Syrische Armee rückt vom Südosten der Provinz Aleppo weiter in Richtung Abu Dhuhour vor

Wie die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA am heutigen Dienstag mitteilte, sind die syrische Armee und ihre Partner heute im Kampf gegen die Terrorgruppe Al Kaida vom Südosten der Provinz Aleppo vorgerückt und haben dabei unter anderem die Dörfer Masih und Tell Masih eingenommen.

Damit befindet sich die Armee von Nordosten kommend nun nur noch rund acht Kilometer vom Luftwaffenstützpunkt Abu Dhuhour entfernt, wo die Terrorgruppe Al Kaida zusammen mit dem naheliegenden Städtchen Abu Dhuhour ihren wichtigsten Stützpunkt in der Gegend haben soll. Der noch nicht eingenommene Korridor zwischen den Frontlinien der unterschiedlichen Einheiten der syrischen Armee, durch den Zivilisten und Terroristen aus dem Osten der Idlib-Tasche in den Westen der Tasche flüchten können, dürfte damit im Nordosten von Abu Dhuhour nicht einmal mehr sechs Kilometer breit sein. Auf einer Karte von 24 Resistance Axis sieht die Lage im Osten der Idlib-Tasche damit wie folgt aus:

Schlüssel zu diesem Erfolg der Armee scheint die Einnahme des Hügelchens Tel Shahid einige Kilometer nördlich von Masih gewesen zu sein. In einem heute vom Militärmedienzentrum veröffentlichten Video von der Einnahme des Hügelchens ist von etwa Minute 4:30 einige Sekunden lang gut zu erkennen, dass es von diesem Hügelchen aus einen sehr weiten Einblick in das umliegende Gelände gibt, womit auf dem Hügelchen stehende Artillerie praktisch die ganze Gegend dominieren kann.

Weiterhin meldete SANA heute aus dem tiefen Südosten der Idlib-Tasche, dass es der syrischen Armee dort im Kampf gegen die Terrorgruppe ISIS gelungen ist, einen wichtigen Hügel einzunehmen, womit sie die Schlinge um die ISIS-Terroristen in den naheliegenden Dörfern Tutah und Abu Hariq enger ziehe.

Und schließlich gab es wie in den letzten Tagen auch heute wieder heftige Kämpfe an der westlichen Flanke der Nachschublinie zu den südlich von Abu Dhuhour stehenden Armeeeinheiten. Letzten inoffiziellen Informationen zufolge hat die syrische Armee, nachdem sie gestern das Dorf Atshan am Fuß der Flanke wieder eingenommen hat, heute auch das rund fünf Kilometer weiter nördlich liegende Dorf Tel Maraq wieder eingenommen. @EmmanuelGMay zeigt die aktuelle Lage an dieser Front auf einer Karte:

Während die syrische Armee den ursprünglichen Frontverlauf auf den ersten fünf Kilometern am Fuß der Westflanke wiederhergestellt hat, befindet sie sich auf den restlichen rund 35 Kilometern bis Abu Dhuhour nach wie vor auf Rückfallpositionen rund zwei bis fünf Kilometer hinter der Frontlinie, die sie vor dem breiten und umfangreichen Gegenangriff von Al Kaida und Konsorten innehatte.

Der türkische Präsident Erdogan hat unterdessen die NATO um Beistand beim Vorgehen gegen die Pläne der USA gebeten, eine von YPG/PKK-Milizen dominierte Grenztruppe für den von den USA und ihren Handlangern beherrschten Nordosten Syriens aufzubauen. Das US-geführte Militärbündnis NATO erklärte sich daraufhin natürlich für unzuständig, irgendwas gegen die USA zu unternehmen. Interessant wird es nun sein, zu schauen, ob die Türkei daraus Konsequenzen für ihren Umgang mit der NATO zieht.

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32 Gedanken zu “Syrische Armee rückt vom Südosten der Provinz Aleppo weiter in Richtung Abu Dhuhour vor

  1. Liebe Parteibuch
    In gestrigen Beitrag würden viele Kommentare erfasst über unfähigkeit SAA Einheiten.
    Da möchte ich eine Erklärung abgeben. Wir alle haben gestern Bilder gefangene Soldaten gesehen. Auch Bilder von Toten SAA Soldaten. Erklärung ist ganz einfach. Tiger Kräfte drängen in Tiefe ein und NDF Einheiten kommen in befreite Dörfer. Nur Problem ist bei Araber, dass sie kaum interesse haben auf IS, oder Al Qaida oder Assad. Ich denke manchmal, dass wir hier auf Forum viel emotivnie Geschehnise in Syrien aufnehmen als 90% Bewölkerung dort.
    Manche Kenner vor Ort sagen, dass in Latakia und Tartus keine Familie gibt welche nicht ein oder zwei Sohne schon für Assad verloren haben. Das sind einzige motivierte Gegende. Rest geht in Armee um Geld zu verdienen und nicht getötet zu sein. Man stellt sie in einen Dorf und hofft, dass keine Gegenangriff kommt. SAA investiert auch wenig in ihre Ausbildung. Es gibt keine Komando Strukturen und ken Plan B. Deswegen keine von ihnen hat eine Panzerbrechende Waffen. deswegen wissen sie nicht mal ein Minenfeld zu legen. Bei erste Anzeichnen von Gefahr rennen sie weg. Es gibt keine Abzugspläne. Diese Menschen werden einfach geopfert. Aufgeladen in einen Lastwagen und in irgendeinen Dorf ausgeladen und müssen dort aushalten. Oft haben sie nicht mal eine Verbindung zu anderen Einheiten. Das wissen Islamisten und greifen sie so sturmisch und laut an um grösse Chaos zu verursachen.
    Islamisten sind meistenz junge Männer welche sehr euphorisch sind. Oder wegen Drogen oder versprochenen Jungfrauen ist unwichtig. Sie bekommen genaue Daten von irgendjemandem und wissen genau wo Schwachstelle sind. Gegen Tiger oder erfahrenen Einheiten versuchen sie mit Selbsmord aktionen und Artelerie ein nutzen zu ziehen. Gegen NDF reicht ein Sturm.
    Deswegen werden wir auch in Zukunft solche Bilder schauen.
    Betreffend viele Gefangene, angeblich haben mehrere Einheiten kein Ahnung gehabt wo sich Front befindet und sind einfach in Islamistische Dérfer reingefahren.

    1. Ja, so ähnlich stellt sich das wohl dar, kleinere örtliche Attacken gegen nicht so gut ausgebildete Einheiten, die bei einem anstürmenden Fahrzeug davon ausgehen, es sei ein Selbstmordkommando der Terroristen… Dann braucht nur einer den Kopf verlieren und alles löst sich auf. Ich denke das niemand in den Reihen der SAA daran gedacht hat , so schnell, soweit vorstossen zu können, Problem wird dann die nachträgliche Sicherung der Gebiete, Aufbau der Versorgungslogistik. Meine Meinung wäre, Gebiet sichern Feuerpunkte in strategischer Ausrichtung schaffen und andersseitig den gebildeten Kessel sukzessive räumen… Lg

    2. Das ist reine Projektion oder?

      Die Gegenoffensive war ein Hit & Run Manöver, das neben der Bremswirkung auf den Vorstoß der SAA, vorallem öffentlich wirksam war. Zuvor haben die Rebellen in kürzester Zeit ein großes, über Jahre gehaltenes Gelände eingebüßt. Das wirkt für jeden Unterstützter und Kämpfer natürlich extrem negativ und muss beantwortet werden.
      Was von der Gegenoffensive erkennbar übrig bleibt sind allerdings ausschließlich Fotos (verzeiht mir den Ton). Aber genau diese erfüllen den Zweck und deshalb reden wir über eventuelle Schwächen der Armee statt über die Befreiung eines Drittels der Idlib-Tasche in nur 2 Wochen.
      Zu den tatsächlichen Verhältnissen am Boden oder Entscheidungen auf unteren Ebenen, geben Karten über Geländegewinn und Schnipsel von Feldberichten doch ansonsten nicht sonderlich viel Einblick.

      Und zu zgvaca’s „Insider-Wissen“ über die Motivation der Soldaten: Das man die Moral der Dschihadisten nicht mit der eines Berufsherrs vergleichen kann, ist klar. Du vergisst aber das Beruf hier schon längst zur Berufung geworden ist. Ein Soldat in einem so nationalistisch geprägten Land muss nicht aufgerufen werden für seinen Führer zu kämpfen. Beim deutschen Angriff auf die Sowjetunion tauschte man ebenso einfach Klassenkampf mit Patriotismus.

  2. Jolani sorgt für Erheiterung; sie haben wegen der Astana-Vereinbarung das Gebiet östlich der Bahnlinie aufgegeben, sagt er per Audiobotschaft (wenn die Übersetzung stimmt).

    Was für ein Schwachsinn, HTS und Astana? Freiwilliger Rückzug? Wohin denn, Terrorbanden dürfen nach keinen Verhandlungen weiter existieren.

    Mal sehen ob es dafür Resonanz in den Qualitätsmedien der Wertegemeinschaft gibt.

    Und ein Kommandeur der Jaysh al-Thuwar, arabische Gruppe in der SDF, soll zu den türkentreuen „FSA“ Truppen übergelaufen sein; noch vor dem Angriff der Türken, das ging schnell.
    Aber abwarten, ob es stimmt, und ob der Angriff überhaupt kommt.

  3. OT

    Man soll ja auf Wahlumfragen nicht all zu viel geben; aber jetzt misst INSA 31,5% für die Union, 18,5% für die SPD.

    Das ist das erste Mal, dass die „GroKo“ nicht mehr als 50% erzielt.
    Noch würde es bei einer Wahl reichen, da die Stimmen der „sonstigen“ wegfallen, es reichen etwa 47,5% für eine Mehrheit der Sitze.

    Aber das schaffen die auch noch, weitermachen.

    1. Was Deutschland bräuchte wäre eine echte linke Volkspartei ohne diesen ganzen grünen Quatsch mitzumachen.

      1. yes-bzw. eine „Bewegung“-aber da hätte der „Apparat“ ganz schlecht gearbeitet, wenn so etwas entsteht ! Teile und herrsche-ein uraltes Prinzip Klein gehalten wird alles was das internationale und dt. Kapital einschränkt !
        Schwierig-aber machbar und notwendig …

  4. Ein interessantes Spiel, dass Trump treibt. Er stärkt allem Anschein nach kurdische Milizen und zeigt somit, dass er sich für ein freies Kurdistan einsetzt. Die Türkei bzw. Erdogan will das nicht hinnehmen und wird dies bekämpfen. Mir fehlt jetzt leider die Quelle, nach der Erdogan die IS Milizen für den Kampf gegen die kurdischen Milizen einsetzten will. Wenn dem aber so ist, bekommt die Türkei ihre Deeskalationszone leer und IS und Kurden bekämpfen sich gegenseitig. Sollte für Syrien im Ganzen recht hilfreich sein. Wir werden es sehen.

    Viele Grüße

    1. „Ein interessantes Spiel, dass Trump treibt. Er stärkt allem Anschein nach kurdische Milizen und zeigt somit, dass er sich für ein freies Kurdistan einsetzt.“

      Das ist wohl eine Interpretation.
      Die Amis sind einmal drinnen im Land, nun bauen sie Hilfstruppen auf, ob das Kurden oder Araber oder Wüstenhunde sind, ist wohl völlig egal.

      Die Gelder sind bewilligt, und das Risiko für tote Amerikaner sehr gering, insofern erst mal keine Priorität für Trump, daran etwas zu ändern; ein schneller Rückzug sähe auch nach einem Einknicken aus, das ist es natürlich auch angesichts der Überlegenheit vor Ort von Russland+Iran, aber das muss man ja nicht so kommunizieren.

      “ Die Türkei bzw. Erdogan will das nicht hinnehmen und wird dies bekämpfen. “

      Da ist wohl auch eher egal, ob die USA die kurdischen Milizen unterstützen oder nicht; wenn, dann dürfte die Unterstützung eher die Türken zögern lassen, als den Angriff beschleunigen.

      „Mir fehlt jetzt leider die Quelle, nach der Erdogan die IS Milizen für den Kampf gegen die kurdischen Milizen einsetzten will. “

      Kann es sein, dass es um die „ES“ geht, den „Euphrat Schild“, die türkeitreuen Dschihadisten die Al Bab und Umgebung eingenommen haben?

      Ehemalige IS-Kämpfer werden ja nach diversen Quellen zu Hauf in die SDF bzw. auch die „Grenztruppen“ eingebaut.

      Natürlich dürften auch einige EX-ISISler auf Anschlussverwendung warten, in der Türkei oder in Syrien in diversen Gruppierungen.

      „Wenn dem aber so ist, bekommt die Türkei ihre Deeskalationszone leer und IS und Kurden bekämpfen sich gegenseitig. Sollte für Syrien im Ganzen recht hilfreich sein. Wir werden es sehen.“

      Das Problem in der Deeskalationszone Idlib ist Al Kaida unter dem Mantel HTS, sowie alle angeschlossenen „Rebellen“, ob dschihadistische oder moderate Terroristen.

      1. Es wurden von der Türkei gesteuerte Rebellengruppen genannt, die gegen die „Grenztruppen“ eingesetzt werden könnten. Ich habe nochmal gesucht, konnte den Artikel aber nicht finden. Aufgrund des Parteibuchartikels https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2018/01/11/syrische-armee-nimmt-mehr-gelaende-im-osten-der-idlib-tasche-ein/ und dem darin enthaltenen Twitter-Video von Ali Özkök habe ich das auch mit diesen Kräften in Verbindung gebracht.
        Zu meiner Interpretation von Trumps Absichten:
        Thema Nordkorea: Alle Drohungen führten bisher dazu, dass:
        a) Südkorea sich dem Druck Chinas beugt und man miteinander redet (https://bjoernstipp.wordpress.com/2017/12/13/wie-trumps-amerika-china-und-suedkorea-dabei-half-wieder-freunde-zu-werden/),
        b) Südkorea mit Nordkorea redet und für die Olympischen Spiele sogar über ein gemeinsames Team nachgedacht wird (https://www.focus.de/sport/olympia-2018/olympia-bach-spricht-mit-moon-ueber-gemeinsames-koreanisches-team_id_7303411.html).
        Trumps Entscheidung in der Jerusalemfrage: Da kann ich kaum eine bessere Quelle als das Parteibuch angeben.
        Trumps Unterstützung beim Regime Change Versuch im Iran: Er hat die Regierungsgegner so krass unterstützt, dass selbst der Grünenpolitikier Nouripour feststellte, dass die Gift für die Revolution ist (https://bjoernstipp.wordpress.com/2018/01/02/proteste-im-iran/).
        Trump kann natürlich nicht sagen: „Wir sind dann mal weg. War alles mist, was wir gemacht haben.“ Dann hätte es sich für ihn ausgelebt. Der Schein der Dominanz und der Verfolgung der Interessen der einzigen Demokratie im Nahen Osten muss noch gewahrt bleiben.
        Von daher mein Optimismus bzgl. des ausbleibenden Erfolgs bei der Installation der Grenztruppen.

  5. Die Tagesthemen mit einem Syrien-Beitrag.

    Beginnt mit Bildern von Aleppo, Text in etwa: die Rebellen und Zivilisten wurden aus Aleppo nach Idlib vertrieben, Tenor: Flüchtlinge produziert.

    Nun kommt nicht etwa ein Beitrag aus Aleppo heute, mit vielen vielen zurückkekehrten Flüchtlingen nach Ende der Terroritenherrschaft und Krieg.

    Nein, natürlich produzieren jetzt Syrien und Russland neue Flüchtlinge, indem sie Idlib angreifen.

    Und „moderate Kräfte“ und „islamistische Rebellen“ stellen sich gemeinsam entgegen, ganz klar auf wessen Seite die Tagesthemen stehen.

    Zum Rückwärtsessen; Kampf säkulare Regierung gegen Al Kaida, da muss die „Wertegemeinschaft“ natürlich die richtige Seite wählen.

    Auch im Falschen liegt oft Richtiges; klar werden etliche „Rebellen“, ob islamistische Terroristen oder „moderate“ Terroristen, noch versuchen, den Absprung ins gelobte Land zu schaffen.

    Und wenn die Propaganda so weiterläuft, dann finden sich wohl auch noch genug Idioten, die genau jene als „Verfolgte“ aufnehmen, also gleich richtiges Asyl geben ohne jede Rückkehraussicht.

    1. andreas

      Hier scheint dieser Tagesthemen-Beitrag online zu sein:

      http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-366217.html

      Bemerkenswert ist, dass die Tagesthemen in ihrem Bericht kein einziges Mal erwähnt haben, dass es in der Provinz Idlib jede Menge Terroristen von Al Kaida bzw Nusra Front aka HTS gibt.

      Nur durch dieses Weglassen kann die Tagesschau die irreführende Falschbehauptung aufstellen, Russland, Iran und die Türkei hätten sich im September darauf verständigt, dass die Waffen in der Provinz Idlib schweigen sollen.

      Man muss nur das Abkommen lesen, um zu verstehen, dass Russland, Iran und die Türkei sich zwar darauf verständigt haben, dass Al Kaida und ISIS eliminiert werden müssen. Hier hatten wir das Astana-Abkommen vom September im Parteibuch im Volltext:

      Russland, Türkei und Iran betonen Eliminierung von ISIS und Nusra Front

      Die ARD verbreitet da also feste weiter grobe Lügen zur Sympathiewerbung für Al Kaida und Kumpane. Wie wäre es mit einem neuen Namen für ARD, etwa Alkaidas Rundfunkgebührenfinanzierter Desinformationssender?

  6. @zgvaca:

    Sehr gut erläutert von Dir.
    Die Trennung der einzelnen Truppenteile ist grundsätzlich entscheidend, aber schwierig auseinanderzufriemeln.
    Gut ausgebildete, erfahrene und aktuell kampffähig ausgestattete Truppenteile (Tiger-Forces, Spezialkommandos, Republikanische Garde, …) treffen auf sowas wie das 5. Angriffskorps (russischer Prägung) und syrisch privatfinanzierte Söldnereinheiten, die dann am Ende der Kette auf die zusammengewürfelten, schlecht und kurz ausgebildeten National Defence Forces, Tribal-Groups und ethnisch-religiös gebündelte Einheiten treffen. Die iranischen/ afghanischen, irakischen, libanesischen, palästinensischen Kampfeinheiten mal außen vor gelassen. Hinzu kommen gesondert Söldnergruppen a la Wagner oder Einheiten a la ISIS-Hunter, Strafbatallione und gemischte Söldnergruppen (Tschetschenen, xyz), die sich kaum bewerten lassen.

    Das Verheizen der, ich sag es mal mit Verlaub, einfachen, wenig motivierten, Bauerntruppen, bei bestem Gewissen. kann ich nicht nachvollziehen. Es kann sich in meinen Augen in diesem Fall nur um von der Armeeführung kalkulierte Verluste handeln, die als notwendig in Ermangelung von fähigen Personal betrachtet werden. Schlimm genug, kleingeistig und verachtenswert, sollte dem so sein.

    Wenn man die Handlungen der einfachen Truppen in den unzähligen Videos betrachtet, so offenbart sich unfraglich eine fehlende Grundausbildung, fehlendes Waffenmaterial, fehlende Absprachen, Taktik, Führung, Logistik, Motivation, Kommunikation mit anderen Truppenteilen und auch jegliche Einschätzung der momentanen Lage. Ein heillos überforderter Haufen, der da anscheinend wohlweislich ins Feld gebracht wird. Das ist militärisch eher eine alleingelassene Bürgerwehr ohne Support in meinen Augen. Und das k*tzt mich, mit Verlaub an.

    Alles aus der Sofa-Warte, so viel ist sicherlich klar. Aber die armen Teufel massakriert zu sehen, ist unerträglich. Der Verlust von versifften Sowietgerät, mit denen die maximal ausgestattet sind, hält sich in ganz kleinen Grenzen. Und, letzter Satz, die Propagandavideos der Meuchelmörder, Terroristen ist sicherlich nicht authentisch und halt Propaganda (es schmerzt aber dennoch sowas zu sehen, möge es logischerweise auch die erwünschte Wirkung sein). Cheers, auf die SAA!

  7. Fünf führende Terroristenkommandeure sollen allein am Dienstag bei ihren Attacken auf die Westflanke der Armee in Südost-Idlib ums Leben gekommen sein, und dazu natürlich noch eine große Anzahl ihres Fußvolkes:

    http://www.facebook.com/Syriaonline.sy/posts/1590985654322748

    So wie ich die Lage aus Sicht der Terroristen einschätze, ist die Hurra-Phase da nun vorbei, und jetzt befinden wir uns in der Phase der Durchhalteparolen, die dann alsbald übergehen wird in die Phase des Jammerns, des Sich-Gegenseitig-Beschuldigens und des Betreten-Schweigens.

  8. mehrere MSM , z. B. NZZ aber auch RT berichten darüber der dass über 1800
    pakistanische Geistliche eine Fatma unterschrieben haben, in der Selbstmordattentate verboten werden. Selbstmordattente sind unislamisch.
    Der vollständige Text soll wohl heute veröffentlicht werden.
    Begründet wird das wohl u.a. mit dem Verbot des Selbstmordes im Islam.

    Ich hatte mich schon lange gefragt, warum bisher dazu keine Stellungnahme
    der islamischen Geistlichkeit , z. B. aus Ägypten, erfolgt ist.
    Krieg ist immer eine schreckliche Sache, wie auch die Berichte im lezten Beitrag
    gezeigt haben, aber durch die Praxis der Selbstmordattentate kommt noch
    eine besondere zusätzliche Grausamkeit hinein.
    Die SAA und die YPG machen das nicht, die Hamas dagegen schon und immer wieder.

    Ich kann diese Fatma daher nur begrüßen und hoffe dass sich weitere islamische
    Schulen anschließen, selbst wenn ich damit auf einer Linie mit den MSM bin.

    1. ulrich

      Danke für den Hinweis. Da möchte ich erstmal einen Link nachtragen:

      https://www.rt.com/news/416073-pakistan-fatwa-suicide-bombings/

      Von den führenden schiitischen Gelehrten im Iran, Irak, Lebanon, etc gibt es solche Fatwas schon lange.

      Für Pakistan ist so eine Fatwa bemerkenswert, weil es da dank großzügiger saudischer Förderung viel Deobandismus – sowas wie die dortige Spielart des Wahhabismus – gibt. Spannend dürfte es sein, mal durchzuschauen, ob, und wenn ja, welche Deobandis die Fatwa unterschrieben haben.

  9. Jetzt wird es gefährlich.

    ISIS geht mitten rein in den SAA-Vorstoß auf Abu Duhur, die Abschneidung der Spitze mit den Tigern droht.

    Seit heute morgen soll es einen massiven Angriff der SAA auf den schmalen Korridor nordöstlch der Airbase geben, bisher kein Gebietsgewinn gemeldet.

    Wenn sie dort die Verbindung schaffen, könnten sie sogar gut ISIS weiter südlich durchbrechen lasen, der Weg im Norden ist ja für ISIS auch nicht sehr attraktiv, sehr schmal, unter Feuerkontrolle, und von der Luftwaffe bestens zu treffen auf langer Strecke.

    Geplant dürfte es allerdings nicht sein, wieder grausame Fotos.

    Aber im Krieg läuft nicht immer alles geplant.

    Nun gilt, es, die Tiger keinesfalls abschneiden zu lassen.

    1. Jetzt übernimmt auch Peto Lucem diese Karte (stammt aus dem Terroristenumfeld denke ich), der ist i.A. kein Schwätzer.

      pbs.twimg.com/media/DTuyoaLWkAIQ_oz.jpg

      1. @andreas
        Diese Karten sollen falsch sein.
        Es gibt aber angeblich Gespräche zwischen SAA und IS über den Abzug von IS Richtung Idlib.
        Wäre zu schön um wahr zu sein…

    2. andreas

      Ich habe mir mal erlaubt, die von dir gegebene Karte durch eine größere zu ersetzen.

      Wenn ISIS südlich von Sinjar Richtung Maarat Al Numan durchbrechen würde, wäre das meiner Meinung nach strategisch geradezu eine ideale Entwicklung für die Armee.

      1. Wenn ISIS südlich von Sinjar Richtung Maarat Al Numan durchbrechen würde, wäre das meiner Meinung nach strategisch geradezu eine ideale Entwicklung für die Armee.

        Versteh ich nicht ganz…
        Inwiefern denne ideal? Tiger abgeschnitten vor Abu Dhuhur, und eine Verbindung zum gegenüberliegenden Flaschenhalsrand noch nicht vorhanden.

      2. Wenn alles hält und die Verbindung der Spitze mit Aleppo/Khanasser gelingt ist alles gut.
        Die Tasche im Osten hat dann auch keine lange

        Worst case wäre ein Durchbruch von ISIS, ganz schlechtes Wetter und ein massiver Angriff aller sonstigen Terroristen auf die Tiger, die dann beim Ausbruch in eine Falle laufen.

        Bisher kamen eine weiteren Meldungen, wer weiß, wie weit ISIS da wirklich gekommen ist.

        Es gibt Spekulationen, dass sie in den letzten Monaten erheblichen Zulauf von anderen Fraktionen hatten; das ist insofern plausibel, als ansonsten die paar Mann, die Anfangs eine handvoll Dörfer hielten, nicht ein inzwischen doch recht großes Gebiet soweit sichern könnten, dass die SAA im Süden nicht einfach durchgehen kann.

        Insofern viel Konfliktpotential, wenn sie es auf die andere Seite schaffen.

      3. Konrad

        Die Verbindung der Armee südlich von Abu Dhuhour nach Tel Dhaman dürfte aus militärischer Sicht bereits so gut wie stehen, auch wenn das noch nicht so publiziert ist. Die Armee hat ein Interesse daran, dass sich der Kessel im Südosten der Idlib-Tasche leert, weil es dann einfacher wird, den Kessel zu übernehmen, also ist es logisch, wenn die Nachrichten und Karten der Armee Terroristen und Zivilisten einen Weg raus aus dem Kessel aufzeigen.

        Es ist aber kaum vorstellebar, dass sich in einem sieben Kilometer breiten und mehr als zehn Kilometer langen Flaschenhals noch Terroristen halten können. Die Terroristen wären da von vier Seiten unter Kreuzfeuer, und Deckung gäbe es keine, nicht mal im voraus gegrabene Gräben. Damit wäre bei einem ISIS-Durchbruch nach Westen keine Armeeeinheit südlich von Abu Dhuhour vom Nachschub und vielleicht wichtiger, von Evakuierungswegen für verletzte Soldaten abgeschnitten. Nur würde die Nachschub- und Evakuierungslinie südlich von Abu Dhuhour dann eben nicht mehr nach Hama, sondern nach Aleppo laufen.

        Sollte den ISIS-Terroristen ein Durchbruch nach Westen Richtung Maarat Al Numan gelingen oder bereits gelungen sein, so hat das zwei Konsequenzen. Erstens wird ISIS aus dem Kessel abziehen und die Armee wird das ganze Gebiet des Kessels beinahe kampflos übernehmen können. Und Zweitens wird ISIS sich mit Al Kaida, FSA und Konsorten bei Maraat Al Numan schnell in die Haare kommen, wodurch sich diese Terrorgruppen ein Stück weit gegenseitig eliminieren, was wiederum der Armee die anschließende Einnahme dieser Gebiete einfacher macht.

    3. Das war bei Sichtung der Lagekarten zu befürchten.
      Man wunderte sich eh über das Entstehen und das Erweitern dieser IS Insel und die schnelle Aufgabe durch die Al Kaida und Co. Banden.
      Niemand weiß offensichtlich wie viele IS Terroristen sich dort versammelt haben oder zu IS Terroristen wurden.
      Offensichtlich hat man die Gefahr unterschätzt.
      Es fällt auf das die Terroristen oft besser über die jeweilige Lage informiert sind als es die syrischen Verteidiger sind.
      Wer berät und führt die Banden so erfolgreich und warum wissen viele Armeeteile u.s.w. nicht was die anderen tun und sind oft so hilflos bei Angriffen der Terroristen?
      Ich hoffe das nicht noch mehr Soldaten/NDF/Milizen Opfer der Terroristen werden und das die Luftwaffen endlich wieder richtig zuschlagen können denn das ging wegen des „Wetters“ wohl nicht wie gewohnt.
      Auch das Geschehen in East Ghouta wirft seit Jahren Fragen auf
      Dort geht es, egal von welcher Seite aus man es versucht, einfach nicht voran.
      Wovon lebt diese Terroristeninsel?
      Wie kommen Munition, Ersatzteile u.s.w. dorthin obwohl das Gebiet drum herum seit Jahren von der Armee kontrolliert wird?
      Wer berät sie taktisch und strategisch so erfolgreich?
      Ähnlich die Lage um Rastan und Co in Homs.
      Wenn man diese Probleme endlich lösen könnte dann hätte man tausende Soldaten für den Kampf gegen Idlib frei – und der wird noch hart werden denn es sieht so aus als ob man die SAA absichtlich in Richtung des Flughafens hat vorstoßen lassen.
      Zur Erinnerung.
      Man hat zu den dort bereits existierenden großen Terrorkräften tausende Terroristen aus anderen Landesteilen exportiert.
      Die werden nicht aufgeben sondern bis zum letzten kämpfen da es für sie keinen Ausweg mehr gibt.
      Idlib wird nicht leicht.

  10. ……na ja, der tiefe Einbruch ist auf alle Fälle gefährlich, weil er selbst dann, wenn er nicht durchschlägt, erhebliche Kräfte der SAA bindet er, die dann vor Abu Duhur fehlen und die Logistik wird auch beeinträchtigt !

    Beim tatsächlichen Durchbruch des IS wird es dann Hunde schwer und teuer, die eingeschlossenen Eigenen wieder raus zu hauen, dann dürfte das dortige Offensiv Potential der Regierungsseite zahlenmäßig, materiell und moralisch erst mal verbraucht sein und die Gegenseite zunächst moralisch im Vorteil…. ….dennoch gibt s auch besondere Chancen, die sich aus dem Seitenwechsel von immer mehr sogenannter „gemäßigter Rebellen“ zum IS ergeben .

    Wenn der westliche Mainstream dazu konsequent schweigt, statt es irgend wie wieder legen zu wollen, dann können sie es auf internationalem Verhandlungs- Parkett auch nicht wiederlegen und die Russen können das Gesocks gleich mit platt machen .

    Das eine oder andere kurzfristige militärische Problem kann mittel-bis langfristig auch zur politischen Chance werden und grad da sehen die Russen viel öfter weiter voraus, als ihre westlichen Nichtfreunde !

  11. nach Southfront ist es überhaupt kein tiefer Einbruch, nur ein Ankratzen…. …..um so besser !

  12. Interessant wäre es zu wissen, wie stark die Daesh-Terroristen-Tasche in Idlib tatsächlich ist. Ich habe dazu allerdings nur einen AMN-Bericht vom 10.01.2018 aktuell in Erinnerung. Hier wird von circa 900 Terroristen gesprochen, plus mögliche Rekrutierungen und Überläufern von z.B. Al Keida. Vorher wurde von einer wesentlich geringeren Anzahl, nämlich 300 Kämpfern ausgegangen.

    Gibt es hier dazu andere Informationen?

    https://www.almasdarnews.com/article/exclusive-number-isis-fighters-northeast-hama-revealed-far-greater-initially-estimated/

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