Syrische Armee kommt in Zentralsyrien weiter voran

Wie inoffizielle Quellen berichten, ist es der syrischen Armee im Kampf gegen die Terrorgruppe ISIS am heutigen Montag gelungen, von Südosten her tief in die Uqayribat-Tasche vorzustoßen und den Ort Huwaysis einzunehmen.

Es gibt dazu ein Bild von einem Kämpfer mit der Fahne der ISIS-Hunters am Ortseingang.

Auf einer Karte sieht der Vorstoß wie folgt aus:

Weiterhin wird inoffiziell gemeldet, dass die syrische Armee in Zentralsyrien zehn Kilometer nordöstlich der Stadt Sukhnah eine Anzahl von dominanten Positionen und Höhen eingenommen hat. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA meldet aus der Region, dass die russische Luftwaffe einen Konvoi von etwa 200 ISIS-Terroristen vernichtet hat, der versucht hatte, sich zur Regruppierung nach Deir Ezzor zu begeben. Auch wenn SANA das nicht sagt, scheint ISIS diese schwere Niederlage bereits am Freitag erlitten zu haben. Im Video gut zu erkennen sind die vielen sekundären Explosionen, die darauf schließen lassen, dass der Konvoi eine Munition oder Sprengstoffe mit sich geführt hat.

SANA betont in ihrem heutigen Tagesbericht ansonsten, dass die syrische Armee in Kooperation mit Hisbollah im Kampf gegen ISIS im libanesisch-syrischen Grenzgebiet vorangekommen ist. Auf einer aktuellen Karte des Militärmedienzentrums sind die Fortschritte gegen diese ISIS-Tasche zu sehen – gelb umrandet die ursprüngliche ISIS-Tasche da.

Das zionistische Siedlerblättchen JPost hat derweil den zu erwartenden fruchtlosen Verlauf von Netanjahus anti-iranischen Litaneien in Russland morgen schon mal vorab veröffentlicht. Netanjahu besucht Putin, nachdem Israel mit dem gleichen Anliegen der Sabotage des erfolgreichen Kampes gegen ISIS bei McMaster in Washington auf Granit gebissen hatte.

US-Präsident Trump wird unterdessen heute um 21 Uhr ostamerikanischer Zeit, also um drei Uhr Dienstag morgens Berliner Zeit, eine Erklärung an die Nation abgeben, wo er das weitere Vorgehen der USA in Bezug auf Afghanistan erläutert. Erwartet wird, dass Trump die US-Soldaten wie von seinen Generälen empfohlen weiter in Afghanistan bleiben lassen wird.

Für Überraschungen könnte bei Trumps Rede eher die Südasien-Strategie sorgen, in die der US-Militäreinsatz in Afghanistan eingebettet werden soll. Bekannt ist bereits jetzt, dass das US-Militär beabsichtigt, Druck auf Pakistan zur Beendigung der selektiven Unterstützung für die Taliban zu machen. Im Rahmen einer US-Regionalstrategie für Afghanistan lässt sich jedoch auch das Verhältnis der USA zu anderen wichtigen direkten und indirekten Nachbarn Afghanistans, so etwa Iran, China und Russland, schwerlich ausklammern. Einerseits eine Iran, China und Russland gegenüber grundsätzlich feindliche Politik zu fahren und andererseits auf freundliche Hilfe von Iran, China und Russland im Binnenstaat Afghanistan zu setzen, ist eine widersprüchliche Strategie, von der die USA nach dem Beitritt Pakistans zur SCO nur immer weiter wachsende Probleme zu erwarten hätten. Von daher ist es möglich, dass Trump in seiner Erklärung grundsätzliche außenpolitische Entscheidungen – indirekt auch etwa zum Umgang mit der Regionalmacht Iran – verkündet, die der Israel-Lobby überhaupt nicht gefallen.

Nachtrag 23:40h: Südwestlich von Huwaysis soll die syrische Armee heute auch eine Menge Gelände eingenommen haben.

Von Taiba aus soll die syrische Armee ein Stück weiter nach Süden Richtung Sukhnah vorangekommen sein (danke für den Hinweis, andreas):

Von Islamic World News gibt es eine frische Karte zur Gesamtlage in Zentralsyrien:

Und im Irak sollen die bisherigen Fortschritte gegen ISIS in der Tasche Tal Afar wie folgt aussehen:

Die syrische Armee und ihre Partner übernehmen also weiter rapide bislang von ISIS-Terroristen beherrschte Gebiete.

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8 Gedanken zu “Syrische Armee kommt in Zentralsyrien weiter voran

  1. Und es schließt sich der nächste Kessel. Nachdem die Russen die „Hardware auf dem Marsch“ dezimiert haben sollte die Logistik, der Nachschub nun für die Kessel unterbunden werden.
    Bei mir läuft seit Wochen ein 2. Bildschirm ganztags mit „militarymaps.info“. Faszinierend, wie sich die Geschicke zum Positiven geändert haben. Es sieht aus wie ein Schachspiel. Immer neue Angriffe mit Wucht schaffen immer neue Geländesituationen. Und kaum stabilisiert sich die Situation an einer Stelle, erfolgt ein Angriff wieder ganz wo anders. Aus Sicht der IS wird das sehr zermürbend sein, die wissen möglicherweise gar nicht mehr, wo sie zuerst verteidigen sollen.

    1. Mata Hari

      Ich denke, es ist gut möglich, dass es da keinen zweiten Kessel mehr geben wird und stattdessen das ganze Gebiet nördlich von Palmira gleich rot wird.

      Schauen wir mal, es kommt da wahrscheinlich auch im Detail gar nicht mehr so drauf an.

    2. Laut military.maps ist der 2. Kessel mittlerweile bereits geschlossen, aber ich denke wie das Parteibuch, dass dieser Kessel nicht lange Bestand haben wird und sehr schnell in rot umgefärbt werden wird.

    3. War umgekehrt genauso. Die Syrer hatten tlw. 6-700 km Ostfront gg. Daesh. Mit Luftwaffe, Drohnen und witzigen, kleinen Tariq-Radars (aus dem Iran) schützen sie Outposts (ca. 4 / 8 km Reichweite bei Personen / Fahrzeugen).
      http://tinyurl.com/y89gede5
      Und ja, es ist ein Schachspiel. Die SAA agiert so, das nächste Schritte nicht vorhersehbar sind. Man gehe davon aus, das Daesh noch genug Info von „westl. Freunden“ erhält.

  2. Denke auch, das in dem zentralen Bereich nicht mehr viele Truppen von Daesh sind; was sollen sie dort auch.

    Es gibt nur einen Grund: sich in Hinterhalten mit möglichst vielen Opfern an SAA und co in die Luft jagen etc., also Vorsicht bleibt geboten.

    Wenn der Rücken frei ist, geht es dann nach Osten.
    Es gab vor 2 Tagen schon Andeutungen, dass es da wieder ungemeldete Fortschritte gab, mal sehen, ob sie nicht wirklich bald in der Nähe von Kabbajb auftauchen.

    1. andreas

      Ich glaube nicht, dass die SAA plötzlich von Sukhnah aus einen weiten Blitzvorstoß Richtung Deir Ezzor macht. Ich vermute, die SAA wird das Gegenteil machen: ganz langsam auf Deir Ezzor vorrücken, um während des langsamen Vorrückens noch möglichst viele ISIS-Kämpfer aus den Orten am Euphrat raus in die Wüste zwischen Sukhnah und Deir Ezzor rauszulocken.

      In der Wüste dürfte der Kampf gegen ISIS deutlich einfacher sein als in den besiedelten Orten am Euphrat, wo es noch eine Menge Zivilisten gibt.

  3. „watanisy‏
    @watanisy

    army advanced 30 km toward deir ez-zor from al-sukhnah , control group of hills on highway , ongoing progress
    01:21 – 22. Aug. 2017“

    Wie gefährlich ist ein schneller Vorstoß entlang der M20.

    Wir erinnern uns wahrscheinlich schnell an die erste Tabqa-Offensive; kam gut voran, über eine große Straße durch weitgehend leeres Wüstengebiet; dann Gegenattacken von ISIL mit SVBIDs, diversen Verlusten, und rascher Rückzug.

    Natürlich können die immer noch tausende Kämpfer mobilisieren, und sie sind verdammt beweglich durch ihre Art zu kämpfen.
    Aber im Vergleich zu damals ist ISIL deutlich geschwächt, nach den Niederlagen sind die Reihen durcheinander.

    Die SAA hat nach der Qalamoun-Einnahme in überraschenden Vorstößen tief in die Wüste At Tanf abgeschnitten, die Grenze erreicht, sich bis kurz vor T2 bewegt.

    Es gab Gegenangriffe, aber nicht annähernd mit solch gravierenden Folgen wie auf dem Weg nach Tabqa.

    ISIS hat sich bisher sehr flexibel gezeigt und strategisch wertloses Gebiet schnell aufgegeben, gerade, wenn es schwer zu verteidigen war.

    Zwischen Palmyra und Sukhnah gab es diverse Siedlungen, sie waren tief eingegraben, mit lokaler Unterstützung.
    Dahinter kommt bis Kabbajb nahezu nichts. Insofern würde es mich nicht wundern, wenn sie bald dort in der Nähe auftauchen, sie werden wissen, was man da relativ leicht einnehmen kann, aber dann doch einen gewissen Schutz bietet gegen Gegenangriffe.

    ISIS raus in die Wüste zu locken klingt gut; aber bisher waren die ja gerade nicht so blöd, sondern kämpfen nur dort, wo das Gelände, die Stadt, die menschlichen Schutzschilde etc. günstig für sie sind.

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