Trump verspricht Druck auf Pakistan

US-Präsident Trump hat soeben seine mit Spannung erwartete Rede zur künftigen US-Strategie im Krieg in Afghanistan gehalten.

Der Kern der Strategie besteht darin, dass die USA sich unter Trump darauf konzentrieren wollen, den Terrorismus zu besiegen und zu verhindern, dass Terroristen in Afghanistan sichere Orte finden können, von denen aus sie nochmal Attacken gegen die USA wie zu 9/11 organisieren können, so wie das unter der Taliban-Herrschaft in Afghanistan geschehen ist. Trump hat dabei die Möglichkeit angesprochen, dass es sein könnte, irgendwann mit Elementen innerhalb der Taliban zu einer Friedensvereinbarung zu kommen, aber er hat es offengelassen, wann und ob das passiert.

Weiter hat Trump erklärt, dass Terroristen in Pakistan sichere Rückzugsorte haben, und dass er deshalb alle Mittel einsetzen wird, um Pakistan dazu zu bringen, das zu beenden. Weiterhin will Trump im Kampf gegen den Terror in Afghanistan mit allen Nationen gemeinsame Sache machen, die das Ziel der Besiegung des Terrors teilen. Ganz konkret hat er erklärt, er wolle Indien dazu bewegen, sich mehr in Afghanistan zu engagieren. Das ist erstens ein Schlag ins Gesicht von Pakistan und stärkt zweitens die Rolle von Iran, da der indische Zugang nach Afghanistan durch den Iran führt. Ansonsten hat Trump nicht näher ausgeführt, mit wem er in Afghanistan gemeinsame Sache zu machen gedenkt. Praktisch kommen da aber aufgrund der geografischen Lage nur Iran, Russland und China in Frage, und Trump hat von diesen Ländern auch wirklich keines explizit von einer Zusammenarbeit im Antiterrorkampf in Afghanistan ausgeschlossen. Darin, wie die Afghanen ansonsten ihr Land aufbauen und ihren Lebensstil organisieren, will Trump sich nicht einmischen.

Das klingt geopolitisch gar nicht schlecht. Pakistan dürfte durch den Druck fester in die SCO getrieben werden und neben Indien werden Iran, Russland und China geradezu eingeladen, zum Antiterrorkampf in Afghanistan mehr beizutragen und dabei ihren Einfluss in Afghanistan auszubauen. Das spiegelt die seit einiger Zeit erkennbare US-Strategie in Syrien und Irak wieder, wo die USA sich inzwischen auch auf einen erfolgreichen Anti-Terrorkampf konzentrieren und dabei – obwohl das in Israel großen Ärger erzeugt – geopolitische Ziele wie das Zurückdrängen iranischen Einflusses zurückstellen.

Nachtrag am Mittag: Während das pakistanische Establishment ob der verbalen Angriffe von Trump betreten schweigt, erklärt Pakistans Oppositionspolitiker Imran Khan, Trumps Rede beeinhalte ein wichtige Lektion, nämlich die, nie wieder Krieg für fremde Interesse für Dollar zu führen. Pakistans gegenüber Indien begrüßt Trumps Erklärung zu Afghanistan und ruft wie Trump zum Kampf gegen Rückzugsorte von Terroristen auf. China verteidigt Pakistan unterdessen öffentlich gegen Trumps Kritik. Und in den USA loben ausgerechnet Israels Agenten McCain und Graham Trump für seine Entscheidungen zu Afghanistan und seine Verbalangriffe auf Pakistan. Was die USA machen würden, falls Pakistan den USA den Transit nach Afghanistan sperren sollte, wurde derweil noch gar nicht thematisiert.

2. Nachtrag am Mittag: Andrew deGrandpre vom radikalzionistischen Kampfblatt Washington Post ist plötzlich aufgefallen, dass Trump in seiner Rede zu Afghanistan zwar heftige Kritik an Pakistan geübt, aber auf jegliche Kritik an Russland, Iran und China verzichtet hat. Die dabei zum Ausdruck kommende Implikation, dass Trump mit seiner dargelegten Afghanistan-Strategie die SCO stärkt, hat die Washington Post aber offenbar noch nicht begriffen.

Nachtrag am Nachmittag: Politiker der traditionell US-freundlichen pakistanischen Parteien PML und PPP drücken Verärgerung über die Rede von Trump aus.

In Deutschland begrüßen die Bundesregierung, SPD und CDU, Trumps Afghanistan-Strategie, während die Grünen sie ablehnen.

2. Nachtrag am Nachmittag: Netanyahu will Putin morgen der JPost zufolge nicht überzeugen, sondern Russland mit Konsequenzen bei der Überschreitung von „roten Linien“ in Syrien drohen.

Nachtrag am Abend: So wie es bei AP nun aussieht, haben Experten des US-Establishments inzwischen erkannt, dass Trumps Afghanistan-Strategie auf eine Stärkung von China, Russland und Iran hinauslaufen wird und sind jetzt alarmiert. Zu spät, führende Neocons haben bereits Unterstützung ausgesprochen. Dass sie sich mit ihrer Unterstützung von Trumps Truppenaufstockungsplan, wie aus der AP-Meldung hervorgeht, an die Seite von Abdullah Abdullah stellen würden, hatten die Neocons vermutlich nicht erwartet.

Nachtrag am Mittwoch Morgen: In der nationalistischen Zeitung „The Nation“ wird der pakistischen Verärgerung über Trumps Rede viel Raum gegeben.

20 Gedanken zu “Trump verspricht Druck auf Pakistan

  1. Das wird weiteren „Ärger“ mit dem tiefen Staat in den USA geben und mit dem ihm verbandelten Mainstream. Mal sehen worauf der sich als nächstes „Einschießt“?

  2. Er bekräftigt damit jedoch auch überall da wo „Terroristen“ sind militärisch Zuzuschlagen. Philippinen ist so ein neues Land und False Flag aus Venezuela könnte auch Gründe liefern. Der CIA Chef hat doch schon Hisbollah und Iran Wahnvorstellungen in Venezuela. Für den gemeinen US Bürger ist der Sprung davon zum IS nur noch Formsache.

    Pakistan wird seine Taliban nicht fallen lassen. Haben diese nun 16 Jahre nicht gemacht. China wird hier genug helfen.

    Und die Botschaft in Indien ist auch interessant. Warum wird Indien Aufgefordert genau im Hinterland von Pakistan was zu machen? Soll Indien etwa Aktiver werden Miliärisch? Ist es eine indirekte Drohung an das Land? Oder eine indirekte Stärkung gegen China im Buthan Streit?

    1. Triangolum
      Und die Botschaft in Indien ist auch interessant.

      Und es dürfte sehr komplex sein.
      Die USA sind bei dem Afghanistan-Konflikt auf Iran, Russland und China angewiesen, das sind aber die Hauptfeine in Washington. Damit haben wir den selben Eiertanz wie in Syrien: Die Streitkräfte arbeiten zusammen, aber die Politik sieht sie als Todfeinde. Da bietet sich Indien als die Kurden an, die am Ende alle Lorbeeren in den Fakenews-Machern ernten.
      Im Gegensatz zu Syrien haben wir wohl hier weniger einen Angriff von außen, die Taliban sind wohl eher einheimische. Solche Probleme löste man am Besten, wenn man Ihnen die menschlichen Quellen entzieht und das geht nur, wenn man den Einheimischen eine wirtschaftliche Alternative präsentiert und für China wäre das Land ein natürliches Billiglohnland vor der Haustüre. Man würde automatisch die chinesische Wirtschaft stärken , das geht aus Washingtoner Sicht gar nicht.
      Neben den Kleinen Effekt, das man Pakistan eine Drohung gibt, dürfte das Hauptproblem mit Indien ein Gegengewicht zu China (natürlich auch Iran und Russland) ins Boot zu holen. Da geht es wohl auch darum gehen, China auf dem Weg zur alleinigen Supermacht Asiens, zu bremsen. Wir kennen das doch: Geht es um die Erfolge Chinas, heißt das im Fakenews-deutsch: die Regionalmächte Indien und China. Inzwischen weiß wohl jeder, das Indien den Chinesischen Tempo nicht folgen kann.
      Deshalb kann man die Ankündigung wohl auch so deuten: Indien muss langsam wirklich die 2. Supermacht in Asien werden.
      Übrigens gibt es wohl in Afghanistan die Meinung, das Russland das Land besser hinterlassen hat, wie die USA.

      1. Lutz

        Trumps Bitte an Indien, sich stärker in Afghanistan zu engagieren, dürfte vor allem dazu dienen, Pakistan ob seiner Taliban-Unterstützung zu pressen, zu verärgern, zu bestrafen, wie auch immer man das nennen will, und Pakistan damit tiefer in die Arme von China und SCO zu treiben.

        Ein Nebenzweck dürfte dabei sein, dass Trump Iran damit quasi offiziell dazu eingeladen hat, sich stärker in Afghanistan zu engagieren. Indien gibt es in Afghanistan immer nur im Doppelpack mit Iran. Die einzige sinnvolle Handelsroute von Indien nach Afghanistan führt nämlich, da Pakistan sämtlichen Transit für Indien sperrt, über den iranischen Hafen Chabahar:

        Spannend könnte es werden, falls Pakistan beschließen sollte, als Reaktion auf die amerikanische Unfreundlichkeit auch gegen die USA eine Transitsperre zu verhängen. Dann brauchen USA und NATO ganz schnell neue Nachschubrouten, wenn sie weiter in Afghanistan bleiben wollen. An Möglichkeiten stünden den USA und ihren NATO-Partnern dabei drei phantastische Möglichkeiten zur Auswahl: Lufttransport via Azerbaidschan, Bahntransport via Russland oder Seetransport via Iran – vorausgesetzt natürlich, sie bekommen, dafür die Erlaubnis der jeweiligen Regierung.

      2. Ich frage mich, warum der Iran sich noch nicht in Afghanistan engagiert hat. Als Nachbarstaat müsste er ja ein Interesse haben, dass dort die Lage stabil ist. Ist der Iran so selbstbezogen, dass er keinen Einfluss in Afghanistan ausüben möchte? Oder wird er sich mit den kampferprobten Einheiten nach Osten wenden, wenn der Einfluss in Syrien und im Irak gesichert ist?

      3. Kurt

        Iran ist stark in Afghanistan engagiert, wirtschaftlich, kulturell, mit Medien, Politik-Unterstützung und so weiter und so fort.

        Militärisch engagiert der Iran sich selten mit offiziellen Truppen im Ausland, und da der Iran von der US- und NATO-gestützten afghanischen Regierung dazu auch nicht eingeladen wurde, geht das natürlich nicht. Inoffiziell ist aber jedem klar, dass Hajj Qassem und seine Leute in Afghanistan eine Menge Einfluss haben. Der Einfluss von Iran und Freunden in Afghanistan dürfte etwa so groß sein wie der Einfluss von USA und Freunden. Die letzte Wahl, wo Iran erkennbar Abdullah Abdullah präferiert hat endete bekanntlich mit einem Unentschieden.

        Nur, den USA fehlt im Unterschied zu Iran in Afghanistan natürlich jede Perspektive. Für die USA ist Afghanistan ein Binnenstaat ohne vernünftigen Zugang am anderen Ende der Welt. Für Iran ist Afghanistan hingegen ein ganz enger und wichtiger Nachbar, wo die meisten Leute die iranische Sprache, die in Afghanistan Dari genannt wird, sprechen. Deshalb macht es sehr viel Sinn, dass Trump nun Afghanistan zunehmend in eine regionale Strategie einbindet was praktisch nichts anderes bedeutet als Iran dazu einzuladen, sich noch stärker in Afghanistan zu engagieren.

      4. Sorry, wenn ich mich da ins Thema einmische.

        Die Erwähnung von Indien in Trumps Rede zu Afghanistan sehe ich noch in einem anderen Zusammenhang. Die USA oder zumindest teile davon, versuchen gerade in Indien einen Fuss auf den Boden zu bekommen, bzw. Indien zum wirtschaftlichen Vasallen zu machen. Nachfolgend könnte dann Indien ebenso zu einer militärischen US-Drehscheibe werden wie D und Katar es bereits sind.

        Indien ist für den US-dominierten Kapitalismus eine andere geostrategische Baustelle, die durch „Kapitalisierung“ den drohenden Zusammenbruch desselben verhindern soll. In etwa das, was bei Russland unter Jelzin zwar in Ansätzen seinen Anfang nahm, aber durch Putin rasch beendet wurde.
        Nachdem der osteuropäische Raum bereits Kapitalisiert wurde, ist man verzweifelt auf der Suche nach neuen Möglichkeiten um dem Kapitalismus sein Überleben zu sichern.

        Die Erwähnung Indiens war aus meiner Sicht ein genilaer Schachzug Trumps, da ihm der Beifall ddafür sicher und seine politischen Gegner erst später gemerkt (vor lauter Dollarzeichen vor den Augen) haben in welche Falle sie da getappt sind.

  3. „Der Kern der Strategie besteht darin, dass die USA sich unter Trump darauf konzentrieren wollen, den Terrorismus zu besiegen und zu verhindern, dass Terroristen in Afghanistan sichere Orte finden können, von denen aus sie nochmal Attacken gegen die USA wie zu 9/11 organisieren können, so wie das unter der Taliban-Herrschaft in Afghanistan geschehen ist.

    ….

    Weiter hat Trump erklärt, dass Terroristen in Pakistan sichere Rückzugsorte haben, und dass er deshalb alle Mittel einsetzen wird, um Pakistan dazu zu bringen, das zu beenden. “

    Es gibt da nur leider das leidige Problem: wer ist „Terrorist“, wer ist „Moderat“, wer ist „Oppositioneller“, also quasi in irgendwie legitimen Widerstand.

    In Syrien/Irak ist es relativ einfach, im Vergleich; da gibt es zwar auch Einheimische Hardcore-Sunniten mit dschihadistischer Agenda, und die Muslimbrüder, die teilweise auch sehr radikal die Gesellschaften verändern wollen.

    Aber die Mehrheit der kämpfenden Regierungsgegner kommt aus dem Ausland, bzw. wird von dort finanziert.

    Wenn die sich dann terroristisch verhalten, kann man sie leicht als Terroristen identifizieren und weniger leicht, aber immer noch möglich, ausschalten.

    Die Taliban sind Afghanen. Und Pakistani. In den Stammesgebieten sehr stark verankert bei der relativ normalen Bevölkerung.
    Die Verbindung zu Terrorgruppen ist vielfältig, auch die Übergänge sind nicht sehr scharf.

    So ein „Krieg gegen den Terror“ ist weitaus schwerer zu führen als gegen den IS oder die Nusra-Front.

    Letztlich muss man die „Moderaten“ von den „Terroristen“ trennen; und das Kräfteverhältnis muss so sein, dass die Moderaten die Terroristen besiegen können.
    In den Stammesgebieten kein leichtes Unterfangen.

    Soll Trumps Strategie aufgehen müsste es verschärfte Aktionen zusammen mit der pakistanischen Regierung gegen Terroristenrückzugsgebiete geben.
    Und Angebote an die lokalen Größen, sich auf die Seite der Moderaten zu stellen.

    In Afghanistan auch; „Moderate Taliban“, dafür haben sie Kurt Beck ja schon mal ausgelacht; aber natürlich wird es keine Lösung ohne diese geben.

    Nur was haben die Amis anzubieten?
    Gerade Indien, warum sollten die jetzt Truppen nach Afghanistan schicken, die dort auch gute Ziele für Terroristen (oder Landesverteidiger, Patrioten) abgeben?

    solange es keine glaubhafte Drohung ist, dass die Amis abziehen, und die Mädchenschulen wieder geschlossen werden, haben sie kein wirkliches Argument.
    Und hier spielen die Atomwaffen Pakistans auf einmal doch sehr schnell eine Rolle, man muss natürlich verhindern, dass da religiöse Fanatiker die Hände dran kriegen.

    1. andreas

      Davon, dass er indische Truppen in Afghanistan will, hat Trump nicht gesprochen. Indien solle sich wirtschaftlich stärker in Afghanistan engagieren, sagte Trump. Und er dürfte dabei genau gewusst haben, dass das für Pakistan ein Schlag ins Gesicht ist.

      Ansonsten hat die SCO gerade ein komplexes Projekt am Laufen, aus den Taliban anstelle einer sektiererischen Wahhabi-/Deobandi-Terrorgruppe eine nationale oder regionale Widerstandsgruppe gegen Fremdherrschaft zu machen, mit denen man einen Friedensdeal machen kann. Anschließend können die USA den Sieg über den Terror in Afghanistan erklären und abziehen und Afghanistan kann wie Pakistan in die SCO aufgenommen werden. Pakistan auf diesen SCO-Kurs zu bringen, ist das größte Problem dabei.

      Die von Trump nun erklärte Strategie für Afghanistan passt genau in diesen SCO-Plan, bei dem vermutlich SCO-Anwärter Iran die Federführung hat. Trump drückt mit seiner Strategie Pakistan in die Arme des SCO-freundlichen Kriegsgegners Imran Khan, China und SCO, während die Kräfte in Pakistan, die mit den USA, den Taliban und Saudi Arabien in Afghanistan einen unendlichen Krieg gegen Indien, Iran, Russland und China führen wollen, geschwächt werden.

      Und wo Trump nun gestern erklärt hat, die USA würden mit allen Nationen gemeinsame Sache machen wollen, um den Terror in Afghanistan zu besiegen, hat der iranische Innenminister prompt angekündigt, dass Iran sein wirtschaftliches Engagement in Afghanistan ausweiten will. Iran macht damit genau das, worum Trump gerade gebeten hat: dass alle Nationen Afghanistan bei der Stabilisierung helfen.

      1. USA sollte bzw. muss früher oder später KOMPLETT AUS ASIEN ABZIEHEN, wie es Trump generell in seiner Rede bzw. schon immer sagte und das Selbstbestimmungsrecht eines jeden Volkes respektieren >>> https://de.sputniknews.com/politik/20170822317117911-trump-militaereinsaetze-demokratie/… „STOP REGIME CHANGE!!!“…

        wer ist denn traditionell der größte TERRORIST???? wer hat Taliban, ALKAIDA, IS und zig andere TERRORORGANISATIONEN gegründet, bewaffnet und als us-proxies instrumentalisiert?????

        Die Taliban kämpfen solange, bis der letzte Ami aus Afghanistan vertrieben ist… >>>> siehe RT

        Trump hat auch keine andere Wahl: die „dollar-macht-kriegs-maschine“ ist kaputt…

      2. Vielleicht ist die Absicht von Trump, das Nachschubrouten der USA nach Afghanistan abgeschnitten werden und er sich dann natürlich, gezwungenermassen, aus Afghanistan zurückziehen kann. Er „will ja“ (Schein wahren), kann aber nicht. Leider, leider.

  4. Parteibuch
    2. Nachtrag

    Lawrow machte heute einen aufgekratzten Eindruck. das er da einen für Russland sehr wichtigen Diplomaten zu Besuch hatte (Vatikan), war er nicht bei der Sache und er konnte nicht ruhig stehen.
    Das läßt doch hoffen (in Bezug auf Israel)

  5. Heinz fragt: wer ist denn traditionell der größte TERRORIST???? wer hat Taliban, ALKAIDA, IS und zig andere TERRORORGANISATIONEN gegründet, bewaffnet und als us-proxies instrumentalisiert?????

    Das ist eine gute Frage, aber es gibt eine noch viel bessere nächste Frage?
    Wer macht eigentlich wirklich US-Außenpolitik und in wessen Interesse?
    Wer bestimmt in Washington, was geht und was nicht geht?
    Wie heißt denn der Krake, der nicht genannt werden soll oder darf, jedoch überall die Strippen zieht?

    Wenn die Amis mit ihren Interventionen militärischen und wirtschaftlichen Erfolg hätten, dann würde der Geschäftsmann Trump diese Instrumentalisierung doch nicht unterbinden wollen. Sie wäre doch nützlich oder ist der Typ etwa komplett bescheuert?

    Es ging in der US-Außenpolitik der letzten 50 Jahre sehr wenig um die USA als Staat oder dessen Bürgerinteressen.
    Die USA sind auch nur ein Proxy, eine Maskierung.
    Mit Trump wurden endlich Kräfte aktiviert die dieses Handlanger-Dasein leid sind, denn der Schaden wird für die Amis in Summe immer größer.

    mfG
    Henning Müller

  6. „…Es ging in der US-Außenpolitik der letzten 50 Jahre sehr wenig um die USA als Staat oder dessen Bürgerinteressen….“

    Ja – das wurde in PB Beitrag “ …BIP… USA ÷ China…“ angerissen… Stichwort DOLLAR-IMPERIALISMUS 1913-ca.1989 >>> alles erklärt
    http://quer-denken.tv/der-us-dollar-das-brecheisen-der-macht/…, wonach seit 1944 Bretton Woods und 1971 Nixon/petrodollar die USA beliebig GELD DRUCKEN konnten (Leitwährung) und die anderen Länder durch KRIEG+TERROR zwangen, alles in Dollar zu bezahlen…

    zweifach funktioniert das nicht mehr:
    1. KRIEGE kann USA nicht mehr gewinnen wg. Revolution in der Waffentechnologie (ELOKA, EMP, cyberwaffen, magrav, keshe-störwaffen usw), die bei jeder modernen Waffe den massgeblichen ELEKTRONISCHEN REGELKREIS ausschalten, wie jüngst an den (Atom)Lenkwaffenzerstörern USS Fitzgerald + McCain vorgeführt…

    2. China hat die „Dollargeldmaschine“ kopiert, DRUCKT JUAN und verteilt ihn FRIEDLICH unter seinen SEIDENSTRASSEN-FREUNDEN (=120 Staaten)…,, die sich damit in China Güter zu konkurrenzlos niedrigen Preisen kaufen, während in USA seit 1971 die Realgüterproduktion zusammenbrach (gigantische Leistungsbilanzdefizite!!!)… „Macht+Geld“ verlagern sich nach (ost)Asien…

    Trump als Pragmatiker+Ökonom erkannte das, baut also den MIK (mil.ind.komplex) = „dollar-kriegs-maschine“ in eine normale ZIVILE VOLKSWIRTSCHAFT um… das ist alles…

    „Maskierung der USA“????… gut 100 SUPERREICHE /“Wallstreet“ besitzen das GANZE GELD + VERMÖGEN, während der Staat und das Volk bettelarm sind …

    = Hauptproblem der ganzen westl.welt… !?!?

  7. @ NPB

    „Indien solle sich wirtschaftlich stärker in Afghanistan engagieren, sagte Trump. Und er dürfte dabei genau gewusst haben, dass das für Pakistan ein Schlag ins Gesicht ist.“

    aber wie soll denn das wirtschaftliche Engagement einerseits das Terrorproblem und andererseits das Talibanproblem lösen.

    Bei vielen Problemen gibt es starke wirtschaftliche Komponenten, Konkurrenz um knappe Ressourcen.
    Für Terroristen ist das eher selten ein wichtiger Grund.
    Und für die Taliban eher auch nicht.

    Terrorismus muss man die Grundlage entziehen; die IRA hatte verschiedene Forderungen, die wurden nicht einfach erfüllt, aber es gab Zugeständnisse an berechtigte Interessen von nicht nach London orientierten Nordiren, somit war der Zulauf für die Terrorgruppen schwächer, die moderaten Arme der Bewegung traten in den Vordergrund (ein etwas schräges Sprachbild, und jeder Vergleich hinkt, schon klar).
    Letztlich leben die Nordiren doch ganz leidlich zusammen. Wachsender Wohlstand war wohl hilfreich.

    Und Al Kaida in Afghanistan und Pakistan, und der IS?
    Schwer, da irgendwelche Kompromisslinien zu erahnen.
    Ein bisschen Kalifat wird wohl nicht gehen.

    Amis und sonstige Elemente der westlichen Wertegemeinschaft raus, ok.
    Aber deshalb verzichten sie doch nicht auf das Ziel des Kalifats, oder?

    Mit den Taliban könnte man wohl eine Einigung finden; Abzug, Machtbeteiligung, lokale Eigenständigkeiten, bei Zugriff auf Ressourcen.

    Allerdings bräuchte man für das Terrorproblem Taliban, die sich deutlich von Al Kaida und co abgrenzen, gar gegen die vorgehen. Sieht eher trübe aus derzeit.

    Und wer sich wirtschaftlich im Lande engagiert, der will letztlich einen ROI erhalten; der muss nicht rein ökonomisch sein, wenn es staatliche Gelder sind, aber reine Zuschussgeschäfte sind dauerhaft auch nicht sehr attraktiv.

    Das Problem ist, dass die Hardcore- Taliban und noch mehr die reinen Terroristen jedes Geschäft sehr schnell ruinieren können, das erschwert wirtschaftliches Engagement erheblich.

    Ein schwieriges Feld.

    1. andreas

      Die Taliban sind eine von Pakistan gesteuerte Bewegung. Der Krieg in Afghanistan sieht seit Jahren praktisch so aus, dass die Taliban das afghanische Grenzgebiet zu Pakistan beherrschen. Gibt es da eine größere Militäroperation gegen die Taliban, ziehen sie sich mit Unterstützung der pakistanischen Regierung nach Pakistan zurück. Ist die Militäroperation beendet, rücken die Taliban wieder nach Afghanistan vor. Das geht nun im Grunde schon fast 40 Jahre so. Ebenso bestärkt Pakistan die Taliban darin, keinen Frieden mit dieser oder einer anderen afghanischen Regierung zu schließen. Solange Pakistan die Taliban derart unterstützt, kann es keinen Frieden in Afghanistan geben.

      Pakistan bekämpft die Taliban in Pakistan, wie McMaster sich jüngst ausdrückte, selektiv. Taliban, die Pakistan terrorisieren, werden von Pakistan gelegentlich bekämpft, während Taliban, die bloß in oder gegen Afghanistan Krieg führen unterstützt werden. Langjährige Bitten von USA und Afghanistan an Pakistan, die Unterstützung ihres Kriegsgegners Taliban einzustellen oder die Taliban zu einer Friedensvereinbarung zu bewegen, haben zu nichts geführt.

      Die pakistanische Unterstützung für die Taliban, oder, wie sie vorher genannt wurden, Mujaheddin, ist der große anhaltende Albtraum für Afghanistan. Die USA können die 200 Mio Einwohner zählende Nuklearmacht Pakistan kaum unter Druck setzen, zumal die Nachschubwege der USA nach Afghanistan über Pakistan laufen. Aber: den pakistanischen Erzfeind Indien nach Afghanistan einzuladen, ist der größte Alptraum für Pakistan. Trump setzt damit Pakistan unter Druck, um Pakistan dazu zu bewegen, die Unterstützung für die Angriffe der Taliban in Afghanistan einzustellen. Und gleichzeitig treibt er damit Pakistan in die Arme von China, wobei China allerdings genau das gleiche Pakistan will – nämlich die Unterstützung für den Terror einzustellen.

      Dass Trump Pakistan anders als seine Vprgänger nicht nur diplomatisch kritisiert, sondern auch mt Indien unter Druck setzt, zeigt, dass er keine Angst hat, die Nachschubroute durch Pakistan zu verlieren und die auf dem Papier gute US-Beziehung zu Pakistan zu ruinieren. Pakistan kommt dadurch in eine Zwickmühle. Wenn es irgendwie klappen kann, Pakistan zur Beendigung der Unterstützung für den Terror zu bewegen, dann so.

      Letztlich läuft das darauf hinaus, dass bald die SCO das Kommando in Afghanistan übernimmt und Trump der SCO hilft, Pakistan vom Terror abzubringen.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.