Russland, Türkei und Iran betonen Eliminierung von ISIS und Nusra Front

Russland, die Türkei und der Iran haben auf dem gerade beendeten internationalen Treffen zu Syrien in der kasachischen Hauptstadt Astana eine gemeinsame Erklärung als Garantiemächte für die Deeskalation in Syrien abgegeben.

Der Berliner Journalist Ali Özkök hat die gemeinsame Erklärung auf Twitter veröffentlicht:

Wesentlicher Punkt darin ist die im Einklang mit dem Memorandum der Garantiemächte vom Mai getroffene Übereinkunft zur Einrichtung einer Deeskalationszone in der nordwestsyrischen Provinz Idlib sowie einigen angrenzenden Gebieten der Provinzen Aleppo, Hama und Latakia, also dem Gebiet, das kurz auch als Idlib-Tasche bekannt ist. In der Erklärung wird Bezug genommen auf eine am 8. September in Ankara vereinbarte Karten und Referenzbedingungen für den Einsätz von Kräften der Garantiemächte zur Kontrolle der Deeskalation, die in der Erklärung selbst nicht enthalten sind. Ali Özkök hat dazu heute nochmal eine Karte veröffentlicht, die seiner gestern veröffentlichten und im Parteibuch aufgegriffenen Karte zu einer im Grunde dreigeteilten Deeskalationszone Idlib recht ähnlich sieht:

Wie vom Parteibuch vorhergesagt, läuft das erstmal auf eine Kontrolle von Iran und der syrischen Armee im östlichen Teil, von Russland im zentralen Teil und der Türkei und FSA im westlichen Teil der Deeskalationszone hinaus. Die heutige Karte scheint sich von der gestrigen lediglich dadurch zu unterscheiden, dass der türkische Teil der Deeskalationszone noch über die Autobahn Hamah-Aleppo hinaus etwas weiter nach Osten reicht. Wichtig scheint in dem Zusammenhang deshalb zu sein, dass die Deeskalationszonen in Syrien Punkt drei zufolge nur eine temporäre Maßnahme und Punkt vier zufolge keinesfalls die syrische Souveränität, Unabhängigkeit, EInigkeit und territoriale Integrität untergraben sollen.

Dazu, wie viele Beobachter die Garantiestaaten in die Deeskalationszone Idlib entsenden, gibt es gegenwärtig unterschiedliche Gerüchte. Ali Özkök verweist diesbezüglich auf einen türkischen Zeitungsbericht, der bezugnehmend auf das russische Außenministerium behauptet, die Türkei werde da zunächst 500 Beobachter stellen, während SMM Syria sagt, jede Garantiemacht habe das Versprechen abgegeben, 1500 Soldaten zur Beobachtung der Deeskalation zur Idlib-Tasche zu schicken.

Das Wichtigste an der Vereinbarung der Garantiemächte dürfte aber sein, wer da mit wem deeskalieren soll und wer eliminiert werden soll. Und da sieht es so aus, dass die Beobachter der Garantiemächte Punkt fünf zufolge sicherstellen sollen, dass ein Waffenstillstand zwischen der syrischen Regierung und bewaffneten Oppositionsgruppen, die dem Waffenstillstand beigetreten sind oder noch beitreten werden, eingehalten wird. In Punkt sieben wird dazu allerdings der Fortschritt im Kampf gegen den Terrorismus betont und erklärt, dass ISIS, Nusra Front und alle anderen Individuen, Gruppen, Unternehmung oder Projekte, die mit Al Kaida oder ISIS verbunden sind, eliminiert werden sollen.

Diese Sprache scheint darauf angelegt zu sein, die von der Nusra Front geführt HTS-Allianz Hayat Tahrir Al Sham zwar grundsätzlich als zur Eliminierung vorgesehene Gruppierung zu betrachten, es einzelnen Gruppen der HTS-Allianz jedoch gleichzeitig zu ermöglichen, sich von der von der Nusra Front geführten HTS-Allianz loszusagen und stattdessen dem Waffenstillstand der Deeskalationszone beizutreten.

Nachtrag 0:00h: Übrigens, das Umflaggen von israel-affinen ISIS-Terroristen zu FSA-SNC-Jarbas SDF-Kräften nördlich der Stadt Deir Ezzor ist gerade so deutlich aufgefallen, dass selbst die Hasbara-Schleuder Reuters nicht mehr umhinkommt, darüber zu berichten:

http://www.reuters.com/article/us-mideast-crisis-syria-assad/assad-aide-says-syria-will-fight-any-force-including-u-s-backed-militias-idUSKCN1BQ2QD?il=0

36 Gedanken zu “Russland, Türkei und Iran betonen Eliminierung von ISIS und Nusra Front

  1. Gibt es Angaben über den zeitlichen Ablauf?

    Und noch eine Frage, es gab in letzter Zeit mehrfach Meldungen, dass die Autobahn Homs-Hama in der Nord-Homs-Deeskalationszone wieder befahrbar sein; wie ist sowas zu verstehen, wer kontrolliert da und wer nicht mehr, oder sind das nur Absichtserklärungen oder gar reine Enten?

    Einfach durchfahren kann man sicher nicht, davon müsste es doch massenhaft Bilder geben.

    1. andreas

      Nein, es gibt keine Angaben über den zeitlichen Verlauf.

      Und, ja, es gibt den Autobahnkorridor Homs-Hama bislang eher theoretisch. Praktisch gibt es stellenweise wohl noch arge Probleme. Aber erste Bilder aus einem Teil dieser Deeskalationszone sehen inzwischen recht vielversprechend aus:

  2. Nach und nach zurrt sich in Syrien alles zusammen. Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen…
    Wenn der größte Bodensatz entweder auf dem Müllhaufen der Geschichte – oder alternativ – bei den 72 Jungfrauen angekommen ist, beginnt in Syrien die wirkliche Arbeit. Noch immer gibt es Gruppierungen, die auf syrischem Boden derzeit protegiert werden und dort überhaupt nichts zu suchen haben. Die pro-türkischen „FSA-Milizen“ werden mittelfristig zur Disposition stehen. Die kurdischen Milizen werden sich entscheiden müssen, ob sie den Barzani machen oder eine Großsyrischen Lösung präferieren.
    Ich bin mal wirklich gespannt, wie eine Auflösung der „FSA“ und eine gleichzeitg weitrere fruchtbare russisch-türkische Zusammenarbeit simultan bewerstelligt werden wird.
    Und ich bin gespannt wie eine Abnabelung der kurdischen Milizen von den USA (oder eher umgekehrt) ohne Gesichtsverlust erreicht werden soll. Oder aber die beiden Gruppen setzen auf Konfrontation…

    Überregional interessant in diesen Zeiten sind ebenfalls Berichte über Unruhen in Saudiarabien, die von jungen „Aktivisten“ getragen werden, die sich für einen Wechsel an der Spitze des Throns aussprechen. In Al Mayadeen ist, sehr witzig, vom „sich formierenden saudischen Frühling“ die Rede.

    1. Wer läuft denn da jetzt mit diesem, aus dem Müllhaufen der Geschichte gewühlten und „FSA-Flagge“ genannten giftgrünen Feudel der französischen Besatzungsdiktatur von 1932 herum?

      Die letzten einigermaßen ernstzunehmenden Angaben waren vor ein paar Jahren die vom zuständigen US-General, der vor einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss auf die Frage, wie viele „Rebellen“ er denn ausgebildet habe, die Zahl 5 genannt hat.

      Danach wurde von den Wahhabi-Terrorsöldnern, auch durch deren eigene Fotos untereinander getauschter Terrorfahnen dokumentiert, kein Geheimnis daraus gemacht, dass es so etwas wie eine aus keinen Mördern und Dieben bestehende „FSA“ nie wirklich gegeben hat.

      Im Gegenteil, die von der offen rechten und pseudolinken imperialistischen Propaganda „FSA“ genannt wurden, waren von Anfang an die brutalsten Mörderbanden. Die in maximalem Zynismus zur „Bürgerwehr“ umbenannten Terroristen der mit dem „FSA“-Label versehenen „Farouk-Brigade“, hatten es 2012 als „Henker von Bab Amr“ bis in den Spiegel geschafft.

  3. Der größte Teil des jetzt „dunkelgrünen“ Gebietes liegt in dem türkischen Teil, etwas im russischen, der iranischen ist es weitgehend „hellgrün“.

    Lokal kann es natürlich immer anders aussehen.

    Es ist anzunehmen, dass der Kampf gegen Terroristen in der iranischen und russischen Zone mit mehr Engagement geführt wird als in der türkischen.
    Ein Rückzug dorthin scheint naheliegend, für Nusra und Freunde.

    Also auch wenn es schief geht und die Türken kein großes Interesse zeigen, in ihrer Zone die syrische Zentralgewalt anzuerkennen und lokale Abkommen zu organisieren, wäre die „Idlib-Tasche“ schon mal halbiert.

    Die Terrorgruppen werden auf noch kleinerem Gebiet zusammengedrängt, der Ressourcenfluss von außen sollte noch schwächer werden (strategisch ja nahezu aussichtslos, die Türken müssen sich einigermaßen loyal zeigen), neuer Infight liegt nahe.

    Und dann der nächste Schritt.
    —————————

    Von den Russen eine mutige Entscheidung; wenn Iraner im Kampf gegen fanatische Sunni-Terroristen fallen ist das persönlich natürlich genau so schmerzhaft, aber politisch ist das viel leichter zu verkaufen als der Tod von russischen Armeeangehörigen, die aus der Ferne betrachtet diverse islamische Gruppierungen auseinander halten.

    Trump dürfte kein Interesse an vielen toten Russen haben; aber da sind noch etliche in der „Wertegemeinschaft“, die so ein Szenario am liebsten sehen würden, ja den Russen auch schon ein zweites Afghanistan angekündigt hatten.

    Also Vorsicht, bitte.

    1. andreas

      Was mir bei der noch als von Nusra beherrscht und nun offenbar Iran zugeordneten Zone im Osten der Idlib-Tasche auffällt, ist, dass es da schon eine ganze Weile ziemlich ruhig zu sein scheint. Ich habe von da schon lange nicht mehr von Angriffen auf die Regierung und auch nicht von Infighting unter Terroristen gehört. Geradezu das Gegenteil ist aus dem Westen und der Mitte der Idlib-Tasche zu hören. Ständig gibt es da Kämpfe zwischen den Terroristen und Mord und Totschlag aller Art.

      Heute wurde in der Stadt Idlib beispielsweise ein Saudi namens Suraaqah al-Makki getötet:

  4. Das die NATO durch den Krieg in Syrien die Türkei verlieren könnte, war in der Wolfowitz-Doktrin nicht kalkuliert?-

    Verfluchte Mathematik in allen ihren Gleichungen aber auch.

    Am Ende gewinnt „Der Engel zum westlichen Fenster“ doch?-

    Die Erde ist kein Stück Dreck, welches es auszunutzen gilt, sondern ein schönes und liebenswertes Ding, welches behutsam in die nächst höhere Sphäre gehoben gehört.

    Und wir werden sehen, wer diesen Kampf gewinnt!

  5. Sollen wirklich offizielle iranische Truppen in Syrien auftreten ? Armee oder Pasdaran ? Da wird Zion aber doof schauen !

    1. GFM

      Schauen wir mal. Ich glaube, der geschickteste Zug Irans wäre nun, da unter Hisbollah-Flaggen aufzutreten. Hisbollah und Partner kennen, soweit mir aus vergangenen Jahren in Erinnerung, das Gelände südlich von Aleppo recht gut. Hisbollah könnte damit den Status einer international einsetzbaren Friedenstruppe bekommen. Und da würde Israel dann erst recht doof schauen.

      1. Wurde von der außenpolitischen Niederlage Israels/Netanjahus zum angebahnten Gipfel in Afrika berichtet?

        Der Heini ist eine Null, weil Trump, Putin und Xi diesen größenwahnsinnigen Irrläufer leerlaufen lassen.

        Die Brandstifterei in Nahost hat vorerst ein Ende, solange Trump Präsident ist.

        Und Netanjahu sondiert in Patagonien das Feld. Es könnte sich eine Umsiedlung für die Zionisten nach Südamerika anbahnen?

        Warum auch nicht, das Verbrechen ist doch kontinental.

      2. Die politische Aufwertung von Hisbollah oder Iran wäre ja immens, bei so einem Abkommen und Truppenstationierung. Vielleicht schicken sie ja als nächstes Blauhelme auf den Golan ( kleiner Witz ).

  6. Kofferkind sagte zurecht : “Das die NATO durch den Krieg in Syrien die Türkei verlieren könnte, war in der Wolfowitz-Doktrin nicht kalkuliert?-“
    Genau so ist es, sie haben nicht damit gerechnet dass ein Staatsmann ohne Verblendung aber mit Hirn reagiert (Putin) und den Kalifen richtig an seinen Platz setzt ohne ihn zu blamieren.
    Gruss Alberon

    1. Man sieht es an der Karte, dass es hier lange und schwierige Verhandlungen gegeben hat und dass Rußland als Vermittler und Friedensstifter einen Ausgleich zwischen den verschiedenen
      Interessen Irans/Syriens und der Türkei gesucht hat. So hat Rußland auch die schwierigste und undankbarste Aufgabe übernommen, in der Mitte als Puffer zu stehen.

      Es war klar, dass dem Sultan Zugeständnisse gemacht werden mußten, aber ich bin doch verwundert, dass die türkische Zone bis an den Westen und Nordwesten der Stadt Aleppo reicht, während die russische Zone erst im Südwesten von Aleppo anfängt, wenn ich denn die Karte richtig lese. Ich habe einfach das dumme Gefühl, dass Sultan es noch immer auf Aleppo abgesehen hat und nur auf seine Chance wartet.

      1. Der Sultan weiß ganz genau das er gegen Rußland keine Chance hat. Wirtschaftlich wie militärisch. Wenn er nicht völlig wahnsinnig ist, wird er sich hüten jegliche Vereinbarungen zu torpedieren die er mit Rußland abschließt. Es hat sonst keinen Schutz. Die Nato hat versucht ihn loszuwerden und selber kann er die Nato für eine Pläne nicht nutzen. Will er also IRGENDWAS von seinen Plänen umsetzten muß er sich die Nato vom Hals halten und darf Rußland nicht verärgern.

        Eine abstruse Eingebung sagt mir das wir in den nächsten Monaten wahrscheinlich bei einem der beteiligten eine Volte in der Politik und den erklärten Zielen sehen werden.

    2. Hallo Alberon,

      Erfolge sind immer relativ,
      Erfolg oder Eiserfolg ist häufig eine Frage der Interessenlage.

      Nimm Russland.
      Für Russland ist die Entfaltung der Nato rund ums Schwarze Meer ganz sicher kein Erfolg.
      Ein voller Erfolg für die Nato wäre es gewesen die ganze Ukraine, samt Krim, gemeinsam mit ganz Moldawin (Transnistrien), Rumänien und Bulgarien sowie am anderen Ufer Georgien und weiter Aserbaischan und Turkmenistan in Nato aufzunehmen.
      Aserbaidschan und Turkmenistan könnte das Kaspische Meer sperren. Das Schwarze Meer wäre ein Natomeer.

      Dieser Erfolg der Nato wäre, genauso wie für Russland, ein Misserfolg für den Natopartner Türkei. Sie wäre vollständig weg vom Fenster gewesen, salopp „Keine Sau ruft mehr an“. Sie hätte kein Drohpotential mehr da die Nato seine Ziele auch ohne Türkei erreiche könnte und mit den Kurdenstaaten mehr Chaos anrichten kann.

      Der halbe Erfolg der Russen in Georgienkrieg (Georgien wird trotzdem assoziiertes Mitglied der Nato) hat aber gleichzeitig Russland veranlasst sich um seine Armee zu kümmern und um seine südliche Nachbarn am Kaspischen Meer (Usbekistan, Aserbaidschan, Armenien, Iran) mit wechselnden Erfolg.

      Der halbe Erfolg der Nato (keine Ukraine und keine Krim) ist so wohl eine Erfolg für Russland, als auch für die die Krim und eine halbe Niederlage, da er wirtschaftliche Einschränkungen, Handelsausfälle und Sanktionen nach sich zog.

      Die (halbe) gelungene Einkreisung Russlands durch die Nato war aber auch ein Glück für die Syrer. Denn es wäre zu befürchten da sich eine erfolgreiche ISIS (oder besser CIA-Islamisten) sich anschließend an die Südgrenze der Russen aufgemacht hätten…

      Bei Natotreue der Türkei (danach sah es ja am Anfang auch aus) und Absprache gerechter Erweiterung der Türkei nach Süden auf Kosten Syriens hätte Russland den Zugang zur Krim auf den Seeweg verlieren können, einschließlich der Versorgungsmöglichkeit seiner Mittelmeerflotte. (Die Sälen des Herkules sind britisch und der Suezkanal (noch) amerikanisch.
      Die Alternative: Tatarus, Landweg Irak, Iran Kaspisches Meer oder Golf.
      Damit besteht der (momentane) Erfolg der Türken, also ihr relative Handlungsfreiheit, je zur Hälfte aus dem Erfolg und Misserfolg der Nato und der Russen.

      Hoffen wir das er das Spiel auch weiterhin nicht überzieht. Die Gülenverfolgung muß aufhören, es wird Zeit das er mit der vorhandenen Funktionselite (amerikanisch erzogen und ausgebildet) Frieden schließt.
      Sonst wird das nix ohne ausgebildete Piloten und Offiziere können auch die Türken nicht kämpfen…

      Die relative Bewegungsfreiheit, dank der (halben) Niederlagen der Russen und der Nato ermöglicht es aber der Türkei ihre Interessen in der Kurdenfrage umzusetzen und dieser (zu erwartende) Erfolg wird wohl sowohl Niederlage für die Syrer (türkische Truppen im Land) und hoffentlich auch ein Erfolg werden, keine Kurdensezession.
      Sollten die Türken eine Niederlage erleben (und sich den Amerikaner doch Unterwerfen) verlieren auch die Syrer. (Kurdenstaat und Amerikaner im Land, schon um die Türken zu bestraffen.)

      Kurz Fassung: hoffen wir das es gut ausgeht, noch ist nichts entschieden!

      Gruß PAule

    3. „…Die politische Aufwertung von Hisbollah oder Iran wäre ja immens, bei so einem Abkommen und Truppenstationierung…“ – Ein weiteres, wichtiges Ziel der neuen, multipolaren Geopolitik. Von daher eher „wird“ als „wäre“.
      Interessant dazu u. a. auch ein kurzer Blick (grusel) in´s ZDF-Lügenkabinett „heute“: „militärische Lösung für Nordkorea würde die Erde an oder sogar über den Rand der Vernichtung bringen“ (sinngemäß).
      – Damit sind dann gleich zwei mögliche „Schurkenstaaten“ aus dem Visier genommen, m. E. ohne realistische Chancen auf „Wiedervorlage“. – Es geht wirklich gut voran.

  7. Heise TP hat eine gute Zusammenfassung eines französischen Fachartikels über den russischen Erfolg in Syrien:

    https://www.heise.de/tp/features/Syrien-Warum-das-russische-Militaer-erfolgreicher-vorgeht-als-die-US-Koalition-3831927.html

    Ein Auszug:

    „Er stellt auch einen Vergleich mit der französischen Anti-IS-Militäroperation „Chammal“ in Syrien und im Irak an, der bei Einsatz von 1.200 Soldaten und 15 Flugzeuge geschätzt eine Million Euro am Tag kostet. Goya stellt den durchschnittlich 6 täglichen Flugzeugeinsätzen der Franzosen durchschnittlich 33 täglichen Einsätzen der russischen Flugzeuge gegenüber.

    ‚Angesichts der Resultate ist es unbestreitbar, dass die Russen eine „operationelle Produktivität“ (bezüglich der eingesetzten Mittel und der strategischen Effekte) haben, welche diejenige der Amerikaner und der Franzosen weit übertrifft. ‚ – Michel Goya

    Ein weiterer Unterschied sei, dass der russische Militäreinsatz von Anfang an umfassender konzipiert und umgesetzt worden sei und mit Überraschungsmomenten arbeitete. Anders als bei den Amerikanern, die strategisch mit Stückwerk operierten – eine Phase der Erklärungen, stufenweise Verstärkungen -, habe sich Russland von Anfang an massiv und vollständig engagiert.“

    1. @Referendar

      Das ist natürlich nur als ehrliche Analyse aufzufassen, wenn man davon ausgehen würde, dass die Amerikaner und Franzosen wahrhaftig den Terrorismus besiegen wollten.

      Wir haben aber gesehen, dass dem nicht so war. Es wurde von USA und Verbündeten stets halbherzig agiert. Aus gutem Grund. Deren Ziel war auf hinterhältige Art und Weise den Vormarsch der syrischen Armee und Verbündeten zu bremsen. Was hat sie denn gehindert, mehr als 6 Flugzeugeinsätze zu fliegen.

      Ich erinnere nur an die Äusserung von Obama, zu einer Zeit, als die Welt noch wie gelähmt vor dem IS zitterte: Es wird Jahrzehnte dauern, bis der IS bekämpft sein wird. Das hätten sie gerne gehabt. Er bezog sich dabei auf das rein Militärische.

      Die Russen haben ja dann gezeigt, dass es schneller geht. Wenn man nur will.

      1. „….Die Russen haben ja dann gezeigt, dass es schneller geht. Wenn man nur will….“

        Richtig. Der russische Ansatz zeigt aber noch eine Dimension, die in anderen Kriegsgebieten m. W. so noch nicht (oder nicht in diesem Ausmaß) angewandt wurde: Die diplomatischen und politischen Arbeiten der Reconciliation mit all ihren Implikationen.

        Das Prinzip „Vertrauen wieder herstellen“ statt „Vergeltung und Separation“ wurde m. E. erstmals in Südafrika nach Endde dder Apartheid und ddann, m. E. erfolgrreicher, nach dem Genozid der Huthu an den Tutsi in Ruanda angewandt. Seine Anwendung (und sein Ausbau) wurden m. W. vorher noch nicht in einem noch anhaltenden Krieg zwischen mehreren Parteien probiert. M. E. ist es unverzichtbar für eine dauerhaft stabile Nachkriegsordnung und sein Anteil am schnellen undd (jetzt schon absehbar) nachhaltigen Erfolg der russsischen Initiative sollte daher nicht ganz außer Betracht gelassen werden.

        Die Nachhaltigkeit des russischen Erfolgs auf allen Ebeenen liegt m. E. zusätzlich in der international bekannten Vertragstreue der RF begründet sowie ihrer ganz anders gearteteten Haltung gegenüber Kulturen, Sprachen und Interessenlagen der jeweiligen, lokalen Bevölkerungsgruppen: Es ist eben keine brutal-imperialistisch-ignorante wie diejenige, die die USA in vielen Kriegs- und Krisengebieten auf Abschreckendste vorgeführt hat.

  8. „Treffen zu Syrien in der kasachischen Hauptstadt Astana“

    Wer redet noch von Genf ?
    1:0 oder 2:0 — aber egal — 0 Punkte für die fettleibigen Falschspieler.

    Die Welt beherschen wollen, aber bekommen nix konstruktives gebacken. Köstlich

  9. Ankündigungen von SDF-Seite, die SAA nicht über den Euphrat zu lassen.

    Und schon kommt die Antwort

    „Buthaina Shaaban, political and media adviser to the President of Syria, announced that the government would fight the Syrian Democratic Forces (SDF) and regain the areas they control“

    Und
    ***Hassan Ridha‏ @sayed_ridha 1 Std.vor 1 Stunde
    Iraqi Forces backed by International Coalition begin large operation against IS to capture Akashat area on Syrian border***

    Der Kampf um das Fell des Bären ist in vollem Gange; ob und wie stark es schon verteilt wurde, ist unklar, aber es sieht nicht so aus, als ob es schon verbindliche Linien gibt.

    1. „Der Kampf um das Fell des Bären ist in vollem Gange; ob und wie stark es schon verteilt wurde, ist unklar, aber es sieht nicht so aus, als ob es schon verbindliche Linien gibt.“

      Genau,
      Der SDF wurde wohl heute angegriffen.
      6 Tode SDF Kämpfer soll es geben.

      Interessant dabei ist die Zeit wann der Angriff erfolgte, 03:00 in der Nacht. Entweder sind die syr.Flieger jetzt auch in der Nacht einsetzbar oder die Russen haben diesen Einsatz selber geflogen.

      Ich tippe auf die Russen, auch wenn riafan.ru sagt die Syrer waren es.
      Denn bis jetzt gab es keine Antwort der Amis.

      Und das alles vor dem Referendum. komisch komisch komisch.
      Da hat wohl die Abwehr paar wichtige Fakten rausgefunden.
      Könnte heisser werden

      1. die Russen ( riafan.ru ) sagen nicht es waren die Syrer, sondern ein unbekanntes Flugzeug, also mein Fehler.

        Da die Amis nicht reagiert haben und es ausserdem in der Nacht war, könnten es viele gewesen sein. Die Syrer wohl selber nicht da die „meisten“ Flieger nicht in der Nacht fliegen können.

        Aber Chaosvögel über Syrien gibt es viele.
        Zuviele

        Mal sehen wer es wirklich war

  10. Als Ergänzung zu Israel/ Argentinien.

    Al Monitor hat folgenden Artikel veröffentlicht nach dem türkische Medien am 13. September berichteten, dass Barzani (Präsident der Kurdischen Regionalregierung im Irak) eine geheime Abmachung mit der israelischen Regierung getroffen hat. Es sollen jüdische Israelis kurdischer Abstammung – ca 200 000 – von Israel in die Kurdenregion im Irak umgesiedelt werden. Nach dem Unabhägigkeitsreferendum am 25.9.

    http://www.al-monitor.com/pulse/originals/2017/09/jewish-israeli-kurds-bound-for-krg-after-referendum.html

    Dann noch ein Artikel vom Kurdish Institute in Brüssel. Ein kurdischer Vertreter des Premiers Barzani wandte sich an den Architekten Daniel Liebeskind mit der Bitte ein Museum über die Kurden zu errichten. In Erbil. Damals 2009 war die Region im Aufschwung, während der Rest des Irak im Sumpf versank. Überall entstanden Einkaufszentren, Hotels, Investoren kamen und man sprach vom zweiten Dubai. Mit dem Museum wollte man vor allem den Genozid durch Saddam Hussein an den Kurden dokumentieren.

    Weil die Kurden aber keinen eigenen Staat haben, wurde Liebeskind gebeten, dieses Projekt vorerst geheim zu halten.

    Laut Liebeskind ist Architektur „keine politische Kunst“. Nun darüber liesse sich streiten. Wer sich das Projekt mal ansehen will, anbei der link.

    http://www.kurdishinstitute.be/daniel-libeskinds-secret-museum-of-the-kurds/

    Der Grund für die Unterstützung des Referendums der irakischen Kurden durch Israel wird wieder deutlich. Die Ambitionen den jüdischen Staat und seinen Einfluss zu erweitern und sich in kleinen Zellen hier und dort festzusetzen und dort wie ein Geschwür zu wachsen.

    Die Regierung in Bagdad hat bereits gegen das Referendum gestimmt, es Verfassungswidrig genannt und gesagt, dass es die nationale Einheit unterminiere. Eine militärische Konfrontation kann nicht mehr ausgeschlossen werden. Während viele Kurden hoffen, dass der Einfluss der jüdischen Lobby die USA dazu bringen wird, ein unabhängiges Kurdistan zu unterstützen, kommen aus dem weissen Haus eher Signale, dass man besorgt ist, dass dieser Schritt eine Gefahr für die wacklige Balance der Region wäre. (so Asia News)

    Inzwischen betrachten sowohl die irakische Regierung als auch die türkische Regierung den Schritt der KRG (Kurdish Regional Goverment) als riesen Fehler und wollen das Referendum verhindern.

    Die „Hurriyett Daily News“ schreibt, dass Türkei und USA beide versuchen, die KRG vom Referendum abzubringen. McGurk, Abgesandter des Weissen Hauses war in Erbil um der Regionalregierung eine diplomatische Initiative anzubieten im Austausch für eine Absage des Referendums. Barzani schmettert all diese Überzeugungsversuche ab und sagt, wir haben noch immer keinen konkreten Vorschlag als Alternative zum Referendum bekommen.

    Der Geist, den die Amerikaner unter Druck der Zionisten aus der Flasche gelassen haben, lässt sich jetzt schwer wieder zurückdrängen. Die Überzeugungsversuche der Amerikaner und Türken sind Hundertprozentig auf das veränderte Kräfteverhältnis im Nahen Osten zurückzuführen. Keiner, weder Iran, Irak, Türkei noch Syrien hat ein Interesse an einem Kurdischen Superstaat der zwangsläufig diesen Staaten Gebiete abknabbern würde. Und da Israel der grösste Unterstützer eines Kurdenstaates ist, kann man die Sorgen der genannten Staaten vor einem Kurdenstaat durchaus nachvollziehen.

    1. Jetzt wird es sich beweisen ob die Kurden nicht nur amerikanisch-zionistische Vasallen sind, sondern noch Restverstand, Charakter und Moral besitzen.
      Denn wenn sie voll auf die zio-neocon Karte setzen, würden sie nicht nur die aktuell große Chance auf weitgehende Unabhängigkeit und Autonomie verspielen, sondern sich auch ganz schnell in einem Schraubstock zwischen Türkei, Syrien, Irak und Iran wiederfinden, welcher den Traum von Kurdistan für sehr lange zermalmen würde.
      Man munkelt aktuell auch das die Ziomafia mit der Provokation von Kampfhandlungen SAA-YPG, sowie durch einen in Kürze möglichen massiven Angriff auf die Hisbollah im Südlibanon, die Wiederstandsachse in Syrien aufspalten und damit die anstehende Niederlage ihrer Proxyterroristen in Syrien verzögern will.

      1. Den Angriff erwarte ich in den nächsten Monaten, spätestens dann wenn die SAA dabei ist eine stabile Verbindung zum Irak herzustellen. Geübt haben sie dafür ja schon.

        Warte wir mal ab was die Woche in Deir ez zor so bringt. Wenn die SAA wirklich übersetzt und die SAA zurückdrängt könnte der Angriff früher erfolgen.

  11. @ Kofferkind

    Guten Tag, möchte bezüglich Aktivitäten Südamerika nur darauf hinweisen, daß vor ungefähr 10 Jahren unser aller Freund G. Soros in Südpatagonien Land – knapp so groß wie die Schweiz – gekauft hat. Ich kann allerdings nicht mehr sagen, in welcher deutschen Wirtschaftszeitung dies als Kurznotiz zu lesen war und ich habe leider keine Kontakte in Argentinien um Genaueres zu erfahren.

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