Terrorregime in Ost-Ghouta bröckelt

Am gestrigen Freitag ist Dutzenden von Personen die Flucht aus der von Terroristen beherrschten Tasche in Ost-Ghouta nahe Damaskus gelungen.

Wie die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA berichtete, ist 53 Personen, 13 davon Bewaffnete, trotz Sniperbeschuss durch Terroristen die Flucht aus Ost-Ghouta durch den nördlichen humanitären Korridor gelungen. Die bewaffneten Extremisten werden nun von der syrischen Regierung auf eigenen Wunsch per Bus nach Idlib gefahren, wo sie sich einstweilen am Leben unter ihresgleichen erfreuen können. Des Weiteren hat es eine Gruppe von Personen im Südwesten der Tasche bei Irbeen mit Unterstützung der syrischen Armee geschafft, aus Ost-Ghouta zu flüchten. Im Verlauf der täglichen Waffenruhe, die auch wieder häufig gebrochen wurde, gelang es Helfern, durch den nördlichen humanitären Korridor einige Nahrungsmittel nach Duma zu liefern. Die New York Times schrieb, ein UN-Mitarbeiter habe dazu anschließend erzählt, dass Scharfschützen der „Rebellen“ auf flüchtende Zivilisten schießen, um sie von der Flucht abzuhalten, und dabei mehrere Personen getötet haben. Die in Duma herrschende Gruppe Islam-Armee kündigte derweil an, einige von ihr gefangen gehaltene Mitglieder von Al Kaidas HTS-Allianz zur Evakuierung nach Idlib herauszulassen. In mehreren von Terroristen beherrschten Orten in Ost-Ghouta, darunter Kafr Batna, gab es auch am Freitag wieder Demonstrationen mit syrischen Fahnen gegen die Herrschaft der Terroristen in Ist-Ghouta.

Den in Ost-Ghouta herschenden Terroristen fehlt es anscheinend an Kraft, um neben dem Kampf gegen die vorrückende syrische Armee auch noch die Bevölkerung in Ost-Ghouta überall so unterdrücken zu können wie bisher. SANA berichtete derweil, dass in Ghizlaniyah nahe des Flughafens von Damaskus Einwohner der von Terroristen beherrschten Orte in Ost-Ghouta, die schon vor längerer Zeit vor den Terroristen geflüchtet waren, in Solidarität mit der syrischen Armee demonstriert haben, sie die Terroristen aufforderten, ihre Geiseln freizulassen und dabei die Hoffnung äußerten, nach einem Sieg der Armee bald wieder zurück in ihre Heimatorte zurückzukönnen.

Am späten Freitag Abend wurde berichtet, dass die syrische Armee sowohl an der Front in Misraba als auch in Harasta im Nordwesten der Tasche wieder zur Offensive gegen die Terroristen übergegangen ist und dabei an der Front im Nordosten von Harasta einige Fortschritte gemacht hat.

Ziel dieses Vorstoßes ist es offenbar, die Ost-Ghouta-Tasche nicht nur in einen Nord- und Südteil zu teilen, sondern im Nordteil der Tasche auch die Städte Hasrasta und Duma voneinander zu isolieren.

Aus dem nordwestsyrischen Bezirk Afrin wurde am Freitag gemeldet, dass die türkische Armee und ihre auf FSA geflaggten Jihadi-Söldner dort eine Reihe weiterer Dörfer aus der Hand der kurdisch geprägten Miliz YPG erobert haben. Von besonderer Bedeutung erscheint dabei die Einnahme der ehemaligen Basis der 135. syrischen Militärbrigade sowie des östlich von Afrin liegenden Dorfes Inab zu sein, weil die Stadt Afrin dadurch schon recht nah vor einer vollständigen Umzingelung durch die angreifenden türkischen und türkisch geführten Kräfte stehen könnte.

Angesichts dessen, dass die türkischen und türkisch geführten Kräfte keine drei Kilometer vom Stadtrand von Afrin entfernt sind, könnte es auch einen Frontalangriff auf die Stadt geben, und das womöglich schon am heutigen Samstag. Der türkische Präsident Erdogan erklärte am Freitag, dass die von der Türkei unterstützten Kräfte nun jederzeit in die Stadt Afrin hineingehen könnten. Einige Zivilisten flüchteten am Freitag deshalb aus Afrin in die unter Kontrolle der syrischen Regierung stehenden Gebiete bei Aleppo.

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17 Gedanken zu “Terrorregime in Ost-Ghouta bröckelt

  1. Spricht jemand kurdisch, gibt es da auch den Spruch: wie ein Kaninchen vor der Schlange?

    Dabei treten die Türken wahrlich nicht als Schlange auf.

    Die Hypnose geht quasi von der eigenen fixen Idee aus, mit den Amis an der Seite unbesiegbar geworden zu sein, möglicherweise von einem gehörigen Schuss Fatalismus, der ja ach in der kurdischen Redewendung durchscheint: „Die einzigen Freunde der Kurden sind die Berge.

    Man man man.

    Es gibt bedingungslose Liebe, hoffentlich hat jeder davon als Kind genug erhalten, später tun sich fast alle sehr schwer damit.

    Es gibt aber für Staaten oder Entitäten kein bedingungsloses Beistandsversprechen.*
    Nur weil die Karte von Rojava in einem Moskauer Büro hängt als Zeichen von Kooperation, oder gar weil die Amis Kurden als Steigbügelhalter und Fußtruppen und zur Scheinlegitimation brauchen, kann man davon ausgehen, dass die einfach so militärisch beistehen, koste es was es wolle.

    *offenbar gibt es davon eine weitgehende Ausnahme; die seist sich allerdings auch nicht aus bedingungsloser Liebe

    1. „Die einzigen Freunde der Kurden sind die Berge.“
      Bedeutet: In der dünnen Bergluft fällt das Denken schwer!

  2. ***
    Ivan Sidorenko @IvanSidorenko1 11 Min.Vor 11 Minuten

    ARABIC RT REPORTER :
    #Mesraba is under the #SAA fire after the failure of the negotiations for the exit of its militants. After taking over this town the rest of the towns of #EasternGhouta will fall so easy.
    ***

    Nachdem die Verhandlungen leider gescheitert sind, dürfte Mesraba wohl reht schnell eingenommen werden.

    „Dahinter“, also nordöstlich, liegt noch eine Armeebasis, wenn die eingenommen ist, fehlen nur noch ein paar hundert Meter über den Acker bis zum Zusammenschluss und der Abschneidung Doumas.

    Harasta hängt dann nur noch an einem Faden mit dem südlichen Teil, aber auch nicht mehr lange bis zur Isolation.

    Madyara dürfte fast gleichzeitig mit Mesraba fallen, und die Orte südlich sind auch in den nächsten Tagen dran.

    Dann bleiben die drei vereinzelten Gebiete Douma, Harasta, Irbeen/Zamalka/Jobar, hoffentlich hauen viele „Rebellen“ noch vor dem Häuserkampf ab und können sich viele Zivilisten (selbst wenn sie zum Troß gehörten) in die Flucht retten.

    —————————–

    Einigung Türkei – USA, wieder mal heiße Luft aus Ankara?
    Wenn nicht, dürfte ja bald etwas konkretes erscheinen.

    1. Die Kurden haben so wenig Einfluss auf ihr ‚Land‘ wie die Deutschen, Franzosen, Kanadier, Amerikaner und so fort auf das ihre, denn sie alle leben in Besatzungszonen der Jüdischen Mafia.

      1. Die Kurden hätten sich längst mit Damaskus verbünden sollen und die SAA bis an die Aussengrenzen der Kurdengebiete lassen, dann hätte es weder die illegalen und völkerrechtswiedrige türkische Invasion noch US Basen und Besatzungstruppen in den Kurdengebieten gegeben.
        Dafür im Gegenzug weitreichende Autonomie bekommen, anstatt der Illusion eines unabhängigen Kurdistans das es niemals geben wird.
        Dummheit wird eben bestraft, die wiederholte Dummheit und Lernresistenz der Kurden wird diese aber noch sehr teuer zu stehen kommen.

  3. Ich halte es für möglich, dass die Kurden Afrin im Häuserkampf verteidigen und damit die Verluste der türkischen Truppen maximieren wollen.

    1. Bohnennase

      Ja, das höre ich von kurdischer Seite immer häufiger. Die YPG schont klug ihre Kräfte und zieht sich in die Stadt Afrin zurück, um da dann die TSK/FSA im Häuserkampf aufzureiben. Das würde erklären, wieso die TSK/FSA in der Umgebung von Afrin scheinbar mühelos vorankommt. Wenn die YPG die TSK/FSA noch etwas weiter so vorankommen lässt, ist Afrin in ein paar Tagen völlig umzingelt.

      Sollte das nicht Schwäche der YPG sein, sondern eine geplante Strategie der YPG, dann kann man sich ob der Dummheit nur an den Kopf fassen. Denn wie werden TSK/FSA auf diese Strategie reagieren? Sie werden einfach nicht in die Stadt Afrin reingehen, sondern Afrin aus der Ferne solange zusammenbomben, bis da kein Stein mehr auf dem anderen steht und es da außer Kakerlaken kein Zeichen von Leben mehr gibt.

      Die YPG wird dann rufen: „Welt hilf uns, die bösen Türken und Araber machen mit uns in Afrin nun das, was wir, die USA und die YPG, mit ISIS/Arabern in Raqqa gemacht haben!“ Und die Welt wird sagen: „sehr bedauerlich, liebe YPG, aber ändern können wir daran leider nichts.“

      1. Naja, da Erdogan derzeit nicht sonderlich beliebt ist in der EU, könnte sich dann doch noch negative Presse entwickeln.

        Wenn einmal der Deckel runter ist, könnte das einen selbstlaufenden Prozess geben.

        Man kann ja bezüglich Raqqa, Mosul, Ostaleppo oder Gjouta sagen, die Terroristen müssen nun mal weg, da kommt es auch zu Kollateralschäden.

        Die YPG in Afrin haben niemanden angegriffen oder terroristische Aktivitäten durchgeführt, da fällt das Argument schwerer.

        Ich würde jedenfalls pausenlos den Politikern, die am lautesten von „Werten“ labern, permanent Bilder von toten Zivilisten in Afrin unter die Nase halten.

      2. Also, irgendwas stimmt in Afrin nicht. So blöd ist weder die kurdische Bevölkerung noch die „Leistungsträger“ von der YPG. Schließen wir mal nicht aus, dass uns in Afrin richtig großes Theater geboten wird und die Türkei einen Deal mit den USA laufen hat, auf deren Wort wiederum ihr kurdischen Fußtruppen hören.

        Dahinter kann dann durchaus auch große diplomatische Kunst Russlands stehen, die wiederum eine Vereinbarung mit der Türkei (und möglicherweise sogar mit „national“ gesinnten US-Militär und Politik) haben, über die eine späterer Abzug der türkischen Truppen fest vereinbart ist. Die haben aber zwischenzeitlich ihre Jihadis (als vorher selbständig kämpfende Gruppen) eingehegt.

        Wenn es so ist, ist das besonders deshalb wertvoll, weil das ziokonservative Medienkartell überhaupt nicht weiß, wie es sich dazu stellen soll. Es kann einfach keine „vernünftige“ Propaganda starten. Ich möchte mal darauf hinweisen, dass in Afrin vielleicht ein Weg gefunden wurde, um die Konfrontation der Großmächte wie eine nach außen sichtbare Niederlage der US-Amerikaner zu verhindern.

        Denn wie sieht es denn jetzt aus? Die SAA und ihre Verbündeten haben freie Hand in Ost-Ghouta und können dort mit geballter Kraft ein lange bestehendes ganz dickes Problem lösen. In Idlib herrscht relative Ruhe, die internen Kämpfe von Islamisten dort ordne ich unter Disziplinierung ein. Die Türkei sammelt ihre Vasallen ein und wer sein eigenes Süppchen weiter kocht, wie eben HTS, verliert die Gunst.

        Ost-Ghouta hat jetzt Prio 1 und die Dinge laufen richtig gut. Auch das Giftgas-Gehetze verpufft völlig und wenn Ost-Ghouta befreit ist, bleibt für False Flags nur noch Idlib und einzelne Gebiete ganz im Süden. Das glaubt dann wirklich kein Mensch mehr.

        Herzliche Grüße, ped43z

      3. andreas

        Klar bekommt Erdogan für Afrin im Westen eine schlechte Presse. So what? Mit schlechter Presse im Westen könnte Erdogan sich inzwischen schon längst seinen ganzen neuen 1000-Zimmer-Palast tapezieren. Schlechte Presse für Erdigan im Westen ändert überhaupt nichts für die Leute in Afrin.

        Die Frage ist, ob der Westen mehr tun kann und will als ihm schlechte Presse zu geben, etwa Sanktionen verhängen oder so. Das sehe ich nicht, weil Israel und der Westen geradezu panische Angst haben, dass die Türkei dann aus der NATO aussteigt und sich vollends mit Russland und iran verbündet.

        Ein Hoffnungsschimmer für die Leute in Afrin könnte sein, dass die TSK Anweisung haben könnte, den Ring um die Stadt Afrin nicht ganz zuzumachen, damit Zivilisten von da noch fliehen können und Afrin damit vor einem Sturm erstmal menschenleer wird. So eine letzte prekäre Verbindung könnte es ermöglichen, dass die YPG die Kontrolle über die Stadt Afrin in letzter Minute doch noch an die syrische Armee übergibt anstatt sie von TSK/FSA zerstören und erobern zu lassen.

      4. ped43z

        „Also, irgendwas stimmt in Afrin nicht. So blöd ist weder die kurdische Bevölkerung noch die „Leistungsträger“ von der YPG. Schließen wir mal nicht aus, dass uns in Afrin richtig großes Theater geboten wird und die Türkei einen Deal mit den USA laufen hat, auf deren Wort wiederum ihr kurdischen Fußtruppen hören.“

        https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2018/03/08/ost-ghouta-tasche-schon-fast-in-zwei-teile-gespalten/#comment-42178

        … Absatz 2 und 3

    2. So erfolglos, wie Kurden bisher in Afrin kämpften (trotz tlw. Jahre lang gut ausgebauter Bergstellungen, Bunkern usw.), halten die auch Häuserkämpfe nicht lange aus. Wenn das Strategie sein soll, ohne Worte – siehe exzellenten Parteibuch-Kommentar.

      Es stellt sich eher Frage, ob die SAA nicht einmarschieren sollte, um zu retten, was zu retten ist – Nach politischer Abstimmung RU/TR (damit die YPG keine Dolchstoßlegende produzieren kann).

  4. False Flaks News scheinen inzwischen, niemanden (und Bild ist niemand) hinter den Ofen vor zu locken.Kann sich aber schnell ändern, wenn die Amis einen Grund für irgendwas brauchen, ist es egal was da aus Grund herhalten muss.

    Die SAA scheint die Feuerkontrolle auf die Passagen zwischen den 3 Kesseln zu haben. Auf Grund der vielen Tunnel wird man wohl eine absolute Abriegelung so wie so nicht hin bekommen.
    Es könnte auch weiterhin gelten: Abgeriegelt wird nur, wenn die Tasche praktisch leer ist, wie zu letzt in der Ecke Idlib Aleppo Homs.

    1. Apropos Tunnel:
      erste Hinweise mit Hilfe Satellitenbildern und dann gezielte Suche am Boden ? Wobei beides natürlich schon etwas Zeit erfordert und nicht in Echtzeit möglich ist wie à la Holliwuud

      1. unüberlegt

        Nein, die syrische Armee braucht keine Satellitenbilder, um zu wissen, wo bei den Terroristen in Ost-Ghouta was ist, die hat genug Humint.

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