Syrische Armee nimmt zahlreiche Orte entlang des Euphrat ein

Wie die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA am heutigen Mittwoch berichtete, haben die syrische Armee und ihre Partner in der Provinz Deir Ezzor elf Orte eingenommen.

Auf Karten ist zu sehen, dass die Tigerkräfte weite Strecken des westlichen Euphrat-Ufers zwischen Al Mayadeen und Al Bukamal eingenommen haben:

Iran liefert unterdessen humanitäre Hilfe nach Al Bukamal.

Die wichtigere Nachricht scheint aber heute gewesen zu sein, dass sich die Präsidenten von Russland, Iran und der Türkei in Sochi getroffen und da offenbar auch recht gut verstanden haben.

Angesichts des jüngsten NATO-Skandals scheint sich in der Türkei zwischenzeitlich auch eine Diskussion um die Mitgliedschaft in der NATO zu entwickeln, wobei die Tendenz klar in Richtung eines türkischen NATO-Austritts geht, was die türkisch-russischen und türkisch-iranischen Beziehungen sicherlich weiter stärken würde.

Im Libanon ist derweil Regierungschef Saad Hariri vom in Saudi Arabien erklärten Rücktritt einstweilen zurückgetreten, während man in eine Erklärung des Kremls zum Donbass hineindeuten kann, dass der gestrige Ärger in Lugansk wohl dadurch verursacht war, dass der Innenminister der LVR sich mit seiner Entlassung nicht abfinden wollte.

17 Gedanken zu “Syrische Armee nimmt zahlreiche Orte entlang des Euphrat ein

  1. Das die 3 Präsidenten sich verstehen und damit einen wesentlichen Schritt in Richtung Frieden gehen ist sehr gut.
    Was mir überhaupt nicht gefällt ist Lugansk. Die Unterstützung durch Donezk ist erst mal gut, aber die Sache stinkt nach Verrat im Interesse Kiews. Was mich beruhigt ist die Aussage Putins, das er die beiden Republiken nicht den Nazis überläßt

    1. zgvaca

      Ja, ich mir auch nicht. Einiges hat die Armee da sicherlich zugeholt, aber es bleiben bestimmt noch ein paar Lücken und mit taktisch erfolgreichen Gegenangriffen darf man auch noch rechnen. Da besteht insoweit wohl auch ziemlich Einigkeit.

      Aber strategisch ist der Drops da ohnehin gelutscht. Da geht es nur noch um Fragen wie ob ISIS bis Jahresende eliminiert sein wird, oder ob es doch noch bis zum Frühjahr dauern wird.

  2. OT: Die USA und Afghanistan greifen nach der weiteren Rekordernte von Drogen Drogenfabriken per Luft an. Interessant ist, das vor einigen Wochen ein Drogennotstand durch Trump ausgerufen worden ist nachdem es eine Rekordzahl von Konsumenten gab. Aber auch einen allgemeinen Gesundheitsnotstand.

    Unter Obama und Bush hörte man nie irgendwas in der Richtung in Afghanistan. Wieso auch, waren es die beiden die den Drogenanbau gefördert haben womit die CIA eine weitere Geldbeschaffungsquelle hatte die in die Milliarden geht.

    Trump scheint das Militär angewiesen zu haben die Drogenanbauflächen nicht mehr zu beschützen sondern zu zerstören. Denn in der CIA tummeln sich viele Trumpgegner rum, diese Organisation ist grösstenteils gegen ihn. Somit greift Trump gegen die CIA durch und lässt das Militär deren Hauptverdienstquellen zerstören. Eine Signalwirkung die nicht nur die Situation im innern verbessern kann, sondern der CIA sagt, ihr könnt nicht mehr so weiter machen. Der Präsident hat die Hebel in der Hand.

    1. Macho

      Die Geschichte, dass Trump das Militär einsetzt, um mit Angriffen auf die Heroinproduktion die CIA zu attackieren, glaube ich nicht.

      Ich glaube, es sieht vielmehr so aus: Trump gehört selbst zur CIA. Sein Prahlen mit x Titeln im inoffiziellen CIA-Hausmagazin Time fand ich da sehr deutlich. Und noch deutlicher fand ich da Trumps Aussage, wo seine wichtigste Basis liegt, nämlich im US-Militär.

      Trump dürfte damit der erste Präsident der USA sein, der die CIA kennt, und der mit dem Militär die Machtmittel hinter sich hat, die es braucht, um seiner Rolle als Befehlshaber über die CIA gerecht werden zu können. Passt ihm ein CIA-Mitarbeiter nicht, oder eine ganze Gruppe, weist er ihnen sicherlich die wichtige Aufgabe im Innendienst zu, mit viel Aufwand Analysen für die Rundablage zu produzieren.

      Wenn Trump nun das Opium-Problem in Afghanistan angeht, dann macht er das sicher mit Unterstützung durch die CIA und das US-Militär, eben mit dem Ziel, das von Afghanistan ausgehende Drogenproblem zu verkleinern. Dabei dürfte er allerdings etlichen anderen Staaten und Gruppen heftig auf die Füße treten: Pakistan, Israel, Britannien, Barzani-Kurden, PKK und so weiter und so fort.

      Recht gebe ich dir, dass es vollkommen vernünftig ist, wenn mit Trump nun endlich ein US-Präsident die Eliminierung der Heroinproduktion in Afghanistan angeht.

      1. Denkbar ist auch die Variante, dass durch die Vernichtung etlicher Drogenproduktionen der Markt wieder stabilisiert wird. Bei zu großem Angebot sinkt halt der Preis. Also muss das Angebot wieder verknappt werden. Das wäre dann Business.

      2. Wer den Mohn Anbau in diesem Land zum erliegen bringen will sollte die Taliban machen lassen. Als die bis auf das kleine Stück im Nordosten alles unter Kontrolle hätten ging der Anbau um 80% zurück.

        Ich sehe da eher eine Bewährung der Drogen Anbauflächen als deren Zerstörung. Das ist aus CIA Sicht ihr größter AktivPosten. Damit wird Russland, Europa und auch China zersetzt. Kohle gibt es auch noch.

        Die USA haben eher ein Problem mit Medikamenten und anderen ähnlichen Produkten. Kokain ist hier weniger das Problem.

      3. triangolum

        „Taliban machen lassen“

        Das war früher mal so, ja. Aber heute gehen Taliban und Mohn Hand in Hand.

      4. @ Kurt

        Sehr guter Einwand! Denke auch, es ist auch nicht sehr wahrscheinlich, dass die Mohnproduktion durch die Amis gestoppt werden wird. Zu groß sind die Vorteile des Geschäfts: Jede Menge Kohle und das !!schwarz!!, und Destabilisierung der Feindländer, RF, Pakistan etc.

        @ Parteibuch
        Das Taliban und Mohnproduktion Hand in Hand gehen ist völlig neu für mich! Das habe ich noch nie gehört – bisher immer das Gegenteil! Forderung der Taliban an die Bauern: Baut Gemüse und Feldfrüchte an und Finger weg vom Mohn. Auch waren die Taliban bisher nie in Drogengeschäfte verstrickt. Sollte sich das geändert haben? Könnte natürlich sein. Gibt es Belege dafür?

      5. Johanniskraut

        Ein Blick auf die Karte offenbart es. Da, wo in Afghanistan die Taliban am stärksten sind, blüht der meiste Mohn.

        Es wird dazu gesagt, dass die Taliban Schutzgeld von Mohnbauern verlangen. Dass das stimmt, kann ich nicht belegen, aber es erscheint mir plausibel, denn irgendwie müssen die Taliban ihren Krieg ja finanzieren. Als die Taliban im Jahr 2000 den Mohnanbau nahezu ausgerottet hatten, waren sie die Regierung und brauchten kein Drogengeld zur Finanzierung von Krieg.

  3. http://breakingnews.sy/ar/article/96549.html

    Die Amis wollen auch nach dem „Antiterrorkrieg gegen den IS“ in Syrien bleiben…
    Die Russen empfinden das als eine „Unverschämtheit der schwerwiegenden Art“, die an Besatzung heranreicht.
    Ich bin mal gespannt, wie die Amis damit umgehen würden, entzöge ihnen Syrien, irgend wann bei größerer Stabilität, die Überflug- und Transferrechte…

    1. kaumi

      Syrien kann da nichts entziehen, denn Syrien hat den USA nie Überflug- und Transferrechte erteilt.

      Interessant wird es, wenn der Irak und die Türkei den USA demnächst die Überflug- und Transferrechte nach Syrien entziehen. Dann dürfte sich nämlich die US-Präsenz in Syrien aufgrund fehlenden Zugangs erledigt haben.

      1. „Syrien kann da nichts entziehen, denn Syrien hat den USA nie Überflug- und Transferrechte erteilt.“
        Na, aber selbstredend, liebes PB.
        Gemeint war aber nicht die aktuelle Situation der Syrer hinsichtlich der amerikanischen Umtriebe, sondern die Reaktion und Aktion der Syrer mittelfristig in der Post-Daesh-Ära, in der Zeit der Konsolidierung, des Wiedererlangens der Stabilität und des Wiederaufbaus der militärischen Anlagen.
        Derzeit ist Syrien komplett mit Islamisten, deren Vernichtung, Modifizierung der kurdischen Frage sowie Aussöhnungsabkommen beschäftigt, so dass eine wie auch immer geartete ernsthafte Beschäftigung mit den us-bases ganz weit hinten auf der hauseigenen „to-do-Liste“ rangiert.
        Wenn aber dann irgendwann der Braten endlich gar ist und der Tisch gedeckt wird, werden sich die Syrer endlich ihren Gästen zuwenden können… manche werden als Ehrengäste zum Festmahl zu Tisch gebeten, und andere müssen die Tafel verlassen. Und wenn dann diese Phase eingetreten ist, dann bin ich – wie gesagt – sehr gespannt drauf, wie die Amis ihrer Ausladung begegnen.

    2. „…..us-bases ganz weit hinten auf der hauseigenen „to-do-Liste“ rangiert……“

      Falsch.
      Denn solange die da sind, wird Syrien nicht zur Ruhe kommen. Und das wissen alle Beteiligten. Der Abzug hat die höchste Priorität.

      Die Frage ist nur noch, wie gehen die raus.

      1. „Denn solange die da sind, wird Syrien nicht zur Ruhe kommen. Und das wissen alle Beteiligten. Der Abzug hat die höchste Priorität.“
        Die ersten zwei Sätze sind absolut korrekt. Der letzte Satz als Verknüpfung nicht. Priorität hat für die SAA und die syrische Regierung derzeit definitiv „Al Taswiya“ (die Konsolidierung) und das zusammenhängend-großflächige Wiedererlangen der Kontrolle über das eigene Staatsgebiet. Vor den US-bases im Niemandsland gibt es auf dieser oben erwähnten Liste noch so einige höchst wichtige Dauerbrenner, die das Zusammenleben und das Zusammenwachsen der zerfransten Ränder mitten im Herzen des Landes noch signifikant beeinträchtigen: Rif Dimashq, Ostghouta, Rastan und zum Schluß Idlib.
        Wenn dieses erledigt und angerichtet ist, dann, lieber sg, rückt der Yankee in den Mittelpunkt. Und erst dann…

      2. „Rif Dimashq, Ostghouta, Rastan und zum Schluß Idlib“
        Ja im Augenblick noch nicht. Stimmt ( aber denke __vor__ Idlib )
        Egal, das Signal für den Abzug der Amis, wird das Zurückfahren des russ.Kontigent sein.
        Vorher wird auch nix mit den Amis passieren.

        ————————————————–
        Ich war früher der Meinung, es gibt einen massiven Tritt, aber seit den Ereignissen in Abu Kamal / Al Qurayya glaube ich nicht mehr daran.

        Es sieht ganz so aus, dass die Russen den Amis einen roten Teppich zum Ausgang aus Syrien ausrollen werden. Wenn die sich zieren, dann gibt es ?dipl.? Druck. Interessant an der Sache ist, die Tonlage ist gegenüber den Amis viel schärfer wie gegenüber Israel.

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