Weiter schwere Kämpfe im Norden von Al Bukamal

Im Norden der soeben von der syrischen Armee und ihren Partnern eingenommenen letzten ISIS-Hochburg Al Bukamal gibt es am heutigen Freitag inoffiziellen Meldungen zufolge schwere Kämpfe zwischen der syrischen Armee und ihren Partnern einerseits und ISIS-Terroristen andererseits.

Konkret scheint es so zu sein, dass ISIS-Terroristen am Morgen von Norden kommend mit zahlreichen Selbstmordattentätern eine Gegenoffensive versucht haben, und die syrische Armee und ihre Partner, insbesondere Hisbollah und Quds-Brigaden des IRGC, diese abgewehrt haben und nun ihrerseits wieder weiter nach Norden vorrücken. US-gestützte SDF-Einheiten konnten unterdessen etwas weiter nördlich auf der östlichen Seite des Euphrat weiter in Richtung Busayrah vorrücken, ohne dass es dabei zu nennenswerten Kämpfen mit ISIS-Terroristen gekommen zu sein scheint.

Aus dem Südosten der Provinz Aleppo wurden derweil schwere Kämpfe zwischen der syrischen Armee und Al-Kaida-Terroristen gemeldet, bei der die Armee wie schon vor einer Woche den Ort Rashadiyah eingenommen haben soll.

Nachtrag 23:00h: Kanada hat heute überraschend die Unterschrift unter das unter Hoffnung auf einen späteren US-Beitritt verhandelte Rest11-TPP verweigert. Vermutlich hat jemand den Kanadiern in letzter Minute gesteckt, dass ein kanadisch-mexikanischer TPP-Beitritt Trump einen perfekten Vorwand liefern könnte, aus NAFTA auszusteigen.

Und, Saudi Arabien bombardierte heute mal wieder die jemenitische Hauptstadt Sanaa. Die Saudis sagen, sie hätten das jemenitische Verteidigungsministerium anvisiert. Über Opferzahlen ist noch nichts bekannt.

Schauen wir mal, wie der Jemen darauf reagieren wird.

Nachtrag 00:30h: Hussain Albukhaiti sagte vor etwa einer Stunde, dass es bei dem saudischen Angriff auf Sanaa acht Verletzte gegeben habe und Dutzende weitere Menschen noch unter Trümmern verschüttet seien. Fatik Al-Rodaini sagte vor etwa einer halben Stunde, es habe mindestens elf Tote und Verletzte dabei gegeben.

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21 Gedanken zu “Weiter schwere Kämpfe im Norden von Al Bukamal

  1. Das liest sich nicht gut; Hariri statt Hadi, dann hat man quasi das jeminitische Szenario.
    Könnte man glatt als Freibrief für Israel auffassen, die Hisbollah zu bombardieren.

    1. andreas

      Ich würde das Statement eher gegenteilig sehen. Man beachte die Wortwahl „Lebanese Prime Minister Saad Al-Hariri.“ Die USA sagen da, dass sie Hariri noch als Regierungschef des Libanon betrachten – ganz in Überstimmung mit unter anderem Hisbollah, aber ganz gegen das, was Saudi Arabien und Israel gern hätten.

      Und anschließend sagen die USA, dass sie Stabilität im Libanon unterstützen, ganz genau wie Iran, während die Saudis und Israel versuchen, den Libanon zu destabilisieren. Und obendrein erklären die USA darin, dass sie dagegen sind, den Libanon zu einem Austragungsort eines Proxy-Konfliktes zu machen, was Saudi Arabien gerade offen erklärt hatte, zu tun.

      Mal schauen, ob die Worte Wirkung zeigen. Wenn nicht, dann müssen wir anschließend auf die Taten der USA schauen.

      1. Ohne, dass ich den arabischen Medien – so wie es der Westen automatisch und Gott-gegeben seit jeher mit seinen Medien tut – die universelle Deutungshoheit zubilligen möchte, so möchte ich bezüglich dieses Papiers doch zumindest die Stimmungslage der betroffenen zur Verfügung stellen:
        http://www.almanar.com.lb/2893504

        Dort wird das Papier als Stärkung der Souvernität, der Infrastruktur und der libanesischen Armee gelesen. Kurz gefasst also eher eine „Warnung“ an Kräfte, die dieses bedrohen (der hier richtig interpretierte Umstand, dass Hariri als „noch im Amt“ angesehen wird, deutet also klar daraufhin, dass nicht der Hizbullah sondern SA&friends gemeint sind).

      2. Ich lese das leider auch nicht so positiv. Israel und Saudi-Arabien sind ja keine Parteien und in dem Chaos haben sich noch gar keine Parteien deutlich etabliert. Partei kann wohl nur Partei Gottes meinen, eine Partei, die im Inneren und äusseren operiert.

        Hier scheint es vielmehr darum zu gehen, die geplante Destabilisierung des Libanon schon im Voraus der Hisbollah in die Schuhe zu schieben.

        Insbesondere wird die Bedeutung der libanesischen Streitkräfte betont. Die Hisbollah wird offensichtlich als Rivale angesehen und damit zum Sündenbock zukünftiger Destabilisierung gemacht.

        Nur in dieser Hinsicht respektieren die USA Hariri, nämlich um sich als Stabilisierer zu profilieren und die Hisbollah zu diskriminieren.

      3. Also für mich liest sich das so:
        Man sieht den Premierminister als nicht zurück getreten an, was als deutlichen Hinweis sehe, das der Rücktritt auf Druck aus Riad passierte und die USA klar sagen, das geht so nicht.
        Man sieht die libanesische Armee als einzige legitime Armee an, das geht wohl neben den Proxys auch gegen die Hisbollah, sagt aber auch, sie muss reorganisiert werden, was ich so lese, das die Armee derzeit nicht in der Lage ist, diese Aufgaben zu erfüllen aber es auch als Wink sehen kann, Teile der Hisbollah in die Armee zu integrieren, damit die reguläre Armee Ihre Aufgaben erfüllen kann.

  2. Pb,

    mehr noch, nicht nur „Libanese Prime Minister“, sondern auch „strong partner of the United States“. Nach dem Stunt mit dem vorgeblich zufälligen Zusammentreffen des französischen Botschafters mit Hariri in Riad denke ich, daß Hariris Leben tatsächlich in Gefahr ist, und Tillerson aus diesem Grund noch etwas deutlicher wird.

    1. Hariri könnte ja auch vom Rücktritt „zurücktreten“, und dann die „international anerkannte Regierung“ sein, die gegen „iranisch -unterstützte schiitische Terrororganisation Hisbollah“ kämpfen „muss“.

      1. Das State Department schreibt ja aus aktuellem Anlass und nicht einfach so.
        Wenn man dann noch berücksichtigt , dass die Sprache der Diplomatie eher zurückhaltend ist,
        dann ist das eine klare Mißbilligung des saudischen Vorgehens und eine Warnung an alle ,
        die Situation auszunutzen, um den Libanon zu destabilisieren.

        Die Saudis haben Hariri, also den Regierungschef eins anderen Landes gekidnapt und unter Druck gesetzt, bedrohen vielleicht sein Leben. Allein das ist ein Grund, dass saudische Staatsbürger aufgerufen werden, das Land zu verlassen, da man Racheakte befürchtet.
        Das Ganze ist eigentlich ein Fall für die UN und das Völkerrecht. Das saudische Vorgehen wird auch nicht dadurch gerechtfertigt, dass Hariri auch saudischer Staatsbürger ist oder dort Schulden hat.
        Die klare Aussage des State Department für Harari sehe ich daher positiv und nicht direkt gegen die Hisbollah gerichtet.
        Auch Frankreichs Makron soll einen Blitzbesuch in Riad gemacht haben, um sich vor Ort zu informieren. Sollte es wirklich eine saudische Kriegsabsicht gegen den Libanon geben, dann werden die sich das wohl noch mal überlegen.
        Thiery Maison meint , dass Hariri mit der saudischen Königsfamilie verwandt ist.
        Danach geht es hier nur um den Machtkampf innerhalb der Königsfamilie, und deswegen sei
        er festgesetzt und zum Rücktritt gezwungen worden. Der Kronprinz habe befürchtet, dass sich seine Gegner aus der Königsfamilie um Hariri in Beirut versammeln.
        Es ist ihm dabei wohl egal, ob der Libanon dadurch ins Chaos gestürzt wird, genausowenig, wie ihn die Menschen im Jemen interessieren. Die Königsfamilie betrachtet das Land als ihr Privateigentum und der Machtkampf unter der nächsten Generation ist jetzt offen ausgebrochen.
        Das es dabei auch viele Clinton und IS Unterstützer trifft, halte ich dabei eher für Zufall .
        Es geht wohl um reinen Machtkampf zwischen Personen, weniger um politische Inhalte.

  3. Meine Quelle sagen, dass Al Bukamal nicht befreit ist.

    pbs.twimg.com/media/DOVwpGCX0AA2fDA.jpg

    So soll Situation zur Zeit sein.
    Angeblich sind russische Fallschirmjäger gekommen. weil man dort Bagdadhi ist.

  4. Gerüchten zufolge könnte der verzweifelte, verlustreiche, strategisch sinnlose Widerstand der ISIS-Söldner im Raum Al Bukamal damit zu tun haben, dass sich der Geist von Baghdadi oder gar Baghdadi selbst in der Gegend versteckt hält. SAA & Alliierte Spezialeinheiten sollen überall unterwegs sein. Hausdurchsuchungen, etc.

  5. Bringt nach meiner Einschätzung nix, diese Suche nach dem Häuptling der Enthaupter, der will nicht das Schicksal von Saddam H. erleiden und an einem Stück Hanfseil enden und zu seinen Jungfrauen auffahren… und wird sich vorher die Kugel geben.

    1. Piscopo
      Es wäre eine Sensation wenn Baghdadi lebend geschappt wird. Stellt Dir mal vor ein Interwieu mit ihm aus irgendeinen syrischen Gefängnis. Da wird Obuma und Killary in Hose machen und unsere Presse heiss laufen mit Fake News Meldungen.

      1. Zgvaca ihr wort in gottes gehörgang! Hoffe man schnappt ihn lebendig und dann heisst es „the interview“

      2. Das wäre echt zu schön um wahr zu sein, Zgvaca. Und deshalb halte ich es für sehr unwahrscheinlich: Solange es möglich war, wurden doch wichtige (noch für weitere Verwendung vorgesehene) Daesh-Kader von US-Helikoptern aus der Region ausgeflogen und weniger wichtige (nicht mehr benötigte, potentiell gefährliche Zeugen) haben die Strippenzieher wohl kaum (lebend) zurück gelassen.

  6. Baghdadi, tot oder lebendig.

    Das ist zwiespältig; lebendig kann er womöglich Informationen liefern; aber wird er das, öffentlich im Fernsehen?
    Denn nur das wäre etwas wert, viel neues wird man ja nicht erfahren, nur an die Öffentlichkeit wäre neu.

    Sagt er nichts, bzw. bleibt auf Linie „Das Kalifat wird siegen“, wird er zur Symbolfigur.
    Das wird er zwar gewissermaßen auch wenn er tot ist; aber es hat schon seinen Grund, dass Nebenprinzen etc. beseitigt wurden (und werden bei den Freunden der Wertegemeinschaft), so lange da jemand mit einer gewissen anderen „Legitimität“ ist, und sei sie noch so pervers, kann eine Idee leichter am Leben gehalten werden.

    Spekuliere ich mal.

    Bin Laden in Guantanamo wollte offenbar auch keiner. (na gut, vor allem für Obama wäre dies blöd, der dieses ja schließen wollte, eigentlich)

  7. Die Hisbollah ist aktuell allen israelischen Bodentruppen überlegen oder zumindest gleichwertig.

    Da gibt es für die israelische Armee im Libanon nichts zu bestellen.
    Die israelische Armee ist diszipliniert und gut organisiert.
    Aber gegen Hisbollah aktuell ohne jede Chance im Bodenkampf. Einzig die Lufthoheit spricht für die israelische Armee. Aber auch die Lufthoheit muss nicht mehr unbedingt gegeben sein.

    Und ohne Lufthoheit hat die isaelische Armee keine Chance gegen gestählte und erfahrene Einheiten in der Breite der Hisbollah. Jede halbmilitärische Versorgungseinheit der Hisbollah ist aktuell den gleichwertigen israelischen Einheiten überlegen in Kampferfahrung.

    Die Spezialeinheiten sind nicht ohne langjährige Ausbildung nachrekrutierbar.
    Spezialeinheiten und Elitetruppen sind immer speziell und immer Elite. Solche Einheiten funktionieren in speziellen und elitären Szenarien.
    Vom Gegner aufgeklärt und geortet sind soche Einheiten komplett überflüssig, ineffektiv und schnell erledigt. Ohne grossen Aufwand.
    Defensiv sicherlich eine gute Waffe. Offensiv nur vom Gegner unaufgeklärt und getarnt erfolgreich. Aktuell so gegen Hisbollah nicht mehr möglich.

  8. Schwere Gegenangriffe im Norden der Stadt mit mehreren VIEDs und hunderten Daesh Kämpfern, dutzende Tote und Verwundete auf beiden Seiten.
    Wieder schaft es Daesh unbemerkt und ungestört größere Truppenmengen zusammen zu ziehen, wieder kommen VIEDs durch, trotz mehrerer Dutzend Panzer und BMPs der SAA und Verbündeter.
    Schlechte Aufklärung, schlechte Ausbildung, schlechte Koordination oder alles zusammen?
    Oder bekommt Daesh wieder modernste Aufklärungsinformationen von bekannter Seite?
    Wieder Durchbrüche und Zurückdrängen, Deash soll sich im Norden der Stadt festgesetzt haben, Befreiung wird somit noch dauern.
    An der baldigen Totalniederlage von Daesh wird auch dieses ärgerliche Ereigniss nichts ändern.
    Warum aber wirft Daesh hier alles ins Spiel das er in der Region hat?
    Wegen der strategischen Bedeutung der Stadt oder weil etwas sehr wertvolles noch rausgehauen werden soll?
    AlBagdadi?
    Ausländische Kommandeure und „Berater“, gar Europäer, Amerikaner oder Israelis?

    1. Auf jeden Fall ist festzustellen , dass ISIS wohl die Stadt al Bukamal wieder zurückerobert hat!
      Wie kann so etwas passieren? Ich gehe davon aus, dass es stimmt, dass sogar russische Speznaz
      dort involviert sind. Also Leute, das darf nicht passieren!! Was ist da los? Wo zum Teufel treiben sich die Tiger-Einheiten rum ? Machen die gerade ein Picknick oder sowas?
      Bei aller Liebe, das ist die letzte Bastion des IS das ist auch ein Politikum. Eines halte ich den russischen Kräften zugute, die müssen immer darauf achten, dass keinem Zivilisten ein Leid geschieht, sonst gibt`s wieder einen Sturm im Wald. Aber es ist nicht zu verstehen, dass die Zivilisten nicht schnellstens in Sicherheit gebracht worden sind.

      1. Die Tiger sind wenn eher weiter nördlich. Der Angriff wird von der Süd Flanke geführt. Truppen welche mit Hisbollah und besonders iranische Einheiten maßgeblich den Kampf führen.

        Es sind also ganz andere Erfahrungen hier vorliegend als von den Truppen der letzten Wochen und Erfolgen.

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