Syrische Armee dringt von Westen in die Provinz Deir Ezzor vor

Der syrischen Armee ist es am heutigen Sonntag verschiedenen inoffiziellen Berichten zufolge gelungen, aus der Provinz Raqqa von Westen her kommend in die noch weitgehend von ISIS-Terroristen beherrschte Provinz Deir Ezzor im Osten Syriens vorzudringen.

Die Meldungen sind anders als die vor einigen Monaten diesbezüglich kursierenden Meldungen über phantastische Fortschritte der Armee insofern plausibel, als dass sie heute einfach nur besagen, dass die syrische Armee auf ihrem Pfad in der Wüste zwischen dem Hügelzug Al Bishri und dem Euhprat wieder fünf bis zehn Kilometer weiter vorangekommen ist.

Essenz der heutigen Nachrichten ist, dass die syrische Armee und mit ihnen verpartnerte Stammeskräfte von ihren im Laufe der letzten Tage eingenommenen Positionen in Wadi Ubayd, Rajm al-Sulayman und der Pumpstation Abu Hammad weiter in Richtung Deir Ezzor vorgerückt sind und dabei nun die Hügel Tal Tarib und Tal Ras Batin sowie das nahegelegene Wadi Humaymah eingenommen haben.

Die im türkischen Gaziantep angesiedelte Qasioun News Agency hat eine Karte dazu gemacht, mit der Provinzgrenze in blau, wobei Qasioun den heutigen Vorstoß der syrischen Armee allerdings vermutlich etwas weiter im Norden angesetzt hat als er es tatsächlich war:

Vom heute eingenommenen Wadi Humaymah bis zum seit Jahren von ISIS-Terroristen umzingelten regierungstreuen Teil der Stadt Deir Ezzor sind es noch rund 45 Kilometer Luftlinie. Es geht also weiter voran.

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9 Gedanken zu “Syrische Armee dringt von Westen in die Provinz Deir Ezzor vor

  1. Das sind wirklich sehr gute Nachrichten. Die angebliche Ankunft eines Teils der Tigerkräfte in Ost-Hama habe ich auch nur für eine Ablenkung gehalten. Jetzt wo die Enklave Der-Ezzor in Reichweite ist sollte man dran bleiben. Wir dürfen nach wie vor nicht vergessen dass die beiden Kessel unter enormen Druck stehen. Hama hat dagegen keine Eile. Ich erwarte den Tag wo die Tiger den Kessel am Airport öffnen…✌🏻

    1. Reinhard

      Ich halte es für gut möglich, dass eine Verlegung der Tiger an eine andere Front Teil eines Deals ist. Etwa nach dem Prinzip, dass da bislang zu ISIS gehörende Stammesführer gesagt haben: „wenn es nicht ausgerechnet die Tiger wären, die hier sind, und von denen wir schon soviel gehört haben, was uns nicht gefällt, dann würden wir uns der SAA anschließen.“ Darauf könnte die SAA gesagt haben: „OK, daran soll’s nicht scheitern, wir lassen die Tiger die Position mit einer anderen Einheit in Hama tauschen, aber nun verlasst auch ISIS und schließt euch uns wie versprochen an, sonst kommen die Tiger zurück.“

      Wenn ein Vorrücken der Armee mit Verhandlungen und Deals zu erreichen ist, ist das natürlich meist besser als wenn gekämpft werden muss.

      1. Liebes PB,

        natürlich sind Verhandlungen besser. Die aktuellen Ergebnisse und Lageberichte scheinen das ja auch zu bestätigen. Ich teile auch die Einschätzung, dass die kriegerische Präsenz der alawitisch geprägten Tiger-Kräfte im sunnitischen Stammland bei Stammesangehörigen eher auf Unbehagen stößt. Vor dem Hintergrund der jüngsten Erfahrungen der Sunniten mit den schiitischen Milizen in Mossul könnte das ein ganz cleverer Schachzug sein. Entweder ihr regelt das ohne uns oder wir kommen und machen das. Wichtig für die Nachkriegsordnung wird es sein die sunnitischen Syrer dauerhaft in die Verantwortung zu nehmen, dann besteht auch keine Wiederholungsgefahr.

    2. Osthama ist wohl die Gegend, wo IS noch die dichtbesiedelte Gegend besitzt, also so unwichtig ist die Gegend nicht. Und es geht in der Gegend ja durchaus voran. Fällt Osthama gibt es nicht mehr viel bis zum Euphrat.

      1. Osthama wäre ein Problem, wenn ISIS in einer Gewaltaktion durchbricht, und dann auf grün umflaggt; was wohl eher unwahrscheinlich ist.
        Insofern sehe ich neben der Verhandlungsvariante die Fehlinformation am wahrscheinlichsten; es sei dann, sie sind nachmittags Monaten der Offensive platt, sind ja doch Menschen, die Tiger

  2. Rd. 40 Tote und mind 100 Verwundete soll es bei SAA & Verbündeten gegeben haben, beim Daesh Gegenangriff mit rd. 10 VBIEDs.
    Wie so estwas immer wieder möglich ist in flachem Wüstengelände mit kilometerweiter Sicht und bei der SAA vor Ort mit dutzenden Panzern, Schützenpanzern, Artillerie, Raketenwerfern und wohl auch dutzenden AT-Raketen, ist mir immer wieder ein großes Ärgernis und großes Rätsel.
    Trost bring die Hoffnung auf weiteres Vorrücken und hoffentlich baldiges entsetzen von DeirEzzor.

    1. Wie so etwas immer wieder mölich ist im flachen Wüstengelände..
      Die Wüste ist eben nicht nur flach sondern hat Höhenzüge und Berge,
      sogar sehr große wie den Jebel Bishri. Ich erinnere nur daran, dass noch
      im Dezember wie aus dem Nichts auf einmal 7000 IS Kämpfer auftauchten
      und Palmyra erobert haben , und alle haben darüber gerätselt,
      woher sie plötzlich kamen. Ich halte es für gut möglich,
      dass sie sich im Jebel Bishri unbemerkt gesammelt haben und das es
      dort ein Tunnelsystem gibt.
      So gern ich die Tiger möglichst bald in Deir Ezz sour sehen würde, sollten sie doch nach den riesigen Geländegewinnnen erst einmal innehalten und die eroberten Gebiete absichern.
      Das Risiko ist sonst einfach zu groß, dass große EInheiten in einen Hinterhalt geraten und abgeschnitten werden. Nach so vielen Jahren sollte man jetzt nicht alles aufs Spiel setzen,
      um etwa einen Monat früher anzukommen.
      Es ist auch abzuwarten,wie der Kampf um Raqqa weitergeht. Die Meldungen da sind wiedersprüchlich. Die Stadt ist viel kleiner als Mossul, wird aber genauso hart verteidigt

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