Syrische Armee rückt im Südosten von Aleppo vor

Wie inoffizielle Quellen am heutigen Dienstag meldeten, sind der syrischen Armee und ihren Partnern im Kampf gegen Al Kaida in der Idlib-Tasche einige Fortschritte im Südosten der Provinz Aleppo gelungen.

24 Resistance Axis hat eine Karte dazu:

Gleichzeitig greift die syrische Armee Al Kaida in der Idlib-Tasche von Süden und Südosten an, wie eine Karte von GeromanAT zeigt:

Allen verfügbaren Informationen zufolge sind die Kämpfe schwer und von hohen Verlusten auf beiden Seiten begleitet.

Die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA meldete am heutigen Dienstag unterdessen, dass die syrische Armee im Kampf gegen ISIS in der Provinz Deir Ezzor den am Euphrat liegenden Ort Quriyah eingenommen habe. 24 Resistance Axis hat eine Karte dazu:

Die heutige SANA-Meldung passt zur gestrigen Mitteilung von SANA, dass die syrische Armee die Kontrolle über den direkt südlich davon liegenden Ort Ashara unter Kontrolle gebracht habe. Allerdings gab es zu der gestrigen Behauptung von SANA, dass die Armee Ashara unter Kontrolle gebracht hat, erheblichen Widerspruch, sodass auch die heutige Meldung von der Einnahme von Quriyah fraglich erscheint, zumal es auch davon bislang keine Bilder gibt. Bis es zur Lage im Euphrat-Tal mehr Klarheit gibt, mag es also noch etwas dauern. Solange ist das Einzige, was da wirklich klar ist, dass im Euphrat-Tal nach wie vor heftig gekämpft wird.

Weiterhin meldete SANA heute, dass die syrische Armee in der südwestlich von Damaskus gelegenen Beit-Jinn-Tasche Fortschritte gegen von „Israel“ unterstützte Terroristen von Al Kaida und Kumpanen gemacht hat, wobei den Terroristen nahestehende Kanäle auf sozialen Medien die von SANA gemeldeten Fortschritte der Armee allerdings auch in diesem Fall bestreiten. Klar dürfte aber auch hier sein, dass in der Beit-Jinn-Tasche so oder so noch ein hartes Stück Arbeit auf die syrische Armee und ihre Partner wartet.

Internationale Medien berichten unterdessen, der UNO-Sondergesandte Staffan de Mistura habe anlässlich der gerade stattfindenden Genfer Gespräche, an denen am morgigen Mittwoch auch eine syrische Regierungsdelegation teilnehmen wird, erklärt, Syrien habe sich bereiterklärt, einem russischen Vorschlag zu einem Waffenstillstand im Osten von Damaskus zuzustimmen. Dass die syrische Regierung zu einem Waffenstillstand in Ost-Ghouta bereit ist, ist allerdings eigentlich keine Neuigkeit, denn das ist die syrische Regierung schon seit langem. Das Problem dabei ist jedoch, dass die von Saudi Arabien und Co unterstützten Terrorbanden in Ost-Ghouta sich nicht daran halten, regelmäßig Damaszener Wohngebiete mit Granaten und Raketen beschießen, und sie kürzlich in Harasta obendrein noch einen Großangriff versucht hatten, worauf die syrische Armee selbstverständlich reagieren muss.

25 Gedanken zu “Syrische Armee rückt im Südosten von Aleppo vor

  1. Ich werde mir die technischen Voraussetzungen schaffen eigene Beweise zu sichern, denn ARTE Journal hat heute mehr als nur Quer geschossen. So etwas wie von ARTE heute will ich in Zukunft dauerhaft haben und zeigen können. Nicht nur für einen Tag. Ich denke ich weiß auch schon wie.

  2. Die Frage die sich mir – nicht zum ersten Mal – stellt: geht man hier zu früh auf aktive Mehrfronten-Politik ein?

    Vielleicht wäre es besser gewesen noch 1… 2 Wochen länger die Kräfte am Euphrat zu bündeln und die Fronten um das Gouvernement Idlib zu halten (einbezogen dass dort natürlich ständig Ausfälle von HTS und Co. kommen, die man bisher aber auch abwehren konnte).

    So hat man das Gefühl, es wird überstürzt zum nächsten Schauplatz gedrängt – mit entsprechenden möglichen Folgen, Stichwort: erste Eroberung Palmyras mit unzureichender Sicherung der Ostfront.

    1. Natürlich war die Chance auch groß, da sich Al Kaida und IS behagten. Da musste Lücken entstehen, die man wohl genutzt hat.

    2. Berechtigte Frage, nur ist Daesh bis auf kleinere örtliche Gegenangriffe zu mehr nicht viel mehr in der Lage, weil schwere Waffen und vor allem Kämpfer fehlen, in erster Linie dank der massiven Dezimierungen durch die russische und syrische Luftwaffe.
      Nach aktuellen Schätzungen sind nur noch rd. 5.000 Daesh Terroristen in ganz Syrien, ca. 1.000 in der südostlichen Idlibtasche, paar Hundert östlich von Damaskus und ca. 3.500-4.000 Am Euphrat, nach anfänglich über 60.000 in ganz Syrien und täglich werden es weniger.
      Dazu kommt das mehrere hundert russische und iranische Ausbilder Monat für Monat hunderte Syrer neu in der SAA ausbilden und alleine dadurch alle paar Monate eine neue Brigade gebildet werden kann.
      Viel gefährlicher und wesentlich potenter ist da die Terroristenkonzentration in der Idlib Tasche, wo sich wohl mind. 30.000 bewaffnete verschiedenster Islamisten und Terrorgruppen tummeln sollen, die noch einiges an schweren Waffen besitzen und im Gegensatz zu Daesh noch volle Waffenlager haben.
      Somit ist das behutsame engerziehen der Idlibtasche incl. das konstante Heranführen frischer SAA Kräfte dort unumgänglich.
      Sobald der Kessel zwischen AlBukamal und Mayadin geschlossen ist, wird dieser schnell ausgeräumt und Daes hoffentlich bis Jahresende damit in Syrien total am Ende sein.
      Selbiges passiert parallel auch auf der irakischen Seite.

  3. Pragmatisch

    Ja, das könnte ich mir vorstellen. Da mögen einige zu optimistisch gewesen sein, mit Annahmen wie, dass die ISIS-Terroristen schnell total zusammenklappen würden, wenn sie all ihre Hochburgen in Syrien und Irak verlören.

    1. Nach den harten Schlachten in Mossul und Raqqa schien es logisch, dass sie sich in einer letzten Stadt noch mal bis zum letzten Mann eingraben. Sie haben sich anders entschieden.

      Bei den Kämpfen entlang des Euphrat-Ufers steht die Frage, ob da mehr Mann überhaupt sinnvoll einsetzbar gewesen wären. Schwere Gerät sollte auch genug da sein für die relativ kleine Fläche.

      Wenn die unglaublich hohen Verlustzahlen der Tiger wirklich richtig übersetzt sind, stellt sich eher die Frage: sind es wirklich Stammkräfte der Tiger, die dort zu Hunderten sterben, und wenn ja, könnte man das nicht anders organisieren.

  4. http://breakingnews.sy/ar/article/96702.html
    Na, das ist mal `ne Nummer:
    John Kerry gab gestern zu Protokoll, dass der Saudi Abdullah, der Ägypter Husni Mubarak und vor allem Bibi Netanjahu ihn und die USA unter starken Druck gesetzt hätten, den Iran zu bombardieren:
    „Sie alle sagten zu mir, das ist die einzige Sprache, die sie in Teheran verstehen“.

    Kerry` s Aussagen umrahmten seine Ansichten zum Thema Iran-Deal, den er immer noch für „den besten Deal zwischen Iran und den USA“ hält, um Stabilität und relative Sicherheit in dieser Region zu bewahren.

    Wahnsinn…

    1. Und noch so ` ne Nummer:
      https://defence.pk/pdf/threads/hamad-bin-jassems-former-qatari-prime-minister-new-confessions-about-syria.529295/

      Ist an mir in dieser Form vorbeigerauscht.
      Hariri unterhielt ein „Operationszimmer“ in Gaziantep/Türkei, von wo er aus – unter Mithilfe des libanesischen Parlamentariers Iqab Sadr – eine bedeutende agitierende Rolle in der Syrienkrise spielte.
      https://scontent.ftxl1-1.fna.fbcdn.net/v/t1.0-9/23905741_1732441003442618_235850209958586623_n.jpg?oh=09b6083bfd5dfe38e483e682d08dbc11&oe=5ACCBCC1
      Der eine (Hariri) soll an die 100 Mio Dollar für seine „politische Arbeit“ erhalten haben, der andere (Sadr) 10 Mio.

      Gibt es auf dieser Welt eigentlich noch irgendwo eine Basis der Aufrechten und Anständigen?

      1. kaumi,

        ich meine mich an ein Zitat ganz am Anfang des Krieges zu erinnern. Hariri sagte damals: mein Weg zurück nach Beirut führt über Damaskus. Kennst Du das?

        Vielleicht musste er die 100 Mio jetzt wegen nicht erbrachter Leistung zurückzahlen. So ein aalglatter Typ. Ich traue diesem Mann nicht. Alles was er jetzt tut, tut er erzwungenermassen. In ihm schlummert ein tiefer Hass auf die Schiiten.

      2. Das PB hatte doch auch die Links zu den geleakten Aussagen von Sadr zum Kampf in Syrien, wenn ich mich richtig erinnere?

      3. „Der eine (Hariri) soll an die 100 Mio Dollar für seine „politische Arbeit“ erhalten haben, der andere (Sadr) 10 Mio.“

        Auch wenn diese Enthüllungen sehr interessant sind und jeder sollte es wissen.

        Aber momentan bedeuten diese Enthüllungen nichts gutes. Wenn jetzt paar Stimmen laut werden und ihm dann was zufälligerweise passiert …… dann …..

        Wenn wir ehrlich sein wollen ist Hariri, jetzt bzw seit seinem Abtritt, zu nichts mehr zu gebrauchen …… ausser …… und genau auf sowas warten doch die Geier

        Ganz ganz gefährliche Geschichte diese Enthüllungen

      4. sg

        Ich sehe in den „Enthüllungen“ nichts neues. Dass März14-Politiker Okab Sakr Terroristen in Syrien unterstützt hat, ist allgemein bekannt. Dass in Wirklichkeit sein März14-Fraktionsführer Saad Hariri da die Strippen gezogen hat, war auch von Anfang an klar, ebenso wie klar war, dass hinter Okab Sakr und Saad Hariri letztlich Saudis wie Bandar Bin Sultan und der jeweilige König standen. Und hinter den Saudis standen Israel und die globalen zionistischen Seilschaften, die in den USA und den meisten EU-Staaten den Ton angaben.

        Wo soll da nun in den neuen „Enthüllungen“ der Skandalwert sein? Soll der Skandal sein, dass diese Herren Terroristen in Syrien unterstützt haben, oder soll er darin bestehen, dass sie es nun vielleicht nicht mehr tun und kaum mehr als 100 Mio zur Unterstützung der Terroristen in Syrien ausgegeben haben, obwohl die Saudis für mehr bezahlt hatten? Womöglich könnte das dann dazu führen, dass die Saudis sich schämen müssten, so knauserig gewesen zu sein, wo doch CIA, MI6, DGSE und Mossad viel mehr in die Unterstützung von Terroristen in Syrien investiert hatten.

      5. @einparteibuch

        „Ich sehe in den „Enthüllungen“ nichts neues.“

        Ja sicher ist das nix neues. Auch meine Meinung. Es geht mir nicht um die Enthüllungen sondern um den Zeitpunkt wo alles wieder aufgewärmt wird. Vorallem nachdem er bei seiner „Abdankung“ von einem Attentat auf seiner Person ____vorlesen____ durfte.

        Ich höre sie schon wieder schreien und es „irgendjemanden“ zuzuschreiben. Diese Masche kennen wir ja auch schon

        Ich würde den Typen aus dem Land bitten oder extrem bewachen.

        Warum die Libanesen ihn zurück haben wollte verstehe ich mein Lebtag nicht.

      6. @pb

        Wenn man in die Region Frieden bringen will, muss man als erstes den Hass dort bekämpfen. Ich meine das müssen die alleine dort machen. Treffen und Aussprachen die jetzt vor Ort / Astana / Beirut … passieren sind der erste Schritt in die richtige Richtung

        Wie schon gesagt solche Nachrichten, in genau diesem Moment, sind kontraproduktiv.

      7. sg

        Ja, sicherlich muss man mit einem False-Flag-Anschlag der zionistisch-wahhabitischen Terrorachse jederzeit rechnen. Aber Saad Hariri halte ich da im Moment für viel weniger gefährdet als noch vor einem Jahr. Jetzt ist jedem klar, dass es die Saudis sind, die Saad Hariri weghaben wollen, und viele verstehen inzwischen auch, dass Saudis und Israelis zusammenarbeiten. Als sein Vater Rafiq 2004/2005 stille Gespräche mit Syrien gehalten hat und deshalb von der zionistisch-wahhabitischen Terrorachse ermordet wurde, hatten das viele noch nicht verstanden.

        Hariris gegenwärtige Popularität im Libanon rührt daher, dass er sich verhält, als ob er eingesehen habe, dass Hisbollah im Libanon da ist um zu bleiben und sämtliche Versuche der gewalttätigen Vernichtung von Hisbollah gescheitert sind. Die Bevölkerung des Libanon, einschließlich der sunnitischen Basis von Hariri, ist den desaströsen Krieg gegen Hisbollah und Iran leid, und Hariri trägt dem in seinem politischen Handeln Rechnung. Er unterhält sich mit Hisbollah und Iran und versucht zu politischen Lösungen zu kommen, was Saudi Arabien und Israel nicht passt, aber von einer breiten libanesischen Bevölkerungsmehrheit, einschließlich seiner eigenen Basis, unterstützt wird.

      8. @Demeter

        Das Zitat kannte ich noch nicht, aber sicherlich ist in all den jahren einiges Gesagte an mir vorbeigerauscht.
        Hariri und „Vertrauen“, das ist wie Schweiz und Marine… passt einfach nicht. Und zwar aufgrund der Kräfteverhältnisse im Libanon von anfang an nicht. Ein sunnitischer Politiker des antisyrischen Blocks dort, mit zusätzlicher saudischer Staatsangehörigkeit und somit des größten innerarabischen Feindes Syriens ausgestattet, war nie eine person des Vertrauens sondern immer schon – mindestens – des Misstrauens oder gleich des Aggitierens. Leider bewahrheitete sich letzteres.
        Obige Enthüllung übrigens (@sg) ist tatsächlich eher eine mit Quellen und Fakten versehene Ergänzung der alten Geschichte.

    1. Sieht so aus, als könnte der von mir gepostete und von Konrad Fitz übersetzte Waffenstillstand doch kein Fake sein.

  5. Die IS-Truppe im Süden der Idlib-Tasche halte ich für ein unangemessenes Risiko. Sie kam von Südosten und benimmt sich wie ein Heuschrecken-Schwarm, muss also durch fortwährende neue Eroberungen ihre Vorräte an Nahrungsmitteln, Waffen und Munition ständig ergänzen.
    Eigentlich müsste die SAA hinterher gehen und die ausgeplünderten Dörfer unter Kontrolle nehmen, den IS vor sich hertreibend.,Das macht sie aber bisher nicht!
    Das Risiko liegt in der Eigenart des türkischen „Ghazitums“, dass man immer dazu geneigt ist, sich dem erfolgreichsten „Räuberhauptmann“ anzuschließen. Es besteht also die Möglichkeit, dass immer mehr Al Qaida-Leute und Hardcore-Dshihadisten zu denen überlaufen und sich ISIS dort konsolidieren kann.

    1. Bisher kontrollierte HTS diese Dörfer; mag sein, dass ISIS „noch schlimmer“ ist, aber wer sich mit Al Kaida arrangiert hat kann auch nicht erwarten, dass er jetzt blitzschnell vor ISIS gerettet wird.

      Vielleicht klingt es zynisch; aber je mehr Dschihadisten sich unter dem Label ISIS zusammen finden, um so leichter lassen sie sich bekämpfen, um so weniger „Krankenhäuser“ und Streichelzoos tauchen auf.

      Und wenn sich deine beiden schlimmsten Feinde gegenseitig abschlachten, liegt es nicht unbedingt nahe, sich dazwischen zu werfen.

    2. Im Augenblick dürfte Al Qaida in der Region noch stärker sein. Wenn SAA die angreift, macht es IS stärker, d.h. es entstehen 2 gleichstärke Verbände, die sich gegenseitig bekämpfen können.
      Oder wie haben die Amis nach dem 2. Weltkrieg gesagt: Wir hätten nicht Deutschland besiegen sollen, wir hätten sie so stark lassen sollen, das sie gegen die Sowjetarmee hätte weiter kämpfen können…
      Übrigens gerät wohl IS gerade in einen Schlauch, der von 3 Seiten von der SAA begrenzt wird…
      Kurz: Manchmal muss man die politische Brille ablegen.

      1. Lutz

        Ich habe die Brille des türkischen Ghazis auf, des Glaubenskämpfers aus dem frühen 14. Jahrhundert, der sich Bey Osman und seinen Nachfolgern anschloss, um am Westufer der Ägäis erfolgreich zu plündern und Sklaven zu gewinnen.
        Für die SAA wäre es besser, gegenüber dieser ISIS-Truppe dominante militärische Fähigkeiten exemplarisch unter Beweis zu stellen und alle anderen Akteure durch diese Beispiel zum Einlenken zu bringen / zu zwingen. Die einfach „laufen“ zu lassen, halte ich prinzipiell für verkehrt.

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