Tanf

        Erklärung:
        Ich denke die Russen und die Amis haben eine Abmachung. Der Euphrat ist die Grenze. Alles auf der einen Seite steht erstmal unter dem Einfluss der Amis alles auf der anderen Seite steht unter dem Einfluss der Russen. Daran haben sich die Russen auch gehalten. All das ist nichts neues. Die Amis haben sich aber nicht daran gehalten siehe AL Tanf.

        Glaube Anfang letztes Jahres gab es die Luftangriffe der Russen auf dieses „noch geheime Gebiet“, Daraufhin sind ja F 18 aufgestiegen und haben die Russen „verjagt“, nachdem die Amis wieder zurückgeflogen, sind die Russen wieder gekommen und haben dort weitergebombt … Könnt ihr euch erinnern ? Das war meiner Meinung ein Zeichen, da läuft was, was so nicht vereinbart wurde. Momentan sollen Iraner Nordwestl von AL Tanf „Artellerietaining“ abhalten. Die Einschläge sollen genau an der, von den Amis, definierten Grenze sein. Die schiessen sich schon mal ein ….. Jetzt sind die Britten auch noch dort. Da passiert noch was. Abwarten und einen schönen Tschai trinken

  9. https://www.n-tv.de/politik/Die-USA-wollen-Syrien-zerschlagen-article20337990.html
    Zitat
    „Der gesamte Osten Syriens soll abgespalten werden. Im Nordosten haben die Kurden mit US-amerikanischer Unterstützung bereits de facto einen eigenen Kurdenstaat errichtet. Der restliche Bereich entlang der Grenze zum Irak im Osten soll ebenfalls mithilfe von Milizen der Assad-Gegner unter Kontrolle von US-Truppen gestellt werden. Die Anti-Assad-Milizen werden gegenwärtig in der US-Militärbasis Al-Tanf auf syrischem Gebiet nahe der jordanischen Grenze ausgebildet. Erst vor zwei Wochen sind weitere 1000 US-Soldaten dorthin verlegt worden.“

    Da wird der Erdogan aber ein bisserl Schnappatmung kriegen.
    Eine Einschätzung über die Durchführbarkeit des Vorhabens wäre interessant.

  10. Nochmal zu dem NTV Interview von Herrn Meyer.
    Herr Meyer hält Trump für nicht an den Frieden sondern nur an der Stärke Israels interessiert.

    Zitat Interview
    „Es geht primär darum, Israel zu schützen. Das hat unter Donald Trump oberste Priorität. Die Bedrohung für Israel durch den Iran soll unbedingt beseitigt werden. Mit der Entlassung seines Außenministers Rex Tillerson und der Ernennung seines Nachfolgers, der sich klar als Falke positioniert hat und den Nuklearvertrag mit dem Iran aufkündigen will, steht in der Konfrontation mit dem Iran eine neue Eskalationsstufe bevor. Und ein weiterer Feind Israels, den es aus Sicht der USA auszuschalten gilt, ist eben das vom Iran unterstützte Syrien. Washington geht es darum, das Land endgültig zu zerschlagen, aufzuspalten und zugleich Israel in Ostsyrien gegen die Bedrohung durch den Iran abzuschirmen. Angesichts dieser Ziele der US-Regierung haben Bemühungen, die zu einem schnellen Frieden führen könnten, gegenwärtig nicht die geringsten Erfolgsaussichten.“

    Auch ich sehe Trump leider nicht so wie er im Wahlkampf als Maxime sagte, dass er sich auf die USA konzentrieren möchte und die anderen Länder tun und lassen dürfen was sie wollen (unter anderem mit Bezug auf den Irak).

    -Den er hat Israel im Wahlkampf Waffengeschenke in einem Wert zugesagt der höher war als Zusagen anderer US Regierungen.
    -Er ist familiär mit Tochter und Schwiegersohn mit der zionistischen hardliner Elite verbunden.
    -Er hat die US Botschaft in Israel nach Jerusalem verlegt.
    -Er hat offiziell mit Absicht syrische Regierungstruppen bombardiert ohne zu behaupten dies sei ein Versehen oder zum Schutz von US Soldaten geschehen. Kurz vorher sagte seine Tochter das sie die Kinderopfer von „syrischen regierungs Giftgas“ bedaure.
    – Auch Er investiert Milliarden US Dollar zur Bekämpfung der Assad Regierung.

    1. In einem Disskussionsforum war mir gestern ein kurzer Beitrag eines US-Amerikaners aufgefallen, der die Intention wohl vieler zusammenfasst, für Trump zu stimmen: „Ich wählte den Kandidaten, der keinen Krieg mit Russland versprach“.

      Nun, die Republik Iran anzugreifen bedeutet jedoch nichts anderes als das Gegenteil von Frieden mit Russland und wer Trump zuhörte, wie er tonnenweise Fake News über die Republik Iran verbreitete sowie den imperialistischen Propagandamedien zuhörte, wie sie tonnenweise Fake News über Trump verbreiteten, konnte irgendwann den Eindruck gewinnen, zusammengenommen sehe das Ganze aus wie ein perfektes Gespann, das den Kriegskarren zieht.

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