Russischer Generalstab gibt Einrichtung einer Deeskalationszone Tel Rifaat bekannt

Der Generalstab der russischen Streitkräfte hat bei seiner Pressekonferenz am heutigen Mittwoch nicht nur die Erfolge im Zusammenhang mit der Befreiung der ostsyrischen Stadt Deir Ezzor zusammengefasst, sondern auch die Einrichtung einer Deeskalationszone Tel Rifaat in der nordwestsyrischen Provinz Aleppo bekanntgegeben.

Im Hintergrund wurden bei der Pressekonferenz einige Karten zur Lage in Syrien eingeblendet, wie etwa diese, aus der hervorgeht, dass die syrische Armee und ihre Partner in den letzten Tagen in Zentralsyrien mehr als 4800 qkm Gebiet von der Terrorgruppe ISIS befreit haben:

Noch etwas detailreicher, und damit noch aufschlussreicher bezüglich einiger Frontabschnitte, etwa zur russischen Sicht auf die Lage in der Gegend der Pumpstation T2, ist folgende ebenfalls im Hintergrund der Pressekonferenz gezeigte Karte:

Auf der Karte ebenfalls zu sehen ist die neue Deeskalationszone Tel Rifaat, die sich von Tel Rifaat weit nach Osten bis kurz vor Al Bab erstreckt und offenbar das ganze bislang von der kurdischen YPG kontrollierte sogenannte Kanton Shabha umfasst. Auf einer größeren Karte wurden dazu die neuen Stützpunkte der russischen Militärpolizei in dem Gebiet der neuen Deeskalationszone Tel Rifaat vorgestellt.

Außer der russischen Militärpolizei soll auch die syrische Armee dabei helfen, dafür zu sorgen, dass es in der Deeskalationszone Tel Rifaat keine Kämpfe zwischen kurdisch geprägten YPG-Gruppen und von der Türkei unterstützten arabisch und turkmenisch geprägten FSA-Gruppen mehr gibt, und die angestammte Bevölkerung der Gegend da wieder friedlich leben kann.

Was Deir Ezzor angehet, so hat sich SANA zufolge heute von Homs aus ein Konvoi mit 1000 Tonnen Hilfsgütern, vor allem frischen Lebensmitteln, auf den Weg nach Deir Ezzor gemacht. Und gefeiert wird natürlich auch weiterhin:

Was den Anti-Terror-Kampf in Deir Ezzor angeht, so versteht es sich von selbst, dass die Armee da gegenwärtig den Schwerpunkt darauf legt, den gestern geschaffenen Korridor nach Deir Ezzor an den Flanken breiter abzudecken und damit sicherer zu machen.

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31 Gedanken zu “Russischer Generalstab gibt Einrichtung einer Deeskalationszone Tel Rifaat bekannt

  1. ISIS warten geduldig bis sie vernichtet werden, also können sie ruhig einige Tage warten.
    Richtig ist, die eigene Sicherheit zu festigen und Übermut ist nicht am Platze.
    Wenn es so weiter geht ist Syrien bis Jahresende von dem Terror gesäubert und die Kremation hat viel zu tun.

  2. Einen kurzen Schritt zurück zum Fussballspiel:
    http://www.sport1.de/fussball/wm/2017/09/wm-qualifikation-syriens-playoff-erfolg-ruehrt-reporter-zu-traenen

    Es schüttelt einen durch, diese Sequenz zu sehen und zu hören. Und wenn man die Sprache spricht, dann noch viel mehr. Und wenn man um die Vorgeschichte weiß, dann dürfte kein Auge mehr trocken bleiben (ich kenne auch niemanden aus der syrischen Community, der nicht ordentlich Pippi in den Augen hatte beim Konsumieren dieser 2 Minuten):

    Der Spieler, der das 2:2 in der 93. Minute macht, ist DER Star der Elf. Und Oppositioneller. Aus diesem Grund trat er aus der Mannschaft aus. Aus Protest gegen Assad. Vor 10 Tagen erst (!) wurde er von der Mannschaft nun wieder aufgenommen, um „für alle Syrer zu spielen“.
    Al Somah, so der Name der Nummer 9, macht also das Tor, und beim TV-Kommentator brechen alle Dämme. Als er realisiert, dass es Al Somah war, der getroffen hat, wiederholt er immer wieder mit aufgelöster Stimme: „Es konnte nur Somah sein. Es konnte nur Somah sein“.
    Und dann, nachdem er sich beim Publikum für seinen emotinalen Ausbruch entschuldigt hat, kommt der Gänsehautmoment schlechthin: „Wenn wir uns vereinen, dann kann sich niemand gegen uns stellen. Niemand“!!
    Fußball ist großartig. Fußball ist Leidenschaft. Fußball ist vereinend. Das syrische Volk hat das jetzt mal gebraucht…

    1. kaumi

      Und selbstverständlich stammt Omar Al Somah aus der gerade befreiten Stadt Deir Ezzor, wo er im Alter von 12 beim Club Al-Futowa Deir ez-Zor auch seine Fußballkarriere begann.

    2. http://www.youtube.com/watch?v=0HKnp6jPvYA

      Die Mannschaft im syrischen Fernsehen, in Damaskus!
      Im Grunde nichts besonderes…. wenn nicht besagter Al Somah im offiziellen syrischen Outfit (mit syrischer Flagge) sitzen würde und Bashar Al Assad für seine Unterstützung danken würde…

      Das hat zu einem mächtigen Shitstorm enttäuschter Salafisten (vor allem aus Saudi A., dort spielt Al Somah auch) und Mitglieder der „Freunde Syriens“ geführt.
      In den hunderten Kommentaren unter diesem Video gibt es entweder astreine Hasstiraden wie „Du H*rensohn, du hast dem Hund und Mörder Bashar gedankt, du bist nichts besseres“, oder der Versuch, die kognitive Dissonanz zu enthärten “ Leute, seine Familie ist von Sicherheitsleuten umzingelt und endet in den Kerkern des Systems, wenn er das nicht tut. Er hat keine Wahl.“ bis hin zu Usern, die unaufgeregt feststellen “ Vielleicht ist er ja zurückgekehrt, weil er zurückkehren wollte? Seine Familie hat Syrien nie verlassen. Nicht 2011, nicht nach seinem Rücktritt und nicht nach seinem Tor. Ließ mal mehr Bibel und weniger Quraan… dort steht viel über schwarze Schafe und Vergebung drin.“

  3. Glückwunsch an die großartige syrische Armee und an die großartige Fußballmannschaft.
    Das war ja ein ganz besonderer denkwürdiger Tag gestern.

    Nach den Karten aus dem Balkanforum machen die Tiger heute schon weiter, es geht jetzt wohl gegen die Städte am Euphrat norwestlich von DEZ.

    Es ging ja schnell von As Suknah nach DEZ und die eingeschlossenen Menschen dort werden aus einem Alptraum befreit, der drei Jahre lang dauerte. Ich weiss nicht, wann es so etwas überhaupt mal gegeben hat.

    1. Vom 8. September 1941 bis zum 27. Januar 1944 wurde von deutschen und finnischen Truppen Leningrad blockiert. Die Größenordnung der zivilen Opfern geht in die 1,1 Millionen Menschen, welche zum großen Teil verhungert sind.

      Belagerungen gab es in der Geschichte häufiger ….

      Militärhistorisch wird jedoch spannend sein rückblickend betrachtet zu analysieren, welches die entscheidende Kriterien waren, warum einige Kasernen/Städte sich in Syrien halten konnten und andere überrannt wurden. Ich konnte in den letzten Jahren hier nicht wirklich ein Schema erkennen.

    2. ulrich

      Fuah und Kafriya in der Provinz Idlib sind ähnlich belagert wie Deir Ezzor es war.

      http://alwaght.com/en/news/107336

      Übrigens, ansonsten geht im Terroristenparadies Idlib alles seinen gewohnten Gang:

      Mitglieder der Terrorgruppe Harakat Ahrar Al-Sham Islamiya haben da gerade ein Mitglied der Terrorgruppe Hayat Tahrir al-Sham umgebracht:

      Und Mitglieder der Terrorgruppe Hayat Tahrir al-Sham haben da gerade Mitglieder der Terrorgruppe Harakat Ahrar Al-Sham Islamiya umgebracht:

      1. @ Karsten

        kenne mich auch nicht besonders aus im Fußball. Aber ich weiss, es ist ein Mannschaftsspiel
        und nur dann, wenn die Mannschaft gemeinsam zusammen spielt, gibt es Erfolge.

        und das gemeinsame Feiern kann eine Nation einigen.

        und dann gibt es welche, denen das überhaupt nicht passt. Unter den deutschen Zeitungen
        gibt es ein Hetzblatt, dass dazu jenseits aller Wahrheit einen solch üblen gemeinen hinterlistigen Hetzartikel schreibt, dass es einem die Sprache verschlägt. und dieses Hetzblatt kommt mit
        intellektuellem kulturellen Anspruch und wird nur vom sogenannten Bildungsbürgertum gelesen.
        Und genau da, bei den angeblich Gebildeten findet in Deutschland und auch in Frankreich eine schleichende Gehirnwäsche statt, weil diesen Hetzblättern im gebildeten Gewand geglaubt wird.

  4. Ein weiterer gelungener Zug Russlands.
    Wer rettet den Kurden den Hintern vor der Bedrohung durch die Türkenproxys?
    Wer sorgt für Sicherheit im Land?

    ………………..

    Schön die Darstellung der „Dekonfliktionszone“ um At Tanf, völlig egal, wie es tatsächlich auf dem Boden aussieht, sie haben einfach den behaupteten 55-km-Radius gezogen.

    1. Ja aber erst „ab 2020“. Ich lehne mich mal ein Stückchen aus dem Fenster und sage, dass es die „Ukraine“ in ihrer jetzigen Form(losigkeit) 2020 nicht mehr geben wird.

  5. In der Nacht gab es einen bislang unbestätigten Luftangriff auf syrisches Territorium.

    https://mobile.twitter.com/IvanSidorenko1/status/905599794781016064

    Wie immer gibt es bei solchen Nachrichten kaum genaue Informationen, aber man geht wohl von einem israelischen Luftangriff mit 3 oder 4 Flugzeugen auf eine technologische Einrichtung in Masyaf bei Hama aus, angebl. 3 Verletzte. Diese Einrichtung wurde in der Vergangenheit auch als mögliche Giftgasproduktionsstätte der syr. Regierung genannt.
    Zeugen berichten vom Abschuss mehrerer Raketensalven und dass das Gebiet weitläufig durch die Armee gesperrt wurde.
    Nun ist der russische Stützpunkt Hmeimin ca. 70 km Luftlinie entfernt und man müsste meinen, da gibt es wenigstens eine rudimentäre Luftabwehr.
    Völlig auf Hören-Sagen beruhende Berichte reden auch von einem abgeschossenen isr. Militärjet.

    Vielleicht hat das PB ein paar Infos zur Örtlichkeit?

    Das wird ein interessanter Tag werden…

  6. Ich habe die Sorge, dass die USA einen „Kurdenstaat“ zusammen mit den irakischen Kurdengebieten einrichten wollen, der dann ihnen als große Militärbasis dienen soll. Also eine Abspaltung von Syrien.
    Auf der zweiten Karte sieht man auch noch, dass hier wohl zusätzlich (wie auch im Irak) Erdölfelder liegen.
    Den USA sind doch die Kurden egal. Die engagieren sich doch nur für ihre eigenen Interessen.

    Was macht eigentlich Syrien, dass sich dieser Teil NICHT abspaltet?

  7. Gegen 02.42h gestern früh haben es die Israelis wieder gemacht:
    Vom libanesischen Luftraum aus Raketen nach Syrien geschickt. Aktuelles Ziel: Misyaf bei Hama. Eine vermutete „Waffenfabrik“, 2 Tote.

    Gespannt bin ich jetzt mal auf die offizielle Reaktion der Russen…

  8. Wertes PB: Gab heute Nacht (wieder mal) Einflug der IAF über Libanon auf Ziel in Masyaf / Hama (Forschungswerk). Z.b. AMN berichtet bereits.
    http://tinyurl.com/y7oqslne

    Tweet mit Israelischer Ansicht (eines Exgeneral) dazu.

    Weil ist 1:1 offizieller Medien-Spin zur Begründung: dort werden Chemie-Waffen gebaut / entwickelt (trotz UN-Kontrollen?). Dazu noch Faßbomben gg. arme Syrer. Und Syrien ist ja (neuerdings wieder medial) schuld am Chemieangriff im April. Interessant: Geht so wenige Std. später in die Massenmedien.

    Leider noch keine Info, warum die syr./russ. Abwehr versagte. Ich vermute, aus angekündigten IAF-Übungen heraus Angriff gestartet.

  9. Was mir Sorgen macht …
    Welches Spiel spielen Israel und Russland miteinander? Während der russische Präsident („Viel Glück!”) und die russischen Medien gegenüber Israel vollmundig mit den Muskeln spielen und Israel damit unnötig provozieren, attackiert Israel heute eine angebliche Chemiewaffenfabrik bei Masyaf in Zentralsyrien nahe Hama. Die von russischer Seite viel beschworene Lufthoheit ihrer tollen Abwehrsysteme reduziert sich damit auf eine Propagandablase aus heißer Luft. Den „Gegner“ unnötig herauszufordern, entspricht sonst nicht der diplomatischen Vorgehensweise Russlands. Ist ihnen der Erfolg in Syrien zu Kopf gestiegen? Welche Folgen kann das haben?

    http://www.haaretz.com/middle-east-news/syria/1.811035

    1. @cw: Russland spielt Schach, auf (mindestens) Weltklasse-Niveau. Daher: Bitte etwas mehr Vertrauen und keine Panik.
      Mich erinnert die Situation (wie viele andere, die es in der Zwischenzeit gab) an die nach dem Abschuß durch die Türkei. Auch da waren Geduld, Diplomatie und Schach die besseren Vorgehensweisen als plumpes Zurückschlagen. Bitte einfach mal vergleichen: Wie sähe die heutige Situation in Nordsyrien aus, wenn die RF eskaliert hätte? – M. E. wesentlich ungünstiger als nach der diplomatischen und strategischen Einbindung der Türkei, so wie sie erfolgt ist (siehe u. a. die neue Deeskalationszone um Tel Rifaat).

      Russland will und wird Israel nicht zerstören, davon sollte man ausgehen, schon weil so viele Russen dort leben, aber auch aus grundsätzlichen Prinzipien, die u. a. das Völkerrecht beinhalten.
      Wie auch beim damaligen Beispiel Türkei sollten wir unseren Blick m. E. daher stärker auf innenpolitische Vorgänge in Israel richten. Könnte mir vorstellen, daß (auch) dort Überraschungen bevorstehen.
      Und wenn es ernsthafte Bedrohungen gegen die syrische (und libanesische) Integrität von dieser Seite geben sollte können wir zu deren Abwehr sicher auch mit (m. E. „minimalinvasiven“) Überraschungen technischer Art rechnen.

      Jedenfalls ist nicht davon auszugehen, daß diejenigen, die bisher alles richtig gemacht haben, nun die Fehler begehen und diejenigen, die bisher nur Fehler gemacht haben, plötzlich richtig liegen. Das wäre extrem unlogisch. Also einfach mal tief durchatmen.

  10. „Mal sehen, ob man davon was in der Zeitung lesen kann…“

    Nur wenn der zum Aggressionskrieg gegen Syrien hetzende Schreibtischterrorismus sicher sein kann, dass auch die hiesigen Kinder seines neomiserabel faschistischen Geistes ein guttural drohendes „Richtig so“ brüllen.

    1. @clearly: Das Gebrüll dieser Kinder ist in etwa so relevant wie das eines Dreijährigen an der Supermarktkasse.

      Welche (insbesondere militärischen, aber auch wirtschaftlichen) Schutz- und Garantiemächte oder Verbündete hat Israel denn noch?
      Zur Erinnerung: In den USA wurde grade der Staatsbankrott nochmal abgewendet (interessanterweise mit Unterstützung des globalisten-dominierten Kongresses) und der interne Krieg ist in vollem Gang, die Situation im „großen“ Königreich ist auch nicht rosiger, Saudi Arabien ist in die Isolationsfalle gegangen (und ebenfalls kurz vor der Pleite), die Türkei geschickt aus der Globalistenfront herausgebrochen, in Asien können die Globalisten den davongeschwommenen Fellen noch traurig hinterherwinken, China bereitet grade die Umstellung der Weltwährungen auf einen goldgedeckten Standard vor (Petrodollar zur Finanzierung von Globaliustenkriegen adé).
      Die EU`? – Eine Globalistenruine im Untergangsmodus.
      Frankreich? – Ein Globalistenpräsident, der es geschafft hat, noch schneller noch unbeliebter bei seiner Bevölkerung zu werden als Herr Poroschenko in der Ukraine (alle Achtung!).
      Deutschland mit seinem (räusper) überaus schlagfertigen Militär und seiner (doppel-räusper) überaus einigen, „verteidigungs“bereiten Bevölkerung?

      Man könnte hier mal wieder den alten Goethe zitieren: „Die Kraft, die Böses will und doch das Gute schafft“. Die globalistischen Zersetzungsumtriebe der letzten Jahrzehnte haben letztendlich nur dazu geführt, daß alle, die einem Herrn Netanyahu und seinen bösartigen Bestrebungen zur Hilfe eilen könnten, jetzt selbst hilflos sind. Im Hintergrund ertönt dazu Dantes „göttliches Gelächter“.

  11. @Andreas: Wahrscheinlich sind solche Manöver der Kiewer Marionetten ebenso unter „letzte Versuche“ abzuheften wie die israelischen Angriffe gestern/letzte Nacht. Sie werden das Ruder nicht mehr herumreißen.

    Die Tel Rifaat-Deeskalationszone ist besonders im Hinblick auf mögliche SDF- Sabotageversuche in Richtung Deir Ezzor wichtig und sehr gut: Die Kurden sind sicher nicht dümmer als z. B. der südkoreanische Präsident und werden entsprechende Schlüsse ziehen (sollten sie das nicht schon längst getan haben, wofür ja einiges spricht). Sie ist ein weiterer, dick unterstrichener Hinweis darauf, daß es außer der RF keine potentielle Alternative mehr als Schutz- oder Garantiemacht gibt. – Schön, daß es manchmal (und da, wo die RF beteiligt ist, am Ende durchgehend) im Schach „Fußball-Momente“ gibt.

    Was die Meinung des „Wertewestens“ betrifft: Wen interessiert die noch? Er ist bestenfalls noch Zuschauer am Rand des Schachbretts.

    1. Blue Angel
      Was die Meinung des „Wertewestens“ betrifft: Wen interessiert die noch? Er ist bestenfalls noch Zuschauer am Rand des Schachbretts.

      Im Prinzip niemand, nur liegt da auch das Problem. Irgendwie ist das System im Wirtschaftsliberalismus gefangen. Wir sehen es doch an der FDP, wie die Umfragen wieder explodieren. Da wir nicht nach vorne schauen wollen, schauen wir zurück auf die guten alten Zeiten: Kleinstaaterei ala AFD, was natürlich die Probleme nicht löst.
      Ich überlege schon, ob es nicht gut ware, wenn es zu Schwarz/Gelb (von mir aus mit den pseudogelben Grünen) kommen würde. Da würden sich die Probleme in D exponentiell ausdehnen. Jetzt wo Frankreich auch die Löhne drücken will, funktioniert doch das Prinzip Vernichtung der Kaufkraft gar nicht mehr.
      Parteien werden aber an Ihren Geldern hängen und alles unternehmen, das sie weiter Steuergelder verprassen können. Die Probleme werden so richtig zunehmen.
      Die Gefahr besteht nun, das man von den inneren Problemen ablenken will und einen externen Konflikt (Russland) sucht. Und der dt. Michel rennt den Kriegstreibern hinter her: Russland ist Schuld, weil wir gegen die Sanktionen erheben mussten. Selbst die Linke (Frau Kipping gestern bei Illner) ist ja schon auf Kurs gebracht wurden.

      1. @Lutz: Sowas wie Illner tu ich mir nicht an, daher weiß ich nicht, was Frau Kipping dort gesagt hat. Seit zwei Jahren ist deren Partei für mich (leider) unwählbar.

        Was Schwarz-Gelb betrifft, mag es sein, daß die Situation erst nochmal (noch) schlimmer werden muß, bevor sie besser werden kann. Ich fürchte nur, daß wir soviel Zeit nicht mehr haben.

        Wenn „Kleinstaaterei“ bedeutet Nationalstaaten zu erhalten, würde ich gerne mal hören, was an supranationalen Konstrukten (wie der aktuellen EU z. B.) irgendwie besser sein soll: Geht es da demokratischer oder gerechter zu? Gibt es irgendwelche Vorteile für die Bürger? Wer garantiert ihnen ihre Bürgerrechte? Wer ist für Infrastruktur, Bildung und öffentliche Sicherheit zuständig?

        Nein, tut mir leid: „One world“ ist für Träumer eine rosarote Utopie und für Realisten ein Albtraum. . Die Auflösung der Nationalstaaten führt zu Faustrecht, blutigsten Bürgerkriegen und dem elenden Verrecken der Schwachen. Sind die Zustände in den schon vorhandenen failed states nicht furchtbar genug? Wem nützt es, auch die europäischen Länder zu welchen zu machen? – Die Antwort müßte doch für jeden, der u. a. hier regelmäßig liest, offensichtlich sein…

        Ich frage mich z. B. immer wieder, ob die manipulierten, jungen „Antifa“-„social Warriors“, die sich 1:1 verhalten wie eine neue SA (indem sie politische Gegner u. a. mit Gewalt einschüchtern) glauben, daß sie nach Erreichung ihrer „no border no nations“-Träume ihr Bafög von Herrn Soros persönlich bekommen…Oder die öffentlich Bediensteten unter ihnen mit ihren – noch – sicheren Jobs erwarten, von den Globalisten ihr Gehalt und ihre sichere Umgebung gewährleistet zu bekommen.

        Solche Utopien sind prinzipiell sicher ehrenwert aber völlig irreal angesichts des evolutionären Zustands der heutigen Menschheit. „Gut gemeint“ ist oft das genaue Gegenteil von gut. In diesem Fall sind sie absolut verantwortungslos.

      2. Blue Angel
        >>Sowas wie Illner tu ich mir nicht an, daher weiß ich nicht, was Frau Kipping dort gesagt hat. Seit zwei Jahren ist deren Partei für mich (leider) unwählbar.

        Ich eigentlich auch nicht mehr. Nach den Äußerungen der Parteivorsitzenden sollte sie auch nicht mehr wählen: Die Taten von Putin sind strikt zu verurteilen… (Sinngemäß)

        >> daß die Situation erst nochmal (noch) schlimmer werden muß, bevor sie besser werden kann. Ich fürchte nur, daß wir soviel Zeit nicht mehr haben.

        Genau das ist das Problem, uns geht es noch zu gut, deshalb fressen wir den Frust in uns ein. Beschleunigen können wir das nur, wenn es Alternativen gibt. 1990 war ich mit meinen Ideen zu früh, heute will ich den dt. Michel den Arsch nicht mehr retten, der Wandel kommt auch ohne die Deutschen aus Asien.

        >>Wenn „Kleinstaaterei“ bedeutet Nationalstaaten zu erhalten, würde ich gerne mal hören, was an supranationalen Konstrukten (wie der aktuellen EU z. B.) irgendwie besser sein soll:

        Wir kommen im Zeitalter des Internet und Transatlantikflügen und und und nicht mehr darum herum. Wir müssen begreifen, das es nur den Großkonzernen nutzt, wenn sie uns in unserer Kleinstaaterei gegenseitig ausspielen können (Weil die deutschen zur Wettbewerbsfähigkeit die Löhne gedrückt haben, ziehen jetzt die Franzosen nach).
        Die EU ist doch die Diktatur der herrschenden Parteidiktaturen. Sie wird doch dazu genutzt. das was man im eigenen Land nicht durchsetzen kann, diktatorisch über die EU durchsetzt.
        Für den Widerspruch, das man zentrale Gesetze braucht, aber kleine Verwaltungseinheiten ist hier klein Platz.

        >>Nein, tut mir leid: „One world“ ist für Träumer eine rosarote Utopie und für Realisten ein Albtraum.

        Hoffe nicht, das die Großkonzerne dir ein Dankschreiben schicken, sie nehmen die Spende einfach an.

        >>Ich frage mich z. B. immer wieder, ob die manipulierten, jungen „Antifa“-„social Warriors“, die sich 1:1 verhalten wie eine neue SA…

        Ich behaupte ja nicht, das das die Lösung ist. Ich behaupte ja auch, sie erzeugen das Gegenteil. Wir brauchen große Lösungen, nicht ein zurück und mit Deinem zurück zur Kleinstaaterei beförderst Du ja
        gerade auch die alten Methoden. Die entstanden Probleme werden sich verschärfen und das wird auch solche Formen verstärkt provozieren. Irgendwann kommt ein Diktatur, egal, ob er einen schwarzen, gelben, roten oder wahrscheinlich grünen Anstrich hat.

        Übrigens das schöne der Globalisierung: Ich muss ja nicht in D bleiben. In Asien tut sich viel.

  12. @ Blue Angel

    Ihre drei Kommentare in allen Ehren!

    1. Kommentar: Einfach mal tief durchatmen!
    Sehr richtig. Vertrauen wir der RF. Und was ist schon groß passiert. Luftschläge gegen angebliche Chemiewaffenfabriken. Also NICHT der Präsidentenpalast oder wichtige militärische Einrichtungen. Ich denke, Satanjahu hat Putin, um Erlaubnis gebeten, was er bombardieren darf und Putin hat ihm diese Fabrik zugewiesen. Aus was für Gründen auch immer – man kann wohl davon ausgehen, dass Satanjahu dieses Zugeständnis NICHT UMSONST bekommen hat!

    2. Kommentar: Israel steht alleine da, weil seine Verbündeten sind mit eigenen Problemen voll und ganz ausgelastet sind. China führt Golddeckung ein.
    Besonders schön und treffend finde ich in diesem Zusammenhang Ihre Zitate von Goethe und Dantes! 🙂

    3. Kommentar: Letzte Versuche…eines sterbenden Systems…
    Möchte hinzufügen, dass Putin jüngst Nordkorea UND Südkorea eingeladen hat Sibirien gemeinsam zu erschließen! Wer brauch da noch Krieg, wenn die gemeinsame Erschließung eines der rohstoffreichsten Gebiete der Welt, als Alternative zum Krieg, im Raume steht? Und der Werte-Westen steht tatsächlich am Rand und muss zugucken! Hähä! Tja, selber schuld! Nänä nänä nä nä! 😉

    Schach und matt!
    Putin, der geniale Schachspieler!
    Ein dreifaches Hoch auf seine Jüngsten Schachzüge: Hurra! Hurra! Hurra! 🙂

  13. Rußland ist nicht für allles verantwortlich, was passiert. Wenn Putin zu Netanjahu gesagt haben soll “ viel Glück “ dann kann das auch nicht überinterpretiert werden. Vielleicht war er einfach
    nur fassungslos über so viel Sturheit und Dummheit.

    Syrien ist von hochgerüsteten und sehr aggressiven Nachbarn im Norden und im Süden umgeben.
    Und die russische Diplomatie versucht nichts anderes, als die von einem Einfall in Syrien abzuhalten. Mit Luftabwehrsystemen , mit Drohungen mit Verhandlungen.
    Dabei will Rußland keinen Krieg, weder mit der Türkei noch mit Israel.
    Jetzt haben sie es gerade geschafft, die Türken daran zu hindern, sich weiter Richtung Aleppo auszubreiten, da greift Israel an. Gegen solche aus kurzer Distanz abgefeuerte Raketen
    helfen Luftabwehrsysteme nur bedingt.

    Sollte Israel tatsächlich einen großen Angriff mit Bedentruppen durchführen, wird es schon eine Antwort geben. Aber bis dahin wird Rußland versuchen, die auf diplomatischen Wege davon abzuhalten

  14. Southfront:

    Die syrische arabische Armee (SAA) und ihre Verbündeten haben Abu Dali, Masud, Abu Rimal, Hamadat al Amr und Al Marami im ländlichen Gebiet von Ost-Homs aus der Gewalt von IS befreit. Momentan laufen die Gefechte in der Nähe von Suhah weiter.

    Das russische Verteidigungsministerium berichtet, dass die russische Luftwaffe 329 Luftangriffe durchgeführt und im Gebiet von Uqayribat dabei 27 bewaffnete Fahrzeuge und 48 mit Waffen bestückte Pickups zerstört sowie über 1000 Rebellen getötet hat.

    In der Provinz Dair ez-Zor hat die SAA alle IS-Gegenangriffe abgewehrt und einen Korridor in die Hauptstadt der Provinz gesichert. Die Regierungstruppen haben auch ihre Bemühungen fortgesetzt um die Autobahn zwischen as-Suchna und Dair ez-Zor und den westlichen Teil von Dair ez-Zor zu sichern.

    Getrennt davon wurde eine Operation zur humanitären Hilfeleistung in die Wege geleitet, um der Zivilbevölkerung der Stadt alle notwendigen Hilfsgüter zu liefern.

    Am 5. September haben die Vertreter der Gruppen der Freien syrischen Armee (FSA) in östlichen Teil des Qalamoun Gebirges mit syrischen und russischen Beamten eine Vereinbarung unterzeichnet, um im Regierungsbezirk Rif Dimashq eine Sicherheitszone zu etablieren. Die Sicherheitszone umfasst al-Dumayr, al-Ruhaybah, Jayrud, al-Mansoura und al-Nasiriyah sowie die Berggebiete Mansoura und al-Mughr. Die russische Militärpolizei wird um die Zone herum stationiert und ein Zivilschutzmechanismus für Zulieferungen von humanitären Hilfsgütern wird in dem Gebiet etabliert werden.

    Am 6. September wurde um die Stadt Tell Rifaat östlich der Stadt Afrin im ländlichen Gebiet von Aleppo eine weitere Sicherheitszone gebildet. Diese Sicherheitszone umfasst die Stadt Tell Rifaat und andere arabische Dörfer östlich von Afrin die sich unter Kontrolle der demokratischen Einheiten Syriens (SDF) befinden.

    Laut dem russischen Verteidigungsministerium sollen durch die Zone Provokationen und Zusammenstöße zwischen der FSA und den SDF vermieden werden. General Sergey Rudskoy der Hauptoperationsleiter des russischen Generalstabs verkündete das sich die SAA in dem Gebiet stationiert hat und die SDF es verlassen haben.

    Allerdings hat die in Nordaleppo aktive Operationszentrale der FSA namens “Ahl Adar” verkündet, dass sie sich nicht an die Vereinbarung halten werden und die Militäroperation in dem Gebiet fortführen werden. Die Aktivität der FSA hängt von den Fähigkeiten und der Entschlossenheit der Türkei ab um ihre Verbündeten dazu zu drängen die Vereinbarung einzuhalten.

    Die von der US-Koalition unterstützten SDF haben in den Bezirken Moroor und Nahdah im südlichen Teil der Stadt ar-Raqqa den Kampf gegen IS fortgesetzt. Bei den jüngsten Gefechten wurden Berichten zufolge etwa 47 IS-Mitglieder getötet.

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