Syrische Armee nimmt Luftwaffenbasis Abu Dhuhur ein und schließt Ost-Idlib-Tasche

Die syrische Armee und ihre Partner haben im Kampf gegen die Terrorgruppe Al Kaida am heutigen Samstag den Luftwaffenstützpunkt Abu Dhuhur eingenommen und den Osten der sogenannten Idlib-Tasche vollständig vom Rest der Tasche abgeschnitten.

Mit rund 15°C und viel Sonnenschein war heute in der Gegend auch wieder gutes Flugwetter.

Eine Karte von @Suriyak zeigt die von der Armee heute geschaffene neue Verbindung von Abu Dhuhur in den Südosten der Provinz Aleppo sowie den noch auszuräumenden abgeschnittenen östlichen Teil der Idlib-Tasche.

Gegenwärtig soll die syrische Armee bereits mit der Einnahme der Stadt Abu Dhuhur beschäftigt sein, wie es in folgender Karte von @Suriyak gezeigt ist, die auch die neuen Frontlinien bei Abu Dhuhur im Detail zeigt:

Günstig scheint für die Armee der Umstand zu sein, dass zahlreiche türkische FSA-Jihadi-Proxies die Frontlinien verlassen haben, um anstatt gegen die syrische Armee lieber gegen YPG-Milizen in der Gegend Afrin ganz im Nordwesten Syriens zu kämpfen, die sich hartnäckig weigern, Kräfte der syrischen Armee auf das von ihnen kontrollierte Gebiet zu lassen. Türkische Medien meldeten, dass Russland der Türkei „grünes Licht“ für den Einsatz der türkischen Luftwaffe zur Unterstützung dieses türkischen Vorhabens gegeben hat, und Berichte aus der Gegend Afrin zeigen, dass die türkische Luftwaffe da bereits im Einsatz ist.

Sollte sich der Trend fortsetzen, dass die türkischen Jihadi-Proxies lieber gegen die YPG-Milizen als gegen die syrische Armee kämpfen, könnte die Armee in der Idlib-Tasche in nächster Zeit überraschend schnell vorankommen, etwa nach Fuah und Kafriya. Von YPG-Milizen beherrschte Gebiete, die sich die türkischen FSA-Jihadi-Proxies vornehmen können, gibt es schließlich noch reichlich, gerade im Nordosten Syriens.

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49 Gedanken zu “Syrische Armee nimmt Luftwaffenbasis Abu Dhuhur ein und schließt Ost-Idlib-Tasche

  1. Das sind sehr gute Nachrichten aus Abu Dhuhur. Vielen Dank dafür, dass Sie uns hier täglich mit hochwertigen Informationen versorgen und so viel Zeit dafür investieren.
    Die derzeitige Momentaufnahme, dass:
    „türkische FSA-Jihadi-Proxies die Frontlinien verlassen haben, um anstatt der syrischen Armee lieber gegen YPG-Milizen in der Gegend Afrin ganz im Nordwesten Syriens zu kämpfen“,
    spricht für meine Prognose hier im Parteibuch:
    https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2018/01/16/syrische-armee-rueckt-vom-suedosten-der-provinz-aleppo-weiter-in-richtung-abu-dhuhour-vor/#comment-40109.
    Sollte es sich so weiter entwickeln, könnte das sehr positiv für den Erhalt des gesamten syrischen Staatsgebiets sein.

    1. Matthias

      Der von westlichen Medien praktisch nicht berichtete Hintergrund der türkischen Militäroperation in Afrin ist, dass die YPG es in der Hand hatte, diese Operation zu verhindern. Die YPG hätte bloß die syrische Armee einladen müssen, und es würde diese türkische Operation in Afrin nicht geben:

      Und nach wie vor sichert Russland einen Korridor, durch den die syrische Armee nach Afrin könnte, wenn die YPG sie denn einladen würde:

      Aber die YPG will nach wie vor offenbar lieber einen Krieg gegen die Türkei und ihre FSA-Jihadi-Proxies führen, als die syrische Armee nach Afrin einzuladen.

      1. Das wundert mich nicht, dass die YPG so stur ist. In den letzten Jahren hat jemand in ihnen den Traum eines eigenen unabhängigen Staates geweckt, der in etwa so aussehen sollte:

        Alle militärischen Aktionen der YPG dienten diesem Ziel. Dieses freie Kurdistan wurde so fest in ihnen implementiert, dass sie sich von diesem Traum nicht mal durch die Realität abbringen lassen.

      2. Matthias

        Auf der Karte ist „Kurdistan“ seltsam klein. Da scheint ja nicht mal Afrin zu „Kurdistan“ zu gehören.

      3. Die Karte stammt aus einem Artikel vom 1.3.2013 (http://syrie.blog.lemonde.fr/2013/03/01/ou-se-situent-saleh-muslim-et-le-pyd-kurde-dans-la-revolution-en-syrie/), also alles andere als aktuell (mir geht es hier nur um das Erscheinungsdatum). Jedoch zeigt es recht genau die geostrategische Rolle des Projektes Kurdistan als ständiger Unruheherd zwischen Türkei, Iran, Irak und Syrien. Sie schrieben „ungewöhnlich klein“. Von der Planung als Unruheherd umso besser. Kurden im Grenzgebiet der Nachbarstaaten zu Kurdistan wird die dortigen Sicherheitskräfte gut beschäftigen. Knapp fünf Jahre nach dem Artikel hatte sich das Einflussgebiet für die nordsyrischen Kurden vergrößert, da die Jihadi Proxies ihren Teil nicht erfüllen konnten. Und die Türkei ist nun dabei, diesen (geheimdienstliche forcierten) Traum den Kurden gewaltsam auszutreiben. Syrien kann das türkische Handel natürlich nicht befürworten, die Menschen sollen ja schließlich wieder unter syrischer Staatsverwaltung stehen. Da ist es gut, wenn man die Kurden nicht prügelt. Kommt die Einsicht, die SAA einzuladen, endet der türkische Angriff. Bis dahin werden die YPG und die dorthin verlegenden Jihadi Proxies noch etwas geschwächt.

  2. Es sind ja verschidene Varianten denkbar, wie die Einladung an die Regierungstruppen konkret ausgestaltet wird.
    Da die Amis mehr oder wenige erklärt haben, dass Ihnen Afrin egal ist, dürften die Kurden keine Chance haben
    Ihre Karten werden dabei immer schlechter,, eine gute Abmachung mit Damaskus hinzukriegen.
    Andererseits wünscht sich die Regierung auch Alles andere, als türkische Truppen in einem größerem Teil des Landes.

    1. andreas

      Ja. Das verrückte ist, dass eigentlich alle Seiten damit einverstanden wären, wenn die kurdischen Leute in den YPG-Gebieten weiterleben so wie jetzt, die YPG sich in NDF umbenennt und die syrische Armee sich in den YPG-Gebieten bloß um internationale Angelegenheiten wie Grenzsicherung kümmert. Nur die YPG ist stur, will das nicht und setzt darauf, die USA gegen Russland, die Türkei und Damaskus ausspielen zu können.

      Das ist so grotesk, dass man fast den Eindruck haben könnte, die YPG will das Feuer der türkischen FSA-Jihadi-Proxies und der Türkei auf sich ziehen, um der SAA das Vorgehen gegen den Terror in Idlib einfacher zu machen und der Türkei einen guten Vorwand liefern, um endlich aus der NATO auszutreten. Nur tatsächlich ist es wirklich die sture separatistische Arroganz der YPG, die zu diesem traurigen blutigen Schauspiel führt, wo die YPG sich über ein oder zwei Banden wie eine Billardkugel für die Interessen anderer benutzen lässt.

      1. Wenn es wirklich Ziel der YPG wäre die Türkei so aus der NATO zu treiben, dann wäre es strategisch ein absolut brillianter Schachzug. Eine Türkei ohne NATO würde die Chance auf ein vereinigtes Kurdistan mindestens verzehnfachen.

      2. Könnten sie mir für ihren Absatz auch Quellen bereitstellen?
        Ich verfolge Syrien nur über über ihren Blog und Southfront, aber das die YPG de facto die Sicherheits-
        streitkräfte, im kurdisch besetzten Abschnitt, für innerstaatliche Angelegenheiten stellen könnte, ist mir gänzlich unbekannt.

      3. Es ist wahrscheinlich der irrige Glaube der Kurden das ihnen die USA in Afrin zu hilfe kommen wird. Oder der Größenwahn gegen einen All Out Angriff der Türkischen Armee bestehen zu können.
        Der letzte Punkt ist wahrscheinlich in den letzten Jahren entstanden weil sie es nie mit einer echten Armee zu tun hatten. Die Kurden mögen gut sein, wahrscheinlich die besten „milizen“ die dort rumlaufen, aber gegen eine echte, GESUNDE(!) Staatsarmee haben sie keine Chance und das werden sie jetzt merken.

        Und es ist schön zu sehen wie sich meine Prognose bestätigt. Nachdem die USA einen „grenzschutztruppe“ angekündigt haben und die Kurden tatsächlich so wahnsinnig sind eine Zusammenarbeit mit Assad abzulehnen wird jetzt der türkische Kettenhund von der Leine gelassen.
        Ich denke die Operation wird rund einen Monat dauern bis entweder alle Kurden besiegt sind oder die Kurden plötzlich doch einsehen das Assad ihre einzige Hoffnung ist.

        Es wird ein blutiges Gemetzel werden und selbst die erfahren PKK Kämpfer werden erkennen das sie, anders als in der Ost türkei, nun mit einer vollständigen Militäroperation konfrontiert sind. Das ist einfach mal ne völlig andere Hausnummer als diese immer wieder aufkommenden „Polizeiaktionen“ in der Ost Türkei, Wo das Militär noch sehr „zart“ vorgegangen ist und auch nur leichte Waffen eingesetzt hat. Nun haben sie es mit schwerer Artillerie, Luftangriffen und schweren Panzerverbänden zu tun die im Verbund mit mechanisierter Infanterie vorrücken. Da kommt man mit IEDs und LAW nicht gegen an.

      4. jakal99

        Im Moment machen ja die Polizei- und YPG-Streitkräfte der PYD in Afrin sowohl innere wie äußere Sicherheit. Was Damaskus angeht, so gäbe es keinen Druck, daran kurzfristig was zu ändern. Ich sehe da eher Dankbarkeit, dass kurdische Leute in Afrin die regierungstreuen Leute in den schiitisch geprägten Vorstädten Nubol und Zahraa über Jahre unterstützt und damit in den wirklich schwierigen Zeiten dazu beigetragen haben, dass sie nicht von den Jihadis überrannt wurden.

        Der Druck, an dem Status Quo in Afrin jetzt was zu ändern, kommt aus der Türkei. Russland hatte deshalb der Türkei und der YPG als Kompromiss angeboten, dass die syrische Armee in Afrin einrückt, aber die YPG hat das abgelehnt. Die Türkei interessiert natürlich die äußere Sicherheit, das heißt die Grenzsicherung zur Türkei. Was innerhalb von Afrin für Kräfte kommen, wenn da jemand wegen eines Diebstahls oder anderen Kriminalitätsdelikts die Polizei ruft, dürfte der Türkei ziemlich egal sein.

  3. Ob die Kurden Afrin halten können? Ich vermute dazu brauchen sie mindestens 30.000 Soldaten.

    1. 30.000 SOLDATEN…keine halbherzig ausgebildet und schlecht bewaffneten Milizen. Viele denken das die Milizen die dort rumkrebsen irgendwie eine echte Armee darstellen. Die einzigen nichtstaatlichen Akteure die dort auch nur ansatzweise als „Armee“ durchgehen können sind die Peschmerga. Alle anderen dort sind besser organisierte Hasardeure.

      Die SAA hat gegen diese Leute verloren? Was ein Wunder die SAA war 2015 AM STERBEN. Kaum noch Leute, kaum Munition, verzweifelt…das war eine Rest Armee mehr nicht und Russland musste massiv Leute und Material reinpumpen damit diese nicht völlig kollabiert. und selbst heute kann die SAA es noch nicht wieder mit irgendeinem Nachbarland aufnehmen mit der zweitgrößten Nato Armee schon mal gar nicht. Die Kurden werden so was von übel aus die Schn**ze bekommen das es nur so kracht.

      1. Sheeple

        Nein, das würde ich nicht so sehen. Die Peshmerga sind auch ein Haufen zusammengewürfelter Milizen. Der einzige nichtstaatliche Akteur der Region, der von der Organisation, Ausrüstung und Kampfkraft inzwischen so manch einer Armee gleichsteht, bzw sogar besser dasteht, ist Hisbollah.

        Dass die syrische Armee 2015 am sterben war, halte ich für ein falsches Gerücht. Ich würde das eher so sehen, dass 2013 das schwierigste Jahr für die syrische Armee war. Aber auch da war die syrische Armee durchaus noch stark, nur der vom Ausland mit Zigtausenden Söldnern und Abertausend Tonnen an Waffen angefachte Jihadi-Sturm wehte da in Syrien eben auch ganz gewaltig.

      2. einparteibuch
        Der einzige nichtstaatliche Akteur der Region, der … einer Armee gleichsteht, … ist Hisbollah.

        Und selbst der fehlt das entscheidende: Die Luftwaffe.

      3. @epb: Von der Kampfkraft rede ich nicht die Kurdischen Einheiten sind da teilweise auch knapp hinter der Hisbollah. ich rede von der generellen Organisation die notwendig ist um eben auch größere Verbände oder kombinierte Waffensysteme zu ermöglichen. Die Hisbollah ist was Kampfkraft angeht ganz oben auf der Liste der besten milizen, aber ist eben auch immer noch, den Umständen geschuldet, in einer dezentralen Bandenstruktur organisiert, anders hätten sie die Angriffe der IDF nicht überlebt oder gar nennenswerten Widerstand leisten können.
        Jetzt, wo sie eigenen mechanisierte Luftabwehrsysteme haben, MÜSSEN sie Armee ähnliche Strukturen aufbauen oder sie werden ihre Systeme nur sehr kurz einsetzen können weil ihnen sonst dafür die Munition ausgeht oder die Instandhaltung nicht klappt.
        Das würde die Hisbollah nochmal ein massives Stück stärker machen, da dann eine stabile und zuverlässige Logistik für die Versorgung dazu kommt, was eben eine Staatsarmee hauptsächlich ausmacht. Anderseits ist es aber genau diese Logistik die ein sehr großes Militärische Ziel darstellt und zu den Hauptzielen eines jeden Angriffes gehört. Die IDF hat in den letzten Jahren nicht umsonst derartigen Terz um Libanon gemacht, sie wollen das um jeden Preis vermeiden.

        Der Vorteil den man mit derartiger Angreifbar erkauft ist aber eine Kampfkraft die sich an der Front potenziert und gegen die nur andere Armeen mit gleicher Logistikstruktur gegen halten können. Das werden die versprengten dezentralen Kurdenverbände nun merken. Während ihnen die Muni ausgeht und es schlicht keine Logistik gibt die sie versorgt, wird die türkische Seite sprichwörtlich zugeschmissen mit Munition und Nachschub. Wenn nicht über LKW am Boden kann man zur Not auch Luftbrücken oder per Fallschirm die Einheiten versorgen. Siehe die SAA in Dei ez Zor. Diue haben Jahrelang nur wegen der Logistik überlebt.

  4. ich habe ja immer noch Hoffnung und glaube das die YPG Kämpfer, also das Fußvolk gute Leute
    sind und dass sie gegen ihre korrupte Führung rebellieren und sich mit den SAA Kämpfern verbünden.
    An einzenen Stellen soll es das ja gegeben haben, wo YPG Kämpfer die syrische Flagge zeigten. Außerdem geben die Kurden ja immer damit an, dass sie so gute Basisdemokratische
    Strukturen haben. Wenn jetzt die Russen sogar noch einen Korridor über tal Rifat offenhalten,
    dann gibt es noch immer alle Möglichkeiten. Ich frage mich nur, ob die YPG Kämpfer wissen, was ihre Führung da macht und ob sie sich dagegen wehren ( könnnen )
    oder ob sie sich wie dumme Schafe zur Schlachtbank führen lassen.
    Ich glaube, den Amis ist es ganz recht, wenn es am Ende viel weniger von ihnen geben wird. Sie haben bei dem monatelangen Kampf um Raqqa ihre Schuldigkeit getan, und viele sind dabei gestorben. Wenn sie jetzt das einfordern, was die Amis ihnen dafür versprochen haben, sind sie nur noch lästig und es ist gerade eine gute Gelegenheit, sie loszuwerden.

    1. Was bleibt den Kurden anderes übrig als auf sich selbst zu vertrauen. Wie das PB bereits schreibt, haben die Kurden über Jahre hinweg die Städte Nubol und Zahraa unter gefährlichsten Bedingungen unterstützt. Als Dank werden sie von Assad dem Erdogan ala Fraß vorgeworfen. Dem Mann, der m.E. der Hauptschuldige für das Elend in Syrien verantwortlich ist.
      Erdogan hat mehrmals Salih Müslim (gemeinsam mit Erdogans Freunden von IS, Al-Kaida…) eingeladen um gegen Assad vorzugehen. Nachdem PYD dies abgelehnt hat, wurden sie immer mehr als Terroristen gebrandmarkt. Hätte sich damals die PYD ebenfalls auf die Seite der Kriegshetzer gemacht, habe ich meine größten Zweifel, dass Assad jetzt in solch einer bequemen Lage wäre.

      Putin und Assad sollten wissen, Erdogan hat mit so ziemlich zusammengearbeitet bzw. gefördert um das Land in diesen katastrophalen Zustand zu versetzen. Nicht zu vergessen, sein Traum irgendwann in Damaskus in einer Moschee zu beten, wenn seine Islamisten Syrien regieren.

      Wenn Erdogan mit seiner Aktion gegen die Kurden Erfolg hat, werden sich Putin & Co. noch ganz böse umschauen.
      Macht einen Screenshot von meiner Aussage. So wie ich vor Wochen gesagt habe, dass der Einmarsch erfolgen wird, so garantiere ich ein ganz böses Erwachen im Erfolgsfall Erdogans.

      1. Lauterbach

        „Als Dank werden sie von Assad dem Erdogan ala Fraß vorgeworfen“

        Nein, so ist das nicht. Assad lässt Waffen aus Manbij nach Afrin durch und bietet auch die Verlegung von syrischen Armeeeinheiten nach Afrin zur Beendigung der türkischen Aggression an. Es sind die Kurden in Afrin, die das bislang partout nicht wollen, und stattdessen lieber Krieg gegen die Türkei führen wollen.

        Und was die Kurden in Nordostsyrien betrifft, so haben die sich offensichtlich für eine Allianz mit den USA und Israel gegen Syrien und die Türkei entschieden.

  5. Leute, ihr vergesst alle, das Israel die Fäden zieht, nicht Amerika oder wer auch immer, der Yinon-Plan, Barzani ist ein Mossad-Agent,wie sein Vater auch schon, wer will denn den Kurdenstaat als Puffer und Aufmarschgebiet nutzen?! Wer hat als einziges Land den Kurden Unterstützung für ihr damaliges Referendum zukommen lassen und erklärt, das nach der erfolgten Unabhängigkeit Kurdistans 200000 Juden kurdischen Ursprungs zusammen mit Raketen und Mossad nach Kurdistan verlegt werden sollen? Ja, genau, der BiBi wars… *** Lang lebe Palästina

    1. Olaf

      Du scheinst hier im Parteibuch ja noch ganz frisch zu sein. Na, dann mal herzlich willkommen. Wärst du nicht neu hier, dann wüsstest du sicherlich, dass das hier nicht vergessen wird.

      Dass Israel und die zionistische Lobby die treibenden Kräfte hinter dem westlichen Engagement im Terrorkrieg gegen Syrien sind, kann man im Parteibuch schon seit vielen Jahren nachlesen. Hier zum Beispiel:

      https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2016/04/18/netanjahu-entlarvt-grund-fuer-terrorkrieg-gegen-syrien-israel-will-geraubte-syrische-golanhoehen-niemals-wieder-hergeben/

      https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2012/01/08/kriegsplan-gegen-syrien-von-zionist-geschrieben/

    2. ***

      Was hat Barzani mit der YPG und Syrien zu tun?

      ***

      Barzani ist ein Feind der Kommunisten,und selbst die Jesiden sind nicht glücklich über die YPG, weil sie ihnen ihre Ideologie aufdrücken wollen.

  6. Ich schau da einstweilen zu, wie bei einem interessanten Schachspiel, denn die Partei gegen ISIS ist nungelaufen und was da in Afrin passiert, kann Syrien ebenfalls nur zuschauen.

    1. IMHO eine TOW, was die genau getroffen hat, sieht man nicht.
      M60 gegen TOW, hat aber auch etwas. IMHO halten die Türken die Leos zurück, zu viele verloren, das letzte Mal.

  7. Mal eine Zwischenfrage: Für wen wird denn die Bundeswehr dort arbeiten, wenn ISIS besiegt sein wird?
    Ich meine offiziell und in der Realität?

    1. icke

      Offiziell: zur Verhinderung eines Wiedererstarkens von ISIS
      Inoffiziell: für die deutsche Staatsräson, aka „Israel“

      1. Das hieße also, die Ostkurden weden via AWACS etc. unterstützt, letztendlich gegen Syrien? Oder auch gegen die Türkei? Oder werden auch die Türken mit Aufklärungsdaten beliefert?

      2. icke

        Nein, ich würde eher vermuten, Deckung für die NATO-Basis in Tanf und den von dort aus unterstützten Jihadi-Terroristen, was der von „Israel“ gewünschten Behinderung der Transportwege zwischen Bagdad und Damaskus dient.

  8. Ich glaube ihr traut den Türken zuviel zu. Ich sehe nicht, dass sie es überhaupt schaffen Afrin zu erobern. Reguläre Armee trauen sie sich ja scheinbar nicht in größeren Truppenzahlen einzusetzen. Durch die Säuberungen nach dem Putsch dürfte die Armee auch einen großen Teil ihrer Kampfkraft eingebüßt haben.

    1. Bohnennase

      Darauf, dass die Türkei militärisch zu schwach ist, scheint die YPG in Afrin ja auch zu spekulieren.

      Ich glaube aber, die Türkei hat gar nicht vor, die türkische Armee da massenhaft einzusetzen. Vielmehr wird die Türkei da in erster Linie ihre syrischen Jihadi-Proxies hinschicken. So tun die zu erwartenden Verluste der Türkei nicht weh. Und was auch immer die da erobern, wird Erdogan als erfolgreiche Einrichtung einer Pufferzone an der Grenze zur Türkei feiern, selbst wenn es nicht der ganze Bezirk Afrin ist.

      1. Das Problem für die Türkei ist, dass es um die Motivation der Euphrates Shield Proxies nicht unbedingt gut bestellt ist, wie man in Al-Bab gesehen hat, wo es Monate dauerte um mit einer zahlenmäßig und an schweren Waffen weit unterlegenen ISIS Streitmacht fertig zu werden – wobei deren letztendlicher Abzug wohl eher auf das Auftreten der SAA zurückzuführen ist. Aus Euphrates Shield Kreisen wurde bereits erklärt, dass man nicht vorhabe die Stadt Afrin selbst einzunehmen, sondern lediglich sie zu belagern und so die YPG/SDF zum Abzug zu zwingen. Ob auch diese reduzierten Anforderungen realisierbar sind, bleibt zweifelhaft.

      2. Diese türkischen Proxies sind aber nicht dafür bekannt besonders kampfstark zu sein. Genaueres wird man aber erst in den nächsten Wochen sehen. Mich würde es auch nicht wundern, wenn es irgendwann noch einen echten Putsch gegen Erdogan geben würde, wenn er so weiter macht.

  9. Heise mal wieder mit grober Propaganda, strategischen Phantasien und Putin Prügeln (Tomas Konicz) : https://www.heise.de/tp/features/Afrin-Erdogans-Werk-und-Putins-Beitrag-3947341.html
    *Zitat Pb*
    „Günstig scheint für die Armee der Umstand zu sein, dass zahlreiche türkische FSA-Jihadi-Proxies die Frontlinien verlassen haben, um anstatt gegen die syrische Armee lieber gegen YPG-Milizen in der Gegend Afrin ganz im Nordwesten Syriens zu kämpfen,

    die sich hartnäckig weigern, Kräfte der syrischen Armee auf das von ihnen kontrollierte Gebiet zu lassen. (Das ist der Punkt!)
    Heise:
    __Kurdische Aktivisten in der Region erklärten inzwischen öffentlich, dass russische Stellen sie unumwunden auffordern, zu kapitulieren und Afrin dem Assad-Regime zu übergeben, um eine Invasion der Türkei zu verhindern.

    Heise stellt alles auf den Kopf und gibt Russland die Schuld, alles noch in abgründige Sprache verpakt!:
    __“Dieser Feldzug, der nichts weniger als die Vernichtung der kurdischen Selbstverwaltung in Syrien zum Ziel hat (hiernach will Erdogan Manbij angreifen und „bis zur irakischen Grenze vorrücken“),solche Phantasmen!
    Lüge:
    __“Bereits am ersten Tag der Bombardements griffen türkische Flugzeuge in einer offensichtlichen Terrortaktik zivile Ziele direkt in Afrin an.“
    Lüge:
    __Afrin, wo vor kurzen noch russische Militäreinheiten stationiert waren, liegt im Einflussbereich Russlands.
    __Deswegen ist Russland als Komplize genauso verantwortlich wie die Türkei, die Zivilisten in der Region massakriert.
    YPG
    __Putin lässt somit Erdogan seinen herbeigesehnten Krieg gegen die Kurden Syriens führen – und der Kreml könnte diesem mörderischen Militärabenteuer Erdogans///ein potenziell massenmörderisches Militärabenteuer zu beginnen///
    __Die Herauslösung der geopolitisch ungemein wichtigen Türkei (Bosporus!) aus der NATO ist ein strategisches Ziel Russlands in der Region. Eine ethnische Säuberung als Basis künftiger russisch-türkischer Annäherung – es ist ein blutiger Bilderbuchimperialismus, wie er Karikaturen des 19. Jahrhunderts entsprungen sein könnte, der gerade von Moskau und Ankara in Afrin praktiziert wird.
    __Der Widerstand der islamistischen, von der Türkei unterstützten Rebellen in der Provinz Idlib ist weitestgehend zum Erliegen gekommen, die syrischen Regimetruppen Assads sind auf dem Vormarsch, da große Kontingente der Islamisten zum Angriff auf Afrin verlegt wurden. Idlib gegen Afrin – das ist das übliche imperialistische Geschacher, wie es der Kreml gerne jahrzehntelang – völlig zu Recht, etwa im Fall des Kosovo – dem Westen vorwarf.
    __ohne ein korruptes Regime wie die Assad-Clique durchfüttern zu müssen.
    Daher weht der WIND:
    __Die Kurden, das größte Volk der Welt ohne eigenen Staat,

    1. Konicz ist ein abgedrehter Antideutscher(mit allem was so dazu gehört), Hetzer und bestimmt nicht die hellste Kerze am Baum!

  10. ……zwischen den Kurden und Russland/Putin gibt es nicht nur das Problem der US-amerikanischen Militärpräsenz in Nord-Ost-Syrien , die Kurden haben auch ein sehr links orientiertes Gesellschafts Konzept mit dem sie aus der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen raus wollen…..und , nein
    Putins Konzept ist das nun mal nicht !

    Russland und Putin brauchen andererseits ein in Betrieb befindliches Gas-Leitungssystem namens Turkish-Stream und das wird frühestens in einem Jahr soweit sein .

    Erdogan braucht es zwar eigentlich auch, es wieder abzuschalten, wenn es einmal läuft, wird für ihn jedoch schwieriger (unmöglich auch nicht !)….als es vorher zu stoppen oder wenigstens zu verzögern, wenn er das mit irgend welchen anderen Vorteilen ausgleichen könnte !

    Läuft Turkish Stream und einige südeuropäische Länder haben davon Vorteile, steigen auch die Chancen für Nord-Stream II deutlich .

    Wie sagte es mal der alte Friedrich Engels sinngemäß : Politik ist etwas, wo verschiedene Kräfte mit verschiedenen Zielen in verschiedene Richtungen ziehen und was dann herauskommt, hat Keiner so gewollt .

    Laut Sputnik News will ja Erdogan mit der Begründung , seine Ziele erreicht zu haben, seinen Afrin-Krieg bald beenden . Trauen kann allerdings diesem gerissenen orientalischen Despoten nur einer:….er selbst !

    1. NVA-Major a.D

      Ich glaube nicht, dass Putin sich in irgendeiner Weise an einem sehr links orientiertes Gesellschaftskonzept stört. Unter Putin unterstützt Russland Kuba, Venezuela, Bolivien und so weiter und so fort.

      Was Putin allerdings stört, ist Separatismus, der auf die blutige Zerschlagung von Staaten hinausläuft, insbesondere solcher, der bei befreundeten Staaten auftritt und vom Westblock gefördert wird.

    2. „Die Kurden“ und „sehr links orientiertes Gesellschaftskonzept mit dem sie aus der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen raus wollen“?

      Dann wäre, wie derzeit in Syrien, sich vom Imperialismus als koloniale Hilfstruppen bis aufs Blut sozial rückschrittlich rechts ausbeuten zu lassen, also sowas wie ein Selbstversuch?

    1. Für die SPD ist es sowieso zu spät. Eine GroKo wird den Weg in die Bedeutungslosigkeit nur noch etwas beschleunigen.

      1. @Bohnennase


        Bohnennase sagt:

        21. Januar 2018 um 23:47

        Für die SPD ist es sowieso zu spät. Eine GroKo wird den Weg in die Bedeutungslosigkeit nur noch etwas beschleunigen.“

        .

        In meinen Augen „fast“ richtig. Allerdings denke ich dass eine Groko noch nicht gesetzt ist. Wenn es allerdings dazu kommt hast Du recht in Deiner Analyse.

  11. Angeblich greift die Türkei nun auch die SDF im Norden bei Manbij? an:
    https://www.almasdarnews.com/article/breaking-turkish-forces-launch-menbeij-offensive-northeast-aleppo/

    Damit hätten wir nun wirklich einen ziemlich direkten Konflikt zwischen zwei Nato Staaten, der Türkei einerseits, und den USA über ihre viele Militärbasen im SDF-Gebiet.

    Ich weiß gerade nicht was ich davon halten soll….
    Gut ist dass die Türkei damit sich der Trennung von der Nato nähert, schlecht ist dass Erdogan in seinen imperialistischen Plänen wohl nur sehr schwer wieder von seinen besetzen Gebieten abrücken wird (in Idlib und co wird ja angeblich auf türkisch unterrichtet, Flaggen gehisst, Türken angesiedelt usw….).
    Gut ist es dass ein Nato Mitglied versucht die SDF und damit die USA mit ihren Basen wieder zu vertreiben und sich damit die Kurden evtl. nochmal überlegen wer ihr eigentlicher Partner ist. Auch das nicht die SAA der initiale Aggressor in dieser Auseinandersetzung ist.
    Andererseits haben die Türken nicht den Mut Incirlick zu schließen.
    Auch traue ich der türkischen Regierung keinen Meter weit, die brechen Abkommen schneller als die Unterzeichnung dauert.
    Was stellt denn aus syrischer Sicht das kleinere Übel dar: Türkei mit ihren FSA-Milizen, oder SDF mit ihren USA-Militärs? Und was aus russischer Sicht?

    Insgesamt war der Trend ja letztes Jahr positiv, wie auch in der Jahreszusammenfassung des PB zu sehen, aber trotzdem bleibt Syrien ein schwelendes Pulverfass.
    Ich hoffe aber dass der Trend anhält, und es nächstes Jahr trotz einigem hin und her sich die Lage in Syrien trotzdem weiter in die richtige Richtung wie letztes Jahr weiterentwickelt….

      1. Knitter

        Ja, sicher, Damaskus macht den syrischen Kurden seit Jahren praktisch eine Liebeserklärung nach der anderen und hilft wo immer möglich. Die säkulare kurdische Minderheit Syriens wäre ein geradezu idealer politischer Partner für Damaskus in der militärischen – und politischen – Auseinandersetzung mit engstirnigen und sektiererischen Wahhabiten.

        Das große Problem dabei ist, dass die YPG die Liebe von Damaskus nicht erwidert und stattdessen voll auf von den USraelischen Feinden Syriens unterstützten Separatismus setzt. Dabei haben YPG/PYD-Vertreter völlig unrealistische Erwartungen an die USA. Man lese und staune:

        Mohamad, currently in Washington with fellow Syrian Kurdish representative Nobahar Mustafa, said the Syrian Kurdish people expected the United States to declare a no-fly zone over the Kurdish-controlled north, “including Afrin.” Mustafa, who was present at the interview, concurred that Afrin “presents a very real and immediate test of US commitment to their Kurdish partners.” The United States “must and can stop Turkey,” Mustafa said. She said the Turkish offensive was only helping the regime, Iran and IS, asking, “Aren’t they supposed to be America’s enemies?”

        Diese „Vertreter des kurdischen Volkes“ scheinen von den USA ernsthaft zu erwarten, dass die USA über YPG-Gebieten in Syrien eine Flugverbotszone gegen die Türkei, Russland und Damaskus einrichten, durchgesetzt offenbar mit US-Kampfjets, die von jederzeit kündbaren US/NATO-Basen in der Türkei aus starten sollen.

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