Syrische Armee nimmt im Südosten von Aleppo weite Teile des Hass-Plateaus ein

Der syrischen Armee ist es im Kampf gegen die Terrorgruppe Al Kaida am heutigen Freitag im Südostend er Provinz Aleppo gelungen, weite Teile des Plateaus des Hügelzuges Hass ganz im Nordosten der sogenannten Idlib-Tasche einzunehmen.

Sowohl von Osten als auch von Norden vorrückend gelang es Einheiten der syrischen Armee auf dem Hass-Plateau jeweils rund ein Dutzend Dörfer einzunehmen, was sich zum Freitag Abend auf rund 100 Quadratkilometer Geländegewinn aufsummierte. Außerdem gelang es Einheiten der Armee direkt östlich des von Al Kaida beherrschten Militärflughafens Abu Dhuhur drei Dörfer einzunehmen, womit die Armee die Umgebung des Luftwaffenstützpunktes nun von zwei Seiten dominiert. Und weiterhin gelang es der syrischen Armee, sich sämtliche Gebiete der westlichen Flanke des Versorgungswegs der Armee nach Abu Dhuhour, die gestern von Terroristen unter Führung der zentralasiatischen Al-Kaida-Gruppe „Turkistan Islamic Party“ erobert worden waren, wieder zurückzuholen. Auf einer Karte von 24 Resistance Axis sehen die heutigen Fortschritte der Armee im Osten der von Al Kaida beherrschten Idlib-Tasche damit wie folgt aus:

Vom Hass-Plateau gab es am Abend Hinweise darauf, dass die Armee stellenweise bereits fünf Kilometer weiter vor der oben eingezeichneten Frontlinie kämpft, womit, wenn die Armee diese Kämpfe für sich entscheiden kann, das ganze Al-Hass-Plateau bald vom Terrorismus befreit sein dürfte.

Nachdem es in der ersten Januarwoche noch so ausgesehen hat, dass Al Kaida sich ohne größeren Kampf aus dem Osten der Idlib-Tasche zurückziehen würde, sind die Kämpfe im Osten der Idlib-Tasche zur Zeit schwer und die Verluste sowohl auf der Seite der Armee und ihrer Partner als auch auf der Seite von Al Kaida und Konsorten hoch.

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20 Gedanken zu “Syrische Armee nimmt im Südosten von Aleppo weite Teile des Hass-Plateaus ein


  1. Unruhe in Paradise
    In Manbij haben kurdische Milizen bei rekrutierung einen Jungen aus Klan Popna getötet und sich geweigert Körper Familie zu geben. Diese Klan ruft jezt zum Generalstreik auf und verlangt, dass Kurden Region verlassen mussen. Wir solten nicht viel hoffen, weil diese Stämme sind nicht sympatisere von Assad Regierung. Immerhin haben Kurden immer mehr Problemen Araber bei guten Laune zu halten.

    1. Bohnennase

      Ich würde die Frage anders stellen: bei wie vielen der Einwohner spielt die Identifizierung mit einem Stamm noch eine Rolle?

      Ich würde mich da nicht wundern, wenn die korrekte Antwort über 50% liegt.

      Aber da gibt es sicher wichtige Nuancen in multiplen Identitäten, etwa bei der Frage, ob die Identifizierung mit dem eigenen Stamm oder die Identifizierung mit dem eigenen Vaterland stärker ist. Und das ist ein hochkomplexes Thema und zieht sich quer durch die Stämme.

      1. Das ist aber ein sehr wichtiges Thema. Wobei die Stammesmilizen sich normalerweise immer dem anschließen der in der stärkeren Position ist. Den Stämmen ist somit fast nie zu trauen.

      2. Bohnennase

        Ja, das Thema der Stämme ist wichtig, und es entzieht sich westlichen Betrachtern weitgehend, weil es diese Identifikationsebene im Westen so überhaupt nicht gibt. Es ist aber eben in der Regel nur eine von mehreren sich überlappenden Identifikationsebenen. Wenn man das so betrachtet, wird das Thema auch eher von westlichen Beobachtern verstanden.

        Ich will das mal mit folgender Situation vergleichen: ist ein typischer Einwohner von Regensburg nun in erster Linie Deutscher, Bayer, Konservativer oder Katholik? Da gibt es auch eine Reihe von Identifikationsebenen, die sich überlappen. Und wo es da die größte Identifikation gibt, ist möglicherweise situationsabhängig. Um im Beispiel zu bleiben: wenn im Rest von Deutschland evangelische Sozialisten Krieg gegen Bayern führen würden, würden sich viele überzeugte Regensburger Deutsche, Bayern, Konservative und Katholiken plötzlich ganz wenig deutsch und ganz stark bayerisch, katholisch und konservativ fühlen. Würden hingegen konservative polnische Katholiken plötzlich Krieg gegen evangelische Norddeutsche führen, wäre der Beispiel-Regensburger vermutlich plötzlich ziemlich wenig katholisch und konservativ, sondern ganz viel deutsch, und bloß dazu noch ein bisschen bayerisch.

        Ähnlich würde ich das mit der Stammeszugehörigkeit vieler Syrer sehen. Da überlappen sich Identitäten, etwa von Nationalitäten, Stämmen, Regionen, Religionen und politischen Überzeugungen und welche davon dominierend ist, ist oft situationsabhängig. Dass Stammesmilizen sich immer der stärksten Partei anschließen, stimmt meiner Meinung nach nicht. Die USA waren zum Beispiel in den Nuller-Jahren lange die stärkste Partei im Irak, doch unzählige Stammesmilizen haben ihnen die Besatzung da über Jahre zur Hölle gemacht, ohne Rücksicht auf ihren eigenen Vor- oder Nachteil. Da spielt dann auch so etwas wie die jeweilige „Stammeskultur“ eine Rolle.

        Kurzum: das Thema der Stämme ist wirklich ein ausgesprochen komplexes soziologisches Thema, aber die Leute in der Region verstehen das Thema und seine konkreten Feinheiten in der Regel besser als westliche Beobachter.

  2. Ein interessanter Artikel über die Angriffe auf die russ. Stützpunkte.
    @ PB. Die Angriffe sind ja selbst nach russ. Angaben aus Idlib erfolgt, ganz klar aus Gegenden, die in „Rebellen“ Hand liegen. Nach meinem Verständnis haben diese, nach meinem Verständnis, Terroristen doch eher Kontakte nach Türkei statt zu den USA.

    Werden hier bewusst Informationen zurückgehalten bzw. Nebelschwaden hochgezogen?
    Ich kann mir keinen Reim machen.
    Ich weiß nur, die SAA mus auch komplett Idlib räumen. Dann erst kann es an die Zukunftsgestaltung Syriens gehen.

    http://spiegel.de/politik/ausland/syrien-raetselhafte-drohnenangriffe-auf-russische-armeestuetzpunkte-a-1187527.html

    1. Damit droht Erdogan schon seit etlichen Monaten, ohne dass etwas passiert ist. Innenpolitische Vorteile aus einer Eskalation würden sich nur bei einem schnellen Sieg ergeben, aber bestimmt nicht wenn das ganze in langwierige und verlustreiche Kämpfe ausartet. Genau damit aber ist zu rechnen, wenn man die wenig berauschenden Leistung der türkischen Armee und ihrer „Euphrates Shield“ Proxies gegen eine zahlenmäßig weit unterlegene ISIS-Streitmacht in Al-Bab betrachtet.

      Ich würde daher weiterhin zu der Ansicht tendieren, dass Erdogan wieder nur bellt, aber nicht wirklich die Absicht hat, zuzubeißen.

  3. Wurde von Putin in seiner letzten Konferenz hervorgehoben, das der Angriff nicht von seiten der Türkei erfolgte. Angreifer vom 31.12. wurden eliminiert.
    In die Angriffe mittels Drohnen sind die Amis verwickelt. Amerikanisches Aufklärungsflugzeug Poseidon kreiste 4 Stunden in der Nähe der russischen Stützpunkte.

    1. Das hat er zweifellos gesagt und auch dem Erdogan persönlich.
      Gleichzeitig soll vom russ. Generalstab ein Schreiben an den türk. Generalstab versandt worden sein, wonach Russland feststellt, dass die Angriffe aus der von der Türkei kontrollierten Deeskalationszone erfolgt sind. Irgendwie missfällt es den Russen wohl.

      http://www.cumhuriyet.com.tr/amp/haber/dunya/902220/Rusya_ile__Hmeymim_gerilimi…_Hulusi_Akar_ve_Hakan_Fidan_a_kritik_mektup.html?__twitter_impression=true

      Ich will nicht zu viel hineininterpretieren. Schlagzeilen in der TR hat die Meldung gemacht, wonach das russ. Innenministerium aus der Liste der Urlaubsorte genommen hat, wo deren Bedienstete Urlaub machen könnten. Es ist natürlich kein Boykott oder Verbot, aber höchst auffällig.

  4. Zu den Drohnenattacken in Syrien an verschiedenen Orten in den letzten Tagen findet sich eine handwerklich saubere technische Analyse hier:

    https://www.bellingcat.com/news/mena/2018/01/12/the_poor_mans_airforce/

    Über das eine oder andere Detail kann man anderer Meinung sein, beispielsweise dass von solchen Bömbchen eine Antonov AN-72 zerstört wurde. Beschädigt klingt glaubhafter. Dennoch haben solche Angriffe eine hohe Gefährlichkeit (siehe die getöteten russ. Soldaten) und ein erhebliches Terrorpotential.

    Ich gehe davon aus, dass die Russen ihre Flugzeuge recht bald in Flugzeugshelter stellen werden, zumindest werden sie sie nicht mehr unter freiem Himmel in Paradeformation in Reih und Glied stellen und sie werden z.B. auch die Abstellpositionen wechseln und verteilen.

    Jeder Ingenieurstudent zusammen mit einem Modellbauer bekommt so eine Drohne hin. Rein statistisch findet sich sowas auch bei der bärtigen Internationale.
    Da braucht es keine Grossmächte im Hintergrund. Teile wie GPS-Emfänger sind heute in jedem Smartphone, es gibt sie frei zu kaufen und auch andere Teile kann man sich für kleines Geld in die Türkei schicken lassen.

    Ob die vor Küste herumkurvende P8 der Amis etwas damit zu tun hatte, kann sein, muss aber nicht. Immerhin kann man ausforschen wie die Russen auf solche Bedrohungslagen reagieren.
    Wenn die Amis ständig da rumkurven dann war es vielleicht auch Zufall.

    Ich kann mir vorstellen, dass die Russen ziemlich angepisst sind, weil da mit minimalem Aufwand maximale Verluste erreicht wurden und die zukünftige Abwehr und das sich Einstellen auf diese neue Bedrohungslage aufwändig und teuer ist.
    Eine Wende werden auch diese Drohnen nicht mehr herbeiführen.

    1. Hotzenplotz

      Von Bellingcat eine „handwerklich saubere technische Analyse“ zu erwarten ist ungefähr so wie bei der Bild-Zeitung sauberen Journalismus anzunehmen. Die lügen einfach was das Zeug hält, immer so wie es gerade passt.

      Und, was schreibt Bellingcat in seiner Analyse zu der Aussage des russischen Generalmajors Alexander Novikov, der gesagt hat, in den Bömbchen der Drohnen sei PETN als Sprengstoff eingesetzt worden, so wie er etwa in der ukrainischen Fabrik Shostkinsky Chemical Plant produziert wird? Nichts, natürlich. Es passt ja auch nicht in das zionistische Propaganda-Narrativ, was Bellingcat sich stets bemüht, zu verbreiten.

      Für den Anfang für eine Analyse würde ich also eher mal zu National Interest als zu Bellingcrap schauen:

      http://nationalinterest.org/feature/who-attacked-russian-military-base-swarm-strike-24060

    2. Hotzenplotz, es müsste Dir aufgefallen sein, dass der Drohnenangriff auf Hmyemin und Tartus eine andere Aktion war als der Mörserangriff am 31.12. auf den Luftwaffenstützpunkt, bei dem 2 Soldaten starben.

      Mehr muss man nicht sagen.

      Zu den Drohnen wäre zu bemerken, dass zwar die Fluggeräte selbst durchaus kommerziell zu sein scheinen, allerdings die Steuerung lt. RF- Verteidigungsministerium von Satelliten durchgeführt wurde und die Einstellung dieser Steuerung Spezialisten erfordere, die Ahrar el Sham bislang nicht besessen hat. Zum Sprengstoff hat das PB bereits was gesagt…

      Kann ja sein, wird auch so sein, die von der RF sagen auch nicht die ganze Wahrheit, aber Bellingcat als Quelle… das würde ich mir schwer überlegen.

  5. @Bohnennase : ganz nebenbei bemerkt – es ist auch immer
    eine Frage von was die Leute „gerade heute“ leben sollen.
    Trotz aller Zugehörigkeiten gilt der Satz : Wessen Brot ich ess,
    dessen Lied ich sing !
    Das konnte man auch gut im 30 jährigen Krieg sehen, da zogen
    „Kämpfer“ mit Anhang durch die Lande, um im Krieg zu über-
    leben. Das was sie kennen, könnte sie auch morgen noch ernähren.
    Die von der Landwirtschaft leben können kaum fliehen – müssen
    sich arrangieren. Und wenn da jemand mit einem Haufen Dollar
    auftaucht und dann auch noch die halbe (westliche) Welt dahinter-
    steht – das muss ja doch Zukunft haben. Es gibt leider zu wenige
    Beispiele, dass sich ein Land/eine Gesellschaft erfolgreich gegen
    die westliche „Demokratisierung“ wehren konnte. Und dann ist
    da eben der kurzfristige Erfolg in Sachen Konsum ganz wichtig.
    Man vergleicht sich meistens mit „oben“ und die eigenen Kinder
    sollen es ja mal besser haben. Ich habe kürzlich Bilder von einer
    privaten Syrienreise von 2006 gesehen – da hängen sich Kinder
    an die Touristen ran um etwas vom Wohlstand abzubekommen.

  6. Das al Hass-Plateau wird jetzt auch vom Süden aus zerteilt, dürfte bald komplett gesäubert sein.

    Die Verbindung von Khanasser zu den Truppen vor Abu Duhur wird dagegen bisher nicht geschlossen, vielleicht wollen ja doch noch IS-ler ihre Jungfrauengabe verschieben und nach Rest-Idlib durchschlüpfen.
    Wenn die Verbindung im Ernstfall gebraucht wird, dürfte sie sie rasch herstellen lassen.

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