Feuerpause im Nordwestirak

Wie Al Manar berichtet, hat der irakische Regierungschef Abadi die irakischen Sicherheitskräfte im Nordwestirak angewiesen, für 24 Stunden auf ein weiteres Vorrücken in den von Peshmerga-Milizen der kurdischen Autonomieregion illegal besetzten Gebieten des Irak zu verzichten.

Die Zeit soll von Kommandeuren der Sicherheitskräfte des Irak und der kurdischen Autonomieregion zu Gesprächen über ein kampfloses Einrücken der irakischen Sicherheitskräfte in die illegal von Peshmerga-Milizen besetzten Gebiete genutzt werden.

Die kurdische Autonomieregion hat derweil aufgrund der angespannten Lage an der Grenze den von SDF- und Peshmerga-Milizen kontrollierten irakisch-syrischen Grenzübergang bei Fishkhabur, in dessen Richtung sich irakische Sicherheitskräfte seit einigen Tagen vorgekämpft haben, für den normalen Besuchsverkehr geschlossen.

Bezüglich des Kampfes gegen die Terrorgruppe ISIS berichtete die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA nach den gestrigen großen Geländegewinnen der syrischen und irakischen Armee heute lediglich von schweren Kämpfen im Ort Mikhan südlich von Mayadin, der inoffiziell bereits vor fünf Tagen als von der Armee eingenommen galt. Vom Kampf gegen ISIS im Irak wurde heute inoffiziell gemeldet, dass irakische Sicherheitskräfte eine Zementfabrik eingenommen haben. Das vergleichsweise langsame Vorgehen gegen ISIS heute dürfte darauf hinweisen, dass sowohl in Syrien als auch im Irak gegenwärtig vornehmlich daran gearbeitet wird, die gerade von ISIS eingenommenen Gebiete zu konsolidieren.

Schneller vorwärts scheint es für die syrische Armee hingegen nun im Nordwesten Syriens in die von Al-Kaida-Terroristen beherschte Idlib-Tasche gehen zu können. Al Masdar News berichtete dazu heute von der Einnahme von drei Dörfern durch die Armee, wobei das dabei eingenommene Gebiet allerdings weitgehend identisch mit den bereits in den letzten Tagen als eingenommen gemeldeten Gebieten zu sein scheint. Die syrische Luftwaffe scheint an dieser Front aber den weiteren Vormarsch der Armee in der nächsten Zeit bereits vorzubereiten.

Eine weitere wichtige Entwicklung in Syrien dürfte sein, dass es in der von der US-geführten Anti-ISIS-Koalition gründlich ausgebombten Stadt Raqqa gerade zu erheblichen Spannungen zwischen US-geführten SDF-Kräften, die die nahezu menschenleere Stadt vor ein paar Tagen eingenommen haben, und rückkehrwilligen Einwohnern der Stadt zu kommen scheint. SANA berichtete heute, es habe neun Verletzte gegeben, als SDF-Kräfte geflüchtete Einwohner mit Waffengewalt an der Rückkehr in die Stadt hinderten.

Die britisch-amerikanische Hasbaraschleuder Reuters meldete gestern auch schon, dass die SDF-Kräfte keinen Plan haben, wie es mit der von ihnen besetzten, aber ansonsten nahezu menschenleeren Stadt weitergehen soll, große Teile der aus der Stadt Raqqa geflüchteten Bevölkerung die USA für die Zerstörung ihrer Stadt verantwortlich machen, und die SDF-Kräfte befürchten, wenn sie die Bevölkerung zurück in die Stadt lassen, es da zu Konflikten zwischen der Bevölkerung und den zerstörerischen Befreiern kommen könnte.

Erschwert werden könnte ein von der US-geführten Koalition unabhängig von der syrischen Regierung durchgeführter Wiederaufbau der Stadt Raqqa noch zusätzlich, wenn die irakische Regierung nun die Kontrolle über den irakisch-syrischen Grenzübergang bei Faysh Khabour bekommt, und es da zu Problemen mit der einzigen Landroute in die SDF-Gebiete kommt, die bislang nicht unter Kontrolle von Damaskus, Ankara oder Bagdad steht.

25 Gedanken zu “Feuerpause im Nordwestirak

  1. Liebes Parteibuch.

    In wessen Auftrag handelt, bzw. unter welcher Federführung steht diese us-geführte Koalition?

    1. Kofferkind

      Das US-Militär führt die Regie, sowohl in der US-geführten Koalition als auch in der Präsidentschaft von Trump. Um da mal ein paar Namen der tatsächlichen Machthaber hinter Trump zu nennen: General Dunford, General Mattis, Generalleutnant McMaster und General Kelly.

      Was ich dabei sehr interessant finde, ist die Tatsache, dass sowohl der Vorsitzende des Vereinigten Generalstabs Dunford als auch der Sonderbeauftragte für die Internationale Allianz gegen den Islamischen Staat Brett McGurk, ein Jurist, die beide von Obama auf ihre Posten gesetzt wurden, nach dem Wahlsieg von Trump in diesen Schlüsselpositionen bleiben durften.

      Ich vermute, dass das Militär Trumps Wahl nicht zuletzt deshalb unterstützt hat, um die Kontinuität in der Durchführung der Aufgaben dieser zwei Schlüsselleute sicherstellen zu können. Ich vermute, Obama hat zu Beginn seiner zweiten Amtszeit den israel-kritischen Republikaner Chuck Hagel zum Verteidigungsminister gemacht, um ihn und das US-Militär mit einem streng geheimen Projekt zu beauftragen, das im Grunde darauf hinausläuft, die Herrschaft von Israel (und der Israel-Lobby) über die USA zu beenden und die nationale Souveränität der USA wiederherzustellen. Da Obama nicht mehr wiedergewählt werden konnte, musste ein anderer Kandidat aus dem Hut gezaubert werden, der dieses von der Wichtigkeit her alles andere überragende Geheimprojekt fortführen würde. Der Kandidat war Trump und das ist Trumps Mission: die Herrschaft über die USA von der Israel-Lobby zurückzubekommen. Wie gesagt, das ist nur eine Vermutung von mir, aber diese Theorie erklärt ziemlich schlüssig, wie Trump agiert und was in den USA seit Obamas zweiter Amtszeit passiert.

      1. Parteibuch. Die Kernaussage des US-Militärs kam von Dempsey, dem Vorgänger Dunforts. Für Eretz Israel eben keinen Krieg gegen den Iran führen zu wollen.

        Allerdings hat der durch und durch korrupte US-Senat von AIPACS Gnaden immer noch eine gewaltige Macht auf das Weiße Haus; oder nicht?

        Die Perversität liegt doch in der Tatsache, keinen Frieden erkennen zu dürfen!

      2. Ich will ja nicht verhehlen, dass ich große Sympathien für Deinen Plot, „die Herrschaft über die USA von der Israel-Lobby zurückzubekommen“ habe. Da riecht nach Idealismus. Sehr gut. Aber ist dafür – wie Du unten zu Raqqa schreibst – das „komplette Ausbomben der Stadt durch die US-Luftwaffe“ nötig?

        Ist die Herrschaft – und wessen überhaupt – über die USA überhaupt noch zurückzugewinnen in diesen – vor allem finanziell – globalisierten Zeiten? Mit Spannung verfolge ich das ganze Theater um die Gründung von Saudi-Arabiens PIF, in den Aramco übertragen werden soll oder nicht – und das ganze noch vor dem Hintergrund einer russisch-saudischen Annäherung oder einer chinesisch-saudischen Annäherung und evtl. Schadenersatzansprüchen der US-Amerikaner wegen 9/11. Ist das nicht ein noch viel größeres „Geheimprojekt“ oder ganz banal nur der Versuch jeweils mächtiger Personen in dieser chaotischen Welt hie und da einen guten wirtschaftlichen Deal zu machen? So lange die Amis in Syrien noch bomben können, verdient auch jemand daran. So lange ThyssenKrupp Marine Systems sich noch für die Sicherheit Israels durch die Lieferung deutscher U-Boote stark machen kann, wird Deutschland dem Unternehmen auch noch – wie jüngst am Montag beschlossen – mit 540 Mio Euro Förderung unter die Arme greifen.

      3. Meier

        Bezüglich des „kompletten Ausbombens der Stadt Raqqa durch die US-Luftwaffe“ will ich mal folgenden Gedanken zum Besten geben: wem nützt das? Ich glaube, der Effekt dieser rabiaten Kriegstaktik wird sein, dass noch mehr Leute in der Gegend die USA nicht leiden können. Solche militärischen Probleme kann man auch besser lösen. Und ich glaube, die US-Armee könnte es auch. Russland und die syrische Armee machen ja täglich vor wie es geht.

        Aber so wie es geschehen ist, können immer mehr Leute in Raqqa die USA nicht leiden. Ich glaube, dass das dem US-Militär durchaus recht ist, denn das macht einen US-Truppenabzug innenpolitisch einfacher. Und ich glaube, das ist es, was die führenden US-Militärs wollen: weg da.

      4. Das würde bedeuten das Obama eigentlich nicht so schlecht war wie man vermutete er es aber nicht besser machen konnte durch den ganzen Druck. Das würde eine völlig neue Sichtweise gegenüber Obama bedeuten.

      5. H. Meier
        – das „komplette Ausbomben der Stadt durch die US-Luftwaffe“ nötig?

        Ich würde da gar nicht so viel hinein interpretieren. Bereits seit dem 2. Weltkrieg war es amerikanische Taktik, so bald man auf Widerstand trifft, zurück ziehen und Bomben und Granaten drauf, das wird in Raqqa nicht anders sein.
        Und dann hat man genau wie 45 die Dollar und baut alles wieder auf.

        Wie gesagt, da etwas politisches hinein zu interpretieren, glaube ich nicht. Früher konnte man so was mit Dollar oder notfalls mit D-Mark wieder richten. Ob das heute auch noch möglich ist, ich habe da zu mindestens einen leisen Zweifel.

      6. Macho

        Obama war in seiner ersten Amtszeit sehr eingemauert (Clinton als „autonome“ zionistische Außenministerin, Kabinettsliste von Citibank, Spitzenposten im Militär durch Zionisten wie Petraeus besetzt, die zum Teil obendrein auch noch mögliche Wahlkonkurrenten 2012 waren), fürchtete um seine Wiederwahlchancen, hatte keine klare Sicht auf die Welt und er hat auch gravierende vermeidbare Fehler gemacht, den vielleicht schlimmsten, den Krieg gegen Libyen, da hat er später zugegeben, dass das sein schwerster Fehler war.

        Zu Beginn seiner zweiten Amtszeit hatte Obama eine klare Weltsicht (Israel will keine Lösung des Nahostkonflikts, die Israel-Lobby beherrscht in den USA Kongress und die Medien, und treibt die USA in immer neue Nahostkriege), eine Wiederwahl stand für Obama nicht mehr an und er wusste, wem er im US-Militär vertrauen konnte. Und dann hat Obama entsprechend gehandelt. Die Nusra Front hat er zur mit Al Kaida identischen Terrororganisation erklärt. Anstatt nach dem CW-False-Flag in Ghouta Syrien zu bombardieren, hat er mit Syrien und Russland Kooperation bei der Entsorgung der CW vereinbart. Nach der Machtübernahme durch ISIS-Aufständische in Mossul hat er das US-Militär auf diese ISIS-Aufständischen angesetzt, und obendrein eine Allianz mit der syrischen PKK eingehen lassen, womit er die Türkei in die Arme Russlands getrieben hat. Und den Iran als wichtigsten Unterstützer Palästinas hat Obama mit dem Nuklear-Deal diplomatisch und wirtschaftlich gestärkt.

        Was dann noch fehlte, war ein Nachfolger, der Obamas strategische Politik weiterführen würde. Das hätte Bernie Sanders sein können, aber der war nicht stark genug, um sich gegen Clinton durchsetzen zu können. Aber auf der republikanischen Spur hat es mit Trump funktioniert, einen Nachfolger ins Amt zu bekommen, der Obamas strategisch gegen Israel und die Lobby ausgerichtete Politik fortführt.

    2. @Parteibuch

      „Aber so wie es geschehen ist, können immer mehr Leute in Raqqa die USA nicht leiden.“

      Das ist gewiss richtig. Da mag auch irgendeine Denkfabrik mit ihrer massenpsychologischer Kenntnis das als Teil eines höheren idealistischen Plans verstehen und bewusst einsetzen. Ob das der einzige Weg ist, das möchte ich bezweifeln. Ich sehe viel zu viel Gesichtswahrung und keine wirklichen Konsequenzen für die, die diesen Schlamassel eingebrockt haben. Und das lässt mich fragen, ob es wirklich um einen höheren Idealismus geht – oder eben nicht doch nur um das Geschäft.

      Zur Aufgabe, „die Herrschaft über die USA von der Israel-Lobby zurückzubekommen“ las ich heute auf Breitbart über Bannons möglichen Antisemitismus einen interessanten Leser-Kommentar, der eigentlich auch das ausdrückt, um was es mir geht, denn er beschreibt eine wichtige Differenzierung hinsichtlich der „Israel-Lobby“. Leser ‚dgc‘ schreibt da:

      As a very conservative Jew who was born to incredibly liberal NYC Jews, and who grew up in a family of incredibly liberal Jews, who of course only associated with other NYC liberal Jews, I can say unequivocally, liberal NYC Jews are the worst of the worst. They are an embarrassment to the state of Israel, and they are an embarrassment to America (Rob „Meathead“ Reiner, and Harvey Weinstein immediately come to mind as examples).

      The selfish, condescensing, money-grubbing, progressive, urban center Jews are the ones who give all the rest a real bad name.

      Good to see real conservative Jews backing Bannon. I would vote for Bannon for president if he ever ran, and I’m sure I’m not the only conservative Jew who would. As happy as I am Trump is president, we all know Bannon is the mastermind behind the MAGA movement.

      Da geht es um Moral. Und A-Moral ist bekanntlich unter Juden, Christen, Muslimen und Säkularen zu finden. Deshalb fragte ich eben auch, wer oder was die Herrschaft über die USA zurückbekommen soll? Wenn es nur wieder – mit den Worten von ‚dgc‘ – „selbstsüchtige, herablassende, geldgierige, progressive, städtische“ Menschen sind, dann ist nicht wirklich etwas gewonnen. Dann geht alles wieder nur von neuem los. Aber vielleicht ist das Leben ja auch nicht mehr als eine ständige Wiederholung ;-)

      Besten Gruß!

      1. Meier

        Ich meine, diese US-Militärs sind im Kern patriotische Idealisten. Die Situation in den USA in den letzten Jahren betrachten diese US-Militärs als Quasi-Besatzung der USA durch eine fremde Macht, nämlich Israel, wo die Bevölkerung bloß wählen darf, welche Lakaien Israels die von Israel vorgegebene Politik – wozu vor allem das Führen von Nahostkriegen für Israel gehört – befolgen dürfen. Diese Situation in den USA wollen diese US-Militärs beenden. Quasi-Besatzungen fremder Länder durch Einflussagenten kennen die US-Militärs gut, denn sie selbst haben solche Systeme oft selbst in fremden Ländern installiert.

        Diesen US-Militärs geht es um in irgendwelchen unbedeutenden Texten stehende Worte wie „We the People“ – was meint, dass US-Amerikaner über die Geschicke der USA bestimmen sollen. Und die Bevölkerung der USA soll ihre Anführer und die von ihnen verfolgte Politik in Wahlen selbst bestimmen, Wahlen, wo verschiedene US-Amerikaner dem US-Volk ihre Ideen präsentieren, was sie meinen, was das Beste für die Zukunft der USA ist.

      2. die liberalen NYC Jews are the worst of the worst…

        interessant, und gerade hier im Haifischbecken des New Yorcker Immobilienmarktes hat Trump seine Lehrzeit gemacht, hat sich durchgesetzt und ist groß geworden.
        Die liberalen NYC Jews müssen ihm dabei ständig über den Weg gelaufen sein,
        weil sie ja im gleichen Geschäft tätig sind.
        Vielleicht ist das auch der Grund, warum sie ihn so fürchten, er kennt sie, er kennt ihre Tricks und
        auch ihre Schwächen, er weiß wie ihnen beizukommen ist und braucht sich dabei nur auf seine
        Instinkte und seine Erfahrung zu verlassen. Das hat er allen anderen Politeikern voraus.

  2. Vielleicht solltet ihr mal erwähnen, dass die ganze Stadt Raqqa von den ISIS-Bastarden vermint worden ist und einige zurückkehrende Einwohner/innen deswegen schon ihr Leben lassen mussten. Die SDF-Truppen sind dabei, die Stadt zu entminen (wobei auch schon einige gestorben sind). Deswegen wird die Bevölkerung davon abgehalten, zu schnell in ihre Wohnungen zu gelangen.
    Das hat also nichts mit den „zerstörerischen Befreiern“ , sondern mit den vorherigen Besatzern zu tun.

    1. geierauge

      Na klar. Nicht das komplette Ausbomben der Stadt durch die US-Luftwaffe, sondern die Sprengfallen von ISIS haben die Stadt total zerstört. Und wer von den geflüchteten Einwohnern nun in die Stadt zurückwill, der wird von den SDF-Befreiern erschossen, damit er nicht Gefahr läuft, einer ISIS-Sprengfalle zum Opfer zu fallen.

      Mal im Ernst: im oben im Artikel verlinkten Reuters-Bericht heißt es, rückkehrwillige Einwohner werfen den SDF vor, dass die SDF-Kräfte Kurden und Leute mit Connections durchaus in die Stadt lassen. Andere lassen die SDF-Kräfte nicht rein, weil sie Angst haben, dass sie dann in der Stadt wieder eine Bevölkerung drinhaben, die die SDF nicht leiden kann. Das ist schon nachvollziehbar, deutet aber darauf hin, dass es in Raqqa zu weiteren Konflikten kommen wird.

  3. Kofferkind

    Ja, ich glaube, General Martin Dempsey war eine frühe Schlüsselfigur in Obamas Projekt zur Wiederherstellung der Souveränität der USA gegenüber Israel.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass Obama sich mit seinem Generalstabschef Dempsey eng konsultiert hat, bevor er Chuck Hagel gegen die Israel-Lobby als Verteidigungsminister durchgedrückt hat. Ich kann mir sogar gut vorstellen, dass das ganze Projekt zur Entmachtung der Israel-Lobby Dempseys Idee ist.

    Ich könnte mir die Situation etwa so vorstellen: Oberbefehlshaber Obama hat von Israel, Israels US-Kongress und der Israel-Lobby vor der Wahl 2012 permanent auf die Nase bekommen. One-Term-President, Ausländer und Moslem waren da noch Stichworte der harmloseren Sorte der israelisch gemanagten Kampagnen gegen Obama. Israel, der Kongress und die Lobby haben Obama immer tiefer in Nahostkriege reingetrieben, die er eigentlich gar nicht wollte. Böser Diktator Gaddafi, böser Diktator Assad, Obama, tu was für die Aufständischen, sonst machen wir dich zu einem One-Term-President, so kam es da von Israel und der Lobby, und immer war klar, dass das wirklich große Ziel Israels „Regime Change“ im Iran war. Ich kann mir gut vorstellen, dass Oberbefehlshaber Obama in dieser Situation seinem Generalstabschef Dempsey eine Frage gestellt hat wie: „Ein fremder Staat, nämlich Israel, hat die Kontrolle über unsere Außenpolitik, und treibt uns in Kriege, die wir US-Amerikaner überhaupt nicht wollen. Ich bin Präsident dieses Landes mit dem mächtigsten Militär der Welt. Und in der US-Verfassung steht, dass ich für die Außenpolitik zuständig bin. Aber ich kann nichts dagegen tun, weil ich sonst politisch oder physisch von den Agenten eines fremden Staates, nämlich Israel, erschossen werde. Kann das mächtige US-Militär mir irgendwie helfen, mich in diesem Konflikt zwischen den USA und Israel durchzusetzen?“

    Dempsey könnte drauf geantwortet haben: „Die meisten im US-Militär haben die Nase gestrichen voll von Kriegen für Israel. Wenn der US-Präsident es befiehlt, dann können wir vom US-Militär eine ganze Menge. Wir könnten zum Beispiel ein geheimes Projekt initiieren, um dem US-Präsidenten dabei zu helfen, die nationale Souveränität der USA gegen Israel und seine Agenten durchzusetzen. Das ist aber eine riesige Aufgabe, deren Erfolg nicht gewiss ist und deren Ausführung einige Jahre dauern wird. Und die Zeit dazu unter deiner Präsidentschaft, inklusive hoffentlicher Wiederwahl 2012, wird nicht reichen, sodass wir uns auch um Nachfolgeregelungen kümmern müssen.“

    Und Obama könnte dann gesagt haben: „OK. Wir machen das. Nichts haben wir US-Amerikaner in diesem Staat USA, wenn wir nicht unsere eigenen Angelegenheiten selbst entscheiden können und von einem fremden Staat pausenlos in neue Kriege getrieben werden, ohne dass wir uns dagegen wehren können. Dass ich als US-Präsident Israel regelmäßig bestätigen muss, sein QME sicherzustellen, zeigt doch schon, wo wir sind. Wir sind eine Kolonie von Israel. Und ich will das ändern, koste es, was es wolle.“

    Was die Macht von AIPAC im Kongress angeht, so sehe ich sie rückläufig. Als Obama angefangen hat, konnte die Israel-Lobby immer eine veto-brechende und Impeachment-fähige Zweidrittelmehrheit gegen ihn organisieren. Bei Trump hat die Israel-Lobby nun schon Probleme, einfache Mehrheiten gegen seine Außenpolitik zu organisieren. Aber trotzdem, ja, der US-Kongress ist nach wie vor eine Bastion Israels.

    1. Ist es auch die schlagartige Änderung von Merkel&Co gegenüber Trump damit erklärbar, indem die Israelpolitik nicht mehr stimmig ist. Ukraine wird von Trump nicht mehr als nötig beachtet und
      die Fische in Syrien schwimmen einstweilen in die andere Richtung, alles entgegen Israelischen Interessen.

      1. biersauer

        Bis zum US-Wahltag hat die deutsche Regierung die Möglichkeit, dass der „verrückte“ Trump US-Präsident wurde, nicht mal ansatzweise in Erwägung gezogen. Das Merkel-Steinmeier-Regime hatte nicht mal einen Kontakt zum Trump-Lager, um Trump zum Wahlsieg gratulieren zu können.

        Nachdem die deutsche Regierung dann erste Gespräche mit VP Pence, SecState Tillerson und SecDef Mattis hatte, dürfte es der deutschen Regierung dann langsam gedämmert haben, dass hinter dem Showman Trump fähige Politprofis am Werk sind und sie eine realistische und ernstzunehmende politische Agenda haben, wobei Stichworte in Gesprächen etwa erstmal die Eingliederung der USA als Nation in eine sich entwickelnde multipolare Welt und die Verbesserung der Great-Power-Relations USA-Russland gewesen sein können, was Deutschland durchaus auch erfreuliche Chancen eröffnet.

        Man stelle sich bloß mal vor, wie das erste Treffen von BMVg von der Leyen mit SecDef Mattis gelaufen sein dürfte und rate, wer da wem glaubwürdiger hätte vorwerfen können, keine Erfahrung und von nichts eine Ahnung zu haben.

    2. Sry, das glaube ich nicht. Dazu war Obama viel zu sauer über den Wahlsieg Trumps und hat noch etliche Male nachgetreten. Hätte es im Hintergrund die geschilderte gemeinsame Strategie mit dem US-Militär gegeben, dann hätte vornehme Zurückhaltung das Verhalten Obamas prägen müssen.

      1. Obama war tatsächlich davon angetan, Clinton als seineNachfolgerin zu sehen und war total gegen Trump eingestellt, was möglicherweise bei den DEMOKRATEN ZU SUCHEN WÄRE:

    3. Liebes Parteibuch,

      ist das nicht ein bisschen zu viel Ehre für Obama (d.h. als quasi Vorgänger von Trump)?

      Wenn die Strategie der USA (gemäß neuer Nahost – Karte von Ralph Peters) gewesen ist den ganzen nahen Osten in ein Chaos zu stürzen und zu einem Flächenbrand zusammenwachsen zu lassen um als quasi „Einäugiger unter den Blinden“ die Macht des Imperiums für die nächsten Jahre (Jahrzehnte) zu retten, kann Obama dann überhaupt mehr sein als ein Objekt der Elite? Verdammt dazu ihren teuflischen Plan auszuführen?

      Ich kannte diesen Blog noch nicht zu Amtszeiten von Obama und war damals noch schlechter informiert als heute – also will sagen – kann durchaus sein das mir einiges entgangen ist; aber: Für mich machte Obama immer den Eindruck „gute Miene zu bösem Spiel“. Winkt jede Schweinerei durch, lässt CIA & Co. gewähren – und kompensiert seine eigene Ohnmacht durch die positive Berichterstattung der Presse zu seiner Person.

      Ich kann dem Friedensnobelpreisträger bis heute nichts positives abgewinnen, für mich ist das ein Mitläufer (und Mittäter).

      Freue mich über eine Zustimmung, Berichtigung oder Kritik!

      1. Helm ab

        Ja, ich finde, dass die Präsidentschaft von Obama von den Schönen und Reichen, und vor allem Einflußreichen in den USA vor allem dazu gedacht war, dem US-Imperialismus nach dem aufgrund des verloren gegangenen Irak-Krieges scheußlich gewordenen Antlitz von George W. Bush und erst recht seinem Vize-Präsidenten Cheney ein freundliches Gesicht zu geben, kann man durchaus so sehen. Und sogar personelle Kontinuität gab es. Victoria Nuland etwa ist ja vom Schoß von Dick Cheney praktisch nahtlos zur Sprecherin von Hillary Clinton’s Außenministerium geworden.

        Doch damit, dass Obama seine Präsidentschaft mit einem Nahostfriedensprozess (also Israel-Palästina) begann, nahmen die Dinge einen interessanten Lauf. Natürlich führte der Nahostfriedensprozess zu nichts, weil Israel keinen Frieden, sondern einfach nur mehr Land rauben will. Und natürlich herrscht Israel über die USA, wie Obama feststellen musste, als der US-Kongress sich bei seinen Bemühungen um einen Nahostfrieden nahezu geschlossen hinter Netanjahus Ablehnung stellte. Obama hat dann so getan, als sei die Spucke des von der Israel-Lobby dominierten Kongresses Regen, weiter gelächelt, und so getan, als sei alles, wie es immer schon war.

        Und dann hat Obama nach seiner gescheiterten Nahostfriedensinitiative mit seiner berüchtigten Studiendirektive 11 den sogenannten arabischen Frühling gestartet. Dieses Projekt war von Israel-Lobbyisten im US-Außenministerium schon unter W. mit MEPI vorbereitet worden. Die Idee dahinter war, den US-gestützten und israel-freundlichen Diktaturen ein paar populäre Faceliftungs per Regime Change mit Color-Revolution-Effekt zu verpassen, und dann den populären Schwung in der Region zu nutzen, um Gaddafi und die Achses des Widerstandes abzuräumen, um so Israels Position in der Region noch weiter zu stärken und einen Nahostfrieden überflüssig zu machen. Das Projekt war aber durchaus mit Risiken verbunden, insbesondere dem Risiko, dass anti-israelische Kräfte in der Region dadurch letztlich gestärkt würden. Es ist bis heute nicht ganz klar, ob Obama dem Plan der Lobby wirklich folgen wollte, oder, ob er sich gedacht hat, er könne den Eintritt des „Risikos“ bewirken, und es damit Israel und der Israel-Lobby für die Sabotage des Nahostfriedensprozesses heimzahlen. Nach dem Beginn des „arabischen Frühlings“ hat Obama bei Libyen eine entscheidende Drehung der Sache in Richtung Risiko verpasst. Obama hatte da genug politischen Spielraum, um den von der Lobby gewollten Start eines neuen Nahostkrieges zurückzuweisen, aber er hat seinen Spielraum nicht genutzt, oder genutzt, wie Clinton und die Lobby es wollten, ganz wie man es sehen will. Möglicherweise lag dem desaströsen Krieg gegen Libyen sogar bloß ein Missverständnis zugrunde. Obama hatte im Vorfeld erklärt, er werde keinen Krieg führen, der nicht von einer Sicherheitsresolution legitimiert sei, aber Clinton gelang es überraschend, Russland unter Medvedev zu einer Enthaltung zu bewegen. Obama hatte dafür bei der Lobby Credit bekommen, dass er im Umgang mit Russland erfolgreich war, gut für seine Wiederwahlchancen 2012. In Russland wurde in der Folge dieses russischen Versagens hingegen Putin wieder Präsident.

        Beim Krieg gegen Syrien war Obama dann schon getrieben von der Absicht, als Präsident wiedergewählt zu werden. Und die Israel-Lobby wollte von ihm natürlich, gegen Assad zu sein und den Regime Change da voranzutreiben. Clinton und die CIA waren diesbezüglich ganz besonders eifrig. Obama hat sich dem ziemlich ergeben, und gerade mal die Linie gehalten, dass jetzt, vor der US-Wahl, nicht der richtige Zeitpunkt für einen militärischen Großangriff auf Syrien wäre. Um der Israel-Lobby Sicherheit zu geben, dass er Syrien später unter einem Vorwand angreifen würde, hat er eine „rote Linie“ bezüglich Chemiewaffen gezogen. Es sah also für die Lobby alles ziemlich plausibel aus, dass Obama ein guter und erfolgreicher Lakai der Israel-Lobby war, und er hat von da bei der Wahl 2012 auch wieder viel Unterstützung bekommen.

        Aber nach seiner Wiederwahl 2012 hat Obama dann nicht Israel und die Lobby unterstützt, sondern so ziemlich genau das Gegenteil gemacht. Anstatt Krieg gegen Syrien einen CW-Deal zu Syrien mit Russland, anstatt Krieg gegen Assad und die Dawa Krieg gegen Nusra und ISIS, und anstatt Iran zu erwürgen einen Nukleardeal mit Iran, der Iran diplomatisch und wirtschaftlich stärkte und Israel einer wichtigen Hasbaramasche gegen Iran beraubte. Und ja, ich glaube, Trump setzt diese Politik der zweiten Amtszeit von Obama im Wesentlichen fort.

        Übrigens: Israels nordirakischer Lakai Barzani ist gerade mit Wirkung zum 1. November zurückgetreten, nach US-Vermittlung.

  4. @ Reifen

    Ja, was Du sagst macht stutzig. Und ein guter Schauspieler war Obomba nie, so dass es auch relativ unwahrscheinlich ist, dass er sein Sauer-sein nur gespielt hat…
    Die Ausführungen vom PB klingen aber auch in sich logisch…was ist da nun Sache? Vielleicht ist Obomba’s „strategische Vorgehen“ auch völlig überschätzt? Vielleicht hangelte er sich auch nur von einer Katastrophe zur nächsten und operierte immer in reinem Abwehrmodus einer Politik, die längst von Israel bestimmt wurde? Sieht so aus, für mich.

  5. Früher sprachen wir von einem Stellvertreterkrieg der Israeli, im Namen der usa im nahen Osten. Heute lese ich hier, das Israel den Spieß umgedreht hat und die usa regiert?! Es ist schon erstaunlich welche politische Spiele um die Weltherrschaft geführt werden. Leider zu Lasten der Natur und der Menschheit.

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