Syrische Armee nimmt weitere Ortschaft in Ost-Ghouta ein

Die syrische Armee hat nach erheblichen Geländegewinnen gestern am heutigen Sonntag im Kampf gegen insbesondere von Saudi Arabien unterstützte Terroristen in Ost-Ghouta nahe Damaskus auch die Ortschaft Shifunia eingenommen.

Auf einer Karte von @PetoLucem sind die von der Armee in den letzten acht Tagen erzielten Fortschritte in Ost-Ghouta gut erkennbar.

Die von neun Uhr morgens bis zwei Uhr nachmittags ausgerufene tägliche Feuerpause haben die Terroristen auch heute wieder nicht eingehalten, sodass ein Versuch der syrischen Regierung, 46 LKWs mit humanitärer Hilfe nach Ost-Ghouta zu schicken, nicht erfolgreich war. Bis auf zwei Kindern, die todesmutig durch die Front gerannt sind, ist auch heute wieder niemandem die Flucht aus der Kampfzone gelungen. Die Ost-Ghouta beherrschenden Terroristen haben Flugblätter verteilt, in denen sie Zivilisten, die versuchen, aus Ost-Ghouta zu flüchten oder Kontakt mit der Regierung aufnehmen, Bestrafung androhen.

Außerdem haben sie für die Zeit des täglichen Waffenstillstandes eine Ausgangssperre verhängt, um zu verhindern, dass sich größere Menschenmengen ansammeln, die dann zusammen die Flucht versuchen. Der französische Präsident Macron hat unterdessen den iranischen Präsidenten Rouhani in einem Telefonat darum gebeten, seinen Einfluss auf die syrische Regierung dahingehend zu nutzen, dass Syrien den Anti-Terror-Kampf in Ost-Ghouta einstellt.

Die türkische Armee und ihre auf FSA geflaggten Jihadi-Söldner haben am heutigen Sonntag ihre Offensive gegen den von kurdischen YPG-Kräften beherrschten nordwestsyrischen Bezirk Afrin fortgesetzt und dabei auch einige weitere Dörfer erobert. Auf einer Karte stellt sich die Situation dort nun wie folgt dar:

Die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA berichtete dazu, dass durch die türkische Agression gegen den Bezirk Afrin heute eine 60-jährige Frau ums Leben gekommen sei und eine Reihe von Häusern zerstört wurden.

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16 Gedanken zu “Syrische Armee nimmt weitere Ortschaft in Ost-Ghouta ein

  1. Wir hatten hier im Parteibuch ja schon einige Male einen hoffnungsvollen Blick auf die Wahl am Sonntag in Italien gerichtet.

    Die letzten Nachrichten aus Italien sehen nun so aus, dass die Merkel-Macron-Allianz in der EU vermutlich nicht weit kommen wird:

    Das sind bislang aber nur Exit-Polls, richtige Ergebnisse gibt’s erst am Montag Morgen.

  2. Hier noch eine Geschichte für Sherlock Holmes:

    Xinhua meldet, China werde seine Militärausgaben 2018 um 8,1% auf 1.11 Billionen Yuan (175 Milliarden U.S. Dollar) steigern.

    Der deutsche Staatsfunk bemängelt, dass Chinas Militärausgaben mit den 8,1% schneller steigen sollen als die chinesische Wirtschaft wächst, die 2018 mit einer Rate von „rund 6,5 Prozent“ wachsen solle.

    Daten der Weltbank zufolge betrugen die chinesischen Verteidigungsausgaben 2016 rund 1,9 Prozent der chinesischen Wirtschaftsleistung, und auch neue Ausgabensteigerungen ändern daran kaum mehr als im Zehntel-Prozent-Bereich etwas. Der gleichen Datenreihe der Weltbank zufolge betrugen die US-amerikanischen Verteidigungsausgaben 2016 rund 3,3 Prozent der US-amerikanischen Wirtschaftsleistung. Seitdem sind die US-amerikanischen Rüstungsausgaben von rund 580 Mrd Dollar 2016 auf voraussichtlich mindestens 639 Mrd Dollar 2018 gestiegen.

    Preisfrage: Wer treibt die Welt gerade in einen Rüstungswettlauf, CHina oder die USA?

    Zusatzinfo: Forbes berichtete Mitte Februar, dass die aus den BIP-Zahlen der verschiedenen Provinzen errechnete nationale BIP-Steigerung in China 2017 nicht, wie für die nationale Ebene gemeldet, 6,9%, sondern 8,1% betragen habe.

    Bonusfrage: Was hat das zu bedeuten?

    Parteibuch-Hinweis: China hat gegenwärtig ein Interesse daran, sein Wirtschaftswachstum kleiner erscheinen zu lassen als es wirklich ist, um durch das anhaltend hohe chinesische Wirtschaftswachstum keine unnötigen Gegenmaßnahmen dagegen durch die USA auszulösen.

    1. Dazu wäre noch zu bemerken, daß die chinesische Produktion nicht nur quantitativ , sondern auch qualitativ besser wird. Die Zeit der billigen Plasikschlapfen geht zu Ende und China entwickelt sich ähnlich wie Japan in den 60ern. Damals wurde ebenfalls vor der gelben Gefahr gerwarnt und heute können sehen wir, daß auch die japanischen Bäume nicht in den Himmel gewachsen sind.
      Auch China wird dank steigendem Wohlstand in Zukunft ein paar Gänge zurückschalten (müssen).

      1. Roman

        Ja, auch China wird irgendwann mal ein paar Gänge zurückschalten müssen.

        Nur wann wird das sein? Wenn China es schafft, die chinesische Wirtschaftsleistung pro Kopf auch nur annähernd auf das japanische Niveau zu steigern, ist die chinesische Wirtschaft deutlich größer als die aller NATO-Staaten zusammen.

        Die Masse macht da den Unterschied: China hat über 1,3 Milliarden Einwohner, Japan nicht mal 130 Millionen.

      2. Roman,wie würde denn Japan aussehen, wenn „die Bäume in den Himmel gewachsen“ wären?

  3. Karte mit den Gebieten der einzelnen „Rebellen“; ob sich HTS wirklich die drei konkreten Gebiete kontrolliert, oder ob es da durcheinander geht mit den Stellungen?
    Aber egal,wenn die unter Druck von außen sind arbeiten sie eh zusammen, bzw. die Härtesten erklären den anderen, was zu tun ist.

    https://imgur.com/vlbAGxt

    „Mein“ Plan wird perfekt umgesetzt; die Armeebasen im dünn besiedelten Zentrum der Ghouta einnehmen, von dort aus vorstoßen in alle Richtungen, dort sind weit weniger Verteidigungsstellungen.

    Den Südosten abschneiden ging gar nicht mehr,die waren dann schon weg.

    Malsehen was mit dem „schwarzen“ Gebiet auf der Karte im Süden geschieht; da ist auch nicht viel an Ortschaften, sollte schnell gehen, damit würden die HTS-Gruppen in das Gebiet der al Rahman getrieben, interne Verteilungskämpfe könnten folgen.

    Laut Peto Lucem soll es Verhandlungen mit Mesraba zur Aufgabe geben; gelingt dies,oder kommt es zur Einnahme, sind sie fast durch. Alternativ könnte man auch nördlich vorbei gehen.

    Da „von innen“ gerade auch Ar Rayhan eingenommen wird,ist Douma dann fast isoliert.

    Auch die Verbindung nach Harasta über Land dürfte von innen nicht lange andauern.

    Wie es mit den dann drei kleinen städtischen Kesseln weitergeht,wird sich zeigen.
    Auch die Städte dürften auf der Innenseite nicht so stark gesichert sein wie die Außenlinien, gegen die die SAA in Jobar und Ain Terma doch lange vergeblich angerannt ist.

    Außerdem sind jetzt andere Truppen da, im Umfang und Sturmqualität.

    1. andreas

      Al Kaidas HTS und die von Katar gesponsorte Gruppe Failaq Al Rahman scheinen in Wirklichkeit ziemlich gemixt zu sein und buchstäblich in den selben Gräben zu kämpfen. Die Armee scheint aber, wie wir hier im Parteibuch, die saudisch gesponsorte Gruppe „Islam Armee“ für das größere Problem zu halten. Zu Katar gibt es seit einiger Zeit über die Türkei einen passablen Draht der Astana-Mächte, zu den Saudis hingegen nach wie vor nicht.

      24 Resistance Axis meint, die Armee werde sich heute an die Einnahme von Reyhan machen.

    2. „Außerdem sind jetzt andere Truppen da, im Umfang und Sturmqualität.“

      Lt. Voltaire.net soll russische Infanterie vor Ort sein. ???

  4. Video, welches die Ermordung von Fluchtwilligen durch die „moderaten Rebellen“ zeigen soll.

    Vorsicht bei zartem Gemüt.

    twitter.com/smmsyria/status/970571510418214912

    Munition sparen steht offenbar nicht ganz oben auf der Motivationsliste.

      1. Danke für die Korrektur.
        Die Wahrheit stirbt leider immer zuerst.

        Aber es hat auch etwas Gutes.

        Während Time Magazin Bilder toter Kinder aus Palästina als „Beweis“ für die Grausamkeiten der syrischen Regierung bringt und dabei direkt die eigenen Narrative lächerlich macht, kommt man hier auf ein Verbrechen der „Moderaten“.

  5. Permalink Melden
    Die Oligarchen provozieren es geradezu
    Im Rubicon zu lesen:
    Zeit für radikale Solidarität!
    Die neue Regierung erfordert eine starke außerparlamentarische Opposition.
    04.03.2018 von Florian Ernst Kirner
    Es gibt auch schon eine sich konstituierende linke Sammlungsbewegung.
    Ein Teil davon ist Team Sahra.

  6. Die Versorgungslage in Douma, Harasta, etc. dürfte sich jetzt nach der Einnahme der Mehrzahl der Farmen und landw. Anbauflächen nochmals rapide verschlechtern für die eingekerkerte Zivilbevölkerung (wobei der geneigte Jihadi-Halsabscheider aka Weisshelm wohl kaum hungern muss, siehe Aleppo) . Vom einstigen „Garten Damaskus“ ist zwar in seiner Blüte und Produktivität wenig übriggeblieben, ein kompletter Wegfall dieser Produktionsstätten ist allerdings nicht zu kompensieren.

    Einige Quellen sprechen zudem von einer starken Einschränkung des Schmugglerwesens in den Kessel von Ghouta – bislang ja ein überaus zuträgliches Geschäft für damaszener Geschäftsleute, tlw. staatlich authorisiert und in Ghouta ansässigen Mafiazirkeln.

    Und wie sollte es anders zu erwarten sein, Jihadi-Julian schießt aus allen rostigen Rohren wütende Breitseiten gegen die Befreier der SAA/ Tigertruppe. Sobald seine verkratzte Schallplatte wieder krächzt ist zumindest eines klar, es steht schlecht um die Halsabschneider und Verbrecherbanden in Ghouta

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