Irak beginnt mit Beseitigung der ISIS-Tasche um Hawija

Irakische Sicherheitskräfte haben am heutigen Donnerstag mit der Beseitigung der von der Terrorgruppe ISIS beherrschten Tasche um die Stadt Hawija südwestlich von Kirkuk begonnen und dabei auch gleich erhebliche Fortschritte gemacht.

Die auf der Karte grün eingezeichneten Gebiete konnten heute von den irakischen Sicherheitskräften eingenommen werden.

Des Weiteren haben irakische Sicherheitskräfte in der westirakischen Provinz Anbar heute den Bezirk Anah vollständig von der Terrorgruppe ISIS befreit. Die Terrorgruppe ISIS steht damit im Irak genau wie in Syrien vor der vollständigen Eliminierung. Das vor rund sechs Jahren von einigen regionalen und überregionalen Mächten gestartete Projekt, den Irak durch die Befeuerung eines sektiererischen sunnitischen Aufstandes in drei Stücke zu teilen und somit nachhaltig zu schwächen, steht damit vor dem Scheitern.

Da die Dreiteilung nicht mehr möglich ist, wird nun jedoch eine Zweiteilung des Irak durch Abspaltung des „kurdisch“ geprägten Nordiraks versucht. Für nächsten Montag hat der das kurdische Autonomiegebiet beherrschende Barzani-Clan, dessen Unterstützung für den sektiererisch sunnitischen Aufstand schon beim Versuch der Dreiteilung wesentlich war, ein Referendum zur Abspaltung des von seinen Peshmerga-Milizen beherrschten Teils des Irak angesetzt. Allgemein wird damit gerechnet, dass dies zu einem neuen Konflikt im Irak, diesmal zwischen Barzani und der Zentralregierung in Bagdad, die das Referendum als illegal betrachtet, führen wird. Deshalb wird das Referendum von keinem Staat unterstützt, außer von Israel, dessen Regierung sich von einem neuen Konflikt im Irak anscheinend verspricht, dass das die Welt von der vom zionistischen Besatzungsregime fortgesetzt praktizierten ethnischen Säuberung Palästinas ablenken wird.

Beginnen könnte der Konflikt um die Separation eines kurdischen Gebietes mit der von Peshmerga-Milizen besetzte Stadt Kirkuk, wo es vorgestern aufgrund des Referendums bereits Auseinandersetzungen gegeben hat. Obwohl Kirkuk nicht zum kurdischen Autonomiegebiet gehört, will der Barzani-Clan diese Stadt und ihre Umgebung unbedingt seinem zukünftigen Kurdenstaat einverleiben, denn die Region ist ölreich und könnte damit entscheidend für das wirtschaftliche Wohlergehen eines vom Irak abgespalteten Kurdenstaates sein.

Die irakische Regierung hat vor einigen Tagen bereits angekündigt, sie werde die Armee einsetzen, wenn es im Zusammenhang mit dem Referendum in Kirkuk zu Auseinandersetzungen kommt. Aufgrund der heute begonnenen Hawija-Offensive hat die irakische Regierung auch sehr viele und starke Kräfte in der Region, die sie zur Wiederherstellung der Ordnung in Kirkuk einsetzen könnte. Von Bedeutung ist weiterhin, dass die irakische Regierung in ihrer Ablehnung des von Barzani vorangetriebenen Unabhängigkeitsreferendums alles andere als allein ist. Am heutigen Donnerstag trafen sich beispielsweise die Außenminister des Irak, der Türkei und des Iran. Dabei betonten sie nochmal ihre Ablhnung des Referendums, beschlossen, gemeinsame Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, und warnten, dass, falls das Referendum nicht abgesagt werde, sie „koordinierte Gegenmaßnahmen“ ergreifen würden. Da das kurdische Autonomiegebiet ein Binnengebiet ohne Meereszugang ist, könnten von den Nachbarstaaten gemeinsam verhängte Sanktionen hochwirksam sein.

In Syrien versuchen einige der internationalen Mächte, die den dortigen sektiererisch sunnitischen Aufstand befeuert haben, zum weiteren Anheizen von Konflikt nun angesichts der sich abzeichnenden Niederlage ihrer Terror-Proxies von ISIS bis Al Kaida ebenfalls die kurdische Karte zu spielen. Der Sprecher des russischen Verteidungsministeriums erklärte heute, in der südostsyrischen Provinz Deir Ezzor seien Einheiten der syrischen Armee kürzlich zweimal unter Granat- und Raketenfeuer der kurdischen geprägten US-gestützten SDF-Kräfte gekommen, wodurch auch das Leben von in syrische Kräfte eingebundenen russischen Beratern gefährdet sei. Diese SDF-Kräfte in der Provinz Deir Ezzor behaupteten, sie seien dort im Kampf gegen ISIS aktiv, aber tatsächlich habe Russland keine Kämpfe zwischen diesen SDF-Einheiten und ISIS erkennen können, sondern einen gemeinsamen Kampf von ISIS und diesen SDF-Kräften gegen die syrische Armee. Russland wird deshalb zukünftig aus von SDF-Gebiet eingehendes Feuer mit allen notwendigen Mitteln unterdrücken, und habe das dem US-Militär auch mitgeteilt, erklärte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums weiter.

Nachtrag 21:30h: Al Masdar News meldete am späten Abend, die Terrorgruppe ISIS sei mit der syrischen Armee übereingekommen, die zentralsyrische ISIS-Tasche an die Armee zu übergeben und dort noch verbliebene ISIS-Terroristen in die Provinz Deir Ezzor zu evakuieren. ISIS habe aufgrund des Abkomemns bereits angefangen, erste Dörfer dort zu verlassen.

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6 Gedanken zu “Irak beginnt mit Beseitigung der ISIS-Tasche um Hawija

  1. https://www.rt.com/news/403980-syria-jihadists-idlib-russia/
    Glaubt man dieser Meldung, so ist es fast schon ungeheuerlich was da in Nord-Hama abging. Vergleichbar fast schon mit den Spartanern bei den Thermophylen. Oder man hatte eine gute Aufklärung, war bestens vorbereitet und hatte das grosse Besteck parat.
    Wer da welche Schweinerei anzettelte und wie die andere Seite diese bravourös parierte, wir werden es nie erfahren, denn trotz aller Offenheit und orientalisch gefärbtem Zahlenwerk, ganz will man sich zurecht nicht in die Karten schauen lassen.

  2. https://www.dailysabah.com/war-on-terror/2017/09/21/fsa-rejects-us-offer-to-fight-alongside-pyd-in-syrias-deir-el-zour

    The Free Syrian Army (FSA) has turned down the U.S.‘ offer to fight alongside the PKK’s Syrian offshoot People’s Protection Units (YPG) dominated Syrian Democratic Forces (SDF) to liberate Deir el-Zour from Daesh terrorists, saying that they do not want to fight alongside a terrorist group.

    Du Terrorist, sagt der Terrorist.

    Und weiter
    „The spokesperson noted that they are also in favor of an independent road map for Deir el-Zour, not including the SDF.“

    Ehm, wann soll es denn los gehen, mit der „Befreiung“ von Deir er Zor?

    Werden die da rumlungernden Trümmertruppen etwa noch bezahlt, wofür?

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