Syrische Armee verkleinert Ost-Ghouta-Tasche weiter

Die syrische Armee hat am heutigen Donnerstag die unter anderem von der Terrorgruppe Al Kaida beherrschte Tasche in Ost-Ghouta nahe Damaskus an ihrer südöstlichen Front weiter deutlich verkleinert.

Zunächst hatte die Armee dort bis zum Morgen die Ortschaften Hawsh Qubaybat und Hawsh al Ashari eingenommen.

Bei der täglichen Waffenruhe von neun bis vierzehn Uhr gab es heute eine Neuerung. Da der im Norden der Tasche eingerichtete humanitäre Korridor aufgrund von Terroristenbeschuss bislang kaum zur Evkuierung von Zivlisten genutzt werden konnte, hat die syrische Armee heute im Süden der Tasche die Straße von Jisreen nach Maliha als weiteren humanitären Korridor zur Evakuierung von Zivlisten aus der Kampfzone eingerichtet. Dort brach während der Waffenruhe auch gleich ein Fahrzeugkonvoi mit rund dreihundert Familien an Bord zur Flucht aus der Kampfzone auf. Doch kurz bevor der Konvoi den Übergangspunkt erreicht hatte, wurde er von Terroristen beschossen, die die Flucht ihrer als menschliche Schutzschilde benötigten Geiseln unterbinden wollten. Über menschliche Opfer dieser Terrorattacke auf flüchtende Zivilisten liegen keine Zahlen vor, jedoch erklärte das russische Verteidigungsministerium anschließend, dass mindestens drei Fahrzeuge des Konvois dabei ausbrannten. Den humanitären Korridor attackierten Terroristen heute wie üblich auch wieder, weshalb durch diesen Korridor auch heute wieder weder Zivilisten evakuiert noch, wie es für heute eigentlich geplant war, humanitäre Hilfsgüter geliefert werden konnten.

Terroristen in Ost-Ghouta versuchten sich der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur SANA zufolge auch an einer Konterattacke zur Rückgewinnung verlorener Positionen, wurden dabei jedoch von der syrischen Armee zurückgeschlagen.

Weiterhin berichtete SANA, dass die syrischen Behörden eine größere Ladung Waffen abgefangen haben, die zu Terroristen in Ost-Ghouta geschmuggelt werden sollten. Durch willkürlichen Artilleriebeschuss von Wohngegenden in Damaskus durch Terroristen wurden SANA zufolge auch heute wieder mehrere Zivilisten verletzt, und beim Beschuss der Ortschaften Fuah und Kafraya in der nordwestsyrischen Provinz Idlib durch Terroristen kamen zwei 14-jährige Mädchen ums Leben.

Nach dem Ende der nicht eingehaltenen Waffenruhe nahm die syrische Armee im Südosten der Ost-Ghouta-Tasche den seit 2012 von Terroristen beherrschten Luftverteidigungsstützpunkt Aftris und Farmland östlich von Jisrin ein.

Im Norden der Idlib-Tasche lieferten sich das von Al Kaida geführte Bündnis HTS auch heute wieder unabsichtliche Kämpfe mit der von der Türkei unterstützten Halsabschneider-Allianz JTS. @Suriyak fasst das heutige Kampfgeschehen da wie folgt zusammen: HTS hat die Orte Busratoun, Khan al-Asal und Kafr Naha von JTS erobert, JTS hat dann Kafr Naha von HTS zurückerobert und nun kämpfen sie um die bislang von JTS beherrschten Orte Jamiat Amin und Urem al-Kubra.

Deutlich geordneter laufen die Kämpfe im nordwestsyrischen Bezirk Afrin ab. Dort haben die türkische Armee und ihre auf FSA geflaggte Jihadi-Hiwis heute im Südwesten der bislang noch von kurdischen YPG-Separatisten beherrschten Tasche den größeren Ort Jinderes und nördöstlich der Stadt Afrin die Dörfer Hallubi Saghir, Qatma Nu, Merasat al Khatib und Shawarghat al-Juz erobert.

Dass es der türkischen Armee ihren Lakaien gelungen ist, bis nach Shawarghat al-Juz vorzurücken, dürfte bedeuten, dass die YPG-Kräfte nicht in der Lage sein werden, die baldige Einkreisung der Stadt Afrin durch die türkische Armee und ihre Jihadi-Lakaien noch mit militärischen Mitteln zu verhindern. Trotzdem macht die YPG nach wie vor keine Anstalten, die Kontrolle über die Stadt an die syrische Armee zu übergeben, und so die türkische Aggression durch Wegfall des Grundes zu beenden.

Der türkische Außenminister Cavusoglu kündigte derweil an, dass die türkische Militäroperation im Bezirk Afrin bis zum Mai beendet sein werde, und bot dazu dem Irak gleich an, ab Mai, wenn auch die Wahlen im Irak vorbei sind, eine gemeinsame türkisch-irakische Militäroperation gegen kurdische Terroristen im Nordirak durchzuführen. Es darf vermutlich davon ausgegangen werden, dass eine solche türkisch-irakische Militäroperation im Nordirak nicht nur die Eliminierung von PKK-Terroristen im Nordirak zum Ziel hätte, sondern dass eine geplante und willkommene Nebenfolge einer solchen Operation auch wäre, den illegal an der Seite der YPG in Syrien operierenden US-Truppen ihre Nachschubwege dorthin abzuschneiden, um sie so zum Abzug aus Syrien zu zwingen.

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31 Gedanken zu “Syrische Armee verkleinert Ost-Ghouta-Tasche weiter

  1. Mal wieder ein großes DANKE SCHÖN für die hervorragend recherchierte und zusammengefasste Berichterstattung, PB: Ich hoffe sehr, daß ihr noch lange damit weitermachen könnt.

    Ansonsten tut es mir um die zivilen Opfer in allen Kampfgebieten leid. Vielleicht hat der Tod von im Konvoy flüchtenden Zivilisten zumindest Auswirkungen auf die Lügenpropaganda der Globalisten-Medien, auch wenn das leider wenig realistisch ist…

    Der SAA ist zu wünschen, daß sie weiter so gut vorankommt und dabei möglichst wenige Verluste erleidet.

    1. Ganz klar: Das Parteibuch ist die Nummer 1 in der Berichterstattung zum Syrienkonflikt im deutschen Sprachraum. Detailliert und kompetent und immer auf dem letzten Stand. Weltklasse.

      1. Also diesem Posting schließe ich mich sehr gerne an!

        .. Ich hoffe das PP hat noch lange die Kraft uns weiterhin mit kompetenter Berichterstattung zum Syrienkonflikt zu verwöhnen..

        Auch von mir herzlichen Dank dafür

      2. D’accord. Astreine Analysen und Augenöffner. Was hier als verbindlich ausgezeichnet wird, tritt dann ein paar Tage später gesichert ein. Auch die „Community“ sucht ihresgleichen. Offen, fair, reif, sachlich und fast immer ideologiebefreit.

        Danke!

  2. „US-Präsident Donald Trump hat sich zu einem Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un bereiterklärt. Wie das Weiße Haus in der Nacht auf Freitag bestätigte, will der US-Präsident eine entsprechende Einladung des nordkoreanischen Machthabers annehmen. “

    Schreibt der Standard.

    Wow, rapides Tempo.

    ————————
    ***
    فرات بوست @EuphratesPost 3 Std.Vor 3 Stunden

    E-P-NEWS
    DEIR EZZOR
    Eastern countryside:
    A number of members of the Afghan Fatimion Brigade were killed in the vicinity of Hamdan village in Bu Kamal as a result of an attack by ISIS elements on their positions yesterday.
    ***

    Nun ist die Terroristen-News-Schleuder als Quelle natürlich nicht sehr doll.
    Aber dass der IS immer noch aktiv ist, sieht man an diversen auch größeren Aktionen im Irak, und in Syrien wurde er zwar offiziell für besiegt erklärt, aber auf den Karten sind noch diverse „schwarze“ Gebiete verblieben.

    Die Amis haben erklärt, derzeit den Kamf gegen den IS eingefroren zu haben die SDF-Truppen sind lieber in Afrin.

    wie viele tausend IS-Kämpfer könnten die AMis einfach wieder frei lassen, wenn es in den Kram passt?
    Mit ihren alten oder auch neuen Uniformen.

    Die schiitischen Milizen spielen keine Rolle in Ghouta, insofern dürften da noch genug Kräfte im Osten sein, um sich nicht einfach überrennen zu lassen.

    Man könnte das ganze auch als Chance nutzen, wie ich schon sagte;ganz im Süden über den Euphrat, am besten durch den Irak, und dann große Gebiete östlich einnehmen, im Kampf gegen den IS.

    Natürlich mit der RuAF und bester Luftabwehr; gibt zwar genug Amis, die gerne eine Eskalation wollen, aber Bodentruppen zusammenschießen ist etwas anderes als eine ganz konkrete Abschussgefahr.

    1. andreas

      Aus dem Euphrat-Tal stromabwärts in Deir Ezzor kommen so wenig bestätigte Nachrichten, dass ich eigentlich nur weiß, dass ich dazu so gar nichts weiß. Was ich aus der Gegend weiß, ist, dass Flaggen mit denen gewedelt wird, insbesondere in dieser Region außerordentlich irreführend sein können, weil die wirklichen Loyalitäten vieler Leute da oft bei Stammesführern liegen, die Flaggen leicht zu Täuschungszwecken führen und nahezu beliebig von einem Tag auf den anderen wechseln können.

      Durch Hintergrundinformationen meine ich zu wissen, dass die syrische Armee und Qassem Suleimani in der Gegend noch aus der Zeit des US-Überfalls auf den Irak ab 2003 außerordentlich gut vernetzt sind, die USA hingegen ziemlich schlecht. Mit anderen Worten: die USA wissen da eigentlich überhaupt nicht, mit wem sie da gegen wen zusammenarbeiten, die syrische Armee und die IRGC hingegen sehr gut.

      Sollte es so sein, dass wesentliche SDF-Kräfte von da nach Afrin abgezogen wurden, würde ich meinen, dass es da möglicherweise für Syrien einen einfacheren Weg gibt, Einfluss in SDF-Gebieten zurückzugewinnen, als Frontalangriffe. Wenn da etwa Stammesleute mit guter Beziehung zu Qassem Suleimani sich den USA als SDF-Fußtruppen zur Besetzung der Ölfelder anbieten würden, und die USA nicht merken, wen sie sich da ins Boot holen, bräuchte womöglich kein einziger Schuss fallen, um die Ölquellen da wieder unter Kontrolle der Achse des Widerstandes zu bringen.

      Auffallen würde das erst, wenn die USA ihre SDF-Fußtruppen dann in Angriffe auf die syrische Armee oder iranische Leute auf der anderen Seite der Front zu hetzen versuchen, und die SDF-Fußtruppen Antworten geben wie: „Nö, machen wir nicht, die sind doch eigentlich ganz OK. Und wenn ihr Imperialisten das macht, dann laufen wir zu denen über.“

      Das muss nicht so sein, aber die Informationslage ist so dünn, dass ich da alles mögliche für möglich halte.

      PS: Übrigens, zu den US-türkischen Beziehungen und der damit zusammenhängenden generellen Situation in Syrien und der Region hat der frühere indische Diplomat Melkulangara Bhadrakumar gerade einen Artikel veröffentlicht, dem ich mich nochmals weitgehend anschließen möchte:

      http://www.theamericanconservative.com/articles/the-coming-backlash-against-the-pentagons-hybrid-war-in-syria/

      Meine Prognose nach wie vor: es wird demnächst richtig krachen in den US-türkischen Beziehungen und das israelische Regime wird darüber sehr unglücklich sein. Deir Ezzor spielt dann für Israel kaum noch eine Rolle, weil das US-zionistische Empire dann ohnehin noch viel mehr verliert, nämlich die Türkei, ganz Syrien und auch alles, was vom US-zionistischen Einflussgebiet im Irak noch übrig ist. Für Trump hingegen wäre das hingegen kein großes Problem, solange irgendwer dafür sorgt, dass möglichst niemand in der Gegend mehr mit IS-Fahnen wedelt.

      1. Ich werde USA nicht so schnell abschreiben. Sie sind an Öl Felder present und sicher werden verhindern, dass örtliche Stämme Seite wechseln. Beziehung USA Türkei ist vielseitiger als wir denken und besonders in wirtschaftlichen Bereich unentsetzbar. Ob Türken es wagen würden USA Korridore zu verweigern bezweifle ich. In Irak sind in Mai wählen. Kaum eine Partei will, dass USA dort bleiben. Aber USA wie überall muss nur eine dünne Elitte bestechen und haben Ihre Ziel erreicht. Ich vermute, dass angebliche IS Ofensive wird nicht mal gegen SDF sein sonder direkt gegen Al Bukmal gehen, gefolgt mit eine Gegenofensive von SDF welche dann diese Gebiet in 1 Stunde annimmt. USA hat Al Bukmal nicht aufgegeben und sie werden Wege suchen Verbindung Iran-Libanon zu kapern.
        In Ghuta haben Jihadisten nicht aufgegeben und ziehen langsam SAA in Strasse Kämpfe an.
        Bis jetzt haben Tiger Einheiten Keil in feindliche Linie gezogen und dann sich langsam verbreitet. In Ghuta wegen Konfiguration wagen sie es nicht so etwas zu machen. Es wird gleich Frontlinie gerade gestellt. Deswegen gestern war wichtig diese 2 Dörfer in Süden anzunehmen. Gebiet st sehr klein und gibt kaum Reaktionszeit Zeit bei einem Gegenangriff. Dörfer sind nicht mal 1km von einander entfernt und schnell kann passieren das Einheiten abgeschnitten werden können.
        Al Raytan nervt seit langem. Mehrmals war SAA kurz davon Stadt anzunehmen und jedes Mal haben es versaut. Das ist letzte Grösse Dorf vor Urbane Gegend.

      2. Zgvaca

        Ich meine, deine Behauptung, dass die US-türkischen Beziehungen im wirtschaftlichen Bereich unersetzbar sind, ist total falsch.

        2016 etwa hatte die Türkei insgesamt etwa 139 Mrd USD Exporte, davon laut CIA gerade mal 4,7% in die USA. Ich meine, das ist eine geradezu vernachlässigbare Größe. Und US-Tourismus in der Türkei ist auch kaum existent.

        Das wirtschaftliche Problem, was die Türkei mit einem NATO-Austritt hat, ist ein ganz anderes. Erstens, es geht eine große Menge, fast die Hälfte, der türkischen Exporte nach wie vor in die EU, und auch große Teile der türkischen Tourismus-Einnahmen kommen daher. Und zweitens hat die Türkei seit vielen Jahren einen gewaltigen Kapitalbedarf, der sich gegenwärtig etwa in einem jährlichen Handelsbilanzdefizit von rund 50 Mrd Dollar ausdrückt.

        Und da sieht der Stand so aus, dass die Türkei die Abhängigkeit vom Exportmarkt EU, der politisch zu wesentlichen Teilen unter der Fuchtel der USA und der Israel-Lobby steht, bereits seit einiger Zeit zugunsten südlicher und östlicher Absatzmärkte ersetzt und China den laufenden Kapitalbedarf der Türkei zu einem wesentlichen Teil deckt. Die Umstellung der türkischen Wirtschaft auf Ost- und Süd-Ausrichtung ist durchaus schwierig, schreitet aber Monat für Monat voran.

        Man kann durchaus diskutieren, ob die Zeit für eine türkische Bündnis-Bildung gen Osten wirtschaftlich zu früh ist, aber die Behauptung, dass die Beziehung der USA zur Türkei im wirtschaftlichen Bereich unersetzbar ist, ist ganz sicher falsch. Nicht die Beziehung der Türkei zu den USA, sondern die zu den EU-Staaten, allen voran Deutschland, ist das Hauptproblem dabei.

      3. EPB

        Die Militärs und teils auch die Politik der Amis drehen verbal doch sehr hoch.

        Wenn Trump persönlich etwas raushaut, ist das nicht so wichtig, beim nächsten mal sagt er das Gegenteil, verkündet einen großen Sieg über den IS und freut sich, die Jungs nach Hause zu bringen.

        Nachdem das Militär aber in alter Ami-Manier quasi von eingenommenen Gebieten redet, ist ein schneller Rückzug mit Gesichtsverlust verbunden, und die Front von Neokons und liberalen Interventionisten ist immer noch sehr breit.

        Interessant ist, wie die Russen es schaffen, auch scheinbar völlig unvereinbare Positionen doch zu guten Kompromissen zu verbinden, selbst in Afrin gab es eine Lösung (die Kurden haben es leider völlig verhackt).

        Mit den Amis ist das gerade allerdings nahezu unmöglich, angesichts der neu entfachten Hexenjagd, die ja schon Ausmaße von Mc Carthy erreicht.
        Außerdem steht den Amis immer ihr Größenwahn im Weg.

        Trotzdem schaffen sie es meistens, beim Scheitern von Plan A und b und auch C noch D oder E aus dem Hut zu holen; und wenn es schon nichts konstruktives für sie mehr zu erreichen gibt, dann eben etwas Destruktives für die anderen.

        Mal sehen, wie die gemeinsame Aktion von Türkei und Irak aussehen wird; richtig, wenn die sich einig sind, Syrien ohnehin, wird es sehr eng für die Amis.

        Aber auch ohne Landweg kann man sich da östlich des Euphrats festsetzen, wird halt teurer, aber angesichts des Militärbudgets sind da ein zwei Milliarden auch nicht wirklich bedeutend; wenn Öl nicht gänzlich unknapp wird, dann finden sie auch einen Weg für Erträge aus den syrischen Feldern.

        Betrachtet man das Pokerspiel, haben die Amis mit ihren Luftschlägen und Abschüssen, absichtlich oder als „Fehler“, schon einiges Sehen lassen.
        Beim ersten richtigen Einsatz der Türken allerdings einfach weggeschaut, als der erste ihrer Mitspieler vom Tisch gekippt wurde.

        Die Russen dürften die besten Pokerspieler sein, also am Ende wird alles gut.

      4. andreas

        Die Vorstellung, die USA könnten ihre Truppen in Syrien über Nachschublinien, die per Luft über Staaten gehen, die ihnen den Überflug explizit untersagen, ist absurd. Um so eine Luft-Nachschublinie gegen den Willen des betreffendeb Staates durchzusetzen, müssen die USA einen vollen Krieg gegen den oder die ensprechenden Staaten führen. Im Beispiel Syrien – wer wird ihr Herzblattb sein: Irak-Krieg 2.0., Syrienkrieg inklusive Überwindung russischer Atomwaffen oder die militärische US-Besetzung des abtrünnigen NATO-Staates Türkei?

        Die US-Militärführung ist sich der Unlösbarlkeit dieses Problems meiner Ansicht nach vollkommen bewusst, bloß die Zivilisten werden diesbezüglich bislang noch im Dunklen gelassen.

      5. Es ist allerdings ein erheblicher Unterschied, ob man die Amis aus seinem eigenen Land haben will, wie anscheinend jetzt Konsens im Irak (wobei, abwarten, vor der Wahl und nach der Wahl), oder ob man ihnen Überflugrechte zu ihren Basen zu entziehen.

        Natürlich säßen die Amis in einer vollen Konfrontation mit dem Irak oder Syrien oder Türkei + Russland am kürzeren Hebel.

        Aber der Hebel,mit dem sie drohen können,ist immer noch recht lang.

        Und wirklich viel hat der Irak jetzt nicht davon, wenn sie die Amis frontal vor den Kopf stoßen.

    2. Dann gebe es ja die Möglichkeit den Nachschub über ein 3-Land, z.B. ein EU-Land, welches für den Irak oder die Türkei interessant ist, z.B D durch zu führen….

  3. ANgesichts der Lage in Afrin sollte die syrische Armee jetzt die Gebiete
    besetzen, die noch zu retten sind, vor allem Tal Afar und den Streifen nördlich von Aleppo. Und das auch ohne Einladung der YPG, denn es ist schließlich syrisches Staatsgebiet.
    Das Tal von Afrin dürfte dagegen auf Dauer verloren sein. Ein Blick auf die Karte zeigt, wie sehr Afrin den türkischen Grenzverlauf begradigt und die Wege von der Zentraltürkei zum Mittelmeer verkürzt. Ein solches Gebiet wird kein Startege wieder hergeben.
    Am Ende wird es dann so sein, dass die Kurden nur noch in den kurdischen Stadtteilen von Aleppo unbehelligt leben können, wohin sie ja jetzt schon in Massen fliehen sollen.
    Die Russen haben die Kurden geschützt , solange es ging. Hier jetzt von einem
    Verrat der Russen an den Kurden zu reden ist falsch. Die Russen sind die Verbündeten Syriens und nicht der Kurden und in dem Moment, wo die Kurden
    sich gegen Syrien gewendet haben, konnten sie nicht mehr beschützt werden.
    Mir tut es nur leid um die Bevölkerung, ich kann mir auch nicht vorstellen,
    dass die hinter der fanatischen oder gekauften Führung der YPG steht.
    Warum fliehen sie denn dann nach Aleppo unter den Schutz der syrischen Regierung?

  4. Es gibt die typischen „tumben (in Wahrheit: ungebildeten und dauer-manipulierten) Amis“ leider immer noch, gelegentliches Lesen US-amerikanischer Leserkommentare ist immer wieder erschütternd…Aber trotzdem ist die öffentliche Stimmung m. E. mehrheitlich gegen hohe und höhere Militärausgaben und gegen weitere oder verlängerte Militärinterventionen. Ein kluger Schachzug der Patrioten ist es deshalb, immer mal wieder deren reale Kosten zu veröffentlichen (bzw. geschickt „leaken“ zu lassen).
    Wie schon in einem Kommentar zum vorigen Blog geschrieben braucht es aber Geduld: Die Manipulation zum „patrotischen“ „Wir sind die Größten“ bzw. „nuke them all“ ging über Jahrzehnte und wird von den globalistischen MSM weiter aufrecht erhalten…Will man die so indoktrinierten Menschen nicht in eine lähmende Realitäts-Schockstarre versetzen (was sie u. a. wahrscheinlich zu Nicht-Wählern machen würde) muß die Aufklärung mit etwas Fingerspitzengefühl erfolgen…

    Keine leichte Aufgabe für die Patrioten, zumal Trump aufgrund der Umstände (die Globalisten sind noch nicht völlig entmachtet, was einige Täuschungsmanöver erforderlich macht) nicht so stringent argumentieren kann wie V. Putin. M. E. läuft das Projekt aber trotzdem ganz gut.

  5. Sehr geehrter andreas, so wie das US Imperium, ihre LKW Transporte und ihre Flüge, über dem Gebiet, der BRD, nach belieben durchführen, genauso führen sie ihre Transporte und Flüge, von Kuwait oder von Saudi Arabien, über oder durch den Irak, so durch, wie in allen ihren Protektoraten.
    Es ist ihr Herrschaftsgebiet und dagegen wagt auch niemand aufzumucken.

    1. Felix

      Der Irak ist kein Protektorat der USA. Die USA haben den Krieg gegen den Irak verloren. Die Dawa und Qassem Suleimani haben ihn gewonnen.

      PS: Lasse bitte die Namens- und Sprachverhunzungen sein, wir sind hier nicht im Kindergarten.

      1. Leider maximal ein Jein.
        Denn 3.000 Gis in der Greenzone und mind. 3.000 US und NATO „Ausbilder“ der irakischen Armee ist einiges.
        Leider hat dazu die irakische Regierung in den letzten 15 Jahren auch noch eine sehr große Menge US Waffen gekauft und ist damit in weiten Teilen durch alle Waffengattungen von US Support, Ersatzeil- und Munitionslieferungen abhängig.
        Die Verantwortlichen hierfür müssten vor ein Militärgericht.
        Aktuell herrscht in weiten Teilen des Heeres sogar Munitionsknappheit, weil die Standardkaliber 5,56 und 7,62mm nur unzureichend von den USA geliefert werden.
        Offenbar mit voller Absicht.
        Die Aufstockung der Luftwaffe und Panzerbestände wurde von den USA ebenso verweigert, wie der Wunsch Iraks nach dem Kauf einer US Munitionsfabrik.
        Darum wird nun verstärkt wieder in Russland eingekauft.
        Für viele Milliarden USD und noch große offene US Kredite im Milliardenwert hat man massenhaft nun leider überteuerte Waffen im Land, deren Funktion und Potential voll von den USA gesteuert bzw. unterdrückt wird.
        Und bisher haben die USA auch erfolgreich verhindert das der Irak weitreichende Luftabwehrsystheme und Radare aus den USA, NATO und sogar aus Russland bekommt.
        Somit können sie den Luftraum oberhalb von 10Km weiterhin wie bisher ungefährdet nutzen, egal was Bagdad sagt.
        Leider ist Bagdad wegen der großen Waffentechnischen Abhängigkeit von den USA stark erpressbar und wird somit kaum aufmucken.
        Dies wieder zu reduzieren wird viele Jahre brauchen.

      2. Commandante

        Ja, die irakische Armee hat einiges an US-Ausrüstung. Das hat sich aus der Zeit der Besatzung so ergeben. Und nun beim Kampf gegen ISIS hat der Irak sogar nochmal US-Ausrüstung datzbekommen, soweit das von Israels Senatoren im US-Kongress nicht blockiert wurde. Aber die Streitkräfte des Irak, insbesondere die Einheiten der Hashd, haben auch jede Menge anderes, insbesondere iranisches Material, und gegenwärtig werden eben auch schwere russische Waffen eingekauft. Würde die USA etwa Ersatzteile für US-Waffen verweigern, was gerade etwa bei den irakischen Abrams-Panzern der Fall gewesen sein soll, sind die irakischen Streitkräfte nicht erledigt. Die Hashd haben nicht nur im Kampf gegen ISIS bewiesen, dass sie ausgesprochen schlagkräftig sind, auch gegen US-Besatzer haben praktisch dieselben Kräfte das nach 2003 bewiesen.

        Politisch gesehen ist der Irak auch keine Kolonie der USA, ganz im Gegenteil: die mit Abstand einflussreichste ausländische macht im Irak ist Iran. Die mit Abstand einflussreichste inländische Macht im Irak, Ali Sistani und seine Anhänger, verstehen sich auch mit Ali Khamenei viel besser als mit den USA. In Parlament und Regierung sieht es so aus, dass pro-iranische Kräfte das Geschehen nahezu nach Belieben diktieren. Und von der anstehenden Wahl wird erwartet, dass die iran-freundlichen Kräfte im Irak daraus nochmals gestärkt hervorgehen werden.

        Der Irak lässt sich auch seine Politik nicht von den USA vorschreiben. Erinnere dich: die USA haben Zeter und Mordio geschrieen, dass der Irak regelmäßig Transportflüge aus dem Iran nach Syrien gestattet hat, und der Irak hat sie trotzdem zugelassen. Die USA haben die Auflösung der iran-freundlichen Hashd verlangt, und der irakische Regierungschef Abadi, der genau wie sein Vorgänger der seit Jahrzehnten eng mit Iran verbundenen Dawa angehört, hat geantwortet, die sind der Stolz der Nation, die werden nicht aufgelöst. Stattdessen werden sie nun in die irakischen Streitkräfte integriert und bilden da das Rückgrat der neuen irakischen Sicherheitsarchitektur:

        http://www.presstv.com/Detail/2018/03/09/554828/Hashd-alShaabi-Iraq-PMU-Abadi

        Würden die USA ohne Genehmigung den irakischen Luftraum durchfliegen, um in Syrien Aktivitäten gegen die Achse des Widerstandes zu betreiebn, kann man getrost davon ausgehen, dass das als Akt des Krieges gegen den Irak betrachtet wird und die USA erstens umgehend aus dem Irak rausfliegen, und zweitens die Achse des Widerstandes zügig dafür sorgt, dass der Irak Luftabwehrsysteme bekommt, um seinen Luftraum anständig zu verteidigen. Die führenden US-Militärs sind sich über ihre Situation im Irak, also dass nicht das US-Militär, sondern Qassem Suleimani da den Ton unter den ausländischen Unterstützern des Irak angibt, auch völlig im Klaren.

        Interessant dabei ist noch, dass der US-Schlüsselmann im Irak, Brett McGurk, den Trump von Obama übernommen hat, mit den Iranern im Irak trotzdem ganz gut auszukommen scheint, und mit den Russen übrigens auch.

  6. Sind eigentlich noch syrische oder gar russische Truppen in Menagh und Tal Rifat?

    Will man die auch den Türken überlassen, oder gibt es Absprachen, dass sie die in Ruhe lassen?

    Aber gelbes wird es dort nicht mehr geben, dafür müsste es also offiziell rot werden.

    Die auch symbolisch stark aufgeladene Airbase den Türken überlassen wäre schon eine erhebliche Kröte.

    1. andreas

      Menagh: Nein, ich glaube nicht, könnte mich aber irren.

      Tal Rifat: soweit ich es verstehe, sind da sowohl einige russische als auch iranische Soldaten als Beobachter. Ich habe zumindest nicht gehört, dass sie da weg wären.

  7. @andreas Zitat
    „Betrachtet man das Pokerspiel, haben die Amis mit ihren Luftschlägen und Abschüssen, absichtlich oder als „Fehler“, schon einiges Sehen lassen.“

    An sich warte ich immer noch auf die russische Antwort. Einen kleinen Teil hat Putin vorgestellt, aber das waren halt nur Worte bzw. eine Computersimulation. … und kurz darauf stürzt (wieder) ein Flieger ab. Da relativieren sich auch Worte ganz gewaltig. Auch die SU57 sind wieder abgezogen, da dachte ich auch, hier ist ein Teil der zukünftigen Antwort.

    Die Russen müssen aufpassen, dass man ihnen bei guter Stellung nicht eine kleine Qualität nach der anderen wegnimmt. Auf Erdogan können sie nur rechnen, wenn sie am längeren Hebel sitzen. Verlieren sie die deutliche Machtposition in Syrien, wird er nicht zögern, wieder Bündnisse mit den USA einzugehen.

    Das sie kein (noch größeres) Theater vor der Präsidentenwahl wollen, ist mir natürlich klar. Aber dann kommt die WM usw. …

    1. Hans

      Was Putin vorgestellt hat, war die größtenteils noch in Entwicklung (in unterschiedlichen Phasen) befindliche russische Antwort auf die nukleare Bedrohung durch die USA.

      Vieles von der Ausrüstung der russischen Streitkräfte stammt noch aus Sowietzeiten und ist alt, oft eigentlich viel zu alt. Tragisch zu sehen war das beim Lufttransport und auch beim Flugzeugträger, von dem im Einsatz vor Syrien, wenn ich mich recht erinnere, gleich zwei russische Jets ins Wasser gefallen sind. Mit dem Problem veraltenden Militärmaterials ist Russland beileibe nicht allein. Die Modernisierung großer Streitkräfte in allen Bereichen ist extrem aufwändig und teuer.

      Aber Russland nimmt Modernisierung seiner Streitkräfte entschlossen in Angriff und hat dafür auch ein für russische Verhältnisse sehr großes Budget bereitgestellt. Und Ergebnisse sind ja auch zu sehen. Plötzlich hat Russland – sehr zum Entsetzen des Westens – moderne Spezialkräfte oder freundliche Männer in grün, wenn man so will, hochmoderne Panzer, Kampfhubschrauber, ATGM, Cruise Missiles und noch einiges mehr, was es in Syrien schon an russischen Neuheiten zu bestaunen gab.

      Die SU-57 ist ein in Entwicklung befindliches hochmodernes Kampfflugzeug. Die Maschinen wurden nicht zum Kampf nach Syrien verlegt, sondern für Radartests. Syrien eignet sich für solche Tests gut, da es da einfach viel gibt, was die Radare der Maschinen zukünftig mal erkennen können sollten. Dass SU-57 kurz mal für Radartests nach Syrien verlegt wurden, dürfte ein Hinweis darauf sein, dass die Entwicklung der SU-57 weit fortgeschritten ist und sie möglicherweise bald in Serie produziert werden kann. Damit hätte Russland dann auch ein hochmodernes Kampfflugzeug, etwa vergleichbar mit der F-22 oder – hoffentlich – besser.

      Die Modernisierung der russischen Streitkräfte geht also auch da sehr zügig voran.

    2. An sich warte ich immer noch auf eine russische antwort

      Die flugverbotszone über syrien für israelische jets die vor ein paar wochen „implementiert“wurde habe ich als russische antwort verstanden…

  8. Hallo, das Syrien gewinnen wird, das ist schon klar, nur wann und wie. Daher denke ich wäre es logisch sich über die Möglichkeiten Gedanken zu machen, wie man militärisch den Sieg holen wird der völligklar ist.

    1.Bedingungslose Kapitulation: Sehe ich vielleicht bei „moderateren Rebellen“ so. Wie die die Stress mit Al-Qaida Fillialien haben. Man schafft eine Situation in der es für die verschiedenen Gruppen verunmöglicht weiter zukämpfen, da es nur Nachteile für sie hat. Dazu müssen sie kapitulieren ohne das sie eine Forderung stellen können. Also sie kämpfen nicht mehr gegen die Regierung, werden aber auch nicht komplett vernichtet. Dafür wird das Gebiet wieder unter Kontrolle der SAA übergehen. Diese „Rebellen“ sind dann aber militärisch geschlagen. Es gibt auch keine Amnestesien mehr. Da man nicht auf den Gegner einging.

    2.Kapitulation mit Bedingungen: Das sehe ich bei keiner arabischen radikalen Rebellen/Terrorgruppe. Ich sehe das bei der SDF/YPG , wenn man aufhören wird sich gegen SAA zustellen. Dafür wird man nicht vernichtet. Kann vielleicht dann für die SAA weiterkämpfen besser gesagt die Seitenwechseln, denke aber das es nur ein Traum ist. Oder die YPG/SDF übergibt Afrin an die SAA dafür wird die YPG/SDF in Afrin nicht vernichtet besser gesagt sie haben nach ihren Afrinrückzug noch Kämpfer und können sich wo anders in Syrien aufhalten. So entfällt der Grund für die Operation Olivenzweig. Vielleicht könnte dies auch auf ein paar sehr seltene nicht radikale FSA Gruppen zutreffen. Falls es solche noch gibt. Amnestesien wurden ja in Syrien öfter gemacht, wenn FSA Kämpfer aufgaben. Dafür wurden sie nicht bestraft, bzw in Syrien resozialisiert.

    3.Debellatio: Für die die es nicht wissen, das bedeutet das es keine Kapitulation gibt. Aber der Verlierende Gegner wird komplett vernichtet. Von ihm wird nichts übrig gelassen. Im Völkerrecht bedeutet dies, das der Sieger mit dem Staat alles macht was er will. Da der Staat aufgelöst worden ist. Wenn der Gegner kein Terrorist ist, verlängert das den Krieg unnötig trotz klarem Ausgang. Das heisst der Gegner erkennt die Lage nicht mehr, ähnlich wie die SDF/YPG/PKK in Afrin. Da ist Reden besser als Schiessen. Die SDF/YPG/PKK muss aus Afrin zurücktreten um Debellatio in Afrin zu verhindern. Es muss der SAA das Gebiet übergeben. Oder der Islamische Staat im Irak, Syrien, sowie bald Al-Qaida. Bei letzteren muss man aber einen Debellatio Sieg erreichen da das Gesocks nicht kapitulieren wird, geschweige denn mit Bedingungen. Mit Ausländischen Kämpfern muss auch so verfahren werden. Da sie eine Gefahr für Syrien und ihre Herkunftsländer sind. Auch in Ostghouta muss ein Debellatio Sieg angestrebt werden, das heisst völlige Vernichtung der Gegner und ihrer Helfershelfer. Es darf nichts mehr Lebendig sein, was sich als Weisshelm oder Rebell zu erkennen gibt. In Idlib/Daraa genauso, meiner Ansich nach müssen die komplett vernichtet werden ohne Verhandlungen, es darf nichts von ihnen übrig bleiben, man darf ihnen keinen Handlungsspielraum geben, man muss denen spüren lassen das sie nichts machen können. Russland wird da sicher 1000ende dieser Terroristen mit Luftschlägen massakrieren. Die SDF/YPG/PKK wird in Afrin wohl vernichtet werden sollten sie weiterhin stur sein.

    In anderen Gebieten Syriens sollte die SAA wenn der Terror ganz besiegt ist sich diesen kurdischen Gruppen widmen und ihnen eine Kapitulation aufdrängen. Wenn sie nicht aus ihren Fehlern lernen und weiterhin dem Separatismus anhängen. Denke aber das sie wenn sehr spät daraus lernen werden und man mit der SAA verhandeln wird. Auch wenn mir eine komplette militärische Vernichtung von SDF/YPG/PKK in Syrien deutlich mehr gehalfen würde seitens der SAA. Da es denn Separatismus im Iran/Irak/Türkei wohl empfindlich schädigen wird.

    Es wird je nach Gegner eine Mischung aus allem geben. Da jeder Gegner anders ist/man mit jeden Gegner anders verfahren werden muss.

    1. Beim Zweitletzten Abschnitt, das war so gemeint, das man Israel jegliche Spaltungsmöglichkeiten nimmt. Das ist nicht gegen Kurden allgemein gerichtet.

      1. Amoahnos

        Vergesse nicht das plausibelste Szenario: nämlich dass Syrien einfach die bislang sehr erfolgreichen Strategien weiterfährt bis keine bewaffneten Gruppen mehr übrig sind.

        Die bisherige Strategie der syrischen Regierung besteht darin, die Gebiete mit bewaffneten Gruppen abzuriegeln, die Gruppen im eigenen Saft schmoren und gegeneinander kämpfen zu lassen und gleichzeitig möglichst viele syrische Mitglieder der Gruppen wieder in die syrische Gesellschaft zu reintegrieren. Da kommen ab und immer wieder Meldungen wie dass hier oder dort Mitglieder von bewaffneten Banden sich mit ihren Waffen gestellt haben und die syrische Regierung sie wieder in die Gesellschaft entlässt, nachdem ihre justiziablen Angelegenheiten sehr großzügig geregelt wurden und sie versprochen haben, keine Straftaten mehr zu begehen udn die Sicherheit des Staates nicht mehr zu gefährden. Das sind immer nur ein paar Dutzend oder auch ein paar Hundert Leute, aber das läppert sich über die Jahre.

        Die syrische Armee kämpft so immer nur sehr punktuell, da wo die Bevölkerung sie willkommen heißt, oder wo es strategisch wichtig für den Staatserhalt ist, und schont so ihre ohnehin strapazierten Kräfte. Und der Kampf wird immer nur soweit wie nötig geführt. Gibt es irgendwo etwa Zehntausend Bewaffnete, dann reicht es beispielsweise, wenn davon eliminiert werden, Achttausend aufgeben und wieder zu Zivilisten werden und ein harter Rest von Tausend nicht aufgabewilligen Bewaffneten erstmal dorthin evakuiert wird, wo es noch mehr Bewaffnete gibt, etwa nach Idlib. Ergebnis so einer Operation: Bewaffnete um 9000 oder 90% reduziert, strategisch wichtiges Gebiet gesichert und Armee wird von der Bevölkerung willkommen geheißen, weshalb das Gebiet dann nicht später wieder zurück an Bewaffnete Gruppen fällt.

        Diese Strategie von Regierung und Armee lässt sich fortsetzen, bis es keine Bewaffneten mehr gibt. Und ich vermute stark, dass es auch genauso gemacht werden wird, eben weil diese Strategie sich als sehr erfolgreich herausgestellt hat.

      2. Das was du beschreibst ist eine Mischung ausvBedingungsloser Kapitulation sowie Kapitulation mit Bedingungen bei denen die freiwillig aufgegeben haben, weil die Militärische Lage aussichtslos ist, forciert durch militärische Erfolge der SAA, das habe ich doch erwähnt. Manche werden aber auch vernichtet, wie IS. Oder Al-Nusra. Daher bestätigst du nur die drei Siegesmöglichkeiten. Diese Strategien führen zu den drei Siegesarten. Dazu hast du die Strategien beschrieben wie man zu den Siegesarten kommt. Ich will jetzt aber auch keinen Streit führen.

        Nicht jeder Militärischer Konflikt wird gleich beendet wie bald in Syrien manche werden durch Friedens-Verträge beendet weil kein Gegner irgendwas entscheiden konnte, es sich daher für alle nicht mehr lohnt weiterzukämpfen da Ressourcen verbraucht worden sind, manche in dem man einfach den Gegner ausnahmslos vernichtet ohne das was übrig bleibt wie im Krieg Irak vs ISIS. Was sehr oft vorkam vor dem 18-19 Jahrhundert, oder durch Kapitulationen wie Deutschland in beiden Weltkriegen. Syrien wird jeden Gegner je nach Lage anders Niederringen, Al-Qaida/ISIS durch Vernichtung ohne Pardon, moderatere durch Kapitulationen Bedingungslos wenn sie bei einem Regierungsangebot weiterkämpften, aber merken das es Aussichtslos war, und bei manchen weil sie Amnestesien wollen.

      3. Das Problem ist doch, das nicht Syrien bestimmt, wie es zum Ende des Krieges kommt. So lange ausländische Mächte die Kämpfe bezahlen, kommt es zu keinen Frieden, es sei den die SAA vernichtet alle.
        Das wahrscheinlichste Szenarium ist wohl, das die Sponsoren nicht mehr zahlen können oder wollen.
        Zum Beispiel, das SA sich 2 Kriege (Jemen und Syrien) nicht mehr leisten kann, oder das Trump sich auf Grund des Wirtschaftskrieges keine Auslandseinsätze mehr leisten oder das die Menschen in Israel endgültig die Nase voll haben von der Politik Ihrer Regierung. Sicher derzeit keine wirklich aktuelle Themen, aber der Krieg in Syrien wird wohl auch nicht so schnell enden.
        In diesen Fall würde sich der Krieg aber praktisch im Nichts auflösen, ohne Verhandlungen, die Söldner bekommen kein Geld mehr und suchen sich eine andere Arbeit.

  9. Gedeon war mal Thema im Parteibuch. Kleiner youtube-Tipp am Rande: „Dr. Wolfgang Gedeon: „Dieser Antrag ist zionistisch geprägt““

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