Tontaubenschießen für Fortgeschrittene

Die DVR Korea hat ja nun bekanntlich angekündigt, in Erwägung zu ziehen, ab Mitte August vier Raketen über das japanische Hiroschima in Richtung der US-Militärbasis Guam abzuschießen, wo sie dann 30 bis 40 Kilometer vor der Küste, also außerhalb der amerikanischen Hoheitsgewässer, ins Wasser fallen sollen.

Die DVR Korea hat ihren eigen Verlautbarungen zufolge, obwohl sie über entsprechende Sprengköpfe verfügt, nicht vor, auf die Raketen konventionelle oder gar nukleare Sprengköpfe zu montieren, sondern möchte den Imperialisten einfach nur eine Demonstration ihrer militärischen Fähigkeiten bieten. Anders ausgedrückt: die DVR Korea bietet den USA einen sportlichen Wettkampf an, wo die DVR Korea ein paar harmlose Tontauben in die Luft schießt und die imperialistischen USA und ihre Lakaien dann ihre Kunstfertigkeiten im Abschuss solcher Tontauben beweisen können.

Die US-Lakaien in Japan haben erklärt, die sportliche Herausforderung anzunehmen und vier amerikanische Patriot PAC-3 Batterien gegen die Tontauben der DVR Korea in Stellung bringen zu wollen. Die klitzekleine Unstimmigkeit, dass die Raketen der DVR in einer Höhe von zwei bis drei Tausend Kilometern über Japan hinwegfliegen sollen, die PAC-3 jedoch nur 15 Kilometer hoch kommen, hat Japan damit erklärt, dass falls die koreanischen Tontauben über Japan abstürzen, Japan dann wenigstens noch mal draufschießen könnte, um mehr und weiter verbreitete Trümmer zu erzeugen.

Die USA haben unterdessen, man weiß ja nie, was passieren wird, ihre Manuals für die US-Bevölkerung im Fall der Beobachtung von Atombomebenexplosionen aktualisiert. Da es passende Schutzräume in den als gefährdet betrachteten Gegenden des Landes der unbegrenzten Möglichkeiten nicht gibt, lautet die akutuelle Empfehlung der USA an ihre Einwohner nun, beim Erkennen einer Atombombenexplosion die Augen abzuwenden, da sonst Erblindung droht, und sich dann schnell irgendwo mit eingezogenem Kopf hinzulegen, um das Risiko von Kopfverletzungen zu minimieren.

Bezüglich der militärischen Lage erklärt NBC New York, dass es keine einfache Entscheidung sei, ob die USA versuchen sollen, die Tontauben der DVR Korea abzuschießen. Es wäre zwar prima, wenn die USA die Raketen der DVR abschießen würde, aber es gebe auch das Risiko, dass das nicht gelinge, wird da weiter ausgeführt. Und dann wären die lukrativen Exportgeschäfte mit Raketenabwehrsystemen an „Verbündete“ in der Region in Gefahr, heißt es da weiter.

Natürlich haben die USA mit Raketen wie der Standard Missile 3 Raketen, die höher fliegen können, als die nutzlosen Patriot PAC 3, die sie Japan verkauft haben. Aber das Abschießen von Raketen damit befindet sich noch in einem experimentellen Stadium und Experten gehen davon aus, dass die Trefferquoten dabei kaum über 50% liegen. Hinzu kommt, dass allen verfügbaren Informationen zufolge, auch die modernsten Rakatenabwehrsysteme der USA nicht in der Lage sind, Salven aus mehreren Raketen abzufangen. „Wir retten die meisten Städte wie Seoul und New York, verlieren aber ein paar wie Tokyo, das wäre eine Zweidrittelquote, ist doch nicht schlecht,“ ätzt etwa Jeffrey Lewis bei Foreign Policy, während er dazu erklärt, dass es für die USA keine militärische Option im Umgang mit der DVR Korea mehr gibt.

Da Südkorea, Japan und praktisch alle anderen Staaten des Westpazifiks ohnehin engere Wirtschaftsbeziehungen zu China als zu den USA haben, bedeutet eine amerikanische Impotenz beim Tontaubenschießen vor Guam zunächst einmal kaum weniger als dass es keinen Grund mehr für die ostaasiatischen Neokolonien der USA gibt, bei den USA Schutz zu suchen. Und da die DVR Korea nicht Mitglied des Atomwaffensperrvertrages ist, bedeutet eine Impotenz der USA beim Tontaubenschießen vor Guam strategisch auch, dass die DVR Korea Atomwaffen und entsprechendes Know How weiterverbreiten kann, wie es der DVR Korea gefällt.

Die DVR Korea könnte die Technik beispielsweise weitergeben an alte Freunde wie Syrien oder an zahlungskräftige Kunden wie Katar. Sobald die USA zugeben müssen, dass sie keine militärische Option mehr haben, steht Korea die Welt offen. Da den USA das nicht passt, ist also zu erwarten, dass sie dem sportlichen Wettbewerb des Tontaubenschießens für Fortgeschrittene nahe Guam mit allen nur erdenklichen Manövern auszuweichen versuchen werden. Das Problem für die USA dabei ist, dass sie trotz allem Getöse aussehen werden wie ein Hochspringer, der unter der Latte hindurchläuft.

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34 Gedanken zu “Tontaubenschießen für Fortgeschrittene

  1. Hallo PB,

    genau so ist es.

    Mit der Bestätigung das die USA annehmen (!) das Nordkorea Atomwaffen hat, die bis Amerika reichen haben die USA keine taktische Option mehr als Nordkorea als Atommacht anzuerkennen.

    Dabei spielt es keine Rolle mehr, ob Nordkorea funktionierende Atomwaffen hat oder nicht, es kommt nur darauf an das sie nicht das Gegenteil beweisen.
    Meine Hochachtung für Kim!

    Also ich gehe davon aus das die Koreaner keine Tontauben fliegen lassen werden, ein Versagen ist immerhin doch noch im Bereich der Möglichkeiten.

    Die Friedenstauben fliegen ja ohne hin schon!

    Danke für den Artikel!

    Mit freundlichen Grüßen
    PAule

    1. Mit einer kleinen Einschränkung: es ist noch nicht ganz ausgeschlossen, dass sie genau das nicht annehmen, sondern es nur verlautbaren haben lassen.

  2. „Da den USA das nicht passt…“

    Wer ist gemeint, Trump oder der Tiefe Staat in den USA?

    Wenn Trump Wohlstand durch Arbeit und Handel will, passt ihm diese Situation sehr gut; ähnlich wie die Ausweisung der Diplomaten aus Russland, weil diese Ausweisung sehr viel Geld spare.

    Daß Trump mit diesem Getöse gegen Nordkorea das US-Militär ein wenig lächerlich erscheinen läßt, dürfte der Generalität der USA weitgehend schnurz sein. Denn diese Leute wissen nicht nur um die begrenzte Fähigkeit des US-Militärs, sondern haben mit wenigen Ausnahmen die Schnauze auch gestrichen voll, für die Ziocons ihre Soldaten verrecken zu lassen.

    Martin Dempsey, Vorgänger von J. Dunford hat es doch auf den Punkt gebracht als er zu Netanjahu sagte, ihr Idioten bildet euch doch nicht wirklich ein, daß wir für euch den Iran angreifen.

    -Und wie sagte Kissinger in Freudscher Spitzenfehlleistung einst, Militärpersonal sei dummes und blödes Viechzeugs?

    Dieses Wirren um Nordkorea lassen sich vielleicht besser verstehen, wenn man in Betracht zieht, daß Trump mit Nordkorea eine Projektionsfläche hat, in welche ihm die Ziocons nicht hinein pfuschen können.

  3. Wenn Wallstreets Washington in der Krise Krieg braucht, hat sich bisher immer ein C n. n. gefunden, das den Leuten die Monroe-Doktrin des offen imperialistischen Kolonialismus so erklärt, dass ein Diktator in Tonkins Golf am 11. September „unprovoziert“ amerikanische Perlenhäfen angreift und dabei Schiffe versenkt, die entweder „USS Maine“ heißen oder „RMS Lusitania“.

  4. “ Da den USA das nicht passt, ist also zu erwarten, dass sie dem sportlichen Wettbewerb des Tontaubenschießens für Fortgeschrittene nahe Guam mit allen nur erdenklichen Manövern auszuweichen versuchen werden. Das Problem für die USA dabei ist, dass sie trotz allem Getöse aussehen werden wie ein Hochspringer, der unter der Latte hindurchläuft.“

    Richtig.

    Andererseits ist es neben Tontaubenschießen auch Pokern; letztlich weiß Kim auch nicht sicher, ob sie die vier Raketen mit Vorankündigung nicht doch abschießen könnten, und auf diese Demonstration kann er auch gern verzichten (auch wenn das wenig aussagt darüber, was im Ernstfall passiert).

  5. Die Frage ist ob Nordkorea wirklich Atomsprengköpfe hat die sie per Rakete verschießen können. Die abgehaltenen Atomtests beweisen bisher nur das Nordkorea in der Lage ist Spaltbares Material zur Explosion zu bringen, wie groß dabei der sprengkörper war steht auf einem ganz anderen Blatt.
    Zudem stehen den Vereinigten Staaten durchaus nichtnukleare bunkerbrecher zur Verfügung mit denen sie jederzeit zumindest Teile der Führungsriege und der Raketenstellungen ausschalten können ohne das auch nur ein amerikanischer Soldat koreanischen Boden betritt.
    Bleibt als jojker nur China, die eventuell keine Lust haben amerikanische Truppen nach einem Fall Nordkoreas an ihrer Grenze zu haben. Aber auch da gilt „Money talks“, mit anderen Worten wirtschaftlich versteht man sich eigentlich ganz gut auch wenn die USA ganz gern mal die Karte Menschenrechte, Minderheitenrechte, Demokratie ausspielen.
    Mit anderen Worten Business as usual.
    Ein Krieg in nächster Zeit kann trotzdem durchaus als möglich angenommen werden da der Nordkoreanische Machthaber keine Möglichkeit auslässt die Militärspielchen des kalten Krieges zu spielen, nur mit dem Unterschied das die Sowjetunion inzwischen Zerfallen ist und Coca Cola samt Mcdonalds, Soaps und Hollywoood auch in den kalten Ebenen Sibiriens einzug gehalten hat.
    Mit anderen Worten, das letzte sogenannte „Arbeiterparadies“ sehnt sich offenbar danach den Militärisch-Industriellen Komplex der Weltmächte am leben zu erhalten und gibt dabei eine gute Zielscheibe ab.
    Den Überlebenden winken immerhin Satelitenfernsehen, Fastfood und Demokratie nach unserem Vorbild… mal sehen ob CNN die grünen Bilder a la Bagdad liefern wird, ich stell schon mal Poppcorn bereit.

    1. Nixxon

      „Die Frage ist ob Nordkorea wirklich Atomsprengköpfe hat die sie per Rakete verschießen können.“

      Die Frage ist aus Sicht von US-Experten geklärt: ja, die DVR Korea hat nukleare Sprengköpfe für Raketen. Und so sehen sie aus:

      Anstelle von großen nuklearen IEDs, die sie später minimieren müssten, hat die DVR Korea von Anfang an so kleine nukleare Sprengköpfe gebaut, dass sie auf Raketen passen. So erklären sich die vergleichsweise kleinen Explosionen bei den koreanischen Nuklearwaffentests.

      https://foreignpolicy.com/2016/09/09/north-koreas-nuclear-program-is-way-more-sophisticated-and-dangerous-than-you-think/

      „Zudem stehen den Vereinigten Staaten durchaus nichtnukleare bunkerbrecher zur Verfügung mit denen sie jederzeit zumindest Teile der Führungsriege und der Raketenstellungen ausschalten können“

      Auch das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Die Führungsriege der DVR Korea hält sich an wechselnden unbekannten Orten auf und auch die Raketen werden nicht aus Silos, sondern mobil vom LKW aus gestartet:

      Die USA könnten zwar den bekannten koreanischen Plutoniumreaktor in Yongbyon erfolgversprechend angreifen, hätten damit aber keine der koreanischen Nuklearwaffen zerstört. Die stünden der DVR Korea alle für Vergeltungsangriffe gegen die USA zur Verfügung.

      Wo sich das Meiste der koreanischen Uran-Anreicherung befindet, wissen die USA nicht. Sie wissen bloß, dass Korea sehr viel mehr Uran abbaut, als es in den Anlagen, die den USA bekannt sind, verarbeiten kann. Sprich: selbst wenn es den USA gelingen würde, den Reaktor in Yongbyon zu zerstören, könnte Korea weiter auf Uran basierende Nuklearwaffen bauen.

      1. @Übersetzer
        „Ein deuscher Raketenexperte…“

        Der gute Herr hat irgendwann mal unmotiviert was von Russland gemurmelt und darf seither überall seinen unqualifizierten Senf dazu geben.

        Da die Nordkoreaner grundsätzlich als Kretins dargestellt werden, können sie natürlich keine Raketen (weiter)entwickelt haben. Deshalb kommt alles vom teuflischen Dikator Putin und wir müssen mehr Nato-Truppen im Baltikum und der Ukraine stationieren.

      2. De profundis

        Angesichts der überraschenden Fortschritte der DVR Korea in Raketen- und Atomtechnik finde ich die Annahme durchaus nicht unplausibel, dass die DVR Korea da Nachhilfe – oder mehr – aus China und Russland erhalten hat.

  6. 24 Resistance Axis‏ @Syria_Hezb_Iran 39 Min.Vor 39 Minuten

    BREAKING: #SAA led by Tigers Liberate Bi’r Rumaylan, Khirbat Mukmān & Kadir (263 km²) after successfull airdrop OP

    dazu diese Karte

    Airdrop, ernsthaft?

    Das eingenommene Gebiet grenzt an bisher gehaltenes an, klingt erst mal unplausibel.

    Aber vielleicht als Test, und wenn ein von einer Seite gut gesichertes Gelände im Weg ist, kann man das ja mal probieren; denn bei Deir ez Zur oder östlich des Euphrat für Brückenköpfe könnten Luftlandeoperationen noch sehr hilfreich sein.

    1. Kalle

      Nein, die Höhe von mehr als 2000 Kilometer ist kein Fehler, sondern genau der Grund für die ganze Aufregung in den USA.

      Der koreanische Raketentest von Anfang Juli erreichte von den USA nicht bestrittenen koreanischen Angaben zufolge eine Höhe von 2800 Kilometer und der von Ende Juli sogar eine Höhe von mehr als 3700 Kilometer.

      Dass die Raketen trotzdem nur weniger als 1000 Kilometer weit geflogen sind, lag lediglich daran, dass Korea sie zu Testzwecken auf eine Bogenlampe programmiert hatte. Wenn sie andere Programmdaten erhalten, können die Raketen viel weiter fliegen, was eben gerade die große Höhe beweist.

      1. Bei so viel „Höhe“ ausserhalb der Atmosphäre gehe ich mal
        von einer irrsinnigen Geschwindigkeit nach dem Eintauchen
        in diese A. aus.
        Wenn die Rakete die hohen Temperaturen speziell beim
        Wiedereintritt in die A. aushält bedeutet das nicht, dass ein
        atomarer Sprengkopf das auch tut … aber wer will sich schon
        so ein Risiko leisten ? Ebenso sind die Reichweiten einer Rakete
        „ausserhalb der Atmosphäre“ kaum zu kalkulieren – je nach
        Bogenlampe und Rest-Dichte am Atmosphären-Ende … – ein
        klarer Fall für das SDI-Programm ! Ich erinnere mich noch vage
        an diese Werbung (unter Ronald Regan in den 80ern?). Die
        Erkenntnisse und Enrwicklungen dürften überholt sein – wie
        sieht es aus mit der Raketen-Bekämpfung mittels Laser von
        Miltitär-Satelliten aus ? Das wäre doch eine prima Gelegenheit
        für die US-Militärs die Leistungsfähigkeit unter Beweis zu
        stellen und neue Entwicklungsgelder einzufordern – man
        muss den „Vorsprung“ ja auch halten … .

      2. k49mich

        Der Wiedereintritt in die Erdatmosphäre und die dabei durch die hohen Geschwindigkeiten auftretenden Temparaturen sind in der Tat nicht ganz einfach. Deshalb gibt es gerade aus den USA auch immer wieder Einschätzungen, dass die Koreaner das noch nicht beherrschen. Die Koreaner meinen hingegen, dass ihre Re-Entry-Kapsel funktioniert.

        Rausfinden kann man das letztlich nur durch Testen. Das „Tontaubenschießen für Fortgeschrittene“ wäre eine gute Gelegenheit dazu. Wenn da irgendwie sowas wie eine „schwimmende Gummiente“ aus passenden Werkstoffen in die Rakete gepackt würde, könnte man nach der Landung im Meer sehen, ob sie schwimmt oder ob sie verglüht ist. Die Alternative, das mit einem echten Atomsprengkopf im Krieg zu testen, dürfte den USA auch nicht gefallen, denn kaum jemand würde vermutlich sein Leben – und das unzähliger anderer Menschen – darauf wetten wollen, dass der Wiedereintritt der Koreaner nicht funktioniert. Bei den koreanischen Raketen sind die Experten ja auch alle überascht worden, was die Koreaner da schon können.

  7. Ein paar Details zur airdropaktion

    Vier MI 35, also maximal 32 Mann, vom Tiger persönlich angeführt (oder war er doch weiter weg?).

    20 Kilometer hinter den Linien, hieß es; sehe keinen sinnvollen Punkt dafür auf der Karte, der sich mit den Gebietseinnahmemeldungen in Einklang bringen ließe; aber die Tiger lassen ja schon länger nur noch gefilterte Informationen raus.

    Es hieß ja auch immer, dass der Tiger am Euphrat ist.
    Na man wird es sehen, vielleicht gibt es bald wieder Überraschungsneuigkeiten.

  8. Noch einmal kurz zur systematisch hoch gepeitschten, völlig abgedrehten, Diskussion über mögliche Atomwaffeneinsätze in den lügenden Sensationsmedien der westlichen Hemisphäre..

    Derjenige, welcher sich hierzu entschließen sollte, kann sich gleich selber erschießen. Er hätte nicht nur das Gesicht verloren, was in Asien ein enorm wichtiger Aspekt im menschlichen Miteinander und nicht gleichzusetzen mit europäisch-usraelischer Heuchelei ist.
    Auch heute noch ist sich die Welt weitgehend einig darin, dass die Atombombenabwürfe in Japan zu den anrüchigsten Verbrechen gehören, mit welchen Menschen Menschen heimgesucht haben. Wer diese Angriffsoption tatsächlich zieht, ist für die Menschheit durch. Da spielt die Nationalität gar keine Rolle. Aus diesem Grunde wurde der Begriff der taktischen Atomwaffen eingeführt, um hier Verwirrung zu stiften, was allerdings nicht wirklich zieht.

    Eine ganz andere Angelegenheit ist ein Atomwaffeneinsatz im Rahmen einer bereits militärischen Auseinandersetzung als letzte Möglichkeit, einen sowieso drohenden Untergang für den jeweiligen Gegner noch irgendwie schmerzhaft mitgestalten zu können. So etwas ist eher denkbar, letztlich aber genauso verwerflich. Die Teilnehmer dürften sich bis dahin sowieso schon bis auf die restlichen Knochen blamiert, entehrt und enthauptet haben. Wenn zwei Atommächte davon betroffen sind, wird es immer gelingen auf beiden Seiten derartige Waffen ins Ziel zu bringen.

    Es sollte für den Angreifer klar sein, dass ihn eine Gemeinschaft atomarer Gegner unmittelbar danach durch einen atomaren Gegenschlag vom Erdball zu entfernen gedenkt. Denn nur so funktioniert eine atomare Abschreckung logischer Weise.

    Dieser ruchbare und furchtbare Unsinn wird durch den unten erwähnten Artikel vortrefflich karikiert. Er trifft den Nagel mitten auf den Kopf!

  9. die systematisch hochgepeitschte völlig abgedrehte Diskussion über mögliche Atomwaffeneinsätze gerät auf ein ganz übles Niveau, wenn schon darüber spekuliert wird,
    wieviele Städte in Amerika oder anderswo verbrannt werden. Dann Ganze erinnert an die Samson
    Option Israels und es gibt Gerüchte, dass die großen Deutschen Städte da auf der Abschussliste stehen. Und wenn man in einer dieser Stdte wohnt, dann sind diese Gedankenspielchen nicht mehr so spannend.

    Wenn die USA da nachgeben muss, weil sie eben keinen Atomkrieg gegen Nordkorea führen wollen, dann ist dass nicht ein Zeichen von Schwäche, sondern auch von Vernunft.
    Es ist ein Erfolg für Kim und Nordkorea, ob dieses Modell auch für andere Länder gut wäre, glaube ich nicht. Nordkorea ist da schon sehr speziell und einzigartig.
    Iran ist auch ohne Atombomben stark genug, um nicht zur leichten Beute zu werden.
    Assad und Gaddafi hätte die Bombe nichts genützt.
    Es hat schon einen Sinn, dass die Verbreitung von Atomwaffen verhindert werden soll.

    In dieser ganzen pervertierten Diskussion spielt die Frage, was will Kim erreichen, kaum eine Rolle.
    Ich denke, er will vor allem ernst genommen und mit Respekt behandelt werden.
    Und irgendwie hat er auch Respekt verdient, er pokert sehr hoch, um dann ein
    Tontaubenschießen anzubieten, das zeigt Fantasie und Humor.
    Ich habe nichts davon gehört, dass er etwa Südkorea oder andere Nachbarn angreifen will.
    Es geht immer nur um die Amerikaner und die will er möglichst weit weg haben, wofür es ja bekanntlich gute Gründe gibt.

    1. ulrich

      „Assad und Gaddafi hätte die Bombe nichts genützt.“

      Doch natürlich hätte sie das. US-Präsident Barack Obama hätte dann vermutlich den Befehl zum Regime Change mithilfe von Al Kaida in seiner Presidential Study Directive 11 aus Angst davor, dass Atomwaffen in die Hände von Al Kaida fallen könnten, gar nicht erst gegeben.

      Aber selbst wenn doch – oder wenn ähnliche gesellschaftliche Konflikte von selbst ausgebrochen wären, dann wären die direkten Angriffe der NATO auf Libyen sehr wahrscheinlich ausgeblieben, wenn Libyen Atomwaffen gehabt hätte. Stattdessen wäre es sehr wahrscheinlich gewesen, dass die NATO dann aus Angst davor, dass Atomwaffen in die Hände von Terroristen hätten fallen können, auf das Angebot von Gaddafi eingegangen wäre, eine Vermittlung des Konfliktes von der AU herbeiführen zu lassen. Und in Syrien waren die syrischen Chemiewaffen, und die Angst davor, sie könnten in die Hände von Terroristen fallen, einer der wichtigsten Gründe, warum Obama das US-Militär nicht direkt gegen Syrien eingesetzt hat. Diese Gründe wären im Fall von Nuklearwaffen natürlich noch viel triftiger gewesen.

  10. Wer hat denn Nord und Südkorea geschaffen? waren es nicht die USA?
    Wer hat als einziges Land der Welt durch den Einsatz von Atombomben den Genozid an einer Zivilbevölkerung durchgeführt? waren es nicht die USA?
    Wer überzieht seit mehr als 100 Jahren die Welt mit illegalen Kriegen und Regimechange? waren und sind es nicht die USA?

    Die Einzige Abwehrchance zum Schutz des eigenen Landes ist der Besitz von Nuklearwaffen mit entsprechenden Trägersystemen!

    1. Nein, das stimmt so nicht. Wenn es jetzt in Nordkorea funktioniert, heißt das nicht, dass es für andere Länder auch gilt.
      Außerdem kann auch bei Atommächten ein Regime Change herbeigeführt werden, bestes Beispiel ist Jelzin.
      Libyen ist ein kleines Land nach Bevölkerung und war gegen einen Angriff von außen sehr gut aufgestellt, nicht aber für einen Bürgerkrieg.

      Die Waffen der Regierung sind sehr schnell in die Hände der Aufständischen geraten und die Chemiewaffen wurden dann sogar nach Syrien verkauft, dasselbe hätte mit Atomsprengköpfen auch passieren können.
      Das Unglück war diese unsägliche und mißbräuchlich angewandte UN Resolution zum Flugverbot,
      bei der sich Rußland und China enthalten haben, warum verstehe ich immer noch nicht.

      Aber diesen Fehler werden die wohl nicht mehr machen.

      1. einzige Abwehrchance ist der Besitz von Nuklearwaffen…..

        die gleiche Argumentation haben auch die Zombies in der Ukraine, die es für einen Fehler
        halten, dass die Ukraine die auf ihrem Gebiet gelagerten sowjetischen Atomwaffen
        abgegeben hat. Solche moralisch pervertierten würden die auch benutzen, wenn sie sich angegriffen fühlen.

  11. Libyen? und wer hat den Bürgerkrieg imitiert? Die USA zusammen mit Frankreich – und man hat damit das weit entwickelste Land auf dem afrikanischen Kontinent zerstört, die Migrations-Schleusen geöffnet, die IS-Terroristen gestärkt.
    Moralisch pervertiert sind die USA, die mit Propaganda, ihrer Wirtschafts- und Militärmacht alles und Jeden zerstören. Konventionell ist kein (kleines) Land dem gewachsen – die USA pfeifen auf das Völkerrecht und nutzen es nur, wenn es ihnen nützt.
    „Solche moralisch pervertierten würden die auch benutzen, wenn sie sich angegriffen fühlen.“ – na die USA haben ohne militärische Notwendigkeit, just for Fun zwei Atombomben auf Japan geworfen.
    Es wird Zeit, dass sie etwas von ihrer eigenen Medizin abbekommen!

  12. Ich bin ja mal gespannt wie die ganze Auseinandersetzung weiterght. Allein die Aufregung der Transatlantiker ist schon amüsant zu beobachten.

    Ich an Kim’s Stelle würde noch einen anderen Husarenritt versuchen. Mit Guam drohen und die Raketen ins Meer vor Pearl Harbor/Hawai zu senden wäre nochmal eine zusätzliche Provokation und Demütigung für die USA. Die Distanz beträgt etwas über 7’000km, also durchaus im Bereich des möglichen Für nordkoreanische Raketen.

  13. Heute erfahren wir also von NYT und sputniknews, daß Kim’s Triebwerke wohl von Yuzhmash, Dnepropetrowsk, UKR kommen.

    Dnepropetrowsk liegt westelich vom Donbas, also die richtige Gegend, um mh17 zu managen und der ernannte Gouverneur Kolomoiski war der richtige Mann dafür. Er mußte gehen, als er seine wirtschaftlichen Interessen mit seiner Privatarmee direkt in Kiev vertrat.

    Das Geschäftsmodell UKR ist bekannt, ein Schuß im Osten, eine Sanktion gegen Russland, ein Kredit für die Ukraine.

    Lagarde ist schon aus ihrer französischen Zeit als Frau des US MIK bekannt (>Voltairnet) und war eine treibende Kraft beim Libyenüberfall.

    Zuletzt hat sie die UKR gegen die IWF Regeln kreditiert und von der letzten 17.000.000.000 $$$ Charge gingen 1.800.000.000 $$$ direkt an Kolomoiski, offiziell, weil seine Privat Bank überschuldet war, bei der sie nie ankamen, tatsächlich als Umzugsbeihilfe nach den USA, dachte ich.

    Doch jetzt stellt sich die Lage anders dar: Lagarde hat aus der Kasse des IWF, also auf Kosten der Menschheit gewissermaßen, Kim die Triebwerke spendiert. Kleine Förderung der Geschäfte des MIK.

    1. @zivilistin

      Doch jetzt stellt sich die Lage anders dar: Lagarde hat aus der Kasse des IWF, also auf Kosten der Menschheit gewissermaßen, Kim die Triebwerke spendiert. Kleine Förderung der Geschäfte des MIK.

      Haben Sie einen Link dazu?

      Vielen Dank im Voraus.

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