UNO-Generalversammlung bekräftigt, dass Änderungen des Status von Jerusalem null und nichtig sind

Die UNO-Generalversammlung hat am heutigen Donnerstag mit großer Mehrheit bekräftigt, dass jegliche Entscheidungen und Aktionen, die vorgeben, den Charakter, den Status oder die demografische Zusammensetzung der Heiligen Stadt Jerusalem verändert zu haben, keinen legalen Effekt haben, sie null und nichtig sind und in Übereinstimmung mit den relevanten Resolutionen des UNO-Sicherheitsrates rückgängig gemacht werden müssen.

Der Resolutionsentwurf war simpel gehalten und bekräftigte lediglich langstehende Positionen der UNO-Generalversammlung und des UNO-Sicherheitsrates, einschließlich der in den letzten Tagen der Amtszeit von US-Präsident Obama beschlossenen UNO-Sicherheitsratsresolution 2334.

The General Assembly,

Reaffirming its relevant resolutions, including resolution A/RES/72/15 of 30 November 2017 on Jerusalem.

Reaffirming the relevant resolutions of the Security Council, including resolutions 242 (1967), 252 (1968), 267 (1969), 298 (1971), 338 (1973), 446 (1979), 465 (1980), 476 (1980), 478 (1980), and 2334 (2016),

Guided by the purpose and principles of the Charter of the United Nations, and reaffirming inter alia, the inadmissibility of the acquisition of territory by force,

Bearing in mind the specific status of the Holy City of Jerusalem and, in particular, the need for the protection and preservation of the unique spiritual, religious and cultural dimensions of the City, as foreseen in the relevant United Nations resolutions,

Stressing that Jerusalem is a final status issue to be resolved through negotiations in line with relevant United Nations resolutions,

Expressing in this regard its deep regret at recent decisions concerning the status of Jerusalem,

Affirms that any decisions and actions which purport to have altered, the character, status or demographic composition of the Holy City of Jerusalem have no legal effect, are null and void and must be rescinded in compliance with relevant resolutions of the Security Council, and in this regard, calls upon all States to refrain from the establishment of diplomatic missions in the Holy City of Jerusalem, pursuant to resolution 478 (1980) of the Security Council;

Demands that all States comply with Security Council resolutions regarding the Holy City of Jerusalem, and not to recognize any actions or measures contrary to those resolutions;

Reiterates its call for the reversal of the negative trends on the ground that are imperiling the two-State solution and for the intensification and acceleration of international and regional efforts and support aimed at achieving, without delay, a comprehensive, just and lasting peace in the Middle East on the basis of the relevant United Nations resolutions, the Madrid terms of reference, including the principle of land for peace, the Arab Peace Initiative and the Quartet Roadmap and an end to the Israeli occupation that began in 1967;

Decides to adjourn the tenth emergency special session temporarily and to authorize the President of the General Assembly at its most recent session to resume its meeting upon request from Member States.

128 von 193 UNO-Mitgliedsstaaten haben sich weder von irreführenden Münzwerbeversuchen des zionistischen Apartheidregimes noch von plumpen US-amerikanischen Drohungen davon abbringen lassen, für den Resolutionsentwurf zu stimmen.

Unter den Befürwortern der Resolution befinden sich außer den USA natürlich alle anderen Mitglieder des UNO-Sicherheitsrates. Das ist wenig überraschend ist, da eine entsprechende Sicherheitsratsresolution vor wenigen Tagen nur am Veto der USA gescheitert ist. Außerdem befinden sich auf der Seite der Unterstützer unter anderem zahlreiche weitere EU- und NATO-Staaten, darunter Deutschland, Japan sowie alle BRICS, SCO- und GCC-Staaten und natürlich Iran, die Türkei und Jordanien.

Gegen die Resolution haben außer den USA und „Israel“ nur sieben weitere wichtige UNO-Mitgliedsstaaten gestimmt, nämlich Guatemala, Honduras, die Marshallinseln, Mikronesien, Nauru, Palau und Togo. Man mag das als den harten Kern bezeichnen, der noch vom US-zionistischen Empire übrig ist.

Daneben gibt es aber noch 35 weitere Staaten, die sich enthalten haben, und sich damit beim Völkerrechtsbruch de facto an die Seite von Israel und den USA gestellt haben, sowie 21 Staaten, die an der Abstimmung nicht teilgenommen haben, was in einigen Fällen der impliziten Unterstützung für den US-zionistischen Völkerrechtsbruch gleichkommen dürfte. Bemerkenswert unter den Staaten, die sich zum US-zionistischen Völkerrechtsbruch enthalten haben, sind sicherlich die NATO-Staaten Kanada, Polen, Ungarn, Rumänien, Lettland, Kroation und Tschechien, wobei die sechs Letztgenannten damit auch anders als die große EU-Mehrheit gestimmt haben, und weiterhin der islamisch geprägte europäische Staat Bosnien-Herzegowina. Auch die Enthaltung von Australien, Argentinien, Mexiko, den Philippinen sowie von Südsüdan und weiteren afrikanischen Staaten mag Aufschlüsse darauf geben, wo das US-zionistische Empire mit seinen Drohungen noch Erfolg hat.

Zu den 21 Staaten, die an der Abstimmung nicht teilgenommen haben, muss man wissen, dass einige der ärmsten Staaten der Welt aufgrund von Beitragsrückständen bei der UNO häufig kein Stimmrecht in der UNO haben, und die Nichtteilnahme so ohne weitere politische Wertung zustandegekommen sein könnte. Bei einigen Staaten, die nicht teilgenommen haben, dürfte das jedoch nicht der Fall gewesen sein, sondern nur eine andere Form der Enthaltung. Bemerkenswert ist etwa, dass die Ukraine nicht an der Abstimmung teilgenommen hat, womit sie US-israelischen Wünschen und Drohungen gefolgt sein dürfte und der Mehrheit der NATO- und EU-Staaten den Rücken gezeigt hat. Ähnliche Absichten, das US-zionistische Empire nicht verärgern zu wollen, dürften hinter der Nichtteilnahme von Kenia, Myanmar, der Mongolei und Turkmenistan stehen.

26 Gedanken zu “UNO-Generalversammlung bekräftigt, dass Änderungen des Status von Jerusalem null und nichtig sind

    1. @ Karsten Laurisch, das eine, eher überraschend die meisten Sitze für die Partei des Establishmentprojekts, schließt ja das andere, Mehrheit insgesamt für die Unabhängigkeitsbefürworter, nicht aus.

      ***
      Separatisten: 70 Sitze
      JxCat: 34 Sitze
      ERC: 32 Sitze
      CUP: 4 Sitze

      Unionisten: 57 Sitze
      Ciudadanos: 36 Sitze
      PSC: 17 Sitze
      PP: 4 Sitze

      Mitte:
      CatComú-Podem: 8 Sitze

      Mehr als 90 Prozent der Stimmen (über eine Million) sind nun ausgezählt.
      ***

      (aus dem Standard)

    2. Zu Bosnien-Herzegowina:

      Aufgrund der Dreiteilung des Präsidiums sollte man die Stimmenthaltung von Bosnien-Herzegowina nicht überbewerten. Während bsp. das bosniakische (muslimisch) Präsidiumsmitglied DAFÜR gestimmt hätte, war das bosnisch-serbische Präsidiumsmitglied dagegen.
      Auch hat Bosnien-Herzegowina aus demselben Grund (gegenseitige Blockade) den Kosovo nicht anerkannt. Bosnien-Herzegowina ist – siehe Volkszählung von 2013, zwei Jahre später veröffentlicht – zu etwa 50/50 jeweils muslimisch//christlich – wenn wir die Religionszugehörigkeit auf dem Papier uns ansehen.

  1. Nur nur gekaufte Bananen Repuliken stimmten mit den USA, sogar die Albaner machten nicht mit

  2. Ich denke, das wird Trump nicht interessieren.
    Zur Wahl in Katalonien, wie wird Madrid jetzt reagieren? ! Solch eine demokratische Entscheidung kann die Regierung doch nicht dulden!?
    Rakka, wird Rußland Unterstützung von seitens der UNO erhalten?
    Ich wünsche allen ein frohes Weihnachtsfest, einen guten Rutsch ins neue Jahr und natürlich viel Gesundheit. Mit einem Dankeschön ans PB. Freue mich immer wieder auf diese Seite zu gehen.
    Euer Opa aus Thüringen

  3. Auch wenn die UN-Abstimmung kenerlei Rechtsbindung beeinhaltet, so hat sie aber – so als Schablonenlösung – eine unheimliche Wertigkeit hinsichtlich der aktuell existierenden „Frontverläufen“.

    Der vom PB genannte „harte Kern“ verkommt zum Minikern. Im Grunde „befehligen“ USrael , global gesehen(!), noch genau sieben weitere Staaten, darunter einige, die in der FIFA-Weltrangliste nicht zu den Top 10 gehören ; – )
    Der Anteil der Enthalter und Verp*sser erscheint noch überraschend hoch, aber hier muss man an der Oberfläche kratzen um den Inhalt zu verstehen:
    Würden die Drohungen an und die existierenden Abhängigkeiten dieser Eliten vom neokonservativen Zio-System wegfallen, dürfte auch die Phalanx dieser Verweigerer zusammenschmelzen.
    Mit anderen Worten: Regimechanges in diesen Ländern beherbergen eine immense Gefahr für das Establishment. Wenn „Völker“ die Stimme erhalten oder Druck der „Völker“ direkt an die Elite weitergegeben wird, dann steht die Schicksalsgemeinschaft USA/Israel nackt da. Zu beweisen wäre das – groteskerweise in umgekehrter Richtun – an dem Wahlergebnis vom mindestens 10 Mitgliedern der Arabischen Liga, deren Führer und Regierungsclans liebend gern auf diese Abstimmung verzichtet hätten… aber ein Nein Saudiarabiens, Kuweits oder Tunesiens hätte die Köpfe rollen lassen.

  4. In Aleppo wird der Jahrestag der Befreiung gefeiert. das eine oder andere französische und spanische Medium berichten darüber, unsere investigativen Spezialisten zieren sich noch ein wenig

    1. Sie zieren sich nicht nur, sie wollen heute Abend noch eine „süffisante“ Doku mit Opfern des Assadregimes über seine Foltermethoden bringen. Nicht dass ich mir das ansehen würde, aber sie versuchen es eben immer noch mit den Faktenverdrehen. Und, ja, es gibt sie schon die Assadgegner, aber die hocken jetzt in Europa und lecken ihre Wunden, dürfen nun von der Ferne zusehen, wie ihre Heimat wieder aufblüht.

  5. Eine wichtige Abstimmung. Mit einem wichtigen Zwischenergebnis. Man könnte meinen, dass es nicht so wichtig ist, weil es wieder in der Versenkung verschwindet wie die Abstimmung über die Ächtung von A-Waffen. Aber das A-Waffen-Thema ist wesentlich leichter aus der Wahrnehmung der Massen zu selektieren, als aktuell die Landnahmepolitik Israels.

    Der Humor des Parteibuches ist zudem wieder einmal genial: „Gegen die Resolution haben außer den USA und „Israel“ nur sieben weitere wichtige UNO-Mitgliedsstaaten gestimmt …“ „Sieben weitere wichtige UNO-Mitgliedsstaaten“? Hahaha! Eigentlich ist das Verhalten schade, denn es sind so schöne Länder.

    Wer sich da enthalten hat oder durch Abwesenheit glänzte, ist wieder einmal bezeichnend. Dass das von so vielen Rechten geschätzte Ungarn mit seiner Anti-Soros-Tour dabei ist, sollte einmal zum Nachdenken anregen. Schließlich ging die Flüchtlingskrise 2015 ja auch über Ungarn los. Wenn Wilders sich in den Niederlanden und Le Pen sich in Frankreich durchgesetzt hätten, dann hätten diese Länder sich mindestens auch enthalten, ebenso ein Deutschland mit einer Frau Petry an der Spitze. Den Spruch von Pretzell in Koblenz „Israel ist unsere Zukunft, meine Damen und Herren“ werde ich nicht vergessen. Wenn hinter dem Ganzen ein Drehbuch steckt, dann muss ich schon sagen: Chapeau!

    Warum haben die Saudis dafür gestimmt? Israel und das KSA sind doch so dicke im gemeinsamen Kampf gegen den Terror, vor allem gegen den Terror des Irans, weil der Iran sich erdreistete, gegen das Zentrum von ISIS vorzugehen und deutsche und israelische Bürger vor ISIS schützt. Könnten die Saudis für diesen Kampfauftrag im Dienste der Menschheit nicht auch mit einer israelischen Hauptstadt Jerusalem leben?

    Und noch ein Wort zum deutschen Abstimmungsverhalten: Warum hat Deutschland dafür gestimmt? Ist das nicht antisemitisch? Zudem bin ich sehr verwundert, weil unser neuer UN-Botschafter Christoph Heusgen doch ein glühender Irak-Kriegs-Befürworter war.

  6. BiH ist zur Hälfte christlich. Komisch das da nur der Islam erwähnt wird während etwa die Hälfte Christen sind. Serben und Kroaten.

  7. Sehe ich anders als EPB. Trump reduziert permament Kosten und schwächt die Globalistennetzwerke. (Was die illegal aus einigen Ländern importieren, erspare ich mir hier zu erwähnen.)

    “We’ll save a lot. We don’t care. But this isn’t like it used to be where they could vote against you and then you pay them hundreds of millions of dollars,” he said. “We’re not going to be taken advantage of any longer.”

    https://www.theguardian.com/us-news/2017/dec/20/donald-trump-threat-cut-aid-un-jerusalem-vote

    Ziemlich geschickt das Ganze.
    Und parallel fährt er die Wirtschaft hoch. Mittlerweile gibt es bereits sichtbare Auswirkungen.

    https://www.journalistenwatch.com/2017/12/21/trumps-steuerreform-us-firmen-beschenken-ihre-angestellten-mit-weihnachtsgeld/

    1. Heinz

      Ich verstehe nicht, was du anders siehst als das Parteibuch. Wir sehen das auch so, dass Trump permanent „Globalistennetzwerke schwächt“ oder, wie wir das sagen, für Risse im US-zionistischen Empire sorgt. Die von den USA an andere Staaten gezahlten Gelder sind ja kein Selbstzweck, sondern dienen dazu, diese Staaten enger an die USA zu binden. Wenn Trump solche Gelder nun für die mit „Ja“ stimmenden Staaten streicht, werden diese Bindungen natürlich geschwächt, was keine schlechte Sache ist.

      Zur republikanischen Steuerreform unter Trump habe ich noch einen weiteren Hintergedanken anzubieten: damit wird mE die Einnahmeseite im US-Staatshaushalt nachhaltig geschwächt. Das wird schon bald dazu führen, dass mehr Spardruck im US-Haushalt entsteht. Und da gibt es vor allem einen dicken Batzen, wo sich wirklich eine Menge sparen ließe, nämlich beim Militär. Natürlich werden sich die US-Politiker beim Sparen erstmal wieder auf die Sozialprogramme stürzen, aber da wird im Unterschied zum Militär nicht viel zu holen sein. Noch ließe sich das zwar, wenn man denn wollte, über höhere Schulden entschärfen, aber wenn der Dollar seine Reservewährungsfunktion demnächst zunehmend verliert, dann wird auch das nicht mehr in ausreichendem Maße gehen. Beim Militär denke man nur etwa an die Kosten für die beinahe 1000 US-Stützpunkte im Ausland. Davon könnten die USA locker 90% sparen, ohne dass es durchschnittlichen US-Amerikanern dadurch irgendwie schlechter ginge.

      1. ***Und da gibt es vor allem einen dicken Batzen, wo sich wirklich eine Menge sparen ließe, nämlich beim Militär.***
        Wie laesst sich das mit deiner Ansicht, dass das Militaer hinter Trump steht, vereinbaren? Die wuerden sicher nicht sehr erfreut sein, wenn es einem Teil von ihnen an den Kragen ginge.

        Abstimmung:
        Auch Oesterreich hat sich enthalten! Strache hat im Fahrwasser von Trump angekuendigt, dass die oesterreichische Botschaft nach Jerusalem verlegt werden sollte, trotzdem hat das israelische Regime angekuendigt, dass sie alle Minister der FPOe boykottieren werden.
        Und nun diese weitere Kreidefresserei der Stimmenthaltung.
        Haette ich mir das eher von Deutschland erwartet.

      2. Moho

        Es ist meinem Kenntnisstand zufolge einigen führenden US-Generälen durchaus bewusst, dass ein Großteil der Abermilliarden, die die USA für Militär – und vieles davon in Übersee – ausgeben, besser in Infrastruktur und ähnliche Dingen in den USA angelegt wären. Außerdem gibt es beim US-Militär unstrittig Riesenbatzen Geld, die schlicht verschwendet werden, was ein Grund für das gerade begonnene erste Audit in der Pentagon-Geschichte ist.

        Was das Abstimmungsverhalten Österreichs zur Jerusalem-Resolution der UNO angeht, irrst Du Dich. Österreich hat zugestimmt, wie das oben im Artikel gezeigte Bild vom Abstimmungsergebnis zeigt.

  8. Ich dachte, das Parteibuch unterstützt die Ein-Staat-Lösung? Die Zwei-Staaten-Lösung ist ja zum Scheitern verurteilt. In dem Sinn wäre ein juristisches Anerkennen Jerusalems als Hauptstadt aber nur ein Vorgreifen auf das Unvermeidbare, oder irre ich?

    Geht es also im Kern nur darum, Netanjahu zu zeigen, wo er wirklich steht; und wer im Falle des Falles noch hinter ihm stehen würde? Da drängt sich mir aber doch auf, dass Netanjahu weiß, dass (z.B.) Merkeldeutschland im Zweifel sehr wohl ihn und nicht die Araber(/Palästinenser) unterstützen würde. Die Realität hat es ja schon gezeigt.

    Andererseits ist es köstlich, den Trump’schen Kunstgriff zu beobachten, wie er den Anti-Iran-Monolith aus „Liberalem Westen“, Israel und den Sunni-Staaten (vormals/2015 noch mit Katar und Türkei) endgültig in einen Haufen von Irren mit Partikularinteressen zersprengt.

    Beim Schreiben fällt mir da gerade auf: Die Türkei hat ja auch dagegen gestimmt! Die ist doch hoch abhängig von Sympathien der USA (gerade jetzt, wo auch einige EU-Staaten als Partner wegbrechen; und Putin in Syrien bald am Ziel angelangt ist & die Türkei nicht mehr weiter als Alliierten brauchen wird).

    1. Noch ein Gast

      Du irrst. Erstens. Eine Einstaatlösung mit gleichen Rechten für alle Einwohner kann es nur geben, wenn Israel unter Druck gesetzt wird, gleiche Rechte für alle zu akzeptieren. Und diesbezüglich ist das Bestehen darauf, dass Israel seine völkerrechtlichen Verpflichtungen zur Herbeiführung einer Zweistaatenlösung einhält, recht hilfreich. Zweitens. Die Türkei hat anders als von dir hier behauptet dem UNO-Resolutionsentwurf zugestimmt, wie aus dem Bild oben im Artikel eindeutig hervorgeht, zugestimmt.

      Wie wäre es mal damit, Artikel vor dem Kommentieren auch zu lesen?

      1. Eine Einstaaten-Lösung wäre Israels Ende. Dazu wird es nie kommen.
        Ich weiß bis heute nicht genau, wie sich die Zios ihre Zukunft vorstellen. Jede Lösung, die nicht auf Fairness, Gleichberechtigung, Augenhöhe und Kompromissen aufbaut, wird keine Lösung sein.
        Die Israelis können sich doch nicht ernsthaft damit beschäftigen, dass die semitischen Araber alle ihre Koffer packen und nach – sagen wir mal – Jordanien abwandern und dort „ihr Palästina“ gründen.
        Das wird es nie geben.
        Und ein „Weiter so“ , man schaue sich mal die vertrakte Situation nach nur 70 Jahren Israel an, kann doch auch keine ernsthafte Lösung sein.
        Einen Einstaat kann es aufgrund der Demographie nicht geben. Das kann ich sogar verstehen. Also bliebe, und im Grunde ist das sonnenklar, nur eine gerechte Aufteilung des Landes und der Kapitalen Jerusalem…
        Also, wo zum Teufel liegt das Problem?
        Die Anzahl der Palästinenser nimmt jährlich zu, die Probleme werden für Israel nicht kleiner werden. Nicht nächstes Jahr, nicht übernächstes Jahr und auch sonst nicht.
        Selbst wenn die ganze Welt Jerusalem als israelische Hauptstadt anerkennen würde… die Palästinenser werden sich nicht auflösen oder in Tannenbäume verwandeln. Man wird ohne gerechte Lösung immer und immer dieses Millionenvolk im eigenen Land oder als direkte Nachbarn gegen sich haben.

        Welche Vision haben die Zios? Und ich meine, welche realistische?

      2. kaumi

        „Die Israelis können sich doch nicht ernsthaft damit beschäftigen, dass die semitischen Araber alle ihre Koffer packen und nach – sagen wir mal – Jordanien abwandern und dort „ihr Palästina“ gründen.“

        Doch, genau das ist seit Jahrzehnten israelische Politik. Genau so stellt die Mehrheit der Israelis sich die Zukunft vor: die Mehrheit der indigenen palästinensischen Bevölkerung wird ins Exil transferiert, womit ein Groß-Israel mit jüdischer Mehrheit entsteht, und enn der Fakt auf dem Boden erstmal komplett ist, wird dagegen genausowenig irgendjemand was machen wie an der Übernahme Nordamerikas durch weiße europäische Siedler. So stellt Israel sich das vor.

      3. Meier

        Nein, das ist kein Plan, sondern ein feuchter israelischer Traum.

        Natürlich ist es Politik Israels, möglichst viele Palästinenser aus Palästina fortzuschaffen, und zwar ganz egal wohin. Nur fehlt da natürlich die Zustimmung der auszuschaffenden Palästinenser und, vor allem, wenn es um große Zahlen auf einmal geht, die Zustimmung der aufnehmenden Staaten.

        Die zu bekommen ist auch nicht realistisch, weshalb Israel weiter mit Aussschaffung per Salami-Taktik macht, möglichst viele Palästinenser individuell durch die rassistische Missachtung grundlegender Menschenrechte, dem gezielten Zerstören palästinensischer Lebensgrundlagen – etwa dem massenhaften Abbrennen palästinensischer Olivenbäume – und der Zerstörung palästinensischer Häuser sowie dem Verweigern von Neubaugenehmigungen wegzuekeln.

      4. @pb

        „Nein, das ist kein Plan, sondern ein feuchter israelischer Traum.“

        So werte ich das auch. Aber: Stimmen die Fakten in dem Artikel zu diesem „Jahrhundertdeal“? Ich kann das gar nicht glauben. Erinnert ein wenig an die Erzählungen von polnischen, französischen und deutschen Madagaskarplänen. Und warum auf dem Sinai? Den hatte man 1967 doch eingenommen aus zionistischen Motiven.

      5. Meier

        Ich bin mir nicht sicher, wie der Sales-Pitch da lauten soll, vermutlich irgendwas wie dass dann ja auch für die vielen Menschen in Gaza mehr Platz wäre, aber da Zionismus auf der Ideologie des Rechts des Stärkeren basiert, vermute ich stark, dass die eigentliche Kalkulation darin besteht, dass diese Leute glauben, dass Ägypten der schwächste, korrupteste und am meisten abhängige Staat ist, und sie es mit Ägypten machen können. Schließlich hat es ja 1979 auch als erstes mit Ägypten geklappt, arabische Staaten für Israel einzuspannen. Da liegt es aus Sicht mancher Zionisten sicher nahe, das nochmal als erstes mit Ägypten zu probieren.

  9. Guten Tag,

    „UNO-Generalversammlung bekräftigt, dass Änderungen des Status von Jerusalem null und nichtig sind“

    Ich hatte vermutet, dass hat Herr Trump schon vorher sehr genau wußte, wie die UNO-Abstimmung über seine Jerusalem-Entscheidung ausgehen würde.

    Könnte es sein, dass Herr Trump lediglich im Sinn hatte, die Weltöffentlichkeit großflächig auf die „menschenfreundliche“ Besatzungsmacht IL zu lenken, damit endlich wieder Friedens-Verhandlungen in Gang gesetzt werden. ??

    Statement by President Trump on Jerusalem
    —————————————–
    https://www.whitehouse.gov/briefings-statements/statement-president-trump-jerusalem/

    Von einer deutschen Seite/Blog entnommen, die Herrn Trump’s Rede übersetzt hat.

    Neben viel Honig für IL, aber auch diese Aussagen.

    *** Snip: Copyright ***

    Na ja, vielleicht kann ich doch nicht so gut zwischen den Zeilen lesen und es ist lediglich ein Wunschdenken, dass die Friedens-Verhandlungen wieder beginnen. :-))

    Allen Frohe Weihnachten

    1. Peace

      In Trumps Jerusalem-Entscheidung sind sicherlich unterschiedliche komplexe innen- und außenpolitische Kalküle eingegangen.

      Außenpolitisch dürfte klar gewesen sein, dass die Entscheidung der offen geplanten israelisch-saudischen Achse schweren Schaden zufügt. Und der Schaden dürfte dadurch noch nachhaltiger und langwirkender werden, dass Trump nicht einfach das US-Konsulat in Jerusalem in Botschaft umbenannt, sondern jahrelang eine neue Botschaft bauen will. Das garantiert, dass das Thema Jerusalem jahrelang global in den Schlagzeilen bleibt.

      Das dürfte auch die Frage beantworten, ob Trump die Entscheidung deshalb oder trotzdem getroffen hat.

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