Syrische Armee nimmt Euphrat-Dörfer im Südosten von Raqqa ein

Wie die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA am heutigen Mittwoch meldete, haben die syrische Armee und mit ihr verbündete Stammeskräfte im Kampf gegen die Terrorgruppe ISIS eine Reihe von am Euphrat gelegenen Dörfern im Südosten der Provinz Raqqa eingenommen.

Al Masdar News berichtet dazu, dass, nachdem die syrische Armee die Dörfer in den vergangenen Tagen in teils verlustreichen Gefechten umzingelt hatte, die heutige Einnahme vergleichsweise unproblamtisch vonstatten ging, weil ISIS bereits größtenteils geflohen war und nur eine kleine Nachhut der Terroristen in den Dörfern verblieben war. Dazu verbreitet Al Masdar News folgende Karte, wobei die rot eingekreisten Dörfer heute eingenommen wurden.

Wichtige Fortschritte der Armee wurden heute inoffiziell auch von der Front bei Sukhnah im Osten der Provinz Homs gemeldet. Letzten Meldungen zufolge ist es der syrischen Armee dort in schweren Kämpfen gegen ISIS nun endlich gelungen den letzten Hügel vor Sukhnah einzunehmen und die Armee konnte anscheinend dann auch gleich ein Stück in die Stadt eindringen.

Weiterhin wurde am heutigen Mittwoch vom Kampf gegen ISIS aus dem Osten der Provinz Hama gemeldet, dass die syrische Armee südöstlich von Ihtria Hügel eingenommen hat, von wo aus sie das Dorf Marina überblicken kann. Auch an dieser Front gegen ISIS geht es also weiter vorwärts.

Bezüglich der Kapitulation von Al Kaida im syrisch-libanesischen Grenzgebiet hat heute die Evakuierung von 7777 Personen, Al-Kaida-Terroristen nebst ihren Familienmitgliedern, in Richtung Idlib begonnen. Die ersten vollbesetzten Evakuierungsbusse sind bereits Richtung Syrien unterwegs. Drei gefangene Kämpfer der libanesischen Widerstandsorganisation Hisbollah waren zuvor von Al Kadia freigelassen worden.

Weiterhin wurde am heutigen Mittwoch berichtet, dass sich im Südwesten von Syrien mehrere Dutzend Terroristen der Gruppe Mughawir al Thawra der syrischen Armee ergeben haben, nachdem US-Präsident Trump den Terroristen die Unterstützung durch die CIA gestrichen hatte. Gerüchten zufolge geht damit auch einher, dass die USA ihren Stützpunkt am syrisch-irakischen Grenzübergang Tanf aufgeben.

Nachtrag 21:00h: Die Terrorgruppe ISIS ist in Syrien immer noch zu Angriffen fähig. In der Provinz Hama hat es östlich von Salamiyah heute einen größeren Angriff von ISIS-Terroristen gegeben, bei dem viele Menschen ums Leben gekommen sein sollen und ISIS auch – jedenfalls vorübergehend – etwas Gelände erobert haben soll.

Und weil wir schon länger keine mehr hier hatten, gibt es nun noch eine aktuelle Übersichtskarte zur Lage in Syrien:

Es ist erstaunlich, wie zäh sich ISIS immer noch hält, obwohl das Ende von ISIS längst absehbar ist.

Advertisements

34 Gedanken zu “Syrische Armee nimmt Euphrat-Dörfer im Südosten von Raqqa ein

  1. Man kann der SAA und ihren Partner nur gratulieren!
    Ich bin seit Mitte Juli in einem Projekt in der Wüste südlich von Dubai eingebunden. Letzte Woche hatten wir 52′ im Schatten wo keiner ist. Man hat nach kürzester Zeit überall feinsten Sand: Im Mund, in der Nase, Ohren, Augen…
    Weht Wind, wird es noch heisser.
    Jedes Mal denke ich dann: verdammt! Die Jungs in Syrien kämpfen an der Front unter den den gleichen Bedingungen.
    Also Hut ab! Wir sollten auch nicht ungeduldig werden, wenn es mal länger dauert.

  2. Centcom sagt, At Tanf wird nicht schnell aufgegeben, sie sind da seit mehr als einem Jahr um Partner zu trainieren die gegen ISIS kämpfen und sichern die Grenze.

    Na mal sehen.

    1. Welche Partner, die die sich ergeben haben? Gegen ISIS, wo ist da noch ISIS 200 km weg.
      Welche Grenze, zu Jordanien, von wo man einmaschiert ist? Von Syrien, die vom Land oder die zur SAA+?

  3. Mit die besten Waffen, welche ISIS hat, sind ihre selbst umgebauten und mit Sprengstoff voll gestopften Fahrzeuge. Diese sind schnell, schlagen Lücken in die Verteidigung und ermöglichen nachfolgenden Truppen nachzusetzen. Das Gelände muss nicht gehalten werden. Für ISIS wird zählen, dass sie mehr Gegener mit in den Tod gerissen haben als sie von ihren eigenen Leuten geopfert haben. Letztlich eine ganz einfache Rechnung. ISIS hat vielleicht noch 20.000 Kämpfer. Falls die Hälfte von ihnen sich in die Luft sprengen und jeweils 10 Gegner mit nehmen könnten, dann wäre die SAA ausgeblutet.
    Es mögen noch einige lokale Stämme die Seite wechseln. Doch gerade die ausländischen Kämpfer haben auf dieser Erde nicht mehr viel zu erwarten. Sie werden nicht warten, bis ihr Unterstand unter Feuer genommen wird. Bei einem günstigen Moment werden sie den Gegenangriff starten. Sprengstoff, Munition und Waffen dürften überall in ausreichender Menge gebunkert sein. Trotz aller Geländegewinne darf nie davon ausgegangen werden, die Strukturen von ISIS würden zerfallen.

    1. Reisender

      Ich würde in Syrien und im Irak bei Kamikaze-Angriffen auf die Sicherheitskräfte eher nicht von einem Verhältnis 10:1 ausgehen, sondern eher von 2:1, und vielleicht auch nur etwa 1:1. Die Sicherheitskräfte haben sich längst auf Kamikaze-Angriffe der Terroristen eingestellt und entsprechende Vorkehrungen getroffen, sodass sie heutzutage weit weniger effektiv sind als sie es früher waren. Selbst ein Verhältnis von 1:1 ist für ISIS natürlich immernoch viel effektiver als mit AK-47 gegen MIGs zu kämpfen, aber eine gewinnende Strategie ist das trotzdem nicht oder jedenfalls nicht mehr.

      Wenn bald unausweichlich eine totale Niederlage ansteht, lässt normalerweise die Kampfmoral und -kraft von Truppen extrem nach. Bei ISIS scheint das nur in geringem Ausmaß so zu sein. Da kämpfen nach wie vor ISIS-Kleinstgruppen allein auf weiter Flur irgendwo eingegraben in der Wüste auf verlorenem Posten gegen die Armee, obwohl sie eigentlich nur rauskommen und sich ergeben müssten, um anstelle ihrer Eliminierung eine Amnestie in Anspruch nehmen zu können. Sicher gibt es viele zutiefst indoktrinierte Leute und Ausländer, aber möglicherweise kämpfen viele ISIS-Leute trotz ihrer unausweichlich anstehenden Niederlage ihren sinnlosen Kampf auch bloß weiter, weil sie die militärische Gesamtlage nicht kennen.

      1. Kennen wir denn die militärische Gesamtlage? Wissen wir, welche personelle und materielle Reserven welche Kriegspartei noch hat? Wie viele Soldaten befinden sich gerade in der Ausbildung und sind wann einsatzbereit? Wie ist die Stimmung in der Bevölkerung? Was denkt eine Familie über den Krieg, wenn schon drei Söhne/Väter/Brüder/Onkel, …. gefallen sind? Wie wichtig ist dieser Familie, welche vielleicht an der Küste wohnt, dass Gebiete an der irakischen Grenze befreit werden? Wie viele Soldaten sind schon seit Jahren an der Front und bräuchten dringend einen Erholungsurlaub? Sind die aktuellen Verluste der SAA ein Zeichen dafür, dass sie ein zu hohes Risiko eingehen und die Front überdehnt wurde? Werden schnelle Fortschritte erzwungen für welches ein menschliches Blutzoll gezahlt werden muss.

        Wieso sollte heute die militärische Gesamtlage schlechter sein als 1988 in Afghanistan? Welches System steht wie kurz vor dem Zusammenbruch? Wer kann sich auf Grund seiner innenpolitischen und ökonomischen Situation länger diesen Proxykrieg leisten? Syrien selbst kann sich doch die Waffen schon lange nicht leisten.

        Die Zukunft ist nicht fest geschrieben. Jeden Tag können die Taten vieler kleiner Leute den Verlauf der Geschichte verändern. Die Geschichte wird uns später sagen, ob ISIS derzeit auch erhebliche Verluste an Kämpfer hatte oder nur auf weniger Fläche konzentriert wurde.

      2. Reisender

        Ja, wir kennen die militärische Gesamtlage recht gut. Ihre Entwicklung lässt sich auf Karten gut verfolgen. ISIS hat inzwischen die Kontrolle über praktisch alle Großstädte, die sie mal hatten verloren: Tikrit, Ramadi, Falluja, Shadadi, Manbij, Al Bab, Mossul, und Raqqa ist praktisch auch schon weg. Was bei ISIS noch übrig ist, sind Mayadin, Bukamal, Al Qaim, Teile der Stadt Deir Ezzor und gerade noch soeben Sukhnah. Das ist nicht mehr viel, ISIS wurde durch die Kämpfe stark aufgerieben und die von Russland und den USA angeführten Anti-ISIS-Kräfte werden immer mehr und stärker.

        Das System von ISIS steht kurz vor dem Zusammenbruch, wirtschaftlich ebenso wie militärisch. Die Lage für die „Mujahedin“ 1988 in Afghanistan war deutlich besser als die Lage von ISIS in Syrien und Irak heute, weil die „Mujahedin“ über eine funktionierende Nachschublinie aus Pakistan verfügten und sie mit Saudi Arabien einen der finanzkräftigsten Staaten der Welt als Sponsoren hatten.

  4. „Es ist erstaunlich, wie zäh sich ISIS immer noch hält, obwohl das Ende von ISIS längst absehbar ist.“
    .

    Der IS kann sich so Lange „zäh“ halten so lange er noch irgendwelche „Unterstützer“ bei „uns“ findet. Das zu beenden ist unsere gemeinsame Aufgabe.

    1. „…so lange er noch irgendwelche „Unterstützer“ bei „uns“ findet…“

      Ja – es sind nicht „irgendwelche“, sondern das globale Terrornetzwerk der USA/NATO… ohne deren täglichen!!! Nachschub-/munitionslieferungen wäre der IS schnell k.o.

      1. Zum Thema Daesh Nachschub.
        Dieser ist deutlich geringer geworden seitdem aus der Türkei keien Verbindung mehr zu Daesh Gebieten besteht und seitdem die Libanesische Grenze nun nahezu Terroristenfrei ist.
        Offene Flanke bleibt leider aber immer noch das zionistische Gebilde sowie der US Lakai Jordanien, da dies noch die letzten verbliebenen sind über die Daesh auch immer noch größere Mengen und schwere Waffen, Fahrzeuge usw. bekommen kann.
        Nach der Befreiung von DeirEzzor hat somit die Grenzsicherung und Säuberung entlang der Grenze Jordanien-zionististan dann priorität.
        Dann bricht Daesh zusammen, da die alleinige Versorgung aus der Luft nicht mehr reichen wird.

    2. Nach wie vor gibts Berichte von Frachtabwürfen über Daesh Gebiet, von unbekannten Maschinen ohne Kennung.
      Und das was Daesh hat/bekommt ist teils vom Allerfeinsten.
      Habe viele Daesh Videos studiert, zu sehen gibts da teils höchste und modernste Waffenqualität wie österreichische HS50 und chinesische M99 Sniper, TOW2 Raketen, AUG, M16/AR15, G36 Gewehre und nach wie vor massenhaft Picups von Toyota u.ä. welche mit 12,7mm, 14,5mmm oder 23mm MGs und TOWs bewaffnet, schnelle, mobile und kampfstarke Einheiten Darstellen, bei pro Fahrzeug meist nur 2 Mann Besatzung.
      Wenn man bedenkt das die syrische und russiche Luftwaffe diese seit Monaten und Jahren täglich bombardiert und dezimiert, dann kann man sich ausmalen welche Mengen Solcher Waffen, Logistik, Nachschub, Munition und Fahrzeuge, wohl vornehmlich aus den Golfstaaten kamen.
      Es müssen abertausende gewesen sein und zig tausende Tonnen an Waffen und Munition.
      Und aktuellen Meldungen nach läuft der Nachschub weiter.
      Wohl einer der Gründe warum es nur relativ langsam und zäh vorangeht.

      1. Bei der Grundausstattung von Toyota – Pickups für IS und AL Qaida habe ich die Zahl 16.000 in Erinnerung. Bei den Videos könnte es sich auch über mehrere Jahre alte Videos handeln, die sind nur bedingt aussagekräftig. Bzgl. Jordanien ist aktuell auch nur mehr Nachschub indirekt über den Irak möglich. Außerdem können die Nachschubrouten des IS jetzt immer besser überwacht werden, da es immer weniger werden…..

        Ich verstehe es grundsätzlich nicht, wie der IS so lange unter diesen Umständen auf diesem Niveau kämpfen kann… Hat vermutlich auch damit zu tun, dass die syrische Armee nach vielen Jahren Krieg noch immer sehr geschwächt und ausgelaugt ist.

  5. Es gibt für diese Geisteskranken nur ihr Ende in einem Plastksack, womit dann die
    katalaunischen Äcker befruchtet werden.

  6. ich finde gut, dass die saa endlich verstanden hat, informationen verspatet zu verbreiten, auch auf twitter. so ist es für die andere seite etwas schwieriger an Infos zu kommen. gut ist, dass geländegewinne gibt, gut dass es heiss ist, da jene welche eine bessere versorgungskette haben von vorteil sind. gut dass sich so langsam ein umdenken in der bevölkerung durch kontakt mit syrern im westen ergibt, auch wenn hier nur sehr wenige gekommen sind. gut dass ypg in raqqah durch die amie unfreiwillig beschäftigt und gebunden ist und sollten sie nicht folgen, lassen die amies die türken von der leine.
    gut dass es leute gibt, welche viel zeit verbringen, anderen eine zusätzliche möglichkeit zu bieten an informationen und neue sichtweisen darzustellen, es gibt leider zu wenige davon in unserer zeit vor der entscheidung krieg oder liebe.
    hätte es fast vergessen, die chinesen beeinflussen zur zeit stark die amie-politik, das ist zur zeit sehr gut, da die integrität syriens nicht in frage gestellt wird. indien hat sich leider dazu noch nicht geäusert.

  7. Solange der Islamische Staat Waffen, Munition und Sprengstoff hat, wird er kämpfen.
    Wenn er „besiegt“ wird , dann verübt er weiterhin Anschläge aus dem Untergrund.
    Und ein Unterstützer findet sich in der Gegend mit der mittelalterlichen Ideologie immer.
    Mit dem Islam hat das natürlich nichts zu tun. 😉
    Welche zahlenmäßige Höhe der Anteil gewaltbereiter Kämpfer im Flüchtlingsstrom hat, wäre auch eine ernstzunehmende Komponente in der weiteren Entwicklung.
    Ist auch die Frage wert, ob sie ihre Erfahrungen weiterhin in Europa anwenden wollen oder wieder „zurückgeschickt“ werden in die Nahostgebiete.

    1. In Syrien und Irak ist das Projekt IS-Kalifat bald beendet. Zu befürchten ist, dass sie nun vermehrt zu Anschlägen übergehen werden, vorallem in Europa.

    2. Ja.
      Daher muss man anfangen die Versorgungsquellen von Daesh zu lokalisieren, öffentlich zu machen und zu bekämpfen, politisch wie militärisch.
      Hauptproblem dabei, der Hauptlieferant des weltweiten wahabi-salafistischen Terrors, Saudiarabien, hat Narrenfreiheit und Rückendeckung aus USA/Israel und bis auf die wenige, seltene, samtweiche und verlogene Kritik von der EU, passiert ebenfalls nichts weiter.
      Ganz abgesehen von den rießigen saudischen Verbrechen im Jemen.

  8. Wie siehts eigentlich gegenüber des Euphrats, im Irak, aus?
    Ich finde es ist überraschend still um Irak geworden. Ich hatte eigentlich schnelles Handeln nach der Befreiung Mosuls erwartet. Klaro, Kräfte müssen sich sammeln und die Kämpfer haben auch mal eine Auszeit verdient. Dennoch hatte ich eigentlich gehofft, dass die PMUs und die Irakische Armee die SAA stark entlasten werden.

    1. Mahmoud

      Nach dem Sieg der Armee in Mossul, wo es offenbar trotz des Sieges noch sehr viel Arbeit für die Armee gibt, bereiten sich die Volksverteidigungseinheiten nicht, wie bislang meist vermutet, auf die Einnahme des syrisch-irakischen Grenzgebietes vor, sondern überraschenderweise auf die Erstürmung von Tel Afar.

      Die große Frage ist also: warum lassen die Volksverteidigungseinheiten Tel Afar nicht Tel Afar sein, und nehmen sich nicht erstmal das strategisch für eine sichere syrisch-irakische Verbindung wichtige Grenzgebiet vor? Ich weiß es nicht. So bleiben mir nur wilde Spekulationen. Möglicherweise liegt es daran, dass Tel Afar weiter im Norden liegt und der weitere Plan der R+6 vorsieht, ISIS von Norden nach Süden zu treiben, vielleicht sogar gleich bis Sakaka.

      1. Nach meinen Beobachtungen geht es im Irak gerade um die Auflösung der PMU, umschrieben mit dem Einfügen in die Sicherheitsorgane Armee und Polizei.
        Um den Einfluß des Iran im Irak zurück zu drängen.

        Dafür war der Schiitenführer al Sadr gerade auf Besuchstur in Erbil und auf Einladung der Saudis in Saudiarabien.

        Hier gibt es ein sehr aussagekräftiges Foto dazu:
        http://www.aljazeera.com/news/2017/07/iraq-muqtada-al-sadr-rare-saudi-visit-170731073908238.html

        „Statt der PMU, die gesondert stand, forderte Sadr das „Streben, die disziplinierten PMU [Kämpfer] in die Sicherheitskräfte zu integrieren, um so die Unabhängigkeit und Souveränität der nationalen Sicherheitskräfte zu bewahren.“ Er schlägt vor, dass die PMU-Milizen, einschließlich Seine Saraya al-Salam (Friedensbrigaden), wenden ihren Hauptsitz in kulturelle, zivile, soziale oder humanitäre Institutionen und Zentren.“
        Googleüberstzung aus: http://www.al-monitor.com/pulse/en/originals/2017/02/iraq-shiite-sunni-national-reconciliation.html

        und nach dem Besuch:

        http://www.thebaghdadpost.com/en/story/15146/Sadr-orders-followers-to-remove-anti-Saudi-slogans-from-Iraq-s-streets
        und
        http://www.thebaghdadpost.com/en/story/15191/Iran-is-losing-Shiite-allies-in-Iraq-Commentators

        Also in meinen Augen zerteilen sie das Bärenfell schon wieder bevor sie den Bären erlegt haben und die Unterstützer der ISIS machen da fleißig mit.

        Was die Versorgung der irakischen Armee angeht erfolgt die immer noch aus Amerika (Waffen und Munition)….

        Maliki ist gerade in Moskau… ob das mit den vielen Panzern T90 noch was wird….

        Ich erinnere nochmal an das unter Mitwirkung der Konrad-Adenauer-Stiftung (CDU) erstelltes Strategiepapier des US-Think Tanks Atlantic Council.
        Sie schlägt Maßnahmen zur Einflusssicherung der westlichen Mächte im Irak nach dem Fall von Mossul vor. Wir hatten das Thema.

        Leider jetzt hinter der Bezahlschranke: http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/59618

        Die Amis wünschen sich eine freundliche Regierung, sie wollen den Irak behalten…
        Die Saudis sind gute Vasallen…

        Grüße PAule
        Ps: al Sadr hat ja auch Assad die Flucht empfolen…
        P

  9. Oder bei Reuter optisch schöner aufbereitet.
    https://www.reuters.com/article/us-mideast-crisis-syria-usa-idUSKBN1AJ04Z

    Klare Distanzierung der Amis von HTS, jeder der HTS beitritt wird zum Al Qaida Netzwerk zugehörig, sie werden nach dr Übernahme von Idlib durch HTS die Russen kaum abhalten können, wieder zu bombardieren, sie erkennen auch die „zivilen“ Strukturen von HTS nicht an.

    Also gute Chancen, dass die Deeskalationszonen noch deutlich verkleinert werden.

  10. Hallo PB,
    ausführliche Nachrichten eines Besuchers im 07/17 aus dem fernen Osten, aus der Stadt Marawi auf der Insel Mindanao, Philippinen :

    „Es ist klar, direkt von Anfang an, dass Marawi „nicht total zerstört“ ist, wie berichtet wurde. Das Meiste steht und steht sicher und sehr fest. Ich würde schätzen, dass nur 20 bis 30 % der Häuser und Gebäude (die meisten in dem wohlhabenden Zentrum der Stadt) schwere Schäden erfahren haben.
    Es wurde mir erklärt bei der Präsentation des höchsten Armee-Kommandeurs, dass die ISIS-Dschihadisten ihre Offensive am 23. Mai 2017 begannen und sie planten, am 26. Mai, zum Beginn des Ramadan, die Stadt unter Kontrolle zu haben. Die Armee machte einen Strich durch ihre Pläne; sie ging zum Gegenangriff über und es gelang ihr, die Terroristen in einem Viertel zu umzingeln und alle anderen ‚barangays‘ zu kontrollieren.

    Zweifellos gab es schwere Verluste und, wegen einer greifbaren Angst nach der ungeheuren Brutalität der Terroristen, eine erhebliche Fluchtbewegung. Aber es waren nie 400 000 Personen, die aus der Gegend flüchteten, wie im Westen berichtet, sondern annähernd 200 000 (eine Zahl, die für kurze Zeit fast 300 000 erreichte).

    Es hat keine „wahllosen Bombardierungen“ auf Zivilisten gegeben. Ich beobachtete sowohl das ankommende als auch das abgehende Feuer der Haubitzen und auch die sehr begrenzten Luftangriffe; alles war gezielt und meistens sehr präzise auf die Positionen der Terroristen gerichtet. ….“

    https://einarschlereth.blogspot.de/2017/07/in-den-philippinen-kampfen-volk-armee.html#more

    Der Besucher ist: „André Vltchek ist ein Philosoph, Romancier, Filmemacher und investigativer Journalist. Er berichtete über Kriege und Konflikte in dutzenden Ländern. Seine neuesten Bücher sind „Exposing Lies Of The Empire“ und „Fighting Against Western Imperialism“. Diskussion mit Noam Chomsky: On Western Terrorism. Point of No Return ist sein von der Kritik gelobte politische Roman. Oceania – ist ein Buch über den westlichen Imperialismus im Süd-Pazifik. Sein provokatives Buch über Indonesien heißt: „Indonesia – The Archipelago of Fear“. André macht Filme für teleSUR und Press TV. Nach langjährigem Aufenthalt in Lateinamerika und Ozeanien wohnt und arbeitet Vltchek gegenwärtig in Ostasien und dem Nahen Osten. Er kan auf seiner website und Twitter erreicht werden.“
    Ebenda.
    Eine sehr gute Übersetzung aus dem Englischen von Einar Schlereth.

    „In den Philippinen kämpfen Volk, Armee und Präsident Duterte gemeinsam gegen die ISIS und gewinnen“

    Grüße PAule

    1. PAule

      Dass wesentliche Teile der PMUs offiziell Teil der Armee werden sollen, ist nicht schlecht. Das sichert ihren Einfluss auf Jahrzehnte. Ich mache mir da überhaupt keine Sorgen, dass der Irak wieder in die Hände von den Amis fällt. Was Bghdad Post und ähnliche Publikationen da schreiben, ist nichts als ihr halluziniertes Wunschdenken. Die Achse des Widerstandes hat Erfahrung darin, Wahlen im Irak zu gewinnen, und nach dem ISIS-Terror sollte das leichter werden als je zuvor. Auch mit der diplomatischen Öffnung zu den Saudis sehe ich kein Problem, und erst recht nicht mit Sadr.

      Tatsächlich schwierig im Irak ist demgegenüber vor allem der kurdische Faktor.

      1. Dass sich Al Sadr um 180 Grad gedreht hat kann ich mir überhaupt nicht vorstellen. Er war immerhin der größte Feind und schiitische Widersacher der Amis nach der Eroberung von Bagdad.

  11. Nach den Erfahrungen des Iran-Irak Krieges und vorangegangen Demütigungen wird der Iran seine strategische Tiefe erweitern. Saudischer oder US Einfluß wird im Irak und in anderen umgebenden Ländern nicht geduldet werden.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.