Syrische Armee macht Fortschritte im Südosten von Deir Ezzor

Wie die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA am heutigen Dienstag mitteilte, hat die syrische Armee ihre Kontrolle im Raum Jafra im Südosten von Deir Ezzor ausgeweitet.

Gleichzeitig haben US-geführte SDF-Kräfte in der Provinz Deir Ezzor nordöstlich des Euphrat ihre Positionen gegen ISIS ausgebaut.

Der Terrorgruppe ISIS bleibt damit im Raum der Stadt Deir Ezzor nur noch ein kaum mehr als fünf Kilomter breiter Korridor, der vom von ISIS beherrschten Unterlauf des syrischen Euphrat zu den noch von ISIS beherrschten Gebieten weiter oben am Euphrat führt. Von Positionen der syrischen Armee in Deir Ezzor aus sind Positionen der US-geführten SDF-Kräfte auf der anderen Seite des ISIS-Korridors bereits gut sichtbar.

In sozialen Medien häufen sich Spekulationen, dass die syrische Armee bei Jafra den Euphrat überqueren könnte, um die weiter flussabwärts am nordöstlichen Ufer des Euphrat liegenden großen Ölfelder vor der Einnahme durch US-gestützte SDF-Kräfte zu sichern. Aus syrischen Armeekreisen heißt es dazu jedoch, dass Gerüchte, die syrische Armee wolle den Euphrat überqueren und gegen kurdische Kräfte kämpfen, falsch seien.

Die vielen Gerüchte scheinen Folge dessen zu sein, dass nur schwer zu erkennen ist, wie die am Krieg in Syrien beteiligten Regional- und Weltmächte sich die Zukunft Syriens, der Region und der Welt nach der vollständigen Eliminierung der Terrorgruppe ISIS vorstellen, sofern sie überhaupt eine gemeinsame Vorstellung haben.

Von grundlegender Bedeutung dürfte da erstmal das Verhältnis zwischen den USA und Russland sein. So hatte der für den Kampf gegen ISIS zuständige US-General Townsend vor zwölf Tagen zwar öffentlich erklärt, dass die USA und Russland sich auf „Linien“ am mittleren Euphrat-Flusstal geeinigt haben, aber nicht dazu gesagt, wo diese Linien verlaufen und was die Einigung sonst noch beinhaltet. Ein am 9. September vom US-Zentralkommando Centcom veröffentlichtes Statement brachte, abseits dessen, dass US-geführte Kräfte ISIS im Khabur-Flusstal besiegen sollen, auch nur begrenzte Klarheit. Von Russland und der Achse des Widerstandes kam bislang auch keine Klarheit zu den russisch-amerikanischen Dekonfliktierungslinien, und insbesondere auch nicht dazu, ob, und wenn ja, inwieweit, dabei israelischen Wünschen nach einer US-geführten Verhinderung eines unter Herrschaft der Achse des Widerstandes stahenden Korridors zwischen Damaskus und Bagdad und der Inbesitznahme des Omar-Ölfeldes durch US-geführte Kräfte Rechnung getragen wurde.

Reuters meldete allerdings am Sonntag, dass die USA ihren Proxy-Kräften in Teilen des südost-syrischen Grenzgebietes zu Jordanien befohlen hat, sich nach Jordanien zurückzuziehen. Zumindest einige der US-Proxy-Kräfte wollen Reuters zufolge zwar die Ausführung des US-Rückzugbefehls verweigern, aber nichtsdestotrotz gelang der syrischen Armee am Montag nach dem Rückzug einiger dieser Kräfte ein deutlicher Fortschritt im südost-syrischen Grenzgebiet zu Jordanien. Sollte dieser US-Rückzugsbefehl, was militärisch plausibel wäre, ein einer russisch-amerikanischen Absprache folgender Auftakt zu einem weiteren Rückzug der US-geführten Kräfte auch aus ihrer Basis in Tanf an der Hauptstraße zwischen Damaskus und Bagdad sein, dann käme es für den von Israel abgelehnten strategischen Korridor zwischen Bagdad und Damaskus jedenfalls auf das Euphrat-Tal überhaupt nicht mehr an.

Ein Indiz dafür, dass die amerikanisch-russischen Beziehungen hinter den Kulissen besser als bekannt sein könnten, liefert auch die russisch-amerikanische Einigkeit bei der gestrigen UN-Sicherheitsratsresolution zum jüngsten Atombombentest der DVR Korea. Anstatt dass es da im Sicherheitsrat zu einem russisch-amerikanischen Showdown und einem russischen Veto gekommen ist, haben die USA da über Nacht ihre zuvor öffentlich erhobene Forderungen wie die nach einem Ölboykott gegen die DVR Korea fallen lassen und sich stattdessen mit eher symbolischen Sanktionen wie der, Ölexporte in die DVR Korea in den nächsten zwölf Monaten auf das Maß der letzten zwölf Monate zu begrenzen, zufrieden gegeben. Daraufhin stimmte Russland dem US-Resolutionsentwurf zu. Für dieses Vorgehen heimste Trump PR-Punkte als erfolgreicher Diplomat ein und Russland konnte dem skeptischen Teil der Welt nochmal die Vorteile funktionierender amerikanisch-russischer Beziehungen sehr deutlich machen. Da das Korea-Problem mit der jüngsten UN-Resolution jedoch natürlich mitnichten gelöst ist, führt an einer weiteren Zusammenarbeit der USA mit Russland diesbezüglich kein Weg vorbei. Ein Wiedereinschwenken auf den Pfad eines potentiell mit nuklearen Waffen ausgetragenen Krieges um und in Korea können selbst die größten Russland-Kritiker in den USA kaum vertreten. Und wenn Trump und Putin und ihre Leute wegen Korea ohnehin miteinander reden müssen, dann wäre es natürlich nur folgerichtig, wenn sie außer über Korea auch über andere gemeinsame Interessen und Ärgernisse reden, ob sie das nun öffentlich kundtun oder nicht.

Ein „gemeinsames Ärgernis“ könnte für die USA und Russland etwa das ablehnende Verhalten Israels zu den zwischen den Präsidenten Trump und Putin getroffenen Vereinbarungen zu einem Waffenstillstand in Syrien darstellen. Am 7. September griff die israelische Luftwaffe in diesem Zusammenhang vom libanesischen Luftraum aus eine Einrichtung des syrischen Militärs an, wobei israelische Medien deutlich machten, dass das dahinterliegende, politische Ziel des israelischen Angriffes die Präsidenten Trump und Putin und ihre Absprachen zum Krieg in Syrien gewesen sei. Trump und Putin haben dazu zwar geschwiegen, und auch der UNO-Sicherheitsrat hat auf die diesbezüglichen Beschwerden von Syrien und Libanon nichts unternommen, aber das muss nicht Zustimmung bedeuten.

US-Präsident Trump fällt es, falls er es beabsichtigt, aufgrund der israelischen Machtposition in der US-Innenpolitik schwer, gegen solche israelischen Provokationen direkt etwas zu unternehmen. Putin hat diesbezüglich hingegen mehr Freiheit, und falls Trump da hinter den Kulissen etwas mithilft, um so mehr. In dem Zusammenhang fällt es auf, dass der russische Außenminister Lawrow gerade bei seinen Besuchen in den traditionell eng an die USA angebundenen Klientelstaaten Jordanien und Saudi Arabien erstaunlich viel Zustimmung zu den russischen Plänen zur Befriedung von Syrien erfahren hat, was Israel seinen mit dem Angriff auf Syrien verfolgten Plänen zur Sabotage der Befriedung Syriens nicht unbedingt näher gebracht haben dürfte. Weiterhin ist bemerkenswert, dass der traditionell fest im saudisch-amerikanisch-israelischen Lager zu verortende libanesische Regierungschef Hariri heute bei einem Staatsbesuch in Moskau Russland um Waffen für die libanesische Armee gebeten hat, was, sofern Russland darauf positiv eingeht, von Israel als ein heftiger Schlag in die Magengrube aufgefasst werden dürfte. Aber es lässt sich nunmal nicht betreiten, dass der Libanon in jüngster Zeit Opfer von Terrorgruppen wie ISIS und Al Kaida und gravierenden Luftraumverletzungen geworden ist, und um da gegenzuhalten Militärtechnik, oder besser noch, militärische Kooperation mit einem starken Partner, der Russland sein könnte, braucht. Der vom libanesischen Luftraum aus erfolgte israelische Angriff auf Syrien hat das nur nochmal unterstrichen. Es wäre nicht überraschend, wenn Trump Hariri für sein Ansinnen in Russland hinter den Kulissen grünes Licht gegeben hätte, um so dem israelischen Regierungschef Netanjahu diskret die Konsequenzen von Versuchen der Sabotage seiner Syrien- und Nahostpolitik aufzuzeigen.

Und zu guter Letzt gibt es da noch die Türkei. Der türkische Präsident Erdogan hat soeben erklärt, dass die Türkei eine Anzahlung für S-400-Luftabwehrsysteme an Russland geleistet hat, womit dieses strategische Rüstungsgeschäft nun endgültig besiegelt sein dürfte. Das ist deswegen besonders signifikant, weil es die Türkei unabhängiger von der NATO macht und damit militärische Weichen in Richtung eines NATO-Austritts der Türkei gestellt werden. Und noch etwas ist dabei auffällig. Israel befürwortet die Bildung von israelisch-amerikanisch protegierten Kurdenstaaten, um so Syrien, Irak und Iran zu schwächen. Und, worauf der staatliche türkische Nachrichtenkanal TRT World News gestern aufmerksam machte, betrachtet Israel auch die in der Türkei aktive bewaffnete Organisation PKK, anders als die Türkei, die USA und die EU, nicht als Terrororganisation. Die Türkei steht solchen israelisch-amerikanisch protegierten Kurdenstaaten jedoch ablehnend gegenüber, von Sympathien für die PKK ganz zu schweigen. Erdogan betonte stattdessen gerade die Übereinstimmung der türkischen Interessen in der Provinz Idlib mit den russischen und iranischen Vorstellungen.

Insgesamt sieht es damit so aus, dass es, um den Sack zuzumachen und die strategische Niederlage der zionistischen Kriegstreiber in Syrien komplett zu machen, bloß noch eines Federstriches von Erdogan bedarf: sobald Erdogan es den USA verbietet, weiterhin von der Türkei aus kurdische Kräfte in Syrien und Irak zu unterstützen, fällt die ganze Vision eines israelisch-amerikanisch protegierten Kurdistans in Syrien und Irak wegen fehlender Nachschublinien in sich zusammen.

Advertisements

43 Gedanken zu “Syrische Armee macht Fortschritte im Südosten von Deir Ezzor

  1. Mit der Aussage, dass Israel die PKK nicht als Terrororganisation einstuft, disqualifiziert sich die Zionistenmafia doch selbst.
    Jahrelang gegen die PLO, Hisbollah und Hamas gekämpft und den angrenzenden Ländern jegliches Selbstbestimmungsrecht aberkannt und jetzt diese Töne.
    Sollte sich eine vernünfige EU-Regierung einmal damit beschäftigen.

  2. Hallo PB,
    ich finde, wiedereinmal ein gelungene Expertise von Dir.

    “ … bloß noch eines Federstriches von Erdogan bedarf: sobald Erdogan es den USA verbietet, weiterhin von der Türkei aus kurdische Kräfte in Syrien und Irak zu unterstützen, fällt die ganze Vision eines israelisch-amerikanisch protegierten Kurdistans in Syrien und Irak wegen fehlender Nachschublinien in sich zusammen.“

    Bingo!

    Ein alternative Versorgungsroute wäre der Weg über Jordanien – Tal-Tanaf – Euphrat gewesen. Wäre!

    Das zeigt die immense Bedeutung des Euphrattals und der Gebiete Syriens östlich des Euphrats.
    Hier darf die SAA keine Alternative zulassen.
    Aber die Jungs scheinen zu verstehen worauf es ankommt!

    Bemerkenswert, in diesem Zusammenhang das die Syrer die Amerikaner ultimativ aufgefordert haben das Land zu verlassen oder sie werden als feindlich angesehen.
    Leider finde ich die Quelle nicht mehr 😦

    MfG PAule

    1. Moin PAule,

      Und was ist mit der Versorgungsroute über Erbil-Kurdistan? Damit die wegfällt müsste der Irak ein souveräner Staat werden. Aber nichtmal dessen Grenzen gelten über diesen Monat hinaus als gesichert.

      Alternativ zu Al-Tanf kann die Versorgung auch über ein „Sunniten-Reservat“ südlich der syrisch-irakischen Grenze verlaufen. Was dort nach IS kommt steht ja auch in den Sternen. Lang genug hat die Propaganda posaunt, dass die Bagdad-Schiiten Demokratie nicht können und die Sunniten so zum IS gedrängt wurden. Ein zweites moderates Idlib könnte von der jordanischen Grenze mit zu den Kurden im Nordirak reichen.

      Gruß

      1. malkaye

        Die Versorgung eines US-israelischen Protektorates Kurdistan über Bagdad geht nur, wenn Teheran zustimmt. Bagdad ist Teheraner Einflussgebiet. Das mussten die USA schon schmerzhaft lernen, als sie in der Anfangszeit des Terrorkrieges gegen Syrien Bagdad vergeblich darauf gedrängt haben, iranische Versorgungsflüge nach Syrien zu unterbinden.

        Über Tanf oder das dortige irakische Grenzgebiet zu Syrien kommen die USA auch nicht in ihr US-israelisches Protektorat Kurdistan, weil dazwischen die syrische Armee und ausgesprochen iran-freundliche irakische Volksmobilisierungseinheiten stehen.

        Fazit: die USA können zwar beliebig Material von Erbil nach Manbij und andersherum verschieben, aber um überhaupt in ihr US-israelisches Protektorat „Kurdistan“ zu kommen, brauchen die USA die Erlaubnis eines dieser vier Länder: Syrien, Irak, Iran oder Türkei. Anders geht es nicht, denn „Kurdistan“ ist vollständig von diesen vier Ländern umgeben. Oder die USA müssen zur Eroberung einer Nachschubroute Krieg gegen mindestens eines dieser Länder führen, was kaum gehen wird, weil sie es dabei dann auch mit Russland zu tun bekommen würden.

      2. @M.A.Tab: Vorgestern war Sergei Wiktorowitsch Lawrow in Amman, einen Tag zuvor in Saudi-Arabien. Auch diese Länder haben erkannt, daß die unipolare Weltordnung perdu ist. Daran werden auch noch soviele Bombendrohungen und/oder sogar echte Terroristenbomben in Moskau nichts mehr ändern.

        Was die feuchten Imperialistenträume einer Neuaufteilung des Nahen und Mittleren Ostens nach religiösen Trennlinien betrifft war und ist es nicht zuletzt die hervorragende Zusammenarbeit von schiitischen und mehrheitlich sunnitischen Milizen und Armeegruppen in Syrien die solche ad absurdum führen. Die NWO-Träume sind, zumindest in o. g. Weltregionen, de facto ausgeträumt.

        Vorrangig in einigen Ländern West-Europas wird noch daran festgehalten. M. E. gelingt das nur noch solange, wie sich die entsprechende/n Bevölkerung/en nicht aus der Hollywood-„Allmachts“-Illusion (oder „Matrix“) über ihre „Eliten“ befreien kann/können. In Wirklichkeit ist der Kaiser (bzw. die Möchtegern-Kaiserin) schon lange nackt. Man müßte ihm/ihr das vielleicht nur (noch) etwas vernehmlicher mitteilen. Untertanen, die weiterhin ehrfürchtig nicht vorhandene Pracht-/Machtgewänder imaginieren sind dazu leider (noch) nicht in der Lage.

      3. Gruß an Alle,

        Zustimmung und Unterstützung:
        Das irakische Parlament hat das Referendum der Kurden zur Unabhängigkeit als illegal erklärt und bereitet die Unterbindung des selben vor.
        Wie die „Unterbinden“ aussehen soll weis ich nicht aber der Widerstand ist groß…
        In dem Zusammenhang ist auch wichtig das die PMU die Angriffe von (saudi)interessierter Seite bisher standgehalten hat.
        Aber auch hier (Irak) gilt wie in Syrien, entscheidend ist es ob die Stämme und Religionen es schaffen zu einem saturierten Interessenausgleich zu kommen, um tatsächlich ein Volk werden zu können/zu handeln.
        Erster Schritt: einheitlich angewandtes Recht und Kampf gegen Bestechlichkeit.
        Oder aus der deutschen Geschichte zitiert: brüderlich in Einigkeit und Recht und Freiheit.
        Wichtig: nicht Gleichheit. Kein Mensch ist gleich einem anderen.

        Gruß Paule

  3. Auf der Homepage des UNSC ist die Resolution noch nicht erschienen.
    http://www.un.org/en/sc/documents/resolutions/2017.shtml

    Die Öllieferungen wurden wirklich nur auf das Vorjahresniveau begrenzt?
    Dann ist diese Passage aus der Wahrheitspresse einfach falsch?

    „Nordkorea erhält nach US-Angaben jährlich rund 8,5 Millionen Barrel Öl aus dem Ausland, knapp die Hälfte davon in Form von Rohöl und die andere Hälfte in Form von Mineralölerzeugnissen wie Benzin, Diesel und Schweröl. Von diesen Erzeugnissen dürfen ab dem 1. Oktober und bis Ende des Jahres nur 500.000 Barrel an Nordkorea geliefert werden, ab 1. Januar 2018 dann nur zwei Millionen Barrel jährlich“

    Bisher gab es noch nichts über nordkoreanische Kohleverflüssigung zu hören; Kohle haben sie beliebig, technische Anlagen bauen können sie, die Kohleverflüssigung gibt es schon lange und ist neben Atombombenverkleinerung und Interkontinentalraketenbau technisch sicher nicht sonderlich schwierig.

    ……………………..

    Am Euphrat gehe ich von einem baldigen „Torgau aus.
    Die SAA sollte ISIS jetzt lieber nicht in der Stadt einkesseln, sondern raustreiben. Wenn auf der anderen Seite die SDF stehen, ist auch die Flucht mit dem Boot keine Option mehr.
    Kann aber auch sein, dass die meisten schon weg sind, die Einkesselung ist/war ja absehbar.

  4. „sobald Erdogan es den USA verbietet, weiterhin von der Türkei aus kurdische Kräfte in Syrien und Irak zu unterstützen, fällt die ganze Vision eines israelisch-amerikanisch protegierten Kurdistans in Syrien und Irak wegen fehlender Nachschublinien in sich zusammen. “

    NEIN! Genau aus diesem Grund wollen die USA wahrscheinlich einen -amerikafreudlichen, oder sogar einen amerikaabhängigen – Kurdenstaat, weil sie dann eine Basis in Nahost haben.
    Zwar wären dann die Überflugsrechte zu dieser Basis nicht geklärt, aber haben sich die USA jemals an Gesetze gehalten? Oder sie fliegen gleich über den Irak.
    Und aus diesem Grund wollen sie wohl derzeit möglichst viel syrisches Gebiet erobern.

    1. Da bin ich ganz Ihrer Meinung ! Die USA – insbesondere die
      Militärs, die eben auch in der Trump-Regierung vertreten sind,
      denken geostrategisch. Dabei geht es nicht um Blockade, sondern
      um Kontrolle. Die grossen Handelsschiffe und Tanker müssen an
      den Militär-Basen der USA vorbei. Folglich brauchen die USA eine
      Basis, die nahe an der zukünftigen Seidenstrasse des geopolitischen
      Rivalen liegt. Soll also die Seidenstrasse von Teheran weiter über
      Irak und Syrien ans Mittelmeer gelangen, ist so ein US-Zwergstaat
      Kurdistan recht nützlich. Es gibt Terretorium genug um all die
      Überwachungs-Installationen aufzubauen und – im Vergleich zu
      Afghanistan – dürften die Kurden nicht so feindselig gegenüber
      der dauerhaften US-Präsenz sein.
      Überflug-Rechte ? Halten sich die USA daran ? Wenn nötig wird
      zur Disziplinierung schon mal ein pakistanischer Armeeposten
      bombadiert – trotz aller Bündnisse und Transit-Routen für den
      US-Nachschub. Solange der Irak keine eigene, schlagkräftige
      Flugabwehr bekommt werden die USA über Irak machen was sie
      wollen. Wie die Land-Versorgungsrouten für ihre afghanischen
      Stützpunkte „unsicher“ sind, kann man sich auch bei einem US
      -Kurdistan „durchwursteln“ , notfalls über eine reine Luftbrücke.
      Bisher traut sich niemand US-Flugzeuge abzuschiessen – auch
      die Russen gehen einem solchen Konflikt lieber aus dem Weg.
      Kosten – spielen keine Rolle – siehe Afghanistan. Dort wurde auch
      zeitweise Nachschub eingeflogen, sodass dann ein Liter Spit ca.
      85 Dollar kostete. Langfristige Perspektive ? Fehlanzeige, wie
      in Afgh. . Hat dies zur Einsicht geführt nach 16 Jahren Afgh-
      Besatzung ? Wohl eher nicht. Solange die USA dort präsent
      sind fühlen sie sich gut, auch wenn das Gefühl nicht mehr
      mit der veränderten Realität übereinstimmt. Eine Korrektur
      wird erst dann nötig, wenn das Geld-drucken und das
      willige-Vasallen-Einspannen nicht mehr zum Erfolg führt.
      Übrigens : sicher ist Voltairenet als Quelle nicht das gelbe vom Ei,
      deshalb informieren und diskutieren wir hier ! , aber es regt
      die Gedanken an – ohne ernsthafte Absichten würde die US-
      Army sicher nicht diesen Aufwand mit den Kurden betreiben.
      Oder glaubt jemand , die USA hätten ein „schlechtes Gewissen“
      wegen dem Pushen von ISIS, und wollten das befreite Gebiet
      als „Entschuldigung“ an die SAA übergeben ? ☺

  5. ´Deiner Analyse ist nichts hinzuzufügen, projiziert man das nun in die Zukunft, Mit der Prämisse das Rußland dafür sorgen MUSS(!) das die USA aus Syrien verschwinden, tun sich hier für mich zwei Hauptwege auf:
    Der schlechte: Die USA bleiben Völkerrechtswidrig und berufen sich auf „responsibility to protect“ und riskieren damit einen ernsthaften Streit mit der Türkei. Israel nutzt diesen Streit über Libanon herzufallen und ebenfalls zu annektieren. Der Streit wird spätestens mit der Weigerung der Kurden im Süden aktiv zu werden und sich stattdessen gegen die Türken wehren, eskalieren. Stehen die USA dann zu ihren Bündnissverpflichtungen wird’s brandgefährlich. Rein Militärisch dürfte die alibitruppe der Amis eventuell zwei Wochen durchhalten. Andernfalls Allout TR vs US. Ob die Russen sich in einen solchen Konflikt einmischen würden kann ich nicht sagen, für beide Optionen gibt es gute Pros und Cons. Allerdings würde dann eine begrenzte Einmischung keinen Sinn machen und sie müssen selbst nur ihren logistischen Support voll hochfahren was sie zu militärischen Zielen machen würde. Was das bedeutet muss man hoffentlich niemanden Erzählen.
    Eine Nicht Einmischung würde das zarte Pflänzchen Türkische Freundschaft nachhaltig niederbrennen und der UAS sowoe Israel die Sicherheit geben alles was Russland dort aufgebaut hat wieder niederzubrennen. Wir wären also wieder am Anfang Septmber 2015.

    Der Gute: Die USA bzw. Trump befiehlt öffentlich seinen Truppen den Rückzug aus Syrien, die Kurden werden von Rußland vor den Türken geschützt und damit gleichzeitig an den Verhandlungstisch mit Assad gezwungen. Den Türken wird ein Gas Deal und substantielle Beteiligung an der Neoseidenstraße versprochen und sie damit beruhigt. Libanon wird politisch stabilisiert und ebenfalls durch Russische Truppen an der Südgrenze geschützt. Hisbollah wird in die Libanesische Armee aufgenommen.

    Israel wird, seiner bisher größten Schutzmacht beraubt, entweder frei drehen und von Rußland in einem kurzen aber Eindrucksvollen Krieg zu Räson gebracht. Oder aber selber einsehen das dies nutzlos ist und anfangen die Fanatiker in den eigenen Reihen langsam zu entfernen. Golan und die Palifrage werden dan im laufe der Jahre auch gelöst werden.

  6. Gibt es irgendwo Hinweise, worum es sich bei den Verhaftungen von Deutschen in der Türkei handelt? Ist das normal und wird aktuell nur verstärkt in den Medien gebracht oder Teil der Reinigung des Landes von Staatsmitarbeitern 😊.

  7. Den dritten Weltkrieg vorbereiten. USA ist hochgerüstet, aggressiv und seit ihrer Gründung eine Gefahr für die Völker und die Freiheit der Menchen. Sie sind wirtschaftich in der Krise und leben einzig und allein von ihrer militärischen Aggression. Also stellen wir darauf ein. Entweder wir unterwerfen uns dem US Imperialismus oder dieser wird uns militärisch zwingen dies zu tun.
    Es gibt nur eines die Realität erkennen und darauf vorbereiten. Hier für uns heißt dies Europa muß von USA gelöst werden. Nato unterlaufen werden. Russland und Europa müssen mit allen Mitteln dazu beitragen die Nato zu spalten und Europa herauszulösen ***

    1. Hallo @Demir,

      richtig erkannt.
      Europa muß mindestens eine neutrale Position gegenüber Russland einnehmen.

      Der Weg dahin wäre, auch wenn man es nicht glaubt, eine glaubhafte Stärke der deutschen Armee im Verbund mit ausgewählter Nachtbarländer als Versicherung das Europa (Deutschland) sich und seine Partner verteidigen kann, egal gegen wenn, Amerika oder Russland oder Polen.
      Das wäre die Basis um die Amis aus Deutschland raus zuschmeißen und nur dann kann Europa oder Deutschland eine Position einnehmen die seinen Interessen entspricht.

      Interessanter Beitrag was Aktivitäten auf diesem Gebiet angeht hier:

      http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/59671
      Titel: Vom Frontstaat zur Transitzone (II)

      Die gezogenen Schlussfolgerungen teile ich nicht, aber was läuft ist gut dargestellt.
      Umso wichtiger ist es ein Regierung in Berlin zu bekommen, die die Interessen des Deutschen Volkes vertriet und nicht die der EU-Bonzen oder Amerikas.

      Grüße P.Aule
      Ps: welche Fehler wir dabei nicht wiederholen sollten kann man hier sehen und hören:
      Gerd Schultze-Rhonhof – Der Krieg der viele Väter hatte – 7. AZK 29.10.2011 Das Buch mit gleichen Titel ist auch zu empfehlen.
      http://www.youtube.com/watch?v=Uvwb5QPrmc0

  8. „…fällt die ganze Vision eines israelisch-amerikanisch protegierten Kurdistans in Syrien und Irak wegen fehlender Nachschublinien in sich zusammen.“ – So sieht´s aus. Und warum sollten die Kurden dümmer sein als alle anderen, die aktuell ihre Politik anhand der neuen, geopolitischen Gegebenheiten umorientieren?

    Natürlich wird Herr Netanyahu noch die eine oder andere Schweinerei versuchen, die sich stetig zum Nachteil der Zionisten verändernde Entwicklung letztendlich aber nicht umsteuern können. Auch in Israel gibt es vernünftige Leute, die erkannt haben, daß sich die außen- und innenpolitischen Probleme mittelfristig durch den bisherigen Konfrontationskurs nicht lösen lassen: Wenn z. B. der prozentuale Anteil der religiös-fundamentalistischen Bevölkerungsgruppen weiterhin stark zunimmt, wird es das gut organisierte, hochtechnologie-affine Israel bald nicht mehr geben. Das Land wird dann, wie einige andere, zum Opfer seiner eigenen Ideologie. Und das ganz ohne Ein- oder Angriffe von außen.

    Das nur als kleine, ergänzende Anmerkung zur umfassenden und folgerichtigen Parteibuch-Analyse.

  9. Nach ihm hier sind sie schon drüber, an mehreren Punkten.

    ***
    Salaar Ali‏ @Elly_Ammar 9 Min.Vor 9 Minuten

    SAA Tiger forces crossed Euphrates from 3 different locations and there will be 3 axis of advance, to
    Salaar Ali‏ @Elly_Ammar 12 Min.Vor 12 Minuten

    Yeah,Lol ISIS did let them cross:)Never troll when u r not sure about anything,my sources r Boots on ground,Politicians do lie,Soldiers dont
    ***

    Das Bild zeigt auch, dass sie an beiden Seiten seind.

    Nicht klar wird m.E., ob die Kamera am Ostufer steht, oder die Pionerarbeiten an jenem stattfinden.
    Kann auch sein dass es Vorbereitungen am Westufer sind, die darauf warten, dass die SDF die andere Seite einnimmt, oder eine Landeoperation aus der Luft oder übers Wasser stattfindet.

    An der Stelle ist es eher breit, also nicht bei der Insel.

    Nachrichtensperre ist logisch.
    ISIS ist schwer beschäftigt und nur noch zu gelegentlichen Gegenschlägen fähig, aber diese sind extrem gefährlich, und es gibt nicht die Option, einfach in Kriegsgefangenschaft zu gehen wie bei normalen Gegnern.

  10. Die Freiheitskämpfer der einen sind die Terroristen der anderen. Das Israel die PKK nicht als Terroristen einstuft sind ja auch eher neue Töne! Abdullah Öcalan wurde 1999 vom israelischen Geheimdienst in Kenia gekidnappt und an die Türkei übergeben.
    Zumindest für die 90’er Jahre des letzten Jahrhunderts hatte die Türkei sich auch nicht wie ein Rechtsstaat verhalten. Todesschwadrone, Folter und Sippenhaft, die völlige Auslöschung von Dörfern und die Zwangsansiedlung im Westen des Landes. Auf den geraubten Flächen wurden dann Graue Wölfe, etc. angesiedelt. Gleichzeitig gab es den innerkurdischen Kampf zwischen der alten feudalen Strukturen und einer modernen Gesellschaft. Das System der Dorfschützen hat Korruption Tür und Tor geöffnet.
    Am Ende liegt es nur noch im Auge des Betrachters, welche Seite Schutzgeld erpresst hat, Mitmenschen ermordet, verschleppt und gefoltert hat. Falls man Frieden will, vgl. etwa Nord-Irland, muss man mit dem politischen Arm verhandeln und diese nicht, wenn sie durch demokratische Wahlen Parlamentssitze oder Bürgermeisterposten gewonnen hatten, ins Gefängnis werfen. In den technischen Fragen hatten sich zwei Regime ausgetauscht. Die einen hatten ein „Kurdenproblem“, die anderen ein „Palestinänserproblem“.

    Letztlich wird Israel sich einfach ein paar Kurden gekauft haben, welche für Israel Anschläge durchführen. Um zu verheimlichen, wer der echte Auftragsgeber ist geben sich diese Kurden als PKK aus. Die PKK weiß noch sehr genau, wer Öcalan fest genommen hatte und Demonstranten vor der Botschaft erschossen hat.

  11. Gib es eigentlich „belastbare Hinweise“, daß „SDF“ beim überaus hurtigen Vorstoß bis vor Deir es-Saur irgendwo ernsthaft gekämpft hat? Oder findet da nicht doch eher ein Umflaggen innerhalb des US-saudizionistischen Proxy-Pools statt?

  12. Die Zeit drängt, denn die größten Gas- und Ölfelder der Region sind auf der anderen Euphratseite ca. 50-80Km östlich und südöstlich von DE.
    Die SAA und Verbündete müssen den von Norden vordringenden Kurden und den von diversen Terrorgruppen auf SDF umgeflaggten, einen Sperrriegel vorschieben.
    Das Argument wg. angeblicher Abmachungen mit den USA ist wertlos, denn die No. 1 Lügnernation der Erde: USA, brechen sowieso jeden Vertrag und jede Abmachung, wenn es nicht ihren Interessen entspricht, selbst wenn aktuell evtl. selbiges Interesse geheuchelt wird.
    Aber auch Politisch und Ethnisch entsteht hier ein großes Problem, da die Kurden so weit wie nie historisch nun in arabisches Kernland vorstossen und dort von den ansässigen Clans und Stämmen als Besatzer emüfunden und wohl auch bekämpft werden, sollten sie bleiben wollen.
    Die Ausrede die YPG helfe der SAA bei der Eliminierung von Daesh ist ein Märchen, denn die SAA und Verbündete können das ganz gut alleine, da Daesh nun jegliche strategische Tiefe verliert.

  13. Die Resolution ist jetzt online.
    http://www.un.org/en/ga/search/view_doc.asp?symbol=S/RES/2375(2017)

    Ab Nummer 13 sind die Sanktionen aufgelistet.

    13. Decides that all Member States shall prohibit the direct or indirect
    supply, sale or transfer to the DPRK, through their territories or by their nationals,
    or using their flag vessels or aircraft, and whether or not originating in their
    territories, of all condensates and natural gas liquids, and decides that the DPRK
    shall not procure such materials;

    Also kein Gas in allen Formen.
    Weiß nicht, wie viel Gas bisher importiert wurde; aber es war ja eine Pipeline von Russland nach Südkorea durch Nordkorea angedacht, für die Zukunft, das geht mit dieser Resolution nicht.

    14. Decides that all Member States shall prohibit the supply, sale or transfer of all refined petroleum products … in the amount of up to 500,000 barrels during an initial period of three months beginning on 1 October 2017 and ending on 31 December 2017, and refined
    petroleum products in the amount of up to 2,000,000 barrels per year during a
    period of twelve months beginning on 1 January 2018 and annually thereafter

    Raffinerieerzeugnisse sind beschränkt, ab Oktober 500.000 Barrel und ab nächstem Jahr 2.000.000 Barrel pro Jahr.
    Wie viel wurde bisher importiert? Nach den oben zitierten US-Angaben 8,5 Mio Barrel pro Jahr, davon rund die Hälfte als Raffinerieerzeugnisse.

    In der 14 dann noch ausführliche Bestimmungen, wie bei 75, 90 und 95 Prozent der Mengen gemeldet und kontrolliert wird.

    15. Decides that all Member States shall not supply, sell, or transfer to the
    DPRK in any period of twelve months after the date of adoption of this resolution
    an amount of crude oil that is in excess of the amount that the Member State
    supplied, sold or transferred in the period of twelve months prior to adoption of this
    resolution, unless the Committee approves in advance on a case-by-case basis a
    shipment of crude oil is exclusively for livelihood purposes of DPRK nationals and
    unrelated to the DPRK’s nuclear or ballistic missile programmes or other activities
    prohibited by resolutions

    Es darf jedes Land nur soviel Rohöl liefern wie bisher.
    Das bedeutet, die bisherige Menge ist das Maximum, wenn einzelne Länder (warum auch immer) ihre Lieferungen verringern, können andere es nicht auffüllen.
    (da das meiste aus China kommt, ist dieser Passus aber nicht so gravierend).

    Insgesamt heißt das also

    Bisher 4,5 Mio Barrel Rohöl + 4,5 Mio Barrel Raffinerieprodukte

    jetzt 4,5 Mio Barrel Rohölprodukte + 2 Mio Barrel Raffinerieprodukte

    Das ist schon eine spürbare Reduzierung, aber bringt sie nicht um, Reserven dürften auch etliche da sein.

    Gibt es Raffinerien in der KDVR?
    Irgendwas muss es ja geben, wenn sie bisher Rohöl importiert haben.
    Wenn die Kapazitäten nicht erweiterbar sind, fehlt etwas mehr als die Hälfte an Benzin, Diesel etc.; da blieben diverse Traktoren, Busse, Laster, Autos stehen.

    Statt Raffineriekapazitäten sollten sie gleich Kohleverflüssigung aufbauen.

    Weitere Sanktionen.

    16. textiles (including but not limited to fabrics and partially or fully completed apparel
    products) (Kontrakte dürfen erfüllt werden, 90 Tage)

    17. Decides that all Member States shall not provide work authorizations for
    DPRK nationals in their jurisdictions in connection with admission to their
    territories (Kontrakte dürfen erfüllt werden, unbegrenzt)

    In der 18 weiter Sanktionierung von Joint Ventures, direkte Ausnahme von aufgelisteten Kooperationen mit China und Russland.

    Textilien und wahrscheinlich auch Arbeiter werden ihren Weg über die Grenze nach China finden; die Profite die winken sind einfach zu groß.
    Aber offiziell geht nichts mehr, das heißt es verdienen Schmuggler und Korrupte mehr, die Regierung weniger.

    1. Ergänzung

      (da das meiste aus China kommt, ist dieser Passus aber nicht so gravierend).

      Beziehungsweise liefert er China ein direktes Druckmittel, es drf offiziell niemand das chinesische Öl ersetzen, wenn sie es kürzen.

    2. andreas

      IISS zufolge hat die DPR Korea 2016 rund 6000 bpd raffinierte Ölerzeugnisse aus China importiert.

      http://www.iiss.org/en/politics%20and%20strategy/blogsections/2017-6dda/september-87a1/the-problem-with-a-north-korean-oil-embargo-883b

      Bei 91 Tagen im Quartal macht das rund 550.000 Faß pro Quartal, oder 2,2 m Faß pro Jahr. Die Limitierung auf 2 Mio Faß pro Jahr ist also eine etwa 10% Reduzierung. Oh, wie viel das ist, kann die USA da nun sagen! Der Witz dabei ist, dass 10% Reduzierung von 6000 bpd gleichzeitig gerade einmal eine Reduzierung von 600 Fass pro Tag sind.

      „Statt Raffineriekapazitäten sollten sie gleich Kohleverflüssigung aufbauen.“

      So ist das. Und ich glaube, eine Kapazitätserweiterung der Kohleverflüssigung der DPR Korea um 600 Fass pro Tag Ausstoß sollte wohl locker mehr als drin sein. Normalerweise wird bei solchen Kapazitäten glaube ich in Zehntausender-Einheiten gerechnet. Und Kohle ist in der DVR Korea mehr als genug da, besonders weil ja die UNO in Reaktion auf die Raketentests bereits Exportsanktionen für Kohle gegen die DVR Korea verhängt hat. Diese Exportsanktionen helfen übrigens vor allem China, weil China bei der Kohle ohnehin Probleme mit eigenen Überkapazitäten hat und diesbezüglich in schwierigen und teilweise schmerzhaften Umstrukturierungen steckt. Wohin also mit all der überschüssigen Kohle der DVR Korea? Natürlich verflüssigen und ab damit in den Tank, was auch sonst.

      Im Textilbereich vermute ich, dass die DVR Korea gar nicht den Ehrgeiz hat, da viel zu exportieren. Ich vermute, die DVR Korea produziert eher für den heimischen Markt Textilien und ärgert sich, dass von der Produktion soviel im Graumarkt-Kleinhandel das Land verlässt. Ähnlich könnte es mit dem „Export“ von Arbeitern sein. Ich halte es für gut möglich, dass die DVR Korea die Leute, und natürlich vor allem die gut ausgebildeten, ohnehin lieber in der Heimat behalten will. Insofern bekämpft die Sanktion eher den Brain Drain aus der DVR Korea als dass sie die DVR Korea bestraft.

      1. @ EPB

        Zum Öl; der Standard zitiert chinesische Experten, die von einer deutlichen Reduzierung der Öllieferungen sprechen.
        https://derstandard.at/2000064007509/Experte-Nordkorea-hat-bei-China-den-Bogen-ueberspannt?ref=rec

        Nun haben sowohl Amerikaner als auch Chinesen natürlich ein Interesse daran, der Welt zu erzählen, dass die Sanktionen möglichst schmerzhaft sind.
        Ob IISS die absolut richtigen Zahlen hat, wer weiß; jedenfalls kommt Nordkorea wahrscheinlich noch gut über die Runden, und das Kohleembargo legt einen Ausbau der Kohleverflüssigung ohnehin nahe.

        Nach dem Bericht von 38north ist klar, wieso das Gasembargo vollständig sein kann: die Kohlevergasung steht seit Jahren.

        Bei Textilien und Arbeitskräfteüberlassung möchte ich widersprechen.

        Sie brauchen Devisen, man kann nicht alles selber herstellen (bei vollständiger Ölsubstituierung spart man natürlich sehr viel).

        Gerade wenn e noch Embargos gibt, wird es zur Umgehung desselben noch extra teurer, wichtige Komponenten zu beschaffen.

        In der DDR drehte sich ziemlich viel darum, Devisen zu erwirtschaften; Möbel, Kühlschränke,HIFI-Anlagen, Kinderwagen, sogar Schachcomputer etc.pp, ein großer Teil des Quelle-Katalogs kam aus DDR-Produktion.

        Natürlich hätte der gemeine DDR-Bürger diese Teile auch gerne gehabt, bzw. eine HIFI-Anlage für weniger exorbitante Preise.

        Aber man brauchte einfach die Devisen; auch bei gutem Maschinenbau kann man nicht alle selber herstellen.

        Textilien sind bei aller Technisierung immer noch mit sehr viel Handarbeit verbunden.
        In China steigen die Löhne immer weiter, man kann noch in billigere Gegenden im Lande ausweichen, aber im Vergleich zu Nordkorea dürfte der Faktor, in Devisen gerechnet (um die geht es ja), bei knapp eins zu zehn liegen.

        Das gleiche gilt für die Arbeitskräfteüberlassung; es gibt sicher genug zu tun in der KDVR, aber autark geht es nicht, sie brauchen Devisen.

        Wie oben gesagt, das Embargo auf diesen Gebieten dürfte dazu führen, dass mehr geschmuggelt und illegal erledigt wird, tendenziell weniger Einnahmen für den Staat, dafür mehr für die Schmuggler.

      2. Ich denke, dass die nordkoreanische Textilindustrie eine Industrieschiene ist, die parallel zur Textilindustrie in Bangladesch aufgebaut wurde.
        Das Exportverbot dürfte also NK, vor allem aber die Textilarbeiterinnen, die ihre Arbeit verlieren, stark treffen.

  14. @ Reisender

    richtig, ich meine auch, die Kurdenphobie wird völlig übertrieben. das hängt wohl auch mit dem Referendum im Irak zussammen.
    Die amerikanische Regierung unterstützt einen unabhängigen Kurdenstatt im Irak nicht.
    Tillerson war im August dort und hat Barzani um Verschiebung gebeten.

    Die Amerikaner wollen den Irak als Verbündeten behalten und den gemeinsamen Kampf gegen den IS. Da passiert aber im Moment nicht viel, weil die Kurden und die irakischische Armee nicht zusammen arbeiten. Bei Kirkuk ist ncoh immer eine IS Tasche.

    Außer den Zionisten will niemand einen kurdischen Kleinstaat. Und das wollen sie überall, wie im Südsudan und in Eritrea.
    Ich schätze Thierry Maisson, Ich habe ihn hier auch schon zitiert.
    Er ist ein eigener Think Tank und auf der richtigen Seite, aber bei den Kurden schießt er
    über das Ziel hinaus. Natürlich sind die Kurden keine Gutmenschen , sie waren maßgeblich an der Massen Ermordung der Armenier vor 100 Jahren beteiligt.
    Außerdem sind sie egoistisch, nehmen was sie kriegen können, aber wenn sie es nicht
    bekommen, kann man mit ihnen verhandeln.
    Außerdem sind sie nicht so anfällig für religiösen Fanatismus. Es gibt bei Ihnen Alewiten, Sunniten
    Schiiten und Atheisten und alle haben eine Lebensberechtigung.

    Barzani im Irak spielt eine üble Rolle, aber er spricht nicht für alle Kurden, die YPG in Syrien ist mit verfeindet, die PKK sowieso.
    In Syrien ist der Anteil der kurdischen Bevölkerung gar nicht so groß, daher wird die sowieso besser beraten sein auf ihren Traum Zwergstaat Rojova zu verzichten.

    Ich denke, die Absprache zwischen Amerikanern und Russen könnte eine Linie sein
    von Deir Ezz Sour gerade nach Osten, nördlich davon die SDF, südlich die SAA, das ist natürlich
    Spekulation , würde aber einen Sinn ergeben.

    Was nach dem Krieg gegen IS und Al Kaida ist, muss sowieso neu entschieden werden, wie auch immer.

    Insgesamt sieht es gut aus für Syrien, viel viel besser etwa vor einem Jahr.

  15. Ich sehe das sehr kritisch. Die CIA und Pentagon Strategen sind nicht dumm. Die kurdische Karte ist ohne doch viel lieber als alles andere. Syrien verliert dauerhaft nun jeden Tag mehr Land und Möglichkeiten.

    Natürlich wird diese wie auch immer an gemalte SDF oder Kurden oder oder das gesamte Gebiet östlich einnehmen wollen und bis runter nach Irak gehen. Da gibt es Absprachen und di werden nichts Wert sein. Alleine der Vorstoß zeigt doch was hier Sache ist. Die SAA kann den IS auch alleine bezwingen. Nur kann es schwer die SDF/Kurden Angreifen welche die SAA aber blocken.

    Die Karte der Aufteilung dieser Region steht seit 1999 im Netz und genau so sieht es fast schon aus in Syrien. Bekommt die SAA noch diese Öl Felder ist es schwer überhaupt eine eigene Wirtschaft hier zumindest ohne Importe wieder Aufzubauen. Mal davon ab das eine Pipeline durch den Flaschenhals im.Osten Iraks entlang der Autobahn sehr ungemütlich ist und diese ja durch US Söldner auch noch kontrolliert werden soll.

    Nein, die Kurden sind die Karte gegen Irak, Türkei, Syrien und für USA und Israel. Von da kann jederzeit wieder Terror ausbrechen, Unruhe gestiftet und sonstige Schreinereien gemacht werden.

    Sie SAA sollte alles Unternehmen das Gebiet östlich so schnell wie möglich einzunehmen. Koste es was es wolle.

  16. „Die CIA und Pentagon Strategen sind nicht dumm.“ – Darum haben sie im Nahen und Mittleren Osten ja auch so herausragende militärische, geopolitische und diplomatischer Erfolge erzielen können und weltweit die NWO planmäßig und fristgerecht umgesetzt^^

    Wer größenwahnsinnig, machtsüchtig, skrupellos und blind vor Gier handelt ist jedenfalls nicht klug.

  17. Mal was aus der Kategorie verrückt
    ( also in meinen Augen total verrückt – ich kann das nicht verstehen )

    riafan.ru/965420-tartus-v-siriyu-dostavili-vtoruyu-partiyu-korov-zakuplennykh-v-germanii

    Das Ministeriums für Landwirtschaft ( Chef Ahmad Al-ghaderi ) hat in Deutschland 1453 Kühe gekauft. Heute ist der 2te Transport (603 Kühe / 850 Kühe ) aus Deutschland in Tartus eingetroffen.

    Wie kann man mit Deutschland ( Kartenlieferant für welche Farbe auch immer ) so einen Handel treiben?

    Geht bei mir nicht rein
    Naja

    1. Deutschland ist eben Spitze in Hochleistungstechnologie.
      Und so eine 20.000-Liter-Kuh ist ja eher Hochleistungstechnologie als ein Lebewesen; insofern.

      Warum man dem nacheifern muss/will, ist natürlich eine andere Frage.

    2. sg
      ( also in meinen Augen total verrückt – ich kann das nicht verstehen )

      In D haben viele Bauern Ihren Bestand an Kühen reduziert, damit dürften die Preise im Keller gewesen sein (Ändert sich zwar gerade, aber wer rechtzeitig gekauft hat…)

      Kühe sind genügsam, im Zweifel braucht man nur eine Weide mit etwas Zaun und man hat sofort und täglich Milch… Es gibt ja auch viele brachliegende Flächen.

      Im Krieg dürfte die Bestände sicher rückläufig geworden sein. Neue Kühe aus D würden die alten Linien auffrischen. Also für mich die absolut logische Konsequent. Kühe sind kein Religiöses Problem wie zum Beispiel Schweine und in viele Gebieten wie Tartus werden die Kühne nicht durch Waffen sterben…

      Wo liegt Dein Problem?

      1. @andreas @Lutz

        Ohne die Tornado – Karten aus Deutschland wären 100te bzw 1000te weniger in gestorben, wenn nicht noch mehr. Wie kann man mit einen Kriegstreiber handel treiben, schaue die ARD und dann ist euch klar was WIR hier sind..

        Mir ist klar das kann auch meinen Arbeitsplatz kosten, aber ich will einfach nicht das meine Regierung sich in Kriegen beteiligt. Leider hört meine Regierung, trotz meiner Steuern, nicht auf mich. Aber sie hört auf ihre Wirtschaft. Sprich zB auf ihre Bauern.

        —————————————————————————–

        Wenn mich einer in einem Geschäft ausraubt, gehe ich morgen nicht wieder in das Geschäft um irgendwas billiges oder auch so tolles dort zu kaufen .

        NIEMALS würde ich sowas machen.
        Verrückt alles

        Man versteht endlich wir sind nicht Deutschland.
        Wir sind Dreck für unsere Regierungen.
        Nur die Wirtschaft in Deutschland ist „Deutschland“ sonst keiner

  18. Die wurden in Syrien gesehen.

    70 Mann mit 11 km/h durchs Wasser, das sind bei 100 Meter Euphrat nur eine knappe Minute.
    Im Falle des Falles, für schnellen Nachschub oder Rückzug.

    Wahrscheinlich nicht ATGM-sicher?
    Generell sollte der ganze Landungsbereich sicher außerhalb der Reichweite dieser Dinger liegen.

  19. Da ich nicht annehme, dass den Russen alle strategischen Überlegungen fremd sind, hoffe ich auch, dass die SAA bald die Ölgebiete im Osten und Süden, dann aber auch manches im Norden einnimmt und den USA einen Strich durch die Rechnung machen wird.

  20. @Schweigen …,
    haben Sie schoneinmal daran gedacht, dass das erstaunlich leichte Vorrücken angeblicher Kurden dort auch eine Provokation darstellen könnte, um eine für die SAA ungünstige taktische Lage herbeizuführen? Syrien überlebt seit Jahren fast ohne eigenes Öl, warum es also jetzt über’s Knie brechen.

    1. z

      Dein Punkt ist gut. Dass die syrische Regierung gar nicht über den Euphrat muss und das Ölfeld gar nicht braucht, kann ich mir auch gut vorstellen. Nur weil die Israel-Lobby das so sieht, bedeutet ja noch lange nicht das es stimmt.

      Was den Transportkorridor in den Iran angeht, so kann man auch eine Verbindung in den Iran schaffen, wenn man bloß immer das westliche Ufer des Euphrat entlang geht und dann im Shatt al-Arab übersetzt. Und um nach Bagdad zu kommen, muss man auch nicht in Syrien über den Euphrat gehen.

      Was Öl angeht, so hat die Achse des Widerstandes ohnehin reichlich davon. Wenn es diesbezüglich noch eine Weile weiter Solidarität gibt, dann braucht Syrien das Omarfeld erstmal nicht. Für Syrien ist das Omar-Feld groß, aber im Vergleich mit manchen iranischen und irakischen Feldern ist es ohnehin eher klein.

      Was das Omarfeld aber ganz sicher hat, ist großen Investitionsbedarf. Das heißt, wenn die zu SDF umdeklarierten FSA-Terrristen nun das Omar-Feld erobern, brauchen sie Investitionen, um da auch anständig Öl fördern zu können. Und um die Investitionen zu bekommen, müssen sie letztlich ohnehin mit der Regierung in Damaskus zusammenarbeiten. Wenn sie dann mit der Regierung in Damaskus zusammenarbeiten, wäre das letztlich genau das, was die Regierung in Damaskus will.

      Es muss nicht so sein, aber ich kann es mir durchaus vorstellen, dass die Achse des Widerstandes so denkt.

      1. Hallo PB,

        und wieder Zustimmung.

        Ich kann mich erinnern das auf SANNA als eine der Maßnahmen die nach dem Eingreifen der Russen in Syrien beschlossen wurde die Leitungen vom Mittelmeer zur Raffinerie in Homs in Stand zu setzen und in ihrer Fließrichtung umzukehren. (also Öl vom Mittelmeer nach Homs).
        Das zweite war die Wiederinbetriebnahme/Neubau einer Zementfabrik.
        Das war auch der Punkt seit dem ich an den Sieg der Syrer glaube.
        Wer sich im Krieg um Wiederaufbau kümmert wird gewinnen. Siehe auch Aleppo.
        Iran hat angekündigt sofort mit den Aufbau von 4 Wärmekraftwerken zu beginnen (der nächste Winter kommt).

        Gruß PAule
        PS: Die landwirtschaftlichen Flächen (Weizen) im Kurdengebiet und östlich des Euphrats würde Syrien aber schmerzhaft vermissen.
        P.

    2. @z
      dass das erstaunlich leichte Vorrücken angeblicher Kurden dort auch eine Provokation darstellen
      könnte, um eine für die SAA taktisch ungünstige Lage herbeizuführen.
      Vielen Dem , das war seit langem der beste Kommentar.
      Die Tiger haben die letzten 60 km sehr schnell erobert, um die seit drei Jahren Eingeschlossenen
      zu befreien. Das war wichtig und auch eilig für diese und für ganz Syrien.
      Aber es gibt jetzt keinen Grund, schnell auf das andere Ufer zu kommen,
      und die Ölfelder zu befreien, weil da marodierende Exterroristen heranstürmen kommen könnten.

      Es ist genau die Provokation, dass die Tiger die Front überdehnen und die jetzt starke Position
      geschwächt wird.
      Außerdem ist das schöne am IS, man kann sich auf sie verlassen,
      sie kämpfen immer und das sehr und hart und zäh, und das werden diese ….. auch noch merken.

  21. Kurzfristig kann es aus strategischen Gründen durchaus sein, daß die Widerstandsachse irgendwelchen „Rebellen“ syrische Gebiete „überläßt“ (siehe z. B. Idlib).

    Mittel- und langfristig sollte man aber nicht die Erklärung des UN-Sicherheitsrates zur „Souveränität, Unabhängigkeit, Einheit und territorialen Unversehrtheit der Arabischen Republik Syrien“ vergessen und das große Interesse der russischen Regierung, das internationale Recht wieder zur Basis des Handelns der Staaten zu machen. Dieser Standpunkt wurde auch in schwierigeren Lagen als der aktuellen immer wieder nachdrücklich vertreten und m. E. daher nach der Befreiung von Deir Ezzor ganz bestimmt nicht geändert.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.