Syrische Armee kommt in der Stadt Deir Ezzor voran

Wie die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA am heutigen Mittwoch mitteilte, ist es der syrischen Armee in der ostsyrischen Stadt Deir Ezzor gelungen, den Bezirk Sinaa von ISIS-Terroristen zu befreien.

Inoffiziellen Angaben zufolge soll die syrische Armee auch in benachbarten Bezirken ein Stück vorangekommen sein. Die aktuelle Lage in der Stadt Deir Ezzor sieht auf einer Karte wie folgt aus:

Im Irak gab Abu Mahdi al-Mohandes, der stellvertretende Leiter der irakischen Volksmobilisierungseinheiten, unterdessen den Beginn der Militäroperation zur Rückerlangung der Gegend Al-Qaim von ISIS-Terroristen bekannt. Al-Mohandes fügte hinzu, dass die irakische Armee und die Volksmobilisierungseinheiten die ISIS-Terroristen von unterschiedlichen Seiten attackieren, um die ganze irakisch-syrische Grenze zu kontrollieren. Der irakische Regierungschef Abadi war heute derweil zu Gesprächen beim türkischen Präsidenten Erdogan und Ministerpräsidenten Yildirim, wo es auch um die Sicherung der irakischen Grenzen ging. Yildirim sicherte Abadi dabei Berichten zufolge zu, dass die Türkei dem Irak die „notwendige Unterstützung“ dafür geben wird, damit der Irak die Kontrolle über den irakisch-türkischen Grenzübergang Habur bekommt, der auf irakischer Seite seit einer Weile von Kräften des von „Israel“ unterstützten kurdischen Separatistenführers Massud Barzani kontrolliert wird.

Wie genau der Irak mit türkischer Hilfe die Kontrolle über den Grenzübergang Habur zurückgewinnen willl, wurde nicht bekannt gegeben, aber Bebachter rechnen damit, dass Barzanis Kräfte sich bei Ankunft der irakischen Sicherheitskräfte von dort ebenso kampflos oder weitgehend kampflos zurückziehen werden, wie sie das zuvor in Kirkuk gemacht haben. In sozialen Medien waren am Mittwoch bereits Fotos und ein Video aufgetaucht, die belegen sollen, dass Abu Mahdi al-Mohandes und ihm unterstellte Kräfte sich heute bereits im Norden der Provinz Nineveh nahe Faysh Khabur unweit des Grenzübergangs Habur aufgehalten haben soll. Die nächsten Tage werden vermutlich zeigen, ob das zutreffend ist.

Gemeinsames irakisch-türkisches Ziel ist die Errichtung eines irakisch-türkischen Transportkorridors, der nicht von Barzanis Milizen blockiert werden kann. Mit der Realisierung dieses Vorhabens würde der Irak auch die Kontrolle über die bislang noch von kurdischen Milizen kontrollierten Teile der syrisch-irakischen Grenze wiedererlangen.

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13 Gedanken zu “Syrische Armee kommt in der Stadt Deir Ezzor voran

    1. Blue Angel

      Ja, es sieht wirklich nicht schlecht aus. Trump redet ständig aggressiven Blödsinn, aber was das US-Militär auf dem Boden unter seinem Oberbefehl tatsächlich macht und nicht macht, sieht recht vernünftig aus.

      Übrigens, falls wer englisch kann. Von Israel Shamir gibt es bei Unz gerade einen langen, aber wie ich meine, recht lesenswerten Aufsatz zur Weltpolitik:

      http://www.unz.com/ishamir/a-soft-landing-in-the-middle-east/

      1. Der Artikel ist wirklich gut, zumal Shamir viele Jahre in Israel gelebt hat (oder noch lebt), dadurch weiß, wie die Leute dort ticken und über dickes Insiderwissen verfügt. Gerade mit seinem beschriebenen Beziehungsgeflecht zwischen Russland, Syrien (inklusive Bevölkerung), Israel, Iran, Irak und Sau-Arabien trifft er den Kern. Auch dass Trump das US-Imperium zu einer sanften Notlandung führen will. Dass Kongress und US-Journaille mit ihren ständigen Konfrontationen zu Trump das Ziel haben, diese sanfte Landung zu unterstützen, da Trump so in seinen Aktionen eingeschränkt ist, bezweifle ich aber. Denen wäre sicherlich lieber, dass Clinton Präsidentin, Nikki Außenministerin und McCain Kriegsminister wären.

      2. Blue Angel

        Israel Shamir verpackt in dem Artikel vieles von dem, was wir hier im Parteibuch sehen, etwas anders, aber letztlich sehen wir hier viele Dinge ähnlich. Und Israel Shamir hat einige Dinge wider den gängigen Narrativen auf dem Schirm, auf die wir hier auch – mit klaren Belegen aufmerksam gemacht haben, etwa die anfängliche Unterstützung des wahhabitischen Aufstandes in Nineveh und Anbar, aus dem später ISIS wurde, durch Erbil aka Barzani. Diese Unterstützung für den wahhabitischen Terror in Nineveh und Anbar durch Erbil ging sogar dann noch für zumindest einige Wochen weiter nachdem ISIS Mossul eingenommen hatte.

        Was ich anders verpacken würde als Shamir, sind die entscheidenden Akteure hinter Trump und ihre Motivation, eine solche Strategie zu verfolgen, wie sie sie verfolgen. Shamir meint, es gehe Trump um „eine weiche Landung für den nahen Osten.“ Ich meine, den Leuten, die hinter Trump seine Politik machen, geht es darum, ihr Land zurückzubekommen von der zionistischen Lobby. Die wesentlichen Leute, die hinter Trump seine Politik machen und seine Strategie verfolgen, sind vornehmlich Militärs, allen voran Mattis, McMaster und Kelly. Die Motivation der Militärs besteht vornehmlich darin, dass sie es Leid sind, sich in idiotischen Nahostkriegen für israelische Interessen verheizen zu lassen.

        Deshalb wollen die weg da aus dem nahen Osten. Davon war auch schon Obamas Pivot nach Asien beseelt. Raus aus den für israelische Nahostkriegen sollte es gehen, nach Asien oder sonstwohin, aber weg da aus Nahost. Aber Israel und die über den US-Kongress und die Massenmedien dominante Israel-Lobby wollen sie unbedingt dabehalten, und zünden einen Konflikt nach dem anderen an, um das US-Militär dazu zu bewegen, dazubleiben, und für israelische Interessen kämpfen zu lassen.

        Das US-Militär kann diese von Medien und Kongress getragenen Auftragsbrandstiftungen für Israel in Nahost schlecht verhindern, und sobald es brennt, müssen sie dann ran. Und die mächtige Lobby erwartet, dass sie dann pflichttreu für Israel kämpfen. Aber die Militärs machen genau das Gegenteil. Während Trump Israel ständig lobt und lobt und lobt, helfen die US-Militärs kräftig dabei mit, dass Israels Pläne ein ums andere mal durchkreuzt werden. Besonders deutlich ist das gerade bei Israels Mann Barzani zu sehen. Das US-Militär unternimmt nichts, um Barzani und Israel zu helfen, wirklich nichts. Während Israels Mann Barzani eine historische Klatsche bekommt, tut das US-Militär nichts, um ihm zu helfen, und von Tillerson kommen bloß offensichtlich unsinnige Kommentare, wie dass „Iranische Milizen“ aus dem Irak nach Hause gehen sollen. Wollte das US-Militär bleiben, hätte es nach Barzanis Referendum einen prima Vorwand: Schutz von kurdischen Verbündeten vor wütenden Schiiten. Aber das US-Militär will nicht dableiben. Sonst würde es sich hier anders verhalten.

        Und in Syrien und in Afghanistan will das hinter Trump stehende US-Militär auch nicht bleiben. Um da rauszukommen, müssen sie vor allem Israel und der Israel-Lobby was auf die Nase geben. Eine der effektivsten Strategien des US-Militärs dabei ist, dass das US-Militär hinter den Kulissen stets kräftig dabei mithilft, dass bei den von Israel und der Israel-Lobby forcierten Kriegen, Plots und Konflikten am Ende immer möglichst genau das Gegenteil von dem rauskommt, was Israel will. Das dürfte den Appetit von Israel und der Israel-Lobby, das US-Militär als Proxy für Israel einsetzen zu wollen, nach einer Weile stark vermindern.

      3. Aragorn

        Ich gebe Dir recht. Dass Kongress und Medien Trump dabei unterstützen, „eine sanfte Landung in Nahost“ hinzubekommen, kann ich bislang nicht erkennen, sondern eher das Gegenteil.

        Beim Kongress habe ich da noch Hoffnung, dass sich das bald ändern wird, wenn die Abgeordneten und Senatoren sehen, dass es bei Wahlen ein schwerer PR-Nachteil ist, sich mit der Israel-Lobby gegen Leute wie Trump, Paul, Sanders und Gabbard zu stellen. Bei den Medien bin ich da allerdings weniger optimistisch. Ich glaube, die Macher da verachten die Konsumenten ihrer Lügenpropaganda total, und begehen eher Harakiri, als dass sie in Erwägung ziehen würden, die Wahrheit als Leitlinie ihrer Berichterstattung zu nehmen. Aber vielleicht täusche ich mich da auch, und die Medien werden auf den Vertrauens- und Konsumentenschwund doch irgendwann mit angemessenen Änderungen in der Berichterstattung reagieren.

  1. Hallo Parteibuch,

    ich stimme Deiner grundsätzlichen Einschätzung das die Trump die US-Aktivitäten in Nah Ost einschränken will zu.
    Aber ich halte die Vorstellung das die USA sich wirklich aus Arabien zurückziehen wollten für genauso falsch.

    Nach m.M. heißt das strategische Ziel der USA in Arabien immer noch die Beherrschung der Staaten mit wesentlichen Erdöl/Erdgasvorkommen und (zukünftig) wesentlichen wirtschaftlichen-industriellen, wissenschaftlichen Ressourcen und der Gebiete mit benötigten taktischen/logistischen Tiefe bei den zukünftigen Auseinandersetzungen mit Russland und China.

    Noch einmal, der taktische Rückzug der USA, wenn es denn einer ist und nicht nur eine Umgruppierung der Kräfte darstellt, ist keine Ausbruch des zukünftigen Weltfriedens.

    Trump und die von ihm repräsentierten Kräfte sind nur der Meinung das man die momentanen Aktivitäten etwas zurück führen muss, um die vorhandenen Kräfte für eine Erneuerung der mentalen, finanziellen, wissenschaftlich-industriellen und personellen Basis der USA einzusetzen.
    Ziel die künftigen Auseinandersetzungen mit RU und CH aus der Position der Stärke führen zu können.

    Also wenn Arabien und die Levante, Türkei und Persien Frieden wollen werden sie es auch gegen die Trump-USA (und Israel) erreichen müssen.
    Und das ist nur der zweitwichtigste Feind.
    Der wichtigste Feind in all diesen Ländern sind die dort beheimateten korrupten, kriminellen, religiösen und andere Machteliten.
    Wenn es diesen Ländern nicht gelingt die unterschiedlichen rechtlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Interessengegensätze innerhalb ihrer Gesellschaft zu befrieden, werden sie diesen Kampf verlieren.

    Ich sage es mal so: wenn aus der vorhandenen Bevölkerung in den jeweiligen Ländern keine funktionierenden staatstragenden Nation entstehen, werden sie die nächste Welle der Auseinandersetzung nicht überstehen.
    Und diese Wellen werden kommen.

    Diese Überlegungen auf (das derzeitige) Syrien gerichtet bedeutet m.M.n. das, dass friedliche gewinnen der Stämme im Euphrattal oder die Beseitigung der Korruption oder die Rücksiedlung von Flüchtlingen nach Aleppo fast wichtiger ist als der militärische Fortschritt.

    Auf diesem Gebiet scheinen die Syrer und auch die Iraker aber Fortschritte zu machen.

    Gruß PAule

    1. Trump verfolgt ja unterschiedliche Ziele. Auf der einen Seite Amerika first, was gehen mich die Probleme der Araber an… Aber auch Arbeitsplätze schaffen und das geht für den Staat relativ gut in der Rüstungsindustrie, wenn man für eine starke Armee Waffen kauft.
      Man kann natürlich auch Waffen an die NATO-Verbündeten verkaufen, was er schon über die 5% BIP versucht…
      In Syrien und dem Irak hat man ja schon gesehen, das ein Wandel passiert: Man kämpft nicht mehr selbst, sondern sucht sich Proxys.
      Neben Libyen dürfte wohl immer noch Afghanistan ein Stachel in der Brust der Amis, denn den Krieg hat man ja bisher praktisch verloren.
      Im Hintergrund laufen da wohl schon Gespräche, wie man das Anpackt. Das Problem: Die wichtigsten Mitspieler da sind Neben Russland vor allem Iran und China, die nicht gerade auf der Freundesseite der Amis sind. Auch Pakistan ist ja nicht unbedingt ein Liebling der USA.
      Ich würde es nicht für ausgeschlossen, das die Amis Richtung Norden umgruppieren, schon deshalb, um es nicht den anderen genannten allein zu überlassen.
      Da Trump, das ganze als NATO-Problem betreiben wird, dürfte er auch noch Kapazitäten haben, um im Irak und Syrien zu bleiben.

  2. Parteibuch, das „es gehe Trump um „eine weiche Landung für den nahen Osten.“ “ habe ich auch eher so verstanden, daß es Trump dabei („America first!“) auf eine „sanfte Landung“ für die USA (und damit indirekt für die ganze Welt) ankommt.
    Und die „Unterstützung“ der US-„Eliten“ (Senatoren, Medien, etc) hat Shamir (falls ich ihn richtig verstanden habe) interpretiert Shamir m. E. eher so, daß sie ihn durch ihre Hetze gegen ihn von der „Versuchung“ abhalten, doch noch in die „unverzichtbare“ Politik früherer US-Präsidenten zurück zu fallen. – Mein Englisch ist allerdings etwas eingerostet.

    Interessant finde ich, daß Shamir aus seinem Blickwinkel vieles bestätigt, was die m. E. drei besten, deutschsprachigen Analysten schon lange schreiben: Die Rolle der usppa-„Patrioten“ (insbesondere im US-„usppa“ *-Militär) hat z. B. Russophilus ( bei vineyardsaker.de) schon früh herausgearbeitet, Analitik die Bestrebungen, auch von Trump selbst, die USA/usppa aus internationalen Konflikten rauszuziehen und hier wurden die wahren Interessenshintergründe und Verbindungen vieler Beteiligter auch schon sehr früh den offiziellen Globalisten-Narrativen gegenübergestellt (und detailreich unterfüttert).

    – Für mich eine weitere Bestätigung dafür, schon lange diese drei Blogs mit ihren jeweils etwas differenzierenden Schwerpunkten Interessierten zu empfehlen, die bemerken/bemerkt haben, daß sie von Groß- und ÖR-Medien des- statt informiert werden.
    Der Fortgang der Ereignisse (in/um Syrien als auch globalpolitisch) zeigt ja auch immer wieder, wo sie richtig vorher-interpretiert und analysiert wurde (u. a. hier) und wo es statt Analysen nur Propaganda gab/gibt (in den MSM).

    Mit anderen Worten: MSM zu diesen (und anderen) Themen zu lesen ist nur interessant, um deren jeweils aktuelle Propagandanarrative (und dadurch absehbare Handlungsstrategien) zu erkennen. Um wirkliche Informationen zu erhalten muß man dagegen u. a. hier mitlesen.

    * usppa: Russophilus nennt sie „united states of a part of a part of america“ weil sie ja nur einen Teil des nördlichen Teils des (Doppel-) Kontinents Amerika besitzen, um sie schon in der Bezeichnung auf Realmaß zurecht zu stutzen.

    1. Es ist für das Parteibuch eine Beleidigung, wenn man die exzellenten und oft richtigen Analysen mit dem geistigen Dünnsch*** eines Russophilus gleichsetzt.

      Dieser Verräter Russophilus analysiert auf dem Niveau eines 10 Jährigen und belegt im Gegensatz zum Parteibuch keiner seiner Aussagen.
      Aber seine Fanboys sind wohl leicht zu befriedigen, Hauptsache billige Hetze gepaart mit Bullsh*t-Bingo… das kann er und mehr nicht.

      Analitik war mal gut, hat aber in letzter Zeit stark nachgelassen.

    2. Russophilus dürfte zwar einiges vom Militär verstehen (Waffen, etc.), aber seine politischen Überlegungen sind dilletantisch und vielfach unsinnig. Zudem ist seine Sprache vollgefüllt mit Verballhornungen gewisser Begriffe (z.B. ussppa), sodass das Lesen schwerfällt und direkt behindert.
      Das war eine „feindliche Übernahme“ des Vineyardsakers. SCHADE!
      Er kommt sich besser und überlegen allen anderen Bloggern vor und urteilt nur verächtlich über die, die man früher auf diesen Seiten lesen konnte. (Saker, Paul Craigh Roberts, Pepe Escobar, John Pilger, …)
      Seine „Analysen“ zu lesen ist reine Zeitverschwendung.

      Gott sei Dank, bin ich auf eine Seite gestoßen, wo einige dieser Berichte ins Deutsche übersetzt werden: https://www.theblogcat.de/

  3. „Seine „Analysen“ zu lesen ist reine Zeitverschwendung.“ – Ansichtssache. Ich zumindest habe dort schon viel gelernt. Unter anderem nebenbei auch, daß es ganz schlechter Stil ist, in einem Multipolaristen-Blog über einen anderen herzuziehen.

  4. Albadi ist der Mann der Stunde. Nach dem verblüffenden Schachmattzug gegen Barzani’s Grosskurdistan, machen auch zwei weitere Schlüsselprojekte gute Fortschritte:

    – das Sichern der türkisch-irakischen Grenze,
    – die Rückeroberung Qaims und damit grosser Teile der Provinz Anbar.

    Die Befreiung von Qaim wurde schon mehrmals angesagt und wieder verschoben, ist jetzt aber um so dringlicher, weil dank der Eroberung von T2, die syrischen Kräfte endlich in der Lage sind, sich auf zwei Achsen gleichzeitig Bukamal zu nähern. Das wird die Söldner-Jihadis überfordern und den dramatischen Zerfall der Zion-Proxy-Armee ISIS zusätzlich beschleunigen.

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