ISIS-Terroristen gelingt Durchbruch in die Idlib-Tasche

Wie inoffizielle Quellen meldeten, ist einer größeren Gruppe von ISIS-Terroristen am heutigen Montag aus einem Rest der zentralsyrischen ISIS-Tasche die von der syrischen Armee beherrschte Straße Salamiyah-Ithriya kreuzend ein Durchbruch in den Südosten der von Al-Kaida-Terroristen beherrschten Idlib-Tasche gelungen.

Berichtet wird, dass die durchgebrochenen ISIS-Terroristen in der Idlib-Tasche ein rund 200 qkm großes Gebiet einschließlich zwölf darinliegender Dörfer von Al-Kaida-Terroristen erobert haben.

Die Terrorgruppe Al Kaida und ihre Unterstützer reagierten auf die Entwicklung, indem sie in sozialen Medien Klagelieder anstimmten. Ein beliebtes Narrativ scheint dabei zu sein, dass sie der syrischen Armee vorwerfen, nicht aufopferungsvoll genug gekämpft zu haben, um den Durchbruch der Terrorgruppe ISIS in die von der Terrorgruppe Al Kaida beherrschte Idlib-Tasche zu verhindern, es deshalb nun weitere Kämpfe zwischen unterschiedlichen Terrorgruppen in der Idlib-Tasche gebe und die syrische Armee damit dem Regime-Change-Versuch in Syrien geschadet habe. Dass die syrische Armee ihre Aufgabe nicht primär darin sieht, zu verhindern, dass ISIS-Terroristen und Al-Kaida-Terroristen sich gegenseitig eliminieren, scheint dabei manch einer zu übersehen.

Die syrische Armee setzte SANA zufolge am heutigen Montag ihren Anti-Terror-Kampf in der ostsyrischen Provinz Deir Ezzor fort, konnte dabei heute jedoch keine signifikanten Fortschritte im Gelände vermelden.

Nachtrag 22:30h: @Souria4Syrians sagt, die syrische Armee habe in Deir Ezzor die Siyasiyah-Brücke von Südosten her kommend erreicht.

US-gestützte SDF-Kräfte sollen derweil in der verbliebenen ISIS-Tasche nördlich der Stadt Deir Ezzor deutliche Fortschritte gemacht haben.

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18 Gedanken zu “ISIS-Terroristen gelingt Durchbruch in die Idlib-Tasche

  1. Da wird der Armee doch so Einiges an Arbeit abgenommen. Was will sie mehr?

    Passt zwar nicht zum Thema, ist aber vielleicht trotzdem erwaehnenswert, da es zur Stimmung im Lande beitraegt:
    Morgen mittags deutscher Zeit ist das Rueckspiel in Sydney fuer die Qualifizierung Syriens zur Weltmeisterschaft in Russland. Das Spiel wird von al Ihbariya Syria uebertragen. In Sydney haben 15000 syrische Australier Eintrittskarten fuer das Spiel gekauft, um Syrien zu unterstuetzen. Und die Syrer sind voellig aufgeregt und erwartungsvoll.
    Auch wenn mich Fussball sonst nicht so interessiert, druecke ich jetzt ganz fest die Daumen.

  2. Strategisch gut, auch wenn es bei der SAA/NDF Opfer und Verluste/Erbeutung an Waffen und Material gab.
    Wer hat Daesh gesammelt und koordiniert, wer den Durchbruchkorridor aufgeklärt, Schwachstellen analysiert und wer die Aktion koordiniert und überwacht?
    CIA, Mossad o.ä?
    Offensichtlich.
    Jetzt die untere Daesh Tasche asap komplett ausräumen und die freiwerdenden Truppen zur Frontbegradigung und Abdichtung der Idlibfront nutzen.
    Dann zusehen wie in der Idlibtasche der Kessel immer heisser wird, durch die aktuell von Nordwesten einrückenden Türken und die nun vom südosten eingerückten Daesh Terroristen, was zu vermehrten Infights führen wird.
    Elastische Front schön und gut, aber der Idlibkessel muss starr und fest abgedichtet werden.
    Mienenfeld, dann Panzergraben, fernzündbare IEDs eingraben an Zugängen und neuralgischen Punkten, MG Nester und eingegrabene Panzer, Schützenpanzer, AT Raketen und Artillerie.
    So eine Staffelung der Verteidigungslinien ist selbst bei 3:1 Verhältnis der Angreifer kaum und wenn dann nur mit schweren Verlusten durchdringbar.
    Vor allem da SAA/NDF das Zigfache an schweren Waffen und Panzern haben wie Daesh oder die Idlibtertoristen, incl. totaler Luftüberlegenheit.
    Leider sieht man bei SAA/NDF ausserhalb der Tiger, Falken und Rep. Garden, immer wieder hochgradige Unfähigkeit und Dilettantismus, kombiniert mit Feigheit und niedriger Moral.
    Schwer verständlich wenn man seine Heimat und Familie gegen die ziotransatlantischen Terrorhorden verteidigt.
    Tausende russische und iranische Ausbilder werden viele Jahre lang nötig sein, um aus diesem leider immer noch in weiten Teilen Dilketanten- und S**haufen eine neue gute syrische Armee zu formen.
    Dazu müssen auch Millionen wehrfähiger Deserteure und Feiglinge aus dem Ausland zurückkehren um damit Militär, Polizei und Miliz neu zu formieren, ganz abgesehen vom Wiederaufbau.
    Denn Russen, Iraner und Hisbollah können nicht ewig für Syrien und die Syrer kämpfen, zahlen, versorgen und sterben.
    Vor allem da der finale Sieg schon langsam am Horizont zu sehen ist.

    1. „Leider sieht man bei SAA/NDF ausserhalb der Tiger, Falken und Rep. Garden, immer wieder hochgradige Unfähigkeit und Dilettantismus, kombiniert mit Feigheit und niedriger Moral.
      Schwer verständlich wenn man seine Heimat und Familie gegen die ziotransatlantischen Terrorhorden verteidigt.“

      Am Wochenende bin ich mit zwei Syrern, Brüder, längere Zeit im Auto gefahren, Blablacar.

      Beide waren sehr freundlich und herzlich, der eine sprach oberflächlich recht gut Deutsch (Aussprache und Grammatik), aber eine richtige Unterhaltung über schwierigere Fragen scheiterte doch an den Verständigungsmöglichkeiten.

      Sie kamen ursprünglich aus Damaskus, Vater Großhändler von westlichen Markenklamotten, aus Mazzeh relativ zentrumsnah. Krieg war dort nicht, aber jeden Tag Raketenbeschuss, sagten sie.
      Die Eltern sind dort, und Schwestern; die Brüder, insgesamt vier, sind alle weg. (und haben richtig viel Geld für den Weg aus dem Irak/der Türkei nach Deutschland bezahlt)

      Ich hab dann gefragt, ob sie in die Armee gemusst hätten, wenn sie dageblieben wären; der jüngere sagte, so lange er studiert nicht, aber danach „sollte“ er, weiß nicht ob das ein absichtlicher Unterschied zu „müssen“ war, oder nur der Sprache geschuldet.

      Jedenfalls haben die Jungs den „schwachen“ Teil der Familie dort gelassen; es ging ihnen offenbar nicht so sehr um eine wirkliche Bedrohung des Lebens, auch wenn es nicht schön ist, wenn Bomben auf den Stadtteil fallen können.

      Insofern nehme ich an, dass tatsächlich der Wehrdienst die entscheidende Motivation war; die finanziellen Mittel waren offenbar da.

      Hier hätte es nun spannend werden können; klar will niemand gerne gegen fanatisierte Terrorbanden kämpfen, bei Gefangennahme gibt es keine ordentliche Behandlung nach Haager Landkriegsordnung sondern schlimmste Gräueltaten.
      Andererseits überlässt man die Daheimbleibenden und die Heimat generell den Angriffen genau dieser Terrorbanden.

      Wie gesagt, es gab leider keine tiefergehende Konversation. Aber das Spannungsfeld war zu spüren.

      Und ich stelle mir schon die Frage: möchte ich meinen Sohn an einer solchen Front sehen, oder soll er lieber woanders neu anfangen?
      Aus Sicht des Heimatlandes, derer, die da bleiben müssen weil sie nicht die Möglichkeiten haben, ist die Antwort klar; aber vielleicht sollte man es sich von außen nicht zu einfach machen.

      Insofern der grüßte Respekt für alle, die sich in diesen Kampf begeben; gerade an die, die eigentlich gar nichts mit Militär etc. an sich zu tun haben wöllten in ihrem Leben, keine „geborenen Krieger“ sind, dann auch schlecht vorbereitet etc.

    2. ElCommandante

      Wenn man nix weiss, kann man als Couch-Potato-Stratege wieder ja so toll urteilen.
      1. Wird die Armee uns nicht preisgeben, was sie vorhat, noch was genau vor sich geht.
      2. Werden die vereinbarten Fronten nicht von den Elitetruppen gehalten, die die Gegenoffensiven machen, sondern von einfachen Soldaten und den nationalen Verteidigungskraeften, die alles andere als feig sind, sonst haetten sie sich naemlich nicht freiwillig dazu gemeldet.
      Weisst du, wie viele Soldaten man braucht, um die Einkreisung Idlibs wirkungsvoll zu gestalten? Das sind ja nicht nur ein paar Hanseln, sondern eine Menge von Leuten, die da um die Tasche herum aufmerksam alle Versuche des Gegners unterbinden muessen, die von der Regierung gehaltenen Gebiete zu ueberrennen. Glaubst du, dass da jedes Vorkommnis sofort an die Oeffentlichkeit geht, damit du dir ein genaues Bild von der Lage machen kannst?
      3. Willst du aus Deserteuren und Feiglingen im Ausland eine schlagkraeftige Armee im Inneren machen? Prima Idee! Vielleicht auch gleich noch Nusra-„Fluechtlinge“ dazu nehmen.
      4. In Syrien haben die Leute keinesfalls den Eindruck von ihrer Armee, dass die aus Feiglingen besteht. Ich glaube, die hat ihren Heroismus schon oft genug bewiesen, wenn die Soldaten Krankenhaeuser, Gefaengnisse, Stadtteile, Deir ez Zor, Westaleppo, Damaskus-Stadt verteidigt haben, und das ueber mehrere Jahre hinweg. Das waren die syrischen Soldaten und die haben bis zum letzten Blutstropfen gekaempft. Man muss aber auch wissen, wann man schwaecher ist als der Gegner und es besser ist, die eigenen Kraefte zu schonen, als die Soldaten diesen Gegnern zu ueberlassen. Wie man sieht, ist das ja recht erfolgreich bis jetzt, auch wenn manche vom Computer aus die Situation besser einzuschaetzen und zu beurteilen glauben.

      1. *** Edit: snip ***

        Couchpotato?
        War rd. 20 Jahre beim Militär incl. Jahrelang in Kriegsgebieten wie Kroatien und Bosnien, auch an der Front.

        *** Snip ***

        Ich stehe fest auf der Seite Syriens, des syrischen Volkes und der Wiederstandsachse.

        *** Snip. Und gelbe Karte: du scheinst nicht verstehen zu wollen, dass das, wie du dich hier äußerst, beleidigend gegenüber den Helden der syrischen Armee und dem syrischen Volk ist ***

      2. Desertion, Fahnenflucht, Patriotismus… schwieriges Terrain.
        Angesichts der internationalen Verschwörung und der hunderttausenden von Söldnern, die in 7 Jahren über das syrische Land hergefallen sind, bedeutet der Umstand, dass es noch eine intakte SAA gibt – wenngleich ergänzt und verstärkt durch Allierte – bereits den Beweis der famosen Widerstandskraft und des Willens der Syrer, sich selbst und ihr Land zu verteidigen.
        Dass es bei offenen Grenzen auch Entscheidungen gibt, sich diesem mörderischen Krieg zu entziehen, ist doch die Menschlichste aller Entscheidungen.
        Wer möchte hier und jetzt einen Eid leisten, in ähnlichem politischem Klima auf jeden Fall eine Waffe in die Hand nehmen zu wollen, wenn er sich in den nächsten Zug ins Nachbarland setzen und dort ein neues Leben anfangen könnte?

        Ich kenne viel junge Syrer, die sich hier her nach D aufgemacht haben, deren Cousins, Onkel oder Brüder bei der SAA jeden Tag um ihr Überleben kämpfen. Und ich kenne auch Syrer, die in ihrer Familie niemanden ins Militär geschickt haben. Sicher die überragende Minderheit, aber auch hier verbietet sich doch aus der sicheren Entfernung eine moralische Brandmarkung.

        Jedes Land schreibt seine eigene Geschichte. Und ich weiß, dass es nicht so wahnsinnig viele Beispiele aus der mittelbaren oder unmittelbaren Gegenwart und Vergangenheit gibt, in dem sich ein Land so tapfer, willig und wacker gegen eine dermaßen etablierte Gruppe („Freunde Syriens“) so penetrant und somit vernichtend für die Gegnerschaft behauptet hat.

        Das ist ganz offensichtlich die einzige Wahrheit, denn faktisch belegbar!

    1. triangolum

      Die Kommentare zu dem Artikel im Livejournal sind auch interessant. Dieser zum Beispiel:

      https://bmpd.livejournal.com/2874698.html?thread=305895498#t305895498

      Им „можно“ бомбить объекты Хезболлы, которые, по их мнению, угрожают безопасности Израиля.
      Ну это дело такое, сегодня можно, завтра не можно. После того случая что-то давно не слышно про них.

      Das sieht danach aus, dass Israel bei dem Angriff im September nahe Masyaf eine Abmachung mit Russland ausgenutzt hat, dass Russland Israel nicht dran hindert, Waffennachschub an Hisbollah zu unterbinden, und die S400-Systeme deshalb nicht gegen den israelischen Angriff auf das Ziel der syrischen Armee aktiv geworden sind. Und erst nach dem unter missbräuchlicher Ausnutzung dieses russisch-israelischen Abkommens durchgeführten israelischen Angriff nahe Masyaf scheint Russland die Einsatzregeln geändert zu haben. Seitdem bleiben solche israelischen Angriffe da aus.

  3. isis in idlib.
    Ganz überraschend ist das nicht, es gab ja vor Wochen schon Versuche da durchzubrechen. Vielleicht sind auch schon damals einzelne getarnt durchgekommen
    und haben sich jetzt gesammelt. Es wird sich zeigen, ob Isis weiter gegen Al Kaida kämpft,dann sollte man noch mehr durchlassen.

    Eine Frage noch: Es wird berichtet, die türkischen Truppen würden bei Ihrem Einmarsch in die Provinz Idlib von HTS Al Kaida verbänden begleitet. Bedeutet das freundliche oder feindliche Begleitung im Sinne von Beobachtung.
    Eigentlich sollten die Türken ja nach Idlib, um dort AL Kaida zu bekämpfen und nicht um sich
    mit Ihnen zu verbrüdern.

    1. ulrich

      Die Türkei soll, so wie ich die Astana-Vereinbarung verstehe, versuchen, Teile vom von Al Kaida geführten Bündnis HTS abzuspalten.

      Das dürfte auch der Zweck der von HTS-Einheiten begleiteten „Aufklärungsmission“ der türkischen Unterhändler in das HTS-Gebiet der Idlib-Tasche sein.

      Dass nun, wie wir schon vor Wochen erwartet haben, ISIS-Einheiten aus der zentralsyrischen ISIS-Tasche in die Al-Kaida-Tasche nach Idlib rüber sind, wird den türkischen Bemühungen zur Eliminierung des Al-Kaida-Regimes in der Idlib-Tasche vermutlich hilfreich sein, da Al Kaida dadurch mehr Probleme bekommt und weiter geschwächt wird.

  4. Die Türkei soll versuchen, Teile vom von Al Kaida geführten Bündnis HTS abzuspalten.

    Danke Parteibuch, jetzt verstehe ich den Plan.
    So etwas können die Türken, das kann funktionieren.

  5. Ach Schade.
    1:1 nach 90 Minuten, gelbrot für Syrien und Tor für Australien in der Verlängerung, ganz am Ende noch zwei große Chancen zum Ausgleich verpasst.

    Aber eine große Qualifikation gespielt, da wurde einiges wieder zusammengebracht;, nächstes Mal.

  6. Die syrischen Adler haben ihren Weg in Australien leider beenden müssen.
    Das Spiel musste in die Verlängerung, erst da gelang es den Australiern den entscheidenden 2:1-Treffer gegen bereits dezimierte Syrer (gelb/rote Karte) zu setzen. tapfere Adler gaben aber niemals auf und Al Soma drosch in der letzten Minute der Begegnung einen direkten Freistoß an den Pfosten. Wäre das Leder in das statt am Tor vorbei gegangen, wäre Syriens Weg weitergegangen.
    So wurden 5 cm zur Trennlinie zwischen Märchen und Tragödie. So ist Fußball.
    Nichtsdestotrotz eine beeindruckende Wegstrecke der syrischen Elf. Bravo und Danke Nussur Qassiun

  7. 😦 Syrien hat das Fußball WM-Qualifikationsspiel gegen Australien 2:1 verloren 😦

    Man, das wäre soooo schön gewesen, die nächstes Jahr in Russland mit dabei zu haben!!! 😦 😦 😦

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