Saudischer Oppositioneller Maan Al-Jarba: Teilung ist unvermeidlich

Der nachfolgende Text ist eine von Demeter gefertigte Übersetzung des vorgestern auf Englisch bei Al Manar veröffentlichten Interviews mit Maan Al-Jarba. Es eröffnet meiner Meinung nach seltene und wertvolle Einsichten in die im Westen nahezu unbekannte saudische Gesellschaft und Ansichten dort. Vielen Dank an Demeter für die Übersetzung.

Interview wurde geführt von:Laila Mazboudi, Israa al-Fass

Dieses Interview wurde vor einer Woche geführt, vor den letzten Entwicklungen in Saudi Arabien.

Er ist einer der politischen Gegner der Politik des saudischen Regimes und er gehört dem “Shammar” Stamm an, der sich von Saudi Arabien bis nach Kuweit und Katar ausdehnt und seine Basis in Irak und Syrien hat. Der Stamm regierte für fast ein Jahrhundert über “Nadschd” (eine Provinz in SA, d.Ü.) bevor Abdul Aziz bin Saud sie stahl, um die Macht seiner Vorfahren wiederherzustellen, die durch die Engländer unterstützt wurden und die wiederum den Shammar Stamm nicht verführen konnten. Die starken Verbindungen von al -Jarba zu wichtigen Persönlichkeiten in den Behörden des Königreiches aufgrund von Verwandtschaftsbeziehungen, wie z.B. mit dem früheren König Abdullah bin Abdul Aziz und dem früheren Kronprinzen Mohammad bin Nayef, haben ihm eine gewisse Immunität hinsichtlich seiner Meinungsäusserungen eingebracht.

Maan al-Jarbas Name tauchte in letzter Zeit auf, als er, zwar gekleidet im Gewand der arabischen Insel, doch in einem ganz anderen Ton sprach. Aus Damaskus sprach er, wo er sich während der politischen Krise von 2014 aus keinem ersichtlichen Grund niederliess ausser aber, um seiner Überzeugung treu zu bleiben, nämlich, dass Syrien verteidigen auch bedeutet, das Wesen des arabischen Widerstandes zu verteidigen, das sich verändern muss. Die Bomben der (Kämpfer) zielten zu jener Zeit auf seine Nachbarschaft. Eine traf sein Gebäude. Trotzdem beschloss er Syrien nicht zu verlassen bis die Dinge sich beruhigen würden und der Sieg der Syrischen Armee und ihrer Alliierten absehbar wurde.

Vor jener Zeit, Ende 2011, als er noch in Saudi Arabien war, wurde seine website geschlossen, weil die dort geäusserten Standpunkte eine Art Unterstützung des Widerstandes offenbarten. Ihm wurde eine wöchentliche Kolumne in der saudischen Okaz Zeitung angeboten. Er warnte vor sektiererischem Streben und verwies auf die Gefahren des Teilungsplans der aus dem Irak einsickerte. Er hat immer Unterstützung für die Widerstandsformen gezeigt, bis er 2013 gezwungen wurde mit dem Schreiben aufzuhören, ohne jedoch zur “Verantwortung” gezogen zu werden.

Zwei Tage nachdem er 2014 saudischen Boden für immer verliess tauchte Maan al-Jarba in einem Fernsehinterview auf, in dem er über ISIL und dessen Verbindung mit dem Wahhabismus sprach. Von einem Studio in Riyad begrüsste er die Unterstützung des Widerstand leistenden Syriens durch den syrischen Präsidenten Bashar al Assad und den damaligen irakischen Premier Nouri al-Maliki. Die saudischen Behörden schlossen das Studio in dem al-Jarba erschien und seitdem läuft der Gegenkrieg gegen ihn.

Aus der libanesischen Hauptstadt Beirut gab Maan al Jarba ein Exklusivinterview für die libanesische al Manar website. Er ging die saudische Innenpolitik an, hat die Lage erklärt in dem er über die religiöse Zusammensetzung der saudischen Gesellschaft sprach und die Rolle der Stämme. Gleichzeitig zeigte er mögliche zukünftige Ergebnisse im Zuge des eskalierenden innenpolitschen Machtkampfes und der drohenden ausländischen Teilungspläne auf.

Wahhabismus ist nicht Teil der Sunna

Die saudische Gesellschaft setzt sich zu 85% aus Sunniten und 15% Ismaeliten und Zwölfer-Schia zusammen. Al-Jarba sagt, dass der “Wahhabismus überhaupt nicht zur Sunna gehört und erst 300 Jahre alt ist”.

“Wahhabismus hat einen anderen Stellenwert als andere islamische Sekten und Gruppierungen,” so al-Jarba. Er lehnt die Logik des Takfirismus, die der Wahhabismus anbietet, ab. Laut dem saudischen Oppositionellen waren die Familien der arabischen Halbinsel Sufisten Aschariten und Maturidi bevor Mohammad Abdul Wahhab im 17. Jahrhundert auftauchte und bis heute leben sie noch recht zurückgezogen.

“In den Gebieten des Hijaz zum Beispiel abgesehen von der angenommenen Glaubenslehre der Sufisten, Aschariten und Maturidi gehören die meisten Häuser dort den Hanafiten und Shāfiiten (traditionelle Rechtsschulen des Islam; Anm. d. Ü.) an, wie in Medina. Während die Ismaeliten den Süden des Königreiches bestimmen ist die Glaubenslehre der Schāfiiten die hier am weitesten verbreitete. Die zwölfer Schiiten siedeln in den östlichen Gebieten, hauptsächlich in al Qatif und al-Ahsaa” so erläutert er.

“Die meisten saudischen Familien sind Sufisten und Aschariten, aber die offizielle Glaubenslehre ist der Wahhabismus und wird ihnen aufgezwungen und ist Teil des Lehrplans” sagt al-Jarba abschliessend zu diesem Thema.

Die Al Scheikh Familie ….die Familie der Schecks

“Trotz der Versuche einiger Familien ihre regionale Zurückgezogenheit zu bewahren, hat das im Königreich vorherrschende System des Überwachungsstaates und seine enorme finanzielle Macht mit zusätzlicher internationaler Deckung und ausländischer Nutzniesserschaft, hier nenne ich die Vereinigten Staaten, es erlaubt, dass dieses religiöse Muster sich verbreiten konnte. Wahhabismus hat den Amerikanischen Zielen im Krieg gegen die Sowjetunion in Afghanistan, sowie im Irak und in Syrien gedient. Die religiöse Institution innerhalb des Königreiches hatte die Aufgabe den Herrschenden einen legitimen Schutz zu bieten, einen bezahlten, so dass selbst die Saudis die Al Sheikhs die Familie der Schecks nennen, bezugnehmend auf das Geld, dass sie erhalten”, so al-Jarba.

Trotz der religiösen Machtfülle ist die Beziehung zwischen der religiösen Institution und dem Inneren Saudi Arabiens unter Kontrolle, solange es keinen bewaffneten Angriff gegen den Staat durch Nicht- “Wahhabiten” gibt. Das zeigt die Eindämmungspolitik, die manchmal in Kraft tritt, wenn der Staat gegen einige “politische” Zielgruppen vorgeht, so wie es vor kurzem in Awamiyah geschehen ist.

Yemen, Awamiyah und Katar….als Ausgleich

Al-Jarba glaubt, dass diese Vorfälle im Zusammenhang stehen mit den verbissenen saudischen Bestrebungen, einen Sieg vorzuweisen, der den Amerikanern zeigt, dass das Königreich immer noch stark und verlässlich in Bezug auf eine nützliche Rolle in der Region sein kann. “ “Es ist erwähnenswert, dass die Rückschläge des Königreichs im Irak, Libanon und in Syrien im Yemen nicht ausgeglichen wurden, eher wurden sie noch verschlimmert. Der Angriff auf Katar diente auch dem Ausgleich, hat sich jedoch als nutzlos erwiesen, dann hatten sie keine andere Wahl als militärisch im Landesinnern einzugreifen und Awamiyah anzugreifen.”
Al-Jarba weiter: “die saudischen Medien haben den Angriff auf Awamiyah als Eroberung dargestellt und als eine Operation zur Befreiung von al-Qatif von den Schiiten beschrieben, die von den saudischen Medien als Eindringlinge dargestellt werden. Wobei al-Jarba darauf verweist, dass die al-Mosawara Nachbarschaft bereits vor 400 Jahren existierte, also 100 Jahre älter als der erste saudische Staat ist. Das bedeutet, dass die Menschen in Awamiyah hartnäckig und tief verwurzelt in der Region sind, mehr als die Sauds dort “verwurzelt” sind und Einfluss haben…”

Der armselige und sinnlose “Sieg” in Amawiyah wurde von den offiziellen Medien benutzt, um die “Iranphobie” und die “Schiitenphobie” in die Höhe zu treiben. Irgendwann müssen wir gestehen, dass sie Erfolg haben mit dieser Phobie und dieser Barriere, die den Völkern Angst vor dem Widerstand machen soll.”

Palästina ist eine Geisteshaltung

Anders als die Kälte, die das herrschende System gegenüber der palästinensischen Sache zeigt, hegt das saudische Volk eine unvorstellbare Sympathie für Palästina, so al-Jarba.
Er meint, dass die “Achse des Widerstandes Palästina verteidigt. Trotz dieser Phobie verbessert sich die Lage tagtäglich, Dank der Aufdeckung der saudischen Beziehungen mit ‘Israel’ und Dank der saudischen Pläne, den Staat säkularisieren und das emiratische Modell auf Saudi Arabien anwenden zu wollen, wurden die Leute wachgerüttelt. Der Staat, der den Iran und die Schiiten im Allgemeinen im Namen der Religion als Satan bezeichnet hat und der Verteidiger der zwei Heiligen Moscheen sein will, scheint sich heute mit ‘Israel’ zu versöhnen und gemischte Feiern und Tänze zu erlauben (gemeint sind gemeinsame Tänze von Männern und Frauen; Anm. d. Ü.), die die reale Gefahr für die Religion und das Land der zwei Heiligen Moscheen zeigen.”

Normalisierung bedeutet das Ende Saudi Arabiens

“Der Sturz des saudischen Regimes geht einher mit der Normalisierung der Beziehungen mit ‘Israel’”, sagt al-Jarba voraus.
“Beziehung mit ‘Israel’ überschreitet eine sehr sensible rote Linie für Diejenigen, die stolz darauf sind, in dem Land der zwei Heiligen Moscheen zu leben. Sie haben eine eindeutige Haltung zu den Besatzern der Ersten Qibla der ‘Muslime” (Qibla: Ort wo Mohamed die Gebetsrichtung von Jerusalem auf Mekka ausrichtete; Anm. d. Ü.) und denen, die Verbrechen gegen Muslime in Palästina, Libanon und anderswo begehen. Besonders in diesem Hinblick verliert das saudische Regime seine Legitimität. Womit liesse sich das saudische Volk sonst unterdrücken? Mittels der Fatwas, die es verbieten, sich gegen den Herrscher zu stellen, es sei denn, er begeht klare Gotteslästerung? Für das saudische Volk ist der Verzicht auf Palästina eine klare Gotteslästerung. Können die Prediger der Macht diesen Verzicht rechtfertigen?”

In einer Ära bedeutender internationaler Umwandlungen ist die Hälfte der Prediger des Königreichs im Gefängnis. Dabei geht es nicht um die Haltung von Katar, die Sache ist tiefer und grösser.

“Nichts deutet darauf hin, dass sie wegen der Krise mit Katar inhaftiert wurden. Das sind nur die gängigen Analysen. Die Krise mit Katar war nur ein Vorwand. Sie wissen, dass sie (die Prediger) gegen die Führungsriege und gegen Säkularisierung sind und sogar gegen eine Normalisierung mit ‘Israel’…würden sie den Menschen sagen, dass man sie inhaftiert hat, weil sie gegen die Säkularisierung des Staates sind? Die beste Entschuldigung ist, zu behaupten, dass es wegen Katar ist. Damit können sie jede Stimme zum Schweigen zu bringen, die sich gegen ihre neue Politik erhebt, die angefangen mit gemischten Tänzen (Erklärung s.o.) bis hin zur öffentlichen Normalisierung und anderen Dingen reicht.”

Saudis gegen Normalisierung

Maan al-Jarba betont, dass Saudi Arabien der “perfekte Überwachungsstaat” ist. Trotzdem sind die sozialen Netzwerke zu einem wichtigen Messgerät der Tendenzen in der öffentlichen Meinung geworden. Vor einiger Zeit haben ‘israelische’ Medien Nachrichten über den saudischen Kronprinzen und seinen Besuch in den besetzten Gebieten durchsickern lassen. Saudische offizielle Institutionen schwiegen und saudisch finanzierte Medien sagten nichts dazu.
“Nur Twitter stand in Flammen mit der “Saudis gegen Normalisierung” Kampagne und war Spitzenreiter in Saudi Arabien und in der arabischen Welt. Folglich gab es die Notwendigkeit eine anti elektronische Armee zu schaffen, um für die offizielle Kampagne mit dem Titel Terrorbekämpfung zu werben. Allerdings, mit Blick auf Palästina, kann die Armee gegen diejenigen, die gegen den Betrug an der palästinensischen Sache sind, nichts ausrichten. Im Angesicht von Palästina versagt Jeder” unterstreicht al-Jarba.

Das Brechen des Schweigens

Er meint weiterhin, dass es drei Faktoren gibt, die das Schweigen in Saudi Arabien brechen würden:

Der Kampf der Herrscherfamilie, den es gibt und der eskaliert. Das wird den Menschen die Möglichkeit geben, auf die Strasse zu gehen. Diejenigen, die Palastneuigkeiten an die “Mujtahidd” (twitterer; Anm.d.Ü) weitergeben, sind Mitglieder der Herrscherfamilie. Es wird gesagt, dass bis jetzt 5 Prinzen inhaftiert wurden, darunter Mohammad bin Nayef und Abdul Aziz bin Fahd, die unter Hausarrest stehen. Die Nachrichten über den inneren Konflikt sind bekannt und wurden veröffentlicht.

Den religiösen Deckmantel herunterreissen und sich Richtung Säkularisierung bewegen, wäre ein direkter Grund für die Menschen auf die Strasse zu gehen. Insbesondere angesichts der Tatsache, dass der saudische Lehrplan seit 80 Jahren predigt, dass Säkularisierung gleichbedeutend mit Gotteslästerung ist und dem Herrscher zu gehorchen eine Pflicht ist, es sei denn, er begeht Gotteslästerung. Nach saudischen Lehrplänen ist Ungehorsam gegenüber einem atheistischen Herrscher nicht nur erlaubt, sondern wird als Kampf im Sinne Allahs gesehen. Daher wird , sobald der Staat sich in Richtung Säkularisierung bewegt, der religiöse Faktor, der dem Staat als eine den Herrscher schützende Säule diente, fallen.

Den internationalen Deckmantel von Saudi Arabien herunterreissen ist inzwischen weder schwierig noch unmöglich. Die Amerikaner brauchen das Öl und das Geld. Der amerikanische Präsident hat sich da klar ausgedrückt. Im Fall irgendeines internen Chaos oder Kampfes werden die Amerikaner für keine Allianzen ihre Interessen aufgeben; lieber würden sie als Alternative andere Allianzen eingehen.

Teilung ist das unvermeidliche Projekt

Der saudische Oppositionelle versichert, dass die USA ihre Interessen immer an erster Stelle sehen. Der neokoloniale Plan sieht vor, dass die USA aus Saudi Arabien 4 Staaten machen wollen. “Teilung liegt auf dem Tisch und es ist ernst. Die Karte kann man auf der website des US Verteidigungsministerium (Krieg) einsehen. Saudi Arabien wird in 4 Staaten aufgeteilt. Innerhalb der Vereinigten Staaten gibt es Flügel die die Teilung unterstützen und andere, die dagegen sind. Aber jeder will mit uns spielen.”

Die vier Regionen sind:
– Grossjordanien: bestehend aus Tabouk, Yunbu und al-Hejaz, es würde an Jordanien angeschlossen werden und als alternative Heimat für die Palästinenser dienen. Somit wäre die Krise gelöst, die es dem Besatzungsgebilde verbietet einen jüdischen Staat auszurufen.
– das östliche Gebiet: bestehend aus al-Qatif, al-Ahsaa und al-Dammam, den ölreichen Gebieten an der Grenze zu Kuweit und Bahrein. Das würde den Amerikanern den Zugang und die Kontrolle des Öls erleichtern. Laut Quellen in den Ostprovinzen ist man sich dort bewusst, dass die Amerikaner Teilung vorgeschlagen haben, aber sie haben abgelehnt.
– Nadschd: die zentralen Gebiete, wo die Herrschaft der Al Sauds begrenzt wäre
– der Süden: die Gebiete von Assir, Najran und Jizan die yemenitische Gebiete waren und für 99 Jahre von den Saudis gemietet wurden. Dieser Vertrag lief zur Amtszeit des früheren yemenitischen Präsidenten Ali Abdullah Saleh aus, der zugunsten Saudi Arabiens “verzichtete”.

Al-Jarba meint, dass die Amerikaner viel von ihrer Irak Erfahrung profitiert haben. Sie werden ihre Truppen in keinem arabischen Land stationieren, es sei denn sie erscheinen als Held und Retter. Dies würde in Saudi Arabien geschehen, sollte der Kampf unter den Prinzen der Herrscherfamilie eskalieren und in eine offene Konfrontation hinauslaufen. Das würde den Amerikanern die Möglichkeit eröffnen mit einer grösseren Truppenstärke in Saudi Arabien zu sein. Andererseits, so al-Jarba ist der Teilungsplan unvermeidlich und 2017 erleben wir 100 Jahre Sykes-Picot Abkommen, das die arabische Region zwischen Frankreich und Britannien aufteilte. Mit dem neuen Jahrhundert kommt die neue Teilung.

Die Stämme, eine Zeitbombe

Neben der Religion spielen die Stämme eine Hauptrolle in der Durchsetzung oder dem Scheitern von Schlichtungen innerhalb des Königreiches, so al-Jarba.

Ausserdem führt er an:

“1902 kehrte Abdul Aziz bin Abdul Rahman al Saudi als ehemaliger Flüchtling im englischen Protektorat Kuweit nach Riad zurück, um die Macht zu einer Zeit zu übernehmen, als der Norden der arabischen Halbinsel von der Führung des “Shammar” Stammes beherrscht wurde und komplett Teil des Osmanischen Reiches war. “Shammar” wurde eine Zusammenarbeit mit den Engländern angeboten, aber sie lehnten ab und kämpften im 1. Weltkrieg auf der Seite des Osmanischen Reiches als ein islamischer Staat gegen die Engländer…

Die Engländer stellten Ibn Saud Waffen zur Verfügung und sie glaubten, dass seine Kontrolle über Nadschd und al-Hejaz die religiöse Legitimität der Osmanen aufheben würde. Als das Osmanische Reich im ersten Weltkrieg besiegt wurde, drang Abdul Aziz in die Regionen vor und gründete das Emirat von Nadschd. Dann besetzte er für ein Jahr lang Ha’il und während dieser Zeit hörte seine Armee die Rufe zum Gebet aus dem Umkreis und wunderte sich, dass dort ja “Muslime sind”, während andere sagten, dass es sich dabei um “Schlauheit und Täuschung” handelt. Ibn Sauds’ Armee tötete Kinder in den Moscheen. Und als sie in al_Hejaz einzogen, töteten sie weitere Menschen in der Moschee.”
Der saudische Oppositionelle hat aufgedeckt, dass im Namen der Religion, Abdul Aziz für seine Kriege gegen die anderen Emirate Stämme mobilisierte, die seinerzeit bekannt waren unter dem Namen “Brüder dessen der Allah gehorcht”.

“Als er die von den Engländern gezogenen Grenzen erreicht, benutzt er englische Dronen, um die Stämme zu treffen, die ihren Widerstand fortsetzen wollen, um die gesamte islamische Welt wiederherzustellen! Bis dahin werden die Al Saud die Stämme mit Beunruhigung betrachten, sie werden die Stellung und Relevanz der Stämme respektieren, sie werden Frauen ihrer Stämmen heiraten mit dem Wissen, dass die Stämme eine Zeitbombe sind, die jeden heimischen Konflikt entscheiden werden, der im Königreich ausbrechen würde.

Die besorgten Prinzen

Heute richten sich die Augen auf die Stämme angesichts der Eskalation des Kampfes unter den Prinzen. Mut’ab bin Abdullah zum Beispiel ist für Mohammad bin Salman die besorgniserregendste Figur. Er besitzt eine Nationalgarde von 150 Tausend Kämpfern aus Stämmen, deren Frauen in seine Familie eingeheiratet haben und die sich nun darauf vorbereiten, mit ihm bis zum letzten Soldaten zu kämpfen. Die Nationalgarde ist, was Zahlen und Ausrüstung angeht eine Hauptmacht, die soviel wiegt wie die saudische Armee.”

Neben Mut’ab stehen Ahmad bin Abdul Aziz, der Bruder des jetzigen saudischen Königs und die Söhne von Nayef, Fahd und Sultan.
Al-Jarba sagt, dass “ihr Unmut über die Politik des Kronprinzen im ganzen Königspalast zu hören ist. Viele Briefe wurden an den König geschickt, mit der Forderung, den nicht-qualifizierten Prinzen von der Tronbesteigung abzuhalten”. Der letzte dieser Versuche war ein bewaffneter Angriff auf den Friedenspalast in Jeddah.

“Der letzte Angriff zeigte, dass die Briefe der Prinzen sehr ernst gemeint sind. Das führte dazu, dass Mohammad bin Salman zu jener Zeit ersteinmal verschwand,” worüber bereits ausführlich auf der al-Manar website berichtet wurde.

Der Zauber richtet sich gegen den Zauberer

Kurz gesagt, der saudische Oppositionelle sieht Saudi Arabien als ein Land auf einem Vulkan, der jederzeit ausbrechen kann. Alle Faktoren innerhalb des Königreichs sind besorgniserregend: der Kampf der Prinzen, Mohammad bin Salmans’ Streben nach Macht und die neue Tendenz hin zu Säkularisierung, als auch die Rolle der Stämme bei all dem.

Al-Jarba warnt, dass der wachsende Kampf mit “Teilung” enden wird, sollten die Schlüssel zu allem an die Amerikaner übergeben werden. Er führt auch weiter an, dass das Königreich nicht weit entfernt von dem sein wird, was gerade die gesamte Region erfasst. Die Pläne zur Spaltung und Aufteilung durch Saudi Arabien würden sich nun definitiv gegen das Königreich richten. Dann wird sich der Zauber gegen den Zauberer richten…

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46 Gedanken zu “Saudischer Oppositioneller Maan Al-Jarba: Teilung ist unvermeidlich

  1. Demeter, vielen Dank für die Arbeit und die Tolle Übersetzung.

    Kritische Anmerkung zum Inhalt:
    Schon beim Überfliegen des englischen Textes rumorte es bei mir ein wenig im Wohlfühl-Kortex.
    Käme alles wirklich so oder auch nur annährend so, hieße das, dass eine intregante, pharisäische Führungsriege gegen eine – man muss das wohl so einordnen – „traditionelle“ , wenig tolerante islamische Führung eingetauscht werden würde. Bliebe dann noch zu klären, ob die Feindschaft zu Israel ideologischer Natur wäre (als Antizionistisch), oder aber religiöser Natur (Antijüdisch).
    Ersteres wäre halal, zweites haram, zumindest aus meiner persönlichen Sicht.

    Die Einblicke in das saudische Termitennest finde ich aber höchst erhellend!

    1. kaumi, genau den Gedanken hatte ich auch beim Lesen und Übersetzen. Al-Jarba scheint ja ein religiöser Fundamentalist zu sein und lehnt die Modernisierung komplett ab.

      Was Israel angeht, ja das könnte man so sehen wie Du. Ich denke, es ist eine Mischung aus starkem Glauben und Hass auf alles, was Kolonialpolitik ausmacht.

      Auf jeden Fall sehen wir weiterhin spannenden Zeiten entgegen.

  2. Jedenfalls kann man an diesem Bericht sehen, das die saudische Gesellschaft durchaus rückständig ist. Ich glaube aber das es so bleiben wird. Die Säkularisierung hat man nicht erlebt. MBS ist leider Aggresiv aber das positive ist, das er ein Reformer der Gesellschaft sein will. Da hat man wirklich nur die Wahl zwischen Pest und Cholera.

    1. Gruezi Burger,

      klingt sehr verlockend. Ich bin gerade schwer am überlegen und werde mich ggfs. die nächsten Tage bei Ihnen melden.

      Vielen Dank vor allem für die Verlinkung auf Ihrer Homepage zu den Reiseberichten des jungen Norwegers, der dieses Jahr auf eigene Faust seinen Urlaub in Syrien verbrachte. Ich kann jedem nur empfehlen, der die letzten Jahre intensiv um Syrien mitgefiebert hat, seine Eindrücke und tollen Fotos vom syrischen Alltag in Aleppo und Damaskus zu Gemüte zu führen. Mir tat es für den Moment einfach nur gut.

      http://unusualtraveler.com/damascus/

      und

      http://unusualtraveler.com/aleppo/

      Den Reisebericht zu Homs konnte ich leider nicht finden. Er erscheint aber hoffentlich noch.

      Der norwegische Tourist ist übrigens über Beirut nach Syrien eingereist und hat u.a. das bedeutende Fußballmatch Syrien vs. Australien in Aleppo beim Public Viewing in einem Basketballstadion in Aleppo miterlebt. Die Reise liegt also noch nicht lange zurück.

    2. Hallo Burger,

      ich las gerade durch den von Constantin Opel verlinkten Reisebericht (übrigens sehr schön und vielen Dank Constanin Opel!), dass Sie als Journalist in Syrien waren. Könnten Sie einen link zu Ihrer website hier posten bitte? Ich wünsche Ihnen eine schöne Reise nach Syrien. Fahren Sie auch nach Maaloula?

      Gruss, Demeter

  3. Besonders interessant ist m. E. auch die vergleichende Gegenüberstellung mit der Übersetzung des israelischen Blickwinkels, den Matthias1 im vorigen Blog (über Abu Kamal) eingestellt hat (ich hoffe, es ist okay, ihn hier nochmal zu verlinken?):

    Saudi-Arabien bekommt seine erste echte Regierung

    Welche Hoffnungen welcher Akteure sich wie und wann erfüllen werden wird sich noch zeigen…

    Tendentiell scheint eine Teilung wahrscheinlicher als dauerhafte staatliche Einheit und erweiterter oder fortbestehender Einfluß von US- und israelischen Interessen weniger wahrscheinlich als deren Rückgang.

    @Kaumi:
    Erschreckend fand auch ich die in Demeters Übersetzung aufscheinende, religiöse Radikalität und deren offensichtlich vorhandene, breite und tiefe Verankerung.
    Als Ethnopluralist bin ich einerseits der Meinung, daß jede Gesellschaft/ Nation ihre eigene Entwicklung bestimmen sollte, wünsche mir nach Lektüre dieses Interviews aber noch dringlicher, daß der Einfluß dieser religiösen Richtung so schnell wie möglich in Europa eingegrenzt und zurückgedrängt werden sollte.

    1. Danke Blue Angel für den link zu dem Artikel den Matthias1 übersetzt hat.

      Ich finde nicht, dass Saudi Arabien eine erste echte Regierung hat. Eher sieht es so aus, als ob MBS sich einiger Familienzweige entledigt. Dann geht es weiter mit Politik im engsten Familienkreis.

      Interessant finde ich, dass sich Israel durch Hariri’s Äusserungen zur Hizbollah bestätigt fühlt und eine Legitimiation liefert für eine „kompromisslose Kampagne“ und „sollte im Norden Krieg ausbrechen, dann wird Israel den Libanon zurück in die Steinzeit bringen“ . Wer wenn nicht Israel sollte Interesse am Ausbruch eines Krieges haben.

      1. „…dass sich Israel durch Hariri’s Äusserungen zur Hizbollah bestätigt fühlt…“:

        Ich habe das etwas differenzierter verstanden. Hariri wird offensichtlich von Saudi-Arabien unter Druck gesetzt. Er hat seinen Rücktritt von dort aus verkündet. Die libanesische Regierung ist auch der Meinung, dass er dort gefangen gehalten wird. Also ist seine aktuelle Äußerung, eine Drohung von Iran/Hisbollah als Grund für seinen Rücktritt zu nennen, ihm offensichtlich von seinen Gastgebern in den Mund gelegt worden. Das weiß man natürlich auch in Israel, und dass so eine Aussage nur ein dünner Grund ist, einen Krieg im Libanon zu führen.

        Die im Artikel zitierte Bemerkung der Journalistin Anna Ahronheim (im Original: „It seems that Hariri has given Israel more legitimacy for a full-scale and uncompromising campaign against Iran and Lebanon, not only Hezbollah, should a war in the north break out.“) bezieht sich meiner Meinung nach nicht auf die aktuelle Äußerung, sondern auf die Politik von Hariri in der verhangenen Zeit. Er hat (hatte?) eine Iran-freundliche Haltung, vor allem hat er die Aufrüstung der Hisbollah geduldet. Nicht zu vergessen gab es in den vergangenen Monaten eine gemeinsame Militäraktion von libanesischer Armee und Hisbollah gegen Islamisten im libanesisch-syrischen Grenzgebiet. Ich denke, dass dies – die offensichtliche Förderung der Hisbollah und die Zusammenarbeit mit ihr aus israelischer Sicht den signifikanten Kriegsgrund gegen den Libanon darstellen. So ungefähr: „libanesische Regierung unterstützt Terroristen, die Israel bedrohen, also müssen wir eingreifen…“

      2. @Demeter, daß ein Blick auf die israelische Sichtweise interessant ist, heißt nicht, daß man ihr zustimmt. Ich denke vielmehr, die israelische Regierung ist (mal wieder) auf dem Holzweg und wird ihrer Bevölkerung mit verschärfter Konfrontation gegenüber Libanon und der Widerstandsachse (noch mehr) Schaden zufügen.

    2. Danke für die Werbung

      @Demeter:
      Meine Einschätzung ist, dass die Säuberungsaktion von MBS mehr ist als eine Familienfehde. Zum einen gibt es Hinweise darauf, dass die Fraktion im saudischen Establishment, die jetzt kalt gestellt wird, die ist, die Hillary Clinton finanziert hat. Siehe https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2017/11/04/saad-hariri-zurueckgetreten/#comment-37847

      Zum anderen hat MBS ein zwar sehr ambitioniertes, aber zumindest ernsthaftes Programm („Vision 2030“), aus Saudi-Arabien einen modernen Industriestaat zu machen, der nicht nur vom Ölexport lebt. Auch deswegen müssen die Öl-Prinzen entmachtet werden.
      Und meine Arbeitshypothese ist, dass man sowohl im Iran als auch bei der Trump-Regierung heimlich MBS die Daumen drückt, dass er mit seinem Aktion durchkommt. Ich gehe sogar so weit, zu behaupten, dass MBS sich diese hochriskante Aktion nur leisten kann, weil er die US-Regierung auf seiner Seite weiß und wahrscheinlich mit Trump einen Deal gemacht hat.

      1. @Matthias1:
        Das ist sicher nicht unplausibel. Wer auch immer sich Hoffnungen auf einen Erfolg von MBS macht, wird die m. E. mittelfristig aber nicht in Erfüllung gehen sehen. Die Widerstände dagegen sind m. E. zu groß.

  4. Ich bitte um Aufklärung!
    Leider fand ich für diesen Vorfall keine weitere Quelle. Kurz gesagt bombardiert eine Drohne von ISIS die riesige Sammlung von Waffen und Muni, die die SAA zuvor in Deir Ezzor gefunden und der Presse breit vorführte. Nun soll alles in Rauch aufgegangen sein? Wäre ein ziemlicher Verlust!

    1. madurskli

      Doch, da gab es vor einigen Wochen Berichte von einem schweren Brand in einem Munitionslager der SAA im Stadion von Deir Ezzor.

      Dass der Auslöser des Brandes ein Drohnenangriff von ISIS gewesen sein könnte, ist gut möglich.

    2. Wie so oft pennt leider die SAA Luftaufklärung und Luftabwehr.
      Der Materielle Verlust ist aber trotz der gezeigten Menge gering, da die Menge im Bezug zu dem was im Land ist und alleine in den Depots der SAA liegt, wohl nichteinmal 1% ausmacht.
      Dazu kommt, dass gemäß den Aufnahmen der Bestände vor diesem großen BlowUp alles fast nur stark verschlissene und alte Waffen/Munition sind und waren.
      Wenn auch diese Aktion aus Militärischer Sicht respektabel ist, vor allem ausgelöst duch offenbar eine einzige relativ kleine Drohne mit einigen wenigen kleineren Bomblets, kaum mehr als Handgranaten.
      Die neue SAA benötigt neue und moderne Waffen und Ausrüstung.
      Masse statt Klasse ist nach wie vor das Hauptproblem, auch wenn aus Russland schon einige Dutzend modernisierter T72 und sogar moderne T90 geliefert wurden, auch neue Selbstfahrlafetten, Raketenwerfer, AT-Raketen, Funk, ECR Ausrüstung, Nachtsicht u.v.a.

  5. Demeter, danke für den Einblick.

    Die Aufforderung der Saudischen Regierung an alle Saudis sich aus Libanon zurückzuziehen sieht doch sehr nach einem baldigen Krieg Israel – Saudis – +? gegen Hisbollah in Libanon aus. Wollen die so vielleicht einen direkten Krieg gegen Syrien anzetteln, da ja Hisbollah in Syrien aktiv die Regierung unterstützt und somit Syrien da reingezogen würde ? Somit könnte man „offiziell“ gegen Syrien Krieg führen…. Strategisch im Süd-Westen und Nord-Westen sind ja immer noch die Nusra+ positioniert, könnte so schnell vorwärts gehen.

    1. Das israelische Establishment ist kurz vor durchdrehen. Da sehe ich die reale Gefahr, dass Israel einen Krieg im Libanon anfängt. Die Hisbollah schätzt das offenbar ähnlich ein, denn wie auf al masdar zu lesen war, befindet sich eine größere Menge von Hibollah-Kämpfern auf dem Rückweg von Syrien in den Südlibanon. Rational ist das nicht, denn den letzten Krieg gegen die Hisbollah (2006) hat Israel verloren. Und seither ist die Hisbollah militärisch wesentlich stärker geworden und besser ausgerüstet. Sie hat jetzt vollständige Panzer-Verbände, Drohnen und Mittelstreckenraketen. Aber die Nerven im israelischen Establishment liegen blank, und dass könnte unüberlegte Aktionen zur Folge haben.
      Was die Saudis angeht, mache ich mir keine Sorgen. Der vermeintliche Blitzkrieg im Jemen ist so ein Riesenschlamassel geworden, dass die bestimmt keinen zweiten Krieg anfangen, und schon gar nicht gegen eine so kampfstarke Truppe wie die Hisbollah.

      1. @Matthias1:
        „Aber die Nerven im israelischen Establishment liegen blank, und dass könnte unüberlegte Aktionen zur Folge haben.“

        – Daß deren Nerven blankliegen angesichts des selbstverschuldeten Schlamassels ist verständlich. Hoffen wir, daß sie noch einen Rest Selbsterhaltungstrieb besitzen und keine (weiteren) Dummheiten machen.

        Die Saudis lassen ihren Frust grade wieder am Yemen aus:
        https://www.rt.com/news/409520-saudi-led-strikes-yemeni-capital/

  6. Also ich werde das Gefühl nicht los, dass dieser Typ ein UBoot ist und uns nur Hoffnung verkaufen will. Auch mit der deut. Übersetzung wird das Gefühl nicht besser

    ( aber grosses Danke für die Übersetzung – auch Danke an das PB )

    ————————————–

    zu
    „er gehört dem ‚Shammar‘ Stamm an, der sich von Saudi Arabien bis nach Kuweit und Katar ausdehnt und seine Basis in Irak und Syrien hat. “

    Ich hätte eine Frage zu diesem “Shammar” Stamm, Was hat der für eine Rolle gespielt im Krieg ( Syrien / Irak ) ? Spielt dieser Typ eine tragende Rolle in diesem Stamm ?

    ( An ihren Taten solltest du sie messen )

    PS
    Im Verkauf von Hoffnungen ___ die ABER immer nach hinten losgehen ___ ist der Wertewesten der absolute Meister. Siehe Farbenrevolutionen, demokr.Wahlen, Abspaltungen von Regionen usw. Das Meisterstück ist der unsichbare Multi-Mrd Kampfflieger.

    ( ok ok unsichbar in der Luft ist der fast zu 100%, da er nicht abheben kann – Asche auf mein Haupt )

    1. @sg

      Ich weiss eigentlich nicht, welchen Stellenwert Al-Jarba innerhalb seines Stammes hat.

      Ich habe nur herausfinden können, dass die Al-Jarbas im Irak zu Hause sind und sie die Scheichs des Shammar Stammes stellen. Die Shammar gehören zu den mächtigsten Stämmen im Irak mit vielen Ländereien. Ein Familienmitglied des Al-Jarba Clans ist zZ das Oberhaupt der Shammar im Irak.

      Ansonsten, welche Rolle die Shammar in Syrien spielten:

      Es gibt die Al-Sanadid Kräfte auch die Kräfte der Mutigen genannt, eine Miliz und die setzt sich zusammen aus dem arabischen Shammar Stamm. Stammesführer ist Humaydi Daham al-Hadi. Sie kämpfen gegen den Islamischen Staat. Die Hochburg der Shammar in Syrien ist in Rojava. Sie haben sich auch den Kampf gegen Wahhabismus auf die Fahne geschrieben und sind für eine Teilung von Saudi Arabien mit dem Ziel ihr Emirat vom Jabal Shammar von den Sauds zurückzuerobern. Zu Assad stehen sie weder/noch und sie verhalten sich den Kurden loyal gegenüber. Al-Hadi soll gesagt haben, wer in Damaskus regiert, der regiert Syrien.

      Dann steht auf wiki noch, dass sie Teil der SDF sind. Hmmm. Allerdings drohte Shammar Mitgliedern, die die syrische Opposition unterstützten und gegen al-Hadi oder die PYD waren, (PYD und Shammar kämpften gemeinsam), Rausschmiss und Gefängnis.

      Es gab auch viele Streitigkeiten. Die Shammar wollten andere Stämme integrieren, aber die wollten nicht. Einige sind Anhänger von Assad, andere vom IS.

      Das ist alles so kompliziert und verworren. Wer will da noch durchblicken. Man kann ja froh sein, wenn man das grosse Bild etwas versteht.

      Ich habe festgestellt, dass, je mehr ich lese, desto mehr habe ich das Gefühl, dass ich gar nichts weiss.

      1. Demeter

        Ich würde die Position von Maan Al-Jarba im Shammar-Stamm nicht überbewerten, sondern die Meinung von Maan Al-Jarba eher als Teil eines saudischen Stimmungsbildes betrachten wollen.

        Der Shammar-Stamm wurde kürzlich auch in einem Artikel von US-Professor Mohammed Ayoob, der indischer Herkunft sein soll, erwähnt. Ich erlaube mir daraus hier etwas länger auf Englisch zu zitieren:

        What’s Behind Saudi Arabia’s Sudden Purge of Princes

        The National Guard—the last stronghold of any potential challenger to the crown prince—has now been neutralized.

        The most powerful of those removed from their posts was Prince Mutaib bin Abdullah, the minister in charge of the National Guard and the favorite son of the late King Abdullah, Salman’s predecessor. At one time, Prince Mutaib was himself a contender for the Saudi throne. The National Guard is the successor to the tribal militia known as the Ikhwan (Brothers), which was principally responsible for the conquest of the Arabian Peninsula and consolidation of Saudi power under the founder of the Saudi state, King Abd al-Aziz.

        The National Guard, numbered between seventy-five thousand and one hundred thousand, is almost equal to the strength of the regular Saudi military. … Since 1962, when Prince (later King) Abdullah was appointed commander of the National Guard, it has also been perceived as a check on the power of the Sudairi brothers (seven of them born from a wife of King Abd al-Aziz belonging to the Sudairi tribe), who have occupied the Saudi throne for most of the time since the founder’s death in 1953. One of the Sudairi princes has always commanded the regular army.

        Abdullah, through his mother, was descended from the Shammar tribe and was a half brother to the Sudairi seven, the most important branch of Abd al-Aziz’s family. After King Fahd suffered a debilitating stroke in 1995, Crown Prince Abdullah became the de facto ruler of the kingdom and appointed his son Mutaib to run the National Guard. Mutaib officially became the commander, and later minister in charge of the National Guard, when Abdullah ascended the throne in 2005. The National Guard continued to be the stronghold of the Shammar tribe under Mutaib, which King Salman and his son have found galling.

        The chief purpose of last Saturday’s exercise appears to have been removing Prince Mutaib from his key position. The other princes arrested were roped in to give the impression that he was not being singled out for retribution, and that he, like many of the others detained, was venal and corrupt. …

        King Salman has blatantly violated the fundamental rule of governance by consensus among the senior Al Saud princes, obviously at the instance of his ambitious thirty-two-year-old son, who seems to be in an unseemly hurry to concentrate all power in his own hands. Such haste and brazenness on the part of MBS does not bode well for the future of the Saudi regime, especially since he is also seen as personally culpable for recent foreign misadventures, including Saudi involvement in the Yemeni quagmire. MBS, it appears, has overreached himself. His most recent actions are likely to generate a blowback, sooner or later, from within the House of Saud that could cripple the Saudi monarchy’s capacity to govern.

        Kurz auf deutsch zusammengefasst, der Professor argumentiert, dass die mächtige saudische Nationalgarde eine Hochburg des Shammar-Stammes ist, und dass der ganze Zirkus in Saudi Arabien, den wir gerade sehen, sich im Kern vor allem darum dreht, dass Mohammed Bin Salman versucht, die Kontrolle über die saudische Nationalgarde zu bekommen. Und der Professor meint weiter, dass die saudische Monarchie darüber über kurz oder lang stürzen wird.

      2. @Demeter @PB
        grosses DANKE

        Meine Meinung ist die Chaosbrüder haben den Irak und Syrien als Kuchen freigegeben.Diese Chaosbrüder haben insbesondere die Türken und Saudis angesprochen

        „Wollt ihr nicht ein Teil dieses Kuchens haben? Das sind doch eure Stämme und Völker dort… eure ehemaligen Gebiete ….“

        Im Prinzip wissen wir das schon und ist glaube unbestritten.

        Und schwubs hatten wir den schönsten Krieg mit mehreren hundertausenden Toten__massive Zerstörung __ in beiden Ländern.

        Naja deswegen traue ich Saudis und auch Türken nicht die sich in Syrien und im Irak rumgetrieben haben. DENN die Bevölkerung wurde nicht von den Chaosbrüder aufgewiegelt. Das waren genau solche Typen die in der Vergangenheit leben ( Osmanisches Reich / unsere ehemalige Gebiete / unsere Geschichte / die Stammesgebiete usw. ) und natürlich wunderschöne Ideen für eine glorreiche Zukunft haben.

        Für mich klingt dieses Interview nach, jetzt wurde der Kuchen KSA freigegeben und er will einen Teil dieses Kuchens oder was anderes

        ——————————
        Viele Unterstellungen meinerseits, aber ich kann auch nicht aus meiner Haut

        Der Typ hätte vor 2011 solche Interviews geben sollen und nicht jetzt wo so viel passiert ist und alles für die Chaosbrüder verloren ist.

      3. sg

        „Für mich klingt dieses Interview nach, jetzt wurde der Kuchen KSA freigegeben“

        Ja, das wäre eine Erklärung für die Geschehnisse in Saudi Arabien. Nachdem von Israel geführte Kräfte Irak zerfleischt, Libyen zerstört, Syrien schwer verwundet und Jemen ausgehungert haben, könnte es nun Israels engstem Verbündeten in der Region, Saudi Arabien, an den Kragen gehen. Und der Petro-Dollar könnte sich damit auch erledigen.

        Vor ein paar Jahren noch, da sah Saudi Arabien stark, reich, unverzichtbar und uneinnehmbar aus. Heute hingegen sieht das ganz anders aus.

      4. „Vor ein paar Jahren noch, da sah Saudi Arabien stark, reich, unverzichtbar und uneinnehmbar aus. Heute hingegen sieht das ganz anders aus.“

        Für mich ist die Frage woher kommt diese Änderung? Sind da paar Gestalter am Werk oder kommt das wirklich aus den Volk. Also komt die Idee von unten oder von oben ( Hinterstübchen der Chaosvögel) .

        Diese Gestalter ködern das Volk mit einer auch so heroischen Vergangenheit und kreieren damit einen noch viel schlimmeren Zombiestaat.
        siehe Ukraine.

        Ich wünsche mir auch eine Zerfall der KSA,
        aber man sollte aus Fehlern lernen ( siehe Ukraine )

        und solchen Typen nicht auf den Leim gehen. Für mich ist das einer, der nach hintengewand ist und das wird in die Region den letzten Frieden rauben.

        ——————————————————————–

        “Shammar” Stamm siedelt in 3 Ländern und dieser Typ will ein Land für sein Stamm ( meine Unterstellung ) . 2 Länder haben sie schon kaputt gebombt jetzt kommt das 3te dran.

        Danach probieren sie den Stamm zu vereinigen – solche Typen kennen keine Gnade mit den kleinen Mann

        Gott bewahre uns vor solchen Ideen und insbesondere wenn Teile von diesen Ideen so süss wie Honig sind

      5. sg

        Die Antwort auf die Frage, warum Saudi Arabien vor fünf Jahren noch stark, reich, unverzichtbar und uneinnehmbar aussah, heute aber nicht mehr, liegt in erster Linie im saudischen Verhalten selbst.

        Die Saudis haben massenhaft Terror finanziert und reihenweise Kriege geführt, und alles an allen Fronten verloren. Man erinnere sich:

        – Terrorfinanzierung in Afghanistan und Pakistan
        – Finanzierung von Contra-Todesschwadronen in Nicaragua
        – Terrorfinanzierung in Somalia
        – Destabilisierung des Libanon
        – Terrorkrieg gegen Irak
        – Zerstörung von Libyen
        – Militärinterventation in Bahrain
        – Terrorisierung von Syrien
        – Ölpreiskrieg zum Niedermachen von Russland und Iran
        – Angriffskrieg gegen Jemen
        – Kalter Krieg gegen Katar

        Das kostet und kostet und hat gar nichts gebracht, zumindest nichts, was den Saudis nützt. Und zusätzlich finanzieren die Saudis noch Sisi in Äygpten, Sudan, die zionistische Lobby und reihenweise Politiker in westlichen und anderen Staaten. Und siehe da, plötzlich herrscht Ebbe in der unerschöpflich scheinenden saudischen Petrodollarkasse, Austeritätsprogramme mussten umgesetzt werden und in der saudischen Bevölkerung gärt es an unterschiedlichen Ecken und Enden.

        Hinter vielen der selbstschadenden saudischen Entscheidungen scheinen Obama und Trump gestanden zu haben, die den Saudis freie Hand und verbale Unterstützung dabei gegeben haben, sich selbst zu schaden. Hinter diesem US-amerikanischen Verhalten, den Saudis bei ihren selbstschlagenden aggressiven Handlungen nicht in den Arm zu fallen, könnte man durchaus eine recht schlüssige Strategie der US-Präsidenten sehen, wenn man will.

      6. „Hinter vielen der selbstschadenden saudischen Entscheidungen scheinen Obama und Trump gestanden zu haben“

        Ja klar. Super das die jetzt alles in den Sand gefahren haben. Aber denkst du die lehnen sich jetzt zurück und sagen ,

        „jetzt habe ich aber Mist gemacht. Ich packe meine Kaffeekanne und meine Brotbüchse und mache erstmal Feierabend. Chiao bis zur nächsten Krise“

        Ne das geht munter destruktiv weiter. Mit „neuen“ pfiffigen Ideen

        Stammesgebiete : —> mit viel Blut spalten und wenn alle am Boden liegen , neu zusammensetzen und sich dann auch noch dafür feiern lassen

        siehe Kurdenstaat, siehe Jugoslawien siehe Ukraine, siehe Myanmar ( siehe Norditalien , siehe Katalanien ) usw

        Und immer sind die Rechten die Speerspitze bei diesen Themen .

        ———————–
        Das schönste für die Region wäre, wenn das KSA für sehr lange Zeit mit sich selber beschäftigt sein würde. Pleite für Jahrhunderte und auf ___keinen___ Fall zerfallen würde. Weil dann geht es richtig los JEDER gegen JEDEN in der Region

      7. sg

        Bitte nicht falsch verstehen: die Saudis waren über Jahrzehnte ein geopolitisches Terrorinstrument der USA. Im Laufe des Terrorkrieges gegen Syrien ist dann aber irgendwann der Punkt gekommen, wo Obama nicht noch mehr Takfiri-Terror und US-Nahostkrieg wollte, sondern einen Richtungswechsel, hin zu einer politischen Lösung. Aber die von Israel und der Lobby unterstützten Saudis haben da – genau wie Netanjahu – in den Verhandlungen gesessen und Obama bedeutet, dass er nichts zu sagen hat und er ihnen gar nichts kann.

        Und die Optionen von Obama, gegen das Team Israel/Saudi Arabien direkt vorzugehen, waren in der Tat sehr begrenzt. Aber immerhin hat Obama einen CW-Deal zu Syrien mit Assad, das (Wieder)Einsetzen der saudisch gesponsorten Terrorgruppen ISIS und Al Kaida als primäre Feinde der USA sowie einen Nukleardeal mit Iran hinbekommen, und damit dazu beigetragen, die strategischen Ziele der Terrorachse Israel/Saudi Arabien in der Region zu durchkreuzen und damit die Terrorachse Israel/Saudi Arabien zu schwächen. Und wenn Obamas Ziel ab etwa 2013/2014 eine Schwächung der Achse Israel/Saudi Arabien war, was ich glaube, dann wäre es nur logisch, dass Obama schon deshalb die Saudis nicht von selbstschädigenden Dummheiten abgehalten hat.

        Trump macht nun anders als Obama auf ganz nett zur Achse Israel/Saudi Arabien, aber die „Pechsträhne“ der Achse Israel/Saudi Arabien geht ungebrochen weiter, man denke nur an das für die Saudis voll nach hinten losgegangene Katar-Manöver und die von Israel unterstützte „historische Fehlkalkulation“ von Barzani. Und während die Achse Israel/Saudi Arabien durch ihre ständigen Niederlagen immer schwächer wird, gewinnt die Achse Iran/Irak/Syrien/Hisbollah, unterstützt von Russland und China, kräftig an Stärke.

        Und siehe da, plötzlich sind der saudische König und sein Prinz ziemlich abhängig vom US-Präsidenten. Das Machtverhältnis in der Beziehung USA/Saudi Arabien hat sich also gedreht. Und ich glaube, dass das von Obama ab seiner zweiten Amtszeit genauso beabsichtigt war, und Trump diese strategische Politik von Obama nahtlos fortsetzt. Spannend ist nun bloß, was Trump mit seiner Machtstellung gegenüber Saudi Arabien nun anfängt. Er könnte von Salman verlangen, Saudi Arabien grundlegend zu ändern, innenpolitisch und außenpolitisch, und den Anschein, das zu wollen, erweckt Team Trump im Moment, aber Trump könnte Saudi Arabien auch als unreformierbares Terrornest betrachten und zerschlagen, was jedoch mit Sicherheit zu weiterem Chaos führen würde.

  7. Ich habe auch aus Deutschland gute Neuigkeiten. Irgendwie ist alles beim „Alten“ und doch neu. Nur damit jeder weiß dass ich Mathias Höhn nicht verteidigt habe.

    https://meta.tagesschau.de/id/128655/linke-geschaeftsfuehrer-hoehn-tritt-zurueck#comment-3206651

    Neu
    Am 09. November 2017 um 20:04 von laurisch._karsten
    „Linke-Geschäftsführer Höhn tritt zurück “
    Finde ich gut, denn wir brauchen keine Transantlantiker in unserer Partei in führenden Positionen.

    1. @sg:
      „Und immer sind die Rechten die Speerspitze bei diesen Themen .“

      – Hallo?! – Jetzt fühle ich mich aber „getriggert“ und brauche sofort einen „safe space“ ;-))

      Ernsthaft: Was die Positionierung auf der Seite der Widerstandsachse und der multipolaristischen Weltordnung betrifft, sehe ich da kein Blatt Papier zwischen echten (=nicht antideutschen !) Linken und Neuen (!) Rechten. – Reicht ja auch, daß es u. a. innen- und europapolitisch noch genug gibt, über das wir uns streiten können

    2. Zitat vom Parteibuch:
      „…Trump macht nun anders als Obama auf ganz nett zur Achse Israel/Saudi Arabien, aber die „Pechsträhne“ der Achse Israel/Saudi Arabien geht ungebrochen weiter, man denke nur an das für die Saudis voll nach hinten losgegangene Katar-Manöver und die von Israel unterstützte „historische Fehlkalkulation“ von Barzani…“

      Dieser Teil der sehr guten Zusammenfassung der aktuellen Situation erinnert stark an die US-Ermutigung von Saddam Hussein, Kuwait anzugreifen. Man wundert sich nur, daß saudische Feudalisten, die das Schicksal Iraks ja von der ersten Reihe aus betrachten konnten, diese Falle nicht (wieder-) erkennen…Sind die (oder ihre Berater) wirklich so dumm oder haben sie keine Option, der Falle auszuweichen?

      1. Angel

        „Sind die (oder ihre Berater) wirklich so dumm oder haben sie keine Option, der Falle auszuweichen?“

        Das ist schwer zu sagen, aber letztlich auch nicht wirklich wichtig. Die viel wichtigere Frage ist, ob die saudischen Machthaber lernfähig, clever und durchsetzungsstark genug sind, um ihre Unterstützung für den globalen Takfiri-Terrorismus einzustellen, mit ihrer idiotischen Bombardierung des Jemen schleunigst aufzuhören und ihre anti-iranische Außenpolitik abzuschaffen.

        Sollten sie das nicht sein, so sagt mir meine Kristallkugel voraus, dass das saudische Regime bald in Problemzonen kommen wird, aus denen es nicht mehr rauskommt. Selbst wenn das saudische Regime sich bezüglich der drei oben angeführten Dinge nun bald vernünftig verhalten sollte, wird es das Regime noch schwer genug haben, sich an der Macht zu halten, aber in einer Allianz mit Bibi hat es praktisch keine Chance.

  8. Derselben Meinung bin ich auch, dass nur mehr Hinterlist und Tücke den Saudischen Staat stützen.
    Aber die Schwerkraft wirkt!

    1. biersauer

      Ich sehe durchaus noch ein alternatives Szenario für Saudi Arabien.

      Anstatt Chaos, Regime Change und Zerteilung könnte die Reise auch dahingehen, dass MbS ein nahezu allmächtiger Alleinherrscher eines stabilen Saudi Arabiens wird, dessen Macht auf populärer Unterstützung basiert, etwa ein Stück weit wie das bei Erdogan in der Türkei der Fall ist. Aber: wenn MbS dahinkommen will, dann muss er sich von Israel und Trump abwenden, und sich stattdessen – wie Erdogan – der Achse China, Russland und Iran zuwenden. Israel und Trump sind in Saudi Arabien nämlich unterirdisch unpopulär.

      1. Dazu ist es bereits zu spät, denke ich, denn die vielen Petrodollar-Milliarden haben sich schon verplempert und bei den ´CHinesen gilt nur die Musik des Dollar und des Yen.
        Nicht umsonst sucht der König jetzt wo diese Moneten geblieben sind, nämlich bereits im Ausland!
        Da wird auch keine Beugehaft etwas nützen.
        Saudi ist blank!

    2. @Parteibuch:
      „… ob die saudischen Machthaber lernfähig, clever und durchsetzungsstark genug sind…“

      Falls das Saudi-Regime nicht plötzlich und unerwartet von einem ganzen Geschwader Erleuchtungs-Partikel getroffen werden sollte, werden Bezeichnungen wie „lernfähig“ oder „clever“ dafür wohl extrem unzutreffend bleiben…

      Von daher wird´´ s wohl so kommen: „…aber in einer Allianz mit Bibi hat es praktisch keine Chance.“

      – Karma is a b*tch.

      1. Blue Angel

        Naja, ich meine schon, dass da gerade „Geschwader Erleuchtungs-Partikel“ von Tillerson in Richtung Saudi Arabien abgeschossen wurden. Und ich glaube auch, dass Mattis und Trump das Licht dieser Erleuchtungs-Partikel gern noch verstären werden, wenn das von den Saudis gewünscht ist.

        Die große Frage ist, ob die Saudis nun auch entsprechend dieser Erleuchtungspartikel handeln werden.

  9. Liebes PB,
    vielen Dank für deine tägliche Arbeit. Ich lese hier täglich und sehr gerne!

    Zu Sau-Arabien ist folgender Artikel aufgetaucht:
    http://www.whatdoesitmean.com/index2426.htm
    Mich würde deine Meinung interessieren.
    Es wäre mMn eine sehr interessante Darstellung des ganz, ganz großen Bildes, wenn es denn stimmt.
    Die bisher sichtbaren Fakte passen jedenfalls für mich sehr gut zur dortigen Darstellung.

    1. Mitch

      Ich würde den Artikel als eine wilde Mischung von Fakten, Halbwahrheiten und Unwahrheiten beschreiben.

      Richtig ist darin beispielsweise, dass die saudische Säuberungswelle ebenso wie die frauenfeindlichen Hollywood-Geschichten klar gegen die Bushisten und Clintonisten richten. Halbwahr ist darin beispielsweise, dass die NSA vom US-Militär und nicht vom DNI geführt wird, offiziell ist die NSA beiden unterstellt, und meinen Informationen zufolge gibt tatsächlich das US-Militär den Ton an – aber, ganz oben in der Kommandokette steht natürlich der jeweilige US-Präsident. Die NSA ist ein Werkzeug des US-Präsidenten. Falsch ist mit Sicherheit die Darstellung, dass Obama das im Unterschied zu Trump nicht verstanden hat, und ebenso die Darstellung, dass Trump einen Bruch mit der Obama-Politik vollzieht, wo Trump – obwohl er sich in der Rhetorik unterscheidet – in Wirklichkeit die Obama-Politik in ganz wesentlichen Teilen – etwa in der Nahostkriegspolitik – nahtlos fortsetzt, und Trump mit Brett McGurk sogar Obamas Top-Mann da im Amt gelassen hat.

    2. „Die große Frage ist, ob die Saudis nun auch entsprechend dieser Erleuchtungspartikel handeln werden.“

      – Vielleicht hilft es, wenn sie die Kopfbedeckungen abnehmen? Dann könnten die Erleuchtungspartikel besser landen und frische Luft evtl. deren Wirkungsgrad noch verbessern…
      Ich bleibe aber skeptisch bezüglich der grundsätzlichen Kompatibiltät von saudischen Prinzengehirnen mit Erleuchterungspartikeln. Schaumermal…

      1. Blue Angel

        Nein, das Abnehmen von Kopfbedeckungen hilft überhaupt nicht.

        Die können jede Mütze anziehen, die ihnen gefällt, aber die müssen ihr terroristisches Verhalten ändern.

  10. „…aber die müssen ihr terroristisches Verhalten ändern.“ – Hoffen wir, daß diese Erkenntnis, auf welchen Wegen auch immer, ihre grauen Zellen erreicht.

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