Syrische Armee kommt im Süden der Provinz Idlib weiter rapide voran

Auch am heutigen Dreikönigssamstag ist die syrische Armee im Kampf gegen Al Kaida im Süden der Provinz Idlib inoffiziellen Meldungen zufolge wieder rund ein halbes Dutzend Dörfer vorangekommen.

Die syrische Armee hat damit nun die Straße von Shutayb nach Abu Dhuhour bis unmittelbar vor der Bezirksstadt Sinjar unter Kontrolle und steht auf einer Breite von rund einem Dutzend Kilometern unmittelbar südlich der Straße von Maraat Al Numan über Sinjar nach Saraa. Auf der Karte sehen die Front und die Lage am heutigen Abend damit in der Gegend etwa wie folgt aus:

Auf rund 75 Quadratkilometer soll sich das heute an dieser Front von der Armee eingenommene Gebiet belaufen und bis zur Terroristenhochburg Abu Dhuhour sind es von Süden nun nicht mal mehr 17 Kilometer. Geht der Vormarsch der Armee in dem Tempo weiter, könnte die Armee schon Ende der Woche den südlichen Ortsrand von Abu Dhuhour erreichen.

Was die Lage im Iran angeht, so haben dort auch am heutigen Samstag wieder Tausende Menschen an Demonstrationen für die islamische Republik und gegen die gewalttätigen Unruhen zum Jahreswechsel teilgenommen. Der Vorsitzende des iranischen Expertenrates Mohsen Rezayee erklärte unterdessen in den Medien, dass die blutigen Unruhen im Iran von einem Operationsraum in Erbil in der Kurdischen Autonomieregion des Irak unter Führung des CIA-Agenten Michael D’Andrea und Beteiligung von MEK-Terroristen, Saddam-Hussein-Loyalisten und saudischen und vermutlich auch emiratischen Offiziellen seit dem Herbst vorbereitet wurden. Die Zeitangaben decken sich mit der Beobachtung, dass die unzähligen gleichartigen Spam-Accounts auf Twitter, die seit Beginn der Unruhen Twitter mit völlig gleichlautender saudischer Anti-Iran-Propaganda fluten, allesamt im September 2017 angelegt worden zu sein scheinen.

Nachtrag 21:20h: Aus Harasta direkt nordöstlich der Damaszener Innenstadt wurde heute gemeldet, dass die Armee da nun zunächst auf den Flanken weiter vorwärts gegangen ist, bevor dann die Verbindung zu den abgeschnittenen Armeeeinheiten wiederhergestellt werden wird.

Und, schließlich wurde aus der (ehemaligen) Beit-Jinn-Tasche in Südwestsyrien gemeldet, dass die Armee nun auch in den Ort Beit Jinn selbst hineingegangen ist.

Nachtrag 23:25h: @sayed_ridha hat mitgeteilt, dass die syrische Armee zwischenzeitlich auch den auf der Straße von Maarat Al Numan nach Sinjar liegenden Ort Kafriya eingenommen hat.

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17 Gedanken zu “Syrische Armee kommt im Süden der Provinz Idlib weiter rapide voran

  1. Die syrische Armee macht hier richtig gute Arbeit, Stück für Stück und Dorf um Dorf geht es entlang der Bahnlinie stetig voran. Am Ende gibt es dann eine neue
    Verbindung nach Aleppo und eine Tasche im Osten. Interessant ist, dass der IS
    sogar dabei mithilft, was ich davon halten soll weiß ich nicht.
    Nach den Vereinbarungen von Astana sollte es in Idlib ja einen russischen Streifen geben in der Mitte. Das wird wohl auch irgendwann umgesetzt und die
    SAA macht schon die Vorarbeit.

  2. Situation in Idlib ist unklar. Angeblich gab es in Sinjar und Maaret al Nuuman Protete gegen Islamisten. Angeblich hat HTS alles ostlicher von Sinjar schon verlassen. Nur noch lokale Islamisten halten Wache in ihre Dörfern. (Auch in Süd Damaskus gab es proteste gegen Islamisten). Angeblich sind Problemen aufgetaucht, wenn evakuirte islamisten aus Daraya, Aleppo… in Gegend gekommen sind wo Einheimische Fremden nicht trauen. Misstrauen ist sehr gross. Krieg in Idlib könnte uns noch alle überraschen. Es werde mich nicht wundern wenn bis April alles fertig würde aber auch nicht, wenn in Dezember Islamisten noch hälfte Idlib halten. Was ist mit Russland-Türkei-Iran Deal? Wo ist Grenze wo SAA Truppe kommen können, oder dürfen? Wieso SAA Einheiten aus andere Richtungen ruhen?
    In Ost Ghuta gibt schwere kämpfe. Angeblich an SAA Seite über 130 Tote und auf Islamistische Seite schon 400. Niemand zählt verletzte. SAA ist nah an Eingekesselte aber weit davon Linie zu erreichen welche vor letzte Ofensive waren. Spannende Zeit. Ich finde 6-8 Dörfer pro Tag ist eine ganz gute Beute.

    1. Der Deal ist sicher schon geplatzt, da die Türkei offensichtlich nicht Assad als Präsidenten akzeptiert. Islamisten in Idlib leisten keinen ernsten Widerstand. Vermutlich haben sie viel weniger aktive Kämpfer als vermutet wird. Sie werden sich wohl in den drei größten Städten eingraben und im Hinterland 2-3 Versorgungslinien zur Türkei halten. Bei den IS-Truppen braucht man nicht logisches Denken voraussetzen. Vermutlich dürfen sie ihre kleine Enklave behalten bis die Provinz Idlib komplett zurückerobert ist.

  3. könnte die iran-kampagne eine false-flag kampagne sein um die USA lächerlich zu machen und dem trump’schen plan USA zu isolieren dienen? viel zu schnell glätten sich die medialen wogen, oder etwa nicht? in den meldung stand sogar „USA nutzen UN um sich einzumischen“. sonst werden die worte russlands ja eher selten so klar übernommen.

    und wie siehts mit der vehicle management base aus wo SAA eingeschlossen ist? irgendwelche twittermeldung meinen da könnte bald gestürmt und abgemetzelt werden..

    1. pizza

      „könnte die iran-kampagne eine false-flag kampagne sein um die USA lächerlich zu machen und dem trump’schen plan USA zu isolieren dienen?“

      Ja, ich halte es durchaus für möglich, dass die Kampagne von Trump – aus welchen Gründen auch immer – gezielt auf ein klägliches Scheitern angelegt wurde. So eine stümperhaft gemachte Regime-Change-Kampagne ist mir noch nie untergekommen.

      Eine offen von den Terrorgruppen MEK und KDP-I geführte gewalttätige „Volksrevolution“ im Iran, unterstützt von Netanyahu, Trump, Salman, ISIS, Clinton und McCain, da lachen ja die Hühner. Das ist wie als wenn man in Deutschland mit Brandanschlägen und Morden eine von Al Kaida und Taliban geführte und von Gurbanguly Berdimuhamedow und Kim Jong-un unterstützte „Volksrevolution“ probieren würde. Da ist ein klägliches Scheitern aufgrund mangelnder Popularität der Anführer der „Volksrevolution“ geradezu vorprogrammiert.

      „und wie siehts mit der vehicle management base aus wo SAA eingeschlossen ist?“

      Siehe dazu den Nachtrag zum Artikel: die syrische Armee geht seitwärts in den Flanken vorwärts und schafft damit eine bessere Grundlage für die Wiederherstellung der Verbindung.

      1. Liebes Parteibuch, @Pizza,

        da würde ich mich Euch anschließen. Vor allem kann Trump keinen Krieg gebrauchen, weder im Iran, noch Saudi, noch Venezuela (da kämpft er ebenfalls halbherzig). Das wäre alles Wasser auf die Mühlen der Zios weil ein Krieg unkontrollierbar ist und Chaos freisetzt der im Augenblick nur den Globalisten helfen würde. Und es würde ihn Stimmen kosten weil die Amerikaner sagen würden: „was ist jetzt der Unterschied zu Obama oder Hitlary?“

    1. irma

      Ich kann bisher nicht erkennen, was an den Videokanälen besonders spannend oder empfehlenswert sein soll. Dazu muss ich aber sagen, dass ich ohnehin wenig Zeit zum Video schauen habe.

    1. Es tritt das ein, was hier schon von einigen vermutet wurde: während es am Anfang für die syrische Armee noch relativ zäh vorangegangen ist, scheinen die Verteidigungslinien der Terroristen dem tagelangen, andauernden Druck nicht standzuhalten.

      Zwar kann man die Situation nicht Eins-zu-Eins mit dem Stadtkampf in Aleppo vergleichen, aber auch da war es so, dass zunächst um jede Hausecke gekämpft wurde. Sobald die Verteidigungslinien geschwächt waren, wurde der Gegner regelrecht überrannt.

      Und jetzt passiert – wenn auch noch mehrheitlich inoffiziell – genau das, worauf viele gewartet haben: immer mehr Berichte von Vorstößen westlich von Khanaser, von gezielten Luftschlägen westlich des Jabbul-See und selbst von (noch dementierten) Vorstößen im Großraum Jisr al-Shughur ist zu lesen.

      Und was machen die Russen? Die beweisen mit einer beeindruckenden Stärke, dass sie nahezu jeden Ort im Gouvernement Idlib ohne Probleme mit ihren Luftstreitkräften erreichen und angreifen können.

      Da fliegt den Terroristen im Moment sowohl militärisch als auch psychologisch soviel um die Ohren, dass man gespannt sein kann, was in der kommenden Woche alles passiert.

      Ich lehne mich aus dem Fenster und tippe auf ein Treffen mit Truppen der syrischen Armee aus Richtung Aleppo nördlich von Abu Duhur Ende der Woche.

      1. Pragmatisch

        Ja, so sieht es aus. Die syrische Armee kommt im Südosten der Provinz im Moment voran wie ein heißes Messer durch Butter. Hindernisse gibt es kaum und die Kampfmoral der meisten Terroristen ist nahe dem Nullpunkt.

        Es ist ja auch logisch. Die ursprüngliche Front hatten die Terroristen tief gestaffelt gesichert mit unzähligen Minen, Tunneln und Gräben, Waffendepots und reichlich Kämpfern. Nachdem die syrische Armee da durch war, musste jedem Terroristen klar sein, dass sie im offenen Gelände, wo es sowas bislang nicht gibt und es lange dauert, sowas aufzubauen, überhaupt keine Chance haben, die Armee aufzuhalten.

        Das ändert sich erst wieder ein Stück weiter westlich, wo es bergig ist, und das Gelände den Terroristen damit eine gewisse natürliche Deckung gibt.

  4. Gibt es irgendwo Analysen zur ISIS Tasche in Hama und fehlenden Konflikten/Berichten zu Konflikten zwischen SAA und derer?
    Erinnere mich an eine offiz. Karte des US-Außenministeriums oa. Nov/Dez 2017 auf der die ISIS Tasche gar nicht eingezeichnet war bzw. als Regierungsgebiet (ähnlich wie auf den rus. Karten das Ost-Euphrat). Irgendwelche Indizien?

    1. Georg

      Da braucht es nicht viel Analyse. Solange die ISIS-Terroristen in der Mini-Hama-Tasche im Süden der Idlib-Tasche vornehmlich gegen benachbarte Al-Kaida-Terroristen kämpfen, hat die syrische Armee wenig Grund, die Terroristen dabei zu stören, sich gegenseitig zu eliminieren.

      1. Es geht mir eher um das Motiv der Terroristen. Vorallem vor der Idlib-Offensive wären Überfälle auf SAA-Positionen ja nicht aussichtsloser/voller als auf Al-Kaida. Falls es aber überhaupt Berichte dazu gibt, sind die bereits sehr lang her.

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