Türkische Armee und Jihadi-Lakaien erobern drei weitere Dörfer im syrischen Afrin-Bezirk

Am heutigen Sonntag haben die türkische Armee und ihre FSA-Jihadi-Proxies drei weitere Dörfchen im Westen des syrischen Bezirks Afrin erobert.

Auf einer Karte sieht dieser Geländegewinn der türkische Armee und ihrer Söldner wie folgt aus:

Bezüglich des Standes der Verhandlungen zwischen der syrischen Regierung und den kurdischen YPG/SDF-Kräften in Afrin gab es heute unterdessen die Meldung, dass bereits am morgigen Montag regierungstreue NDF-Kräfte in den Bezirk Afrin verlegt werden sollen.

Aus Damaskus wurde am heutigen Sonntag gemeldet, dass syrische Armeeeinheiten mit Artillerieangriffen auf Positionen von Terroristen begonnen haben, die Erstürmung von Ost-Ghouta vorzubereiten.

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48 Gedanken zu “Türkische Armee und Jihadi-Lakaien erobern drei weitere Dörfer im syrischen Afrin-Bezirk

  1. Afrin: Kurden fordern Eingreifen der syrischen Regierungsarmee

    https://de.sputniknews.com/panorama/20180218319597417-syrien-afrin-olivenzweig-kurden-ypg-syrische-regierungs-truppen-einmarsch/

    Wenn ich das lese, wird mir übel: Erst verbünden sich die Kurden mit dem niederträchtigsten Kriegsverbrecher des 20. Jahrhunderts gegen Syrien, ein Land, dass den Kurden Autonomie und Unabhängigkeit gewährt und sie stets anständig behandelt hat. Nachdem sie nun von den Türken, die sie mit ihrem Handeln ebenfalls verärgert haben, die Quittung für ihren Verrat und ihre Gier erhalten, betteln sie ausgerechnet bei den Syrern um Unterstützung. Wie erbärmlich muss man eigentlich sein, um so etwas zu tun?

    Für die öffentliche Meinung ist es außerordentlich klug von den Syrern, die „Zurechtweisung“ der Kurden den Türken zu überlassen. Würden die Syrer oder die Russen das tun, sähen sie sich einer gigantische Medienkampagne des Westens ausgesetzt, die das Bild einer bösen Aggression gegen die „“guten unschuldigen Kurden“ zeichnen würde. Die Türken scheinen diesbezüglich weniger gefährdet zu sein, was einerseits mit der seit Urzeiten bestehenden, geradezu „traditionellen“ Feindschaft zwischen Türken und PKK/YPG zu tun haben mag, andererseits aber auch damit, dass die Türkei immer noch ein Nato-Mitglied ist und deshalb (noch) eine gewisse „Narrenfreiheit“ genießt.

    Wer nun immer noch glaubt, dass es eine Einigung zwischen Kurden und Syrern geben könnte, ist m.E. auf dem Holzweg. Warum sollten die Syrer einen „Player“ des Nahost-Konflikts bekämpfen, der sich offen gegen die USA stellt und die, zum Feind Syriens mutierten Kurden bekämpft, gleichzeitig aber den Verräter, die Kurden, unterstützen? Damit würden sie doch geradezu suizidal gegen ihre eigenen Interessen handeln und einen ihrer z.Zt. besten Verbündeten gegen die USA und die verräterischen Kurden verärgern. Was den Verrat der Kurden an Syrien angeht, so möge doch bitte keiner glauben, dass man das so einfach ungeschehen machen könnte. So etwas kann u.U. Jahrzehnte dauern. Vielleicht wird es erst zukünftigen Generationen möglich sein, eine vorsichtige Annäherung und eine „Normalisierung“ der Beziehungen zu versuchen. Das Gleiche gilt für die US-Türkischen Beziehungen. Der US-orchestrierte Putsch gegen Erdogan und dessen geplante Ermordung sitzt tief bis ins Mark. Eine erneute Annäherung zwischen diesen beiden Länder wird es in absehbarer Zeit nicht mehr geben, das gilt insbesondere, solange Erdogan an der Spitze der Türkei steht, aber mit Sicherheit auch weit darüber hinaus.

    Und NEIN, die Türken werden nach Abschluss ihrer Operation NICHT in Syrien bleiben, es sei denn, sie wollten sich in einen selbstzerstörerischen Konflikt mit den Russen begeben, die übrigens die Einzigen sind, auf deren freundschaftliche Gesinnung die Türken noch hoffen dürfen.

    1. Und von der Achse Qamashli-Erbil kam gleich ein Dementi zur Einigung zwischen SAA und YPG aus einem Zio-Barzani-Kanal:

      Schauen wir mal, wie sich das weiter entwickelt.

      1. Schon länger habe ich den Eindruck, dass es nicht die YPG in Afrin ist, die sich gerne abschlachten lassen will, sondern dass die kurdischen Brüder in Quamisli und Erbil es ihnen befehlen.
        Die syrische Armee sollte jetzt handeln und die Verbindung nach Afrin schließen.
        Dann wären die Befehle aus den anderen Us geführten Kantonen ohne Wirkung
        und mit der YPG in Afrin könnte eine seperate Vereinbarung getroffen werden.
        Heirbei können die NDF sicher als Vermittler wirken und man sollte mit der YPG in Afrin noch eine gesichtswahrende Vereinbarung hinbekommen. Die Kurden sind sowieso in viele Parteiungen aufgespalten, da müßte eine Spaltung der YPG durchaus möglich sein.
        Es ist aber wichtig, jetzt schnell zu handeln, sonst werden die Gräben zwischen YPG und SAA immer größer und das wäre in jedem Fall ein Verlust für Syrien.
        Es ist klar, dass die US Diplomatie eine Vereinbarung zwischen YPG und SAA mit allen Mitteln verhindern will, wird aber die Verbindung geschlossen, dann haben sie in Afrin keinen Einfuss mehr.

      2. ulrich

        Ich glaube, dass es ganz geschickt von der syrischen Regierung ist, YPG-Nachschub nach Afrin durchzulassen. Wenn die YPG nämlich trotzdem nicht in der Lage ist, die türkische Offensive auf Afrin abzuwehren, und das ist sie nicht, bleibt der schwarze Peter damit nicht an der syrischen Regierung hängen. Der schwarze Peter bleibt damit bei der YPG-Führung, die ihre eigene Kraft überschätzt hat.

        Außerdem könnte es bei einer Nachschubsperrung im Gegenzug natürlich auch Probleme für die von der YPG umzingelten SAA-Kräfte in Qamishli und bei Hasaka geben.

    2. Uuuui da regt sich einer gewaltig darüber auf, das die Kurden (die Syrien nicht verraten sondern ihr eigenen Ziele verfolgt haben) nun endlich sich mit der SAA verbündet und die von leo leicht in schutz genommene Türkei bekämpfen wird.

      Jeder satz von dir fängt mit einer denunzierung der Kurden an, wie wenn du nur Erdowahns Information schluckst..

      Die Kurden haben von sich von Anfang gegen ein Kampf ggn die SAA entschieden. Ich rede hier von der YPG/PKK die im gegensatz zu den Volksverrätern aus dem Irak (Barzani) ein relativ gutes Verhältniss mit der Syrischen Regierung hatte.

      Zumal A.Öcalan Jahre lang unterschlupf in Syrien hatte. Hättest du den Krieg in Syrien von Anfang an Objektiv verfolgt, würde dir auffallen das die YPG teils von Syrischen Regierungsnahen einheiten mitgegründet bzw unterstützt wurde..

      Die einzigen Verräter sind hier die Faschisten aus der Türkei, die ein weiteres mal bewiesen haben, das auf sie kein verlass ist. Hoffebtlich haben das jetzt auch die Russen begriffen.

      Sieht aber ganz danach aus, denn auf RT usw tauchem immer mehr Berichte über die Wahren Gründe des Ottos Erdogan auf …

      1. Tyln

        Ich respektiere deine Meinung, wenn ich sie auch nicht teile und fände es schön, wenn Du das auch tun könntest, ohne mit Diffamierungen zu arbeiten.

      2. Tyln:

        Du ziehst diesen Blog (Forum) runter. Die Türken sind Faschisten? Das Ende der Türkei naht? Bitte gehe zu dein Kurdistan. Wenn er kommt, dann seit ihr alle erledigt. So wie die Yugoslawen.

      3. Reifen:

        wenn es so viele türkische Faschisten gibt, warum gibt es dann im türkischen Parlament so viele Kurden? Die Türken müssen ja richtig faschistisch sein, um diese zu tolerieren. Du meinst auch wohl die „grauen Wölfe“ (MHP, Ülkücü, usw). Ok, diese sind wirklich Ultra-Nationalisten. Die kann man sowieso in die Tonne schmeißen. Die Meisten von denen sind einfache Arbeiter oder haben kaum die Schule besucht. Was willst Du von denen erwarten? Nichts… Komischerweise sind die größten Ultra-Nationalisten bei Lasen(Laz) zu finden. Kennst Du die Lasen(Laz)? Die Menschen, die im Norden leben. Das sind ursprünglich keine Türken. Komischerweise findest Du dort die größten Ultra-Nationalisten. Lazen kommen ursprünglich aus Georgien usw und Erdogans Väter kommen auch aus Georgien

    3. So einfach wie das manch einer fordert, wird eine Abkehr vom US-Bündnis für die Kurden nicht sein. Das Bild der einzig vereinten, mit westlich Idealen gesegneten, Opposition, die von der US-Armee gerettet wurde, kann man auch wieder in PKK-Terroristen umdrehen. Zudem sind kurdische Kriegsverbrechen und politische Säuberung während des syrischen Bürgerkriegs bisher im Mainstream weitgehend unbeachtet geblieben und der arabische Anteil bewaffneter Gruppen lokal gestiegen.

      Ein Bündnisbruch ist, aus jetztiger Sicht, unmöglich zu artikulieren und würde für die Kurden in Syrien zwei Schritte zurück bedeuten. Wer will kann das als Falle interpretieren aber aus Sicht des kurdischen Strebens nach Unabhängigkeit, gab es auch vorher keine Wahl. Der syrische Baathismus ist dafür nicht kompatibel.

      Schlußendlich, hat das Paradoxe der kurdischen Bewegung immer wieder das Verblassen ihrer politischen Authorität begünstigt, so wie es nun auch im US-Bündnis der syrischen Kurden erscheint. Der Raum den korrupte Kräfte dadurch finden ist jedoch nicht Teil der Agenda, höchstens einseitig.
      Die iranischen und russischen Bemühungen wiederum können nur darin liegen diese Brüche aufzudecken aber nicht ihren Ursprung zu lösen.

    4. Pack schlägt sich, Pack verträgt sich. Vom einen Teil der Nato-Bande aufgebaut, vom anderen Teil der Nato-Bande zusammengebombt. Das war schon immer die Art, wie der Imperialismus mit denen umgeht, die sich für Verbündete halten: benutzen und wegschmeißen, Hauptsache Krieg. Leider werden manche das wohl nie lernen.

  2. Solange die Kurden mit den Amerikanern zusammenarbeiten und die Region Ostsyrien nicht zurückgeben ist eine Regelung in Afrin absolut kontraproduktiv für Assad.
    Ich hatte es schon mal geschrieben. Die Zeit ist noch nicht reif.
    Die Kurden müssen es auf die harte Tour merken , das Amerika kein Verbündeter sondern Erpresser ist. Wäre ich Assad , ich würde Bedingungen stellen.
    Ostsyrien bzw. ganz Syrien unter Kontrolle von Assad.
    Zusammenarbeit mit Amerika beenden.
    Waffen abgeben.
    Intergration in syrische Armee und Gesellschaft.

    Alles andere läuft auf Spaltung raus.
    Ich befürchte jedoch , das die Kurden das erst verstehen, wenn es zu spät ist , Deals zu schließen.

      1. Ich kann mich ja irren, aber ich glaube, dass Syrien alles tun wird, um nach Außen jeglichen Verdacht eines Konfliktes mit den Kurden zu vermeiden.

        Offiziell verurteilt Damaskus ja auch das türkische Eingreifen in Afrin. Das dürfte aber der Diplomatie geschuldet sein.

        Vielleicht noch ein Satz zu den in meinem Eingangsbeitrag doch recht deutlichen Worten bezüglich der Kurden.

        Es ist natürlich immer falsch von DEN Kurden oder DEN Amerikanern oder DEN Deutschen zu reden, denn überall gibt es gute und schlechte Menschen. Dieses Verständnis sollte eigentlich selbstverständlich sein, aber manchmal ist vielleicht doch besser, wenn man es jedes mal dazu schreibt.

        Was die Kurden angeht, so gehe auch ich davon aus, dass nicht alle die aktuelle, antisyrische Politik unterstützen. Es ist gut vorstellbar, dass ein nicht unerheblicher Teil der kurdischen Bevölkerung, wenn nicht gar die Mehrheit, eine Einigung mit Syrien vorziehen würden. Aber was nützt das? Die Politik wird von denen bestimmt, die die Macht in Händen halten, und das kann für Syrien zu einem riesen Problem werden, denn die US-Strategen stehen weiter bereit, die Kurden für ihre Zwecke zu mißbrauchen.

        Da kann man den schwarzen Peter nicht auf die Syrer oder auf die Türken schieben. Nein, es ist der mächtige Teil der Kurden, der dem US-Aggressor die Möglichkeit, sich dort einzunisten, überhaupt erst eröffnet hat und damit alle Kurden, die das nicht wollen, mit ins Verderben reißt.

        Gibt es bei uns nicht auch eine Mehrheit gegen die aggressive Nato-Politik? Und was passiert hier?

  3. die Russen hätten sich eingemischt“ deswegenkein Verhandlungsergebnis.
    Am besten lässt man diese Hinterwäldler in ihrem eigenen Saft schmoren bis sie klar im Kopf werden.

  4. Almasdar News vermeldet eine Einigung und bringt ein Video, welches schon am Samstag ein Camp von Regierungstruppen in Afrin zeigen soll.

  5. Schlaue Frage: warum werden eigentlich Truppenverlegungen nach … angekündigt (mehr oder weniger). Fehlt bloß noch, daß die x-Zeit vorher bekanntgegeben wird ?!
    Oder ist das heutzutage im Zeitalter der Smartphone-Internethandys und der allumfassenden militärischen Aufklärungsmöglichkeiten sowie so egal ? Also, vom militärischen Standpunkt sollte man dort einen Angriff mehr oder weniger „ankündigen“ aber da angreifen ??

    1. unüberlegt

      Größere Truppenverlegungen über Land lassen sich im Zeitalter der Smartphone-Internethandys und allumfassender Satellitenaufklärung vor dem Gegner ohnehin kaum verstecken.

      Und die öffentliche Bekanntgabe von Truppenverlegungen kann auch gewünschte Folgen nach sich ziehen, etwa dass einige Zivilisten sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen.

    2. Auch auf Twitter diskutieren die einschlägig informierten Kreise über die ungewöhnliche Berichterstattung über die Truppenverlegung.
      Einheitliche Meinung: Kriegspropaganda, die die Motivation der Dschihadisten in Ost-Ghouta runterziehen soll. Wenn man sie die Videos ansieht, kann man durchaus sagen: sicherlich mit Erfolg.

  6. Es ist soweit, die SAA wird Afrin gegen die Faschisten aus der Türkei mit der unterstützung der YPG verteidigen.. Das Ende der Türkei wurde hiermit eingeläutet.. Jetzt bin ich auf die weiteren entwicklungen gespannt.

    Die Kurden haben wieder einmal alles richtig gemacht. Von Anfang an sich nicht gegen Assad aufstacheln lassen, die USA so lange an sich gehalten, bis die Depots voll mit Waffen sind und jetzt ein schritt in die richtige Richtung..

    Die PYD wurde damals von der Türkei eingeladen um sie im Kampf gegen Assad zu Gewinnen, nachdem sie dies abgelehnt hatte, wurde sie schrittweise verunglimpft und von der Türkei angegegriffen..

    Ich glaube und hoffe aus tiefstem Herzen, das es jetzt in die richtige vorallem das es jetzt dabei bleibt..

    1. Vortreffliche Analyse. Die Kurden waren nie ab einem bewaffneten Aufstand in Syrien interessiert. Hier und da (Kamishli, Aleppo , schiitische Enklaven) haben sie kooperiert und sogar der SAA bzw. Assad geholfen.
      Assad und die Kurden müssen einen für beide Seiten tragfähigen Weg finden.

      Der Rest der“Rebellen“ hat nur eines eindrucksvoll bewiesen. Seiten immer zum höher bietenden wechseln – egal ob Halsabschneider oder nicht.

  7. Afrin und der kurdische Teil Aleppos stehen nicht unter dem Einfluss der USA. Inwieweit es hier mit den Russen Absprachen gibt, kann ich nicht sagen. Afrin wird wohl weiterhin jetzt unter SAA Kontrolle gegeben werden, um ein weiteres Vorrücken der Türken zu verhindern. Dies bedeutet aber nicht, dass die YPG die USA aus den anderen Gebieten um Manbij bis zur irakischen Grenze einfach wieder rausschmeißen kann. Die Kurden sind nur ein kleines Rad im Kampf der Groß – und Mittelmächte und müssen aufpassen, dass sie nicht zerrieben werden.

  8. Die syrische Armme kann nicht entlang der offiziellen Grenze Stellungen beziehen, weil weite Teile davon durch türkische Soldaten, bis in tiefere Gebiete besetzt sind.

    Es kann eine Art friedlichen „Wachwechsel“ von türkischen – an syrische – Soldaten geben. Hoffentlich interpretiert das niemand als „Schwäche zeigen“ seitens der Türkei. Dann würde sich die Türkei nehmlich dazu genötigt fühlen dort zu verweilen.

    In dem Fall wäre meine Prognose: Die Türkei stellt zunächst natürlich alle offensiven Kampfhandlungen ein, weil mit dem Einzug syrischer Regierungskräfte ein ganz neuer Status des Gebiets entsteht, den es zu interpretieren gilt.

    Da einige Abschnitte der Grenze in dem Fall wohl zunächst noch in YPG-Hand bleiben, um die syrische Armee zu entlasten. Kann es dann immer wieder zu übergriffen von kurdischen Kämpfern auf türkische, sich auf syrischem Gebiet befindende Truppen kommen.
    Würde die syrische Lufabwehr es vermeiden auf türkische Luftstreitkräfte zu schießen, wenn die aus „Selbstverteidigung“zwar die YPG – aber keine syrischen Regierungstruppen angreifen

  9. Die türkische Armee wird versuchen sich territorial in die von türkischen Rebellen (FSA) besetzten Gebiete zu „mischen“, da die (FSA-Gebiete der Region Afrin) sonst einen sehr schwebenden (schutzlosen) Status haben

  10. Zu den Bewegungen von Personen und Material zur Verstärkung nach Afrin möchte ich anmerken, dass es da möglicherweise drei (oder mehr) unterschiedliche Bewegungen zu unterscheiden gibt: Zivilisten, die diversen Volksmilizen und die syrische Armee.

    1. Hussein Mortada berichtete, dass heute morgen einige Busse voll mit Zivilisten aus den kurdisch geprägten Stadtteilen Sheikh Maqsud und Ashrafiyah in der Stadt Aleppo in Afrin angekommen sind, um da auf Demonstrationen ihre Solidariät mit der Bevölkerung von Afrin zu zeigen.

    2. Hussein Mortada berichtete weiter, dass „Volkskräfte“ in den nächsten Stunden in Afrin eintreffen werden, um der Bevölkerung dabei zu helfen, sich gegen die türkische Aggression zu verteidigen.

    Mit Volkskräften – zu denen man auch die NDF zählen kann – kann eine sehr gemischte Tüte von vergleichsweise leicht bewaffneten Kräften gemeint sein. Darunter könnte man etwa – kurdisch geprägte – Nachbarschaftswachen aus der Stadt Aleppo oder Milizionäre aus anderen (teilweise kurdisch geprägten) Teilen Syriens verstehen. Man könnte darunter aber auch Anhänger von Hisbollah aus den schiitisch geprägten Orten Nubl und Zahraa verstehen, die der Bevölkerung von Afrin dankbar sind, dass sie ihnen geholfen haben, die jahrelange Belagerung durch Jihadi-Terroristen durchzustehen. So lässt sich auch erklären, dass Ali Özkök sagt, dass seinen Quellen zufolge Hisbollah-Kämpfer nach Afrin gehen werden:

    Diese Kräfte können den Konflikt in Afrin nicht beenden, sondern Afrin nur bei der Verteidigung helfen. Aber die neu ankommenden Kräfte verändern natürlich auch das Kräfteverhältnis in Afrin selbst.

    3. Und schließlich gibt es Verhandlungen darüber, dass die syrische Armee in den Bezirk Afrin einrückt. Diese Verhandlungen werden zwischen der syrischen Regierung und der YPG geführt, aber auf zwischenstaatlicher Ebene von Russland auch mit der Türkei abgestimmt. Ziel dieser Verhandlungen ist es, dass die Präsenz der syrischen Armee in Afrin so stark wird, dass die Türkei die Bedrohung durch die YPG aus Afrin als nicht mehr gegeben ansieht und den Krieg gegen den Bezirk Afrin deshalb einstellt. Diese Verhandlungen haben bisher jedoch kein Ergebnis hervorgebracht, da die YPG nicht soviel Kontrolle an die syrische Armee abgeben will, dass dies die Türkei zufrieden stellen würde. Den aktuellen Verhandlungsstand dazu aus türkischer Sicht findet man zum Beispiel hier:

    “If the regime [Syrian forces] enters [Afrin] to clear out the YPG, then there is no problem. If they are entering to provide protection to the YPG, then no one can stop Turkey or Turkish soldiers,” Cavusoglu said.

    https://southfront.org/turkey-threatens-attack-syrian-army-enters-afrin-support-ypg/

    In der gegenwärtigen Berichterstattung werden diese drei unterschiedlichen Sachverhalte munter durcheinandergemixt, so dass es da zu vielen Missverständnissen kommt. Das wurde gerade auch in einem Artikel auf Sputnik Deutsch thematisiert:

    https://de.sputniknews.com/politik/20180219319608689-kurden-ypg-syrien-afrin-tuerkei/

    Ich hoffe, das hilft etwas dabei, die Verwirrungen zu lichten.

    1. Die Lage ist in der Tat sehr verwirrend, deshalb Danke an PB für die Erklärung.

      Ich vermute, dass die syrische Regierung die Kurden hat zappeln lassen und wie es aussieht, zieht ja nicht nur die syrische Armee nach Afrin.

      Ich erinnere mich, dass die Türkei ausdrücklich verlautbaren liess, dass sie die syrische Armee nicht angreifen wird.

      Im Zusammenhang mit dem Artikel von Karin Leukefeld, in dem sie schrieb, dass türkisches Militär und Wirtschaft von Ankara fordern, dass Syrien wieder die Kontrolle über die Grenze bekommen soll, könnte ich mir vorstellen, dass sich die Türkei allmählich zurückziehen wird und dann die YPG im Gegenzug die Waffen an die syrische Armee geben wird. Das wäre für alle Seiten ein gesichtswahrender Schritt und hoffentlich kommt es dazu, ohne weitere verlustreiche Gefechte.

      Die Türkei hat ebenfalls nicht wenige Opfer unter den Streitkräften zu beklagen und sicher kein Interesse an einer Ausweitung der Kampfhandlungen und vielleicht war dies die ganze Zeit der Plan: zuerst wird die türkische Übermacht erfolgreich Gebiete einnehmen und die YPG wird erkennen, dass sie keine Chance hat, um dann um Hilfe von Damaskus zu bitten. Die Türkei, dann von der Position der Stärke, kann sich zurückziehen und der syrische Staat übernimmt. Wenn es so gewollt war, ist es ein genialer Plan.

      1. Demeter

        Ich glaube nicht, dass die Türkei sich aus dem Afrin-Bezirk schneller zurückziehen wird als aus dem Korridor Azaz-Al Bab-Jarabulus. Die Türkei wird so einen Rückzug irgendwann machen müssen, aber das kann noch Jahre dauern.

        Was die nahe Zukunft des Bezirks Afrin angeht, so kann man das, glaube ich, anhand dieser Wikipedia-Karte am einfachsten erklären:

        https://en.wikipedia.org/wiki/Template:Syrian_Civil_War_detailed_map

        Alles, was da im Afrin-Bezirk gelb ist, wird demnächst entweder grün oder rot werden. Rot wird es, wenn die YPG die Kontrolle an die syrische Armee abgibt, grün wird es überall da, wo die YPG beschließt, zu kämpfen. Gelb wird da jedoch in einigen Monaten mit ziemlicher Sicherheit nichts mehr sein.

        Und das gleiche Prozedere wird sich dann über die nächsten Monate, vielleicht auch Jahre, entlang der ganzen türkischen Südgrenze bis zum Iran wiederholen. Gelb wird da nichts bleiben, die Frage ist bloß, ob es, bevor es rot wird, nochmal grün auf der Karte wird.

      2. „Alles, was da im Afrin-Bezirk gelb ist, wird demnächst entweder grün oder rot werden….“

        es geht nicht um Afrin.
        Es geht um den Norden von Syrien bzw um die Farbe Gelb und die star and stripes dort.

        Aber sonst 100% richtig
        Aber ich bezweifle immernoch, dass das so geräuschlos über die Bühne geht

        In 1 -2 Wochen wissen wir mehr

      3. Wa

        Es geht um den Norden von Syrien bzw um die Farbe Gelb und die star and stripes dort.

        Richtig, und mehr noch. Das Problem zieht sich von Nordsyrien weiter bis in den Nordirak. Schau, was ich geschrieben habe:

        Und das gleiche Prozedere wird sich dann über die nächsten Monate, vielleicht auch Jahre, entlang der ganzen türkischen Südgrenze bis zum Iran wiederholen. Gelb wird da nichts bleiben, die Frage ist bloß, ob es, bevor es rot wird, nochmal grün auf der Karte wird.

        Und, nein, in zwei Wochen werden wird kaum mehr wissen und das wird auch nicht geräuschlos über die Bühne gehen, sondern richtig knallen, gerade auch im übetragenen Sinne weltpolitisch. Wenn alles funktioniert, werden am Ende Damaskus und Bagdad wieder die volle Kontrolle über ihr Staatsgebiet haben, die NATO die Türkei als Mitglied verloren haben, es wird mit Moskaus Segen der Kern eines neuen regionalen Sicherheitsbündnises bestehend aus zunächst Syrien, Türkei, Irak, Iran, Libanon und Katar (später erweiterbar um beispielsweise Jordanien und Palästina) entstehen und Netanjahu bekommt beim Blick auf die durch die von ihm angezettelten Kriege geschaffene Landkarte einen Herzinfarkt.

    2. ,,Diese Verhandlungen werden zwischen der syrischen Regierung und der YPG geführt, aber auf zwischenstaatlicher Ebene von Russland auch mit der Türkei abgestimmt. Ziel dieser Verhandlungen ist es, dass die Präsenz der syrischen Armee in Afrin so stark wird, dass die Türkei die Bedrohung durch die YPG aus Afrin als nicht mehr gegeben ansieht und den Krieg gegen den Bezirk Afrin deshalb einstellt. “

      Das ist der Punkt.
      Wenn die Kurden irgendwann mal die Einsicht bekommen muss sich Assad , Russland und Türkei einigen und GARANTIEREN.
      Da wird Assad und Russland nur mitmachen wenn die USA rausfliegen und Assad die Kontrolle über alle Teile Syriens bekommt.
      So gesehen ist der türkische Einmarsch eigentlich willkommen.

  11. Übrigens, liberalzionistische Möchtegern-Weltherrscher planen gerade die Wiederaufrichtung des US-zionistischen Empires nach einer Abwahl von Trump 2020:

    How the System Can Endure

    https://thecsspoint.com/the-world-after-trump-by-jake-sullivan/

    Das Programm der Clintonisten ist im Grunde simpel: Trump loswerden und dann nieder mit China, Russland und Iran… ich glaube, da kann es einem vor Grausen kalt den Rücken runterlaufen.

    (Der Autor des Stückes, Jacob Jeremiah Sullivan, war im Falle eines Wahlsieges von HRC übrigens als ihr Nationaler Sicherheitsberater vorgesehen gewesen.)

    1. Kleine Zusammenfassung – so wie ich die Seifenoper lese:
      „The passing of U.S. dominance need not mean the end of U.S. leadership.“

      Immerhin gibt er zu dass das Imperium tot ist. Er möchte nur das die USA Führer der neuen multipolaren Welt werden. Er sagt sogar das es ein Fehler der USA war das chinesische AIIB zu boykottieren – statt dessen hätten die USA ihren „Fußabdruck“ hinterlassen müssen.

      Putin hassen sie wie die Pest – ein Konflikt ist unvermeitlich. Auch mit China. Allerdings muss der Weltfriede gewahrt bleiben.

      Bezüglich Russland, China schlägt er vor „das man etwas machen müsste“ aber er weiß nicht was. Beim Iran und im nahen Osten hegt er die Hoffnung dass das alte „Teile und Herrsche“ evtl. funktionieren könnte.

      Also – wenn das mein Berater wäre: Ich hätte ihn jetzt gefeuert!

      1. Helm ab

        Der ganze Artikel ist eine Kriegserklärung an die Welt. Sullivan will nicht für das Wohlergehen der Menschen sorgen, sondern dass „das System“ oder „das internatonale System“ bestehen bleibt. Und er macht ganz klar, dass er damit nicht meint, dass das ein System gleichberechtigter Staaten sein soll, wie es in der UNO vereinbart wurde, sondern die mit Krieg und anderen Zwangsmitteln erlangte US-Dominanz, die er nur bereits so geschwächt sieht, dass er sie zukünftig nicht mehr Dominanz, sondern Führerschaft nennen will, aber sonst – bei kleinen Anpassungen – alles beim alten, der US-Weltherrschaft bleiben soll.

        Die Verweigerung, anderen Ländern auf Augenhöhe begegnen zu wollen, ist hier aber nicht nur die bekannte widerwärtige US-Arroganz, sondern das sind angesichts dessen, dass Länder wie China die USA gerade wirtschaftlich überflügeln, Rezepte für einen umfassenden Weltkrieg.

        Zu China schreibt Sullivan zum Beispiel:

        „Selbst in Bereichen, wo China signifikante Schritte unternommen hat, wie im südchinesischen Meer, haben die USA und ihre Verbündeten immer noch die Kapazität regionale Vorrechte zu schützen…“

        Sprich: die USA soll die US-Navy und US-Lakaien auf Kriegskurs mit China bringen, um regionale US-amerikanische „Vorrechte“ zu sichern.

  12. Liebes PB,

    leider habe ich noch nicht so langjährige Erfahrung dabei diese FP Strategiepapiere allumfassend zu interpretieren. Du hast gewiss Recht mit der Augenhöhe und Zwangsmaßnahmen. Nur einen heißen 3. WK habe ich eben da nicht herausgelesen – eher ein: Noch haben wir Möglichkeiten…

    Wie dem auch sei – brandgefährlich, stimme da absolut zu.

    Worauf können wir denn hoffen – bezüglich USA?
    1.) 2. Amtszeit von Trump – Hitlarys Kriegskurs war trotz medialem Dauerfeuer dem amerikanischem Volk suspekt. Das wird auch zukünftig so sein.
    2.) Vollendete Tatsachen (Abfall mancher Vasallen) durch die verlorene Zeit der Globalisten
    3.) Im Erstfall: Plan B der Nationalisten in USA: Spaltung der USA & Bürgerkrieg.
    4.) Sabotage wie in der Vergangenheit: US Kriegsschiffe werden durch Tanker versenkt.

    zu 3.: Einige Multipolaristen waren wohl schon zu Trumps Wahlsieg der Ansicht das Hitlary besser gewesen wäre – um den Laden schneller gegen die Wand zu fahren, vielleicht steht das ohnehin bevor, denn irgendwann müsste man dem MIC (auch Trump) ja mal mitteilen das die letzte Bilanz die höchste war und ab jetzt gespart wird.

    Ich hoffe das die Globalisten das begreifen bevor New York zu Asche wird.

    1. Helm ab

      Ich will damit nicht sagen, dass es zu einem umfassenden nuklearen Weltkrieg kommen würde, wenn Sullivan und seine Kamerad(inn)en die Wahl 2020 gewinnen. Da gibt es hoffentlich schon noch Wege, das zu verhindern. Aber Sullivan arbeitet seit Jahren konsequent in Richtung Kriegsausweitung, immer mehr Druck aller Art einschließlich militärischer Art.

      Im Ergebnis der Jahre, wo HRC, Sullivan und Co unter Obama an der Macht waren, gab es Hunderttausende von Toten, und Leute wie Sullivan haben nichts daraus gelernt, wollen immer mehr Druck, Konfrontation und immer mehr Krieg.

      Dabei geht es ihnen nicht um das Wohl der Menschen, sondern um „das System“ – US-zionistische Dominanz oder jetzt US-Führerschaft über die Welt. Der Hintergrund, den Jacob Jeremiah Sullivan dabei nicht anspricht, ist, dass einflussreiche Zionisten globale US-Führerschaft für ein wachsendes Israel für unverzichtbar wichtig halten, und es ihnen dabei gleichgültig ist, wie viele Millionen Tote sie mit ihren Strategien der Aggression verursachen.

      1. Liebes PB,

        ok – besten Dank für Deine Klarstellung – und wie siehst Du das mit dem MIC?

        Meiner Meinung nach muss Trump den Etat erhöhen – sonst ist er morgen Toast. „Kein zusätzlicher Feind“ wird er sich gesagt haben. Erst muss er die Administration reinigen und einen verlässlichen Staat schaffen auf dem er bauen kann. Den hinter sich kann er auch den MIC kürzen. Das Nunez Memo kann nur ein (schwacher) Anfang gewesen sein.

        Ich meine man sieht ja, die Nationalisten sind dran – aber ich würde mir wünschen man könnte da mal ein bisschen mehr auf die Tube drücken.

        Wir sollten übrigens hier in Europa nicht lang glotzen, sondern auch mal anfangen. Das dieses Dr*****ück von Sullivan die Europäer lobt sollte Warnung genug sein.

  13. Helm ab

    Das Militär ist die wichtigste Kraft hinter Trump, da wäre Trump mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn er diese Kraft mitten im innen- und außenpolitischen Krieg durch Kürzungen schwächen würde. Logischerweise kürzt Trump da die Mittel, wo die Hochburgen seiner Gegner sind: zum Beispiel im Außen- und Umweltministerium. Man kann es sogar andersherum sehen: Trump ist ein ziviles Gesicht, ein begabter Showman, für ein Militärregime, das hinter Trump die Fäden in der Hand hält.

    Der mächtige Gegner von Trump, dem Militär und dem MIC ist die Israel-Lobby, AIPAC, Conference of Presidents, dahinterstehende zionistische Wall-Street-Milliardäre und angeschlossene Propaganda-Organe von CNN über NYT bis Facebook, über die Israel seit Jahrzehnten die Außenpolitik der USA bestimmt und die USA in einen Krieg nach dem anderen für Israels Interessen treibt. Sullivan war zuletzt der au´ßenpolitische Top-Stratege der Vertreter der Interessen Israels, weshalb er nicht nur ins seit Jahrzehnten von der Israel-Lobby dominierte Außenministerium kommen sollte, sondern den strategischen Top-Job als HRCs nationaler Sicherheitsberater.

    Im Kern dreht sich der Konflikt geopolitisch gesehen darum, ob die Macht in der Welt zukünftig unipolar (unter dem US-zionistischen Joch) oder multipolar (unter verschiedenen selbtsändigen Machtpolen aufgeteilt und regelbasierend kooperierend und konkurierend) verteilt sein wird. Meine Einschätzung ist, dass das US-Militär die Kriege für Israel satt hat, und im Rahmen seiner Möglichkeiten auf die Befreiung der USA vom zionistischen Joch und eine multipolare Welt hinarbeitet. Sullivan und die hinter ihm stehenden Kräfte wollen hingegen „das System“ des unipolaren globalen US-zionistischen Jochs unbedingt erhalten, soweit es nur geht. Das kommt in dem Strategiepapier von Sullivan auch sehr deutlich, völlig unverblümt zum Ausdruck.

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