Syrische Armee macht Fortschritte im Südosten von Aleppo

Der syrischen Armee ist es inoffiziellen Quellen zufolge am heutigen Mittwoch im Kampf gegen die Terrorgruppe Al Kaida südwestlich von Khanasser in der Provinz Aleppo gelungen, zwei Dörfer und einen Hügel einzunehmen.

@GeromanAT hat eine übersichtliche Karte dazu veröffentlicht:

Die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA meldete unterdessen im Einklang mit gestrigen inoffiziellen Meldungen, dass es der syrischen Armee im Süden der Provinz im Kampf gegen die gleichen Al-Kaida-Banden gelungen sei, Feuerkontrolle über die Dörfer al-Zahraa und Tal Khanzir zu erlangen.

In der türkischen Metropole Istanbul fand heute derweil ein vom türkischen Präsidenten Erdogan einberufener Sondergipfel der Organisation für islamische Zusammenarbeit zu Jerusalem statt, an dem zahlreiche Staats- und Regierungschef islamisch geprägter Staaten, sowie als Überraschungsgast der venezolanische Präsident Maduro, teilnahmen. Saudi Arabien, das seit einigen Monaten unter Führung von US-Präsident Trump versucht, eine arabisch-israelische Allianz gegen Iran zu schmieden, schickte im Unterschied zu zahlreichen anderen Staaten nur einen vergleichsweise niedrigrangigen saudischen Minister für OIC-Angelegenheiten. Auf dem inoffiziell unter dem Motto „Islamische Einheit für Al Quds“ stehenden Gipfel wurde dann eine Erklärung verabschiedet, in der es unter anderem heißt, dass die OIC-Staaten die Erklärung des US-Präsidenten Trump zur Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels verurteilen, sie Palästina als Staat und Ost-Jerusalem als besetzte Hauptstadt dieses Staates anerkennen und sie andere Länder dazu aufrufen, es ihnen gleichzutun.

Das klingt erstmal nicht nach einem mächtigen Ergebnis. Aber der erfahrene ehemalige indische Diplomat Melkulangara Bhadrakumar sieht das dennoch als wichtiges Ereignis, und zwar unter anderem weil damit die Führungsrolle in der islamischen Welt de facto von Saudi Arabien, dass sich nicht an die Spitze des Kampfes für Jerusalem stellen kann und will, auf die Türkei übergeht und die Jerusalem- und Palästina-Frage damit von einer vornehmlich arabischen zu einer weiter gefassten islamischen Angelegeheit wird. Wollte Saudi Arabien noch vor ein paar Monaten seine mit vielen Petrodollars gekaufte und von den USA unterstützte Führungsrolle in der arabischen und islamischen Welt dazu benutzen, um Iran zu isolieren, so bedeutet die Entwicklung der letzten Tage nun praktisch das Gegenteil: nicht der in Wort und Tat stets außerordentlich pro-palästinensische Iran, sondern Saudi Arabien steht mit seinem Vorhaben einer arabisch-israelischen Achse gegen Iran nun reichlich isoliert da.

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18 Gedanken zu “Syrische Armee macht Fortschritte im Südosten von Aleppo

  1. Vielleicht wird Erdogan ja doch Sultan und wir haben ihn alle unterschätzt.
    Die Türkei ist auch der potenteste Staat der islamischen Welt und seit Astana mit dem Iran im Verständigungsmodus.

    Und Maduro als Überraschungsgast!
    Da entstehen ganz neue Verbindungen.
    Nur schade, dass Brasilien und Argentinien nicht mehr dabei sind.

    1. Maduro beim islamischen Gipfel finde ich auch überraschend. Der ist doch Anhänger des mittlerweile verstorbenen indischen Gurus Sai Baba.

  2. Senatorenwahl in Alabama, Sieg für einen Demokraten.

    Normalerweise kann die GOP da auch einen dressierten Affen aufstellen und gewinnen.

    So war es auch viel weniger ein Sieg als eine Niederlage für Roy Moore, die Erklärung „Ich habe immer vorher die Mutter gefragt“,wenn es um (eingestandene) Einladungen an Minderjährige ging, war dann wohl doch nicht die richtige Strategie.

    Erster gröberer Fehler von Trump?
    Im Ergebnis offenbar ja.
    Wahrscheinlich hätte auch ein recht kurzfristiger Wechsel des Kandidaten noch gereicht.

    Es gab Aussagen, dass die ganz Rechten Anhänger Moores dann nicht zur Wahl gingen oder er gar als Unabhängiger antritt und Stimmen wegnimmt.

    Aber gerade da hätte man einen „guten Deal“ machen müssen,; ein Angebot an Moore, was er annehmen möchte, und einen Kandidaten finden, hinter dem sich die Anhängerschaft der GOP breit versammeln kann, und dann volle Unterstützung.

    Bald (noch ist es plus zwei, jetzt gibt es verstärkte Bemühungen die Steuerreform schnell durchzubekommen) nur noch 51 zu 49 im Senat, da darf nichts mehr schief gehen.

    Denn noch lebt ja McCain.

    1. andreas

      Bei der Wahl in Alabama wäre ich mir nicht so sicher, wie das zu bewerten ist.

      Ich glaube, da geht jede Analyse fehl, die nicht berücksichtigt, dass Trump in den Vorwahlen den Amtsinhaber Luther Strange unterstützt hat, während Bannon und Konsorten Roy Moore unterstützt haben. Bannon und Konsorten haben sich dann mit ihrem Kandidaten Roy Moore in den republikanischen Vorwahlen gegen Trump durchgesetzt. Doch jetzt hat sich der Demokrat Doug Jones gegen den von Trump in den Vorwahlen nicht, und bei den Hauptwahlen nur lau unterstützten Kandidaten des Bannon-Flügels, durchgesetzt.

      Plus für Trump: Bannon und Co haben einen herben Dämpfer bekommen.
      Minus für Trump: Die republikanische Mehrheit im Senat ist noch einen Sitz kleiner geworden, und da Trump republikanischer Präsident ist, bleibt zumindest Luther Stranges Niederlage, wenn nicht auch die von Roy Moore, trotzdem an ihm kleben, denn richtig ist zweifelsohne auch: unter Präsident Trump haben die Republikaner einen Senatssitz verloren.

      1. Donald Trump hat zu dem Thema auch etwas getwittert. Klingt nach: Ich habe es euch gleich gesagt.

        Viele Grüße

  3. Ich habe gelesen das die Aussage der „belästigten“ Frau falsch war,sie es zugab und 40 Jahre her ist.
    Fazit:VSA sind Schizophren!

    1. Helmut

      Von welcher „belästigten“ Frau redest Du hier? Mir scheint, dir ist ein Kommentar verrutscht, wenn das nicht offener OT und Spam ist?

      1. Es handelt sich um die „Dame“ die den nun abgewählten Regierungschef Moore der sexuellen Belästigung bezichtigt hat.Das hat sie 24 Std. vor der Wahl zurückgenommen und deshalb ist es Straffrei.
        Für Moore hat es aber nicht mehr gereicht weil viele Wähler das gar nicht mehr erfuhren.Eine ganz linke Nummer wie wir das ja auch schon kennen.

    1. Dagegen offensichtlich keine strategischen Fehler bei der Versorgung von Washingtons „arabischer Legion“, wie Ex-CIA-Chef und W. Bushs sowie Obamas Kriegsminister Robert Gates die Buchstabensuppe der von Scheinheiligkeit und Menschenhass im Dienste des Imperialismus geprägten, also rechtsextremistischen bis faschistischen Wahlhabi-Mörderbanden genannt hat.

      Sputnik News, 14. Dezember 2017: „Beispielsweise soll eine Panzerabwehrrakete nur 59 Tage nach ihrer Übergabe an die US-amerikanische Seite in die IS-Hände gelangt sein.“

      https://de.sputniknews.com/politik/20171214318702854-syrien-usa-waffen-terroristen/

      1. Mir auch immer wieder unverständlich warum man immer wieder Abzieht und umgruppiert, bevor eine Front nicht final erledigt, gesichert und gesäubert ist.
        Die TOWs, massenhaft geliefert von CIA und den Golfstaaten, in der ersten Zeit aber wohl auch von der Türkei, waren ein Gamechanger und brachten die Regierung in Damaskus vor rd. 2 1/2 Jahren an den Rand des Sturzes.
        Die TOW ist klein und mobil, aber hochwirksam und killt aber nahezu jeden Panzer bis ca. 3,5Km und jedes Flugobjekt bis ca. 1,5Km Höhe.
        Direkte Treffer von Tows haben bisher nur T72B3 oder T90 überstanden und nur frontal.
        U.a. auch deswegen da bis heute mind. 90% aller syrischen gepanzerten Kräfte weder über aktive, passive noch reaktive Raketenabwehr verfügen und ein blanker T55/T62 und selbst T72 im Bezug zum Panzerschutz fahrende Zielscheiben/Särge darstellen.
        Was dazu führte das die Verluste der gepanzerten Einheiten der SAA bei Teils über 50% lagen, trotz mehrerer Tausend Panzer und Schützenpanzer in den Arsenalen zu Beginn des Krieges.
        Dank Russland sind aber einige Dutzend mordernisierter T62, T72 und einige T90 geliefert worden, sowie Teile der alten T55,62,72 Flotte zumindest halbwegs nachgerüstet und nachgepanzert worden.
        Aber selbst hiermit wurden die großen Verluste der SAA an Panzertechnik durch Feindfeuer, Aufgabe, Erbeutung oder technische Ausfälle (je nach Quelle 1500-2000 Stück) nur zum kleinen Teil wieder ausgeglichen.
        Wobei in Zukunft das Motto mehr Klasse/Qualität statt Masse gelten muss und Russland und Iran hierbei Syrien sicher nicht alleine lassen werden.

  4. Ist Syrien immer noch von der OIC ausgeschlossen? Oder war auch ein Vertreter Syriens dabei?

    Was ist das Gemeinsame der Jerusalemfrage und des israelischen Anspruchs auf den syrischen Golan und darüber hinaus, wie wir alle eindrücklich mit so vielen Toten und Heimatvertriebenen erleben dürfen in diesem aktuellen israelisch-syrischen Krieg, der zu einem regelrechten Weltkrieg angewachsen ist? Es geht immer um sog. gelobtes Land iSv 1. Mose 15,18 bzw. 4. Mose 34,1-12. Es geht eben nicht nur um die Westbank, wenn Bibi im letzten Jahr in der WELT sagte:

    „Wir sind nicht wie Belgien, das eine Kolonie im Kongo errichtet. Wir sind wie Belgier in Belgien. Die Verbindung des jüdischen Volks zur Westbank reicht 4000 Jahre bis zum Stammvater Abraham zurück. Natürlich erkennen wir an, dass auch ein anderes Volk auf diesem Land lebt, auch wenn es Tausende Jahre später kam. Wir wollen sie nicht vertreiben. Aber sie wollen uns vertreiben, aus dem ganzen Land!“

    Jeder religiös gestimmte Jude sollte sich einmal fragen, ob die Widerstände gegen eine solche Überheblichkeit und zu diesem Preis nur von anderen Menschen kommen. (Diese Frage lädt natürlich alle religiös gestimmten Menschen zu ständiger Reflexion ein. Ich nehme mich da nicht aus.)

    P.S. Erdogan betrachte ich zwiespältig, aber seinen Wandel in der Syrien-Geschichte rechne ich ihm hoch an. Wenn er auf diesem Wege weiter wandelt, dann hat er seinen besonderen Platz in der Geschichte zu recht verdient.

    1. Da haben Sie eine interessante Thematik aufgegriffen, mit dem
      Land, welches von Gott gegeben bzw. versprochen wurde. Problem
      ist die Auslegung : Zum Einen steht da ein 1. Bund mit Abram, bevor
      er mit dem 2. Bund/Beschneidung geehrt wurde und den Namen
      Abraham (= Vater einer Menge von Nationen ) bekam. 1.Mose 15,
      V18 gilt also den Nachkommen und schliesst Ismael, den Erstge-
      borenen mit ein, auf den sich meines Wissens auch die Araber
      berufen. Das Land vom Niel bis zum Euphrat wird dann mit 10 Volks-
      stämmen zusammen-gebracht. Hier ist nicht die Rede von Israel ,
      das gabs da noch nicht.
      Dagegen ist in 4.Mose 34 unter dem Anführer Mose für das (kleine)
      Volk Israel ein deutlich kleineres Gebiet (Kanaan) beschrieben, u.a.
      mit dem Salzmeer bzw. Totem Meer als Südgrenze, und im Osten
      steht da u.a. der See Genezareth. Einige alte Ortsnamen dürften
      bis heute unsicher sein – egal, ich wollte damit nur andeuten, dass
      auch das Berufen auf altes Testament oder Bibel nicht so einfach bzw.
      eindeutig sind. So gab es die Eroberung Kanaans unter Josua unter
      Leitung durch einen Propheten und da steht am Ende (Josua 24,12) :
      … nicht durch dein Schwert/Bogen … Gott schickte Entsetzen …, und
      vertrieb damit die Feinde, das Land war an den rechten Glauben bzw.
      Bundestreue gebunden. Eigenmächtigkeit, Unglaube und Götzendienst
      würde zum Verlust des Landes führen. Ich möchte das erwähnen, da
      es sich bei den Führern des modernen Israels oftmals um selbsterklärte
      Nicht-Gläubige und eigenmächtige Militärs handelte, von einem
      neuen „göttlichen Auftrag“ in diesem Zeitalter/Aeon ist mir nichts bekannt.
      Vielmehr hat man erobert, Juden nach Israel gebracht und das dann als
      Wirken Gottes gedeutet um das eigenmächtigen Handeln zu legalisieren.
      Aber viele „Christen“ übernehmen zionistische Behauptungen und
      halten das für „Glauben“, ohne es zu verstehen.

  5. Due Aussage Netanjahus ist natürlich völliger Blödsinn. Denn nicht die Palästinenser sind tausend Jahre nach den Juden nach Palästina gekommen, sie waren schon immer da, auch wenn sie den Glauben gewechselt haben (vorausgesetzt, Palästina ist wirklich mal das Land der Juden gewesen, was man bis jetzt nicht nachweisen konnte), während Netanjahu der Einwanderer aus einer zum Judentum übergetretenen Volksgruppe ist. Aber Geschichte lässt sich immer im Sinne der Mächtigeren verdrehen.

    1. Natürlich, übelste zionistische Propaganda und Lügen.
      Vor allem die Behauptung das „Israel“ und Jerusalem seit über 3.000 Jahren Heimat der Juden ist, obwohl sie dort spätestens sei Ende der römischen Besatzung eine immer kleiner werdende Minderheit waren, fast durchgehend fremdbeherrscht und fremdbesetzt waren (Ägypter, Perser, Römer, Araber, Osmanisches Reich, Engländer) und laut diversen Schätzungen sollen z.B. um 1880 nur noch rd. 30.000 Juden in ganz Palästina gelebt haben, heute sind es rd. 6 Millionen.
      Dazu kommt das weite Teile des Alten Testaments, der Thora und Talmuds weder historisch noch arhäologisch belegbar sind und somit in weiten teilen Sagen, Legenden und Mythen sind, manche sagen auch schlicht Märchen.

      1. @Barbara @ElCommandante

        Man kann Netanjahus Aussage oder das Alte Testament für Blödsinn halten. Ich würde aber woanders ansetzen und Bibi fragen, wie weit denn sein Landnahmeanspruch reicht. 1. Mose 15,18 oder 4. Mose 34,1-12? Denn darüber wird ja nicht öffentlich gesprochen. Joseph Pulitzer meinte einmal:

        „Es gibt kein Verbrechen, keinen Kniff, keinen Trick, keinen Schwindel, kein Laster, das nicht von Geheimhaltung lebt. Bringt diese Heimlichkeiten ans Tageslicht, beschreibt sie, macht sie vor aller Augen lächerlich. Und früher oder später wird die öffentliche Meinung sie hinwegfegen.“

        Ich bin Religionskritiker, aber kein Glaubenskritiker. Ich halte Aufklärung in religiösen Dinge für sehr wichtig, gerade weil die unreflektierte religiöse Irrationalität der Manipulation durch andere Tor und Tür öffnet. Und ich kann mit unserem Chefaufklärer Kant bekennen:

        „Der Glaube an einen Gott und eine andere Welt ist mit meiner moralischen Gesinnung so verwebt, dass so wenig ich Gefahr laufe, die Letztere einzubüßen, ebenso wenig besorge ich, dass mir die Erstere jemals entrissen werden könne.“

        Man kann sich dem auch mit Max Uthoff auf humoristisch-provokante Weise nähern (ab 21:08):

        youtube.com/watch?v=PV3FfF1e4Aw

        Rein kommunikationstechnisch gedacht ist immer da anzusetzen, worauf sich das Gegenüber berufen will. Erinnert sei noch einmal an Bibis Besuch in Moskau als er die Gefahr durch den Iran mit den Geschichten aus dem biblischen Ester-Buch begründen wollte. Putin hat das einfach als alte Geschichten abgebügelt – und ich habe das damals schon hier geschrieben, dass eine andere Reaktion besser gewesen wäre, nämlich darauf hinzuweisen, dass der persische König höchstpersönlich Juden vor dem Untergang bewahrte, ja, sogar die Jüdin Ester ehelichte. Wie kann es sein, dass das beim Purims-Fest alljährlich einfach ausgeblendet wird und nur die Rache an Hamann gefeiert wird und Bibi es ausblendet und Religion nur zu benutzen scheint, um Stimmung gegen den Iran zu machen? Wohlgemerkt: Ich will die Religion nicht beseitigen, sondern zur Reflektion einladen, worum es bei Religion überhaupt geht. Der Schlüssel liegt in der Religion – aber nicht in einem platten Weg von ihr. Das sollten wir nach westlicher a-religiöser Dekadenz und kommunistischer a-religiöser Gewaltregime doch langsam begriffen haben.

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