Auch neunte Runde von UNO-Gesprächen zu Syrien weitgehend ergebnislos

Auch die von der UNO in Wien organisierte neue Runde von Gesprächen syrischer Regierungsvertreter mit dem UNO-Sondergesandten Staffan de Mistura, während zur gleichen Zeit Repräsentanten einiger der von Saudi Arabien und Israel unterstützten Terroristen in Syrien ebenfalls in der Stadt weilten, verlief weitgehend ergebnislos.

Saudi Arabien, die USA, Britannien, Frankreich und Jordanien schlugen in einem informellen Papier, auf das sie sich Mitte Januar geeinigt hatten, vor, den syrischen Präsidenten Assad dadurch zu entmachten, dass seine Kompetenzen weitgehend auf den Regierungschef übertragen werden. Die Delegation der syrischen Regierung wies dieses Ansinnen der Terrorpaten umgehend brüsk zurück.

Schließlich wurde es dann von Propagandaschleudern der Terrorpaten wie der deutschen Tagesschau als Erfolg verkauft, dass sich in Wien sowohl die syrische Regierung als auch Repräsentanten einiger der von Saudi Arabien unterstützte Terroristen dafür ausgesprochen hatten, sich zukünftig in Ost-Ghouta an einen bereits zuvor in Astana vereinbarten, aber von Terroristen ständig gebrochenen Waffenstillstand zu halten, um darauf aufbauend in Ost-Ghouta Gefangene austauschen und humanitäre Hilfsgüter liefern zu können. Anführer wesentlicher der in Ost-Ghouta aktiven Terrorgruppen erklärten daraufhin umgehend, dass sie auch zukünftig nicht beabsichtigen, sich an den in Wien bekräftigten Waffenstillstand zu halten.

Im Nachgang zu dieser neunten Runde der von der UNO organisierten „syrisch-syrischen“ Gespräche erklärten die Repräsentanten der von Saudi Arabien geführten Terroristen schriftlich, dass sie an der von Russland organisierten Dialogkonferenz in Sochi am Montag und Dienstag nicht teilnehmen wollen. Kurz darauf erklärte ihr Sprecher Yahya al-Aridi jedoch, sie wollten ihre Entscheidung über ihre Teilnahme an der Konferenz in Sochi, die sie mit 26 von 36 Stimmen gefällt hatten, erst noch treffen und auf einer Pressekonferenz am Samstag bekanntgeben. In der Zwischenzeit, so scheint es, müssen sie sich noch detaillierte Instruktionen von den wesentlichen Staatssponsoren des Terrors in Syrien holen.

Die Verhandlungen zwischen der syrischen Regierung und der YPG in Afrin haben unterdessen bislang nicht dazu geführt, dass die syrische Armee nach Afrin eingerückt ist, sodass die Türkei und ihre Jihadi-Proxies am Freitag ihre Offensivbemühungen gegen den von kurdischen YPG-Kräften beherrschten nordwestsyrischen Bezirk Afrin wieder verstärkt aufgenommen haben. Sowohl die Türkei als auch die YPG meldeten bei den Kämpfen im Bezirk Afrin am Freitag große Erfolge. Die Realität dürfte hingegen eher so aussehen, dass die Frontlinien in Afrin nach zahlreichen Toten am Ende so ziemlich die gleichen wie zuvor waren.

Die Terrorgruppe ISIS vermeldete am Freitag unterdessen Erfolge im Kampf gegen rivalisierende Terrorgruppen. Aus dem mittleren Nordwesten Syriens meldete ISIS, gegen die Terrorgruppe Al Kaida vollständig gewonnen und damit die ganze Nord-Ost-Hama-Tasche unter ISIS-Kontrolle zu haben und aus dem Süden von Damaskus meldete ISIS, nach zwei Wochen harter Kämpfe von der saudisch geführten Terrorgruppe „Armee des Islam“ den Bezirk Zain vollständig erobert zu haben.

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34 Gedanken zu “Auch neunte Runde von UNO-Gesprächen zu Syrien weitgehend ergebnislos

  1. Ein US-Kampfhubschrauber hat im Irak das Feuer auf Polizei und PMU eröffnet:

    Letzter Stand der Opferzahlen: 8 Tote, 20 Verletzte

  2. Und? Wo ist Einigung zwischen Kurden und SAA? Da in Forum werde ich kritisiert, weil ich Euphorie nicht teile welche manche Twitter ohne irgendwelche Glaubwürdigkeit verbreiten. Um noch mehr Pessimismus zu verteilen kann ich nur sagen, dass Ortschaft Al Duhur immer noch in islamistische Hand ist. Auch neue Ofensive in Ost Ghuta ist gescheitert. Wegen Schmügler und Korruption haben Islamisten genug Waffen um nächste 5 Jahre ausharren. Bei Al Tanaf haben Islamisten an gewisse Stelle ihre Teritorium um über 50 km verbreitet. Es geht nicht um Ortschaften sonder um gewisse Kontrolposten. IS Tasche Südöstlich von DEZ ist noch nicht aufgeräumt. Und noch am Schluss, hat Türkei direkte Militärhilfe an Islamisten in Al Duhur verstärkt.
    Ich sehe kein Grund um euphorisch zu sein.

    1. Erdogan schickt Militärhilfe nach Al Duhur???? Gibt es hierzu Belege?
      Das kann doch nur eine Finte sein. Ansonsten wäre es doch ein knallharter Dolchstoß gegenüber Putin.

  3. Unfassbar! :-O
    Jetzt werden sie hoffentlich sofort aus dem Irak rausgeworfen.

    Zu Genf: Dieses Kasper-Theater kann man nicht ernst nehmen, den Gesichtsverlust für die Terrorpaten nicht mehr schönschreiben.

    1. Dieses Kasperltheater (ja, das ist es) muss weitergehen. Denn nur so gibt es überhaupt noch eine politische Legitimation der westlichen Staaten über die UNO ihre Kasperle von der durch sie selbst auserwählten syrischen Opposition im Rennen zu halten. Und das wird auch so weitergehen, weil man hier – auch wenn das noch so hirnrissig klingt – den eigenen Willen zum Frieden auf schmieriger mehrfach verwendeter diplomatischer Pappe zum Besten bringen kann.

      Wenn dieser Zirkus schließen sollte, wäre das eine politische Niederlage des Westens aller erster Güte. Die diplomatische Steuerung würde vollständig, souverän, glaubhaft und durch die „Weltgemeinschaft“ nicht angreifbar an die wahren Freunde Syriens übergehen.

      Das Schicksal Syriens auf politisch-diplomatischer Ebene wird Gott sei Dank (und ich bin nicht gläubig) in Astana und Sotschi entschieden. Genf darf, wenn die UNO zwischenzeitlich nicht dermaßen degeneriert wird, dass sie völlig aus dem Rennen aussteigt, den festlichen Rahmen für einen abschließenden echten, fairen Syrien-Friedensvertrag geben.

      Herzliche Grüße, ped43z

      1. ped43z
        Genf darf, … , den festlichen Rahmen für einen abschließenden echten, fairen Syrien-Friedensvertrag geben.

        Welchen Friedensvertrag? Dazu müsste es 2 offiziell Kriegsführende Seiten geben. Israel tritt ja nicht mal offiziell als Kriegspartei auf.
        Da es auch keine Geberkonferenz geben wird. Genf ist Steuergeldverschwendung.

  4. Als Einzelpersonen wollen einige Mitglieder vom „HNC“ in Sotschis teilnehmen, wenn sie eingeladen werden, soll das folgende heißen.

    لجزيرة – عاجل‏Verifizierter Account @AJABreaking
    عاجل | مصادر المعارضة: شخصيات من الهيئة ستشارك بمؤتمر سوتشي بصفة شخصية إذا تلقت دعوة
    15:16 – 26. Jan. 2018

    Heute dürfte wohl etwas mehr kommen, oder auch noch nicht; die haben sich ja schön öfter als Drama-Queens inszeniert.

    Heute wieder eine rote Flagge, in Südaleppo; keine große Sache, aber schön, dass sie weiter auf dem Weg sind, Abu Duhur zu umfassen und letztlich zu sichern.

  5. Und noch etwas unter dem Motto: ooohh, eine Runde Mitleid.

    Elizabeth Tsurkov @Elizrael 13 Std.Vor 13 Stunden

    FSA fighter who got very sick & had to leave Efrin: „If we remain for a week in the cold & under the rain, we’ll die of illness. No one cares about us & even where we slept, there were no meals last night. The commanders don’t care about our lives.“

    Keiner versorgt die armen Freiheitskämpfer ordentlich, na da muss doch gleich die EU eine humanitäre Hilfsmission starten, richtig?

    1. andreas

      Zionisten sind im Konflikt FSA vs YPG natürlich mit Israels kurdischen Proxies und nicht mit Erdogans Proxies. Die humanitäre Hilfsmission der EU muss also die armen Freiheitskämpfer der YPG unterstützen, und die westliche Propaganda die FSA wegen mangelnder Versorgung durch Erdogan verspotten.

  6. Geostrategische Spiele

    Wenn man sich die aktuelle Politik der USA gegenüber dem Natomitglied Türkei so ansieht, drängt sich einem unwillkürlich das Bild des Elefanten im Porzellanladen auf. Diese Politik ist so offensichtlich kontraproduktiv im Sinne eines angemessenen Umganges mit einem Verbündeten, dass man hier, wie ich finde, nicht mehr von Zufall sprechen kann, denn die US-Strategen sind vielleicht böse, aber bestimmt nicht dumm.

    Bezieht man nun noch die strategische Vorgehensweise Trumps mit ein, die, wie es das Parteibuch kürzlich so treffend formuliert hatte, offenbar darauf abzielt, die gewohnte aggressive US-Politik so offensichtlich zu machen, dass sie den Widerstand auch der verbündeten Länder provoziert, könnte man doch durchaus auf die Idee kommen, dass das US-Engagement im Nordosten Syriens, insbesondere auch wegen der massiven Unterstützung der Kurden, primär gar nicht MEHR gegen Syrien gerichtet, sondern nunmehr zu einer handfesten Provokation gegen die Türkei mutiert ist.

    Wie wir alle beobachten konnten, haben sich die Türken nicht lange bitten lassen und gehen, wenn auch bisher im Schongang, nun ihrerseits gegen die Kurden im Kanton Afrin vor, wobei nicht auszuschließen ist, dass die Offensive auch auf den Nordosten Syriens ausgedehnt werden könnte. Aussagen türkischer Politiker zufolge, will man dabei auch auf US-Militärs keine Rücksicht nehmen, sollten die im Wege stehen. Das wiederum könnte die Stellungen der USA dort so unter Druck setzen, dass Trump den Abzug der US-Militärs mit der Begründung anordnen könnte, die Sicherheit des US-Personals ohne direkte Konfrontation mit dem Bündnispartner nicht mehr gewährleisten zu können und den Sicherheitsinteressen der Türken nicht im Wege stehen zu wollen. Der ganz große Knall wäre dann natürlich, wenn all diese Ereignisse schließlich in einen NATO-Austritt der Türkei münden würden. Ob das wirklich geschieht, ist ungewiss und vielleicht nicht mal erstrebenswert, denn möglicherweise kann die Türkei als „U-Boot“ in der Nato viel nützlicher sein.

    Für diese Theorie spricht m. E., dass die USA sich seit dem Putsch gegen Erdogan einen Dreck um die Interessen der Türkei scheren. Zu all dem dann noch das Gerücht zu verbreiten, eine kurdische Grenzschutztruppe u.a. auch an der türkischen Grenze aufstellen zu wollen, musste das Fass zum überlaufen bringen. Das ist so offensichtlich, dass man hier getrost Absicht unterstellen kann.

    So gesehen macht die Spaltung zwischen Kurden und Syrern geostrategisch sogar Sinn, und eine Einigung zwischen ihnen wäre tatsächlich kontraproduktiv, würde sie doch die Provokation gegen die Türkei abmildern; ganz abgesehen davon, dass die Türken schon bekundet haben, nicht gegen Syrer kämpfen zu wollen.

    Die vielfach geäußerte Befürchtung, die Türken könnten nach einem erfolgreichen Vorgehen gegen die Kurden in Syrien verbleiben, scheint mir unbegründet zu sein. Die Türkei kann es sich einfach nicht erlauben mit den Russen zu brechen. Zu groß sind die Abhängigkeiten von Russland und zu wenig wäre mit der Landnahme in Syrien zu gewinnen, wenn man es gegen das aufrechnet, was man bei einem Bruch mit Russland verliert. Beispielhaft genannt sei hier die Lieferung von preiswertem russischen Erdgas, im Bau befindliche russische Kernkraftwerke, die Lieferung russischer Luftverteidigungssysteme, aber auch eine enge Verflechtung der türkischen und der russischen Wirtschaft.

    1. leo

      Ich kann da im Wesentlichen bloß zustimmen, auch wenn ich die Gefahr durchaus sehe, dass die Türken sich möglicherweise nicht freiwillig aus Syrien zurückziehen werden. Ich schätze das jedoch im Vergleich zur US-Besatzung als das deutlich kleinere, und im regionalen Rahmen leichter lösbare Problem ein.

      Was ich da ansonsten nochmal ergänzend wiederholen möchte, ist, dass die Türkei vor wenigen Monaten Erbil und den Barzani-Clan zugunsten eines einheitlichen Irak fallen gelassen und damit den Griff nach den bald rund 700k bpd schweren Ölquellen von Kirkuk unwiderruflich aufgegeben hat. Es ist schwer vorstellbar, dass die Türkei nun für den Griff nach ein paar Olivenbaumhainen in Syrien die mit der Aufgabe des Griffes nach Kirkuk verbundenen Vorteile der regionalen Integrationsmöglichkeit aufgibt und die Nachteile einer blockierten Südgrenze in Kauf nimmt. Würde die Türkei weiter auf südliche Territorialexpansion oder neo-ottomanischer Gebietsrückgewinnung setzen, wäre es höchst unlogisch gewesen, das bereits indirekt unter türkische Kontrolle befindliche Kirkuk wieder an Bagdad auszuliefern.

      Außerdem möchte ich ergänzen, dass möglicherweise nicht alle Kräfte in den USA gezielt auf Blowback setzen. Mir scheint es vielmehr so zu sein, dass es starke politische Kräfte in den USA gibt, zumeist im Bereich der sogenannten Globalisten oder Israel-Lobby, die wirklich glauben, die fortgesetzte US-Besatzung von Ostsyrien und Unterstützung der YPG diene den imperialen Interessen der USA und Israels, und das wahlweise damit begründen, dass die Türkei sowieso schon verloren sei, dass die Türkei das Bündnis mit den USA niemals verlassen werden oder dass die USA unter Trump in der Lage seien, eine feine diplomatische Linie zu fahren, mit der es den USA möglich sei, die gegensätzlichen Interessen der Türkei und der YPG unter einen Hut zu bringen. Darauf aufsattelnd scheint es mir in den USA Kräfte im Bereich der Trump-Administration zu geben, die das Spiel zum Schein mitspielen, nur um „die feine diplomatische Linie“ zu sabotieren und die Interessen der Globalisten und Israel-Lobbyisten, die sie als ihre ärgsten Gegner sehen, gezielt vor die Wand zu fahren.

      1. „…Darauf aufsattelnd scheint es mir in den USA Kräfte im Bereich der Trump-Administration zu geben, die das Spiel zum Schein mitspielen, nur um „die feine diplomatische Linie“ zu sabotieren und die Interessen der Globalisten und Israel-Lobbyisten, die sie als ihre ärgsten Gegner sehen, gezielt vor die Wand zu fahren….“

        Zustimmung, PB, und so eine Taktik würde ja auch zu den bisherigen Aktionen Trumps passen. Das Danaer-Geschenk der Botschaftsverlegung ist ein Beispiel dafür oder auch das übertrieben-martialische Imponiergehabe gegenüber Nordkorea.

    2. @leo:

      „…Die Türkei kann es sich einfach nicht erlauben mit den Russen zu brechen. Zu groß sind die Abhängigkeiten von Russland und zu wenig wäre mit der Landnahme in Syrien zu gewinnen, wenn man es gegen das aufrechnet, was man bei einem Bruch mit Russland verliert. Beispielhaft genannt sei hier die Lieferung von preiswertem russischen Erdgas, im Bau befindliche russische Kernkraftwerke, die Lieferung russischer Luftverteidigungssysteme, aber auch eine enge Verflechtung der türkischen und der russischen Wirtschaft.“

      – Das ist ein sehr wichtiger Punkt, der m. E. nicht außer acht gelassen werden sollte. Auch wenn die Erdoganschen Wähler militärische Siege und die Herrschaft über einige km2 syrisch-kurdische Ländereien vorübergehend begeistern können, wichtiger ist den meisten ganz sicher die wirtschaftliche Lage. Von ihr ist Erdogans Zukunft wesentlich abhängiger als von einer flüchtigen Kriegseuphorie.

      1. Ich habe diese Frage schon so oft in persönlichen Diskussionen gehört und stets jegliche Verantwortung dafür abgelehnt, was die Menschen glauben oder nicht glauben. Das ist doch jedem selbst überlassen. Ich wäre vielmehr neugierig auf Deine Gegenargumente.

      2. Leo:

        Mein Gegenargument? Ich habe ein sehr kurzes Argument:

        Die Türkei begeht gerade in Afrin-Umgebung ein Völkermord. Sie sind absolut unberechtigt in Syrien.

        Das ist Geschichte der Türken. Ich schäme mich um meine Mitbürger. Vor allem, wenn Sie sagen „Ne mutlu Türküm diyene“(Man soll sich glücklich schätzen ein Türke zu sein) . Eigentlich sollte es auch heissen „Ne mutsuz Türküm diyene“ (Man sollte sich nicht glücklich schätzen ein Türke zu sein) . Vor allem nach dem Völkermord in Afrin (Wer weiß, was noch kommt?). Weil die YPG mit den Amis zusammen gearbeitet hat, heißt es nicht, dass man dort in Syrien einfallen darf. Hier in diesem Forum frage ich mich auch, was für Gesinnung herrscht? Viele oder Manche halten es für richtig, dass dort die Kurden überfallen werden dürfen. Weil dort in Afrin die Kurden falsch regiert werden, heisst nicht, dass man von außen gegen sie Krieg führen darf.. Wo kommen wir da hin? Egal ob die YPG mit Assad kooperiert oder nicht.

        Was für eine Berechtigung hat denn die Türkei dort eine Invasion zu führen? Was bitte?

        Das Ganze da unten wird noch Böse enden. Das ist nicht mehr aufzuhalten.

      3. Patriot

        „Die Türkei begeht gerade in Afrin-Umgebung ein Völkermord. Sie sind absolut unberechtigt in Syrien.“

        Ja, Politik ist ein schmutziges Geschäft und vom humanen / moralischen Standpunkt gesehen, gibt es kein Argument, dass die türkische Vorgehensweise rechtfertigt, denn noch sind die Türken von den Kurden nicht offen angegriffen worden (oder doch?).

        Trotzdem darf man aber auch nicht vergessen, dass die Russen angeboten hatten, den Kanton Afrin unter syrische Kontrolle zu stellen, eigentlich eine Selbstverständlichkeit, schließlich handelt es sich um syrisches Staatsgebiet. Dieses russische Angebot wurde aber von den Kurden abgelehnt, was man durchaus als aggressiven Akt der Kurden gegenüber Syrien betrachten kann. So kommt es, dass sich das Mitgefühl den Kurden gegenüber vielfach in Grenzen hält. Darüber hinaus wird das russische Angebot weiter aufrecht erhalten, die Kurden lehnen aber weiterhin ab.

        Das traurige daran ist, dass wahrscheinlich viele Kurden, vielleicht sogar die Mehrheit, diesen ablehnenden kurdischen Kurs gar nicht mittragen, sondern sich lieber mit den Syrern bzw. den Russen einigen würden, aber trotzdem die kurdische Politik mit ausbaden müssen.

        Aus der Sicht der Geostrategen, die das große Schachbrett im Auge haben, gibt es auf der Seite des Widerstandes gegen den Ex-Hegemon USA natürlich viele, die sich erhoffen, dass die türkische Invasion dazu beitragen wird, die Amis aus Syrien herauszutreiben, selbstredend ein strategisch wichtiges Ziel.

        Letztlich war es die Politik der USA, die im Auftrag des Großkapitals den Krieg nach Europa zurück gebracht hat, da können sich alle bedanken, die heute in Europa unter Krieg leiden. Für mich beschämend ist dabei die unrühmliche Rolle Deutschlands, nicht nur als williger Mitläufer, sondern in mancher Hinsicht auch als initiativer Aggressor. Mit Wehmut blickt man da auf die Entspannungspolitik von Brandt und sogar Kohl zurück, auch wenn Letzterer üble Schattenseiten hatten, aber kriegspolitische Initiativen der USA stets strikt abgelehnt hatte.

      4. Leo:

        Ich gebe Dir in den meisten Aussagen absolut recht. Nur, ob die kurdische Führung Fehler machen oder nicht. Oder ob die das Angebot von Russland nehmen oder nicht. Das ist doch etwas Internes. Es ist ein syrisches Problem. Was hat das mit der Türkei zu tun? Woher nehmen sich die Türken das Recht dort in Afrin unschuldige Menschen abzuschlachten? Hier hatten wir doch Bilder gesehen gehabt.
        Dort sterben nicht nur Kurden, sondern viele andere Ethnien. Mit der Türkei dort maschieren auch radikale Islamisten rein. Es sind doch die selben Leute. Die nennt man jetzt auf Türkisch „ÖSO“. Die erfinden jeden Tag neue Namen. ÖSO, IS, FSA, usw.. Ich blicke da gar nicht mehr durch.

        Du meintest, dass eventuell die Türken dort die USA rausschmeißen werden? Richtig verstanden? Sorry, ich meine jetzt Dich nicht persönlich. Wenn die Türkei die USA dort rausschmeißen will, dann sollen Sie doch direkt die amerikanische Kasernen angreifen oder direkt die amerikanischen Soldaten. Und warum machen die es nicht? Ach so, auf die unschuldigen Afrin-Bewohner kann man Bomben werfen oder wie ? Aber warum schmeißen die keine Bomben auf die amerikanische Soldaten? Damit die sich endlich aus dem Nahe Osten verpis….

        Sorry, dieses hick hack… ist doch eine Lüge. Angeblich ist der Erdogan wieder zur Besinnung gekommen und kooperiert wieder mit Russland. Was soll das bitte? Diese Leute sollen in die Rente gehen. Die sollen die Menschen vor Ort einfach nicht bekriegen. Den Erdogan interessiert ein Sch***dreck was mit dem Arbeiter in der Türkei passiert. Da verbrennen sich die Leute, weil Sie keinen Job haben. Die wissen nicht wie Sie Ihre Familien ernähren können. Und dieser Erdogan spielt den Osmanen? Ich lache mich kaputt. Das eigene Land geht vor die Hunde, aber er führt Krieg gegen Syrien? Das soll einer verstehen? In der Türkei sitzen die Menschen auf der Strasse rum. Nicht einer, sondern Hunderte nebeneinander. Weil Sie nicht wissen, was Sie machen sollen. Sie finden keinen Job ums Überleben.

        Na ja, jetzt kann er in die Geschichte eingehen. Natürlich, es geht nicht um Ihn, sondern um das Volk. Natürlich doch… Wenn es so wäre, dann würden sich die Kurden und Türken sich nicht seit Afrin-Überall auf den Straßen noch mehr bekriegen. Spätestens hier muss es doch jedem klar werden, dass dieser Erdogan das türkische und kurdische Volk spalten will. Es wird Tag zu Tag schlimmer… Der Typ ist ein Reinfall. Nicht nur für die Türkei, sondern für den ganzen Nahe Osten. Es gibt keinen den er nicht zum Feind gemacht hat. Jeden hat er zum Feind erklärt. Jeden. Wen nicht?

    1. unüberlegt

      Thierry Meyssan ist sicherlich unabhängig, lag aber in der Vergangenheit mit seinen Informationen schon öfter mal total neben der Realität.

      1. Vorschnell

        Habe in den Anfängen sehr viel von Thierry M. gelesen. Damals – bis man sich einnordete- kannte man nicht so furchtbar viele relevante Lektüre jenseits der Konzernpresse.
        Ich musste für mich schnell feststellen, dass Meyssan zu zügig und zu endgültig zu „Ergebnissen“ gelangte.
        Den Höhepunkt stellte einer seiner Analysen 2012 dar, als er vom „Ende der Party“ der Freunde Syriens schwärmte… einige Jahre und viele schwerwiegende Ereignisse zu früh. Leider!

    2. Ich halte den Thierry Meyssan für einen ehrlichen Mann.
      Ich lese ihn ganz gerne.
      Sein Hintergrundwissen insbesondere auch sein geschichtliches Wissen ist schon herausragend .
      Naja und fehlerfrei ist niemand und manchmal irrt er.
      Aber trotzdem habe ich seine Artikel ,,abonniert“ und kann ihn guten Gewissens empfehlen.

    3. Thierry Meyssan lebt zur Zeit in Damaskus, nachdem er zuerst in Frankreich und dann in Beirut (er hatte ein Buch über 9-11 geschrieben -„Verschwörungstheorie“ – und hat während der Natoangriffe aus Tripoli in Libyen berichtet) mit dem Tode bedroht worden war.

    4. Was das anbelangt kann man dieses Netzwerk bedenkenlos konsumieren. Das zeigt schon der Umgang von offizieller Seite mit seiner Arbeit. Gehört auch zu meinen Pflicht-Quellen. Aber wie das PB schon anmerkte, ist auch mMn hier und da mal ein Schnitzer drinnen wo ich pers. andere Versionen bevorzuge. Wird dann einfach überlesen und eben nur das aufgesogen was nützlich ist.

  7. Bohnennase, das ist doch keine Neuigkeit sondern entspricht einer klaren Absprache mit der Widerstandsachse: Wenn ich mich recht entsinne, sollte die Türkei doch die Kontrolle über einen Teil Idlibs übernehmen um die dortigen Terroristen auszuschalten.

      1. Bohnennase

        Nein, das Abkommen ist keineswegs Geschichte. Alle drei Astana-Mächte halten daran fest. Es mag allerdings sein, dass es aufgrund der türkischen Unfähigkeit, in der der Türkei zugeordneten westlichen Zone mit Al Kaida aufzuräumen, einige Änderungen im Detail gibt.

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