Syrische Armee kämpft sich in Deir Ezzor weiter voran

Wie inoffizielle Quellen am heutigen Mittwoch mitteilten, ist es der syrischen Armee im Kampf gegen die Terrorgruppe ISIS in der Stadt Deir Ezzor gelungen, den Bezirk Al-Jubeileh und den nahegelegenen Zentralpark einzunehmen.

Auf einer aktuellen Karte von @Serem001 ist zu sehen, dass ISIS in der Stadt Deir Ezzor inzwischen nicht mehr viel Gelände hält.

Geht es in dem gegenwärtigen Tempo weiter, dass die Armee jeden Tag mindestens einen Bezirk der Stadt einnimmt, könnte ISIS in der Stadt Deir Ezzor schon in einer Woche Geschichte sein.

Im Süden der Provinz Deir Ezzor sind die syrische Armee und ihre Partner von T2 aus weiter in Richtung Osten, also Albukamal und irakische Grenze, vorangekommen. Letzter Stand soll da nun sein, dass die Armee und ihre Partner, in der Gegend vornehmlich Hisbollah, seit der Einnahme von T2 jetzt 18 Kilometer weiter sind.

Der Kampf gegen ISIS scheint an dieser Front ausgesprochen hart und schwierig zu sein, was erklärt, dass es da nur langsam vorangeht und dass die russischen Streitkräfte da nach dem gestrigen Einsatz von Marschflugkörpern heute schwere Langstreckenbomber eingesetzt haben.

Auf der östlichen Seite des Euphrat haben US-gestützte SDF-Kräfte derweil die Orte Jadeed Uqaydat und Baqarah eingenommen, womit sie der nördlich davon positionierten syrischen Armee östlich des Euphrat den weiteren Weg nach Süden versperren.

Beim Kampf der syrischen Armee gegen die Terrorgruppe Al Kaida im Nordwesten von Syrien hat unterdessen die Gruppierung „Zentraldivision der FSA“ in einem Video damit geprahlt, Al Kaida im Kampf gegen die syrische Armee mit von den USA gelieferten Panzerabwehrraketen zu unterstützen. Da FSA und andere Terroristen in Syrien, darunter Al Kaida, wie jüngst der ehemalige katarische Regierungschef Hamad bin Jassim bin Jaber al-Thani sogar öffentlich zugab, unter anderem von Katar, Saudi Arabien, der Türkei und dn USA gemeinsam unterstützt wurden, ist das natürlich kaum noch eine Überraschung. Die syrische Armee und ihre Partner wissen damit inzwischen umzugehen.

Aber aus dem Nordirak gibt es heute Neuigkeiten. Al-Jazeera-Reporterin Stefanie Dekker berichtete von vor Ort, dass sich sowohl der irakisch-türkische Grenzübergang Habur-Sinir als auch der Ort Faysh Khabour einschließlich des zugehörigen inoffiziellen irakisch-syrischen Grenzüberganges Semalka und des dazwischen liegenden Geländes sich nach wie vor in der Hand von Peshmerga-Kräften der kurdischen Autonomieregion befinden und keine irakischen Regierungskräfte vor Ort seien. Ein ebenfalls heute aufgetauchtes kurdisches Video, dass frisch aus der Region sein soll, scheint das zu bestätigen.

So wie es aussieht, lag also den gestrigen zumeist türkischen Meldungen von der irakischen Übernahme der irakischen Seite des Überganges Habur-Sinir tatsächlich nur ein vorübergehender türkisch-irakischer Besuch der irakischen Seite zugrunde.

Weiterhin meldete ein Journalist von Voice of America heute, dass der Barzani-Clan die Tage der irakisch-kurdischen Verhandlungen zur kampflosen Übergabe der Grenzposten offenbar genutzt hat, um die kurdischen Kräfte dort zu verstärken, was darauf schließen lasse, dass die Verhandlungen gescheitert und im dem Grenzgebiet bald Kämpfe zu erwarten seien. Der Barzani-Clan soll außerdem für 150 Dollar pro Mann Kräfte in Nordsyrien angeheuert haben, um für ihn gegen die irakische Armee zu kämpfen.

Von irakischer Seite war inoffiziell zu hören, dass das irakische Armeekommando aus diesen Gründen bereits den Befehl zum Einrücken in die von Kräften der kurdischen Autonomieregion beherrschte iraksiche Grenzregion im Dreiländereck gegeben hat, nach Möglichkeit kampflos, aber wenn nötig auch im Kampf. US-Bedenken dagegen soll Abadi beiseite geschoben haben.

Zur Zeit bewegen sich die Kräfte der irakischen Armee jedoch nach wie vor nicht und es fallen auch noch keine Schüsse, was darauf hindeutet, dass die USA derzeit möglicherweise noch einen diplomatischen Versuch unternehmen, die anstehenden Kampfhandlungen doch noch im letzten Augenblick zu verhindern.

Nachtrag 23:40h Vor ein paar Minuten hat es offenbar einen israelischen Luftangriff auf ein Ziel in der syrischen Provinz Homs gegeben:

6 Gedanken zu “Syrische Armee kämpft sich in Deir Ezzor weiter voran

  1. Kann man diesen Barzani nicht einfach..naja ihr wisst schon, eben Hillary-mäßig: „cant we just drone that guy?“

    1. TaxiMan

      Nein. Erstens sind die Barzanis kein einzelner Mann, sondern ein ganzer Clan verteilt über verschiedene Führungspositionen, und zweitens wäre mit so einer Aktion bezüglich des wichtigen Ziels der Herstellung von Rechtstaatlichkeit im Irak natürlich auch nichts gewonnen. So etwas würde eher zur Verteifung der Spaltung des Irak führen, wo doch Einigkeit das Ziel ist.

      Viel besser ist da etwa die Ankündigung von Abadi, dass er zukünftig den Staatsbediensteten der Kurdischen Autonomieregion das Gehalt zahlen will, weil der Barzani-Clan es offensichtlich nicht will oder kann.

  2. Liebe Parteibuch
    Kämpfe in DEZ sind Verlustreich. Gestern hat SAA 41 Kämpfer dort verloren. Angeblich gibt keine Frontlinie mehr und SAA jagt IS Sniper überall. Ich erwarte, dass sich IS in nächste 72 Stunde auf Insel zurückzieht.
    Es gibt immer mehr Anzeichen dafür, dass USA aus Nordsyrien ihre Protektorat machen wird. Nicht mal die Kurden sind ihre Ansprechpartner sonder lokale Stämme. Vor kurzem waren Bilder zu sehen wie USA ihre Base erweitern. Angeblich sind in Nordsyrien schon 4000 US Soldaten stationiert. Mehrmals hat USA gedroht SAA Kräfte zu bombardieren wenn Sie SDF angreift.
    SDF versucht SAA in ein Rennen um Al Qaim zu bewegen. Erst wenn SAA vorrückt rückt SDF noch schneller. Ich bleibe dabei, dass Al Qaim US Flage haben wird.
    Ich sagte schon, dass Grenzübergänge an irakische Seite werden irakische Flage haben aber von Kurden werden sie verwaltet. Und USA kann ich ungestört ihre Waffen zu SDF liefern und ihre Base in Syrien ausbauen. Türkei ist sehrzufrieden mit eine Nordsyrien welche arabische Mehrheit hat.
    Türken wollen in Idlib für weiter vorrücken als mit Russen vereinbart würde. Sie wollen bis Lataminia kommen was ein gravierende Verstoss gegen jede Vereinbarung ist. Ab heute wird Zement und Eisen nach Idlib geliefert. In letzte Monate war es verboten.
    Israelis zeigen wieder mal, dass sie alles dürfen und niemand kann etwas tun.
    Kongress verschieden Clans in Syrien wird Mtte Monat in Sotschi stattfinden. Kurden werden dabei sein.
    Ich sehe wenig Grung zu Freude. USA ist ganz nah Syrien und Irak zu teilen. In Irak wartet westliche Presse schon mit vorgedrückten Kommentaren um vorgerückte irakische Kräfte verurteilen zu dürfen und Anerkennung von Kurdistan zu verlangen. Ein schnelle Vorstoss Iraker ist nicht zu erwarten.

  3. keine richtige Quelle, aber zumindest etwas konkreter; Verhandlungen zwischen Regierung und PYD unter russischer Supervision.

    ***
    Thomas Oz‏ @ThomasOz_ 9 Std.Vor 9 Stunden

    Negotiations took place in Qamishlo btwn PYD and regime under Russian supervision.Ali Mamlouk,Mikhail Bogdanov and Shahoz Hesen were present
    ***

    Wichtig dabei vor allem, direkt mit der PYD, der (wichtigsten) politischen Kraft der Kurden (PKK-„Schwesterpartei“) in Syrien, nicht mit dem „SDF“-Mantel.

    Aus Astana hieß es, dass beim Kongress syrischer Völker in Sotschi am 18.11. auch Kurden dabei sein sollen, die PYD bietet sich an.

    Reaktion aus Ankara: https://www.dailysabah.com/deutsch/politik/2017/11/01/kalin-einladung-der-pyd-terroristen-zum-syrien-kongress-inakzeptabel

    Inakzeptabel, soso; na mal sehen, wer da entscheidet, wer zu Vertretern von syrischen Völkern gehört.

  4. 1. Die UN-Resolution 2254 legt die Einheit Syriens fest

    Klicke, um auf s_res_2254.pdf zuzugreifen

    2. Iran und Russland haben grade wieder ihre diesbezügliche Garantie bestätigt (vorletzte Woche Iran auf militärischer Ebene nochmal die mit Syrien).

    3. Gibt es keine intensivierte Kriegspropaganda in westlichen Ländern, die Globilisten-Schweinereien sonst unterstützt haben (in D etwas Gekeife pro Israel/Netanyahu vs Russland/Iran/V. Putin)´, aber nicht lange an prominenter Stelle). Vielmehr sind mehr oder weniger alle mit internen Skandalen/Problemen beschäftigt.

    4. Die öffentlichen Meinungen in den NATO-Ländern sind gegen weitere Militäreinsätze und Kriegsbeteiligungen.

    5. Die militärischen Möglichkeiten der USa und anderen NATO-Ländern haben sich erheblich verschlechtert.

    6. Die finanziellen Möglichkeiten der USA und anderen NATO-Ländern haben sich bei den meisten erheblich verschlechtert (Ausnahme D, aber dafür umso mehr von Punkt 5 betroffen).

    7. Israel/Netanyahu-Regierung ist isolierter, hat weniger Verbündete als noch vor zwei Jahren (und zu deren Möglichkeiten siehe Punkt 5 und Punkt 6)

    8. Ist bisher keine globale oder regionale Macht in Sicht (bitte verbessern, wenn doch), die es sich militärisch und finanziell (auch im Hinblick auf Handelsnachteile, Ausschluß vom Seidenstraßenprojekt u. a.) leisten kann, gegen den Iran zu kämpfen (worauf es bei Intensivierung hinausliefe), erst recht nicht gegen Russland.

    Natürlich versuchen die Globalisten (auch in Verbindung mit intensivierter Auseinandersetzung in den USA) nochmal ihre Ziele durchzusetzen. M. E. ist es unter den o. g. Gesichtspunkten (und weiteren, die ich nicht überblicken kann) aber unwahrscheinlich, daß sie damit durchkommen.

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