Syrische Armee nimmt Hügel im Nordosten der Provinz Hama ein

Wie die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA berichtete, hat die syrische Armee im Kampf gegen die Terrorgruppe ISIS am gestrigen Dienstag im Nordosten der Provinz Hama einen „strategisch“ wichtigen Hügel eingenommen, von dem es eine weite Aussicht und einen Überblick über das Dorf Rasm Al Dahl gibt.

Inoffiziellen Quellen zufolge hat die syrische Armee das Dorf Rasm Al Dahl anschließend auch gleich eingenommen. Die Lagekarte der Gegend würde damit nun wie folgt aussehen:

Die syrische Armee rollt also die ISIS-Tasche um das Drei-Provinzeneck Hama, Idlib und Aleppo weiter von Süden auf. Von der Front in und um Abu Dhuhour etwas weiter nördlich gab es am Dienstag keine Nachrichten über neu eingenommene Orte, jedoch hat Al Masdar News ein erstes Video aus der inoffiziell bereits von der Armee aus der Hand von Al-Kaida-Terroristen eingenommenen, aber offiziell noch nicht für befreit erklärten Stadt Abu Dhuhour veröffentlicht. SANA berichtete ansonsten in seiner Meldung zum Kampfgeschehen am Dienstag noch, der syrischen Armee sei es in der Provinz Deir Ezzor in der Tiefe der Wüste nahe Al Mayadeen gelungen, fünf gepanzerte und mit MGs bewaffnete Fahrzeuge der Terrorgruppe ISIS zu zerstören, wobei die Besatzung getötet worden sei.

Von der Invasion der Türkei und ihrer Jihadi-Hiwis in den augenscheinlich von kurdischen YPG-Kräften beherrschten nordwestsyrischen Bezirk Afrin wurde am Dienstag berichtet, dass es der Türkei und ihren Proxies gelungen sei, das im Westen der Afrin-Tasche gelegene Dorf Khalil einzunehmen. Auf einer Karte sieht die Lage in der Gegend damit wie folgt aus:

Die Türkei und ihre Proxies sind damit von Westen her rund fünf Kilometer tief in den Bezirk Afrin eingedrungen, müssten aber, um von dieser Front bis zur Stadtgrenze von zu kommen, noch rund 19 weitere Kilometer zurücklegen. Wenn die Türkei und ihre Proxies in dem Tempo wie bisher weitermachen, so dauert es also vermutlich noch mehrere Wochen, bis sie an der Stadtgrenze von Afrin sind. Die YPG in Afrin scheint es deshalb in Verhandlungen mit der syrischen Regierung um Beistand nicht eilig zu haben. Der aus Sulimaniyah im Nordirak sendende kurdische TV-Sender NRT meldete am Dienstag, dass die syrische Regierung mit der YPG in Afrin nach wie vor keine Einigung über die Bedingungen zur Statioonierung syrischer Truppen im Bezirk Afrin erzielen konnte, um die türkische Invasion zu beenden, weil es nach wie vor Differenzen über den Umfang und das Ausmaß der Ausübung von syrischen Hoheitsrechten durch syrische Regierungstruppen gibt, und Vorschläge seit längerer Zeit ohne erkennbaren Fortschritt auf dem Tisch liegen. Aus dem weiter östlich in der Provinz Aleppo gelegenen Bezirk Manbij wurde unterdessen gemeldet, dass die türkische Luftwaffe dort am Dienstag Abend mal wieder einen Luftangriff auf eine YPG-Position geflogen hat, obwohl es in der Gegend nach wie vor Truppen ihres NATO-Partners USA gibt.

Die seltsame Geschichte des türkischen Militärkonvois, der am Montag Abend von der türkischen Grenze aus durch den von Al-Kaida-Terroristen beherrschten Westen der syrischen Provinz Aleppo in Richtung Al Eis an der Südwest-Aleppo-Front mit der syrischen Armee aufgebrochen war, ging am Dienstag mit einer Explosion am aufgrund von Kampfhandlungen auf halber Strecke hängengebliebenen Konvoi weiter.

Während westliche Hasbara-Sender, offenbar in der Hoffnung auf die Zerstörung der rusisch-türkischen Beziehungen, unter Berufung auf das britische Terror-Propaganda-Outlet SOHR meldeten, der türkische Konvoi sei von syrischen Regierungstruppen beschossen worden, bestritt die syrische Armee, den Konvoi attackiert zu haben. Nach der Explosion am Konvoi meldete die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu, der Konvoi habe in Übereinstimmung mit dem Astana-Abkommen einen Beobachtungsposten errichten wollen, sei jedoch von Terroristen mit einer Autobombe attackiert worden, wodurch ein ziviler türkischer Begleiter des Konvois sein Leben verloren habe und ein türkischer Soldat sowie ein weiterer ziviler türkischer Begleiter des Konvois verletzt worden seien. Nach dem Bombenanschlag meldeten Terroristen nahestehende Webseiten, dass der türkische Militärkonvoi sich in die Türkei zurückgezogen habe.

Im russischen Ferienort Sochi ist am Dienstag unterdessen die große Dialogkonferenz zu Syrien zu Ende gegangen. Für Aufmerksamkeit hat dabei gesorgt, dass von der Türkei kurzfristig herangeschaffte Vertreter von in Syrien aktiven Terrorgruppen nach ihrer Ankunft in Sochi auf dem Flughafen einen Sitzstreik machten, um damit dagegen zu protestieren, dass es für sie keine Reservierung in einem Fünf-Sterne-Hotel gab und auf dem Flughafen von Sochi zwar Flaggen von Syrien, nicht jedoch die Flaggen ihrer Terrorgruppen zu sehen waren.

Während die sitzstreikenden Terroristen-Repräsentanten den Rückflug antraten und sich auf der Konferenz von der türkischen Delegation vertreten ließen, beschlossen die Teilnehmer an der Dialogkonferenz in einer Abschlusserklärung unter anderem, dass auch zukünftig die territoriale Integrität Syriens bestehen bleiben soll und dass eine aus 150 Personen bestehende Diskussionsgruppe für die Überarbeitung der syrischen Verfassung bei Begleitung durch die UNO gebildet werden soll. Der als Beobachter anwesende UNO-Sondergesandte für Syrien, Staffan de Mistura, lobte die Annahme der Abschlusserklärung der Dialogkonferenz in Sochi in einem Zwischenruf lautstark.

Nachtrag 10:15h: Bei den jüngsten Sanktionen der USA gegen Russland ist etwas ungewöhnliches geschehen. Sputnik berichtet:

Unbekannter Beamter soll Kreml-Liste in letzter Minute geändert haben – US-Experte

… „Irgendein hochrangiger Beamter – keiner weiß, wer es war — hat in letzter Minute die Arbeit der Experten verworfen und stattdessen die Namen der Top-Beamten aus der Präsidentenadministration und der Regierung Russlands und noch weiterer 96 russischer Milliardäre aus der Forbes-Liste eingetragen“, hieß es in Aslunds Beitrag auf der Website des Atlantic Councils. …

Demnach sei das US-Sanktionspaket CAATSA zur „Bekämpfung von Amerikas Gegnern“ zu „ineffizienten und schnöden Sanktionen der USA gegen Russland“ geworden. Dieser „Auszug aus dem Telefonbuch des Kremls“ werde die politische Elite rund um den Präsidenten Wladimir Putin vereinen, wogegen die Autoren des Gesetzes diese Elite eigentlich hätten spalten wollen, so Aslund. Er wies außerdem darauf hin, dass einige Geschäftsleute aus der russischen Forbes-Liste Bürger anderer Staaten seien und die US-Behörden keinerlei Beweise für jegliche gesetzwidrige Handlungen ihrerseits gefunden hätten.

Allerherzlichst. Man könnte fast meinen, Donald Trump gefällt die ihm von AIPACs Kongress mit großer überparteilicher Mehrheit aufgedrückte weitere Sanktionierung von Russland nicht wirklich.

15 Gedanken zu “Syrische Armee nimmt Hügel im Nordosten der Provinz Hama ein

  1. Was den „Vormarsch“ der türkischen Einheit und deren Schlussfolgerungen angeht, sollte Geduld und Wachsamkeit regieren. Zweifellos ist dieses Manöver ein wenig nebulös, was daran zu erkennen ist, dass hüben wie drüben die Nachrichtenlage wechselt.
    http://breakingnews.sy/ar/article/98550.html
    In seinem neuesten Bericht dazu gibt BNS an, dass nach einem Stopp des Konvois gestern durch syrische Artillerie (!), ein präparierter Laster mit türkischen Kennzeichen am Stadtrand von Attareb schließlich 3 türkische Soldaten tötete und die ganze Kolonne zur Umkehr veranlasste.
    Wer diesen Laster platzierte und warum dieser Konvoi so tief in Richtung Aleppo unterwegs war sowie die Frage, mit wem und ob überhaupt ein vorheriges Abkommen mit den Russen und Syrern über die Route verhandelt wurde, bleibt zunächst mal außerhalb jeglicher belegbarer Antwort.
    Ich glaube, dass die Türken eine Vereinbarung mit den Russen getroffen haben, die 1). nicht von den Syrern gedeckt war und 2). in der Weise geographisch auch nicht mit den Russen…
    Die syrische Akte schlägt immer wieder neue Kapitel auf, die deutlich aufzeigen, wie verworren und verflochten die Interessen der einzelnen Parteien sind.

    1. Leider gibt es keine präzise Karte der einzelnen Zonen.

      Al Eis gehört jedoch meiner Erinnerung nach nicht zur türkischen; also ich würde die jedenfalls nicht quasi offiziell dahin lassen.

      Selbst die türkische Variante, dass es kurdische Kämpfer waren, ist nicht auszuschließen; aber klar ginge das nur mit Unterstützung von syrischer Seite.

      Und das Szenario, dass die „richtigen“ „Rebellen“ damit ihre Begeisterung über die Deeskalationszonenüberwachung ausdrücken wollten, ist auch nicht gänzlich unplausibel.

      deinen 1 und 2 stimme ich jedenfalls zu

      1. Hier im Parteibuch wurde am 13. oder 14.09. 2017 eine Karte der verschiedenen Zonen nach Astana veröffentlicht. Danach gehörte die M5 bis kurz vor Aeppo zu der russischen Zone. Ich weiss aber, ob diese Karte nochmal verändert wurde.

        Der strategisch wichtige Hügel Al Eis in türkischer Hand wäre schon eine bittere Pille gewesen.
        Es ist klar, dass das Astana Format halten muss und dass es ohne Zugeständnisse an Erdogan nicht geht. Scheinbar sind auch nur die Türken in der Lage , die Lieblingsterroristen des Westens
        von ihren Herren aus Saudi arabien abzuwerben und unter ihre Kontrolle zu bringen, aber Al Eis
        sollte doch an Syrien oder Ru gehen.

        Al Eis aber beherrscht den südwestlichen Zugang nach Aleppo.
        Die Tiger sind schon auf dem Weg nach Nordwesten. Es ist also noch alles möglich.

        Was bisher zu hören war aus Sotchi ist ja erfreulich, vielleicht kommt ja noch ein Bericht dazu.

      2. ulrich

        Man kann das auch anders auffassen als als den türkischen Versuch einer Blockade einer syrischen Offensive in Richtung Fua und Kafriya. Ich könnte mir auch vorstellen, dass türkische Militärbeobachter zur Flankensicherung der syrischen Armee bei einem geplanten Vorrücken auf Saraqib auf dem Hügel Al Eis stationiert werden sollten. Von dem Hügel Al Eis kann man nämlich fast bis Saraqib schauen – und natürlich auch mit schwerer Artiellerie schießen. Wenn auf dem Hügel Terroristen sitzen, könnten die der Armee bei einer Umfassung von Saraqib in Vorbereitung eines Sturms damit praktisch in den Rücken schießen. Robust ausgerüstete türkische Beobachter auf dem Hügel Al Eis hätten das möglicherweise verhindern können und sollen.

        Nun, wo es aufgrund der Schwierigkeiten mit dem Konvoi keine türkischen Beobachter auf dem Hügel Al Eis geben wird, sieht es möglicherweise so aus, dass die IRGC die Erstürmung des Hügels vorbereitet.

  2. ***
    @watanisy 1 Std.Vor 1 Stunde

    army captured Buraghayti – Judaydah – Dhahabiyah – Salihiya – Tuwayl al-Halib – Air Defense Base – Tall Khatrah – Sukariyah , north and west abu al-duhur town , idlib

    watanisy @watanisy 9 Min.Vor 9 Minuten

    army continue to advance and capture Masadah – Jabal Tawil – al-Khifa – Qalaat Mirza , idlib
    ***

    Deutlicher Schub von Abu Duhur aus in Richtung Nordwesten, da kommt irgendwann Saraqib.

    Ist der Kurzurlaub der Tiger schon vorbei?
    Vor Sotschi etwas kürzer zu treten war aus russischer Sicht sicher naheliegend; wenn das ein Wunsch war, dann hat sich die syrische Seite ganz knapp dran gehalten, und geht nun weiter vor.

    1. Auch von Südaleppo aus Bewegung, und vom Süden aus weiter in die IS-Tasche.

      Sieht wirklich aus wie „Sotschi-Urlaub“, der jetzt zu Ende ist.

      Mal sehen wann die Türken es mit einem zweiten, besser abgesprochenem Konvoi versuchen; letztlich wird es irgendwo eine festgelegte Linie geben, an der es quasi zum Händeschütteln (russische Zone, türkische Zone) kommen sollte früher oder später.

      1. andreas

        Der Handschlag könnte ausfallen. Wenn ich die Ereignisse mit dem Konvoi richtig einschätze, dürfte die Türkei gerade überrascht festgestellt haben, dass sie sich in „ihrem“ Teil der Deeskalationszone nicht bewegen kann. Es mag sein, dass die Türkei da noch einen zweiten Versuch mit einem Konvoi startet, aber rechnen würde ich damit eher nicht.

        Die Türkei dürfte damit außerstande sein, ihren Teil der Astana-Abmachung zu erfüllen, und Iran, Syrien und Russland werden da ran müssen. Dabei sielt es im Grunde keine Rolle, wer die dafür verantwortlichen unbekannten Personen letztlich wirklich sind.

      2. So blöd wird die syrische Regierung nicht sein, einem türkischen Besatzerkontigent die Hände zu schütteln.

      3. Gibt es nicht ein arabisches Sprichwort, dass man eine Hand schüttelt, wenn man sie nicht abhacken kann. Genau diese Art des Händeschüttelns wird es geben, aber vorerst werden weiter Hände abgetrennt, modern versteht sich, am liebsten per Knopfdruck, wir leben ja nicht mehr im Mittelalter!

  3. Das „Sochi congress final statement affirms full commitment to Syria’s territorial integrity“
    und die Änderungen an der Sanktionsliste sind m. E. die wichtigsten und besten Nachrichten. So verworren die Linien auch zwischendurch sind (oder zu sein scheinen), zeigen sie m. E. eine Art „roten Faden“.

  4. hört hört.
    ***
    Abdullah Bozkurt‏ @abdbozkurt

    MORE CHEST-THUMPING: Turkish president #Erdogan’s chief aide Yigit Bulut asks the US to stop sending its dogs and instead face #Turkey by itself, claims the US has no strength to fight against #Turkey in the region.
    ***

    Verbal entwickelt es sich schon mal gut…

  5. Hallo PB,

    je länger das mit den Türken da in Afrin dauert um so mehr komme ich zu der Uberzeigung das die Türken nicht wirklich nach Afrin wollen.

    Seht Euch Euch doch mal die Karte an:
    https://www.google.com/maps/place/Afrin,+Syria/@36.484816,36.9296678,11z/data=!4m5!3m4!1s0x152f93f987fca169:0xedd9b3393ae9421b!8m2!3d36.5123956!4d36.8653107!5m1!1e4?hl=en

    Wenn ich nach Afrin will gibt es für die Türken drei Möglichkeiten.
    Über Hemamê und Cindirêsê die 217 lang.
    Von A’zaz und 214 auf die 217.
    Und von Rajo via Rajo Rd nach Afrin. Dieses scheint militärisch aber auch verkehrstechnisch die anspruchsvollste Route zu sein. Hier ausgerechnet kämpfen die Türken?
    Aus den anderen Richtungen insbesondere aus Hemamê, dieses ist die „leichteste“ Route passiert gar nichts, aus Azaz auch nicht.

    Die 217 aus Richtung Süden ist wie geschaffen für eine Panzerkolonne mit Luftunterstützung von Hubschraubern und Flurzeugen 25 Kilometer bei Mut und Willen an einem Tag zu schaffen!

    Auf der Karte auch schon zu sehen, dort wo die Türken über die Grenze sind haben sie die Berge in Richtung Afrin, gleich hinter der türkischen Grenze, noch nicht einmal betreten.
    Und gute Straßen zum Ziel gibt es da auch nicht.

    Kein konzentrierter Angriff der Türken aus den 3 Richtungen heißt die wollen nur spielen.

    Oder die haben ihre wirklichen Militärs alle ins Gefängnis oder in den Urlaub geschickt.

    Das wird wohl nichts mit Großtürkei.

    Gruß Paule

    1. Paule

      Dass die Türkein Afrin quasi mit angezogener Handbremse kämpft, hat Robert Fisk am Montag aus Afrin auch berichtet, wie wir das hier gestern auch diskutiert haben. Fisk schreib, ein Offizieller der YPG habe seine Meinung geteilt, dass die Türkei binnen einer Stunde in Afrin sein könnte, wenn sie das wollte und entsprechende Ressourcen, die sie hat, dafür einsetzen würde. Weiter schrieb er, dass die Türkei bis dato keinen einzigen Luftangriff auf Ziele in der Stadt Afrin geflogen hat, das s das Leben in Afrin ganz normal seinen Gang geht und russische Militärbeobachter da trotz offiziellen Abzugs tagsüber durch die Gegend fahren, und sich anschauen, was die Konfliktparteien so treiben.

      Offenbar ist die Zielsetzung der Türkei anders als ein schneller Sturm von Afrin.

      PS: Ich könnte mir da vornehmlich zwei Ziele vorstellen: die Schwächung der Jihadis in Idlib, um der syrischen Armee dort ein Vorrücken zu erleichtern, und die Herbeiführung eines Stimmungsumschwunges in Afrin zugunsten einer Präsenz der syrischen Armee dort. Die Erfolge der syrischen Armee heute sprechen bezüglich des ersten Zieles eine klare Sprache. Und mir scheint, dass es trotz der anhaltenden Sturköpfigkeit separatistischer Kurden in Afrin auch beim zweiten Ziel Fortschritte gibt. Hevi Mustafa, Mitvorsitzende des PYD-Kantons Afrin, hat zum Beispiel vor zehn Tagen im Zio-Blättchen WaPo die syrische Regierung noch als „Assads Regime“ beschimpft und in den USA um eine „Flugverbotszone“ gebettelt, doch gestern hat sie bei Sputnik bekanntgegeben, dass sie nun die syrische Regierung darum bittet, die syrische Armee nach afrin zu schicken, um Afrin gegen die Türkei zu verteidigen. Die YPG ist nach wie vor dagegen, dass die syrische Armee nach Afrin kommt, aber ein gewisser Stimmungsumschwung zugunsten der syrischen Regierung scheint mir in Afrin trotzdem nicht von der Hand zu weisen zu sein.

      1. Die „Abrüstung“ von Dschihadisten, für die man nach Astana keine gute Verwendung mehr hat, ist ein wichtiges Ziel. Man hat sie ja nicht einfach nur bezahlt, das könnte man dan einfachlassen, sondern hat das ganze extrem Aufgeladen mit „Werten“, „Dschihad“, „Kalifat“etc; das kriegt man nicht einfach aus dem Kopf wieder raus. Und auch die Türkei ist ja beileibe kein Kalifat, also prinzipiell ein Ziel solcher Milizionäre, wenn sie aus Syrien rausfliegen.

        Wenn dabei auch YPG-Kräfte abgerüstet werden, ist das doch eine doppelter Nutzen für die Türken.

        Und klar, auch eine ordentliche Präsenz von ordentlichen Regierungstruppen an der Grenze ist im Interesse der Türkei, im Vergleich zu kurdischen Kräften mit besten Beziehungen zur PKK.
        (dass die Türken eine Einigung mit ihren Kurden bräuchten, steht auf einem anderen Blatt)

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