Syrische Armee nimmt zwei weitere Dörfer im Südosten der Provinz Aleppo ein

Die syrische Armee und ihre Partner haben am heutigen Donnerstag inoffiziellen Angaben zufolge bei stark windigem und nasskaltem Winterwetter im Kampf gegen die Terrorgruppe Al Kaida im Südosten der Provinz Aleppo die Dörfer Qaytil und Umm Salasil eingenommen.

Gängigen Kartendarstellungen zufolge, denen Feldkommentare der Armee allerdings gestern bei SANA diesbezüglich widersprochen haben, dass der Flaschenhals des Terroristengeländes im Nordosten der Idlib-Tasche nun nur noch etwa fünf Kilometer breit ist.

Die Offensive von Al Kaida und Konsorten auf die westliche Flanke der südlich von Abu Dhuhour stehenden Armeekräfte scheint demgegenüber in den letzten Tagen weitgehend eingeschlafen zu sein und auch heute wurden trotz der für Al Kaida günstigen Wetterbedingungen dort keine nennenswerten neuen Angriffe von Al Kaida gemeldet. Stattdessen scheint Al Kaida nun wieder verstärkt auf Video-Produktionen ihrer von Hollywood mit einem Oscar prämierten Schauspieltruppe „Weißhelme“ zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung im Sinne von Al Kaida zu setzen.

Ansonsten gab es heute trotz des kalten und windigen Regenwetters eine recht große kurdische Demonstration in Afrin gegen eine von der Türkei in den letzten Tagen mehrfach lautstark und mit viel Säbelgerassel angedrohte Invasion in die von YPG/PKK-Kräften beherrschte Enklave ganz im Nordwesten der Provinz Aleppo.

Außerdem kursieren Gerüchte, Russland habe seine mehrere Hundert Mann starken Friedenssicherungskräfte aus der Gegend Afrin abgezogen, die jedoch von ansonsten meist gut informierten Journalisten bislang nicht bestätigt wurden. Während der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu dazu heute der Hasbaraschleuder Reuters zufolge erklärte, die Türkei werde sich mit Russland und Iran bezüglich einer „Luftoperation“ koordinieren, waren der Generalstabschef der türkischen Streitkräfte Hulusi Akar und der türkische Geheimdienstchef Hakan Fidan heute in Moskau zu Gesprächen über Syrien mit dem russischen Verteidigungsminister Sergei Shoigu. Diese Gespräche wurden anschließend ohne in Details zu gehen als „produktiv“ beschrieben.

Nachtrag Freitag 04:30h: RT meint, der Kampf um Afrin könne den US-türkischen Beziehungen den Todesstoß versetzen.

27 Gedanken zu “Syrische Armee nimmt zwei weitere Dörfer im Südosten der Provinz Aleppo ein

  1. Bei Afrin hat sich USA sehr klever positioniert. USA ist bereit 30 000 Soldaten in Nord Syrien auszubilden. Gebiet Nord Syrien beinhalten Nicht Afrin. Das bedeutet, dass Türkei wird nicht an US Wiederstand stossen. Leider haben Russen Kurden in Afrin überzeugt syrische Flage zu stellen und jetzt ist Russland in Lage zu wählen zwischen Türken und Kurden. Jede Entscheidung wird Lage für Russland verschlechtern.
    Auf andere Seite ein Einmarsch Türken wird nicht kurzzeitig sein. Wahrscheinlich wird Nord Syrien und Nord Idlib wie Nord Aleppo für lange Zeit wenn nicht für immer ausserhalb Syrien bleiben. Erdogan wird nicht riskieren hunderte Töte Soldaten um Afrin Assad zu überlassen. Das könnte er turkischen Volk nicht verkaufen.
    USA wird warten bis Kurden bedrängt werden und dann ein Kompromis mit Erdogan suchen. Eventuel Kurden werden von Afrin nach Manbij verfrachtet und USA werden wie ihre Retter sich stellen. Dadurch werden sie in Kurden loyale Diener bekommen wie Kosovoalbaner.
    Einzige Möglichkeit und ein wenig Hoffnung ist wenn SAA paar Einheiten findet welche Kurden hilfe leistet und dadurch versucht Afrin Kurden zu gewinen wieder unter syrische Flage zu leben.

    1. Wüsste nicht wie man die US-Position in diesem Zusammenhang clever nennen kann. Du drehst alles um 180° ohne dabei ein bisschen Logik zu bemühen. Eine überkritische oder pessimistische Feder sehe ich nicht.

      Tut mir Leid für dieses ad hominem, ich werde dich in Zukunft nicht mehr stören, aber dein bullsh*t wächst in Kontinuität, während du wenig bis null in eine Auseinandersetzung mit anderen Usern investierst.

    2. “ …. jetzt ist Russland in Lage zu wählen zwischen Türken und Kurden. Jede Entscheidung wird Lage für Russland verschlechtern…..“

      Da die Kurden jetzt „syrische Flage stellen“, ist die syrische Armee für das Gebiet zuständig. Logisch ist auch ihre Flagge und auch ihr Land. Die syrische Armee hat auch schonmal ihren Willen bekundet, türk.Militärflugzeuge nicht in ihrem Luftraum zu dulden …..

      Damit kommt auch nur 1 Option für Russland in frage, die des Vermittlers zwischen Syrien und Türkei. Logisch.

      Damit bleibt der Bosporus auch 100% befahrbar durch russ.Nachschubs – Schiffe

  2. @zgvaca

    „Leider haben Russen Kurden in Afrin überzeugt syrische Flage zu stellen und jetzt ist Russland in Lage zu wählen zwischen Türken und Kurden. Jede Entscheidung wird Lage für Russland verschlechtern.“

    .

    Welche Flaggen hätten die Kurden in Deinen Augen wedeln sollen? Die Flaggen der USA?

  3. Es geht gerade das Gerücht, dass es an der türkisch-syrischen Grenze im äußersten Nordosten Syriens eine bewaffnete Auseinandersetzung zwischen der türkischen Armee und der von den USA unterstützten YPG gibt.

    1. „Es geht gerade das Gerücht, dass es an der türkisch-syrischen Grenze im äußersten Nordosten Syriens eine bewaffnete Auseinandersetzung zwischen der türkischen Armee und der von den USA unterstützten YPG gibt.“

      Das wurde heute in der TS bereits angedeutet.

    2. Das Gerücht, dass es an der türkisch-syrischen Grenze im äußersten Nordosten Syriens eine bewaffnete Auseinandersetzung zwischen der türkischen Armee und der von den USA unterstützten YPG gibt, scheint falsch gewesen zu sein.

      Es dürfte sich beim Gefecht in Malikiyah nicht um die Stadt Malikiyah in der Provinz Hasaka, sondern um ein Dörfchen namens Malikiyah im Gebiet Afrin gehandelt haben:

  4. Ich denke mal, Erdogan könnte den „irren Türken“ auch nur spielen…und dass hinter dem ganzen Säbelrasseln und Groß-getue die Absicht steht, die Situation derart hoch zu kochen, dass Amiland gezwungen wird, sich zu entscheiden – entweder die Kurden oder die Türken fallen zu lassen.

    So oder so verlieren die Amies!
    Beim Fallen lassen der Kurden: Ihren einzigen Verbündeten in der Region
    Beim Fallen lassen der Türken: Die Nachschublinie für ihre einzigen Verbündeten

    Gefi**t eingeschädelt, würde ich mal sagen. Schach und Matt, sprach der Herr Putin aus dessen Feder dieser Schachzug wohl zu kommen scheint…hehe…

  5. wenn die Türkei Afrin bekommt, dann wird Aleppo an drei Seiten Frontstadt. Und so schnell werden sie dann nicht wieder gehen.
    Die Russen haben der YPG alle Brücken gebaut, sie haben ein Büro in Moskau
    u. a. Aber die Kurden sind einfach nicht lernfähig. Wären sie bereit, die syrische Oberhoheit über Afrin zu akzeptieren und syrischen Truppen die Grenze überlassen, dann könnten sie in einem weitgehend autonomen Gebiet leben.
    Aber sie machen das nicht warum auch immer, sie warten lieber auf den türkischen Angriff. Sowas heißt beratungsresistent, genau wie Barsani und Refenrendum. Ob der Angriff nun jetzt kommt oder später, irgendwann wird er
    kommen, Erdogan wartet nur auf den günstigen Zeitpunkt.
    Im Moment sind seine Proxies ja beschäftigt, die Afrin Kurden haben also noch eine Chance, zu Verstand zu kommen

  6. Es geht das Gerücht, dass ISIS sich in der Untertasche im Osten der Idlib-Tasche stark nach Osten ausgedehnt hat:

    Weiterhin gerüchtet es, dass diese Ausdehnung vornehmlich durch Umflaggen von Al Kaida/FSA auf ISIS erfolgt sein soll.

  7. Jetzt gibt es deutliche Warnungen von Syrien gegen einen türkischen Angriff auf die Kurden, die Luftabwehr sei wieder voll einsatzbereit und würde zur Not türkische Flugzeuge herunterholen….
    https://www.rt.com/news/416278-syria-turkey-planes-threat/
    Haben sich die Kurden in Afrin damit mit der syrischen Regierung geeinigt?

    Ich befürchte auch, dass die Türkei nach dem Besiegen der verschiedenen Terroristenfraktionen ein Hauptproblem wird, so wie es aussieht werden sie ihre annektierten Gebiete nicht wieder aufgeben wollen….

    1. Knitter

      „Haben sich die Kurden in Afrin damit mit der syrischen Regierung geeinigt?“

      Nein. Das gemeinsame Ziel Russlands, der Türkei und der syrischen Regierung besteht in einer solchen Einigung, aber die Kurden der YPG/PKK bestehen bislang trotzdem mehrheitlich mit Vehemenz darauf, sich unter Ausnutzung ihrer separatistischen Träumereien von Usrael als Proxy verheizen zu lassen.

      1. So wie das aussieht, liegt Zgvaca mit seiner Analyse richtig. Die Amis werden genau wie im Irak keinen Finger rühren, wenn Erdogan die Kurden aus Afrin vertreibt. Sie sind an dem Gebiet Afrin gar nicht interessiert, sondern nur an Nordost Syrien.
        Sie brauchen sich auch gar keine Sorgen machen , dass sie dann die Kurden als Verbündete verlieren, weil die sowieso nicht lernfähig sind.
        Es ist dann Sache der Russen, zwischen Syrien und der Türkei zu vermitteln.

        Zgvaca sagt, die Kurden haben syrische Flagge gezeigt. Dabei handelt es sich wohl um die Kämpfer der YPG, die sich zusammen mit der SAA zeigten.
        Diese YPG Einheiten haben sich auch in Aleppo gut mit der SAA
        verständigen können, es ist aber die kurdische Führung, die das anders sieht und die ihre Leute zu Opfern machen will, um dann über Mitleid internationalen Druck aufzubauen.

        Trump wird sich davon aber nicht besonders beeindrucken lassen.

      2. „(…) aber die Kurden der YPG/PKK bestehen bislang trotzdem mehrheitlich mit Vehemenz darauf, sich unter Ausnutzung ihrer separatistischen Träumereien von Usrael als Proxy verheizen zu lassen.“

        Da erkenne ich eine deutliche Parallele zu Deutschland.

        Die Landeseliten verheizen das eigene Volk ohne Skrupel und in hoher Zahl, um irgendwelchen geopolitischen Zielen zu folgen, die völlig fern sind, von dem, was der normaler Bürger sich für sein Land wünschen würde…

  8. ***
    Qalaat Al Mudiq @QalaatAlMudiq 12 Std.Vor 12 Stunden

    NE. #Hama: #ISIS showing off clashes vs Regime. Largely unnoticed pocket keeps expanding also taking over villages left by Rebels.
    ***

    Schreibt der Terroristenfreund.
    Und liefert „Beweis“fotos.

    Da sieht man, wie die „Einnahme“ aussieht; die Terroristenbrüder umarmen sich, nachdem sie sich auf eine neue Flagge geeinigt haben, unter der sie jetzt auftreten wollen.

    Es ist ja auch die Frage, wer denn von HTS und co noch in diesen Dörfern ist; größere, irgendwie zentral geführte Verbände dürften längst weg sein, und mit ihnen die meisten schweren Waffen.

    Sind auch schon viele der jetzt unter IS auftretenden Terroristen aus der Tasche entschlüpft?
    Bisher gab es keine Bericht darüber. Aber die SAA möchte das gern, das heißt sie werden sie wohl beim Durchgang durch den Flaschenhals eher nicht beschießen, dann fiele das gar nicht groß auf.

    Wenn sie nicht freiwillig angesichts der nahen oder schon faktischen Einkesselung gehen,muss man den Druck erhöhen.

    Das ist dann wie mit einer Eiterbeule: irgendwo spritzt das dann raus. So könnte man auch einen eventuellen Durchbruch bei Sinjar interpretieren.

    1. andreas

      Einmal rasiert und schon wird aus einem Jihadi ein harmloser Flüchtling. Bei der großen Menge an Gepäck, die viele Flüchtlinge mitführen, fallen Waffen kaum auf, solange sie nicht durch Checkpoints der Regierung fahren.

    2. Was ein richtiger Dschiadist ist, der geht zum IS und nicht zu den Verrätern von Al Kaida, die ja mit Riad, Ankara und Europa zusammenarbeiten.

    3. Blühend in Erinnerung sind mir die Transporte aus dem damals noch reichen Gaddafiland nach Niger oder Mali:

      Der Innhalt wird sich inzwischen auch dem Chaos angepasst haben. Geblieben ist die hohe Energieeffizient der Tuarec.

      1. Damals gab es noch ein miteinander. Logisch, den die Europäer hatten dort noch nichts zu sagen.

        Denke jetzt sehen wir dort nur eine Person pro Auto. Rest darf am Wegesrand warten, bis die bezahlten Kopfabschneider da sind und ihrer Arbeit nachgehen.

      2. oder es gibt zu wenige Fahrzeuge/ FAHRER-ALSO ich möchte nicht am Lenkrad sitzen oder wo anders

      3. Naja der da fährt kann eins auf europäisch = „zivilisiert“ machen und alleine fahren. Muss dadurch auch keine Tickets fürchten. Auf dem Foto rollt vielleicht der Ticket – Rubel aber sicherlich keine Köpfe der am Wegessrand Hinterbliebenen.

        Also lachen wir über diesen Fahrer oder bewundern wir diesen Fahrer?
        Das ist die Frage. Wer ist verrückt ?
        Der der sch um sein Auto oder EIN Ticket ängstigt oder der der seine Mitmenschen bezahlten Kopfabschneidern ausliefert und alleine fährt?

        schönes WE

    1. @ Bohnennase
      Erdogan macht gerade den Fehler des Jahrhunderts.

      nein die Kurden machen den zweiten Fehler des Jahrhunderts innerhalb eines halben Jahres. Mir fällt zu Erdogan nur ein Lied von „Wir sind Helden“ ein
      “ Gekommen um zu bleiben. „

      1. Erdogan ist „Gekommen um zu bleiben“ Was ich schwer anzweifel. Russland hat die ganze Zeit erklärt das sie an einem geeinten Syrien festhalten. Und im Gegensatz zum Westen sind Russen da sehr ehrlich. Es wird zwar noch Jahre dauern bis das Ziel erreicht ist aber es gibt für Russland noch eine Haufen an möglichkeiten die Türkei in eine Zwangslage zu bringen damit diese sich aus Syrien wieder zurückzieht.

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