Irakische Sicherheitskräfte nehmen Tal Afar ein und ISIS kapituliert in West-Qalamoun

Nach rund einwöchigen Kämpfen ist es der von Volksmobilisierungseinheiten unterstützten irakischen Armee offiziellen Angaben zufolge heute gelungen, die ISIS-Hochburg Tal Afar vollständig einzunehmen.

Im Umland von Tel Afar befinden sich zwar noch einige kleinere Gebiete unter Kontrolle der Terrorgruppe ISIS, aber mit der vollständigen Einnahme der Stadt ist der größte Teil des Kampfes um die Tasche gelaufen.

Auch die Kämpfe gegen ISIS in der Region West-Qalamoun im syrisch-libanesischen Grenzgebiet sind nach zehn Tagen harter Kämpfe zu Ende. ISIS hat dort heute in auswegloser Lage kapituliert. Im Gegenzug für die Freilassung von einigen schon vor längerer Zeit entführten libanesischen Soldaten werden die da bis heute noch verbliebenen rund 200 ISIS-Terroristen mitsamt ihrer Familien in die noch von ISIS beherrschte syrische Provinz Deir Ezzor evakuiert.

In Syrien ist die Armee unterdessen im Südosten der Provinz Raqqa dabei, recht starke ISIS-Kräfte in einigen kürzlich im Rahmen einer überraschenden ISIS-Offensive verlorenen Dörfern am Euphrat zu eliminieren.

PS: Bedingt durch den saudisch-katarischen Streit scheint nun auch Al Jazeera langsam die Seiten in Syrien zu wechseln.

10 Gedanken zu “Irakische Sicherheitskräfte nehmen Tal Afar ein und ISIS kapituliert in West-Qalamoun

  1. Liebes Parteibuch,

    ich verfolge die Einträge seit 2015 quasi täglich und möchte mich für die informative Arbeit bedanken.

    Heute habe ich auf Al-Masdar gelesen, dass die SAA mit russischer Hilfe etwa 800 IS-Kämpfer in Süd-Raqqa eliminieren konnte. Ist es realistisch, dass in so kurzer Zeit solche Erfolge erzielt werden konnten? Diese IS-Kräfte scheinen die besten aller noch verfügbaren Einheiten gewesen zu sein.

    Ich musste spontan an die Ardennenoffensive denken: Könnte der IS in Wahrheit schon viel näher vor dem territorialen Zusammenbruch stehen als angenommen? Ohne diese 800 erfahrenen Kämpfer dürfte die Abwehr einer nun schon „in Fahrt gekommenen“ SAA so unmöglich sein, dass es nur eine Frage von 1-2 Wochen sein dürfte, bis Deir Ez Zor entsatzt ist, denke ich.

    1. Noch ein Gast

      Bezüglich der Eliminierung der 800 IS-Kämpfer im Süden der Provinz Raqqa fehlt die Angabe, über welchen Zeitraum das geschah. Ich vermute, dass da die IS-Verluste der Region über den ganzen Sommer mit gemeint sind. Rechnet man das dann um auf in der Region Südraqqa eliminierte IS-Kämpfer pro Tag, dann ist das gar nicht mehr so unglaublich viel.

      1. Das Fehlen einer solchen Angabe ist mir auch aufgefallen, da hielt sich die Agentur bedeckt.

        Ich hoffe dennoch auf ein Durchbrechen. Nach der gelungenen Einnahme des „mittleren“ Kessels dürften die Tiger wohl quasi in voller Stärke an die Front von DeZ gebracht werden, wo ja eine ihrer Gruppen zuletzt am Euphrat aktiv war. Wo eine Offensive einbricht, geht die Gegenoffensive üblicherweise leichter von der Hand. Auf der Straße Shukhna-DeZ wurde vor Kurzem eine weitere Verteidigungsposition des IS überrollt und auch im Süden bei T2 scheint sich etwas zu tun (irgendwo habe ich gelesen, dass T2 in Reichweite liegt und der schlechter positionierte IS dort schon in den nächsten 48 Stunden gänzlich vertrieben werden könnte).

        Das wäre damit der Auftakt zu einem Angriff aus drei Richtungen, der den IS endgültig überfordern würde.

        Ich hoffe, aus mir spricht nicht zu viel Optimismus und zu viele Konjunktive. Immerhin hat auch der russische Luftwaffenchef (gestern?) gemeint: „Das Rückgrat des IS ist gebrochen.“

      2. „Bezüglich der Eliminierung der 800 IS-Kämpfer im Süden der Provinz Raqqa fehlt die Angabe, über welchen Zeitraum das geschah. Ich vermute, dass da die IS-Verluste der Region über den ganzen Sommer mit gemeint sind. Rechnet man das dann um auf in der Region Südraqqa eliminierte IS-Kämpfer pro Tag, dann ist das gar nicht mehr so unglaublich viel.“

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        Wenn ich dem hier glauben kann
        https://de.sputniknews.com/politik/20170827317192648-euphrat-daesh-niederlage/
        dann war es schon eine etwas länger andauernde Operation. Allerdings diese gleich auf den ganzen Sommer zu „verteilen“ halte ich für etwas verfehlt. Laut dieser Nachricht hat ein General die Operation geleitet. Das bedeutet das militärisch gesehen mindestens eine Division der Syrischen Arabischen Armee an dieser Angriffsoperation beteiligt war.
        https://de.wikipedia.org/wiki/Division_(Milit%C3%A4r)#Nationale_Volksarmee
        Ich habe extra deshalb eine Division der NVA gewählt, weil diese am ehesten mit der Struktur der syrischen Divisionen vergleichbar ist.
        Im Angriff greift eine Division maximal ein Regiment an.
        https://de.wikipedia.org/wiki/Regiment
        Ein Regiment besteht aus 3 kämpfenden Bataillonen zu ca. 500 Soldaten wenn es Infanterie ist und weitere unterstützende Einheiten. Das Bedeutet es wurden ca. 1500 kämpfende Infanteristen angegriffen. Wenn von diesen 800 Kämpfer im Laufe der Kampfhandlungen vernichtet worden sind, dann gilt dieses Regiment militärisch als „aufgerieben“ und muss zur „Erfrischung“ aus der Front gelöst werden.

    2. Noch ein Gast

      Es ist völlig unverkennbar, dass die syrische Armee und ihre Partner auf der Siegerstraße sind. Wie lang das noch dauert, da kommt es auf ein paar Wochen oder Monate nicht an. Wichtiger ist, wie der Sieg beschaffen ist.

      Was T2 angeht, das liegt schon seit einigen Wochen in Reichweite der Armee. Auf der Karte von @PetoLucem von heute Mittag sieht die Front so aus:

      Wenn die Armeeführung entscheidet, dass der Zeitpunkt für die Einnahme von T2 gekommen ist und entsprechend Ressourcen bereitstellt, dann wird es nur wenige Stunden dauern, bis die Armee T2 hat.

      Zur Entwicklung der Lage östlich von Sukhnah hat @A7_Mirza vor ein paar Stunden folgenden Kartenschnipsel veröffentlicht:

      Mein Eindruck ist, dass die Armee von der Stärke gesehen deutlich schneller nach Deir Ezzor vorrücken könnte, aber sie das nicht macht, weil die Armeeführung der Meinung ist, dass es sinnvoll ist, durch ein langsames Vorrücken möglichst viele IS-Terroristen aus den Orten am Euphrat zum Kampf in die Wüste zu locken.

      1. Aber lässt sich jemand locken?
        Die sind ja nicht blöde, auch wenn sie völlig bekloppt sind.

        Gibt immer noch die Zahl 300 verschollene SAA-Männer, aber egal wie hoch die Verluste wirklich waren: das hat sich für ISIS „gelohnt“, auch wenn sie dabei sehr hohe Verluste erlitten haben, es wurden größere Orte wieder schwarz gefärbt, wenn auch nur relativ kurz.
        Aber da raus in die Wüste fahren, u sich einfach abschießen zu lassen?

        Ich glaube nicht, dass man damit rechnen kann.

        Interessante Meldung

        Kleine arabische Einheiten treten aus den SDF aus; so eine Symolfigur wie der Tiger persönlich mag da auch ein Anreiz sein.
        Gut.

      2. Nicht direkt in die Wüste, aber immerhin raus aus Deir. Liveuamap.com zitiert dazu einen gewissen TheMoroccanBaathist auf Twitter: More then 500 Islamic State soldiers from Deir Ezzor arrived this afternoon in Ma’dan and surroundings with heavy equipement.

      3. andreas

        Ja, ich gehe davon aus, dass das mit dem Herauslocken durchaus klappt. Zumindest bringt das langsame Vorgehen ISIS in eine schwierige Lage.

        Man kann getrost davon ausgehen, dass in den Kerngebieten von ISIS Durchhalteparolen das Bild bestimmen. Und nun kommen von den vorgelagerten ISIS-Posten in der Wüste ständig Meldungen wie: Wir kämpfen tapfer und halten die SAA hier in der Wüste auf, sie kommen nicht voran, aber um hier länger Erfolg im Kampf gegen die SAA zu haben, wir brauchen dringend Verstärkung, Nachschub und so fort.

        Die ISIS-Führung in ihren Kommandozentralen in Deir Ezzor steht damit vor der Wahl, ihren Kameraden in der Wüste Verstärkung zu schicken oder keine Verstärkung zu schicken und den verbissenen Kampf ihrer Kameraden damit praktisch verloren zu geben. Um ihren Durchhalteparolen zumindest nach Innen einen Anschein von Glaubwürdigkeit zu verleihen, kommt die ISIS-Führung da kaum umhin, ihren Kameraden in der Wüste Verstärkung zu schicken.

  2. irgendwie muss ich mal das Thama wechseln
    Entschuldigung

    Was mit hier auffällt, die Seiten der Tochter unseres rollenden Geldtransporters ( REGIERUNGSPARTEI ) spielen komplett keine Rolle.

    10 Mrd Input und 0% Link – Output, bei den Zahlenden, das nenne ich mal eine ich mal eine super Rendite.

    man man man
    gz zu dieser Strategie

    zu Syrien
    in 2 oder 3 Wochen beginnen die Aufräumarbeiten und IS und NUSRA sind bald syr.Geschichte. Das waren mal richtig viele Mrd die unsere rollenden Typen ins Klo gespühlt haben

    nochmal ein GZ

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