JTS nimmt HTS Kontrolle über das nördliche und westliche Aleppiner Umland ab

Das von der Türkei unterstützte Jihadisten-Bündnis JTS hat dem von der Terrorgruppe Al Kaida geführten HTS-Bündnis am heutigen Dienstag die Kontrolle über das westliche und nördliche Umland von Aleppo abgerungen.

Wie Al Masdar News am Vormittag berichtete, hat JTS HTS zunächst die Kontrolle über die im südwestlichen Umland von Aleppo gelegene ehemalige Militärbasis des Regiments 46 abgenommen. Später kamen Ortschaften in der Umgebung der Basis und auch die nicht weit entfernt davon in der Provinz Idlib gelegene ehemalige Hubschrauberbasis Taftanaz hinzu. Am Abend wurde dann bekannt, dass die noch in einer Tasche nördlich der Stadt Aleppo operierenden Terroristen von HTS zu JTS übergelaufen sind. Damit dürfte es in der Idlib-Tasche nun so aussehen, dass HTS ihre Kräfte auf den Süden und Westen der Idlib-Tasche konzentriert und im Norden der Tasche keine Milizen mehr offen unter HTS-Flagge operieren.

In der Stadt Idlib soll es unterdessen öffentliche Proteste gegen den syrischen Al-Kaida-Zweig Nusra Front und ihre Führer gegeben haben.

Im Moment spricht also einiges dafür, dass es JTS gelingen wird, HTS die Kontrolle über den größten Teil der Idlib-Tasche, oder sogar die ganze Tasche, abzunehmen. Ob die Türkei die von ihr unterstützten JTS-Jihadisten soweit unter Kontrolle hat, dass mit ihnen irgendwann später ein tragfähiger Waffenstillstands- und Versöhnungsprozess durchgeführt werden kann, und ob die Türkei das überhaupt vorhat, bleibt unterdessen abzuwarten, und es gibt reichlich Gründe, da skeptisch zu sein.

Aus dem nordwestsyrischen Bezirk Afrin wurde am heutigen Dinestag von kurdischen Quellen derweil gemeldet, dass kurdische YPG-Kräfte das Dorf Omera und den dazugehörigen Hügel von der türkischen Armee und ihren auf FSA geflaggten Jihadi-Proxies zurückerobert haben. Da die Türkei den vom UNO-Sicherheitsrat in der Resolution 2401 für ganz Syrien geforderten Waffenstillstand bezüglich Nordsyrien bekanntlich ablehnt, gibt es für die YPG natürlich auch keinen Grund, sich daran zu halten. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA berichtete, dass bei der in Verletzung der UNO-Sicherheitsratsresolution 2401 fortgesetzten türkischen Aggression im syrischen Afrin-Bezirk am heutigen Dienstag zwei Zivilisten getötet und neun weitere verletzt worden seien.

In Ost-Ghouta nahe Damaskus haben die syrische Armee und ihre Partner heute wie gestern vom russischen Verteidigungsministerium angekündigt, einen humanitären Korridor eingerichtet, durch den Zivilisten während einer Feuerpause von 9:00h bis 14:00h die Kampfzone Ost-Ghouta verlassen können sollen. Busse und Krankenwagen wurden bereitgestellt, um geflüchtete Zivilisten in eigens dafür vorbereitete Unterkünfte und evakuierte Verletzte und Kranke in Hospitäler bringen zu können.

Doch es kam niemand. Das war wenig überraschend, weil die auf der anderen Seite des Korridors in Ost-Ghouta operierende bewaffnete Gruppe „Islam-Armee“ gestern schon erklärt hatte, sie werde keine Zivilisten aus Ost-Ghouta rauslassen, und die UNO-Sicherheitsratsresolution 2401 verpflichte sie dazu im Übrigen auch nicht. Wie das russische Zentrum für Versöhnung am Nachmittag mitteilte, sabotierten bewaffnete Kräfte der Regierungsgegner die Nutzung des Korridors durch die Fortsetzung von offensiven Kampfhandlungen nahe dem Korridor und die Einschüchterung von potentiell fluchtwilligen Zivilisten.

Der russische Außenminister Lavrov widersprach der Auffassung der Islam-Armee, die UNO-Sicherheitsratsresolution 2401 verpflichte sie nicht zum Herauslassen fluchtwilliger Zivilisten, auf einer anlässlich des Besuchs seines französischen Amtskollegen Le Drian in Moskau abgehaltenen Pressekonferenz, und verwies dabei auf Punkt 10 der Resolution. Dort heißt es unter anderem:

… demands that all parties allow the delivery of humanitarian assistance, including medical assistance, cease depriving civilians of food and medicine indispensable to their survival, and enable the rapid, safe and unhindered evacuation of all civilians who wish to leave …

Nachdem die „Islam-Armee“ bemerkt hat, dass die UNO-Sicherheitsratsresolution 2401 von ihr sehr wohl verlangt, dass sie die Evakuierung aller fluchtwilligen Zivilisten unterstützen muss, hat die Islam-Armee ihre Argumentation umgestellt und behauptet nun, niemand – außer einigen Kranken und Verletzten – werde Ost-Ghouta verlassen, weil es in Ost-Ghouta keine fluchtwilligen Zivilisten gebe.

Es ist angesichts der nicht gerade paradiesischen Situation in Ost-Ghouta nicht schwer zu erkennen, dass damit in Ost-Ghouta wieder mal die Situation einer Massengeiselnahme durch Jihadisten vorliegt, so wie es in Aleppo, Mossul und Raqqa auch schon der Fall war. Davon, inwieweit es den internationalen Unterstützern der bewaffneten Aufständischen gelingt, ihre Geiseln flüchten zu lassen, wird vermutlich abhängen, wie viele Zivilisten in der Tasche noch anwesend sind und zu Schaden kommen können, wenn die Tasche in einigen Wochen oder Monaten vollständig vom Terrorismus befreit werden wird.

Nachtrag 00:55h: Die syrische Armee hat Muraselon zufolge heute Nacht an der östlichen Front in Ost-Ghouta eine größere Nachtoffensive durchgeführt, bei der sie bei Hawsh Dawahra die Front durchbrochen hat und bei Shifunyah bis an den Rand der Stadt gekommen ist.

Da der Waffenstillstand für den humanitären Korridor nur von 09:00h bis 14:00h ausgerufen wurde, sind Nachtoffensiven natürlich möglich. Wenn die Kumpane von Al Kaida Nachtoffensiven verhindern wollen, müssen sie sich erstmal an die Waffenruhe tagsüber halten und tagsüber auch fluchtwillige Bewohner rauslassen. Wenn sie das erfüllen, kann man sicher auch über eine Ausdehnung des Waffenstillstandes auf mehr Stunden am Tag und die Nachtzeit reden.

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25 Gedanken zu “JTS nimmt HTS Kontrolle über das nördliche und westliche Aleppiner Umland ab

  1. Wo ist jetzt der Unterschied?
    Vorher herrschten dort Terroristen die vom Ausland inoffiziell unterstützt wurden und jetzt herrschen da Terroristen die offiziell von der Türkei unterstützt werden.

    Hört sich nicht so an als wenn, dass für die Bewohner religiös toleranter geworden ist oder die syrische Staatsmacht dort mehr regieren könnte.

    1. dirk

      Sollte es sich, wie von mir unterstellt, als zutreffend herausstellen, dass die Türkei die Befehlsgewalt über JTS hat, könnten Putin und Rouhani mit Erdogan über die Befehle, die an JTS gehen, verhandeln. Türkische Befehle an JTS könnten dann in der Zukunft etwa Deeskalation, Waffenstillstand und Versöhnung mit der syrischen Armee lauten.

      Mit HTS war und ist das hingegen schon strukturell unmöglich, da die Führung von HTS einfach nur auf lokalen und globalen Terror gebürstet ist. Mit einer Organisation wie Al Kaida, die Terror und Krieg – romantisch von ihnen als Jihad vermarktet – als sinnstiftendes Ziel und Selbstzweck ansieht, da gibt es nur sehr begrenzt Verhandlungsmöglichkeiten.

      Mit der Türkei hingegen kann man verhandeln, wie unter anderem Russland und Iran das schon erfolgreich demonstriert haben.

      1. Leider sehr viel Konjunktiv.

        Richtig ist sicher, dass mit HTS, zumindest mit dem Al Kaida-Kern, gar nichts geht; also auch im ungünstigsten Fall zumindest keine Verschlechterung.

        Oder?
        Ich erinnere mal an das statements der Amis, nachdem das Kinderkopfabschneidevideo des Oberzenki (bzw. des Gesichts von ihnen) veröffentlicht wurde: naja, man kann ja nicht wegen einzelnen Vorfällen vorschnell handeln, nein vorerst wird die Unterstützung für konkrete „Rebellengruppen“ nicht beendet.

        Später geschah das dann doch, zumindest offiziell, Zenki saß da ja auch offiziell in einem Boot mit Al Kaida.

        Aber Verbindungen dürfte die CIA oder sonstwer immer noch haben, wie intensiv ist schwer zu sagen.

        Nun ist es allerdings wie es ist, die Front in Idlib (zur SAA) ist weitgehend ruhig, jetzt geht es um die Ghouta, da würde jede Nebenfront stören.

        Und ohne die Türken kann die JTS auch nicht viel ausrichten.

      2. andreas

        Dass die Übernahme des HTS-Gebietes durch JTS auf jeden Fall eine Verbesserung ist, würde ich nicht sagen. Da könnte jede Menge gründlich schiefgehen. Die Türkei könnte etwa wieder als Staat der zionistischen NATO agieren und JTS als einen zuverlässigen und vom Image her gereinigten Proxy zum erneuten Kampf gegen die syrische Armee treiben. Da wäre ein unzuverlässiger und mit schlechten Image behafteter Proxy wie HTS aus syrischer Sicht natürlich weniger schlecht.

        Dennoch bin ich optimistisch, dass das nicht so kommt, sondern tatsächlich eine Verbesserung der Lage bedeuten wird, eben weil Russland und Iran mit der Türkei verhandeln können. In Astana war in Bezug auf die Idlib-Tasche im September ziemlich genau das ausgemacht worden, was jetzt auf dem Boden zu sehen ist. Iran und Syrien kümmern sich um den Osten der Idlib-Tasche, was sie getan haben, und die Türkei kümmert sich um den Westen der Idlib-Tasche, was meiner Meinung nach gerade zu sehen ist.

        Mit anderen Worten zeigt die Türkei sich gerade Russland und Iran gegenüber als zuverlässiger Partner und implementiert die gemeinsam getroffene Astana-Vereinbarung. Das ging zwar nicht zügig und hat fünf Monate gedauert, was Russland kürzlich auch bemängelt hat, aber immerhin scheint die Türkei die getroffene Vereinbarung nun doch zu erfüllen. Die Herausforderung besteht darin, auf der von Russland, der Türkei und Iran getroffenen Vereinbarung anschließend auch weiter konstruktiv aufzubauen. Das wird nicht einfach, aber der Weg ist schon grob vorgezeichnet, und es könnte durchaus klappen.

    2. Auf Balkan Forum projihadistische Forumschreiber kriegen fast orgasmus. Sie sagen, dass FSA ist jetzt zurück. Sie haben jetzt 100 000 Männer unter Waffen und Türkei hinter ihnen. Keine Zukunft von Syrien ist möglich ohne sie.
      Ob das positiv ist?

      1. Zgvaca

        Auf das gegenwärtige Gefühl der Jihadis würde ich nicht viel geben, denn das Gefühl der Jihadis kann sich schnell drehen, zum Beispiel, wenn sie das Gefühl bekommen, die Türkei nicht mehr hinter sich, sondern als Befehlshaber vor der Nase zu haben.

  2. “ Die syrische Armee hat Muraselon zufolge heute Nacht an der östlichen Front in Ost-Ghouta eine größere Nachtoffensive durchgeführt, bei der sie bei Hawsh Dawahra die Front durchbrochen hat und bei Shifunyah bis an den Rand der Stadt gekommen ist.“

    Hawsh Dawahra eingenommen, heißt es „unconfirmed“.

    Ob sie den Ort haben, ist gar nicht so wichtig, der Durchbruch durch die starken Befestigungen dagegen schon.
    Kurz dahinter kommen zwei Militärobjekte; die Einnahme wird wohl auch wieder verlustreich, aber bei wenigen zivilen Opfern, da ist ja nicht viel Ziviles.

    Generell ist im Zentrum der Rest-Ghouta nicht viel,Haws al Ashari hat vielleicht hundert Gehöfte bei wikimapia.

    Dafür gibt es noch einige kleine Militärstützpunkte ringsum, wieder weitgehend ohne zivile Opfer einzunehmen.

    Von dort aus kann man das Ganze in kleine Häppchen schneiden, Douma im Norden, Harasta im Westen (falls es nicht direkt eingenommen wird gerade), den eher städtischen Südwesten und den sehr ländlichen Rest, weitgehend ohne Häuserkampf etc.

    Man kann dann mehrere Korridore öffnen, der Druck von innen, auf die „Moderate“ Seite zu wechseln, sollte wachsen.

    1. andreas

      Ja, das Hawsh Dawahirah eingenommen und die Armee bis an Shifunia ran ist , ist unbestätigt.

      Ich hatte das auch versucht, vorsichtig zu formulieren.

      Die Situation ist für die bewaffneten Banden trotzdem nicht berauschend: wenn sie keine Nachtoffensiven der Tiger wollen, werden sie sich im Gegenzug auch bezüglich der Evakuierung von fluchtwilligen Zivilisten bewegen müssen.

  3. Noch was zur Mediensituation in Deutschland. Die Tendenz vom die übliche Propaganda durchbrechenden heute-journal vor ein paar Tagen scheint sich zu bestätigen. Die mediale Gleichschaltung wird gerade zunehmend durchbrochen.

    Die öffentlich-rechtlichen Sender propagierten auch am Dienstag beide das Narrativ, dass in Ost-Ghouta Terroristen herrschen, die „genauso böse“ oder „ähnlich böse“ wie angeblich die syrische Regierung sind.

    http://www.tagesschau.de/ausland/syrien-waffenruhe-ghouta-101.html

    https://www.zdf.de/nachrichten/heute-journal/heute-journal-vom-27-februar-2018-100.html

    Damit sagen sie zwar noch nicht die Wahrheit, durchbrechen jedoch das bisher dominierende Narrativ, dass in Ost-Ghouta „gute Rebellen“ von „bösen syrischen Regierungskräften“ attackiert werden. Selbst die CW-False-Flag-Propaganda der Terroristen wurde im ZDF-Morgenmagazin durchkreuzt: „Die Terroristen seien keine Kinder von Traurigkeit, wissen genau um die politische Wucht solcher Vorwürfe und könnten sowas inszeniert haben, hieß es da lapidar.

    Auch im Print gibt es Änderungen. Zwar hetzt Bente Scheller in der Zeit immer noch entlang dem alten Narrativ für mehr Krieg:

    http://www.zeit.de/politik/ausland/2018-02/syrien-ostghuta-waffenruhe-un-sicherheitsrat-resolution?cid=18388871#cid-18388774

    Aber in der Stuttgarter Zeitund warnt Götz Aly davor, sich mit den Terroristen in Ost-Ghouta gemein zu machen:

    https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.syrien-die-terroristen-in-ost-ghuta.912749bd-29eb-49a8-a6a5-60d31d51abc8.html

    Eine Schwalbe macht noch keinen Frühling, aber das sind deutliche Änderungen im Vergleich zu der in Deutschland meist gleichgeschaltet daherkommenden Propaganda der letzten Jahre.

  4. Grundlegend muss man die Umflaggung sehen, wie von Parteibuch gesagt, dass sich die Befehlshaber ändern.

    Das heisst doch auch, dass wer vorher sein Gehalt und seine Befehle von Saudi Arabien bekommen hat, nun sein Gehalt und seine Befehle von der Türkei bekommt. Die Denkweise wird sich deshalb nicht ändern. Ob die nun HTS oder JTS heissen, Söldner bleibt Söldner und die sind besonders gefährlich. Eine dauerhafte, friedliche Einordnung in den künftigen syrischen Staat kann ich mir nicht vorstellen. Deshalb hoffe ich auf allmähliche Reduzierung durch Kampfhandlungen und später Auflösung der Reste und ich hoffe, die meisten verlassen Syrien auf nimmer Wiedersehen. Hoffen darf man ja.

    Und ja, ich sehe das jetzt auch so, dass die Türkei Astana umsetzt. Und selbst wenn die Türkei ein Falschspieler sein sollte, Russland und besonders Iran werden solche Eventualitäten von Beginn an einkalkuliert haben. Russland wurde derart oft in der Geschichte betrogen und hintergangen, da hofft man, dass Gutmütigkeit und Leichtgläubigkeit einem gesunden Misstrauen und Vorsicht gewichen sind. Und die Iraner sind sowieso von ganz anderer Mentalität. Die sind zäh und wild entschlossen.

    Ansonsten wird jetzt von den Amerikanern ein neues Märchen erzählt. Nordkorea verkauft Chemiewaffen an Syrien.

    Einmal tief durchatmen und bis 10 zählen. Oder besser bis 100.

  5. HTS zieht sich aus Morek zurück, HTS zieht aus Idlib in Richtung Binnish ab, die Berichte überstürzen sich geradezu.

    Sie hatten sich weit ausgebreitet und als kampfstärkste Truppe viele Gebiete beherrscht, offenbar auch ohne dort die große Mehrheit zu haben.

    Nun ziehen sie sich auf ein Kerngebiet zurück, das am Ende wohl kompakter zusammenhängen wird, und weichen erst mal Kämpfen mit JTS aus.

    Wenn JTS gerade die Oberhand gewinnt, dann wünscht man der HTS viel Erfolg, noch große Kämpfe gegen JTS starten zu können.

    Lokal werden damit einige Städte wieder auf „FSA“ geflaggt.
    Mal sehen, ob das noch eine Bedeutung hat.

    Die alten Narrative bröckeln etwas in der Berichterstattung.
    Wenn die Türken wirklich Idlib Provinz einigermaßen kontrollieren, werden da Journalisten hin können; dann wird es immer schwerer, diese „Moderaten“ Kalifate hier als unterstützenswert zu vermarkten.

    Bei der Lösung nach Astana, Sotschi, auch Wien und Genf, spielt das Label schon eine Rolle; aber da steht eben immer auch staatliche Einheit, säkular, multiethnisch, multireligiös, da mit sind Salafisten etc. schlicht raus.

  6. Waffenpause in der Ghouta, die Helden können etwas entspannen. ;–)

    Heute dürfte es bis 14 Uhr auch nichts anderes passieren als gestern.
    Ich würde jetzt die UNO zu Hilfskonvois aufrufen, Sicherheitsgarantie bis zum Korridor.

    Mal sehen, was von den „moderaten Rebellen“ käme.

    Mit so einem Konvoi könnten dann auch Zivilisten herausgehen.

    1. Zitat: „Wir werden mit Euch spielen, wie wir mit dieser Schaukel spielen, Ihr Schw**ne“. Gerichtet an die Terroristenschw**ne.

      Die Moral scheint sehr gut zu sein.

    2. „Mit so einem Konvoi könnten dann auch Zivilisten herausgehen.“

      Oder es werden die versteckten Kriegswaffen abgeladen, leer zurück und die imperialistisch neurechte t-schau tönt, „…wie UN-Generalsekretär Egal Wer nach Rückkehr erster Hilfskonvois aus den von Assad-Truppen bombardierten Rebellengebieten berichtet, habe sich die von syrischer und russischer Seite aufgestellte Behauptung bisher als falsch erwiesen, die von Assad-Truppen belagerten Kinder, Frauen und Männer der syrischen Zivilbevölkerung würden von Rebellen als Geiseln gehalten und gewaltsam an der Flucht gehindert“.

  7. Liebes Parteibuch,
    ich finde es ist mal wieder an der Zeit, für ein großes Lob & Dankschön für Deine kontinuierliche und umfassende Berichterstattung. Dankeschön! Ich bin froh, hier mitlesen zu dürfen und mir die Infos nicht alle einzelnd selber raussuchen zu müssen (was für mich zeitlich auch gar nicht zu leisten wäre)! Danke dafür, das Du uns diese aufbereitete Form zur Verfügung stellst!!!

  8. Aschraf Ghani mit offiziellem Angebot an die Taliban, politische Kraft zu werden.

    Übertragen auf das wording in Syrien: „moderat“.

    Es kann wohl in Afghanistan keine andere Lösung geben, auch eine Million Truppen würde die Taliban nicht besiegen, nur zurück drängen in Abwartepositionen.

    In Syrien sah es bis zum Ausbruch des „Frühlings“ allerdings anders aus als in Afghanistan; die Einheimischen Islamisten relativ gut unter Kontrolle, für die „gemäßigten“ gab es auch genug Angebote, Teil der Gesellschaft zu sein, die sich immer mehr Annehmlichkeiten der Moderne erschloss.

    In Afghanistan dagegen hat der Langbärtige quasi nichts, außer seiner „Überzeugung“.

    Nichts zu suchen bei einer politischen Lösung haben auf jeden Fall Ausländische Kämpfer udn überzeugte Terroristen.

    Sollte der syrischen Regierung die Kraft fehlen, das ganze Land wieder zu sichern, sollte ein Plan B etwa so aussehen:

    Möglichst alle Enklaven werden wieder eingenommen, die Dschihadisten mit grünen Bussen nach Idlib transportiert.
    Dort und im Süden dürfen die dann, bei Anerkennung einer syrischen Oberhoheit, zwei Kleinkalifate aufbauen.
    Die Verkehrswege wie Autobahnen und Bahnverbindungen sowie Grenzübergänge (nach Jordanien bspw) etc. bleiben in syrischer Hand.

    Und dann baut man das Land wieder auf, die „politische Kraft“ islamistischer Dschihadismus dürfte schnell an Anziehungskraft verlieren.

    1. „Es kann wohl in Afghanistan keine andere Lösung geben, auch eine Million Truppen würde die Taliban nicht besiegen, nur zurück drängen in Abwartepositionen.“

      Wer will denn diese etwa 25000 von der CIA und dem ISI in tausenden sogenannten „Koranschulen“ unter Kindern aus armen Familien in Pakistan gezüchteten „Taliban“ besiegen? Wallstreets Washingtons Nato? Um dann keinen Grund mehr zu haben, weitere siebzehn Jahre ein Gebiet zu besetzen, von dem aus von der IR Iran über die RF bis zur VR China dermaßen vielen Staaten jede Menge Ärger gemacht werden kann? Von den nach Abzug wegfallenden Milliarden US-Dollar Kriegsprofiten aus dem Berichten zufolge über Serbiens Nato-besetztes Kosovogebiet abgewickelten Rauschgifthandel ganz zu schweigen.

  9. ***
    Brahim Halabi @BrahimHalabi5 47 Min.Vor 47 Minuten

    #confirmed

    Border town Kafr Lousin and its bordercrossing is been taking over by #HTS after #JTS withdrew from it. #HTS seems to make their way up to bordertown #Atma and #Akrabaat.
    ***

    Passt ins Bild.
    In der letzten Zeit weniger Kämpfe zwischen HTS und JTS, dafür mehr Truppenverschiebungen, scheint eine gewisse Übereinkunft zu geben.

  10. Ich möchte über einen Artikel Informieren der sich auf ein geleaktes oder gefälschtes Protokoll eines Treffens von US amerikanischen, britischen und französischen Diplomaten bezieht.

    Aus dem Protokoll selbst wird jedoch (noch) nicht zitiert sondern nur ein Kommentar darüber geliefert.

    https://www.rubikon.news/artikel/die-geplante-zerschlagung-syriens

    „Die Diplomatennachricht enthüllt die Strategie der genannten Staaten in Bezug auf Syrien: Die Teilung des Landes, das Sabotieren des Friedensprozesses in Sochi, das Austricksen der Türkei beziehungsweise Drängen in einen Angriffskrieg gegen Syrien und die Instruktionen für den UN-Sonderberichterstatter Staffan de Mistura.“

    „Aus dem Dokument ist die westliche Strategie in Syrien gut zu erkennen. Es geht darum, den Sochi-Friedensprozess zu sabotieren und zwei neue Kriege in die Syrienkrise einzubringen: den Krieg der Türkei gegen die Kurden, der ja bereits begonnen hat, und den der Israelis gegen den Iran und die libanesische Hisbollah, der kurz vor dem Ausbruch zu stehen scheint.“

    Ich sehe jedoch noch keine Zeichen für einen direkten Landkrieg von Israel gegen die Hisbollah und Iran. Falls der obige Kommentar sich auf das „geleakte“ Protokoll bezieht verringert es in meinen Augen die Wahrscheinlichkeit der Authentizität erheblich.

    1. dirk

      Mir sind Berichte zu diesem Protokoll bekannt. Dazu gab es nicht nur bei Al Akhbar einen Artiekl, sondern schon am 17. Februar diesen Artikel von Richard Labévière, der mir die Erstquelle zu sein scheint:

      http://prochetmoyen-orient.ch/syrieleaks-un-cable-diplomatique-britannique-devoile-la-strategie-occidentale/

      Ich bin mir angesichts der Unzugänglichkeit der Originalquelle aber unsicher, ob das „geleakte“ Memo echt ist und vernünftig interpretiert wird. Möglicherweise ist das auch echt, aber eigentlich gar nicht so sensationell. Als die USA und Co bei den „Genfer UNO-Gesprächen zu Syrien“ in Wien Ende Januar mit ihrem Non-Paper zur faktischen Entmachtung Assads durch Umwandlung Syriens von einer Präsidentialdemokratie wie Frankreich in eine Parlamentsdemokratie wie Deutschland angekommen sind, wurde das von Syrien und Russland ja schroff zurückgewiesen, und eben mit Hinweis darauf, dass sich die USA, Britannien, Frankreich und die Saudis gar nicht einbilden bräuchten, dass sie bei syrischen Verfassungsfragen irgendwie mitreden dürften oder gar Vorschlagsrechte hätten.

      Damit fällt die politische Strategie der „kleinen Gruppe“ – wie es in dem Memo heißen soll – wohl ziemlich flach, und was sie sich ausgeheckt haben und in dem Memo beschrieben wurde, kann eigentlich gleich an die Rundablage weitergeleitet werden. Dass Saudi Arabien, Britannien, Frankreich und Israel nach wie vor die schlechtesten Absichten gegen Syrien hegen, ist auch kein Geheimnis. Dass die USA und Jordanien mit in der Gruppe drinstecken, verwundert auch nicht wirklich, nur fragt es sich, ob die USA und Jordanien nicht „mehrgleisig“ fahren, und die „kleine Gruppe“ auf anderer Ebene unterminieren.

      Was natürlich trotzdem fein ist, ist so ein Plot mal im Detail nachlesen zu können, wobei da freilich der große Makel besteht, dass die Originalquelle eben gerade nicht öffentlich verfügbar ist, und die Artikel darüber alle etwas wie das Spiel „stille Post“ zu sein scheinen, bei dem niemand mehr weiß, was denn wirklich genau in dem Memo steht – oder nicht steht.

  11. es wird fleißig an der Legende „HTS wurde beseitigt, Moderate übernehmen“ gestrickt.

    @badly_xeroxed 26. Feb.

    People of the city of Darat Izza celebrate the entry of #JTS fighters and the expulsion of #HTS N #Aleppo

    …………………..

    @badly_xeroxed 23 Std.vor 23 Stunden

    #FSA Fastaqim Union reemerging in greater #Idlib after almost being wiped out by #HTS terrorists, one of the clearest signs yet that Golani’s black project has failed completely

    @badly_xeroxed
    Civilian committee in #Saraqib made #HTS agree to a list of protocols including making the terrorist group evacuate all HQs in the city and remove all checkpoints #Idlib

    https://pbs.twimg.com/card_img/968859750367727617/cxfGitOK?format=jpg&name=600×314

    Aber das ist egal, welche Flaggen die wehen lassen; wenn sie an die Reihe kommen, und die Kraft reicht, ist Ende mit Kalifatspielchen.

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